1. Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine integral ausgebildete Einbauspindel angepasst
an einen Drahtgewindeeinsatz, einen Nachrüstsatz für ein Installationswerkzeug mit
einer Mehrzahl von derartigen Einbauspindeln, ein Installationswerkzeug bestehend
aus einem Antriebsmodul und einer integral ausgebildeten Einbauspindel sowie ein Installationsverfahren
eines Drahtgewindeeinsatzes mit zurückbiegbarem, nicht entfernbarem Mitnehmerzapfen
mithilfe des oben genannten Installationswerkzeugs.
2. Hintergrund der Erfindung
[0002] Im Stand der Technik sind verschiedene technische Lösungen zum Einbau eines Drahtgewindeeinsatzes
in einer Gewindebohrung bekannt. Die zur Installation des Drahtgewindeeinsatzes in
der Gewindebohrung verwendete Einbauspindel richtet sich nach der konstruktiven Ausgestaltung
des zu installierenden Drahtgewindeeinsatzes. Denn die verschiedenen Konstruktionen
von Drahtgewindeeinsätzen weisen beispielsweise einen radial einwärts ragenden gerade
ausgebildeten Einbauzapfen auf, der nach der Installation aus der Konstruktion des
Drahtgewindeeinsatzes ausgebrochen wird. Eine weitere Konstruktion sieht vor, den
Drahtgewindeeinsatz mit einer radial einwärts angeordneten Kerbe bereitzustellen.
In diese Kerbe greift ein entsprechender Mitnehmer ein, um den Drahtgewindeeinsatz
in das Innengewinde einzuschrauben. Diese Konstruktion erfordert nicht, dass nach
der Installation des Drahtgewindeeinsatzes ein Einbauzapfen entfernt werden muss.
Eine weitere konstruktive Alternative eines Drahtgewindeeinsatzes weist einen radial
einwärts gebogenen Einbauzapfen mit oder ohne Kerbe auf. Dieser Einbauzapfen wird
nach abgeschlossener Installation radial auswärts in das Innengewinde der Gewindebohrung
zurückgebogen.
[0003] Aufgrund der verschiedenen technischen Lösungen von Drahtgewindeeinsätzen variiert
auch die Zahl der im Stand Technik bekannten Konstruktionen von Einbauspindeln zur
Installation des jeweiligen Drahtgewindeeinsatzes in der Gewindebohrung eines Bauteils.
[0004] DE 699 03 965 T2 beschreibt eine Einbauspindel mit einem parallel zum Durchmesser der Einbauspindel
verlaufenden Schlitz zur Aufnahme eines Einbauzapfens des Drahtgewindeeinsatzes. Aufgrund
der Anordnung des Schlitzes am Funktionsende der Einbauspindel ist die axiale Stirnseite
der Einbauspindel am Funktionsende in zwei axiale Fortsätze aufgeteilt. Diese beiden
einander gegenüberliegenden axialen Fortsätze weisen jeweils abgeschrägte Bereiche
auf. Der abgeschrägte Bereich des einen axialen Fortsatzes ist radial nach außen geneigt
angeordnet. Er erleichtert das Einschnappen des radial einwärts gebogenen Einbauzapfens
des Drahtgewindeeinsatzes. Der zweite axiale Fortsatz der Einbauspindel weist eine
schräge Ebene auf, die vom zweiten axialen Fortsatz radial einwärts in Richtung Spalt
zur Zapfenaufnahme geneigt ist. Diese schräge Ebene hat die Funktion, ein Lösen des
Einbauzapfens aus dem zentralen Spalt am Funktionsende der Einbauspindel zu erleichtern,
sobald die Einbauspindel nach abgeschlossener Installation des Drahtgewindeeinsatzes
aus dem Drahtgewindeeinsatz entfernt werden soll. Somit dient diese Konstruktion der
Einbauspindel aufgrund ihres zentralen Spalts am Funktionsende dazu, einen radial
einwärts ragenden Einbauzapfen für die Installation zu nutzen, jedoch nach der Installation
nicht zu verändern.
[0005] Gemäß
JP 2008 0 38937 A weist der einzubauende Drahtgewindeeinsatz ebenfalls einen gerade radial einwärts
ragenden Einbauzapfen auf. Die Spindel oder ein Gewindebolzen besitzt an der axialen
Stirnseite des Funktionsendes der Spindel einen radial orientierten axialen Hinterschnitt.
Sobald die Spindel in den Drahtgewindeeinsatz eingeschraubt wird, verhakt sich der
Einbauzapfen an diesem axialen Hinterschnitt. Damit bilden Einbauspindel und Drahtgewindeeinsatz
eine drehfeste Verbindung, sodass der Drahtgewindeeinsatz in die Gewindebohrung eingeschraubt
werden kann. Selbst bei einer Rückwärtsdrehung der Gewindespindel oder des Gewindebolzens
wird der Einbauzapfen nicht verändert. Lediglich führt die Rückwärtsdrehung dazu,
dass der axiale Hinterschnitt und der Einbauzapfen außer Eingriff geraten.
[0006] US 3,348,293 offenbart eine Einbauspindel für einen Drahtgewindeeinsatz, der einen radial einwärts
gebogenen bogenförmigen Einbauzapfen aufweist. Der Einbauzapfen weist eine Sollbruchstelle
auf, sodass nach erfolgter Installation des Drahtgewindeeinsatzes in einem Innengewinde
der Einbauzapfen aus dem Drahtgewindeeinsatz herausgebrochen werden kann. Die Einbauspindel
wiederum besitzt an ihrem Funktionsende eine Mitnahmeschulter, die gegenüber dem Scheitelpunkt
zwischen Einbauzapfen und übrigem Drahtgewindeeinsatz in die Biegung des Drahtgewindeeinsatzes
eingreift. Auf diese Weise entsteht eine drehfeste Verbindung zwischen der Einbauspindel
und dem Drahtgewindeeinsatz, sodass der Drahtgewindeeinsatz in das Innengewinde eingeschraubt
werden kann. Wird die Einbauspindel entgegen der Eindrehrichtung gedreht, erzielt
man damit ein Herausschrauben der Einbauspindel aus dem installierten Drahtgewindeeinsatz.
Sobald dies erfolgt ist, kann der über die Sollbruchstelle verbundene Einbauzapfen
abgetrennt werden.
[0007] Die oben beschriebenen technischen Lösungen zum Einbau eines Drahtgewindeeinsatzes
mit einem lösbaren Einbauzapfen haben den Nachteil, dass der gelöste Einbauzapfen
entweder nach erfolgter Installation und Lösung eingesammelt werden muss oder im Bauteil
verbleibt. Das Verbleiben des gelösten Einbauzapfens im Bauteil kann zu Störungen,
Geräuschen oder Blockaden bei der weiteren Montage des Bauteils führen.
[0008] EP 3 212 361 B1 offenbart eine Einbauspindel für einen Drahtgewindeeinsatz mit einem zurückbiegbaren
Einbauzapfen. Dieser zurückbiegbare Einbauzapfen weist an einer radialen Innenseite
eine Installationskerbe auf, in welche die Einbauspindel zum Eindrehen des Drahtgewindeeinsatzes
in das Innengewinde der Gewindebohrung eingreift. Die Einbauspindel weist an der axialen
Stirnseite des Installationsendes einen axialen Fortsatz auf. Dieser axiale Fortsatz
nutzt entlang einer umfänglichen Erstreckung einen längenreduzierten Gewindegang zur
Führung des Drahtgewindeeinsatzes. In Einbaurichtung am Anfang des längenreduzierten
Gewindegangs ist eine Mitnehmerkante vorgesehen, die in die radial innen angeordnete
Kerbe des Drahtgewindeeinsatzes eingreift. Die Mitnehmerkante erstreckt sich parallel
zur Längsachse der Einbauspindel, um den verlässlichen Eingriff in die Mitnehmerkerbe
des Drahtgewindeeinsatzes sicherzustellen. An dem gegenüberliegenden Ende des längenreduzierten
Gewindegangs des axialen Fortsatzes ist eine kreisbogenförmig ausgebildete Aufbiegeschulter
vorgesehen. Die Aufbiegeschulter greift bei Drehung der Installationsspindel entgegen
der Einbaurichtung an dem Einbauzapfen an und drückt diesen radial auswärts in das
Innengewinde der Gewindeöffhung. Diese Konstruktion der Einbauspindel hat den Nachteil,
dass sie nur in Kombination mit einem Drahtgewindeeinsatz mit radial innenliegender
Mitnehmerkerbe verwendet werden kann. Andernfalls bestünde keine Möglichkeit für die
Mitnehmerkante der Einbauspindel, den Drahtgewindeeinsatz zu greifen und in die Gewindeöffnung
einzudrehen.
[0009] Das
europäische Patent 2 637 825 B1 offenbart einen Drahtgewindeeinsatz zum Einbau in einem Aufnahmegewinde eines Bauteils.
