[0001] Die Erfindung betrifft einen Faltdeckel zum Abdecken einer Behälteröffnung aus einem
recyclebaren Material sowie eine Anordnung und ein Verfahren zum Verpacken eines Artikels.
Hintergrund
[0002] Zum Verpacken können Artikel in einem Behälter aufgenommen werden, beispielsweise
einer Schale, einer Faltschachtel oder einem Karton, wobei eine Behälteröffnung, durch
welche hindurch der Artikel in dem Behälter eingebracht wird, dann mit einem Deckel
verschlossen wird. Beispielsweise ist es im Zusammenhang mit Faltkartons bekannt,
dass der Deckel mit Deckelelementen ausgebildet wird, die zum Verschließen der Kartonöffnung
von außen nach innen geschwenkt werden, so dass die Deckelelemente in der die Kartonöffnung
verschließenden Stellung teilweise miteinander überlappen.
Zusammenfassung
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Faltdeckel zum Abdecken einer Behälteröffnung
aus einem recyclebaren Material sowie eine Anordnung und ein Verfahren zum Verpacken
eines Artikels zu schaffen, mit denen ein Deckel für unterschiedliche Behälter flexibel
bereitgestellt werden kann.
[0004] Zur Lösung sind ein Faltdeckel zum Abdecken einer Behälteröffnung aus einem recyclebaren
Material nach dem unabhängigen Anspruch 1 sowie eine Anordnung und ein Verfahren zum
Verpacken eines Artikels nach den nebengeordneten Ansprüchen 11 und 16 geschaffen.
Ausgestaltungen sind Gegenstand von abhängigen Ansprüchen.
[0005] Nach einem Aspekt ist ein Faltdeckel zum Abdecken einer Behälteröffnung aus einem
recyclebaren Material geschaffen, der Folgendes aufweist: ein Basiselement; eine Aufnahmeöffnung,
die in dem Basiselement gebildet und eingerichtet ist, einen Behälter für einen zu
verpackenden Artikel aufzunehmen, derart, dass eine Behälteröffnung des Behälters
im Bereich der Aufnahmeöffnung angeordnet ist; und wenigstens drei Flügelelementen,
die entlang eines in Bezug auf die Aufnahmeöffnung außenliegenden Rands des Basiselements
umlaufend über eine jeweiligen Faltbereich an dieses einstückig angeformt sind. Die
wenigstens drei Flügelelemente sind jeweils zwischen einer geöffneten Stellung, in
welcher die Aufnahmeöffnung freigegeben ist, und einer geschlossenen Stellung schwenkbar
sind, in welcher die wenigstens drei Flügelelemente die Aufnahmeöffnung vollständig
oder vollflächig bedecken, wobei benachbarte der wenigstens drei Flügelelemente in
der geschlossenen Stellung wenigstens teilweise überlappen, insbesondere mit Blick
von oben auf den Faltdeckel.
[0006] Nach einem weiteren Aspekt ist eine Anordnung zum Verpacken eines Artikels geschaffen,
die Folgendes aufweist: einen Behälter aus einem recyclebaren Material mit einer Behälteröffnung,
wobei der Behälter eingerichtet ist, einen Artikel (über die Behälteröffnung) aufzunehmen,
und einen Faltdeckel der vorgenannten Art. Der Behälter ist in der Aufnahmeöffnung
des Basiselements des Faltdeckels aufgenommen, derart, dass die Behälteröffnung im
Bereich der Aufnahmeöffnung angeordnet ist, und die wenigstens drei Flügelelemente
sind jeweils in der geschlossenen Stellung angeordnet und bedecken so die Aufnahmeöffnung
vollständig.
[0007] Ein anderer Aspekt betrifft ein Verfahren zum Verpacken eines Artikels, aufweisend:
Bereitstellen eines Faltdeckels; Bereitstellen eines Behälters aus einem recyclebaren
Material mit einer Behälteröffnung; Anordnen eines Artikels in dem Behälter durch
die Behälteröffnung; Anordnen des Behälters in der Aufnahmeöffnung des Basiselements
des Faltdeckels, derart, dass die Behälteröffnung im Bereich der Aufnahme-öffnung
angeordnet ist; und Schwenken der wenigstens drei Flügelelemente jeweils aus der geöffneten
Stellung in die geschlossenen Stellung, so dass die Aufnahmeöffnung mittels der wenigstens
drei Flügelelemente vollständig bedeckt wird. Der Artikel kann vor und / oder nach
dem Anordnen des Behälters in der Aufnahmeöffnung in diesem eingebracht werden.
