[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Hohlkammerprofil für ein Fenster oder eine
Tür aus einem Kunststoff, wobei der Kunststoff die Innenwände und die Außenwände des
Hohlkammerprofils bildet, wobei die Innenwände und die Außenwände die Hohlkammern
des Hohlkammerprofils umgeben und in mindestens eine der Hohlkammern des Hohlkammerprofils
mindestens ein Isolierungselement eingesetzt ist. Darüber hinaus betrifft die vorliegende
Erfindung eine Rahmenbaugruppe für ein Fenster oder eine Tür, die mindestens einen
Profilabschnitt eines derartigen Hohlkammerprofils umfasst.
[0002] Hohlkammerprofile für ein Fenster oder eine Tür werden insbesondere aus thermoplastischem
Kunststoff erzeugt und in großem Umfang zur Herstellung von Kunststofffenstern und
Kunststofftüren eingesetzt. Diese Profile werden ganz überwiegend durch Extrusion
aus Hart-PVC (PVC-U) hergestellt. Sie weisen in der Regel mehrere Hohlkammern auf,
die durch Innenstege voneinander abgegrenzt sind. Durch das Anordnen einer Anzahl
an Hohlkammern hintereinander in der Wärmedurchgangsrichtung durch das Profil, d.h.
von der raumseitigen Außenwand zur wetterseitigen Außenwand, wird in solchen Kunststofffenstern
und Kunststofftüren eine hohe thermische Isolierung erzielt.
[0003] Allerdings ist man durch das Erhöhen der Anzahl an Kammern, die in dem Profil in
der Wärmedurchgangsrichtung hintereinander angeordnet sind, an die Grenzen gestoßen,
so dass auf diese Weise nur mehr eine geringfügige weitere Verbesserung der durch
ein entsprechendes Kunststofffenster oder eine entsprechende Kunststofftür erzielten
thermischen Isolierung zu erreichen ist. Darüber hinaus steigt mit der Anzahl der
Innenstege auch der Materialbedarf eines derartigen Hohlkammerprofils. Letztlich beschränkt
die Anzahl der Innenstege auch die Geschwindigkeit, mit der ein derartiges Hohlkammerprofil
extrudiert werden kann, weil die erforderliche Wärmeabfuhr aus einem Hohlkammerprofil
mit entsprechend hoher Anzahl an Innenstegen die Anforderungen an Kühlleistung und
Kühlzeit nach der Extrusion erhöhen.
[0004] Diesbezüglich wird in der
WO 2011/1513061 A1 vorgeschlagen, in die Kammern des Hohlkammerprofils als Infrarotstrahlungsbarriere
bezeichnete Isolierungselemente einzubringen. Nachteilig daran wird gesehen, das die
Isolierungselemente in den jeweiligen Kammern relativ beweglich sind. Um eine möglichst
hohe thermische Isolierung zu erzielen, ist es jedoch notwendig, dass die Isolierungselemente
in ihrer Position gehalten werden.
[0005] An dieser Stelle setzt die vorliegende Erfindung ein, der die Aufgabe zugrunde liegt,
ein Hohlkammerprofil für ein Fenster oder eine Tür zur Verfügung zu stellen, das die
Nachteile des Stands der Technik zumindest teilweise überwindet. Insbesondere soll
das erfindungsgemäße Hohlkammerprofil für ein Fenster oder eine Tür für gleichbleibend
hohe thermische Isolierungseigenschaften sorgen und das exakte Einführen des Isolierungselements
erleichtern. Darüber hinaus liegt die Aufgabe der vorliegenden Erfindung in der Bereitstellung
einer Rahmenbaugruppe für ein Fenster oder für eine Tür, die mindestens einen Profilabschnitt
eines derartigen Hohlkammerprofils umfasst.
[0006] Diese und andere Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Hohlkammerprofil mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 oder durch eine Rahmenbaugruppe mit den Merkmalen des Anspruchs
11 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen beschrieben.