Dieser Drahtgewindeeinsatz weist einen über einen Biegebereich in ein Inneres der
Wände des Drahtgewindeeinsatzes ragenden Mitnehmerzapfen auf. Der Mitnehmerzapfen
ist untrennbar mit der Wendel des Drahtgewindeeinsatzes verbunden. Der radial einwärts
gebogene Mitnehmerzapfen zeichnet sich dadurch aus, dass er durch ein geeignetes Werkzeug
in ein Aufnahmegewinde einer Gewindebohrung zurückbiegbar ist. Zur verlässlichen Installation
dieses Drahtgewindeeinsatzes mit einem zurückbiegbarem Mitnehmerzapfen beschreibt
das oben genannte europäische Patent ein Installationswerkzeug, welches an einem Funktionsende
der Einbauspindel speziell ausgebildet ist. An einer in Einbaurichtung zeigenden axialen
Stirnseite der Einbauspindel ragen zwei getrennt voneinander angeordnete axiale Fortsätze
aus der axialen Stirnseite vor. Zwischen diesen axialen Fortsätzen ist ein Aufnahmespalt
gebildet, in dem eine radial bewegbare Stauchklinge angeordnet ist. Gemeinsam bilden
die beiden axialen Fortsätze sowie die zwischengeordnete bewegbare Stauchklinge durch
ihre radialen Außenseiten einen längenreduzierten Gewindegang zur Führung eines Teils
des Drahtgewindeeinsatzes. Während der in Eindrehrichtung vorn angeordnete axiale
Fortsatz eine Mitnehmerschulter angreifend an den Mitnehmerzapfen des Drahtgewindeeinsatzes
bildet, dient der zweite axiale Fortsatz, der in Drehrichtung gesehen am Ende des
längenreduzierten Gewindegangs angeordnet ist, als eine Rückbiegeschulter für das
Rückbiegen des Mitnehmerzapfens in das Aufnahmegewinde der Gewindebohrung. Die zwischen
den beiden axialen Fortsätzen angeordnete Stauchklinge ist derart in radialer Richtung
bewegt, dass sie in einer radial äußeren Position den längenreduzierten Gewindegang
blockiert, um den Mitnehmerzapfen während des Zurückbiegens stauchen zu können.
[0010] Die konstruktiv komplexe Installationsspindel zum Einbau des Drahtgewindeeinsatzes
mit zurückbiegbarem Einbauzapfen muss geeignet angesteuert werden, um alle konstruktiven
Merkmale während des Einbaus des Drahtgewindeeinsatzes anwenden zu können.
[0011] Im Hinblick auf die bekannte Konstruktion einer Einbauspindel für einen Drahtgewindeeinsatz
mit zurückbiegbarem Einbauzapfen gemäß
EP 2 637 825 B1 ist es die Aufgabe vorliegender Erfindung, eine alternative Konstruktion einer Einbauspindel
für einen Drahtgewindeeinsatz mit zurückbiegbarem Einbauzapfen mit einer hohen Standzeit
bereitzustellen.
3. Zusammenfassung der Erfindung
[0012] Die obige Aufgabe wird gelöst durch eine integral ausgebildete Einbauspindel gemäß
dem unabhängigen Patentanspruch 1, einen Nachrüstsatz für ein Installationswerkzeug
mit Antriebsmodul und lösbarer Einbauspindel mit mindestens zwei integral ausgebildeten
Einbauspindeln gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 9, ein Installationswerkzeug
mit der integral ausgebildeten Einbauspindel gemäß dem unabhängigen Patentanspruch
10 sowie durch ein Installationsverfahren eines Drahtgewindeeinsatzes mit Hilfe des
erfindungsgemäßen Installationswerkzeugs gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 11.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterentwicklungen vorliegender Erfindung ergeben
sich aus der folgenden Beschreibung, den begleitenden Zeichnungen und den anhängenden
Patentansprüchen.
[0013] Vorliegende Erfindung offenbart eine integral ausgebildete Einbauspindel angepasst
an einen Drahtgewindeeinsatz, der eine zylindrische Wendel mit einer Mehrzahl von
schraubenförmig gewickelten Windungen eines Drahts aufweist, in der eine erste Windung
einen über einen Biegebereich in ein Inneres der Wendel ragenden vorzugsweise bogenförmigen
Mitnehmerzapfen ohne Mitnehmerkerbe umfasst, mit der der Drahtgewindeeinsatz in einer
Eindrehrichtung in eine Gewindebohrung eines Bauteils eindrehbar ist. Die erfindungsgemäße
Einbauspindel weist die folgenden Merkmale auf: ein Antriebs- und Halteende zum Drehen
und Halten der Einbauspindel in einem Einbauwerkzeug und ein Funktionsende zum Installieren
des Drahtgewindeeinsatzes in einer Gewindebohrung eines Bauteils, von einer axialen
Stirnseite der Einbauspindel an dem Funktionsende steht ein axialer Fortsatz in Richtung
einer Längsachse der Einbauspindel vor, der entlang einer Umfangserstreckung der Einbauspindel
durch eine bogenförmige radiale Außenseite in einem Drehwinkel α aus einem Bereich
von 30 °≤ α ≤ 180 ° begrenzt ist, bezogen auf die Eindrehrichtung weist der axiale
Fortsatz beginnend an einem vorderen Ende der bogenförmigen radialen Außenseite eine
Auflaufschräge auf, die sich in axialer Richtung der Einbauspindel ansteigend auf
dem axialen Fortsatz erstreckt, und bezogen auf die Eindrehrichtung fällt der axiale
Fortsatz an einem hinteren Ende der bogenförmigen radialen Außenseite in einer axialen
Rückbiegefläche axial ab, die radialähnlich angeordnet ist.
[0014] Die erfindungsgemäße integral ausgebildete Einbauspindel ist als robuste einteilig
ausgebildete Einbauspindel konstruiert, die in einem Einbauwerkzeug für Drahtgewindeeinsätze
austauschbar einsetzbar ist. Im Vergleich zu bekannten Einbauspindeln für Drahtgewindeeinsätze
mit zurückbiegbarem Einbauzapfen ist die vorliegende Einbauspindel aufgrund der Einteiligkeit
robuster im Einsatz und zeichnet sich somit durch eine höhere Standfestigkeit bzw.
Lebensdauer im Vergleich zu mehrteiligen Einbauspindeln aus.
[0015] Zentrales Element der Einbauspindel ist an einem Funktionsende der Einbauspindel,
also dem Ende, auf welches der einzubauende Drahtgewindeeinsatz mit zurückbiegbarem
Einbauzapfen aufgespindelt oder aufgesteckt wird, ein axialer Fortsatz, der an der
axialen Stirnseite der Einbauspindel an deren Funktionsende angeordnet ist. Dieser
vorzugsweise nur eine axiale Fortsatz ist in seiner Form derart ausgebildet, dass
er nach dem Aufspindeln des Drahtgewindeeinsatzes mit zurückbiegbarem Einbauzapfen
mit diesem eine drehfeste Verbindung bildet. Zu diesem Zweck schnappt beim Aufspindeln
des Drahtgewindeeinsatzes der zurückbiegbare Einbauzapfen über den axialen Fortsatz,
bis er sich an diesem nach weiterer Umdrehung der Einbauspindel drehfest verhakt.
Diese drehfeste, formschlüssige Verbindung sorgt für ein problemloses ein Drehen bzw.
Einschrauben des Drahtgewindeeinsatzes in das Innengewinde der Gewindebohrung eines
Bauteils.
[0016] Um den radial einwärts gebogenen Einbauzapfen problemlos an dem axialen Fortsatz
verhaken oder verankern zu können, gleitet dieser die Auflaufschräge in axialer Richtung
der Einbauspindel hinauf, bis er am Ende der Auflaufschräge von dem axialen Fortsatz
wieder abrutscht. Auf diese Weise bildet die streifenförmig ausgebildete Auflaufschräge
die Vorbereitung für eine federnde Schnappverbindung zwischen dem radial einwärts
gebogenen, zurückbiegbaren Einbauzapfen und dem axialen Fortsatz an der axialen Standfläche
der Einbauspindel.
[0017] Nach erfolgtem Einbau des Drahtgewindeeinsatzes ist die Einbauspindel durch Drehen
entgegen der Einbaudrehrichtung aus dem Drahtgewindeeinsatz entfernbar. Neben dem
Entfernen der Einbauspindel aus dem Drahtgewindeeinsatz sorgt diese Rückwärtsdrehung
der Einbauspindel gleichzeitig für ein Zurückbiegen des zurückbiegbaren Einbauzapfens
in das Innengewinde der Gewindebohrung. Da bevorzugt der axiale Fortsatz am der Auflaufschräge
gegenüberliegenden Ende in einer Rückbiegefläche ausläuft, drückt diese Rückbiegefläche
den Einbauzapfen bei einer Rückdrehung der Einbauspindel radial nach außen in Richtung
Innengewinde der Gewindebohrung. Somit stellt der vorzugsweise nur eine axiale Fortsatz
an der axialen Stirnseite der Einbauspindel einen multifunktionalen, axialen Fortsatz
dar. Dieser multifunktionale Fortsatz unterstützt den Einbauvorgang des Drahtgewindeeinsatzes
in die Gewindebohrung durch seine streifenflächenähnliche Auflaufschräge und beendet
zudem den Einbauvorgang durch ein Zurückbiegen des Einbauzapfens in das Innengewinde
der Gewindebohrung mithilfe der Rückbiegefläche.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform vorliegender Erfindung weist der axiale Fortsatz
mindestens einen in Umfangsrichtung längenreduzierten Gewindegang auf.