[0008] Mit Hilfe der vorgeschlagenen Technologie ist es ermöglicht, den Faltdeckel aus recyclebarem
Material unabhängig von dem Behälter individuell herzustellen. Nach dem Herstellen
des Faltdeckels kann der Behälter, bei dem die Behälteröffnung mit Hilfe des Faltdeckels
verdeckt oder abgedeckt werden soll, in die Aufnahmeöffnung des Basiselements des
Faltdeckels eingesetzt werden, um nachfolgend dann die wenigstens drei Flügel- oder
Deckelelemente jeweils in die geschlossene Stellung zu schwenken, so dass die Aufnahmeöffnung
des Basiselements und damit die hierin angeordnete Behälteröffnung des Behälters vollständig
bedeckt und verschlossen wird. Bei der Verpackungsanordnung können also Behälter einerseits
und Faltdeckel andererseits unabhängig voneinander hergestellt werden, zum Beispiel
aus unterschiedlichen Materialien oder im Fall gleicher Materialien wahlweise unter
Verwendung unterschiedlicher Herstellungsschritte.
[0009] Beispielsweise ist es so ermöglicht, eine Anordnung für eine Verpackung eines Lebensmittels
bereitzustellen, welches in dem Behälter aufgenommen und mit Hilfe des Faltdeckels
dann geschlossen verpackt werden kann.
[0010] Die wenigstens drei Flügelelemente können zumindest im Bereich der einstückigen Anformung
an das Basisteil mit gleicher Elementbreite entlang des außenliegenden Rands des Basiselements
gebildet sein. Die wenigstens drei Flügelelemente können formgleich und im Wesentlichen
mit gleichen Abmessungen ausgeführt sein.
[0011] Mit Blick von oben auf den Faltdeckel kann das Basiselement eine Dreieck- oder eine
Viereckform aufweisen, wobei letzteres mindestens eine Viereckform ist. Entlang der
geraden Randbereiche sind die Flügelelemente einstückig an das Basiselement angeformt.
[0012] Die Aufnahmeöffnung im Basiselement, die dazu dient, den Behälter aufzunehmen, kann
einen runden oder einen eckigen Querschnitt aufweisen. Der im Vergleich zum außenliegenden
Rand die Aufnahmeöffnung umgreifende innenliegende Wand kann umlaufend um die Aufnahmeöffnung
durchgehend ausgebildet sein.
[0013] Der Faltdeckel kann beispielsweise aus einem Papier oder einem Pappmaterial hergestellt
sein, wobei wahlweise eine Materialbeschichtung vorgesehen sein kann.
[0014] Die wenigstens drei Flügel- oder Deckelemente können entlang des außenliegenden Rands
des Basiselements umlaufend durchgehend an dieses einstückig angeformt sein. Bei dieser
Ausführungsform erfassen die wenigstens drei Flügelelemente, die entlang des außenliegenden
Rands an das Basiselement angeformt sind, den außenliegenden Rand umlaufend durchgehend,
was eine möglichst dichten Verschluss der Behälteröffnung durch die Flügelelemente
in der geschlossenen Stellung unterstützt.
[0015] Die benachbarten der wenigstens drei Flügelelemente können in der geschlossenen Stellung
beginnend in einem proximalen Flügelelementabschnitt überlappen, welcher ausgehend
von der einstückigen Anformung an das Basiselement gebildet ist. Bereits von dem Bereich
der einstückigen Anformung der wenigstens drei Flügelelemente an das Baiselement ausgehend
findet hier eine Überlappung zwischen Bereichen benachbarter Flügelelemente statt.
[0016] Die benachbarten der wenigstens drei Flügelelemente können in der geschlossenen Stellung
in einem in Bezug auf die einstückge Anformung an dem Basiselement distalen Flügelelementabschnitt
überlappen. Bei dieser Ausgestaltung ist die Überlappung wenigstens zwischen benachbarten
der Flügelelemente im Bereich von Flügelelementabschnitten ausgebildet, die in Bezug
auf den Bereich der einstückigen Anformung des Flügelelements an das Basiselement
distal ausgebildet sind.