[0007] Gemäß der vorliegenden Erfindung wurde erkannt, dass der Wärmedurchgang durch ein
Hohlkammerprofil dadurch signifikant reduziert werden kann, wenn in eine der Hohlkammern
des Hohlkammerprofils ein Isolierungselement eingesetzt ist, dessen Oberfläche zumindest
bereichsweise mit einer niedrigemittierenden Beschichtung und/oder einer niedrigemittierenden
Folie versehen ist. Eine solche niedrigemittierende Beschichtung oder niedrigemittierende
Folie kann als zumindest einseitig aufgebrachte Metallschicht oder als eine zumindest
einseitig mit einer Metallschicht versehene Kunststofffolie ausgebildet sein. Ein
solches Isolierungselement besitzt bei einem hohen Transmissionsgrad im sichtbaren
Bereich des elektromagnetischen Spektrums im infraroten Spektralbereich eine hohe
Reflexion und weist damit verbunden eine niedrige Emissivität ("low emissivity", "low
E") auf. Dementsprechend hat ein derartiges Isolierungselement den Effekt, den Emissionsgrad
im Wellenlängenbereich von 3 µm bis 50 µm, insbesondere im Bereich des Maximums der
Wärmestrahlung bei Raumtemperatur (etwa 10 µm) abzusenken. Dadurch wirkt das Isolierungselement
als ein guter Reflektor für Wärmestrahlung bei Raumtemperatur und kann in Hohlkammerprofilen
wirksam zur Verbesserung der Wärmedämmung eingesetzt werden. Dazu wird auf das Isolierungselement
zumindest einseitig eine Metallschicht, beispielsweise eine Aluminium-, Silber-, Gold-,
und/oder Kupferschicht, zur Erzeugung der hohen Reflexion im infraroten Spektralbereich
aufgebracht. Die Metallschicht kann eine Dicke im Bereich von 5 nm bis 200 µm, vorzugsweise
im Bereich von 10 nm bis 25 nm aufweisen. Die Metallschichten sind bevorzugt mit einer
Schutzschicht (insbesondere mit antioxidativer Wirkung), einer Dekorschicht, einer
Farbschicht, einer Lackschicht, einer Funktionsschicht sowie Kombinationen der genannten
Schichten in einer oder mehreren Schichten überzogen. Dadurch kann bei nicht zu hoher
Anzahl an Hohlkammern eine gute thermische Isolierungswirkung des Hohlkammerprofils
erzielt werden. Darüber hinaus ist bei nicht zu hoher Anzahl an Hohlkammern, in die
ein derartiges Isolierungselement eingebracht wird, der Materialeinsatz moderat. Das
Isolierungselement bzw. die Isolierungselemente werden nach der Extrusion des Hohlkammerprofils
in die entsprechenden Hohlkammern eingebracht, insbesondere eingeschoben. Erfindungsgemäß
wird dies dadurch erleichtert, dass mindestens eine der Innenwände der Hohlkammer,
in die das mindestens eine Isolierungselement aufgenommen ist, mindestens ein Positionierelement
zur Positionierung des mindestens einen Isolierungselements aufweisen. Ein solches
Positionierelement sorgt dafür, dass das mindestens eine Isolierungselement leicht
in die entsprechende Hohlkammer des Hohlkammerprofils eingeschoben werden kann und
nach dem Einschieben in einer definierten Position in der Hohlkammer verbleibt, so
dass dessen maximal erzielbare Isolierungswirkung während der Verarbeitung (Verschweißen
der Hohlkammerprofile, Transport usw.) und vor allem danach während dessen Verwendung
in einem Fenster oder einer Tür erhalten bleibt.
[0008] Dementsprechend liegt der vorliegenden Erfindung in der Bereitstellung eines Hohlkammerprofil
für ein Fenster oder eine Tür aus einem Kunststoff, wobei der Kunststoff die Innenwände
und die Außenwände des Hohlkammerprofils bildet, wobei die Innenwände und die Außenwände
die Hohlkammern des Hohlkammerprofils umgeben, wobei in mindestens eine der Hohlkammern
des Hohlkammerprofils mindestens ein Isolierungselement eingesetzt ist, dessen Oberfläche
zumindest bereichsweise mit einer niedrigemittierenden Beschichtung und/oder einer
niedrigemittierenden Folie versehen ist, wobei sich das Hohlkammerprofil erfindungsgemäß
weiter dadurch auszeichnet, dass mindestens eine der Innenwände der Hohlkammer, in
die das mindestens eine Isolierungselement aufgenommen ist, mindestens ein Positionierelement
zur Positionierung des mindestens einen Isolierungselements aufweist. Darüber hinaus
liegt die vorliegende Erfindung weiter in der Bereitstellung einer Rahmenbaugruppe
für ein Fenster oder eine Tür, die mindestens einen Profilabschnitt eines erfindungsgemäßen
Hohlkammerprofils umfasst.