[0019] Wie bereits oben erwähnt worden ist, steht der axiale Fortsatz von der axialen Stirnseite
am Funktionsende der Einbauspindel vor. Die radiale Außenseite des axialen Fortsatzes
erstreckt sich in Umfangsrichtung der Einbauspindel. Zudem setzt sich bevorzugt das
Gewinde am Funktionsende der Einbauspindel auch an der radialen Außenseite in Form
eines bevorzugt längenreduzierten Gewindegangs in Umfangsrichtung des axialen Fortsatzes
fort. Vorzugsweise weist der axiale Fortsatz in Abhängigkeit von seiner axialen Höhe,
d. h. seinem Überstand über die axiale Stirnseite der Einbauspindel, einen oder zwei
Gewindegänge an seiner bogenförmig ausgebildeten radialen Außenseite auf. Es ist ebenfalls
bevorzugt, mehr als zwei längenreduzierte Gewindegänge vorzusehen, sollten diese die
Installation und/oder das Entfernen der Einbauspindel aus einem installierten Drahtgewindeeinsatz
mit zurückbiegbarem Einbauzapfen unterstützen.
[0020] Weiter bevorzugt steht der axiale Fortsatz am Funktionsende der Einbauspindel einzeln
an der axialen Stirnseite axial vor.
[0021] Zudem ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass der axiale Fortsatz weniger als 40 %
der axialen Stirnseite am Funktionsende einnimmt.
[0022] Um die multifunktionale Wirkung des axialen Fortsatzes sicherzustellen, nimmt dieser
vorzugsweise eine Fläche von weniger als 50 % der axialen Stirnseite am Funktionsende
der Einbauspindel ein. Dieser Flächenanteil, der auch auf 25-35 % reduziert werden
kann, ist ausreichend, um die drehfeste Einbauhalterung des Drahtgewindeeinsatzes
am axialen Fortsatz zu realisieren sowie um den zurückbiegbaren Einbauzapfen bei der
Deinstallation der Einbauspindel wirkungsvoll und ausreichend in das Innengewinde
der Gewindebohrung zurückzubiegen.
[0023] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung vorliegender Erfindung weist der axiale Fortsatz
an der radialen Außenseite zwei längenreduzierte Gewindegänge auf, die in mindestens
einer der folgenden Größen unterschiedlich ausgebildet sind: umfängliche Länge, Kerndurchmesser
und Steigung.
[0024] Um ein effektives Aufspindeln des Drahtgewindeeinsatzes mit zurückbiegbarem Einbauzapfen
und damit ein wirkungsvolles Verankern des Einbauzapfens zum Eindringen des Drahtgewindeeinsatzes
in die Gewindebohrung zu gewährleisten, sind vorzugsweise an der in Umfangsrichtung
verlaufenden radialen Außenseite zwei längenreduzierte Gewindegänge vorgesehen. Während
des Aufspindelns des Drahtgewindeeinsatzes auf das Funktionsende der Einbauspindel
dienen die längenreduzierten Gewindegänge der Führung der Drahtwendel des Drahtgewindeeinsatzes.
Sobald sich der zurückbiegbare Einbauzapfen am axialen Fortsatz drehfest hält, wird
dieser Halt ebenfalls durch den Verlauf der Drahtwendel des Drahtgewindeeinsatzes
in zumindest einem der längenreduzierten Gewindegänge unterstützt.
[0025] Während diese Unterstützung den Einlaufvorgang stabilisiert, sorgt eine bestimmte
Formgebung der längenreduzierten Gewindegänge für ein effektives Zurückbiegen des
zurückbiegbaren Einbauzapfens in das Innengewinde der Gewindebohrung. Zu diesem Zweck
werden beispielsweise der Kerndurchmesser und/oder die Steigung der beiden längenreduzierten
Gewindegänge im Vergleich zu dem übrigen Gewinde der Einbauspindel anders ausgestaltet.
Alternativ dazu werden der Kerndurchmesser und/oder die Steigung nur eines längenreduzierten
Gewindegangs im Vergleich zu dem übrigen Gewinde der Einbauspindel anders ausgestaltet.
So unterstützt vorzugsweise ein größerer Kerndurchmesser nur des axial äußeren längenreduzierten
Gewindegangs oder beider längenreduzierter Gewindegänge ein Zurückbiegen des zurückbiegbaren
Einbauzapfens in das Innengewinde der Gewindebohrung.
[0026] Zudem ist es bevorzugt, eine im Vergleich zu dem übrigen Gewinde der Einbauspindel
größere Steigung eines oder beider längenreduzierter Gewindegänge zu nutzen, um ein
Zurückbiegen des zurückbiegbaren Einbauzapfens in das Innengewinde der Gewindebohrung
zu unterstützen.
[0027] Mithilfe der Variation der umfänglichen Länge, vorzugsweise einer Vergrößerung der
umfänglichen Länge, mindestens eines längenreduzierten Gewindegangs wird ebenfalls
bevorzugt eine zusätzliche Führung der Wendel des Drahtgewindeeinsatzes durch den
axialen Fortsatz sichergestellt.
[0028] Vorzugsweise hat der axial äußere längenreduzierte Gewindegang im Vergleich zu dem
benachbarten längenreduzierten Gewindegang einen größeren Kerndurchmesser und/oder
eine größere Steigung.
[0029] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform vorliegender Erfindung weist der
axiale Fortsatz in axialer Richtung zwischen der axialen Stirnseite des Funktionsendes
und dem vorderen Ende der Auflaufschräge einen Axialsteg als eine Mitnahmeschulter
auf, die angepasst ist, um einen Drahtgewindeeinsatz beim Eindrehen in eine Gewindebohrung
drehfest zu halten.
[0030] Während des Aufspindelns des Drahtgewindeeinsatzes auf das Funktionsende der Einbauspindel
wird bevorzugt der axiale Fortsatz aus einem Inneren des Drahtgewindeeinsatzes in
axialer Richtung herausgeschraubt. Sofern der axiale Fortsatz nur geringfügig über
das Innere des Drahtgewindeeinsatzes hinausragen sollte, gleitet der zurückbiegbare
Einbauzapfen entlang der Auflaufschräge auf dem axialen Fortsatz ab und das Einschrauben
der Einbauspindel in den Drahtgewindeeinsatz bzw. das Aufspindeln des Drahtgewindeeinsatzes
auf das Funktionsende der Einbauspindel wird fortgesetzt. Sobald der axiale Fortsatz
bevorzugt ausreichend weit aus dem Inneren des Drahtgewindeeinsatzes hervorragt, kann
der Einbauzapfen nicht mehr auf die Auflaufschräge auflaufen und dort über den axialen
Fortsatz gleiten. Stattdessen bleibt der zurückbiegbare Einbauzapfen an der bevorzugten
Mitnahmeschulter bzw. dem dafür vorgesehenen Axialsteg hängen und bildet auf diese
Weise eine drehfeste Verbindung zwischen dem Funktionsende der Einbauspindel und dem
aufgespindelten Drahtgewindeeinsatz. Somit bilden die Mitnehmerschulter bzw. der Axialsteg,
welcher zwischen dem Beginn der Auflaufschräge und der angrenzenden axialen Stirnseite
der Einbauspindel angeordnet ist, eine formschlüssige Verbindung mit dem Einbauzapfen,
der ein weiteres Aufspindeln des Drahtgewindeeinsatzes auf das Funktionsende der Einbauspindel
verhindert.
[0031] Ebenfalls erfindungsgemäß bevorzugt schließt die axiale Rückbiegefläche mit der angrenzenden
axialen Stirnseite des Funktionsendes einen Winkel β im Bereich von 65° ≤ β ≤ 90°
ein.
[0032] Am in Umfangsrichtung gegenüberliegenden Ende des axialen Fortsatzes ist die axiale
Rückbiegefläche für ein bevorzugtes Zurückbiegen des Einbauzapfens in das Innengewinde
der Gewindebohrung vorgesehen. Um den Halt des Einbauzapfens bzw. das Abstützen des
Einbauzapfens an der Rückbiegefläche zu unterstützen und ein Überschnappen des zurückbiegbaren
Einbauzapfens über die Rückbiegefläche in Richtung Auflaufschräge zu vermeiden, bildet
die axiale Rückbiegefläche einen Winkel von kleiner 90° im Vergleich zur axialen Stirnseite
der Einbauspindel. Auf diese Weise wird bevorzugt der zurückbiegbare Einbauzapfen
in einem spitzen Winkel zwischen Rückbiegefläche und axialer Stirnseite der Einbauspindel
gehalten, während er in entgegengesetzter Richtung zum Eindrehen des Drahtgewindeeinsatzes
in das Innengewinde der Gewindebohrung gebogen wird.
