(19)
(11) EP 4 197 702 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.06.2023  Patentblatt  2023/25

(21) Anmeldenummer: 21215720.0

(22) Anmeldetag:  17.12.2021
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B25G 1/10(2006.01)
B25G 3/34(2006.01)
E04F 21/16(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
B25G 1/10; B25G 3/34; E04F 21/161
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71) Anmelder:
  • maurerfreund GmbH
    42897 Remscheid (DE)
  • Protools Holding B.V.
    5334 LE Velddriel (NL)

(72) Erfinder:
  • Limbach, Dominik
    50259 Pulheim (DE)

(74) Vertreter: Michalski Hüttermann & Partner Patentanwälte mbB 
Kaistraße 16A
40221 Düsseldorf
40221 Düsseldorf (DE)

   


(54) HANDWERKZEUG MIT GRIFF


(57) Die Erfindung betrifft ein Handwerkzeug mit Griffbereich sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Handwerkzeug mit Griffbereich sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung.

[0002] Handwerkzeuge mit Griffen und insbesondere Kellen wie beispielsweise Glättekellen sind bereits bekannt. Bisherige Handwerkzeuge haben den Nachteil, dass sie vor allem durch den Einsatz von Metall wie Stahl und Aluminium sehr schwer sind. Glättekellen bestehen bisher in der Regel aus einem Blatt, einem Fuß, einem Steg und einem Griffbereich, auf den in der Regel ein Griff aufgeschraubt oder aufgedrückt beziehungsweise aufgeklemmt wird. Fuß, Steg und Griffbereich werden oft als Stütze bezeichnet.

[0003] WO2019167529A1 beschreibt eine Zange, deren Teile teilweise aus kohlefaserverstärktem Epoxidharz bestehen können. Die Verschleißteile wie die Backen werden dabei aus Stahl hergestellt.

[0004] JP11006282A beschreibt eine Betonkelle mit einem langen und breiten Fußbereich und einem mittig liegenden Stützenhals. Das Blatt der Kelle kann Kohlenstofffasern enthalten.

[0005] TW418761U beschreibt ein einteiliges Handwerkzeug, bei dem der Kern aus Stahl besteht und dieser Kern einen Überzug aus einem Material versehen sein kann, das kohle- oder glasfaserverstärkt ist.

[0006] Bisherige Glättekellen haben den Nachteil, dass der Griff über einen oder mehrere Hälse mit dem Blatt so verbunden sind, dass die Kraft von der Hand des Benutzers nicht optimal auf das Blatt übertragen werden kann. So sind die Hälse oder der Hals bisher jeweils am Ende des Griffs angeordnet und dann jeweils direkt gerade quasi im rechten Winkel mit dem Blatt verbunden. Bei den bisherigen Kellen sind Griff, Fuß und Steg und vor allem Hals, also insgesamt die Stütze, oft mehrstückig und aus Metall, was die bisherigen Kellen schwer und komplizierter herzustellen macht.

[0007] Bisher werden Kellen oft so hergestellt, dass ein oder zwei Metall-Bleche mit der Metall-Stütze sowie einem aufgepressten Kunststoffgriff verbunden werden. Dabei erfolgt die Verbindung von der Metall-Stütze und Zwischenblech oft mittels einer Verschweißung unter Zuhilfenahme von Schweißbolzen. Die Verbindung zum eigentlichen Kellenblatt erfolgt anschließend oft zusätzlich über eine Verklebung. Alternativ kann das Zwischenblech auch direkt verschweißt oder verklebt sein.

[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden. Vor allem soll eine Gewichtsreduzierung bei gleichen oder besseren Eigenschaften oder auch ein Fingerschutz realisiert werden. Auch kann es eine Aufgabe sein, den Druckpunkt nach hinten zu verlagern, damit es zu einer besseren Druckverteilung auf der Stütze kommt.

[0009] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird in einer ersten Ausführungsform durch ein Handwerkzeug mit einem Griff bzw. einem Griffbereich gelöst, wobei der Griff bzw. Griffbereich überwiegend aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff besteht, der 10 bis 50 Gew.% Kohlenstofffasern enthält. Der Griff und möglicherweise auch die Stütze aus einem solchen Material ersetzen beispielsweise einen Griff oder auch die Stütze aus Aluminium oder Stahl. Es hat sich herausgestellt, dass der beanspruchte Bereich des Gehalts an Kohlenstofffasern optimal ist, um ein Material zu erhalten, das den mechanischen Eigenschaften von Aluminium oder Stahl bei Handwerkzeugen gleichkommen kann.