[0009] Hinsichtlich des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils kann es hilfreich sein, wenn
das mindestens eine Positionierelement zur Aufnahme einer axialen Kante des mindestens
einen Isolierungselements ausgebildet ist. Dadurch kann das mindestens eine Isolierungselement
besonders leicht und besonders exakt positioniert in die betreffende Hohlkammer des
erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils eingesetzt werden. Dazu haben sich Verjüngungen
in der Innenwand oder Verjüngungen in erhabenen Positionen der Innenwand der betreffenden
Hohlkammer als besonders günstige Ausgestaltungen erwiesen.
[0010] Zusätzlich oder alternativ dazu kann es von Vorteil sein, wenn das Hohlkammerprofil
mindestens zwei Positionierelemente umfasst, die an zwei einander gegenüberliegenden
Innenwänden der Hohlkammer angeordnet sind, in die das mindestens eine Isolierungselement
aufgenommen ist. So wird das mindestens eine Isolierungselement klemmend in der vorgesehenen
Hohlkammer des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils gehalten, wodurch die Positionsstabilität
des mindestens einen Positionierelements in dem erfindungsgemä-ßen Hohlkammerprofil
weiter erhöht wird. Zu diesem Zweck kann das mindestens eine Isolierungselement ein
leichtes Übermaß im Vergleich zu den Hohlkammerabmessungen aufweisen. Dadurch wird
die Klemmwirkung erhöht.
[0011] Die Positionierelemente können unabhängig voneinander als eckige oder runde Vertiefungen
in den Profilwänden oder als derartige Vertiefungen in erhabenen Stellen des erfindungsgemäßen
Hohlkammerprofils ausgebildet sein. Ebenso ist es möglich, dass die Positionierelemente
unabhängig voneinander in den Ecken als eckige oder runde Vertiefungen ausgebildet
sind, also als Vertiefungen in zwei aneinandergrenzenden Profilwänden des erfindungsgemäßen
Hohlkammerprofils darstellen.
[0012] Es kann auch günstig sein, wenn das mindestens eine Isolierungselement in die Haupthohlkammer
des Hohlkammerprofils eingesetzt ist. Bei der Haupthohlkammer eines Hohlkammerprofils
handelt es sich um die Hohlkammer, in die im Regelfall das Verstärkungselement bzw.
Armierungselement eingebracht wird. Daher wird diese Haupthohlkammer üblicherweise
auch als Armierungskammer bezeichnet. Diese Haupthohlkammer ist üblicherweise diejenige
Hohlkammer eines Hohlkammerprofils, die in Richtung der Profiltiefe des Hohlkammerprofils
und damit in Richtung des Wärmedurchgangs durch das Hohlkammerprofil die größte Strecke
überspannt, ohne dass eine Profilwand vorhanden ist. Daher hat das Einbringen eines
Isolierungselements in die Haupthohlkammer einen sehr positiven Einfluss auf die thermischen
Isolierungseigenschaften des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils.
[0013] Es kann auch günstig sein, wenn der Kunststoff des Hohlkammerprofils ein thermoplastischer
Kunststoff ist. Dabei ist es bevorzugt, wenn der Kunststoff des Hohlkammerprofils
im Querschnitt zumindest bereichsweise faserverstärkt, insbesondere glasfaserverstärkt
ist. Dies trägt zur mechanischen Stabilität der aus Abschnitten des erfindungsgemäßen
Hohlkammerprofils gebildeten Rahmenbaugruppe bei. Dies ist insbesondere deshalb besonders
bedeutsam, weil das in der Hohlkammer angeordnete Isolierungselement nicht oder nur
geringfügig zur Statik des Hohlkammerprofils und der aus Abschnitten des Hohlkammerprofils
gebildeten Rahmenbaugruppe beiträgt.
