[0001] Die Erfindung betrifft eine Bodenfräsmaschine, insbesondere einen Stablisierer oder
Recycler, welche einen von Laufwerken getragenen Maschinenrahmen aufweist, an dem
eine Fräs-/Mischwalze angeordnet ist, welche in einem nach unten offenen Walzengehäuse
angeordnet ist, welches eine in Arbeitsrichtung hintere Walzenklappe aufweist, welche
um eine quer zur Längsrichtung der Bodenfräsmaschine verlaufende Schwenkachse schwenkbar
ist. Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer derartigen
Bodenfräsmaschine.
[0002] Zur Stabilisierung von ungenügend tragfähigen Böden sind Stabilisierer bekannt, mit
denen ein pulverförmiges oder flüssiges Bindemittel in den Boden eingebracht wird,
um dessen Tragfähigkeit zu erhöhen. Es sind selbstfahrende und nicht selbstfahrende
Stabilisierer bekannt, die an ein Zugfahrzeug angebaut bzw. von einem Zugfahrzeug
geschleppt werden. Die bekannten Recycler unterscheiden sich von den Stabilisierern
dadurch, dass die Recycler nicht nur der Verbesserung oder Verfestigung von Böden,
sondern auch der Sanierung schadhafter Deckschichten von Straßen oder Wegen dienen.
[0003] Stabilsierer oder Recycler verfügen über einen Maschinenrahmen, an dem eine Fräs-/Mischwalze
zum Auffräsen des zu stabilisierenden Bodens bzw. der zu sanierenden Deckschicht angeordnet
ist, welche sich in einem nach unten offenen Walzengehäuse befindet. Das Walzengehäuse
weist eine in Arbeitsrichtung vordere Walzenklappe und eine in Arbeitsrichtung hintere
Walzenklappe auf, welche um eine quer zur Längsrichtung des Maschinenrahmens verlaufende
Schwenkachse schwenkbar sind. An den Seiten ist das Walzengehäuse von sich in Längsrichtung
erstreckenden Seitenteilen verschlossen.
[0004] Das von dem Walzengehäuse eingeschlossene Volumen bildet einen Mischraum für das
aufgefräste Material und das Bindemittel. An dem Walzengehäuse befinden sich eine
oder mehrere Dosiereinrichtungen, die eine für das Volumen des Mischraums vorgegebene
Menge an ggf. unterschiedlichen Bindemitteln oder Wasser bereitstellen.
[0005] Zum Verschwenken der vorderen und hinteren Walzenklappe ist jeweils eine Walzenklappen-Verstelleinrichtung
vorgesehen, welche mindestens einen Aktor zum Verschwenken der vorderen bzw. hinteren
Walzenklappe und eine Steuereinrichtung zur Betätigung des mindestens einen Aktors
aufweist, so dass die untere Kante der vorderen bzw. hinteren Walzenklappe in der
Höhe gegenüber dem Boden verstellbar ist. Die Steuereinrichtung der hinteren Walzenklappe
ist derart ausgebildet ist, dass der mindestens eine Aktor im Fräsbetrieb derart angesteuert
wird, dass die hintere Walzenklappe in einer Schwimmstellung mit einer vorgegebenen
Aufstandskraft auf dem Boden aufliegt.
[0006] Darüber hinaus verfügen die bekannten Stabilisierer oder Recycler über eine Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung,
die derart ausgebildet ist, dass die Höhe der Fräs-/Mischwalze gegenüber dem Maschinenrahmen
einstellbar ist, so dass die Frästiefe veränderbar ist.
[0007] Beim Ansetzen der Fräs-/Mischwalze und bei der Aufnahme des Fräsbetriebs sowie bei
einer Erhöhung der Frästiefe während des Fräsbetriebs übt die hintere Walzenklappe
auch in der Schwimmstellung einen nicht unerheblichen Gegendruck auf das in dem Walzengehäuse
befindliche Material aus. In der Praxis hat sich gezeigt, dass dieser Gegendruck zu
einem Materialstau im Mischraum führen kann. Bei einem Materialstau kann das Mischungsverhältnis
von Material und Bindemittel nicht mehr den Vorgaben entsprechen. Nachteilig ist auch,
dass eine höhere Leistung für den Betrieb der Fräs-/Mischwalze notwendig ist bzw.
der Fräsprozess nur mit einer niedrigeren Arbeitsgeschwindigkeit durchgeführt werden
kann.
[0008] Das Anheben der unteren Kante der hinteren Walzenklappe nach dem Ansetzen der Fräs-/Mischwalze
oder der Erhöhung der Frästiefe kann das Ausströmen des aufgestauten Materials beim
Vorschub der Bodenfräsmaschine aus dem Walzengehäuse erleichtern. Wenn die hintere
Walzenklappe aber zu weit geöffnet wird, besteht das Risiko, das aus dem Walzengehäuse
Material nach hinten herausgeschleudert wird.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Betrieb einer Bodenfräsmaschine bzw.
deren Arbeitsergebnis insbesondere beim Ansetzen der Fräs-/Mischwalze zur Aufnahme
des Fräsbetriebs oder bei der Erhöhung der Frästiefes während des Fräsbetriebs, zu
verbessern. Eine Aufgabe der Erfindung liegt insbesondere darin, beim Ansetzen der
Fräs-/Mischwalze oder bei der Erhöhung der Frästiefe einen Materialstau zu vermeiden
bzw. ein optimales Mischungsverhältnis von aufgefrästem Material und Bindemittel sicherzustellen.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist, eine Erhöhung der zum Betrieb der Fräs-/Mischwalze
notwendigen Leistung bzw. eine Reduzierung der Arbeitsgeschwindigkeit beim Ansetzen
der Fräs-/Mischwalze oder bei der Erhöhung der Frästiefe zu vermeiden
[0010] Darüber hinaus liegt eine Aufgabe der Erfindung darin, ein Verfahren bereitzustellen,
mit dem eine Bodenfräsmaschine insbesondere beim Ansetzen der Fräs-/Mischwalze zur
Aufnahme des Fräsbetriebs oder bei der Erhöhung der Frästiefe während des Fräsbetriebs
zur Vermeidung eines Materialstaus betrieben werden kann.
[0011] Die Lösung dieser Aufgaben erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen der unabhängigen
Patentansprüche. Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0012] Die erfindungsgemäße Bodenfräsmaschine, insbesondere Stabilisierer oder Recycler,
und das erfindungsgemäße Verfahren zeichnen sich durch einen Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
aus, welcher nach dem Ansetzen der Fräs-/Mischwalze und dem Anfahren der Bodenfräsmaschine
oder während des eigentlichen Fräsbetriebs nach der Erhöhung der Frästiefe manuell
aktiviert werden kann oder automatisch aktiviert wird. Der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
umfasst mindestens einen Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus, um die Stellung der
hinteren Walzenklappe zu optimieren, so dass eine Materialanhäufung und die sich daraus
ergebenden Probleme weitgehend vermieden werden. Der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
kann vom dem Maschinenführer oder der Maschinenführerin manuell aktiviert werden oder
vollautomatisch in Gang gesetzt werden, so dass ein manueller Eingriff nicht notwendig
ist. Während des Betriebs der Bodenfräsmaschine im Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
ist ein manueller Eingriff nicht erforderlich. Nach der Korrektur der Walzenklappenstellung
kann der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus automatisch wieder deaktiviert werden.