[0017] Die benachbarten der wenigstens drei Flügelelemente können in der geschlossenen Stellung
beginnend in dem proximalen Flügelelementabschnitt bis hin zum distalen Flügelelementabschnitt
durchgehend überlappen. Bei diesem Ausführungsbeispiel erstreckt sich das Überlappen
zwischen Abschnitten von benachbarten Flügelelementen ausgehend vom proximalen Bereich
der Flügelelemente benachbart zu der einstückigen Anformung bis hin zum distalen Bereich
der Flügelelemente durchgehend, was einen möglichst dichten Verschluss der Behälteröffnung
mit Hilfe des Faltdeckels weiter unterstützt.
[0018] An dem Basiselement kann um die Aufnahmeöffnung umlaufend eine Auflagefläche gebildet
sein, die eingerichtet ist, beim Anordnen des Behälters in der Aufnahmeöffnung einen
Behälterrand zu stützen. Bei einer Ausführungsform kann das Basiselement im Bereich
der Auflagefläche verstärkt sein, beispielsweise mittels größerer Materialdicke. Im
Bereich der Auflagefläche kommt der Behälterrand des Behälters, wenn dieser in der
Aufnahmeöffnung angeordnet ist, zur Auflage (Berührungskontakt), sei es umlaufend
um die Aufnahmeöffnung durchgehend oder unterbrochen. Auf diese Weise ist verhindert,
dass der Behälter durch die Aufnahmeöffnung hindurchrutscht und so sicher in der Aufnahmeöffnung
des Basiselements angeordnet werden kann. Der Behälterrand des Behälters bildet eine
Art Anschlag bis zu dem der Behälter in die Aufnahmeöffnung und durch diese hindurch
eingeführt werden kann.
[0019] Der Faltbereich kann mit einer jeweiligen Faltlinie gebildet sein entlang welcher
das Flügelelement beim Schwenken zwischen der geöffneten und der geschlossenen Stellung
faltbar ist. Die jeweilige Faltlinie kann mit einer oder mehreren Materialschwächungen
ausgebildet sein, so dass Sollknick- oder Faltstellen bereitgestellt sind, die das
Schwenken oder Falten der Flügelelemente erleichtern. Die Faltlinien können bei dieser
oder anderen Ausgestaltungen entlang des außenliegenden Rands des Basiselements deckungsgleich
mit diesem verlaufen.
[0020] Die Faltlinien der benachbarten der wenigstens drei Flügelelemente können endseitig
aneinanderstoßend ausgebildet sein. Bei dieser Ausführungsform wird eine umlaufend
um das Basiselement durchgehend ausgebildete Faltlinie bereitgestellt, entlang welcher
die wenigstens drei Flügelelemente einstückig an das Basiselement angeformt sind.
[0021] Die wenigstens drei Flügelelemente können jeweils von der einstückigen Anformung
an das Basiselement ausgehend umlaufend eine gekrümmte oder gebogene Randkontur aufweisen.
Die Krümmung kann zum Beispiel eine konkave Krümmung sein.
[0022] Die wenigstens drei Flügelelemente können in der geschlossenen Stellung aufgrund
der Überlappung die geschlossene Stellung selbsthaltend angeordnet sein. Hierbei können
die Flügelelemente in der geschlossenen Stellung frei von zusätzlichen Sicherungsmitteln
selbsthaltend angeordnet sein, also beispielsweise frei von Haft- oder Klebemitteln,
die in anderen Ausgestaltungen vorgesehen sein können, um die Flügelelemente in der
geschlossenen Stellung zu sichern. Ein Ineinanderstecken oder -schieben zum Ausbilden
der Überlappung zwischen den Flügelelementen kann die selbsthaltende oder -sichernde
Anordnung der Flügelelemente in der geschlossenen Stellung unterstützen, wenn hierdurch
die Behälteröffnung verschlossen oder bedeckt ist.
[0023] Die vorangehend im Zusammenhang mit dem Faltdeckel beschriebenen Ausgestaltungen
können in Verbindung mit der Anordnung zum Verpacken eines Artikels entsprechend vorgesehen
sein.