[0010] Der Griff weist vorzugsweise einen Griffbereich (beispielsweise der Stütze) und möglicherweise auch ein Griffmaterial auf, wobei das Griffmaterial den Griffbereich zumindest teilweise umgeben kann.

[0011] Das Handwerkzeug weist vorzugsweise keine relativ beweglichen Teile auf.

[0012] Das Handwerkzeug kann beispielsweise neben dem Griff auch einen Stegbereich, einen Fußbereich und/oder ein Blatt aufweisen. Vorzugsweise ist der Griff beziehungsweise Griffbereich ein Teil einer Stütze. Der Griff kann also auch als Griffbereich einer Stütze ausgestaltet sein. Die Stütze weist vorzugsweise wenigstens einen Fußbereich, einen Stegbereich und einen Griffbereich auf. Um den Griffbereich kann ein Griffmaterial angeordnet sein, um beispielsweise den Griff zu erzeugen. Der Griff beinhaltet beispielsweise einen Griffbereich. Der Griff kann auch zusätzlich zum Griffbereich ein Griffmaterial aufweisen, wobei das Griffmaterial beispielsweise zumindest teilweise um den Griffbereich herum angeordnet ist. Das Handwerkzeug kann vorzugsweise eine Kelle und insbesondere eine Glättekelle sein. Das Handwerkzeug ist vorzugsweise eine Kelle, die wenigstens ein Blatt und eine Stütze aufweist, wobei die Stütze einen Fußbereich, einen Stegbereich und einen Griffbereich aufweist.

[0013] Der Griff im Sinne der Erfindung kann auch der Griffbereich der Stütze sein. Die Stütze im Sinne der Erfindung kann einen Fußbereich, einen Stegbereich und einen Griffbereich aufweisen.

[0014] Der Griffbereich des Griffes beziehungsweise der Stütze kann vorzugsweise über einen Stegbereich mit einem Fußbereich verbunden sein. Der Fußbereich wiederum kann mit dem Blatt der Kelle verbunden sein. Vorzugsweise sind zumindest ein Teil des Griffs beziehungsweise Griffbereiches, ein Teil des Stegbereiches und ein Teil des Fußbereiches einstückig miteinander verbunden. Vorzugsweise sind Griffbereich, Stegbereich und Fußbereich ein- oder zweistückig ausgebildet. Besonders bevorzugt sind Griffbereich, Stegbereich und Fußbereich zweistückig aus zwei Halbschalen ausgebildet. Diese Halbschalen können beispielsweise (etwa durch Verklebung, Verschweißung, Verklemmung und/oder Verschraubung) miteinander verbunden sein. Besonders bevorzugt sind die beiden Halbschalen miteinander verschraubt. Dabei können beispielsweise schräge Anschraublaschen vorgesehen sein. Die Halbschalen weisen vorzugsweise zumindest teilweise einen Kofferverschluss zur Verbindung der Halbschalen auf. Die Halbschalen sind vorzugsweise wasserdicht abgedichtet, so dass kein Wasser in den Hohlraum innerhalb der Halbschalen dringen kann, wenn das Handwerkzeug beispielsweise länger in Wasser liegen sollte. Die Dichtung kann durch den bereits erwähnten Kofferverschluss oder auch durch Verkleben oder Dichtmaterialien realisiert sein.

[0015] Das Gewicht beider Halbschalen liegt vorzugsweise zusammen in einem Bereich von 100 bis 300 Gramm. Das Gewicht der Stütze liegt vorzugsweise in einem Bereich von 100 bis 300 g. Das Gewicht des Handwerkzeugs liegt vorzugsweise in einem Bereich von 150 bis 500 g.

[0016] Vorzugsweise sind die Halbschalen in ihrem Inneren durch Rippen verstärkt.

[0017] Das Handwerkzeug ist vorzugsweise beispielsweise aus mehreren Bauteileneinteilig zusammengefügt. Dadurch kann beispielsweise das Blatt einer Kelle aus einem anderen Material als der Griff und/oder Griffbereich ausgestaltet sein.