[0013] Die Steuereinrichtung der Walzenklappen-Verstelleinrichtung ist derart ausgebildet,
dass in dem mindestens einen Walzenklappen-Korrekturzyklus in einem ersten Schritt
die Schwimmstellung der hinteren Walzenklappe aufgehoben wird und die hintere Walzenklappe
aus einer ersten Schwenkstellung in eine zweite Schwenkstellung nach oben verschwenkt
wird, so dass die untere Kante der hinteren Walzenklappe angehoben ist. Folglich kann
das in dem Walzengehäuse aufgestaute Material ausströmen. Der Schwenkwinkel, um den
die Walzenklappe nach oben verschwenkt wird, kann von der Steuereinrichtung vorgegeben
werden. Das Walzengehäuse sollte so weit geöffnet werden, dass aufgestautes Material
aus dem Walzengehäuse einerseits ungehindert ausströmen kann, andererseits nicht so
weit geöffnet werden, dass eine größere Gefahr des Herausschleuderns von Material
besteht. In einem zweiten Schritt, nachdem die hintere Walzenklappe die zweite Schwenkstellung
eingenommen hat, wird die Schwimmstellung wieder eingestellt, so dass die hintere
Walzenklappe eine dritte Schwenkstellung einnimmt, in der die untere Kante der hinteren
Walzenklappe auf dem Boden aufliegt.
[0014] Eine bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass der mindestens eine Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus
eine Überprüfungsroutine umfasst. Das Grundprinzip der Überprüfungsroutine liegt in
der Überwachung der Bewegung der Walzenklappe nach der Wiedereinstellung der Schwimmstellung.
[0015] Die Überprüfungsroutine sieht vor, eine mit der dritten Schwenkstellung korrelierende
Größe mit einem Schwellwert oder eine mit der dritten Schwenkstellung korrelierenden
Größe mit dem Wert einer mit der ersten Schwenkstellung korrelierenden Größe zu vergleichen,
wobei der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus auf der Grundlage eines Vergleichs
des Werts einer mit der dritten Schwenkstellung korrelierenden Größe mit einem Schwellwert
oder auf der Grundlage eines Vergleichs des Werts einer mit der dritten Schwenkstellung
korrelierenden Größe mit dem Wert einer mit der ersten Schwenkstellung korrelierenden
Größe deaktiviert wird.
[0016] Wenn die angehobene Walzenklappe nach der Wiedereinstellung der Schwimmstellung in
eine untere Stellung zurückfällt, d. h. nicht in der angehobenen Stellung verbleibt,
wird davon ausgegangen, dass sich ein kontinuierlicher Materialfluss eingestellt hat,
bei dem sich das aufgefräste Material, das sich im Mischraum ansammelt, und das aus
dem Mischraum unter der Walzenklappe ausströmende Material in einem Gleichgewichtszustand
befindet, so dass ein Materialstau nicht auftritt. Insbesondere kann überprüft werden,
ob die Walzenklappe wieder in die Position absinkt, aus der sie angehoben worden ist.
In diesem Fall kann der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus deaktiviert werden.
[0017] Für die Bewegung der Walzenklappe kann ein Schwellwert definiert werden. Wenn die
Bewegung der Walzenklappe nach der Wiedereinstellung der Schwimmstellung kleiner als
der Schwellwert oder gleich dem Schwellwert ist, d. h. die Walzenklappe nicht um einen
vorgegebenen Betrag zurückgefallen ist, wird ein weiterer Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus
durchgeführt. Ist die Bewegung der Walzenklappe hingegen größer als der Schwellwert,
d. h. die Walzenklappe ist um einen vorgegebenen Betrag zurückgefallen ist, wird der
Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus deaktiviert.
[0018] Die mit den Schwenkstellungen korrelierende Größe kann eine Größe sein, die sich
mit einem geringen technischen Aufwand leicht erfassen lässt. Die Auswertung der Werte
dieser Größe hängt davon ab, ob die Größe mit dem Anheben der Walzenklappe zunimmt
oder abnimmt. Wenn die Größe beispielsweise ein Schwenkwinkel ist, hängt die Auswertung
davon ab, welcher Winkel als Schwenkwinkel definiert wird. Für den Vergleich der mit
den Schwenkstellungen korrelierende Größen vor und nach dem Anheben der Fräsklappe
können unterschiedliche mathematische Verfahren angewandt werden.
[0019] Eine bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass die mit der ersten und dritten Schwenkstellung
korrelierende Größe eine mit der Höhe der unteren Kante der hinteren Walzenklappe
korrelierende Größe ist. Der Wert dieser Größe nimmt beim Öffnen der Walzenklappe
zu. Bei dieser Ausführungsform werden die Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklen solange
durchgeführt, bis in zumindest einmal festgestellt wird, dass die Höhe der unteren
Kante der hinteren Walzenklappe in der dritten Schwenkstellung gleich der Höhe oder
kleiner als die Höhe der unteren Kante der hinteren Walzenklappe in der ersten Schwenkstellung
ist. Ein weiterer Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus wird hingegen durchgeführt,
wenn die Höhe der unteren Kante der hinteren Walzenklappe in der dritten Schwenkstellung
größer als die Höhe der unteren Kante der hinteren Walzenklappe in der ersten Schwenkstellung
ist. Folglich kann der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus nach nur einem oder mehreren
Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklen beendet sein. Der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
kann also nur einen Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklen umfassen, wenn nur einmal
überprüft werden soll, dass die untere Kante der hinteren Walzenklappe in der dritten
Schwenkstellung gleich der Höhe oder kleiner als die Höhe der unteren Kante der hinteren
Walzenklappe in der ersten Schwenkstellung ist und dies auch der Fall ist. Die mehrmalige
Feststellung dieser Bedingungen hat aber den Vorteil, dass der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
erst dann deaktiviert wird, wenn sich ein Gleichgewichtszustand dauerhaft eingestellt
hat.
[0020] Die Höhe der unteren Kante der Walzenklappe ist eine sich auf eine Bezugsebene beziehenden
Größe, die der ungefräste Boden sein kann. Wenn die Höhe des Bodens gegenüber dem
Maschinenrahmen bzw. zum Walzengehäuse bekannt ist, kann die Höhe der unteren Kante
der Walzenklappe aus der Höhe der Walzenklappe gegenüber dem Maschinenrahmen bzw.
dem Walzengehäuse ermittelt werden.
[0021] Der mindestens eine Aktor der Walzenklappen-Verstelleinrichtung kann eine an der
Walzenklappe angreifende Kolben-Zylinder-Anordnung sein, wobei zur Erfassung der mit
der ersten und/oder dritten Schwenkstellung korrelierenden Größe eine die Stellung
des Kolbens der Kolben-Zylinder-Anordnung erfassende Messeinheit, insbesondere ein
Wegstreckensensor, vorgesehen sein kann. Beispielsweise kann der Kolben der Kolben-Zylinder-Anordnung
an dem Maschinenrahmen und deren Zylinder an der Walzenklappe, oder umgekehrt, schwenkbar
befestigt sein. Diese Ausführungsform lässt sich ohne größeren technischen Aufwand
einfach realisieren. Bei dieser Ausführungsform kann der Vergleich der Schwenkstellungen
einfach dadurch erfolgen, dass der Hub des Kolbens beim Anheben mit dem Hub des Kolbens
beim Absenken verglichen wird. Wenn der Kolben beim Absenken, um eine kleinere Wegstrecke
ausgefahren wird, um die der Kolben beim Anheben der Walzenklappe eingefahren worden
ist, d. h. die Walzenklappe behält ihre obere Stellung bei oder wird durch den Materialstrom
noch weiter angehoben, wird ein weiterer Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus durchgeführt.
Wenn die Walzenklappe nach dem Anheben wegen des Ausbleibens eines Materialstroms
hingegen in eine untere Stellung zurückfällt, wird die Überprüfung beendet.
[0022] Die Steuereinrichtung der Walzenklappen-Verstelleinrichtung ist vorzugsweise derart
ausgebildet, dass die Schwimmstellung in dem zweiten Schritt nach Ablauf eines vorgegebenen
Zeitintervalls oder nach Zurücklegen einer vorgegebenen Wegstrecke nach der Aufhebung
der Schwimmstellung oder dem Verschwenken der Walzenklappe in die dritte Schwenkstellung
wieder eingestellt wird. Das Zeitintervall bzw. die Wegstrecke kann unter Berücksichtigung
der dynamischen Verhältnisse in Bezug auf den Materialfluss beim Fräsbetrieb bemessen
werden.