[0014] Das erfindungsgemäße Hohlkammerprofil lässt sich in vorteilhafter Weise durch ein
an sich bekanntes Extrusionsverfahren herstellen. Als Material für das Hohlkammerprofil
ist Polyvinylchlorid (PVC), insbesondere Hart-PVC (PVC-U) oder nachchloriertes PVC
bevorzugt. Das Material kann bevorzugt auch faserverstärkt, insbesondere glasfaserverstärkt
sein. In gewünschte Hohlkammern des Hohlkammerprofils wird jeweils ein Isolierungselement
durch Einschieben eingebracht. Das Material des Isolierungselements ist so gewählt,
dass es beim Verschweißen von Profilholmen aus dem Hohlkammerprofil nicht störend
in Erscheinung tritt. Während des Verschweißens wird das mindestens eine Isolierungselement
durch das mindestens eine Positionierelement in seiner gewünschten Position gehalten.
Damit sind Polyvinylchlorid (PVC), insbesondere Hart-PVC (PVC-U) oder nachchloriertes
PVC, Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET), Acrylnitril-Butadien-Styrol
(ABS) sowie Copolymere und Blends der genannten Polymermateriaien als Kunststoffmaterialien
für die metallisierte Kunststofffolie in besonderem Maße geeignet. Die Isolierungselemente
werden bevorzugt durch Extrusion des Kunststoffkerns und anschließendes einseitiges
oder beidseitiges Beschichten des resultierende Profils mit dem Metall, insbesondere
mit Aluminium-, Silber-, Gold-, und/oder Kupfer erhalten. Evtl. Materialschwächungen,
die eine geometrische Anpassung der Isolierelemente an die Geometrie der Hohl-Ikammer
ermöglichen, in die sie eingebracht werden sollen, werden bevorzugt vor oder nach
dem Bedampfen mit Metall in die Kunststofffolie eingebracht. Aber es kann auch günstig
sein, wenn das Material des Isolierungselements einen thermoplastischen oder duroplastischen
Kunststoff, Papier, Pappe oder Kombinationen der genannten Materialien umfasst.
[0015] In bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils ist das
mindestens eine Isolierungselement als zumindest einseitig mit einer Metallschicht
versehenes Kunststoffprofil ausgebildet. Dabei ist es besonders bevorzugt, wenn das
mindestens eine Isolierungselement als beidseitig mit einer Metallschicht versehenes
Kunststoffprofil ausgebildet ist. Auf diese Weise können die thermischen Isolierungseigenschaften
des Hohlkammerprofils weiter verbessert werden. Die Metallschicht(en) können eine
Dicke im Bereich von 5 nm bis 200 µm, vorzugsweise im Bereich von 10 nm bis 25 nm
aufweisen. Die Metallschichten auf beiden Seiten der Kunststofffolie können gleich
oder unterschiedlich sein. Darüber hinaus können unterschiedliche Isolierungselemente
eines erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils einseitig oder beidseitig mit einer Metallschicht
versehen sein. Dabei weist das Kunststoffprofil vorzugsweise eine Materialdicke von
nicht mehr als 1 mm, besonders bevorzugt in einem Bereich von 100 µm bis 800 µm, insbesondere
in einem Bereich von 200 µm bis 600 µm, auf. Eine derartige Dicke der Kunststofffolie
bietet eine ausreichende Stabilität bei einem gegenüber dem bei entsprechenden Innenstegen
des Hohlkammerprofils erheblich reduzierten Materialaufwand.
[0016] Es kann auch günstig sein, wenn das mindestens eine Isolierungselement in Längsrichtung
des Hohlkammerprofils mindestens eine Materialschwächung aufweist. Die Materialschwächung(en)
ist/sind dabei bevorzugt als Perforation(en) ausgebildet. Durch das gezielte Anordnen
der Materialschwächung(en) auf der Kunststofffolie bei der Folienherstellung ist die
Herstellung von an den Hohlkammerquerschnitt angepassten Isolierungselementen sehr
einfach möglich. Besonders bevorzugt weist ein derartiges Isolierungselement in Längsrichtung
des Hohlkammerprofils mehrere Materialschwächungen, insbesondere Perforationen, auf.
