[0001] Die Erfindung betrifft ein Handwerkzeug mit Griffbereich sowie ein Verfahren zu dessen
Herstellung.
[0002] Handwerkzeuge mit Griffen und insbesondere Kellen wie beispielsweise Glättekellen
sind bereits bekannt. Bisherige Handwerkzeuge haben den Nachteil, dass sie vor allem
durch den Einsatz von Metall wie Stahl und Aluminium sehr schwer sind. Glättekellen
bestehen bisher in der Regel aus einem Blatt, einem Fuß, einem Steg und einem Griffbereich,
auf den in der Regel ein Griff aufgeschraubt oder aufgedrückt beziehungsweise aufgeklemmt
wird. Fuß, Steg und Griffbereich werden oft als Stütze bezeichnet.
[0003] WO2019167529A1 beschreibt eine Zange, deren Teile teilweise aus kohlefaserverstärktem Epoxidharz
bestehen können. Die Verschleißteile wie die Backen werden dabei aus Stahl hergestellt.
[0004] JP11006282A beschreibt eine Betonkelle mit einem langen und breiten Fußbereich und einem mittig
liegenden Stützenhals. Das Blatt der Kelle kann Kohlenstofffasern enthalten.
[0005] TW418761U beschreibt ein einteiliges Handwerkzeug, bei dem der Kern aus Stahl besteht und dieser
Kern einen Überzug aus einem Material versehen sein kann, das kohle- oder glasfaserverstärkt
ist.
[0006] Bisherige Glättekellen haben den Nachteil, dass der Griff über einen oder mehrere
Hälse mit dem Blatt so verbunden sind, dass die Kraft von der Hand des Benutzers nicht
optimal auf das Blatt übertragen werden kann. So sind die Hälse oder der Hals bisher
jeweils am Ende des Griffs angeordnet und dann jeweils direkt gerade quasi im rechten
Winkel mit dem Blatt verbunden. Bei den bisherigen Kellen sind Griff, Fuß und Steg
und vor allem Hals, also insgesamt die Stütze, oft mehrstückig und aus Metall, was
die bisherigen Kellen schwer und komplizierter herzustellen macht.
[0007] Bisher werden Kellen oft so hergestellt, dass ein oder zwei Metall-Bleche mit der
Metall-Stütze sowie einem aufgepressten Kunststoffgriff verbunden werden. Dabei erfolgt
die Verbindung von der Metall-Stütze und Zwischenblech oft mittels einer Verschweißung
unter Zuhilfenahme von Schweißbolzen. Die Verbindung zum eigentlichen Kellenblatt
erfolgt anschließend oft zusätzlich über eine Verklebung. Alternativ kann das Zwischenblech
auch direkt verschweißt oder verklebt sein.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Nachteile des Standes der
Technik zu überwinden. Vor allem soll eine Gewichtsreduzierung bei gleichen oder besseren
Eigenschaften oder auch ein Fingerschutz realisiert werden. Auch kann es eine Aufgabe
sein, den Druckpunkt nach hinten zu verlagern, damit es zu einer besseren Druckverteilung
auf der Stütze kommt.
[0009] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird in einer ersten Ausführungsform
durch ein Handwerkzeug mit einem Griff bzw. einem Griffbereich gelöst, wobei der Griff
bzw. Griffbereich überwiegend aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff besteht,
der 10 bis 50 Gew.% Kohlenstofffasern enthält. Der Griff und möglicherweise auch die
Stütze aus einem solchen Material ersetzen beispielsweise einen Griff oder auch die
Stütze aus Aluminium oder Stahl. Es hat sich herausgestellt, dass der beanspruchte
Bereich des Gehalts an Kohlenstofffasern optimal ist, um ein Material zu erhalten,
das den mechanischen Eigenschaften von Aluminium oder Stahl bei Handwerkzeugen gleichkommen
kann.
[0010] Der Griff weist vorzugsweise einen Griffbereich (beispielsweise der Stütze) und möglicherweise
auch ein Griffmaterial auf, wobei das Griffmaterial den Griffbereich zumindest teilweise
umgeben kann.
[0011] Das Handwerkzeug weist vorzugsweise keine relativ beweglichen Teile auf.