[0023] Der Schwenkwinkel, um den die Walzenklappe nach oben verschwenkt wird, ist von dem
Volumen des aufgefrästen Materials abhängig. Eine weitere bevorzugte Ausführungsform
sieht einen Speicher vor, in dem für unterschiedliche Frästiefen jeweils ein Schwenkwinkel
bzw. eine mit dem Schwenkwinkel korrelierende Größe gespeichert ist, um den die hinter
Walzenklappe aus der ersten in die zweite Schwenkstellung verschwenkt wird, wobei
die Steuereinrichtung der Walzenklappen-Verstelleinrichtung derart ausgebildet ist,
dass in Abhängigkeit von der eingestellten Frästiefe der Schwenkwinkel bzw. eine mit
dem Schwenkwinkel korrelierende Größe aus dem Speicher ausgelesen wird.
[0024] Zur manuellen Aktivierung des Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus kann die Steuereinrichtung
der Walzenklappen-Verstelleinrichtung ein Bedienelement, beispielsweise ein Knopf
oder Schalter oder einen Button auf einem berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen)
aufweisen, wobei die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, dass der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
durch Betätigung des Bedienelements aktiviert wird.
[0025] Die Steuereinrichtung der Walzenklappen-Verstelleinrichtung kann auch derart ausgebildet
sein, dass der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus vollautomatisch aktiviert wird,
wenn nach dem Anfahren der Bodenfräsmaschine zur Aufnahme des Fräsbetriebs ein vorgegebenes
Zeitintervall abgelaufen ist oder die Bodenfräsmaschine eine vorgegebene Wegstrecke
zurückgelegt hat. Der Zeitpunkt, zu dem die Bodenfräsmaschine anfährt, kann durch
die Überwachung von Steuersignalen, die von der zentralen Steuer- und Recheneinrichtung
der Bodenfräsmaschine zur Verfügung gestellt werden können, oder durch die Erfassung
von Messwerten geeigneter Sensoren, beispielsweise Wegstreckensensoren, ermittelt
werden.
[0026] Da eine Bodenfräsmaschine im Allgemeinen eine Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung
aufweist, die derart ausgebildet ist, dass die Höhe der Fräs-/Mischwalze gegenüber
dem Maschinenrahmen einstellbar ist, so dass die Frästiefe veränderbar ist, kann die
Steuereinrichtung der Walzenklappen-Verstelleinrichtung derart ausgebildet sein, dass
der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus aktiviert wird, wenn die Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung
die Frästiefe während des Fräsbetriebs um einen vorgegebenen Wert erhöht hat und nach
der Erhöhung der Frästiefe ein vorgegebenes Zeitintervall abgelaufen ist oder die
Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung die Frästiefe während des Fräsbetriebs um einen
vorgegebenen Wert erhöht hat und nach der Erhöhung der Frästiefe die Bodenfräsmaschine
eine vorgegebene Wegstrecke zurückgelegt hat. Das Zeitintervall bzw. die Wegstrecke
kann unter Berücksichtigung der dynamischen Verhältnisse beim Fräsbetrieb bemessen
werden. Die Fräs-/Mischwalze kann gegenüber dem Maschinenrahmen in der Höhe verstellbar
sein, wobei der Maschinenrahmen von Hubsäulen getragen wird, die an Laufwerken befestigt
sind, so dass der Maschinenrahmen gegenüber dem Boden in der Höhe verstellbar ist.
[0027] Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
im Einzelnen beschrieben.
[0028] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bodenfräsmaschine in teilweiser geschnittener
Darstellung,
- Fig. 2
- ein Schaubild zur Veranschaulichung des Aufbaus der Walzenklappen-Verstelleinrichtung
und der Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung,
- Fig. 3A bis Fig. 3N
- die Bodenfräsmaschine in einer stark vereinfachten schematischen Darstellung mit den
unterschiedlichen Positionen der hinteren Walzenklappe beim Anfahren und beim Betrieb
der Bodenfräsmaschine.
[0029] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Bodenfräsmaschine in der Seitenansicht, die in
der
EP 2 977 514 B1 im Einzelnen beschrieben ist. Die Bodenfräsmaschine weist ein Fahrwerk 1 auf, das
zwei vordere Laufwerke 2 und zwei hintere Laufwerke 3 umfasst. Bei dem vorliegenden
Ausführungsbeispiel sind die Laufwerke 2, 3 Räder. An den Laufwerken 2, 3 sind jeweils
Hubsäulen 4 befestigt, die einen Maschinenrahmen 5 tragen, so dass der Maschinerahmen
in der Höhe gegenüber dem Boden 6 verstellbar ist. In Arbeitsrichtung 11 vor den vorderen
Laufwerken 2 befindet sich am Maschinenrahmen 5 der Fahrerstand 7. Zwischen den Laufwerken
ist an dem Maschinenrahmen 5 ein nach unten offenes Walzengehäuse 8 angeordnet, in
dem sich eine Fräs-/Mischwalze 9 befindet. Die Rotationsrichtung der Fräs-/Mischwalze
ist mit einem Pfeil 10 gekennzeichnet. Das Walzengehäuse 8 weist eine in Arbeitsrichtung
11 vordere Walzenklappe 12 und eine in Arbeitsrichtung hintere Walzenklappe 13 auf,
welche jeweils um eine quer zur Längsrichtung des Maschinenrahmens verlaufende Schwenkachse
14' bzw. 14 schwenkbar sind. An den Seiten ist das Walzengehäuse von sich in Längsrichtung
erstreckenden Seitenteilen 15 verschlossen, die in Fig. 1 nur andeutungsweise dargestellt
sind.
[0030] Zur Höhenverstellung der Fräs-/Mischwalze 9 weist die Bodenfräsmaschine eine Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung
16 auf, die bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Kolben-Zylinderanordnung
17 mit einem Kolben 17A und einem Zylinder 17B umfasst. Durch Betätigung des Kolbens
17A der Kolben-Zylinder-Anordnungen 17 kann die Fräs-/Mischwalze 9 in der Höhe gegenüber
dem Maschinenrahmen 5 bzw. dem Boden 6 verstellt werden, wobei sich die Achse der
Fräs-/Mischwalze auf einer Kreisbahn bewegt. Eine Höhenverstellung der Fräs-/Mischwalze
9 gegenüber dem Boden 6 ist auch durch Einfahren bzw. Ausfahren der Hubsäulen 4 möglich.
Zur Ansteuerung der Kolben-Zylinderanordnung 17 der Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung
16 ist eine in Fig. 1 nicht dargestellte Steuereinrichtung 18 vorgesehen, welche eine
Steuer- und Recheneinheit 18A umfasst, welche eine separate Steuer- und Recheneinheit
bilden kann oder Bestandteil einer nicht dargestellten zentralen Steuer- und Recheneinrichtung
der Bodenfräsmaschine sein kann (Fig. 2).
[0031] Zur Einstellung der Position der in Arbeitsrichtung vorderen und hinteren Walzenklappe
12, 13 ist eine vordere und hintere Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 vorgesehen.
In den nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispielen wird nur die hintere Walzenklappe
betrachtet.
[0032] Die Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 der hinteren Walzenklappe 13 weist mindestens
einen an der Walzenklappe angreifenden Aktor 20 auf. Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
ist der Aktor eine Kolben-Zylinder-Anordnung 20, deren Kolben 20A an dem Maschinenrahmen
5 und deren Zylinder 20B an der hinteren Walzenklappe 13 schwenkbar befestigt ist.