[0024] Bei der Anordnung kann sich der Behälterrand des Behälters auf der Auflagefläche
abstützen, die an dem Basiselement um die Aufnahmeöffnung umlaufend durchgehend oder
unterbrochen ausgebildet ist. Die Abstützung des Behälterrands des in der Aufnahmeöffnung
des Basiselements angeordneten Behälters auf der Auflagefläche kann umlaufend durchgehend
oder unterbrochen ausgebildet sein.
[0025] Bei dem Behälter kann es sich beispielsweise um eine Behälterschale handeln. In einem
Ausführungsbeispiel ist der Behälter aus einem Blattmaterial einer Pflanze hergestellt.
Auch bei anderen Ausgestaltungen des Behälters wie Teller, Becher oder Schüssel kann
eine Ausbildung des Behälters aus dem Blattmaterial vorgesehen sein. Bei dieser oder
anderen Ausgestaltungen kann in dem Behälter ein Lebensmittel aufgenommen sein, welches
dann mit Hilfe des Faltdeckels verpackt wird. Als Blattmaterial kann beispielsweise
ein Palmblatt verwendet werden, welches in an sich bekannter Art und Weise zu einem
Behälter verarbeitet wird.
[0026] Zumindest ein Teil der Flügelelemente, die bei einem Ausführungsbeispiel einander
gegenüberliegend angeordnet sind, können im Bereich des distalen Flügelelementabschnitts
eine Grifflasche aufweisen, die sich zum Beispiel in (nur) einer Hälfte des zugeordneten
Flügelelements außenliegend erstrecken kann. Die Grifflaschen können im gefalteten
oder eingeklappten Zustand ineinandergreifen, so dass die Flügelelemente selbsthaltend
in der gefalteten Stellung angeordnet sind.
[0027] Randabschnitt, in welchem benachbarte der Flügelelemente aneinander stoßen, können
innenliegend angeordnet sein, derart, dass hierzu außenliegend Flügelteilelemente
angeordnet sind, die an die benachbarten der Flügelelemente jeweils faltbar einstückig
angeformt sind, was ein dichtes Verschließen mittels des weiteren Faltdeckels in Eckbereichen
des gefalteten Faltdeckels weiter unterstützt.
[0028] Beim Herstellen des Behälters Folgendes vorgesehen sein: Bereitstellen eines Behältermaterials
aus einem Blattmaterial einer Pflanze; Formen des Behältermaterials zu einem dreidimensionalen
Verpackungsbehälter mit einer Behälteröffnung und einem die Behälteröffnung umgebenden
Behälterrand; und Herstellen eines Siegelrands auf einer Deckfläche des Behälterrands,
wobei hierbei die Deckfläche des Behälterrands mittels Anschleifen angeschliffen wird.
[0029] Als Blattmaterial kann ein Palmblatt verwendet werden, wahlweise ein Zuschnitt des
Palmblatts. Beim Herstellen des Behälters wird ein Rohling mittels Formen in einem
Formwerkzeug unter Anwendung von Druck und Temperatur ausgehend von dem Behältermaterial
(Palmblatt) der hergestellt, um dann den Siegelrand auszubilden. Hierbei wird der
Rand in einem Schleifprozess glättend angeschliffen.
[0030] Nach dem Anordnen des Artikel in dem dreidimensionalen Verpackungsbehälter durch
die Behälteröffnung hindurch kann die Behälteröffnung in einem Ausführungsbeispiel
zunächst (ergänzend) mittels einer Siegelfolie verschlossen werden, wobei hierbei
die Siegelfolie mit dem Siegelrand haftmittelfrei haftend verbunden wird. Der Faltdeckel
bildet bei dieser Ausgestaltung eine äußere Abdeckung der schon mit der Siegelfolie
versehenen Behälteröffnung.
[0031] Der Behälter weist bei einer Ausführungsform Folgendes auf: einen dreidimensionalen
Verpackungsbehälter aus einem Blattmaterial einer Pflanze; eine Behälteröffnung; einen
Behälterrand, der an dem dreidimensionalen Verpackungsbehälter die Behälteröffnung
umgebend gebildet ist; und einen Siegelrand, der auf einer Deckfläche des Behälterrands
als angeschliffene Fläche gebildet ist, wahlweise (nach dem Einbringen des Artikels)
eine Versiegelung, die mit einer Siegelfolie gebildet ist, welche mit dem Siegelrand
haftmittelfrei haftend verbunden ist.