[0018] Der Griff und/oder Griffbereich kann vorzugsweise eine Länge in einem Bereich von 40 bis 140% der Länge des Fußbereiches aufweisen. Unabhängig davon kann der Griff und/oder Griffbereich eine Länge in einem Bereich von 30 bis 90% der Länge des Blattes aufweisen. Die Länge des Griffes und/oder Griffbereiches kann vorzugsweise in einem Bereich von 100 bis 200 mm liegen. Die maximale Breite des Griffes bzw. Griffbereiches kann vorzugsweise in einem Bereich von 20 bis 80 mm, insbesondere in einem Bereich von 30 bis 60 mm liegen.

[0019] Vorzugsweise kann der Griff ein freiliegendes Ende aufweisen. Der Griff und/oder Griffbereich kann auch ein Ende aufweisen, das mit dem Stegbereich (beispielsweise einstückig) verbunden ist. Der Durchmesser des Griffes und/oder Griffbereiches nimmt vorzugsweise von dem Ende, das mit dem Stegbereich verbunden ist, in Richtung des Endes, das freiliegend ist, um wenigstens 10%, besonders bevorzugt um wenigstens 20% zu. Dadurch rutscht das Werkzeug wie beispielsweise die Kelle nicht so leicht aus der Hand.

[0020] Durch die Anpassung der Griff-Geometrie bzw. der Geometrie des Griffbereichs konnte eine ergonomischere Handhabung des Handwerkzeugs wie beispielsweise der Glättekelle erzielt werden. Im Zuge der Anwendungsrecherche wurde ermittelt, dass in der Anwendung viele unterschiedliche Bewegungsabläufe zu Einsatz kommen können. Beispiele hierfür sind das "Wischen" oder das flache Anpressen, die im Folgenden erläutert werden sollen.

[0021] Beim "Wischen" beziehungsweise Verputzen wird der Griff bzw. der Griffbereich zwischen Handballen und Mittelhand bzw. Daumengrundgelenk geklemmt. Ziel dieses Arbeitsvorgangs ist es, eine möglichst große Wandfläche durchgehend zu bearbeiten. Hierzu wird mit Hilfe von Schulter- und Ellbogen-Bewegungen eine radiale Wisch-Bewegung ausgeführt. Hierbei ist vor allem ein fester Sitz der Glättekelle auf der Hand sowie eine
schonende Daumenanlagefläche am Griff entscheidend, um diesen Arbeitsgang auch über längere Zeiträume ausführen zu können.

[0022] Dazu kann der Stegbereich und/oder der Griffbereich so ausgestaltet sein, dass eine Daumenanlage ausgebildet ist.

[0023] Das flache Anpressen des Handwerkzeugs wie beispielsweise der Glättekelle dient der gezielten Verdichtung und optischen Nacharbeit an lokalen Stellen der Wand. Im Gegensatz zum "Wischen" ist hierbei nicht die Quantität, sondern die Qualität der Bewegung entscheidend. Dabei wird der Griff der Glättekelle üblicherweise von oben mit der Hand locker umschlossen. Anschließend wird das Kellenblatt parallel zur Wand geführt. Beim konventionellen Griff-Konzept ist hierfür ein abwinkeln des Handgelenks notwendig, was aus ergonomischer Sicht eine dauerhafte Belastung darstellt und schnell zur Ermüdung führen kann. Deshalb nimmt beispielsweise der Durchmesser des Griffes und/oder des Griffbereiches wie oben beschrieben vorzugsweise ausgehend vom mit dem Stegbereich verbundenen Ende zu.

[0024] Vorzugsweise liegt der Schwerpunkt (nach Gewicht) des Handwerkzeugs wie beispielsweise der Kelle in einem Bereich von der Mitte in Längsrichtung +/- 10% der Länge des Handwerkzeugs. Vorzugsweise führt eine Projektionslinie vertikal zum Blatt durch die Fußmitte und Griffmitte bzw. die Mitte des Fußbereiches und die Mitte des Griffbereiches in Längsrichtung jeweils +/- 20% der Länge des Handwerkzeugs. Der Vorteil dieser bevorzugten Ausführungsformen ist, dass das Handwerkzeug im Vergleich zu Handwerkzeugen aus dem Stand der Technik gut austariert ist und daher leichter gehandhabt werden kann. Ist das Handwerkzeug eine Kelle wie eine Glättekelle, können so Materialien wie Putz viel leichter glattgestrichen werden als mit Kellen aus dem Stand der Technik.