[0033] Durch Bewegen des Kolbens 20A der Kolben-Zylinder-Anordnung 20 in eine bestimmte
Position, die nachfolgend mit a bezeichnet wird, bzw. durch Einfahren bzw. Ausfahren
des Kolbens 20A aus einer Ausgangsposition um eine vorgegebene Wegstrecke, die nachfolgend
mit Δa bezeichnet wird, kann die hintere Walzenklappe 13 um die quer zur Arbeitsrichtung
verlaufende Schwenkachse 14 in eine vorgegebene Schwenkstellung α bzw. um einen vorgegebenen
Schwenkwinkel Δα, der mit der Wegstrecke Δa korreliert, nach oben bzw. unten verschwenkt
werden, so dass die untere Kante 13A der Walzenklappe 13 gegenüber dem Boden 6 angehoben
bzw. abgesenkt werden kann (Fig. 3A).
[0034] Zur Ansteuerung des Aktors 20 weist die Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 eine
in Fig. 1 nicht dargestellte Steuereinrichtung 21 auf, welche eine Steuer- und Recheneinheit
21A umfasst, welche eine separate Steuer- und Recheneinheit bilden kann oder Bestandteil
der zentralen Steuer- und Recheneinrichtung der Bodenfräsmaschine sein kann (Fig.
2).
[0035] Die Steuer- und Recheneinheit 21A der Steuereinrichtung 21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19 kann beispielsweise einen allgemeinen Prozessor, einen digitalen Signalprozessor
(DSP) zur kontinuierlichen Bearbeitung digitaler Signale, einen Mikroprozessor, eine
anwendungsspezifische integrierte Schaltung (ASIC), einen aus Logikelementen bestehenden
integrierten Schaltkreis (FPGA) oder andere integrierte Schaltkreise (IC) oder Hardware-Komponenten
aufweisen, um die Ansteuerung der Aktoren auszuführen. Auf den Hardware-Komponenten
kann ein Datenverarbeitungsprogramm (Software) laufen. Es ist auch eine Kombination
der verschiedenen Komponenten möglich.
[0036] Die Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 umfasst noch weitere dem Fachmann bekannte
Komponenten, insbesondere Hydraulikkomponenten, beispielsweise Hydraulikpumpen, Hydraulikventile,
Hydraulikleitungen.
[0037] Darüber hinaus verfügt die Bodenfräsmaschine über eine nicht dargestellte Antriebseinrichtung
für hydraulischen Komponenten, beispielsweise Hydraulikpumpen oder Hydraulikmotoren
beispielsweise zum Antrieb der Laufwerke.
[0038] Nachfolgend wird die Ansteuerung der hinteren Walzenklappe 13 durch die Steuereinrichtung
21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 unter Bezugnahme auf die Figuren 3A bis
3N im Einzelnen beschrieben, in denen die einander entsprechenden Teile mit den gleichen
Bezugszeichen versehen sind. Zunächst wird das Ansetzen der Fräs-/Mischwalze 9 zur
Aufnahme des Fräsbetriebs beschrieben.
[0039] Zum Ansetzen der Fräs-/Mischwalze 9 wird die Bodenfräsmaschine vom Maschinenführer
oder der Maschinenführerin mit angehobener Fräs-/Mischwalze 9 in die gewünschte Position
gefahren. In dieser Position sind die Hubsäulen 4 weitgehend ausgefahren und die Fräs-/Mischwalze
9 ist in eine obere Position gefahren (Fig. 3A). Daraufhin werden die Hubsäulen 4
weitgehend eingefahren und die Fräs-/Mischwalze 9 wird in eine Position gebracht,
in der diese den Boden 6 berührt. Dieser Vorgang wird auch als Ankratzen bezeichnet.
In dieser Position befindet sich der Kolben 20A der Kolben-Zylinder-Anordnung 20 in
der Position "a
0" und die Walzenklappe 13 in der Schwenkstellung "α
0" (Fig. 3B). Wenn die Fräs-/Mischwalze 9 den Boden 6 berührt, findet für die Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung
16 ein Null-Abgleich statt, so dass ein weiteres Absenken der Fräs-/Mischwalze bzw.
ein Bewegen des Kolbens 17A der Kolben-ZylinderAnordnungen 17 der Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung
16 um eine vorgegebene Wegstrecke der Frästiefe entspricht. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass die Längenänderung der Kolben-Zylinder-Anordnung nicht zwangsläufig in einem
Verhältnis von 1:1 einer Frästiefenänderung entsprechen muss. Die Frästiefenänderung
kann unter Berücksichtigung der geometrischen Verhältnisse aus dem Hub des Kolbens
17A berechnet werden. Mit dem Null-Abgleich wird eine Referenzebene festgelegt, welche
der Oberfläche des ungefrästen Bodens 6 entspricht. Die Frästiefe kann somit über
die zurückzulegende Wegstrecke, um welche die Fräs-/Mischwalze 9 gegenüber dem Maschinenrahmen
5 bzw. der Bodenoberfläche abgesenkt wird bzw. der Kolben 17A ein- bzw. ausgefahren
wird, eingestellt oder die Frästiefe kann beim Absenken der Fräs-/Mischwalze bzw.
Bewegen des Kolbens aus der zurückgelegten Wegstrecke ermittelt werden. Die Wegstrecke
kann mit den bekannten Wegstreckensensoren erfasst werden. Die Fräs-/Mischwalze 9
wird nunmehr auf die gewünschte Frästiefe abgesenkt, so dass der Fräsvorgang beginnt
(Fig. 3C). In der abgesenkten Position wird die hintere Walzenklappe 13 in eine Schwimmstellung
gebracht, in der die unteren Kante 13A der Walzenklappe mit einer vorgegebenen Aufstandskraft
auf dem Boden 6 aufliegt, so dass das Walzengehäuse 8 hinten verschlossen ist (h=0).
Hydraulische Anordnungen zur Realisierung einer Schwimmstellung gehören zum Stand
der Technik (
DE 10 2004 012 382 B4).
[0040] Fig. 2 zeigt einen vereinfachten Hydraulikschaltplan eines Ausführungsbeispiels zur
Realisierung einer Schwimmstellung für die Kolben-Zylinder-Anordnung 20 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19. Ein Hydraulikventil 22 verbindet in der Schwimmstellung über die an den Zylinderanschlüssen
angeschlossenen Hydraulikleitungen 23, 24 den oberen und unteren Zylinderraum der
Kolben-Zylinder-Anordnung 20 zum Anheben und Absenken der hinteren Walzenklappe 13
mit einem nicht dargestellten Hydrauliktank, so dass die Kammern nicht mit dem Systemdruck
beaufschlagt werden. Bei dem Hydraulikventil 22 handelt es sich um ein 4/3 Wegeventil.
Die zu dem Hydraulikventil 22 führenden Hydraulikleitungen sind in Fig. 2 der Einfachheit
halber nicht dargestellt. Da auf den Zylinder keine spezifische Hydraulikkraft wirkt,
kann sich der Kolben 20A in dem Zylinder 20B verschieben, so dass sich die Walzenklappe
13 aufgrund ihrer Gewichtskraft nach unten bewegt. Durch Umschalten des Hydraulikventils
22 kann jeweils die eine oder andere Hydraulikleitung 23, 24 mit dem Systemdruck beaufschlagt
werden (Druckleitung) oder mit dem Tank verbunden werden (Tankleitung), so dass der
Kolben 20A nach oben oder unten gefahren wird.
[0041] Die Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 kann auch derart ausgebildet sein, dass
die Walzenklappe 13 nicht mit ihrem Eigengewicht auf dem Boden aufliegt, sondern mit
einer zusätzlichen Aufstandskraft belastet oder entlastet wird. Wenn beide Kammern
in der Schwimmstellung mit einem Druck beaufschlagt sind, der aber vorzugsweise nicht
dem Systemdruck entspricht, kann beispielsweise bei gleichem Druck in beiden Zylinderräumen
die Bewegung der Walzenklappe nach unten durch eine entsprechende Ausbildung der wirksamen
Anlageflächen des Zylinders unterstützt werden.