[0012] Das Handwerkzeug kann beispielsweise neben dem Griff auch einen Stegbereich, einen
Fußbereich und/oder ein Blatt aufweisen. Vorzugsweise ist der Griff beziehungsweise
Griffbereich ein Teil einer Stütze. Der Griff kann also auch als Griffbereich einer
Stütze ausgestaltet sein. Die Stütze weist vorzugsweise wenigstens einen Fußbereich,
einen Stegbereich und einen Griffbereich auf. Um den Griffbereich kann ein Griffmaterial
angeordnet sein, um beispielsweise den Griff zu erzeugen. Der Griff beinhaltet beispielsweise
einen Griffbereich. Der Griff kann auch zusätzlich zum Griffbereich ein Griffmaterial
aufweisen, wobei das Griffmaterial beispielsweise zumindest teilweise um den Griffbereich
herum angeordnet ist. Das Handwerkzeug kann vorzugsweise eine Kelle und insbesondere
eine Glättekelle sein. Das Handwerkzeug ist vorzugsweise eine Kelle, die wenigstens
ein Blatt und eine Stütze aufweist, wobei die Stütze einen Fußbereich, einen Stegbereich
und einen Griffbereich aufweist.
[0013] Der Griff im Sinne der Erfindung kann auch der Griffbereich der Stütze sein. Die
Stütze im Sinne der Erfindung kann einen Fußbereich, einen Stegbereich und einen Griffbereich
aufweisen.
[0014] Der Griffbereich des Griffes beziehungsweise der Stütze kann vorzugsweise über einen
Stegbereich mit einem Fußbereich verbunden sein. Der Fußbereich wiederum kann mit
dem Blatt der Kelle verbunden sein. Vorzugsweise sind zumindest ein Teil des Griffs
beziehungsweise Griffbereiches, ein Teil des Stegbereiches und ein Teil des Fußbereiches
einstückig miteinander verbunden. Vorzugsweise sind Griffbereich, Stegbereich und
Fußbereich ein- oder zweistückig ausgebildet. Besonders bevorzugt sind Griffbereich,
Stegbereich und Fußbereich zweistückig aus zwei Halbschalen ausgebildet. Diese Halbschalen
können beispielsweise (etwa durch Verklebung, Verschweißung, Verklemmung und/oder
Verschraubung) miteinander verbunden sein. Besonders bevorzugt sind die beiden Halbschalen
miteinander verschraubt. Dabei können beispielsweise schräge Anschraublaschen vorgesehen
sein. Die Halbschalen weisen vorzugsweise zumindest teilweise einen Kofferverschluss
zur Verbindung der Halbschalen auf. Die Halbschalen sind vorzugsweise wasserdicht
abgedichtet, so dass kein Wasser in den Hohlraum innerhalb der Halbschalen dringen
kann, wenn das Handwerkzeug beispielsweise länger in Wasser liegen sollte. Die Dichtung
kann durch den bereits erwähnten Kofferverschluss oder auch durch Verkleben oder Dichtmaterialien
realisiert sein.
[0015] Das Gewicht beider Halbschalen liegt vorzugsweise zusammen in einem Bereich von 100
bis 300 Gramm. Das Gewicht der Stütze liegt vorzugsweise in einem Bereich von 100
bis 300 g. Das Gewicht des Handwerkzeugs liegt vorzugsweise in einem Bereich von 150
bis 500 g.
[0016] Vorzugsweise sind die Halbschalen in ihrem Inneren durch Rippen verstärkt.
[0017] Das Handwerkzeug ist vorzugsweise beispielsweise aus mehreren Bauteileneinteilig
zusammengefügt. Dadurch kann beispielsweise das Blatt einer Kelle aus einem anderen
Material als der Griff und/oder Griffbereich ausgestaltet sein.
[0018] Der Griff und/oder Griffbereich kann vorzugsweise eine Länge in einem Bereich von
40 bis 140% der Länge des Fußbereiches aufweisen. Unabhängig davon kann der Griff
und/oder Griffbereich eine Länge in einem Bereich von 30 bis 90% der Länge des Blattes
aufweisen. Die Länge des Griffes und/oder Griffbereiches kann vorzugsweise in einem
Bereich von 100 bis 200 mm liegen. Die maximale Breite des Griffes bzw. Griffbereiches
kann vorzugsweise in einem Bereich von 20 bis 80 mm, insbesondere in einem Bereich
von 30 bis 60 mm liegen.