[0032] Die Siegelverbindung zwischen der Siegelfolie und dem Behälterrand kann hierbei ausschließlich
im Bereich des Siegelrands hergestellt werden, der zuvor mittels Anschleifen im Bereich
der Deckfläche des Behälterrands hergestellt wurde. Zumindest die Unterseite des Behälterrands
ist dann materialsparend frei von der Siegelfolie, die also nicht von der Deckfläche
um den äußeren Rand des Behälterrands nach unten umgeschlagen werden muss.
[0033] Die Formulierung "haftmittelfrei" im Sinne der vorliegenden Anmeldung bedeutet, dass
beim Versiegeln zusätzlich zur Siegelfolie keine Haftmittel zum Einsatz kommen. Die
Siegelfolie selbst kann in einer möglichen Ausgestaltung oberflächenseitig eine Lackbeschichtung
(Siegellack) aufweisen, die beim Versiegeln zumindest teilweise aufschmilzt, wodurch
die Haftung der Siegelfolie am Siegelrand allein ausgebildet oder unterstützt wird.
[0034] Bei dem Ausführungsbeispiel ist es ermöglicht, den aus einem pflanzlichen Material
hergestellten dreidimensionalen Verpackungsbehälter nach dem Einbringen des zu verpackenden
Artikels mittels der Siegelfolie zu verschließen, indem zwischen dem Siegelrand auf
der Deckfläche des Behälterrands und der Siegelfolie eine geschlossene Siegelverbindung
ausgebildet wird. Der Behälterrand wird zum Herstellen des Siegelverschlusses angeschliffen,
so dass der Siegelrand bereitgestellt ist, in dessen Bereich dann die haftende (aber
haftmittelfreie) Verbindung mit der Siegelfolie hergestellt wird. Zum Ausbilden des
Siegelrands werden im Bereich der Deckfläche des Behälterrands mittels des Anschleifens
zum Beispiel Rückstände entfernt, die sich beim zuvor ausgeführten Formen des Behältermaterials
hier ablagern können und die Ausbildung der haftenden Verbindung mit der Siegelfolie
behindern können. Auch kann mittels des Anschleifens die Oberflächenkontur im Bereich
der Deckfläche des Behälterrands zum Herstellen des Siegelrands gezielt beeinflusst
werden. Hierdurch ist es anschließend ermöglicht, ohne zusätzliches Haftmittel eine
gut haftende Verbindung zwischen der Siegelfolie und dem dreidimensionalen Verpackungsbehälter
im Bereich des Siegelrands auszubilden.
[0035] Als Siegelfolie kann eine Kunststofffolie verwendet werden. Es kann vorgesehen sein,
dass die Siegelfolie als eine biologisch abbaubare Folie ausgeführt ist, insbesondere
aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff. Die Siegelfolie kann als Ein- oder Mehrschichtmaterial
ausgebildet sein. Die Siegelfolie kann aus einem ölbasierten Kunststoff bestehen,
zum Beispiel PET (Polyethylenterephthalat) oder dergleichen. Auch andere Kunststoffen
können verwendet werden, zum Beispiel auf Basis eines PLA-Kunststoffs (PLA - Polylactid)
oder eines PAK-Kunststoffs (PAK - Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe).
[0036] Die vorangehend erläuterten Ausgestaltungen können im Zusammenhang mit dem Verfahren
zum Verpacken eines Artikels entsprechend vorgesehen sein.
Beschreibung von Ausführungsbeispielen
[0037] Im Folgenden werden weitere Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf Figuren einer
Zeichnung erläutert. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Faltdeckels mit umlaufend angeordneten Flügelelementen
in einer geöffneten Stellung von oben;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Anordnung mit dem Faltdeckel aus Fig. 1 sowie
einem hierüber angeordneten Behälter, wobei Flügelelemente des Faltdeckels in einer
geöffneten Stellung angeordnet sind;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung der Anordnung aus Fig. 2, wobei nun der Behälter in
einer Aufnahmeöffnung des Faltdeckels angeordnet und die Behälteröffnung des Behälters
mit Hilfe der Flügelelemente des Faltdeckels in der geschlossenen Stellung bedeckt
oder verschlossen ist;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung von weiteren Faltdeckeln in unterschiedlichen Ausführungsformen;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines weiteren Faltdeckels mit umlaufend angeordneten
Flügelelementen in einer geöffneten Stellung von oben und
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer Anordnung mit dem weiteren Faltdeckel aus Fig.