[0025] Druckpunkt im Sinne der Erfindung ist der Punkt oder der Bereich, an dem die Kraft der Hand des Benutzers auf das Werkzeug übertragen wird. Dies ist in der Regel der Griffbereich.

[0026] Der Griff bzw. Griffbereich ist vorzugsweise von einem Griffmaterial zumindest teilweise umgeben. Das Griffmaterial ist vorzugsweise ein elastisches Material. Das Griffmaterial kann beispielsweise TPE (thermoplastisches Elastomer); Leder, Silikon oder eine beliebige Kombination dieser Materialien sein (beispielsweise TPE mit Leder). Im Griffbereich und/oder in den Halbschalen können Löcher angeordnet sein, die mit dem Griffmaterial gefüllt sind. Das Griffmaterial weist vorzugsweise hinter den Löchern einen größeren Durchmesser als der jeweilige Lochdurchmesser auf. Das Griffmaterial kann auch zumindest Teile des Stegbereiches umschließen. Auf dem Griffbereich kann auch wenigstens eine (beispielsweise eine auf jeder Seite des Griffbereichs) Rippe angeordnet sein. Dies hat den Vorteil, dass sich das umschließende bzw. aufgespritzte Griffmaterial nicht verdrehen kann. Besonders bevorzugt ist die Innenseite des Stegbereiches zumindest teilweise von Griffmaterial umschlossen. Dies dient dem Fingerschutz vor allem des Zeigefingers, der bei den Glättekellen des Standes der Technik aufgrund des fehlenden Schutzes oft entzündet ist.

[0027] Der Griff bzw. Griffbereich weist vorzugsweise an seinem freiliegenden Ende eine Endkappe beispielsweise zum Aufschlagen auf.

[0028] Vorzugsweise weist das Handwerkzeug nur einen Griff und/oder Griffbereich (und nicht mehrere Griffe wie beispielsweise eine Zange) auf.

[0029] Der Griff bzw. Griffbereich kann mit einem Fußbereich über einen Stegbereich verbunden sein. Der Stegbereich hat vorzugsweise einen durchschnittlichen Umfang von 30 bis 130 mm. Der Stegbereich hat vorzugsweise eine Länge in einem Bereich von 30 bis 100 mm. Der Stegbereich erstreckt sich vorzugsweise von einem Ende des Griffes zum Fußbereich. Der Stegbereich ist mit dem Fußbereich in einem Bereich von +15% bis -15% der Mitte der Länge des Fußbereiches verbunden. Seitlich betrachtet liegt der Bereich der Verbindung des Fußbereiches und dem Stegbereich unterhalb des Griffes bzw. Griffbereiches und ist vorzugsweise wenigstens 10% der Länge des Griffes bzw. Griffbereiches von der äußersten Erstreckung des Griffes bzw. Griffbereiches in Längsrichtung des Griffes bzw. Griffbereiches entfernt.

[0030] Der Fußbereich kann vorzugsweise eine Länge in einem Bereich von 100 bis 500 mm, insbesondere in einem Bereich von 120 bis 360 mm aufweisen. Der Fußbereich kann vorzugsweise eine Breite in einem Bereich von 20 bis 100 mm, ganz besonders bevorzugt in einem Bereich von 30 bis 60 mm aufweisen.

[0031] Der Fußbereich kann auf seiner dem Blatt zugewandten Seite eine offene Struktur, insbesondere eine Rippen- oder Wabenstruktur, aufweisen. Dadurch kann ein Verzug des Fußbereiches bei der Herstellung durch Spritzguss besonders gut verhindert werden.

[0032] Alternativ kann der Fußbereich für bestimmte Anwendungen (z.B. Glanzputz- /Venezianerkellen) auch kürzer sein und beispielsweise eine Länge in einem Bereich von 40 bis 200 mm aufweisen.