[0019] Vorzugsweise kann der Griff ein freiliegendes Ende aufweisen. Der Griff und/oder
Griffbereich kann auch ein Ende aufweisen, das mit dem Stegbereich (beispielsweise
einstückig) verbunden ist. Der Durchmesser des Griffes und/oder Griffbereiches nimmt
vorzugsweise von dem Ende, das mit dem Stegbereich verbunden ist, in Richtung des
Endes, das freiliegend ist, um wenigstens 10%, besonders bevorzugt um wenigstens 20%
zu. Dadurch rutscht das Werkzeug wie beispielsweise die Kelle nicht so leicht aus
der Hand.
[0020] Durch die Anpassung der Griff-Geometrie bzw. der Geometrie des Griffbereichs konnte
eine ergonomischere Handhabung des Handwerkzeugs wie beispielsweise der Glättekelle
erzielt werden. Im Zuge der Anwendungsrecherche wurde ermittelt, dass in der Anwendung
viele unterschiedliche Bewegungsabläufe zu Einsatz kommen können. Beispiele hierfür
sind das "Wischen" oder das flache Anpressen, die im Folgenden erläutert werden sollen.
[0021] Beim "Wischen" beziehungsweise Verputzen wird der Griff bzw. der Griffbereich zwischen
Handballen und Mittelhand bzw. Daumengrundgelenk geklemmt. Ziel dieses Arbeitsvorgangs
ist es, eine möglichst große Wandfläche durchgehend zu bearbeiten. Hierzu wird mit
Hilfe von Schulter- und Ellbogen-Bewegungen eine radiale Wisch-Bewegung ausgeführt.
Hierbei ist vor allem ein fester Sitz der Glättekelle auf der Hand sowie eine
schonende Daumenanlagefläche am Griff entscheidend, um diesen Arbeitsgang auch über
längere Zeiträume ausführen zu können.
[0022] Dazu kann der Stegbereich und/oder der Griffbereich so ausgestaltet sein, dass eine
Daumenanlage ausgebildet ist.
[0023] Das flache Anpressen des Handwerkzeugs wie beispielsweise der Glättekelle dient der
gezielten Verdichtung und optischen Nacharbeit an lokalen Stellen der Wand. Im Gegensatz
zum "Wischen" ist hierbei nicht die Quantität, sondern die Qualität der Bewegung entscheidend.
Dabei wird der Griff der Glättekelle üblicherweise von oben mit der Hand locker umschlossen.
Anschließend wird das Kellenblatt parallel zur Wand geführt. Beim konventionellen
Griff-Konzept ist hierfür ein abwinkeln des Handgelenks notwendig, was aus ergonomischer
Sicht eine dauerhafte Belastung darstellt und schnell zur Ermüdung führen kann. Deshalb
nimmt beispielsweise der Durchmesser des Griffes und/oder des Griffbereiches wie oben
beschrieben vorzugsweise ausgehend vom mit dem Stegbereich verbundenen Ende zu.
[0024] Vorzugsweise liegt der Schwerpunkt (nach Gewicht) des Handwerkzeugs wie beispielsweise
der Kelle in einem Bereich von der Mitte in Längsrichtung +/- 10% der Länge des Handwerkzeugs.
Vorzugsweise führt eine Projektionslinie vertikal zum Blatt durch die Fußmitte und
Griffmitte bzw. die Mitte des Fußbereiches und die Mitte des Griffbereiches in Längsrichtung
jeweils +/- 20% der Länge des Handwerkzeugs. Der Vorteil dieser bevorzugten Ausführungsformen
ist, dass das Handwerkzeug im Vergleich zu Handwerkzeugen aus dem Stand der Technik
gut austariert ist und daher leichter gehandhabt werden kann. Ist das Handwerkzeug
eine Kelle wie eine Glättekelle, können so Materialien wie Putz viel leichter glattgestrichen
werden als mit Kellen aus dem Stand der Technik.
[0025] Druckpunkt im Sinne der Erfindung ist der Punkt oder der Bereich, an dem die Kraft
der Hand des Benutzers auf das Werkzeug übertragen wird. Dies ist in der Regel der
Griffbereich.