5 sowie einem Behälter, welcher in der Aufnahmeöffnung des weiteren Faltdeckels aufgenommen
und dessen Behälteröffnung dann mittels der Flügelelemente des weiteren Faltdeckels
bedeckt wird.
[0038] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Faltdeckels 1 von oben. Ein Basiselement
2 weist eine Aufnahmeöffnung 3 auf, die als Durchbruch (schraffiert) ausgebildet ist.
In der dargestellten Ausführungsform weist die Aufnahmeöffnung 3 einen runden Querschnitt
auf. Alternativ kann der Querschnitt auch eckig ausgebildet sein.
[0039] Um einen (innenliegenden) Öffnungsrand 4 der Aufnahmeöffnung 3 herum ist umlaufend
eine Auflagefläche 5 an dem Basiselement 2 ausgebildet.
[0040] Entlang eines außenliegenden Rands 6 des Basiselements 2 sind umlaufend Flügelelemente
7 einstückig an das Basiselement 2 angeformt. Den Flügelelementen 7 ist eine jeweilige
Falt- oder Knicklinie 8 zugeordnet, die entlang des außenliegenden Rands 6 des Basiselements
2 verläuft, zum Beispiel als materialgeschwächter Bereich, wobei benachbarte Faltlinien
8 endseitig aneinanderstoßen. Die Flügelelemente 7 erstrecken sich beim gezeigten
Beispiel entlang des außenliegenden Randes 6 umlaufend durchgehend.
[0041] Bei der dargestellten Ausführungsform sind die Flügelelemente 7 in Form und Größe
gleich ausgebildet und weisen eine konvexe Randkontur 9 auf.
[0042] Ein proximaler Flügelelementabschnitt 7a ist benachbart zur zugeordneten Faltlinie
8 angeordnet, also dem außenliegenden Rand 6, und erstreckt sich von diesem ausgehend.
Gegenüberliegend weisen die Flügelelemente 7 einen distalen (außenliegenden) Flügelelementabschnitt
7b auf.
[0043] In Randabschnitten 6a stoßen benachbarte der Flügelelemente 7 aneinander.
[0044] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Anordnung, bei der oberhalb des
Faltdeckels 1 ein Behälter 10 mit einem Behälterrand 11 angeordnet ist, bei dem es
sich in der dargestellten Ausführungsform um eine Schale handelt, die zum Beispiel
aus einem Blattmaterial einer Pflanze besteht. Der Behälter 10 weist eine Behälteröffnung
12 auf, die vom Behälterrand 11 umgeben wird und durch welche hindurch in dem Behälter
10 ein zu verpackender Artikel einbringbar ist, beispielsweise ein Lebensmittel. Der
Behälterrand 11 steht seitlich ab.
[0045] Um den in dem Behälter 10 aufgenommenen Artikel (nicht dargestellt) zu verpacken,
wird der Behälter 10 in der Aufnahmeöffnung 3 des Faltdeckels 1 angeordnet, derart,
dass sich der Behälterrand 11 entlang der Auflagefläche 5 um die Aufnahmeöffnung 3
herum auf dem Basiselement 2 abstützt. Sodann können die Flügelelemente 7 aus der
in Fig. 2 gezeigten geöffneten Stellung in die in Fig. 3 gezeigte geschlossenen Stellung
gefaltet oder geschwenkt werden, um die Behälteröffnung 12 vollständig bzw. vollflächig
zu verschließen. Auf diese Weise ist ein in dem Behälter 10 aufgenommener Artikel
verpackt. Der Behälter 10 steht auf der Unterseite des Basiselements 2 des Faltdeckels
1 in der in Fig. 3 gezeigten Art und Weise über.
[0046] Fig. 4 zeigt schematische Darstellungen von weiteren Faltdeckeln, die - vergleichbar
der Ausführungsform in Fig. 1 und 2 jeweils die Aufnahmeöffnung 3 in dem Basisteil
2 sowie die hieran umlaufend einstückig angeformten Flügelelemente 7 aufweisen, die
bei den Darstellungen in Fig. 4 jeweils in die geschlossene Stellung geschwenkt sind.