Diese Perforationen der Isolierungselemente in Längsrichtung ermöglichen ein flexibles
Fügen der Kunststofffolie an einen beliebigen Querschnitt der Hohlkammer, in die das
jeweilige Isolierungselement eingebracht werden soll.
[0017] Die erfindungsgemäßen Hohlkammerprofile werden bevorzugt zur Herstellung einer Rahmenbaugruppe
eines Kunststoff-Fensters oder einer Kunststoff-Tür verwendet. Durch Verschweißen
von auf Gehrung geschnittenen Stücken eines erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils kann
ein Fenster- oder Türrahmen erhalten werden. Der erhaltene Fenster- oder Türrahmen
ist für den Einbau in eine Öffnung einer Wandung eines Gebäudes vorgesehen bzw. in
die Öffnung der Wandung eines Gebäudes einbaubar. In alternativen Ausführungsformen
ist die vorliegende Erfindung auch auf andere Arten von Profilen anwendbar, beispielsweise
auf Aluminium-Kunststoff-Verbundprofile, Holz-Kunststoff-Verbundprofile und dergleichen.
[0018] Das erfindungsgemäße Hohlkammerprofil, die erfindungsgemäße Rahmenbaugruppe sowie
jeweils einzelne Teile davon können auch zeilenweise oder schichtweise unter Verwendung
eines zeilenaufbauenden oder schichtaufbauenden Fertigungsverfahrens (z. B. 3D-Druck)
hergestellt werden, bevorzugt ist jedoch die Herstellung mittels Extrusion oder Coextrusion.
[0019] Im Folgenden soll die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf die in den Figuren
dargestellten Ausführungsformen im Detail erläutert werden. Dabei zeigen
- Figur 1
- eine Querschnittsdarstellung einer Rahmenbaugruppe gemäß einer Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung;
- Figur 2
- eine Querschnittsdarstellung einer Rahmenbaugruppe gemäß einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
- Figur 3
- ein vergrößerter Ausschnitt aus dem in Fig. 2 gezeigten erfindungsgemäßen Hohlkammerprofil;
und
- Figur 4
- ein weiterer vergrößerter Ausschnitt aus dem in Fig. 2 gezeigten erfindungsgemäßen
Hohlkammerprofil
[0020] In Figur 1 ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Rahmenbaugruppe 1 in einer
Querschnittsdarstellung gezeigt, wobei die Rahmenbaugruppe 1 als Fensterflügel ausgebildet
ist. Die erfindungsgemäße Rahmenbaugruppe 1 ist aus Profilholmen eines erfindungsgemäßen
Hohlkammerprofils 2 aufgebaut. Dabei handelt es sich in der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform
exemplarisch um ein Flügelprofil oder Flügelrahmenprofil für ein Kunststofffenster.
Das Hohlkammerprofil 2 ist aus einem thermoplastischen Polymermaterial, vorzugsweise
Polyvinylchlorid (PVC), insbesondere Hart-PVC (PVC-U) oder glasfaserverstärktem PVC,
dem darüber hinaus Zusatzstoffe, wie z. B. Stabilisatoren, Weichmacher, Pigmente und
dergleichen zugesetzt sind. Es ist aus einer Vielzahl von Hohlkammern 3, 3', 3", 3‴
aufgebaut, die jeweils von Innenwänden 4, 4', 4" und teilweise auch von Außenwänden
5, 5', 5", 5‴ des Hohlkammerprofils 2 umgeben sind. Dabei weist das erfindungsgemäße
Hohlkammerprofil 2 eine wetterseitige Außenwand 5 und eine raumseitige Außenwand 5"
auf. Bei der zentral im Hohlkammerprofil 2 angeordneten Hohlkammer 3" handelt es sich
um die Haupthohlkammer 3", in die üblicherweise ein Armierungselement, vorzugsweise
eine Stahlarmierung, eingeschoben werden kann. In der dargestellten Ausführungsform
ist die Haupthohlkammer 3" von den Innenwänden 4 und 4' sowie von Außenwänden 5' und
5‴ umgeben.