[0026] Der Griff bzw. Griffbereich ist vorzugsweise von einem Griffmaterial zumindest teilweise
umgeben. Das Griffmaterial ist vorzugsweise ein elastisches Material. Das Griffmaterial
kann beispielsweise TPE (thermoplastisches Elastomer); Leder, Silikon oder eine beliebige
Kombination dieser Materialien sein (beispielsweise TPE mit Leder). Im Griffbereich
und/oder in den Halbschalen können Löcher angeordnet sein, die mit dem Griffmaterial
gefüllt sind. Das Griffmaterial weist vorzugsweise hinter den Löchern einen größeren
Durchmesser als der jeweilige Lochdurchmesser auf. Das Griffmaterial kann auch zumindest
Teile des Stegbereiches umschließen. Auf dem Griffbereich kann auch wenigstens eine
(beispielsweise eine auf jeder Seite des Griffbereichs) Rippe angeordnet sein. Dies
hat den Vorteil, dass sich das umschließende bzw. aufgespritzte Griffmaterial nicht
verdrehen kann. Besonders bevorzugt ist die Innenseite des Stegbereiches zumindest
teilweise von Griffmaterial umschlossen. Dies dient dem Fingerschutz vor allem des
Zeigefingers, der bei den Glättekellen des Standes der Technik aufgrund des fehlenden
Schutzes oft entzündet ist.
[0027] Der Griff bzw. Griffbereich weist vorzugsweise an seinem freiliegenden Ende eine
Endkappe beispielsweise zum Aufschlagen auf.
[0028] Vorzugsweise weist das Handwerkzeug nur einen Griff und/oder Griffbereich (und nicht
mehrere Griffe wie beispielsweise eine Zange) auf.
[0029] Der Griff bzw. Griffbereich kann mit einem Fußbereich über einen Stegbereich verbunden
sein. Der Stegbereich hat vorzugsweise einen durchschnittlichen Umfang von 30 bis
130 mm. Der Stegbereich hat vorzugsweise eine Länge in einem Bereich von 30 bis 100
mm. Der Stegbereich erstreckt sich vorzugsweise von einem Ende des Griffes zum Fußbereich.
Der Stegbereich ist mit dem Fußbereich in einem Bereich von +15% bis -15% der Mitte
der Länge des Fußbereiches verbunden. Seitlich betrachtet liegt der Bereich der Verbindung
des Fußbereiches und dem Stegbereich unterhalb des Griffes bzw. Griffbereiches und
ist vorzugsweise wenigstens 10% der Länge des Griffes bzw. Griffbereiches von der
äußersten Erstreckung des Griffes bzw. Griffbereiches in Längsrichtung des Griffes
bzw. Griffbereiches entfernt.
[0030] Der Fußbereich kann vorzugsweise eine Länge in einem Bereich von 100 bis 500 mm,
insbesondere in einem Bereich von 120 bis 360 mm aufweisen. Der Fußbereich kann vorzugsweise
eine Breite in einem Bereich von 20 bis 100 mm, ganz besonders bevorzugt in einem
Bereich von 30 bis 60 mm aufweisen.
[0031] Der Fußbereich kann auf seiner dem Blatt zugewandten Seite eine offene Struktur,
insbesondere eine Rippen- oder Wabenstruktur, aufweisen. Dadurch kann ein Verzug des
Fußbereiches bei der Herstellung durch Spritzguss besonders gut verhindert werden.
[0032] Alternativ kann der Fußbereich für bestimmte Anwendungen (z.B. Glanzputz- /Venezianerkellen)
auch kürzer sein und beispielsweise eine Länge in einem Bereich von 40 bis 200 mm
aufweisen.
[0033] Der Fußbereich bzw. die Halbschalen einerseits und das Blatt andererseits sind vorzugsweise
miteinander verklebt, insbesondere flüssig verklebt. Dies hat den Vorteil, dass auf
Verschraubung oder Schweißbolzen wie im Stand der Technik verzichtet werden kann.
Zwischen Fußbereich und Blatt ist vorzugsweise eine Klebeschicht (beispielsweise Flüssigkleber
aus Acrylmaterial oder auf Polyurethanbasis) oder ein Klebeband (beispielsweise ein
doppelseitiges Acrylklebeband) angeordnet. Die Klebeschicht ist vorzugsweise flexibel.