[0033] Der Fußbereich bzw. die Halbschalen einerseits und das Blatt andererseits sind vorzugsweise miteinander verklebt, insbesondere flüssig verklebt. Dies hat den Vorteil, dass auf Verschraubung oder Schweißbolzen wie im Stand der Technik verzichtet werden kann. Zwischen Fußbereich und Blatt ist vorzugsweise eine Klebeschicht (beispielsweise Flüssigkleber aus Acrylmaterial oder auf Polyurethanbasis) oder ein Klebeband (beispielsweise ein doppelseitiges Acrylklebeband) angeordnet. Die Klebeschicht ist vorzugsweise flexibel. Der Kleber der Klebeschicht ist vorzugsweise ein 1-Komponenten-Kleber. Der Kleber ist vorzugsweise ein Kleber auf Polyurethanbasis. Vorzugsweise ist das Blatt mit dem Fußbereich bzw. den Halbschalen schwimmend verklebt. Vorzugsweise ist zwischen Fußbereich und Blatt kein Zwischenblech angeordnet. Die Klebeschicht oder das Klebeband kann vorzugsweise eine Dicke in einem Bereich von 0,1 bis 5 mm, ganz besonders bevorzugt eine Dicke in einem Bereich von 0,5 bis 2 mm, aufweisen. Alternativ können Fußbereich bzw. die Halbschalen einerseits und das Blatt andererseits auch miteinander verschweißt sein.

[0034] Der Fußbereich weist vorzugsweise an den Längskanten einen Abstand zum Blatt in einem Bereich von 0 bis 0,5 mm auf. Der Fußbereich weist vorzugsweise entlang der Mittellinie in Längsrichtung einen Abstand zum Blatt in einem Bereich von 0,5 bis weniger als 3 mm auf.

[0035] Die Dicke des Fußbereiches beträgt in Längsrichtung in den äußersten 10% der Länge im Durchschnitt höchstens 70% der Dicke in der Mitte des Fußbereiches. Dadurch kann die Kraft vom Griff bzw. Griffbereich und Stegbereich noch besser auf den gesamten Fußbereich gleichmäßig verteilt werden.

[0036] Die Breite des Blattes liegt vorzugsweise in einem Bereich von 8 bis 50 cm, ganz besonders bevorzugt in einem Bereich von 10 bis 30 cm. Die Länge des Blattes liegt vorzugsweise in einem Bereich von 15 bis 80 cm, ganz besonders bevorzugt in einem Bereich von 20 bis 50 cm. Die Dicke des Blattes liegt vorzugsweise in einem Bereich von 0,2 bis 2 mm. Das Blatt ist vorzugsweise einstückig und insbesondere nicht aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt.

[0037] Vorzugsweise enthält der Griff bzw. Griffbereich 20 bis 40 Gew.% Kohlenstoffasern. Der Griff bzw. Griffbereich kann vorzugsweise auch 50 bis 90 Gew.% Kunststoff, besonders bevorzugt 60 bis 80 Gew.% Kunststoff enthalten. Der Griff bzw. Griffbereich kann beispielsweise auch 1 bis 15 Gew.% Metall enthalten (etwa durch Schrauben). Durch den niedrigen Metallgehalt kann sichergestellt werden, dass der Benutzer des Handwerkzeugs auch bei versehentlichem Berühren des Handwerkzeugs mit heißen Gegenständen den Griff bzw. Griffbereich durch die aufgrund des geringen Metallgehalts geringe Wärmeleitung festhalten kann. Vorzugsweise besteht der Griff bzw. Griffbereich aus einem anderen Material als das Blatt.

[0038] Vorzugsweise sind über 50 Gew.% des Materials des Griffes bzw. des Griffbereiches in den äußersten 5 mm gerechnet von der Außenoberfläche des Griffes angeordnet. Die Stütze ist vorzugsweise innen zumindest teilweise hohl. Insbesondere bevorzugt macht der Hohlraum innerhalb der Stütze einen Bereich von 20 bis 90 Vol% aus.

[0039] Vorzugsweise enthält der Stegbereich 20 bis 40 Gew.% Kohlenstoffasern. Der Stegbereich kann vorzugsweise auch 50 bis 90 Gew.% Kunststoff, besonders bevorzugt 60 bis 80 Gew.% Kunststoff enthalten. Der Stegbereich kann beispielsweise auch 1 bis 15 Gew.% Metall enthalten (etwa durch Schrauben). Vorzugsweise besteht der Stegbereich aus einem anderen Material als das Blatt.

[0040] Vorzugsweise enthält der Fußbereich 20 bis 40 Gew.% Kohlenstoffasern. Der Fußbereich kann vorzugsweise auch 50 bis 90 Gew.% Kunststoff, besonders bevorzugt 60 bis 80 Gew.% Kunststoff enthalten. Der Fußbereich kann beispielsweise auch 1 bis 15 Gew.% Metall enthalten (etwa durch Schrauben). Vorzugsweise besteht der Fußbereich aus einem anderen Material als das Blatt.