[0021] Die obere Außenwand 5' bildet zusammen mit einem Außenüberschlag 6 einen Falzbereich
mit einem Falzgrund 7, der sich bis zu einer Glasleistennut 8 erstreckt, in die eine
Glashalteleiste 9 eingesetzt ist, durch die die in den Falzbereich aufgenommene Isolierverglasung
10 stabilisiert wird. An der Raumseite ist das erfindungsgemäße Hohlkammerprofil 2
über die Haupthohlkammer 3" hinaus in der Darstellung gemäß Fig. 1 nach unten verlängert.
Dieser Profilteil wird als Anschlag 11 bezeichnet. Dort ist eine weitere Nut angeordnet,
die zur Aufnahme einer Anschlagsdichtung dient, mit der ein aus dem erfindungsgemäßen
Hohlkammerprofil 2 gebildeter Fensterflügel im geschlossenen Zustand des Fensters
an einem Blendrahmen anliegt. An der Seite der Hohlkammer 3" weist die obere Außenwand
5' zwei rund ausgebildete Vertiefungen auf, die als Positionierelemente 12, 12' zur
Positionierung eines Isolierungselements 13 fungieren.
[0022] In die Haupthohlkammer 3" des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils 2 ist ein Isolierungselement
13 eingeschoben. Das Isolierungselement 13 ist in der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform
als ein beidseitig mit einer Metallschicht überzogene Kunststoffprofil 13 ausgebildet.
Das Kunststoffprofil 13 besitzt eine Dicke von 500 µm, wobei die Metallschichten auf
beiden Seiten des Kunststoffprofils 13 aus Aluminium gebildet sind und eine Dicke
von jeweils 20 nm aufweisen. In der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform besitzt das
beidseitig metallisierte Kunststoffprofil 13 einen im Wesentlichen M-förmigen Querschnitt.
Der Kunststoffanteil des beidseitig metallisierten Kunststoffprofils wird aus Polyvinylchlorid
(PVC) gebildet. Das beidseitig metallisierte Kunststoffprofil 13 wird in die Haupthohlkammer
3" des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils 2 eingeschoben. Dazu wird beidseitig metallisierte
Kunststoffprofil 13 an einer offenen Seite des Hohlkammerprofils 2 so angesetzt, dass
die beiden Spitzen des M-förmigen Querschnitts in die beiden Positionierelemente 12,
12' eindringen. Die anderen Kanten des Isolierelements 13 sind in den in Fig. 1 unteren
Ecken der Haupthohlkammer 3" und in einer Schraubenführung einer Beschlagnut des erfindungsgemäßem
Hohlkammerprofils 2 geführt. Dann kann das Kunststoffprofil 13 in seiner gesamten
Länge in das Hohlkammerprofil 2 eingeschoben werden. Dabei ragen die beiden Spitzen
des M-förmigen Querschnitts des Kunststoffprofils 13 in die beiden Positionierelementen
12, 12' hinein, wodurch ein einfaches Einschieben des Kunststoffprofils 13. An der
gegenüberliegenden Seite stützt sich das Kunststoffprofil 13 gegen die Außenwand 5‴
des Hohlkammerprofils 2. Dadurch ist die Positionsstabilität des Kunststoffprofils
13 in der Haupthohlkammer 3" des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils 2 gewährleistet,
wodurch die thermischen Isolierungseigenschaften des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils
2 auf einem hohen Niveau auch über einen längeren Zeitraum konstant gehalten werden.
[0023] In Fig. 2 bis Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
dargestellt. Um Wiederholungen zu vermeiden, werden im Folgenden nur Unterschiede
zu der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beschrieben.
Die Ausführungen zu Fig. 1 gelten auch für die Ausführungsform gemäß Fig. 2 bis Fig.
4 entsprechend. Gleiche Elemente sind in den Abbildungen durch identische Bezugszeichen
gekennzeichnet.
[0024] Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Rahmenbaugruppe 1,
die als Blendrahmen ausgebildet ist, in einer Querschnittsdarstellung. Die erfindungsgemä-ße
Rahmenbaugruppe 1 ist aus Profilholmen des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils 2 aufgebaut.