Der Kleber der Klebeschicht ist vorzugsweise ein 1-Komponenten-Kleber. Der Kleber
ist vorzugsweise ein Kleber auf Polyurethanbasis. Vorzugsweise ist das Blatt mit dem
Fußbereich bzw. den Halbschalen schwimmend verklebt. Vorzugsweise ist zwischen Fußbereich
und Blatt kein Zwischenblech angeordnet. Die Klebeschicht oder das Klebeband kann
vorzugsweise eine Dicke in einem Bereich von 0,1 bis 5 mm, ganz besonders bevorzugt
eine Dicke in einem Bereich von 0,5 bis 2 mm, aufweisen. Alternativ können Fußbereich
bzw. die Halbschalen einerseits und das Blatt andererseits auch miteinander verschweißt
sein.
[0034] Der Fußbereich weist vorzugsweise an den Längskanten einen Abstand zum Blatt in einem
Bereich von 0 bis 0,5 mm auf. Der Fußbereich weist vorzugsweise entlang der Mittellinie
in Längsrichtung einen Abstand zum Blatt in einem Bereich von 0,5 bis weniger als
3 mm auf.
[0035] Die Dicke des Fußbereiches beträgt in Längsrichtung in den äußersten 10% der Länge
im Durchschnitt höchstens 70% der Dicke in der Mitte des Fußbereiches. Dadurch kann
die Kraft vom Griff bzw. Griffbereich und Stegbereich noch besser auf den gesamten
Fußbereich gleichmäßig verteilt werden.
[0036] Die Breite des Blattes liegt vorzugsweise in einem Bereich von 8 bis 50 cm, ganz
besonders bevorzugt in einem Bereich von 10 bis 30 cm. Die Länge des Blattes liegt
vorzugsweise in einem Bereich von 15 bis 80 cm, ganz besonders bevorzugt in einem
Bereich von 20 bis 50 cm. Die Dicke des Blattes liegt vorzugsweise in einem Bereich
von 0,2 bis 2 mm. Das Blatt ist vorzugsweise einstückig und insbesondere nicht aus
verschiedenen Teilen zusammengesetzt.
[0037] Vorzugsweise enthält der Griff bzw. Griffbereich 20 bis 40 Gew.% Kohlenstoffasern.
Der Griff bzw. Griffbereich kann vorzugsweise auch 50 bis 90 Gew.% Kunststoff, besonders
bevorzugt 60 bis 80 Gew.% Kunststoff enthalten. Der Griff bzw. Griffbereich kann beispielsweise
auch 1 bis 15 Gew.% Metall enthalten (etwa durch Schrauben). Durch den niedrigen Metallgehalt
kann sichergestellt werden, dass der Benutzer des Handwerkzeugs auch bei versehentlichem
Berühren des Handwerkzeugs mit heißen Gegenständen den Griff bzw. Griffbereich durch
die aufgrund des geringen Metallgehalts geringe Wärmeleitung festhalten kann. Vorzugsweise
besteht der Griff bzw. Griffbereich aus einem anderen Material als das Blatt.
[0038] Vorzugsweise sind über 50 Gew.% des Materials des Griffes bzw. des Griffbereiches
in den äußersten 5 mm gerechnet von der Außenoberfläche des Griffes angeordnet. Die
Stütze ist vorzugsweise innen zumindest teilweise hohl. Insbesondere bevorzugt macht
der Hohlraum innerhalb der Stütze einen Bereich von 20 bis 90 Vol% aus.
[0039] Vorzugsweise enthält der Stegbereich 20 bis 40 Gew.% Kohlenstoffasern. Der Stegbereich
kann vorzugsweise auch 50 bis 90 Gew.% Kunststoff, besonders bevorzugt 60 bis 80 Gew.%
Kunststoff enthalten. Der Stegbereich kann beispielsweise auch 1 bis 15 Gew.% Metall
enthalten (etwa durch Schrauben). Vorzugsweise besteht der Stegbereich aus einem anderen
Material als das Blatt.
[0040] Vorzugsweise enthält der Fußbereich 20 bis 40 Gew.% Kohlenstoffasern. Der Fußbereich
kann vorzugsweise auch 50 bis 90 Gew.% Kunststoff, besonders bevorzugt 60 bis 80 Gew.%
Kunststoff enthalten. Der Fußbereich kann beispielsweise auch 1 bis 15 Gew.% Metall
enthalten (etwa durch Schrauben). Vorzugsweise besteht der Fußbereich aus einem anderen
Material als das Blatt.