[0047] Es ergibt sich, dass bei den gezeigten Ausführungsbeispielen benachbarte der Flügelelemente
7 zumindest abschnittsweise überlappen, wobei sich die Überlappung ausgehend vom proximalen
Flügelelementabschnitt 7a bis in den distalen Flügelelementabschnitt 7b erstrecken
kann, wahlweise durchgehend. Auf diese Weise wird ein möglichst dichter Verschluss
der Behälteröffnung 12 erreicht.
[0048] Wie sich aus den Fig. 1 bis 4 ergibt, sind wenigstens drei Flügelelemente 7 vorgesehen,
die jeweils den umlaufenden außenliegenden Rand 6 des Basiselements 2 durchgehend
erfassen. Hierbei weist der außenliegende Rand 6 mit Blick von oben gemäß Fig. 4 eine
Dreieckform oder eine Viereckform (mindestens Viereckform) auf.
[0049] Fig. 5 und 6 zeigen eine schematische Darstellung eines weiteren Faltdeckels 20 mit
umlaufend angeordneten Flügelelementen 7 sowie einer Anordnung mit dem weiteren Faltdeckel
20 und einem Behälter 10. Für gleiche Merkmale werden in den Fig. 5 und 6 dieselben
Bezugszeichen wie in den vorangehenden Figuren verwendet.
[0050] Behälter 10 wird gemäß Fig. 6 in der Aufnahmeöffnung 3 des weiteren Faltdeckels 20
aufgenommen, und dessen Behälteröffnung 12 wird dann mittels der vier umlaufend angeordneten
Flügelelemente 7 des weiteren Faltdeckels 20 bedeckt.
[0051] Zumindest ein Teil der Flügelelemente 7, die bei dem Ausführungsbeispiel einander
gegenüberliegend angeordnet sind, weisen im Bereich des distalen Flügelelementabschnitts
7b eine Grifflasche 21 auf, die sich im gezeigten Beispiel in einer Hälfte des zugeordneten
Flügelelements 7 erstreckt. Die Grifflaschen 21 greifen im gefalteten Zustand (vgl.
in Fig. 6 unten) ineinander, so dass die Flügelelemente 7 selbsthaltend in der gefalteten
Stellung angeordnet sind.
[0052] Bei der alternativen Ausgestaltung gemäß Fig. 5 ist der Randabschnitt 6a, in welchem
benachbarte der Flügelelemente 7 aneinander stoßen, innenliegend ausgeführt, derart,
dass hierzu außenliegend Flügelteilelemente 22 angeordnet sind, die an die benachbarten
der Flügelelemente 7 jeweils faltbar einstückig angeformt sind, was ein dichtes Verschließen
mittels des weiteren Faltdeckels 20 in Eckbereichen des gefalteten Faltdeckels weiter
unterstützt.
[0053] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen sowie der Zeichnung offenbarten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung
der verschiedenen Ausführungen von Bedeutung sein.
1. Faltdeckel (1; 20) zum Abdecken einer Behälteröffnung aus einem recyclebaren Material,
mit:
- einem Basiselement (2);
- einer Aufnahmeöffnung (3), die in dem Basiselement (2) gebildet und eingerichtet
ist, einen Behälter (10) für einen zu verpackenden Artikel aufzunehmen, derart, dass
eine Behälteröffnung (12) des Behälters (10) im Bereich der Aufnahmeöffnung (3) angeordnet
ist; und
- wenigstens drei Flügelelementen (7), die entlang eines in Bezug auf die Aufnahmeöffnung
(3) außenliegenden Rands (6) des Basiselements (2) umlaufend über eine jeweiligen
Faltbereich an dieses einstückig angeformt sind;
wobei die wenigstens drei Flügelelemente (7) jeweils zwischen einer geöffneten Stellung,
in welcher die Aufnahmeöffnung (3) freigegeben ist, und einer geschlossenen Stellung
schwenkbar sind, in welcher die wenigstens drei Flügelelemente (7) die Aufnahmeöffnung
(3) vollständig bedecken, wobei benachbarte der wenigstens drei Flügelelemente (7)
in der geschlossenen Stellung wenigstens teilweise überlappen.
2. Faltdeckel (1; 20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens drei Flügelelemente (7) entlang des außenliegenden Rands (6) des Basiselements
(2) umlaufend durchgehend an dieses einstückig angeformt sind.