Dabei handelt es sich in der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform exemplarisch um ein
Blendrahmenprofil für ein Kunststofffenster.
[0025] In der dargestellten in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform ist die Haupthohlkammer
3" des Hohlkammerprofils 2 von den Innenwänden 4, 4' sowie von den Außenwänden 5',
5‴ umgeben. Auch gemäß der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist in der Haupthohlkammer
3" ein Isolierungselement 12 eingeschoben. Das Isolierungselement 12 ist in der in
Fig. 2 dargestellten Ausführungsform als ein beidseitig mit einer Metallschicht überzogenes
Kunststoffprofil 13. Das Kunststoffprofil 13 besitzt eine Dicke von 480 µm, wobei
die Metallschichten auf beiden Seiten des Kunststoffprofils 13 aus Kupfer gebildet
sind und eine Dicke von jeweils 14 nm besitzen. Die Form des Kunststoffprofils 13
ist dabei an den Querschnitt der Haupthohlkammer 3" angepasst, wobei das Kunststoffprofil
13 einen im Wesentlichen V-förmigen Querschnitt besitzt. Der Kunststoffanteil des
beidseitig metallisierten Kunststoffprofils wird aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS)
gebildet.
[0026] Das beidseitig metallisierte Kunststoffprofil 13 ist in der Darstellung gemäß Fig.
2 mit der Spitze nach unten in der Haupthohlkammer 3' des Hohlkammerprofils 2 angeordnet.
Die Spitze des Kunststoffprofils 13 ruht dabei in einem Positionierelement 12, das
als eine Vertiefung bzw. Kerbe ausgebildet ist und in eine erhabene Stelle der Außenwand
5‴ des Hohlkammerprofils 2 eingebracht ist. Dies ist der vergrößerten Querschnittsansicht
gemäß Fig. 3 gezeigt.
[0027] An der gegenüberliegenden Profilwand 5' liegen die beiden voneinander beabstandeten
Kanten des V- förmigen Querschnitts des Kunststoffprofils 13 an. Fig. 4 zeigt in einer
vergrößerten Querschnittsansicht den Eckbereich der Haupthohlkammer 3" des erfindungsgemäßen
Hohlkammerprofils 2 im Bereich der Innenwand 4 und der Außenwand 5'. Darin ist zu
erkennen, dass in die Außenwand 5' eine in Form einer Vertiefung ausgebildetes Positionierelement
12'eingebracht ist. In diesem Positionierelement 12' ist ein Ende des Kunststoffprofils
13 geführt.
[0028] Das beidseitig metallisierte Kunststoffprofil 13 wird wiederum in die Haupthohlkammer
3" des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils 2 eingeschoben. Dazu wird beidseitig metallisierte
Kunststoffprofil 13 an einer offenen Seite des Hohlkammerprofils 2 so angesetzt, dass
die Spitze des V-förmigen Querschnitts in das Positionierelement 12 eindringt. Eines
der beiden voneinander beabstandeten Enden des Kunststoffprofils 13 liegt dabei am
Positionierelement 12' an. Dann kann das Kunststoffprofil 13 in seiner gesamten Länge
in das Hohlkammerprofil 2 eingeschoben werden. Dabei ragt die Spitze des V-förmigen
Querschnitts des Kunststoffprofils 13 in das Positionierelement 12 hinein, wobei das
Kunststoffprofil zusätzlich durch das Ende in dem Positionierelement 12' zusätzlich
geführt ist. Dadurch wird ein erleichtertes und positionsgenaues Einschieben des Kunststoffprofils
13 in die Hohlkammer 3" ermöglicht. Dadurch ist die Positionsstabilität des Kunststoffprofils
13 in der Haupthohlkammer 3" des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils 2 gewährleistet,
wodurch die thermischen Isolierungseigenschaften des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils
2 auf einem hohen Niveau auch über einen längeren Zeitraum konstant gehalten werden.
[0029] In der gezeigten Ausführungsform steht das Kunststoffprofil 13 jeweils in Kontakt
mit zwei einander gegenüberliegenden Wandungen der jeweiligen Hohlkammer.