[0041] Vorzugsweise enthält eine Halbschale 20 bis 40 Gew.% Kohlenstoffasern. Eine Halbschale
kann vorzugsweise auch 50 bis 90 Gew.% Kunststoff, besonders bevorzugt 60 bis 80 Gew.%
Kunststoff enthalten. Eine Halbschale kann beispielsweise auch 1 bis 15 Gew.% Metall
enthalten (etwa durch Schrauben). Eine zweite Halbschale hat vorzugsweise eine Zusammensetzung
in gleicher Bevorzugung.
[0042] Vorzugsweise sind über 50 Gew.% des Materials der beiden zu Griff, Stegbereich und
Fußbereich zusammengesetzten Halbschalen in den äußersten 5 mm gerechnet von der Außenoberfläche
der zusammengesetzten Halbschalen angeordnet.
[0043] Vorzugsweise enthält die Stütze 20 bis 40 Gew.% Kohlenstoffasern. Die Stütze kann
vorzugsweise auch 50 bis 90 Gew.% Kunststoff, besonders bevorzugt 60 bis 80 Gew.%
Kunststoff enthalten. Die Stütze kann beispielsweise auch 1 bis 15 Gew.% Metall enthalten
(etwa durch Schrauben). Vorzugsweise besteht die Stütze aus einem anderen Material
als das Blatt.
[0044] Der Kunststoff ist vorzugsweise ausgewählt aus Polyvinylchlorid, Polypropylen, Polyethylen,
thermoplastischen Elastomeren (TPE), Polyamid, und Kombinationen, Mischungen und Copolymeren
derselben. Besonders bevorzugt handelt es sich bei dem Kunststoff um ein Polyamid.
Vorzugsweise weisen die Monomere des Polyamids zusammen genommen zwischen 5 bis 15
Kohlenstoffatome in der Hauptkette auf. Das Polyamid kann beispielsweise aus einem
Monomer oder aus zwei oder drei verschiedenen Monomeren aufgebaut sein.
[0045] Vorzugsweise liegt die Schmelztemperatur des Materials des Griffes und/oder des Kunststoffes
in einem Bereich von 150 bis 350 °C, besonders bevorzugt in einem Bereich von 210
bis 300 °C. Dadurch kann gewährleistet werden, dass das Handwerkzeug auch bei kurzem
Kontakt mit heißen Gegenständen auf einer Baustelle keinen Schaden nimmt.
[0046] Vorzugsweise liegt das Zugmodul des Materials des Griffes und/oder des Kunststoffes
in einem Bereich von 10.000 bis 30.000 MPa. Das Zugmodul kann nach ISO 527 bei 1 mm/Minute
gemessen werden. Dadurch kann sichergestellt werden, dass der Griff auch starker mechanischer
Beanspruchung standhalten kann.
[0047] Die Bruchdehnung (strain at break) des Materials des Griffes und/oder des Kunststoffes
liegt vorzugsweise in einem Bereich von 1 bis 5 %. Die Bruchdehnung kann beispielsweise
gemäß ISO 527 gemessen werden.
[0048] Der Griff bzw. Griffbereich, der Stegbereich, der Fußbereich und/oder die Halbschalen
bestehen vorzugsweise aus Spritzguss.
[0049] Das Blatt besteht vorzugsweise aus Metall oder Kunststoff, ganz besonders bevorzugt
aus Stahl.Der Kunststoff kann mit den bevorzugten Ausführungsformen des Griffbereiches
übereinstimmen.
[0050] In einer weiteren Ausführungsform wird die Aufgabe der vorliegenden Erfindung durch
ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Handwerkzeugs gelöst, dadurch
gekennzeichnet, dass man wenigstens den Griff bzw. Griffbereich aus zwei spritzgegossenen
Halbschalen bildet, diese beiden Halbschalen miteinander kraftschlüssig verbindet
und dann mit einem Metallteil des Handwerkzeugs verbindet.
[0051] Vorzugsweise ist das Handwerkzeug eine Kelle. Vorzugsweise ist das Metallteil ein
Blatt einer Kelle. Vorzugsweise bildet man den Griff bzw. Griffbereich, den Stegbereich
und den Fußbereich aus den beiden spritzgegossenen Halbschalen.
[0052] Weitere praktische Ausführungsformen und Vorteile der Erfindung sind nachfolgend
im Zusammenhang mit den Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- zeigt das erfindungsgemäße Handwerkzeug
- Fig. 2
- zeigt die Seitenansicht einer Halbschale
[0053] Die folgende Beschreibung der Figuren umfasst konkrete Beispiele, die bevorzugte
Ausführungsformen betreffen und den Schutzbereich der Erfindung nicht beeinträchtigen
sollen. Einzelne der im Folgenden beschriebenen Merkmale oder Kombinationen hiervon
können zur Abgrenzung gegenüber dem Stand der Technik dienen.