[0033] Vorliegende Erfindung umfasst zudem einen Nachrüstsatz für ein Installationswerkzeug
eines Drahtgewindeeinsatzes mit einem miteinander lösbar verbindbaren Antriebsmodul
und einer Einbauspindel, der als austauschbare Einbauspindeln mindestens zwei integral
ausgebildete Einbauspindeln gemäß einem der oben beschriebenen Ausführungsformen aufweist,
die sich in einer Konstruktion und/oder Dimension der Einbauspindel unterscheiden.
[0034] Zudem umfasst vorliegende Erfindung ein Installationswerkzeug, insbesondere ein manuelles
Installationswerkzeug oder einen Einbauautomat, eines Drahtgewindeeinsatzes mit einem
miteinander lösbar verbindbaren Antriebsmodul und einer integral ausgebildeten Einbauspindel
gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungsformen.
[0035] Die oben beschriebene integral ausgebildete Einbauspindel mit ihren unterschiedlichen
konstruktiven Ausgestaltungen wird innerhalb eines Installationswerkzeugs zum Installieren
von Drahtgewindeeinsätzen verwendet. Zu derartigen Installationswerkzeugen zählen
einerseits manuell genutzte Installationswerkzeuge. Derartige Installationswerkzeuge
werden von einem Werker manuell angeordnet, zur Gewindeöffnung orientiert und danach
löst der Werker durch Betätigung entsprechender Schaltelemente das Eindrehen des Drahtgewindeeinsatzes
in die Gewindebohrung aus. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung eines Installationswerkzeugs
wird die integral ausgebildete Einbauspindel in einem Einbauautomaten für Drahtgewindeeinsätze
verwendet. Derartige Einbauautomaten arbeiten automatisch. Das bedeutet, dass über
eine maschinelle Zufuhr des Drahtgewindeeinsatzes auf der Einbauspindel angeordnet
wird. Über eine weitere maschinelle Zufuhr wird das Bauteil mit Gewindeöffnung passend
in Einbaurichtung unterhalb des Installationswerkzeugs angeordnet. Nachdem diese Arbeitsschritte
abgeschlossen und entsprechend an eine zentrale Steuerung signalisiert worden sind,
stellt die integral ausgebildete Einbauspindel mit aufgespindeltem Drahtgewindeeinsatz
in Richtung der Gewindeöffnung zu, und dreht dort den Drahtgewindeeinsatz in die Gewindeöffnung
ein.
[0036] Vorliegende Erfindung offenbart des Weiteren ein Installationsverfahren eines Drahtgewindeeinsatzes
mit zurückbiegbarem, nicht entfernbarem Mitnehmerzapfen ohne Mitnehmerkerbe mit Hilfe
eines erfindungsgemäß bevorzugten Installationswerkzeugs in einem Aufnahmegewinde
eines Bauteils, das die folgenden Schritte aufweist: Aufspindeln oder Aufstecken des
Drahtgewindeeinsatzes auf das Funktionsende der integral ausgebildeten Einbauspindel
des Installationswerkzeugs derart, dass der Mitnehmerzapfen formschlüssig an dem axialen
Fortsatz der Einbauspindel koppelt und den Drahtgewindeeinsatz drehfest mit der Einbauspindel
verbindet, Einschrauben des Drahtgewindeeinsatzes in das Aufnahmegewinde durch Drehen
der Einbauspindel in eine erste Drehrichtung, Zurückbiegen des Mitnehmerzapfens in
das Aufnahmegewinde durch Drehen der Einbauspindel in eine zweite, der ersten entgegengesetzten
Drehrichtung, wobei die axiale Rückbiegefläche des axialen Fortsatzes den Mitnehmerzapfen
verformt, und Ausspindeln oder Entfernen der Einbauspindel aus dem Drahtgewindeeinsatz
mit zurückgebogenem Mitnehmerzapfen.
[0037] Das erfindungsgemäße Installationsverfahren für den Drahtgewindeeinsatz mit zurückbiegbarem
Einbauzapfen unter Verwendung der integral ausgebildeten Einbauspindel baut auf dem
Installationsverfahren gemäß dem
europäischen Patent 3 212 361 B1 auf. Im Unterschied zum Stand der Technik dient allein die integral ausgebildete
Einbauspindel zum Eindrehen des Drahtgewindeeinsatzes und zum Zurückbiegen des Einbauzapfens
in das Innengewinde der Gewindebohrung. Somit reduziert sich die gesamte Funktionalität
der integral ausgebildeten Einbauspindel auf die Wechselwirkung zwischen dem bevorzugt
nur einen axialen Fortsatz an der axialen Stirnseite des Funktionsendes der Einbauspindel.
Denn der axiale Fortsatz dient einerseits der Herstellung einer drehfesten formschlüssigen
Verbindung zwischen dem Drahtgewindeeinsatz und der Einbauspindel. Diese formschlüssige
Verbindung stellt sicher, dass der Drahtgewindeeinsatz in die gewünschte Tiefe der
Gewindebohrung eingeschraubt werden kann. Sobald diese Tiefe erreicht ist, ist wiederum
die Formgestaltung des axialen Fortsatzes ausreichend, um den zurückbiegbaren Einbauzapfen
bleibend in das Innengewinde der Gewindebohrung zurückzubiegen. Bei diesem Vorgang
kommt es somit allein auf die Rückbiegefläche des axialen Fortsatzes an, um die Installation
des Drahtgewindeeinsatzes in der Gewindebohrung abzuschließen. Es ist daher nicht
erforderlich, eine extra Stauchklinge radial auswärts in den Gewindegang der Einbauspindel
zu bewegen, um den zurückbiegbaren Einbauzapfen in das Innengewinde zurückzubiegen.
[0038] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Installationsverfahrens erfolgt ein
radiales Zurückbiegen des Mitnehmerzapfens durch eine Aufbiegeschulter oder einen
zweiten Gewindebereich mit vergrößertem Kerndurchmesser im Vergleich zu einem ersten
Gewindebereich am Funktionsende der Einbauspindel.
4. Kurze Beschreibung der begleitenden Zeichnungen
[0039] Die bevorzugten Ausführungsformen vorliegender Erfindung werden unter Bezugnahme
auf die begleitenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäß bevorzugten integral ausgebildeten
Einbauspindel,
- Figur 2 a
- eine seitliche Schnittansicht der erfindungsgemäß bevorzugten integral ausgebildeten
Einbauspindel,
- Figur 2 b
- eine perspektivische Darstellung eines Drahtgewindeeinsatzes mit zurückbiegbarem Einbauzapfen,
- Figur 3
- eine axiale Draufsicht auf eine bevorzugte Ausführungsform der Stirnseite der Einbauspindel
an deren Funktionsende,
- Figur 4 a
- eine weitere perspektivische Draufsicht auf die axiale Stirnseite der Figur 3 in einer
weiteren bevorzugten Ausgestaltung,
- Figur 4 b
- eine seitliche Ansicht des Funktionsendes der integral ausgebildeten Einbauspindel
in einer bevorzugten Ausgestaltung,
- Figur 5
- eine perspektivische Draufsicht auf das Funktionsende 20 der Einbauspindel gemäß vorliegender
Erfindung
- Figur 6
- eine vergrößerte Seitenansicht des bevorzugten Funktionsendes der erfindungsgemäßen
Einbauspindel,
- Figur 7
- eine weitere Seitenansicht des bevorzugten Funktionsendes der Einbauspindel,
- Figur 8 a, b, c
- verschiedene bevorzugte Ausgestaltungen der Rückbiegeschulter am Funktionsende der
Einbauspindel,
- Figur 9
- ein bevorzugter Rückbiegevorgang des Einbauzapfens des installierten Drahtgewindeeinsatzes
in einem Drehmoment-Zeit-Diagramm,
- Figur 10
- ein Flussdiagramm einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Installationsverfahrens
vorliegender Erfindung und
- Figur 11
- ein Beispiel für ein Installationswerkzeug eines Drahtgewindeeinsatzes, in dem die
Einbauspindel austauschbar installierbar ist.
5. Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
[0040] Figur 1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform einer integral ausgebildeten Einbauspindel
1. Derartige Einbauspindeln 1 werden in einem Installationswerkzeug W genutzt, mit
denen ein Drahtgewindeeinsatz D in einer Gewindebohrung eines Bauteils installiert
wird. Ein bevorzugtes Installationswerkzeug W in Form eines Handgeräts zeigt Figur
11. Es umfasst eine Antriebseinheit 3 zum Drehen der bevorzugten Einbauspindel 1.
Dazu ist die Antriebseinheit 3 vorzugsweise mit dem Antriebs- und Halteende 10 der
Einbauspindel 1 drehfest verbunden. Über einen Betätigungsschalter 5 wird gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltung des Installationswerkzeugs W die Antriebseinheit 3 gestartet
oder gestoppt. Ein Tiefenanschlag 7 legt bevorzugt in bekannter Weise fest, wie tief
ein Drahtgewindeeinsatz D mit zurückbiegbarem Einbauzapfen Z in eine Gewindebohrung
eines Bauteils maximal durch Drehen der Einbauspindel 1 eingedreht bzw. eingeschleppt
werden kann.