[0042] Grundsätzlich kann die Erfindung auch durch eine Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19 mit einer nur einfach wirkenden Kolben-Zylinder-Anordnung umgesetzt werden. Eine
einfach wirkende Kolben-Zylinder-Anordnung zeichnet sich dadurch aus, dass diese lediglich
in eine Richtung betätigt werden kann. Die Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 braucht
lediglich in der Lage zu sein, die Walzenklappe anzuheben. Die Schwimmstellung wird
dadurch realisiert, dass, wenn kein Hydraulikdruck an der Kolben-Zylinder-Anordnung
anliegt, die Walzenklappe aufgrund ihres Eigengewichtes in Schwerkraftrichtung absinkt.
Wenn die Bodenfräsmaschine in Gang gesetzt wird und sich in Arbeitsrichtung 11 bewegt,
füllt sich der Mischraum des Walzengehäuses 8 mit dem aufgefrästen Material, das in
Arbeitsrichtung hinter der Fräs-/Mischwalze 9 abgelegt wird.
[0043] Die Figuren 3C und 3D zeigen das Walzengehäuse 8 beim Ansetzen der Fräs-/Mischwalze
9 (Fig. 3C) und nach dem Anfahren der Bodenfräsmaschine (Fig. 3D). Der Kolben 20A
der Kolben-Zylinder-Anordnung 20 befindet sich nach dem Ansetzen in der Position "a
0" und die Walzenklappe 13 in der Schwenkstellung "α
0".so dass die Höhe der unteren Kante 13A der hinteren Walzenklappe 13 über dem ungefrästen
Boden 6, der eine Referenzebene bildet, Null ist (h=0). Es zeigt sich, dass sich der
Mischraum zunehmend mit aufgefrästem Material 25 füllt, wobei sich in Abhängigkeit
von der Vorschubgeschwindigkeit und den Materialeigenschaften ein bestimmter Schüttwinkel
einstellt. Fig. 3D zeigt den Zeitpunkt, zu dem das Material 25 die hintere Walzenklappe
13 erreicht hat. Da sich die hintere Walzenklappe 13 in der Schwimmstellung befindet,
kann die hintere Walzenklappe ausweichen, was in Fig. 3E angedeutet ist, wenn sich
der Mischraum beim Vorschub der Bodenfräsmaschine weiter mit Material füllt (a
1, α
1 bzw. Δa
1, Δα
1). Das Ziel ist, dass sich der in Fig. 3F gezeigte Gleichgewichtszustand zwischen
aufgefrästem und abgelegtem Material einstellt, in dem die untere Kante 13A der hinteren
Walzenklappe 13 in der Schwimmstellung auf dem nach hinten aufgeworfenem Material
25 aufliegt und das Walzengehäuse 8 hinten verschließt, wobei das Material von der
hinteren Walzenklappe abgezogen wird.
[0044] In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass nach dem Ansetzen der Fräs-/Mischwalze
9 während des Vorschubs der Bodenfräsmaschine ein Materialstau im Walzengehäuse 8
auftreten kann, da die Fräs-/Mischwalze in der Schwimmstellung einen nicht unerheblichen
Gegendruck auf das aufgefräste Material ausübt. Im Fall eines Materialstaus kann das
Mischungsverhältnis von Material und Bindemittel nicht mehr den Vorgaben entsprechen
und die zum Antrieb der Fräs-/Mischwalze erforderliche Antriebsleistung zunehmen.
Im ungünstigsten Fall kann aufgestautes Material die Fräs-/Mischwalze so stark in
der Bewegung hemmen, dass der Verbrennungsmotor der Antriebseinrichtung abgewürgt
wird. Das oben beschriebene Problem kann auch dann auftreten, wenn die Frästiefe während
des Fräsbetriebs vergrößert wird.
[0045] Die Steuereinrichtung 21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 bzw. die zentrale
Steuer- und Recheneinrichtung der Bodenfräsmaschine, welche die Steuer- und Recheneinheit
der Steuereinrichtung der Walzenklappen-Verstelleinrichtung umfassen kann, ist derart
konfiguriert, dass die folgenden Verfahrensschritte durchgeführt werden. Die Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19 sieht einen manuell oder automatisch aktivierbaren Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
vor, der mindestens einen Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus umfasst.
[0046] Zur manuellen Aktivierung des Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus weist die Steuereinrichtung
21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 ein Bedienelement 26 (Fig. 2) auf, welches
der Maschinenführer oder die Maschinenführerin nach dem Anfahren der Bodenfräsmaschine
oder der Einstellung einer größeren Frästiefe während des Fräsbetriebs betätigen kann.
Bei der Betätigung des Bedienelements 26 wird ein Steuersignal erzeugt, welches die
Steuer- und Recheneinheit 21A der Steuereinrichtung 21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19 empfängt.
[0047] Nach dem Empfangen des Steuersignals wird der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
eingeschaltet, so dass ein erster Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus durchgeführt
wird. In dem Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus schaltet die Steuereinrichtung
die Schwimmstellung der hinteren Walzenklappe 13 aus und steuert die Kolben-Zylinder-Anordnung
20 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung derart an, dass die hintere Walzenklappe
13 aus einer ersten Schwenkstellung (Schwimmstellung) mit einem ersten Schwenkwinkel
α
1 (Fig. 3E), in der die untere Kante 13A der hinteren Walzenklappe 13 auf dem aufgefrästen
Material 25 schwimmend aufliegt, wobei die Höhe deren unterer Kante über dem Boden
h
11 ist, aus der Schenkstellung "α1" um den Winkel Δα
2 nach oben in eine zweite Schwenkstellung mit einem zweiten Schwenkwinkel α
2 (Höhe über dem Boden = h
21) verschwenkt wird (Fig. 3G). Hierzu wird der Kolben 20A der Kolben-Zylinderanordnung
20 um eine vorgegebene Wegstrecke Δa
2, die mit einem Wegstreckensensor 28 (Fig. 2) erfasst werden kann, eingefahren. Die
Wegstrecke a
2 bzw. Δa
2, die eine mit der Schwenkstellung, insbesondere der Höhe der unteren Kante 13A der
Walzenklappe 13, korrelierende Größe ist, kann aus einem Speicher 27 (Fig. 2) ausgelesen
werden, in dem für unterschiedliche einzustellende Frästiefen jeweils ein Schwenkwinkel
bzw. eine mit dem Schwenkwinkel korrelierende Wegstrecke gespeichert ist. Daraufhin
wird in einem zweiten Schritt, die Schwimmstellung der hinteren Walzenklappe 13 wieder
eingeschaltet, so dass die hintere Walzenklappe 13 eine dritte Schwenkstellung mit
einem dritten Schwenkwinkel α
3 (Höhe über dem Boden = h
31) einnimmt, in der die untere Kante der Walzenklappe auf dem aufgefrästen Material
aufliegt (Fig. 3H). Dabei bewegt sich der Kolben 20A aus der Position "a
2" in die Position "a
3" bzw. der Kolben wird um Δa
3 ausgefahren.
[0048] Fig. 3G zeigt den Zeitpunkt, zu dem die hintere Walzenklappe 13 aus der ersten Schwenkstellung
(h
11) (Fig. 3E) nach Aufhebung der Schwimmstellung in die zweite Schwenkstellung (h
21) angehoben worden ist, und Fig. 3H zeigt den Zeitpunkt, zu dem die hintere Walzenklappe
13 nach Wiedereinstellung der Schwimmstellung die dritte Schwenkstellung (h
31) eingenommen hat. Da in der Zwischenzeit aufgefrästes Material nachgeströmt ist,
zeigt sich, dass die dritte Schwenkstellung (Fig. 3H) weitgehend der zweiten Schwenkstellung
(Fig. 3G) entspricht, d. h. bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel h
31≈h
21 ist. Dabei ist h
31 größer h
11.