[0030] Die vorliegende Erfindung wurde exemplarisch unter Bezugnahme auf Flügelrahmen- und
Blendrahmenprofile eines Fensters beschrieben. Es versteht sich, dass die vorliegende
Erfindung auch auf andere Hohlkammerprofile, insbesondere Stulp-, Pfosten- und Blindpfostenprofile
sowie Blendrahmen-, Zargen- oder Flügelrahmenprofile einer Tür entsprechend anwendbar
ist. Die Ausführungen gelten entsprechend auch für andere Arten von Flügel- und Blendrahmenprofilen,
beispielsweise Aluminium-Kunststoff-Verbundprofile, Holz-Kunststoff-Verbundprofile
und dergleichen. Es versteht sich daher, dass die vorliegende Erfindung nicht auf
diese Ausführungsbeispiele beschränkt ist, sondern dass sich der Umfang der vorliegenden
Erfindung aus den Ansprüchen ergibt.
1. Hohlkammerprofil (2) für ein Fenster oder eine Tür aus einem Kunststoff, wobei der
Kunststoff die Innenwände (4, 4', 4") und die Außenwände (5, 5', 5", 5‴) des Hohlkammerprofils
(1) bildet, wobei die Innenwände (3, 3', 3") und die Außenwände (4, 4', 4") die Hohlkammern
(3, 3', 3", 3‴) des Hohlkammerprofils (1) umgeben, wobei in mindestens eine der Hohlkammern
(3") des Hohlkammerprofils (1) mindestens ein Isolierungselement (13) eingesetzt ist,
dessen Oberfläche zumindest bereichsweise mit einer niedrigemittierenden Beschichtung
und/oder einer niedrigemittierenden Folie versehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine der Innenwände (4, 4', 4") oder der Außenwände (5, 5', 5", 5‴) der
Hohlkammer (3"), in die das mindestens eine Isolierungselement (13) aufgenommen ist,
mindestens ein Positionierelement (12, 12') zur Positionierung des mindestens einen
Isolierungselements (13) aufweist.
2. Hohlkammerprofil (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Positionierelement (12, 12') zur Aufnahme einer axialen Kante
des mindestens einen Isolierungselements (13) ausgebildet ist.
3. Hohlkammerprofil (2) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlkammerprofil (1) mindestens zwei Positionierelemente (12, 12') umfasst, die
an zwei einander gegenüberliegenden Wandungen (4, 4'; 5, 5‴) der Hohlkammer (3") angeordnet
sind, in die das mindestens eine Isolierungselement (13) aufgenommen ist.
4. Hohlkammerprofil (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Isolierungselement (13) in die Haupthohlkammer (3") des Hohlkammerprofils
(2) eingesetzt ist.
5. Hohlkammerprofil (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff des Hohlkammerprofils (2) ein thermoplastischer Kunststoff ist, der
vorzugsweise im Querschnitt des Hohlkammerprofils (2) zumindest bereichsweise faserverstärkt,
insbesondere glasfaserverstärkt ist.
6. Hohlkammerprofil (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des Isolierungselements (13) einen thermoplastischen oder duroplastischen
Kunststoff, Papier, Pappe oder Kombinationen der genannten Materialien umfasst.
7. Hohlkammerprofil (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Isolierungselement (13) als zumindest einseitig mit einer Metallschicht
versehenes Kunststoffprofil (13), vorzugsweise als beidseitig mit einer Metallschicht
versehenes Kunststoffprofil (13) ausgebildet ist.
8. Hohlkammerprofil (2) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffprofil (13) eine Materialdicke von nicht mehr als 1 mm, vorzugsweise
in einem Bereich von 100 µm bis 800 µm, insbesondere in einem Bereich von 200 µm bis
600 µm, aufweist.
9. Hohlkammerprofil (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Isolierungselement (13) in Längsrichtung des Hohlkammerprofils
(2) mindestens eine Materialschwächung aufweist.
10. Hohlkammerprofil (2) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialschwächung(en) des mindestens einen Isolierungselements (13) als Perforation
ausgestaltet ist/sind.
11. Rahmenbaugruppe (1) für ein Fenster oder eine Tür, die mindestens einen Profilabschnitt
eines Hohlkammerprofils (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 umfasst.