[0054] Fig. 1 zeigt beispielhaft eine Glättekelle 10 als erfindungsgemäßes Handwerkzeug.
Ein Griffbereich 12 ist mit einem Stegbereich 14 und einem Fußbereich 16 aus zwei
Halbschalen 18a und 18b gebildet. So sind also jeweils die Hälfte des Griffes 12,
des Stegbereiches 14 und des Fußbereiches 16einstückig in Form jeweils einer Halbschale
18a und 18b miteinander verbunden. Der Fußbereich 16 ist mit dem Blatt 20 verklebt.
Die Halbschalen 18a und 18b können miteinander verschraubt sein.
[0055] Fig. 2 zeigt beispielhaft eine Halbschale 18a. Man erkennt den Teil der Halbschale
18a, der die Hälfte des Griffes 12 bildet. Man erkennt den Teil der Halbschale 18a,
der die Hälfte des Stegbereiches 14 bildet. Und man erkennt den Teil der Halbschale
18a, der die Hälfte des Fußbereiches 16 bildet. Mit 22 ist die Projektionslinie bezeichnet,
die vertikal zum Blatt in der Nähe der Mitte des Fußbereiches und der Nähe der Mitte
des Griffbereiches verläuft.
[0056] Der Griffbereich 12, der Stegbereich 14 und der Fußbereich 16 bilden in diesem Beispiel
zusammen die Stütze im Sinne der Erfindung.
[0057] Die in der vorliegenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen
für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich
sein. Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsformen beschränkt.
Sie kann im Rahmen der Ansprüche und unter Berücksichtigung der Kenntnisse des zuständigen
Fachmanns variiert werden.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 10
- Handwerkzeug
- 12
- Griff
- 14
- Stegbereich
- 16
- Fußbereich
- 18a, 18b
- Halbschalen
- 20
- Blatt
- 22
- Projektionslinie
1. Handwerkzeug mit einem Griffbereich, wobei der Griffbereich überwiegend aus kohlenstofffaserverstärktem
Kunststoff besteht, der 10 bis 50 Gew.% Kohlenstofffasern enthält.
2. Handwerkzeug gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff ein Polyamid ist.
3. Handwerkzeug gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Handwerkzeug eine Kelle ist, die wenigstens einen Griffbereich, einen Stegbereich,
einen Fußbereich und ein Blatt aufweist.
4. Handwerkzeug gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffbereich 1 bis 15 Gew.% Metall enthält.
5. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffbereich, der Stegbereich und/oder der Fußbereich aus zwei Halbschalen gebildet
sind.
6. Handwerkzeug gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Griffbereich auch wenigstens eine Rippe angeordnet ist.
7. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Stegbereich einen durchschnittlichen Umfang von 30 bis 120 mm aufweist.
8. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Projektionslinie vertikal zum Blatt durch die die Mitte des Fußbereiches und
die Mitte des Griffbereiches in Längsrichtung jeweils +/- 10% der Länge des Handwerkzeugs
führt.
9. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Fußbereich und/oder die Halbschalen mit dem Blatt flüssig verklebt sind.
10. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Fußbereich eine Länge in einem Bereich von 100 bis 500 mm aufweist.
11. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewicht beider Halbschalen zusammen in einem Bereich von 100 bis 300 Gramm liegt.
12. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Griff beziehungsweise der Griffbereich von einem Griffmaterial zumindest teilweise
umgeben ist.
13. Handwerkzeug gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass im Griffbereich und/oder in den Halbschalen Löcher angeordnet sind, die mit dem Griffmaterial
gefüllt sind.
14. Handwerkzeug gemäß einem der Ansprüche 3 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Fußbereich auf seiner dem Blatt zugewandten Seite eine offene Struktur, insbesondere
eine Rippen- oder Wabenstruktur, aufweist.
15. Verfahren zur Herstellung des Handwerkzeugs gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass man wenigstens den Griffbereich aus zwei spritzgegossenen Halbschalen bildet, diese
beiden Halbschalen miteinander kraftschlüssig verbindet und dann mit einem Metallteil
des Handwerkzeugs verbindet.