[0049] Nachfolgend wird die automatische Aktivierung des Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
beschrieben. Beim Start der Bodenfräsmaschine und einer Frästiefe größer Null wird
von der Antriebseinrichtung ein Steuersignal erzeugt, welches die Steuer- und Recheneinheit
21A der Steuereinrichtung 21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 empfängt. Nach
dem Empfangen des Steuersignals wird ein Zeitglied 21AA oder ein Wegstreckenzähler
21AB in Gang gesetzt. Zeitglied und/oder Wegstreckenzähler können Bestandteil der
Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19, insbesondere deren Steuer- und Recheneinheit
21A, oder anderer Komponenten der Bodenfräsmaschine sein. Wenn das vorgegebene Zeitintervall
abgelaufen ist bzw. die Bodenfräsmaschine die vorgegebene Wegstrecke zurückgelegt
hat, schaltet die Steuereinrichtung 21 in einem ersten Schritt die Schwimmstellung
aus und verschwenkt die hintere Walzenklappe 13 aus der ersten Schwenkstellung (Fig.
3E) nach oben in die zweite Schwenkstellung (Fig. 3G). Daraufhin wird in einem zweiten
Schritt die Schwimmstellung wieder eingeschaltet, so dass die hintere Walzenklappe
13 eine dritte Schwenkstellung (Fig. 3H) einnimmt, in der deren untere Kante 13A auf
dem aufgefrästen Material 25 aufliegt.
[0050] Der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus wird auch dann automatisch aktiviert, wenn
die Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung 16 ein Steuersignal erzeugt, welches der
Steuer- und Recheneinheit 21A der Steuereinrichtung 21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19 signalisiert, dass die Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung während des Fräsbetriebs
die Frästiefe um einen vorgegebenen Wert erhöht hat.
[0051] Wenn sich der in Fig. 3F gezeigte Gleichgewichtszustand noch nicht eingestellt haben
sollte, übt die hintere Walzenklappe 13 nach wie vor einen nicht unerheblichen Gegendruck
auf das Material aus, so dass sich weiterhin Material aufstauen kann. Dies gilt sowohl
für den Fall des Anfahrens als auch der Erhöhung der Frästiefe. In diesem Fall wird
ein weiterer Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus durchgeführt. Die Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklen
werden solange durchgeführt, bis festgestellt wird, dass sich der in Fig. 3F gezeigte
Gleichgewichtszustand eingestellt hat. Hierfür umfasst der Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus
des Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus eine Überprüfungsroutine.
[0052] Zur Durchführung der Überprüfungsroutine ist die Steuereinrichtung 21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19 bei einer Ausführungsform derart konfiguriert, dass auf der Grundlage eines Vergleichs
des Werts der mit der dritten Schwenkstellung korrelierenden Größe, die bei dem vorliegenden
Ausführungsbeispiel die Wegstrecke Δa ist, mit einem Schwellwert, auf einen Gleichgewichtszustand
geschlossen wird. Unter Berücksichtigung der dynamischen Verhältnisse können unterschiedliche
Schwellwerte festgelegt werden, die in dem Speicher 27 gespeichert und von der Steuer-
und Recheneinheit 21A der Steuereinrichtung 21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19 ausgelesen werden können.
[0053] Für diese Überprüfung erfasst die Steuereinrichtung die Wegstrecke Δa
3, die der Kolben 20A der Kolben-Zylinder-Anordnung 20 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19 beim Verschwenken von der zweiten in die dritte Schwenkstellung eingefahren worden
ist (Fig. 3G, Fig. 3H). Die Wegstrecke Δa
3 wird gemessen, wenn nach der Wiedereinstellung der Schwimmstellung ein vorgegebenes
Zeitintervall abgelaufen ist oder die Bodenfräsmaschine eine vorgegebene Wegstrecke
zurückgelegt hat. Hierfür wird das Zeitglied 21AA, das ein vorgegebenes Zeitintervall
vorgibt, oder der Wegstreckenzähler 21AB gestartet. Es können aber auch andere Zeitglieder
bzw. Wegstreckenzähler vorgesehen sein. Das Zeitintervall bzw. die Wegstrecke für
die Überprüfung können von dem Zeitintervall bzw. der Wegstrecke für die automatische
Aktivierung des Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus verschieden sein.
[0054] Wenn die Wegstrecke Δa
3 kleiner als der Schwellwert oder gleich dem Schwellwert ist, d. h. die Walzenklappe
13, wie die Figuren 3G und 3H zeigen, aus der zweiten Schenkstellung nicht um einen
Mindestbetrag zurückgefallen ist, wird nicht auf einen Gleichgewichtzustand geschlossen
und der Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus wird wiederholt. Hierzu steuert die
Steuereinrichtung 21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 deren Kolben-Zylinder-Anordnung
20 wieder derart an, dass der oben beschriebene erste und zweite Schritt durchgeführt
werden. Die Schwimmstellung wird ausgeschaltet und die hintere Walzenklappe 13 wird
aus einer ersten Schwenkstellung (Fig. 3I), in der die hintere Walzenklappe schwimmend
auf dem aufgefrästen Material 25 aufliegt (h
12), nach oben in eine zweite Schwenkstellung (Fig. 3J) verschwenkt (h
22). Hierzu wird der Kolben 20A der Kolben-Zylinderanordnung 20 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19 um eine vorgegebene Wegstrecke Δa eingefahren. Daraufhin wird die Schwimmstellung
wieder eingeschaltet, so dass die hintere Walzenklappe 13 in eine dritte Schwenkstellung
(h
32) abfällt (Fig. 3K).
[0055] Die Steuereinrichtung erfasst wieder die Wegstrecke Δa, die der Kolben 20A der Kolben-Zylinder-Anordnung
20 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 beim Verschwenken von der zweiten in die
dritte Schwenkstellung eingefahren worden ist. Daraufhin wird wieder die oben beschriebene
Überprüfungsroutine durchgeführt.
[0056] Wenn die Wegstrecke Δa kleiner als der Schwellwert oder gleich dem Schwellwert ist,
d. h. die Walzenklappe 13, wie die Figuren 3I bis 3K zeigen, aus der zweiten Schenkstellung
nicht um einen Mindestbetrag zurückgefallen ist, wird nicht auf einen Gleichgewichtzustand
geschlossen und der Überprüfungszyklus wird wiederholt. Wenn die Wegstrecke Δa hingegen
größer als der Schwellwert ist, d. h. die Walzenklappe zurückgefallen ist, wird auf
einen Gleichgewichtzustand geschlossen. Der Überprüfungszyklus wird solange wiederholt
bis sich der in Fig. 3F gezeigte Gleichgewichtszustand eingestellt hat, d. h. festgestellt
wird, dass die Wegstrecke Δa größer als der Schwellwert ist.
[0057] Fig. 3L zeigt die erste Schwenkstellung (h
13), Fig. 3M die zweite Schwenkstellung (h
23) und Fig. 3N die dritte Schwenkstellung (h
33) eines weiteren Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus. Es zeigt sich, dass die Walzenklappe
13 um einen relativ großen Betrag abfällt, wobei die Wegstrecke Δa größer als der
Schwellwert ist, so dass auf einen Gleichgewichtszustand geschlossen werden kann (h
33 < h
23). Der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus wird daraufhin deaktiviert. Bei einem
alternativen Ausführungsbeispiel wird der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus aber
noch nicht deaktiviert, wenn nur einmal festgestellt wird, dass die Wegstrecke Δa
größer als der Schwellwert ist. Vielmehr wird ein weiterer Überprüfungszyklus durchgeführt,
um zu überprüfen, ob die Walzenklappe wieder um einen Betrag zurückfällt, der größer
als der Schwellwert ist.