[0041] Es ist ebenfalls bevorzugt, die integral ausgebildete Einbauspindel 1 in einem Einbauautomaten
zu verwenden. Dieser baut über automatisierte Arbeitsabläufe einen Drahtgewindeeinsatz
D in einer Gewindebohrung eines Bauteils ein.
[0042] Die erfindungsgemäß bevorzugte integral ausgebildete Einbauspindel 1 besteht aus
einem Stück. Das bedeutet, es sind keine beweglichen oder unbeweglichen Teile an der
Einbauspindel 1 angebracht, wie beispielsweise eine schwenkbare oder drehbare Einbau-
oder Stauchklinge.
[0043] Des Weiteren ist die erfindungsgemäße Einbauspindel 1 angepasst, um einen Drahtgewindeeinsatz
D mit zurückbiegbarem Einbauzapfen Z in einer Gewindebohrung eines Bauteils einzubauen.
Der Drahtgewindeeinsatz D ist beispielgebend in Figur 2b gezeigt. Er umfasst eine
zylindrische Wendel mit einer Mehrzahl von schraubenförmig gewickelten Windungen eines
Drahts, in der eine erste Windung einen über einen Biegebereich in ein Inneres der
Wendel ragenden vorzugsweise bogenförmigen Mitnehmerzapfen Z ohne Mitnehmerkerbe aufweist.
Derartige Drahtgewindeeinsätze sind in
EP 2 637 825 B1 gemäß unterschiedlichen bevorzugten Ausgestaltungen erläutert und dargestellt, das
zum technischen Verständnis des Drahtgewindeeinsatzes durch Bezugnahme hierin aufgenommen
ist.
[0044] Die Einbauspindel 1 hat ein Antriebs- und Halteende 10, um die Einbauspindel 1 mit
einem Antriebsmodul eines Installationswerkzeugs (siehe Fig. 11) zu verbinden. Vorzugsweise
über ein Mehrkantende und/oder weitere bekannte Kupplungsstrukturen wird das Antriebs-
und Halteende 10 im Antriebsmodul lösbar gehalten. Derartige Antriebs- und Halteenden
10 zum Halten und Übertragen eines Drehmoments auf die Einbauspindel 1 sind im Stand
der Technik bekannt.
[0045] Dem Antriebs- und Halteende 10 axial gegenüberliegend ist ein Funktionsende 20 der
Einbauspindel 1 vorgesehen. Das Funktionsende 20 der Einbauspindel 1 weist vorzugsweise
einen Spindelbereich 22, also ein rechts- oder linksdrehendes Außengewinde 26, auf.
Der Spindelbereich 22 dient dem Aufspindeln des Drahtgewindeeinsatzes D in Richtung
des Antriebsendes 10. Der Drahtgewindeeinsatz D wird soweit auf das Funktionsende
20 aufgespindelt, bis sich der zurückbiegbare Einbauzapfen Z drehfest an einem axialen
Fortsatz 30 einer axialen Stirnseite 24 der Einbauspindel 1 hält oder verankert. Drehfest
bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Einbauzapfen Z und der axiale Fortsatz 30
eine formschlüssige Verbindung bilden, sodass die Einbauspindel 10 den Drahtgewindeeinsatz
D mitdreht.
[0046] Während Figur 1 eine perspektivische Ansicht der Einbauspindel 1 zeigt, ist in Figur
2A eine seitliche Schnittdarstellung der Einbauspindel 1 wiedergegeben. Es ist zu
erkennen, dass der axiale Fortsatz 30 von der axialen Stirnseite 24 der Einbauspindel
1 in Richtung der Längsachse der Einbauspindel 1 und damit axial vorsteht.
[0047] Gemäß unterschiedlicher bevorzugter Ausführungsformen der Einbauspindel 1 ist die
Einbauspindel 1 integral, also als ein Ganzes und fest Zusammenhängendes, vorgesehen.
Entsprechend ist gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung die Einbauspindel 1 mit dem
axialen Fortsatz 30 aus einem Stück gefertigt.
[0048] Der axiale Fortsatz 30 (siehe unten) ist aufgrund der Installationsvorgänge von Drahtgewindeeinsätzen
D einem Verschleiß ausgesetzt ist, während sich der Rest der Einbauspindel 1 weniger
abnutzt. Daher ist es ebenfalls bevorzugt, den axialen Fortsatz 30 separat zu fertigen
und danach fest und integral mit der restlichen Einbauspindel 1 zu verbinden. Dazu
sind stoffschlüssige Verbindungsverfahren, wie Schweißen und Kleben, bevorzugt.
[0049] In alternativer Ausgestaltung zum Spindelbereich 22 ist es ebenfalls bevorzugt, anstelle
eines Außengewindes 26 eine gewindelose Außenfläche (nicht gezeigt) am Funktionsende
20 vorzusehen. Entsprechend würde der Drahtgewindeeinsatz D in axialer Richtung auf
das Funktionsende 20 ohne Gewinde aufgesteckt werden, bis sich der zurückbiegbare
Einbauzapfen Z drehfest am axialen Fortsatz 30 verankert hat. Danach erfolgt ein Eindrehen
des drehfest am Funktionsende 20 gehaltenen Drahtgewindeeinsatzes D in die Gewindebohrung
des Bauteils bevorzugt in gleicher Weise, wie es unten beschrieben ist.
[0050] Wie man anhand von Figur 2a sowie in der vergrößerten Darstellung der Figur 4b erkennen
kann, erstreckt sich das Außengewinde 26 am Spindelbereich 22 des Funktionsendes 20
sowie an einer radialen Außenseite 32 des axialen Fortsatzes 30. Da der axiale Fortsatz
30 nur einen Bruchteil der axialen Stirnseite 24 der Einbauspindel abdeckt, vorzugsweise
einen Anteil von weniger als 50 % der axialen Stirnseite 24, setzt sich das Außengewinde
26 als mindestens ein längenreduzierter Gewindegang 34 an der radialen Außenseite
des axialen Fortsatzes 30 - also in Umfangserstreckung der Einbauspindel - fort.
[0051] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform vorliegender Erfindung weist der axiale Fortsatz
30 eine Höhe relativ zur axialen Stirnseite 24 der Einbauspindel 1 auf, sodass zwei
oder mehr längenreduzierte Gewindegänge 34 an der radialen und in Umfangsrichtung
der Einbauspindel 1 verlaufenden Außenseite 32 des axialen Fortsatzes 30 angeordnet
sind. Auf eine geometrische Gestaltung der bevorzugt mindestens zwei längenreduzierten
Gewindegänge 34 wird weiter unten näher eingegangen.
[0052] Die Figuren 3, 4a und 5 zeigen Ansichten bevorzugter Ausführungsformen der axialen
Stirnseite 24 der Einbauspindel 1. Auf der axialen Stirnseite 24 ist der axiale Fortsatz
30 bevorzugt außermittig bezüglich der Stirnseite 24 angeordnet und steht von dieser
vor. Weiterhin bevorzugt ist nur ein axialer Fortsatz 30 an der axialen Stirnseite
24 vorgesehen, um den Drahtgewindeeinsatz D in die Gewindebohrung einzudrehen und
den Einbauzapfen in das Innengewinde zurückzubiegen.
[0053] Der bevorzugte axiale Fortsatz 30 nimmt einen Flächenanteil von kleiner 50 %, vorzugsweise
im Bereich von 30 bis 40 %, der axialen Stirnseite 24 ein.
[0054] Dazu betrachtet man die axiale Stirnseite 24 als Kreisfläche bestimmt durch den Radius
der Einbauspindel 1 an der Stirnseite 24.
[0055] Weiterhin bevorzugt besteht der axiale Fortsatz 30 zumindest aus der radialen Außenseite
32 in Form einer Wand betrachtet in Umfangsrichtung des Funktionsendes 20 mit einem
Verlauf und einer Ausdehnung in Form eines Kreisbogens. In diesem Zusammenhang ist
es ebenfalls bevorzugt, dass anstelle des Verlaufs eines Kreisbogens eine Annäherung
durch einen krummlinigen Verlauf genutzt wird.
[0056] Radial einwärts ausgehend von der radialen Außenseite 32 weist der axiale Fortsatz
30 eine bevorzugte in Umfangsrichtung variable radiale Breite B von 0,1 R ≤ B ≤ 0,8
R auf, wobei R den Radius des Funktionsendes 20 beschreibt. B ist nicht zwingend konstant
entlang der radialen Außenseite 32, sodass der axiale Fortsatz 30 in axialer Draufsicht
eine unregelmäßige Form mit einer bogenförmigen Radialseite aufweisen kann.
[0057] In der axialen Draufsicht der Figur 3 weist der axiale Fortsatz 30 gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform vorliegender Erfindung an einer vom Antriebs- und Halteende 10 abgewandten
Seite eine Auflaufschräge 36 auf.
[0058] Entgegen einer Eindrehrichtung R
E für einen Drahtgewindeeinsatz D in die Gewindebohrung steigt vorzugsweise die Auflaufschräge
36 in einem Winkelbereich von 5° ≤ α ≤ 40° bevorzugt kontinuierlich bis zum axial
höchsten bzw. axial von dem Halteende 10 entferntesten Punkt des axialen Fortsatzes
30 an.