3. Faltdeckel (1; 20) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die benachbarten der wenigstens drei Flügelelemente (7) in der geschlossenen Stellung
beginnend in einem proximalen Flügelelementabschnitt (7a) überlappen, welcher ausgehend
von der einstückigen Anformung an das Basiselement (2) gebildet ist.
4. Faltdeckel (1; 20) nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die benachbarten der wenigstens drei Flügelelemente (7) in der geschlossenen Stellung
in einem in Bezug auf die einstückge Anformung an dem Basiselement (2) distalen Flügelelementabschnitt
(7b) überlappen.
5. Faltdeckel (1; 20) nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die benachbarten der wenigstens drei Flügelelemente (7) in der geschlossenen Stellung
beginnend in dem proximalen Flügelelementabschnitt (7a) bis hin zum distalen Flügelelementabschnitt
(7b) durchgehend überlappen.
6. Faltdeckel (1; 20) nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Basiselement (2) um die Aufnahmeöffnung (3) umlaufend eine Auflagefläche (5)
gebildet ist, die eingerichtet ist, beim Anordnen des Behälters (10) in der Aufnahmeöffnung
(3) einen Behälterrand (11) zu stützen.
7. Faltdeckel (1; 20) nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faltbereich mit einer jeweiligen Faltlinie (8) gebildet ist entlang welcher das
Flügelelement (7) beim Schwenken zwischen der geöffneten und der geschlossenen Stellung
faltbar ist.
8. Faltdeckel (1; 20) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Faltlinien (8) der benachbarten der wenigstens drei Flügelelemente (7) endseitig
aneinanderstoßend ausgebildet sind.
9. Faltdeckel (1; 20) nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens drei Flügelelemente (7) jeweils von der einstückigen Anformung an
das Basiselement (2) ausgehend umlaufend eine gekrümmte oder gebogene Randkontur (9)
aufweisen.
10. Faltdeckel (1; 20) nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens drei Flügelelemente (7) in der geschlossenen Stellung aufgrund der
Überlappung die geschlossene Stellung selbsthaltend angeordnet sind.
11. Anordnung zum Verpacken eines Artikels, mit
- einem Behälter (10) aus einem recyclebaren Material mit einer Behälteröffnung (12),
wobei der Behälter (10) eingerichtet ist, einen Artikel aufzunehmen; und
- einem Faltdeckel (1; 20) nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche; wobei
der Behälter (10) in der Aufnahmeöffnung (3) des Basiselements (2) des Faltdeckels
(1; 20) aufgenommen ist, derart, dass die Behälteröffnung (12) im Bereich der Aufnahmeöffnung
(3) angeordnet ist, und die wenigstens drei Flügelelemente (7) jeweils in der geschlossenen
Stellung angeordnet sind und so die Aufnahmeöffnung (3) vollständig bedecken.
12. Anordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass sich ein Behälterrand (11) des Behälters (10) auf einer Auflagefläche (5) abstützt,
die an dem Basiselement (2) um die Aufnahmeöffnung (3) umlaufend gebildet.
13. Anordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Behälterrand (11) des Behälters (10) auf der Auflagefläche (5) um die Aufnahmeöffnung
(3) umlaufend durchgehend abstützt.
14. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (10) eine Behälterschale ist.
15. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (10) aus einem Blattmaterial einer Pflanze besteht.
16. Verfahren zum Verpacken eines Artikels, aufweisend:
- Bereitstellen eines Faltdeckels (1; 20) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis
10;
- Bereitstellen eines Behälters (10) aus einem recyclebaren Material mit einer Behälteröffnung
(12);
- Anordnen eines Artikels in dem Behälter (10) durch die Behälteröffnung;
- Anordnen des Behälters (10) in der Aufnahmeöffnung (3) des Basiselements (2) des
Faltdeckels (1; 20), derart, dass die Behälteröffnung (12) im Bereich der Aufnahmeöffnung
(3) angeordnet ist; und
- Schwenken der wenigstens drei Flügelelemente (7) jeweils aus der geöffneten Stellung
in die geschlossenen Stellung, so dass die Aufnahmeöffnung (3) mittels der wenigstens
drei Flügelelemente (7) vollständig bedeckt wird.