[0058] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird auf einen Gleichgewichtszustand
auf der Grundlage eines Vergleichs des Werts der mit der dritten Schwenkstellung (Fig.
3H) korrelierenden Größe, die bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel die Wegstrecke
a
3 bzw. Δa
3 ist, mit dem Wert der mit der ersten Schwenkstellung (Fig. 3E) korrelierenden Größe,
die bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel die Wegstrecke a
1 bzw. Δa
1 ist, geschlossen. Wenn zumindest einmal ein Gleichgewichtszustand festgestellt worden
ist, wird die Überprüfungsroutine beendet und der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
wird deaktiviert. Ansonsten wird ein weiterer Überprüfungszyklus durchgeführt. Bei
dieser Ausführungsform ist die Steuereinrichtung 21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19 derart konfiguriert, dass die Wegstrecke Δa (nachfolgend als ΔA bezeichnet), um
die der Kolben 20A der Kolben-Zylinder-Anordnung 20 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung
19 zum Anheben der hinteren Walzenklappe 13 eingefahren wird, mit der Wegstrecke Δa
(nachfolgend als ΔB bezeichnet), um die der Kolben der Kolben-Zylinder-Anordnung beim
Zurückfallen der hinteren Walzenklappe ausgefahren wird, verglichen wird, d. h. der
Betrag, um den die Walzenklappe angehoben wird, wird mit dem Betrag verglichen, um
den die Fräs-/Mischwalze zurückfällt. Die Steuereinrichtung führt einen weiteren Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
durch, wenn die Wegstrecke ΔB kleiner als die Wegstrecke ΔA ist. Der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
wird deaktiviert, wenn festgestellt wird, dass die Wegstrecke ΔB gleich der Wegstrecke
ΔA oder größer als die Wegstrecke ΔA ist. Die Walzenklappe bleibt somit in der Schwimmstellung
und wird schwimmend über die Oberfläche des aufgefrästen Bodens gezogen. Bei einem
alternativen Ausführungsbeispiel wird der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus erst
dann deaktiviert, wenn die Wegstrecke ΔB in zumindest zwei aufeinanderfolgenden Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklen
gleich der Wegstrecke ΔA oder größer als die Wegstrecke ΔA ist.
[0059] Die Fig. 3G bzw. Fig. 3J zeigt die hintere Walzenklappe 13 in der zweiten Schenkstellung
und Fig. 3H bzw. Fig. 3K zeigt, dass sich die Walzenklappe gegenüber der ersten Schwenkstellung
nach oben in die dritte Schwenkstellung verschwenkt hat (h
31>h
11 bzw. h
32>h
12), da inzwischen Material nachgeströmt ist, d. h. die Walzenklappe hat sich nach Ablauf
eines vorgegebenen Zeitintervalls oder nach Zurücklegen einer vorgegebenen Wegstrecke
um einen Betrag abgesenkt, der kleiner ist als der Betrag ist, um den die Walzenklappe
angehoben worden ist, was durch den Vergleich der erfassten Wegstrecken ΔA und ΔB
festgestellt wird. Die Höhe der unteren Kante 13A der Walzenklappe 13 ist in der dritten
Schwenkstellung (Fig. 3H bzw. Fig. 3K) höher als vor dem Anheben (3E bzw. Fig. 3I).
Folglich hat sich ein Gleichgewichtszustand für den Materialfluss noch nicht eingestellt,
so dass ein weiterer Überprüfungszyklus durchgeführt wird.
[0060] Die Figuren 3L bis 3N zeigen, dass die Höhe die unteren Kante 13A der hinteren Walzenklappe
13 in der dritten Schwenkstellung (Fig. 3N) weitgehend der Höhe der Walzenklappe in
der ersten Schwenkstellung (Fig. 3L) entspricht, so dass festgestellt wird, dass sich
ein Gleichgewichtszustand eingestellt hat.
[0061] Die Steuereinrichtung 21 der Walzenklappen-Verstelleinrichtung 19 kann weiterhin
derart konfiguriert sein, dass der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus erst dann
wieder automatisch aktivierbar ist, wenn die Fräs-/Mischwalze wieder in die Null-Position
gebracht worden ist. Dadurch wird verhindert, dass nach einem nur vorübergehenden
Stillstand der Bodenfräsmaschine der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus automatisch
aktiviert wird.
1. Bodenfräsmaschine, insbesondere Stablisierer oder Recycler, welche einen Maschinenrahmen
(5) aufweist, an dem eine Fräs-/Mischwalze (3) angeordnet ist, welche in einem nach
unten offenen Walzengehäuse (8) angeordnet ist, welches eine in Arbeitsrichtung hintere
Walzenklappe (13) aufweist, welche um eine quer zur Längsrichtung des Maschinenrahmens
verlaufende Schwenkachse (14) schwenkbar ist, wobei eine Walzenklappen-Verstelleinrichtung
(19) vorgesehen ist, welche mindestens einen Aktor (20) zum Verschwenken der hinteren
Walzenklappe und eine Steuereinrichtung (21) zur Ansteuerung des mindestens einen
Aktors aufweist, so dass die untere Kante (13A) der hinteren Walzenklappe (13) in
der Höhe gegenüber dem Boden (6) verstellbar ist, wobei die Steuereinrichtung (21)
der Walzenklappen-Verstelleinrichtung (19) derart ausgebildet ist, dass der mindestens
eine Aktor (20) derart angesteuert wird, dass die hintere Walzenklappe in einer Schwimmstellung
mit einer vorgegebenen Aufstandskraft auf dem Boden aufliegt,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Walzenklappen-Verstelleinrichtung (19) einen aktivierbaren Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
vorsieht, der mindestens einen Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus umfasst, wobei
die Steuereinrichtung (21) der Walzenklappen-Verstelleinrichtung (19) derart ausgebildet
ist, dass in dem mindestens einen Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus in einem
ersten Schritt die Schwimmstellung der hinteren Walzenklappe (13) aufgehoben wird
und die hintere Walzenklappe aus einer ersten Schwenkstellung in eine zweite Schwenkstellung
nach oben verschwenkt wird, so dass die untere Kante (13A) der hinteren Walzenklappe
(13) angehoben ist, und in einem zweiten Schritt, nachdem die hintere Walzenklappe
die zweite Schwenkstellung eingenommen hat, die Schwimmstellung wieder eingestellt
wird, so dass die hintere Walzenklappe eine dritte Schwenkstellung einnimmt, in der
die untere Kante der hinteren Walzenklappe auf dem Boden (6) aufliegt.
2. Bodenfräsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus eine Überprüfungsroutine
umfasst, wobei die Steuereinrichtung (21) der Walzenklappen-Verstelleinrichtung (19)
derart ausgebildet ist, dass eine mit der dritten Schwenkstellung korrelierende Größe
mit einem Schwellwert oder eine mit der dritten Schwenkstellung korrelierenden Größe
mit dem Wert einer mit der ersten Schwenkstellung korrelierenden Größe verglichen
wird, wobei der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus auf der Grundlage des Vergleichs
des Werts der mit der dritten Schwenkstellung korrelierenden Größe mit dem Schwellwert
oder auf der Grundlage des Vergleichs des Werts der mit der dritten Schwenkstellung
korrelierenden Größe mit dem Wert der mit der ersten Schwenkstellung korrelierenden
Größe deaktiviert wird.
3. Bodenfräsmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mit der ersten und dritten Schwenkstellung korrelierende Größe eine mit der Höhe
(h) der unteren Kante (13A) der hinteren Walzenklappe (13) korrelierende Größe ist,
wobei die Steuereinrichtung (21) der Walzenklappen-Verstelleinrichtung (19) derart
ausgebildet ist, dass die Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklen so lange durchgeführt
werden, bis zumindest einmal festgestellt wird, dass die Höhe (h) der unteren Kante
(13A) der hinteren Walzenklappe (13) in der dritten Schwenkstellung gleich der Höhe
oder kleiner als die Höhe der unteren Kante der hinteren Walzenklappe in der ersten
Schwenkstellung ist.
4. Bodenfräsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Aktor der Walzenklappen-Verstelleinrichtung (19) eine an der
Walzenklappe angreifende Kolben-Zylinder-Anordnung (20) ist, wobei zur Erfassung der
mit der ersten und/oder dritten Schwenkstellung korrelierenden Größe ein die Stellung
des Kolbens (20A) der Kolben-Zylinder-Anordnung (20) erfassende Messeinheit (26),
insbesondere ein Wegstreckensensor, vorgesehen ist.
5. Bodenfräsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (21) der Walzenklappen-Verstelleinrichtung (19) derart ausgebildet
ist, dass die Schwimmstellung in dem zweiten Schritt nach Ablauf eines vorgegebenen
Zeitintervalls oder nach Zurücklegen einer vorgegebenen Wegstrecke nach der Aufhebung
der Schwimmstellung oder nach dem Verschwenken der hinteren Walzenklappe (13) in die
zweite Schwenkstellung wieder eingestellt wird.
6. Bodenfräsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Speicher (27) vorgesehen ist, in dem für unterschiedliche Frästiefen jeweils
ein Schwenkwinkel, um den die hinter Walzenklappe (13) aus der ersten in die zweite
Schwenkstellung verschwenkt wird, gespeichert ist, wobei die Steuereinrichtung (21)
der Walzenklappen-Verstelleinrichtung (19) derart ausgebildet ist, dass in Abhängigkeit
von der eingestellten Frästiefe der Schwenkwinkel aus dem Speicher (27) ausgelesen
wird.
7. Bodenfräsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (21) der Walzenklappen-Verstelleinrichtung (19) ein Bedienelement
(26) aufweist, wobei die Steuereinrichtung (21) derart ausgebildet ist, dass der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
durch Betätigung des Bedienelements (26) aktiviert wird.
8. Bodenfräsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, die Steuereinrichtung (21) der Walzenklappen-Verstelleinrichtung (19) derart ausgebildet
ist, dass der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus aktiviert wird, wenn die Bodenfräsmaschine
nach dem Anfahren eine vorgegebene Wegstrecke zurückgelegt hat oder nach dem Anfahren
der Bodenfräsmaschine ein vorgegebenes Zeitintervall abgelaufen ist.
9. Bodenfräsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenfräsmaschine eine Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung (16) aufweist, die
derart ausgebildet ist, dass die Höhe der Fräs-/Mischwalze (9) gegenüber dem Maschinenrahmen
(5) einstellbar ist, so dass die Frästiefe veränderbar ist, wobei die Steuereinrichtung
(21) der Walzenklappen-Verstelleinrichtung (19) derart ausgebildet ist, dass der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus
aktiviert wird, wenn die Fräs-/Mischwalzen-Verstelleinrichtung (16) die Frästiefe
während des Fräsbetriebs um einen vorgegebenen Wert erhöht hat und nach der Erhöhung
der Frästiefe ein vorgegebenes Zeitintervall abgelaufen ist oder die Bodenfräsmaschine
eine vorgegebene Wegstrecke zurückgelegt hat.
10. Verfahren zum Betreiben einer Bodenfräsmaschine, insbesondere Stablisierer oder Recycler,
welche einen Maschinenrahmen aufweist, an dem eine Fräs-/Mischwalze angeordnet ist,
welche in einem nach unten offenen Walzengehäuse angeordnet ist, welches eine in Arbeitsrichtung
hintere Walzenklappe aufweist, welche um eine quer zur Längsrichtung des Maschinenrahmens
verlaufende Schwenkachse schwenkbar ist, so dass die untere Kante der hinteren Walzenklappe
in der Höhe gegenüber dem Boden verstellbar ist, wobei die Bodenfräsmaschine derart
betrieben wird, dass die hintere Walzenklappe in einer Schwimmstellung mit einer vorgegebenen
Aufstandskraft auf dem Boden aufliegt,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Walzenklappen-Korrekturmodus aktiviert wird, welcher mindestens einen Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus
umfasst, wobei in dem mindestens einen Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus in einem
ersten Schritt die Schwimmstellung der hinteren Walzenklappe aufgehoben wird und die
hintere Walzenklappe aus einer ersten Schwenkstellung in eine zweite Schwenkstellung
nach oben verschwenkt wird, so dass die untere Kante der hinteren Walzenklappe angehoben
ist, und in einem zweiten Schritt, nachdem die hintere Walzenklappe die zweite Schwenkstellung
eingenommen hat, die Schwimmstellung wieder eingestellt wird, so dass die hintere
Walzenklappe eine dritte Schwenkstellung einnimmt, in der die untere Kante der hinteren
Walzenklappe auf dem Boden aufliegt.
11. Verfahren zum Betreiben einer Bodenfräsmaschine nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklus eine Überprüfungsroutine
umfasst, in welcher eine mit der dritten Schwenkstellung korrelierende Größe mit einem
Schwellwert oder eine mit der dritten Schwenkstellung korrelierenden Größe mit dem
Wert einer mit der ersten Schwenkstellung korrelierenden Größe verglichen wird, wobei
der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus auf der Grundlage des Vergleichs des Werts
der mit der dritten Schwenkstellung korrelierenden Größe mit dem Schwellwert oder
auf der Grundlage des Vergleichs des Werts der mit der dritten Schwenkstellung korrelierenden
Größe mit dem Wert der mit der ersten Schwenkstellung korrelierenden Größe deaktiviert
wird.
12. Verfahren zum Betreiben einer Bodenfräsmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die mit ersten und zweiten Schwenkstellung korrelierende Größe eine mit der Höhe
der unteren Kante der hinteren Walzenklappe korrelierende Größe ist, und dass die
Walzenklappenstellungs-Korrekturzyklen so lange durchgeführt werden, bis zumindest
einmal festgestellt wird, dass die Höhe (H) der unteren Kante (13A) der hinteren Walzenklappe
(13) in der dritten Schwenkstellung gleich der Höhe oder kleiner als die Höhe der
unteren Kante der hinteren Walzenklappe in der ersten Schwenkstellung ist.
13. Bodenfräsmaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwimmstellung in dem zweiten Schritt nach Ablauf eines vorgegebenen Zeitintervalls
oder nach Zurücklegen einer vorgegebenen Wegstrecke nach der Aufhebung der Schwimmstellung
oder nach dem Verschwenken der hinteren Walzenklappe in die dritte Schwenkstellung
wieder eingestellt wird.
14. Bodenfräsmaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit von der eingestellten Frästiefe der Schwenkwinkel, um den die hinter
Walzenklappe aus der ersten in die zweite Schwenkstellung verschwenkt wird, aus einem
Speicher ausgelesen wird, in dem für unterschiedliche Frästiefen jeweils ein Schwenkwinkel
gespeichert ist.
15. Verfahren zum Betreiben einer Bodenfräsmaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus aktiviert wird, wenn die Bodenfräsmaschine
nach dem Anfahren eine vorgegebene Wegstrecke zurückgelegt hat oder nach dem Anfahren
ein vorgegebenes Zeitintervall abgelaufen ist, oder
der Walzenklappenstellungs-Korrekturmodus aktiviert wird, wenn während des Fräsbetriebs
die Frästiefe um einen vorgegebenen Wert erhöht worden ist und nach der Erhöhung der
Frästiefe ein vorgegebenes Zeitintervall abgelaufen ist oder die Bodenfräsmaschine
eine vorgegebene Wegstrecke zurückgelegt hat.