[0059] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform vorliegender Erfindung besteht die Auflaufschräge
36 aus einer Streifenfläche, die in geneigter axialer Richtung auf den axialen Fortsatz
30 aufläuft. Es ist ebenfalls bevorzugt, die Auflaufschräge 36 als einen Steg oder
wulstartige Verdickung vorzusehen, die auf den axialen Fortsatz 30 aufläuft. Die unterschiedlichen
bevorzugten Ausgestaltungen der Auflaufschräge 36 ermöglichen ein Auflaufen des radial
einwärts gebogenen Einbauzapfens Z des Drahtgewindeeinsatz D auf den axialen Fortsatz
30 während des Aufspindelns des Drahtgewindeeinsatzes D auf das Funktionsende 20.
Solange sich der Drahtgewindeeinsätze D beim Aufschrauben oder Aufspindeln auf das
Funktionsende 20 bzw. beim Einschrauben des Funktionsendes 20 in den Drahtgewindeeinsatz
D nicht mit dem Einbauzapfen Z drehfest an dem axialen Fortsatz 30 verankert, gleitet
der Einbauzapfen Z auf und über den axialen Fortsatz 30 gestützt durch die Auflaufschräge
36.
[0060] Ist das Funktionsende 20 ausreichend weit in Eindrehrichtung R
E in den Drahtgewindeeinsätze D eingeschraubt, wird der Drahtgewindeeinsatz D bevorzugt
an einer Mitnehmerschulter 38 gehalten und mit der Einbauspindel 1 mitgedreht. Die
Mitnehmerschulter 38 besteht aus einem annähernd axial verlaufenden Steg oder Anschlag.
Dieser ist zwischen der axialen Stirnseite 24 und einem in Umfangsrichtung der Einbauspindel
1 betrachteten Anfang der Auflaufschräge 36 angeordnet, wie in den Figuren 4b und
5 zu erkennen ist. Da das Funktionsendes 20 der Einbauspindel 1 bereits ausreichend
weit in den Drahtgewindeeinsatz D eingeschraubt ist, trifft während der weiteren Drehung
der Einbauspindel 1 in Eindrehrichtung R
E der Einbauzapfen Z auf die Mitnehmerschulter 38. Dies verhindert ein Auflaufen des
Einbauzapfens Z auf die Auflaufschräge 36 und ein Überschnappen des Einbauzapfens
Z über den axialen Fortsatz 30.
[0061] An der radialen Außenseite 32 des axialen Fortsatzes 30 ist erfindungsgemäß bevorzugt
mindestens ein längenreduzierter Gewindegang 34 in Fortsetzung des Außengewindes 26
am Funktionsendes 20 vorgesehen. Da sich der axiale Fortsatz 30 nur entlang eines
Teils des Umfangs des Funktionsendes 20 erstreckt, ist der mindestens eine Gewindegang
34 in seiner Länge reduziert.
[0062] Der mindestens eine längenreduzierte Gewindegang 34 erstreckt sich bevorzugt genauso
wie der axiale Fortsatz 30 über einen Drehwinkel α aus dem Bereich von 30° ≤ α ≤ 180°.
Vorzugsweise erstreckt sich der axiale Fortsatz 30 über den Drehwinkel α ≤ 90°. In
diesem Zusammenhang wird der Drehwinkel α zwischen der Mitnehmerschulter 38 an dem
in Eindrehrichtung R
E vorderen Ende des axialen Fortsatzes 30 und einer axialen Rückbiegefläche 40 an dem
in Eindrehrichtung R
E hinteren Ende des axialen Fortsatzes 30 bestimmt.
[0063] In axialer Richtung ragt der axiale Fortsatz 30 annähernd einer Höhe H über die axiale
Stirnseite 24 hinaus. Die axiale Höhe H (siehe Figur 2a) liegt in einem Bereich von
0,5 × P ≤ H ≤ 2,5 P, insbesondere 0,7 P ≤ H ≤ 1,5 P, wobei P eine Steigung des Gewindes
26 am Funktionsendes 20 der Einbauspindel 1 beschreibt.
[0064] Zur Unterstützung eines verlässlichen Einschleppens bzw. Eindrehens des Drahtgewindeeinsatzes
D in die Gewindebohrung eines Bauteils mit dem Funktionsende 20 der Einbauspindel
1 weist der axiale Fortsatz 30 an seiner radialen bogenförmigen Außenseite 32 bevorzugt
mindestens einen längenreduzierten Gewindegang 34 auf. Erfindungsgemäß bevorzugt sind
zwei längenreduzierte Gewindegänge 34a, 34b in axialer Richtung nebeneinander angeordnet
vorgesehen. Diese sind in den Figuren 4b, 6 und 7 zu erkennen.
[0065] Vorzugsweise sind die Gewindegänge 34a und 34b geometrisch in gleicher Weise ausgebildet,
wie das Außengewinde 26 am Funktionsende 20.
[0066] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung vorliegender Erfindung ist nur der
Gewindegang 34a, der dem Halteende 10 zugewandt ist, geometrisch in gleicher Weise
ausgebildet wie das Außengewinde 26.
[0067] Zudem weist bevorzugt der axial äußere längenreduzierte Gewindegang 34b einen größeren
Kerndurchmesser auf als das Außengewinde 26. Durch diese bevorzugte Zunahme des Kerndurchmessers
und damit auch des Kernradius im Gewindegang 34b wird beim bevorzugten Rückdrehen
der Einbauspindel 1 der Einbauzapfen Z stärker in das Innengewinde der Gewindebohrung
des Bauteils gedrückt als mit dem Außengewinde 26. Der Gewindegang 34b wirkt daher
bevorzugt mit der unten näher erläuterten axialen Rückbiegefläche 40 zusammen und
sorgt für ein dauerhaftes Zurückbiegen des Einbauzapfens Z in das Innengewinde der
Gewindebohrung des Bauteils.
[0068] Im Vergleich zum Außengewinde 26 ist vorzugsweise der Kerndurchmesser des Gewindegangs
34b um 3 % bis 20 %, vorzugsweise um 5-17 %, größer als der Kerndurchmesser des Außengewindes
26.
[0069] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des axial äußeren längenreduzierten
Gewindegangs 34b ist die in Eindrehrichtung R
E axial äußerste Gewindeflanke 35 in radialer Richtung verkürzt im Vergleich zu der
benachbarten Gewindeflanke des Gewindegangs 34a. Vorzugsweise ist ein Radius der axial
äußersten Gewindeflanke 35 um 2 bis 15 % kleiner als der Radius der direkt benachbarten
nicht verkürzten Gewindeflanke. Diese geometrische Ausgestaltung unterstützt das Gleiten
oder Schleppen des Einbauzapfens Z über die Auflaufschräge 36 und damit den axialen
Fortsatz 30. Denn aufgrund der radial reduzierten Gewindeflanke 35 wird die Reibung
zwischen dem axialen Fortsatz 30 an der Gewindeflanke 35 und dem Drahtgewindeeinsatz
D reduziert.
[0070] Betrachtet man den axialen Fortsatz 30 in der Radialebene, ist bezogen auf die Eindrehrichtung
R
E eines Drahtgewindeeinsatzes D in eine Gewindebohrung am Ende des axialen Fortsatzes
30 die axiale Rückbiegefläche 40 angeordnet. Nachdem der Drahtgewindeeinsatz Z ausreichend
tief in die Gewindebohrung durch Drehen der Einbauspindel 1 in Eindrehrichtung R
E eingeschleppt worden ist, wird die Drehrichtung der Einbauspindel 1 in Ausdrehrichtung
R
A umgekehrt. Durch Drehen der Einbauspindel 1 in Ausdrehrichtung R
A wird die Einbauspindel 1 aus dem in der Gewindebohrung eingebauten Drahtgewindeeinsatz
D herausgedreht. Zudem stützt sich der Einbauzapfen Z während des Ausdrehens des Funktionsendes
20 aus dem Drahtgewindeeinsatz D an der axialen Rückbiegefläche 40 ab und wird während
der Ausdrehung durch das Funktionsende 20 radial auswärts in das Innengewinde der
Gewindebohrung gebogen.
[0071] Während des Zurückbiegens des Einbauzapfens Z in das Innengewinde der Gewindebohrung
wirken bevorzugt die axiale Rückbiegefläche 40 und eine Aufbiegeschulter 42 abwechselnd,
einzeln oder kombiniert auf den Einbauzapfen Z ein. Die Aufbiegeschulter 42 (siehe
Figuren 3, 4a, 5, 7) wird vorzugsweise durch die Übergangsfläche oder die Übergangskante
zwischen der Rückbiegefläche 40 und dem axial äußeren längenreduzierten Gewindegang
34b oder den zumindest zwei axial äußeren längenreduzierten Gewindegängen 34a, 34b
gebildet.