[0041] Vorzugsweise enthält eine Halbschale 20 bis 40 Gew.% Kohlenstoffasern. Eine Halbschale kann vorzugsweise auch 50 bis 90 Gew.% Kunststoff, besonders bevorzugt 60 bis 80 Gew.% Kunststoff enthalten. Eine Halbschale kann beispielsweise auch 1 bis 15 Gew.% Metall enthalten (etwa durch Schrauben). Eine zweite Halbschale hat vorzugsweise eine Zusammensetzung in gleicher Bevorzugung.

[0042] Vorzugsweise sind über 50 Gew.% des Materials der beiden zu Griff, Stegbereich und Fußbereich zusammengesetzten Halbschalen in den äußersten 5 mm gerechnet von der Außenoberfläche der zusammengesetzten Halbschalen angeordnet.

[0043] Vorzugsweise enthält die Stütze 20 bis 40 Gew.% Kohlenstoffasern. Die Stütze kann vorzugsweise auch 50 bis 90 Gew.% Kunststoff, besonders bevorzugt 60 bis 80 Gew.% Kunststoff enthalten. Die Stütze kann beispielsweise auch 1 bis 15 Gew.% Metall enthalten (etwa durch Schrauben). Vorzugsweise besteht die Stütze aus einem anderen Material als das Blatt.

[0044] Der Kunststoff ist vorzugsweise ausgewählt aus Polyvinylchlorid, Polypropylen, Polyethylen, thermoplastischen Elastomeren (TPE), Polyamid, und Kombinationen, Mischungen und Copolymeren derselben. Besonders bevorzugt handelt es sich bei dem Kunststoff um ein Polyamid. Vorzugsweise weisen die Monomere des Polyamids zusammen genommen zwischen 5 bis 15 Kohlenstoffatome in der Hauptkette auf. Das Polyamid kann beispielsweise aus einem Monomer oder aus zwei oder drei verschiedenen Monomeren aufgebaut sein.

[0045] Vorzugsweise liegt die Schmelztemperatur des Materials des Griffes und/oder des Kunststoffes in einem Bereich von 150 bis 350 °C, besonders bevorzugt in einem Bereich von 210 bis 300 °C. Dadurch kann gewährleistet werden, dass das Handwerkzeug auch bei kurzem Kontakt mit heißen Gegenständen auf einer Baustelle keinen Schaden nimmt.

[0046] Vorzugsweise liegt das Zugmodul des Materials des Griffes und/oder des Kunststoffes in einem Bereich von 10.000 bis 30.000 MPa. Das Zugmodul kann nach ISO 527 bei 1 mm/Minute gemessen werden. Dadurch kann sichergestellt werden, dass der Griff auch starker mechanischer Beanspruchung standhalten kann.

[0047] Die Bruchdehnung (strain at break) des Materials des Griffes und/oder des Kunststoffes liegt vorzugsweise in einem Bereich von 1 bis 5 %. Die Bruchdehnung kann beispielsweise gemäß ISO 527 gemessen werden.

[0048] Der Griff bzw. Griffbereich, der Stegbereich, der Fußbereich und/oder die Halbschalen bestehen vorzugsweise aus Spritzguss.

[0049] Das Blatt besteht vorzugsweise aus Metall oder Kunststoff, ganz besonders bevorzugt aus Stahl.Der Kunststoff kann mit den bevorzugten Ausführungsformen des Griffbereiches übereinstimmen.

[0050] In einer weiteren Ausführungsform wird die Aufgabe der vorliegenden Erfindung durch ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Handwerkzeugs gelöst, dadurch gekennzeichnet, dass man wenigstens den Griff bzw. Griffbereich aus zwei spritzgegossenen Halbschalen bildet, diese beiden Halbschalen miteinander kraftschlüssig verbindet und dann mit einem Metallteil des Handwerkzeugs verbindet.

[0051] Vorzugsweise ist das Handwerkzeug eine Kelle. Vorzugsweise ist das Metallteil ein Blatt einer Kelle. Vorzugsweise bildet man den Griff bzw. Griffbereich, den Stegbereich und den Fußbereich aus den beiden spritzgegossenen Halbschalen.