[0072] Während der Rückdrehung der Einbauspindel 1 stützt sich zunächst der Einbauzapfen
Z an der Rückbiegefläche 40 ab und sein freies Ende wird in Richtung des längenreduzierten
Gewindegangs 34b gedrückt. Dieser Vorgang wird durch die radialähnliche Anordnung
der Rückbiegefläche 40 unterstützt. Radialähnlich bedeutet in diesem Zusammenhang,
dass die Rückbiegefläche 40 im Wesentlichen in radialer Richtung an der Stirnseite
der Einbauspindel verläuft. Da die Rückbiegefläche 40 nicht zwingend am Mittelpunkt
der Stirnseite anfängt, sondern auch außermittig starten kann, ist sie ähnlich dem
Radius der Einbauspindel ausgerichtet. Zudem biegt bevorzugt die Rückbiegefläche 40
den Einbauzapfen Z in das Innengewinde der Gewindebohrung. Während dieser Zeit läuft
vorzugsweise das freie Ende des Einbauzapfens Z noch nicht in den längenreduzierten
Gewindegang 34b ein. Dieser Vorgang ist anhand einer Drehmomentmessung an einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung in Figur 9 in den Punkten 0 bis 2 dargestellt. Das durch
die Einbauspindel 1 aufgebrachte Drehmoment τ ist auf der y-Achse aufgetragen. Es
nimmt negative Werte an, weil die Einbauspindel 1 rückwärts gedreht wird. Auf der
x-Achse ist die Zeit aufgetragen.
[0073] Im Verlauf des Rückdrehens der Einbauspindel 1 zwischen den Punkten 2 und 3 wird
der Einbauzapfen Z soweit radial auswärts gedrängt bzw. gebogen und das freie Ende
des Einbauzapfens Z an der Aufbiegeschulter 42 am Übergang in den längenreduzierten
Gewindegang 34b ausgerichtet, dass danach der zurückgebogene Einbauzapfen Z in den
Gewindegang 34b einlaufen kann.
[0074] Das Einlaufen des Einbauzapfens Z in den Gewindegang 34b ist vorzugsweise zwischen
den Punkten 3 und 4 zu erkennen. Aufgrund der schon erzielten Krümmung des Einbauzapfens
Z während des Zurückbiegens läuft der Einbauzapfen Z bevorzugt unter Wirkung eines
verminderten oder abnehmenden Drehmoments im Vergleich zu den vorhergehenden Schritten
in den Gewindegang 34b ein.
[0075] Vorzugsweise wird während der weiteren Rückdrehung der Einbauspindel 1 zwischen den
Punkten 4 und 5 das Drehmoment wieder erhöht. In dieser Phase wirkt bevorzugt der
größere Kernradius des Gewindegangs 34b im Vergleich zu den anderen Gewindegängen
des Außengewindes 26, indem dieser den Einbauzapfen Z weiter radial auswärts in das
Innengewinde der Gewindebohrung drängt bzw. biegt.
[0076] Nachdem vorzugsweise im Punkt 5 der Einbauzapfen Z ausreichend in das Innengewinde
der Gewindebohrung zurückgebogen ist, wird die Einbauspindel 1 mit reduziertem Drehmoment
aus dem Drahtgewindeeinsatz D ausgedreht.
[0077] Um das Einlaufen des Einbauzapfens Z in den Gewindegang 34b zu unterstützen und vorzugsweise
an der Aufbiegeschulter 42 zu halten oder zu fangen, ist die Rückbiegefläche 40 in
einem bevorzugten Winkel β zur axialen Stirnseite 24 angeordnet (siehe Figur 6). Der
Winkel β liegt vorzugsweise in dem Bereich von 65° ≤ β ≤ 90°, insbesondere 70° ≤ β
≤ 85°.
[0078] Es ist bevorzugt, die axiale Stirnseite 24 als eine ebene Fläche bereitzustellen.
Entsprechend wird der obige Winkel β durch die Stirnseite 24 und die Rückbiegefläche
40 eingeschlossen.
[0079] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung vorliegender Erfindung wird zumindest
der axiale Fortsatz 30 der Einbauspindel 1 mit seinen bevorzugten geometrischen Merkmalen
durch ein spanendes Verfahren, wie beispielsweise das Fräsen, gefertigt. Bei der bevorzugten
Nutzung eines Fräsverfahrens zur Herstellung des axialen Fortsatzes 30 an der axialen
Stirnseite 24 bildet sich eine Vertiefung 44 in axialer Richtung in der Stirnseite
24 aus. Die Vertiefung 44 grenzt bevorzugt an die Rückbiegefläche 40 an. Zudem weist
sie bevorzugt eine entlang des stirnseitigen Rands der Rückbiegefläche 40 verlaufende
längliche Form auf.
[0080] Die Vertiefung 44 am stirnseitigen Fuß der Rückbiegefläche 40 hat sich beim Zurückbiegen
eines Einbauzapfens Z des Drahtgewindeeinsatzes D in ein Innengewinde der Gewindebohrung
eines Bauteils als vorteilhaft erwiesen. Denn bevorzugt unterstützt die Vertiefung
44 ein Fangen und Halten des Einbauzapfens Z an der Rückbiegefläche 40, um eine Übertragung
der Rückbiegekräfte von der Rückbiegefläche 40 auf den Einbauzapfen Z sicherzustellen.
[0081] Vorzugsweise führt die Vertiefung 44 ebenfalls dazu, dass benachbart zum stirnseitigen
Rand der Rückbiegefläche 40 der Winkel β um einen Winkelbereich von 0,5 bis 5 ° vergrößert
ist. Dies führt vorzugsweise zu einen vergrößerten Überhang der Rückbiegefläche 40
über einen im Winkel β gefangenen und zurückzubiegenden Einbauzapfen Z.
[0082] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung vorliegender Erfindung ist der Gewindegang
34b durch die Rückbiegefläche 40 angeschnitten. Dadurch ragt die Gewindeflanke 35
in Rückdrehrichtung R
R über die Aufbiegeschulter 42 hinaus. Zudem ist bevorzugt die entgegen der Rückdrehrichtung
R
R zurückspringende Aufbiegeschulter 42 konkav (siehe Figur 8a, b) oder geradlinig (siehe
Figur 8c) geformt.
[0083] Vorzugsweise unterstützt die konkav geformte Rückbiegeschulter 42 mit zunehmender
Krümmung den Halt des Einbauzapfens Z an der Aufbiegeschulter 42.
[0084] Unter Bezugnahme auf das Flussdiagramm der Figur 10 lässt sich das Installationsverfahren
des Drahtgewindeeinsatzes mit zurückbiegbarem, nicht entfernbarem Mitnehmerzapfen
Z ohne Mitnehmer Kerbe mit den folgenden Schritten zusammenfassen. Zunächst wird im
Schritt S1 der Drahtgewindeeinsatz D auf die Installationsspindel 1 gemäß einer der
oben beschriebenen Ausgestaltungen aufgespindelt oder aufgesteckt. Dieser Schritt
ist dann abgeschlossen, wenn der Drahtgewindeeinsatz D formschlüssig am Funktionsende
20 der Installationsspindel 1 gehalten wird. Zu diesem Zweck koppelt vorzugsweise
der Mitnehmerzapfen Z formschlüssig an dem axialen Fortsatz 30 der Einbauspindel 1
an. Im nachfolgenden Schritt S2 wird der Drahtgewindeeinsatz D mithilfe der Einbauspindel
1 in das Innengewinde oder Aufnahmegewinde der Gewindebohrung des Bauteils eingeschraubt.
Sobald die gewünschte Einbautiefe des Drahtgewindeeinsatzes D in der Gewindebohrung
erreicht ist, wird die Drehrichtung der Einbauspindel 1 umgekehrt. Nun wird die Einbauspindel
1 entgegen der Eindrehrichtung in der Rückdrehrichtung gedreht.
[0085] Während des Zurückdrehens der Einbauspindel 1 erfolgt das oben im Detail beschriebene
Zurückbiegen des Mitnehmerzapfen Z in das Aufnahmegewinde der Gewindebohrung des Bauteils.
Durch das Zurückdrehen der Einbauspindel 1 greift der axiale Fortsatz 30 über die
Rückbiegefläche 40 und die Aufbiegeschulter 42 am Mitnehmerzapfen Z an und biegt diesen
in das Aufnahmegewinde der Gewindebohrung. Vorzugsweise wird das Zurückbiegen ergänzt
oder unterstützt durch die Wirkung des Gewindebereichs 34b mit vergrößertem Kerndurchmesser,
da dieser ebenfalls den Mitnehmerzapfen Z radial auswärts drängt bzw. biegt.
[0086] Basierend auf der Wirkung der Einbauspindel 1 während des Rückdrehens auf den Einbauzapfen
bzw. Mitnehmerzapfen Z, wird dieser soweit bleibend in das Innengewinde der Gewindebohrung
zurückgebogen, dass ein späteres Einschrauben eines Gewindebolzens in die Gewindebohrung
des Bauteils mit verstärkendem Drahtgewindeeinsatz D durch den zurückgebogenen Einbauzapfen
Z nicht behindert wird.
[0087] Nachdem in den Schritten S3 und/oder S4 der Mitnehmerzapfen Z ausreichend in das
Innengewinde der Gewindebohrung zurückgebogen worden ist, wird die Einbauspindel 1
vollständig aus dem Drahtgewindeeinsatz D ausgespindelt oder entfernt (Schritt S5).
Bezugszeichenliste
[0088]
- 1
- Einbauspindel
- 3
- Antriebseinheit des Installationswerkzeugs
- 5
- Betätigungsschalter der Antriebseinheit
- 7
- Tiefenanschlag
- 10
- Antriebs- und Halteende
- 20
- Funktionsendes
- 22
- Spindelbereich
- 24
- axiale Stirnseite
- 26
- Außengewinde
- 30
- axialer Fortsatz
- 32
- radiale Außenseite des axialen Fortsatzes
- 34
- längenreduzierte Gewindegang am axialen Fortsatz
- 35
- radialreduzierte Gewindeflanken des längenreduzierten Gewindegangs 34
- 36
- Auflaufschräge
- 38
- Mitnehmerschulter
- 40
- axiale Rückbiegefläche
- 42
- Aufbiegeschulter
- 44
- axiale Vertiefung an der Stirnseite 24
- D
- Drahtgewindeeinsatz
- Z
- zurückbiegbarer Einbauzapfen des Drahtgewindeeinsatzes
- RE
- Eindrehrichtung des Funktionsendes in den Drahtgewindeeinsatz D sowie Eindrehrichtung
des Drahtgewindeeinsatzes die in die Gewindebohrung des Bauteils
- α
- Drehwinkel des axialen Fortsatz 30
- H
- axiale Höhe des axialen Fortsatz 30
- P
- Steigung des Gewindes 26 am Funktionsendes 20
- RA
- Ausdrehrichtung
- W
- Installationswerkzeug
1. Eine integral ausgebildete Einbauspindel (1) angepasst an einen Drahtgewindeeinsatz
(D), der eine zylindrische Wendel mit einer Mehrzahl von schraubenförmig gewickelten
Windungen eines Drahts aufweist, in der eine erste Windung einen über einen Biegebereich
in ein Inneres der Wendel ragenden vorzugsweise bogenförmigen Mitnehmerzapfen ohne
Mitnehmerkerbe umfasst, mit der der Drahtgewindeeinsatz (D) in einer Eindrehrichtung
in eine Gewindebohrung eines Bauteils eindrehbar ist, wobei die Einbauspindel (1)
die folgenden Merkmale aufweist:
a. ein Antriebs- und Halteende (10) zum Drehen und Halten der Einbauspindel (1) in
einem Einbauwerkzeug und ein Funktionsende (20) zum Installieren des Drahtgewindeeinsatzes
(D) in einer Gewindebohrung eines Bauteils,
b. von einer axialen Stirnseite (24) der Einbauspindel (1) an dem Funktionsende (20)
steht ein axialer Fortsatz (30) in Richtung einer Längsachse der Einbauspindel (1)
vor, der entlang einer Umfangserstreckung der Einbauspindel (1) durch eine bogenförmige
radiale Außenseite in einem Drehwinkel α aus einem Bereich von 30° ≤ α ≤ 180° begrenzt
ist,
c. bezogen auf die Eindrehrichtung weist der axiale Fortsatz (30) beginnend an einem
vorderen Ende der bogenförmigen radialen Außenseite (32) eine Auflaufschräge (36)
auf, die sich in axialer Richtung der Einbauspindel (1) ansteigend als eine Streifenfläche
auf dem axialen Fortsatz (30) erstreckt, und
d. bezogen auf die Eindrehrichtung fällt der axiale Fortsatz (30) an einem hinteren
Ende der bogenförmigen radialen Außenseite (32) in einer axialen Rückbiegefläche (40)
axial ab, die radialähnlich angeordnet ist.
2. Die integral ausgebildete Einbauspindel (1) gemäß Patentanspruch 1, die an dem axialen
Fortsatz (30) mindestens einen in Umfangsrichtung längenreduzierten Gewindegang (34a;
34b) aufweist.
3. Die integral ausgebildete Einbauspindel (1) gemäß einem der vorhergehenden Patentansprüche,
in der der axiale Fortsatz (30) am Funktionsende der Einbauspindel (1) einzeln an
der axialen Stirnseite (24) axial vorsteht oder ein axial vorstehendes wulstartiges
Gegenlager radial gegenüber des axialen Fortsatzes (30) an der axialen Stirnseite
(24) vorgesehen ist.
4. Die integral ausgebildete Einbauspindel (1) gemäß einem der vorhergehenden Patentansprüche,
in der der axiale Fortsatz (30) eine Fläche von weniger als 40 % der axialen Stirnseite
(24) am Funktionsende (20) einnimmt.
5. Die integral ausgebildete Einbauspindel (1) gemäß Patentanspruch 2, deren axialer
Fortsatz (30) an der radialen Außenseite (32) zwei längenreduzierte Gewindegänge (34a,
34b) aufweist, die in mindestens einer der folgenden Größen unterschiedlich ausgebildet
sind: umfängliche Länge, Kerndurchmesser und Steigung.
6. Die integral ausgebildete Einbauspindel (1) gemäß Patentanspruch 5, in der der axial
äußere längenreduzierte Gewindegang (34b) im Vergleich zu dem benachbarten längenreduzierten
Gewindegang (34a) einen größeren Kerndurchmesser und/oder eine größere Steigung (P)
hat.
7. Die integral ausgebildete Einbauspindel (1) gemäß einem der vorhergehenden Patentansprüche,
in der der axiale Fortsatz (30) in axialer Richtung zwischen der axialen Stirnseite
(24) des Funktionsendes (20) und dem vorderen Ende der Auflaufschräge (36) einen Axialsteg
(38) als eine Mitnehmerschulter aufweist, die angepasst ist, um einen Drahtgewindeeinsatz
(D) beim Eindrehen in eine Gewindebohrung drehfest zu halten.
8. Die integral ausgebildete Einbauspindel (1) gemäß einem der vorhergehenden Patentansprüche,
in der die axiale Rückbiegefläche (40) mit der angrenzenden axialen Stirnseite (24)
des Funktionsendes (20) einen Winkel β im Bereich von 65° ≤ β ≤ 90° einschließt.
9. Ein Nachrüstsatz für ein Installationswerkzeug eines Drahtgewindeeinsatzes (D) mit
einem miteinander lösbar verbindbaren Antriebsmodul und einer Einbauspindel (1), der
als austauschbare Einbauspindeln (1) mindestens zwei integral ausgebildete Einbauspindeln
(1) gemäß einem der vorhergehenden Patentansprüche 1 bis 8 aufweist, die sich in einer
Konstruktion und/oder Dimension der Einbauspindel (1) unterscheiden.
10. Ein Installationswerkzeug, insbesondere ein manuelles Installationswerkzeug oder ein
Einbauautomat, eines Drahtgewindeeinsatzes (D) mit einem miteinander lösbar verbindbaren
Antriebsmodul und einer integral ausgebildeten Einbauspindel (1) gemäß einem der vorhergehenden
Patentansprüche 1 bis 8.
11. Installationsverfahren eines Drahtgewindeeinsatzes (D) mit zurückbiegbarem, nicht
entfernbarem Mitnehmerzapfen (Z) ohne Mitnehmerkerbe mit Hilfe eines Installationswerkzeugs
gemäß Patentanspruch 10 in einem Aufnahmegewinde eines Bauteils, das die folgenden
Schritte aufweist:
a. Aufspindeln oder Aufstecken des Drahtgewindeeinsatzes (D) auf das Funktionsende
(20) der integral ausgebildeten Einbauspindel (1) des Installationswerkzeugs derart,
dass der Mitnehmerzapfen (Z) formschlüssig an dem axialen Fortsatz (30) der Einbauspindel
(1) koppelt und den Drahtgewindeeinsatz (D) drehfest mit der Einbauspindel (1) verbindet,
(S1)
b. Einschrauben des Drahtgewindeeinsatzes (D) in das Aufnahmegewinde durch Drehen
der Einbauspindel (1) in eine erste Drehrichtung, (S2)
c. Zurückbiegen (S3; S4) des Mitnehmerzapfen (Z)s in das Aufnahmegewinde durch Drehen
der Einbauspindel (1) in eine zweite, der ersten Drehrichtung entgegengesetzten Drehrichtung,
wobei die axiale Rückbiegefläche (40) des axialen Fortsatzes (30) den Mitnehmerzapfen
(Z) verformt, und
d. Ausspindeln oder Entfernen der Einbauspindel (1) aus dem Drahtgewindeeinsatz (D)
mit zurückgebogenem Mitnehmerzapfen (Z) (S5).
12. Installationsverfahren gemäß Anspruch 11, das weiterhin aufweist:
radiales Zurückbiegen des Mitnehmerzapfens (Z) durch eine Aufbiegeschulter (42) (S3)
und/oder einen zweiten Gewindebereich (34b) mit vergrößertem Kerndurchmesser im Vergleich
zu einem ersten Gewindebereich am Funktionsende (20) der Einbauspindel (1) (S4).