[0052] Weitere praktische Ausführungsformen und Vorteile der Erfindung sind nachfolgend im Zusammenhang mit den Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1
zeigt das erfindungsgemäße Handwerkzeug
Fig. 2
zeigt die Seitenansicht einer Halbschale


[0053] Die folgende Beschreibung der Figuren umfasst konkrete Beispiele, die bevorzugte Ausführungsformen betreffen und den Schutzbereich der Erfindung nicht beeinträchtigen sollen. Einzelne der im Folgenden beschriebenen Merkmale oder Kombinationen hiervon können zur Abgrenzung gegenüber dem Stand der Technik dienen.

[0054] Fig. 1 zeigt beispielhaft eine Glättekelle 10 als erfindungsgemäßes Handwerkzeug. Ein Griffbereich 12 ist mit einem Stegbereich 14 und einem Fußbereich 16 aus zwei Halbschalen 18a und 18b gebildet. So sind also jeweils die Hälfte des Griffes 12, des Stegbereiches 14 und des Fußbereiches 16einstückig in Form jeweils einer Halbschale 18a und 18b miteinander verbunden. Der Fußbereich 16 ist mit dem Blatt 20 verklebt. Die Halbschalen 18a und 18b können miteinander verschraubt sein.

[0055] Fig. 2 zeigt beispielhaft eine Halbschale 18a. Man erkennt den Teil der Halbschale 18a, der die Hälfte des Griffes 12 bildet. Man erkennt den Teil der Halbschale 18a, der die Hälfte des Stegbereiches 14 bildet. Und man erkennt den Teil der Halbschale 18a, der die Hälfte des Fußbereiches 16 bildet. Mit 22 ist die Projektionslinie bezeichnet, die vertikal zum Blatt in der Nähe der Mitte des Fußbereiches und der Nähe der Mitte des Griffbereiches verläuft.

[0056] Der Griffbereich 12, der Stegbereich 14 und der Fußbereich 16 bilden in diesem Beispiel zusammen die Stütze im Sinne der Erfindung.

[0057] Die in der vorliegenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein. Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsformen beschränkt. Sie kann im Rahmen der Ansprüche und unter Berücksichtigung der Kenntnisse des zuständigen Fachmanns variiert werden.

Bezugszeichenliste



[0058] 
10
Handwerkzeug
12
Griff
14
Stegbereich
16
Fußbereich
18a, 18b
Halbschalen
20
Blatt
22
Projektionslinie



Ansprüche

1. Handwerkzeug mit einem Griffbereich, wobei der Griffbereich überwiegend aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff besteht, der 10 bis 50 Gew.% Kohlenstofffasern enthält.
 
2. Handwerkzeug gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff ein Polyamid ist.
 
3. Handwerkzeug gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Handwerkzeug eine Kelle ist, die wenigstens einen Griffbereich, einen Stegbereich, einen Fußbereich und ein Blatt aufweist.
 
4. Handwerkzeug gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffbereich 1 bis 15 Gew.% Metall enthält.
 
5. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffbereich, der Stegbereich und/oder der Fußbereich aus zwei Halbschalen gebildet sind.
 
6. Handwerkzeug gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Griffbereich auch wenigstens eine Rippe angeordnet ist.
 
7. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Stegbereich einen durchschnittlichen Umfang von 30 bis 120 mm aufweist.
 
8. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Projektionslinie vertikal zum Blatt durch die die Mitte des Fußbereiches und die Mitte des Griffbereiches in Längsrichtung jeweils +/- 10% der Länge des Handwerkzeugs führt.
 
9. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Fußbereich und/oder die Halbschalen mit dem Blatt flüssig verklebt sind.
 
10. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Fußbereich eine Länge in einem Bereich von 100 bis 500 mm aufweist.
 
11. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewicht beider Halbschalen zusammen in einem Bereich von 100 bis 300 Gramm liegt.
 
12. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Griff beziehungsweise der Griffbereich von einem Griffmaterial zumindest teilweise umgeben ist.
 
13. Handwerkzeug gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass im Griffbereich und/oder in den Halbschalen Löcher angeordnet sind, die mit dem Griffmaterial gefüllt sind.
 
14. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Fußbereich auf seiner dem Blatt zugewandten Seite eine offene Struktur, insbesondere eine Rippen- oder Wabenstruktur, aufweist.
 
15. Verfahren zur Herstellung des Handwerkzeugs gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass man wenigstens den Griffbereich aus zwei spritzgegossenen Halbschalen bildet, diese beiden Halbschalen miteinander kraftschlüssig verbindet und dann mit einem Metallteil des Handwerkzeugs verbindet.
 




Zeichnung







Recherchenbericht












Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente