[0001] Die Erfindung betrifft ein Tandemwirkmittel, z.B. eine Munition, die ein Hauptwirkmittel,
z.B. eine Hauptladung, und eine Precursor-Ladung enthält. Die Precursor-Ladung bzw.
deren aus ihr gebildete Komponenten, z.B. ein aus einer Belegung gebildetes Projektil
oder Strahl / Stachel, eilt beim Einsatz der Munition dem Hauptwirkmittel zum Ziel
hin voraus. Eln beispielhaftes Tandemwirkmittel ist aus der
DE 39 20 015 C bekannt.
[0002] Aus der
EP 3 171 121 A1 ist es bekannt, im Falle eines Angriffs auf ein gepanzertes Fahrzeug aus einer kurzen
Standoff-Distanz eine Bahn durch eine Explosive Reaktivpanzerung (ERA, explosive reactive
armour) freizumachen. Ein Strahl oder EFP (explosively formed penetrator) Stachel
eines nachfolgenden Gefechtskopfes folgt dabei einem Precursor Strahl, der von einem
transformierbaren Gefechtskopf erzeugt wurde, welcher die ERA auf der Bahn des angreifenden
Penetrators freigemacht hatte. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Verbesserungen
in Bezug auf eine Precursor-Ladung vorzuschlagen.
[0003] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Tandemwirkmittel gemäß Patentanspruch 1. Bevorzugte
oder vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sowie anderer Erfindungskategorien
ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie den
beigefügten Figuren.
[0004] Die Erfindung geht dabei von einem bestimmungsgemäßen Tandemwirkmittel aus, das ein
Hauptwirkmittel und eine Precursor-Ladung enthält. "Bestimmungsgemäß" heißt dass die
Precursor-Ladung auf ein bestimmtes oder einen bestimmten Typ von Tandemwirkmittel
/ Hauptwirkmittel systemtechnisch (also in Bezug auf das gesamte Tandemwirkmittel
einschließlich Precursor-Ladung) und / oder konstruktiv abgestimmt ist und für den
Einsatz dort eingerichtet ist; z.B. für die dadurch bestimmten Geometrieanforderungen
usw. ausgelegt ist. Mit anderen Worten wird ein betreffendes Tandemwirkmittel / Hauptwirkmittel
als bekannt hinsichtlich seiner Geometrie / Eigenschaften usw. vorausgesetzt.
[0005] Die Precursor-Ladung erstreckt sich entlang einer Längsachse. Die Ladung ist dazu
eingerichtet, bestimmungsgemäß in Richtung einer mit der Längsachse zusammenfallenden
Flugrichtung des Tandemwirkmittels vor dessen Hauptwirkmittel angebracht zu werden.
In einem bestimmungsgemäßen Montagezustand bzw. Einsatz der Ladung in dem Tandemwirkmittel
entsteht also ein gesamtes Tandemwirkmittel, bei dem die Ladung - in der bestimmungsgemäßen
Flugrichtung des Tandemwirkmittels gesehen - vor dem Hauptwirkmittel angeordnet ist.
Außerdem ist die Ladung an dem Hauptwirkmittel / in dem Tandemwirkmittel angebracht,
insbesondere an dem Hauptwirkmittel oder einem gemeinsamen Träger des Tandemwirkmittels
befestigt.
[0006] Die Precursor-Ladung enthält eine Hülle sowie Sprengstoff, der in der Hülle angeordnet
ist. Die Hülle bildet insbesondere die äußere geometrische Form der Precursor-Ladung
und / oder wirkt als Umhausung für die anderen Komponenten der Precursor-Ladung.
[0007] Die Precursor-Ladung enthält außerdem ein Projektilmittel, welches an der Hülle angebracht
ist. Das Projektilmittel ist - in Zusammenwirkung mit dem Sprengstoff - dazu eingerichtet,
bei der Umsetzung des Sprengstoffes ein panzerbrechendes Projektil auszusenden. Dies
geschieht derart, dass das Projektil entlang der Längsachse in der bestimmungsgemäßen
Flugrichtung des Hauptwirkmittels und damit der Precursor-Ladung ausgesendet wird
und sodann anschließend - nach dem Aussenden - dem Hauptwirkmittel vorauseilt. "Vorauseilen"
heißt, dass es sich mit einer höheren Geschwindigkeit als das Hauptwirkmittel bewegt
und sich mit einer Differenzgeschwindigkeit in Flugrichtung von dem Hauptwirkmittel
entfernt.
[0008] Die Precursor-Ladung enthält außerdem ein Splittermittel. Dieses ist ebenfalls an
der Hülle angebracht. Das Projektilmittel ist - ebenfalls in Zusammenwirkung mit dem
Sprengstoff - dazu eingerichtet, bei der Umsetzung des Sprengstoffes eine fokussierte
Splittergarbe zu bilden und auszusenden. Die Splittergarbe ist dabei eine Garbe, die
aus einer Vielzahl von Splittern gebildet ist, und auch als Splitterwolke bezeichnet
werden kann. Auch die Garbe eilt - sinngemäß wie das Projektil - nach Bildung und
Aussendung in Flugrichtung dem Hauptwirkmittel voraus. Die Fokussierung der Garbe
wird wie folgt erreicht: Eine Radialgeschwindigkeit der Splitter beträgt höchstens
ein Fünftel von deren Axialgeschwindigkeit ("radial / axial" ist bezogen auf die Längsrichtung
und damit die Flugrichtung). Insbesondere beträgt die Radialgeschwindigkeit höchstens
ein Zehntel, Zwanzigstel, Fünfzigstel oder Hundertstel der Axialgeschwindigkeit. Die
Geschwindigkeitsverteilung wird durch konstruktive Maßnahmen der Precursor-Ladung
erreicht, wie unten erläutert wird. Die Garbe bildet mit anderen Worten also eine
Splitterwolke, die dem Hauptwirkmittel vorauseilt.
[0009] Insbesondere können bei der Umsetzung des Sprengstoffes auch Splitter / Explosionselemente
mit anderer Geschwindigkeits-Charakteristik entstehen, die jedoch dann nicht zur Garbe
zählen.
[0010] Als Splittermaterial kommen insbesondere neben konventionellen Eisen- und Nichteisenlegierungen
auch Materialien in Frage, welche bei Interaktion mit einem von einem Aktivschutzsystem
des Ziels ausgesandten Effektor / Abwehrkörper reaktiv reagieren und neben kinetischer
Energie auch andere Energieformen, wie z.B. Wärme oder Druck, freisetzen.
[0011] Der Sprengstoff ist insbesondere ein solcher mit hoher Detonationsgeschwindigkeit
zur Erzielung hoher Projektil- / Splittergeschwindigkeiten.
[0012] Durch die vergleichsweise geringe Axialgeschwindigkeit ergibt sich eine stark gebündelte
Garbe / Wolke von Splittern, die sich im Wesentlichen entlang der Längsachse bzw.
Flugrichtung vor dem Hauptwirkmittel her bewegt und kaum divergiert. Mit anderen Worten
ergibt sich eine Fokussierung der Splitter entlang der Längsachse / Flugrichtung.
[0013] Das Projektilmittel ist insbesondere ein projektilbildendes Mittel, insbesondere
eine projektilbildende Hohlladung. Die Differenzgeschwindigkeiten von Projektil und
Garbe zum Hauptwirkmittel können sich unterscheiden, sind insbesondere jedoch - im
Rahmen diesbezüglich entsprechend üblicher Toleranzen - gleich.
[0014] Eine "Precursor"-Ladung ergibt sich aus der Tatsache, dass sowohl das Projektil als
auch die Splitter dem Hauptwirkmittel "vorauseilen".
[0015] Ein entsprechendes panzerbrechendes Projektil kann in einer Entfernung von ca. 10-15
m ("Stand-Off") von einem anzugreifenden Ziel gezündet werden. Ein Wirkmittel, das
anstelle eines Projektils z.B. mit einem Hohlladungsstachel arbeitet, muss dagegen
in einer maximalen Entfernung / Stand-Off von ca. 1m vom Ziel gezündet werden. Bereits
hierdurch ergibt sich für die vorliegend vorgeschlagene Precursor-Ladung ein erhöhter
Stand-Off.
[0016] Durch das Projektil kann ein erster Effekt erzeugt werden, nämlich das Durchbrechen
einer Panzerung, zum Beispiel einer Vor- / Reaktivpanzerung eines gepanzerten Ziels.
Durch die Splitter entsteht ein weiterer Effekt, nämlich die Zerstörung / Inaktivierung
/ Unschädlichmachung von Effektoren, die das Ziel als aktive Schutzmaßnahme dem anfliegenden
Tandemwirkmittel entgegensetzt / entgegensendet. Insofern weist die vorgeschlagene
Precursor-Ladung einen Multi-Effekt auf.
[0017] Die Erfindung geht daher insbesondere davon aus, dass es sich bei den vom Ziel bzw.
dessen Abwehrsystem / Aktiv-Schutzsystem zum Schutz gegen das Tandemwirkmittel ausgesandten
Effektoren um ballistische Abwehrkörper handelt. Die Effektoren dienen plangemäß der
Abwehr von anfliegenden Wirkmitteln / Munition, indem diese durch Aufprall auf den
Effektor in sicherem Abstand zum Ziel ausgelöst / unschädlich gemacht werden soll.
[0018] Gemäß der Erfindung ergibt sich also eine Multi-Effekt Precursor-Ladung mit erhöhtem
Stand-Off zur Überwindung von Aktivschutzsystemen. Es ergibt sich also eine Precursor-Ladung
(auch "Precursor-Gefechtskopf") mit erhöhtem Stand-Off für Tandem-Wirksysteme (Tandemwirkmittel),
welche die Überwindung von Aktivschutzsystemen schwer gepanzerter Ziele ermöglicht,
indem durch eine fokussierte Splittergarbe heranfliegende Effektoren von Aktivschutzsystemen
zerstört werden, bevor diese in Wirkreichweite zu dem Hauptwirkmittel (Hauptladung)
des Tandem-Gefechtskopfes (Tandemwirkmittel) gelangen. Die Erfindung erlaubt also
eine Überwindung von Aktivschutzsystemen mit verschossenen Effektoren.
[0019] Die Erfindung beruht auf der Überlegung, eine technische Lösung zur Überwindung von
Aktivschutzsystemen zu schaffen. Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass die
bisherigen aus der Praxis bekannten Möglichkeiten folgendes umfassen: Zur Umgehung
von Aktivschutzsystemen ist das Ausnutzen toter Winkel im Schutzbereich der Systeme
möglich. Auch möglich ist das Erhöhen der Annäherungsgeschwindigkeit der eigenen /
angreifenden Effektoren (Wirkmittel), um die zur Verfügung stehende Reaktionszeit
des Aktivschutzsystems zu verringern.
[0020] Die Erfindung beruht auf folgender Grundidee: Die Precursor-Ladung beruht auf einem
Pre-Cursor mit erhöhtem Standoff aufgrund des Projektils, insbesondere einer projektilbildenden
Ladung. Bei der Umsetzung des Sprengstoffes in der Ladung wird gleichzeitig mit dem
Projektil, insbesondere aus der Hülle und/oder für diesen Zweck integrierten Kunstruktionssplittern,
eine Splitterwolke / -garbe freigesetzt bzw. erzeugt. Die Splitter (Garbe / Wolke)
werden in vektorieller Addition mit der Geschossgeschwindigkeit (ursprüngliche Geschwindigkeit
des gesamten Tandemwirkmittels) als in Schussrichtung (Längsachse / Flugrichtung)
stark fokussierte Splittergarbe erzeugt. Die Garbe eilt zusammen mit dem ausgesandten
/ entstehenden Projektil des Projektilmittels dem nicht detonierten Teil (Hauptwirkmittel)
des Tandem-Wirksystems / -mittels voraus. Die Splittergarbe fungiert dabei als Schutzschild,
welches entgegenfliegende Effektoren von Aktivschutzsystemen zerstört oder zur Umsetzung
bringt, bevor diese in kritische Nähe zur Hauptladung (Hauptwirkmittel) des Tandem-Wirkystems
gelangen können. Die Splitter sind - insbesondere in ihrer räumlichen Verteilung und/oder
Masse und/oder Geschwindigkeit - dahingehend angepasst, dass sie sich nicht zur Bekämpfung
des eigentlichen gehärteten / gepanzerten Ziels eignen, sondern mit möglichst hoher
Wahrscheinlichkeit herannahende Effektoren (vom Aktivschutzsystem des Ziels auf das
anfliegende Tandemwirkmittel hin ausgesendet) treffen und zerstören können.
[0021] Gemäß der Erfindung erfolgt also eine Erweiterung der Wirkung der Precursor-Ladung
mit erhöhtem Stand-Off (Projektilmittel) um eine Splitterwirkung (Splittermittel),
welche gegenüber der natürlichen Splitterwirkung gezielt in Wirkbereich und Splitterleistung
so angepasst ist, dass sie sich zur Bekämpfung von Effektoren von Aktivschutzsystemen
eignet. Im Gesamtkonzept eines Tandem-Wirksystems (Tandemwirkmittel) mit einem solchen
Pre-Curser (Ladung) entsteht so die Befähigung zur Überwindung von Aktivschutzsystemen
mit verschossenen Effektoren.
[0022] Die Erfindung eignet sich insbesondere für ein Tandem-Wirkmittel in Form einer Lenkmunition
direktes Feuer mit Tandem-Wirksystem aus Precursor-Ladung / Hauptwirkmittel.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das Splittermittel eine Splittereinlage,
die eine Form eines Zylindermantels bezüglich der Längsachse aufweist und / oder die
insbesondere an einer Innenfläche der Hülle angeordnet ist.
[0024] So ergibt sich zum einen eine radiale Splittereinlage. Diese verstärkt zum anderen
insbesondere die Außenhülle bzw. Hülle und bildet radial abgehende Splitter definierter
Masse und Geometrie. Die Ausführung kann als vorfragmentierter Körper oder lose Einzelsplitter
erfolgen. Die Splitter der radialen Splittereinlage sind so ausgelegt (Masse / Größe),
dass diese durch die Detonation des Sprengstoffs eine relativ geringe radiale Geschwindigkeitskomponente
erhalten und in vektorieller Addition mit der Bewegungsgeschwindigkeit (vor Umsetzen
des Sprengstoffs) des gesamten Tandem-Wirkmittels eine (nach Umsetzen des Sprengstoffs)
stark nach vorne gerichtete Flugrichtung erhalten (o.g. Verteilung Radial- / Axialgeschwindigkeit
der Splitter).
[0025] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das Splittermittel einen Splitterkörper,
der eine Form eines quer zur Längsachse verlaufenden Kreisrings aufweist. So ergibt
sich ein axialer Splitterkörper. Dieser sitzt insbesondere bezüglich der Längsachse
an der bestimmungsgemäß in Flugrichtung weisenden Stirnseite (in Flugrichtung gesehen
"vorne") der Precursor-Ladung und dient der Erzeugung einer in Längsachse der Ladung
/ Flugrichtung gerichteten Splitterwirkung. Die Ausführung kann als vorfragmentierter
Körper oder lose Einzelsplitter erfolgen. Der Splitterkörper ist insbesondere in der
Schnittstelle zum Sprengstoff so gestaltet, dass die Beschleunigung während dessen
Detonation auf der Längsachse der Ladung ohne große Streuung (Radialgeschwindigkeit
der Splitter sehr viel kleiner als deren Axialgeschwindigkeit, z.B. Faktor 1/100,
1/1000 oder noch kleiner) stattfindet.
[0026] In einer bevorzugten auf Ausführungsform enthält das Projektilmittel eine das Projektil
bildende Belegung in Form einer quer zur Längsachse verlaufenden Scheibe. Die Belegung
ist insbesondere eine flache / kalottenartige / kegelige Metalleinlage, die bei Detonation
des Sprengstoffs als zusammenhängendes Projektil abgeht. Die Belegung bildet damit
das Projektil für die Bekämpfung des Ziels bzw. dessen Vor- / Reaktivpanzerung aus.
[0027] In einer bevorzugten Variante dieser Ausführungsform ist die Scheibe konzentrisch
innerhalb des oben genannten Splitterkörpers in Form des Kreisrings angeordnet. Belegung
(Scheibe) und Splitterkörper (Kreisring) bilden somit an derselben Axialposition (Längsachse)
eine durchgehende Gesamtscheibe, die insbesondere die Precursor-Ladung - in der Längsrichtung
bzw. bestimmungsgemäßen Flugrichtung gesehen - nach vorne hin abschließt. So entsteht
eine besonders günstig gepackte Precursor-Ladung.
[0028] In einer bevorzugten Ausführungsform sind das Projektilmittel und das Splittermittel
derart aufeinander abgestimmt, dass das Projektil der Garbe bzw. Wolke der Splitter
vorauseilt oder sich mit deren in Flugrichtung vorderster Front bewegt. Das Projektil
wird daher durch das eventuelle Aufeinandertreffen von Splittern und Effektoren des
Aktivschutzsystems des Ziels nicht in seinem Flug auf das Ziel hin behindert oder
gestört, da es den entsprechenden Kollisionsbereich zu diesem Zeitpunkt bereits passiert
hat.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Precursor-Ladung im Querschnitt zur
Längsachse rund, insbesondere kreisförmig, insbesondere rotationssymmetrisch aufgebaut.
Dies betrifft insbesondere deren Außenkontur. Dies erlaubt eine besonders gute Integration
mit dem in der Regel ebenfalls rund bzw. kreisförmig ausgeführten Hauptwirkmittel
bzw. Tandemwirkmittel. Insbesondere gilt dies für die Kreisform, insbesondere in Form
von Munition / Tandemwirkmitteln zum Verschießen aus kreisförmigen Waffenrohren.
[0030] Das erfindungsgemäße Tandemwirkmittel enthält die Precursor-Ladung sowie das in diesem
Zusammenhang erläuterte Hauptwirkmittel, wobei die Precursor-Ladung bzw. der Precursor
bestimmungsgemäß in einer mit der Längsachse zusammenfallenden Flugrichtung des Tandemwirkmittels
vor dessen Hauptwirkmittel angebracht ist.
[0031] Das Tandemwirkmittel und zumindest ein Teil dessen möglicher Ausführungsformen sowie
die jeweiligen Vorteile wurden sinngemäß bereits im Zusammenhang mit der Precursor-Ladung
erläutert.
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform entspricht eine Querausdehnung quer zur Längsachse,
insbesondere ein Außendurchmesser der Precursor-Ladung, derjenigen, insbesondere dem
Kaliber, des Hauptwirkmittels, insbesondere des gesamten Tandemwirkmittels bzw. der
entsprechenden Munition. So entsteht ein besonders einheitliches Tandemwirkmittel.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das Hauptwirkmittel eine Hauptladung.
Wie oben beschrieben kann die Hauptladung so mithilfe der Splittergarbe an den aktiven
Abwehrmaßnahmen des Ziels vorbei; sowie mithilfe des Projektils an der Vor- / Reaktivpanzerung
des Ziels vorbei an diesem zur Wirkung gebracht werden.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das Hauptwirkmittel eine Hohlladung.
Eine solche ist bezüglich bestimmter stark gepanzerte Ziele besonders wirkungsvoll.
Insbesondere enthält das Projektilmittel eine vergleichsweise kleine Hohlladung als
zumindest Teil des Projektilmittels zur Ausbildung des Projektils; das Hauptwirkmittel
eine größere, also vergleichsweise große Hohlladung zur eigentlichen Bekämpfung des
Ziels. Wenn nämlich die aktive Schutzmaßnahme durch die Splittergarbe abgewehrt wurde,
und das Projektil eine Vorpanzerung des Ziels überwinden konnte, kann das Hauptwirkmittel
auf das nunmehr ungeschützte bzw. nur noch durch dessen Hauptpanzerung geschützt.
Diese ist dann durch das Hauptwirkmittel überwindbar, so dass das Hauptwirkmittel
gegen das Ziel wirken kann.
[0035] Die Aufgabe der Erfindung wird auch gelöst durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch
11 zum Bekämpfen eines Ziels mit Hilfe des erfindungsgemäßen Tandemwirkmittels. Das
Verfahren geht dabei davon aus, dass das Tandemwirkmittel ein Hauptwirkmittel und
eine Precursor-Ladung enthält. Die Precursor-Ladung wiederum enthält ein Projektilmittel,
welches bei dessen Initiierung ein panzerbrechendes Projektil aussendet. Die Precursor-Ladung
enthält auch ein Splittermittel, welches bei dessen Initiierung Splitter in Form einer
fokussierten Garbe aussendet. Die Initiierung ist insbesondere die oben genannte Umsetzung
eines Sprengstoffes in der Precursor-Ladung. Für die Splitter in der Garbe gilt wie
oben erläutert, dass deren Radialgeschwindigkeit höchstens ein Fünftel von deren Axialgeschwindigkeit
beträgt; den Splittern in der Garbe wird also eine entsprechende Geschwindigkeit verliehen.
[0036] Bei dem Verfahren wird das Tandemwirkmittel auf das Ziel hin abgefeuert. In einem
bestimmten Zeitpunkt, der vor dem Auftreffen des Tandemwirkmittels am Ziel liegt,
wird die Precursor-Ladung initiiert, insbesondere der darin enthaltene Sprengstoff
gezündet. Dadurch werden das Projektil aus dem Projektilmittel und die Splitter als
die Garbe aus dem Splittermittel, jeweils dem Hauptwirkmittel in Flugrichtung vorauseilend
auf das Ziel hin ausgesendet.
[0037] Das Verfahren und zumindest ein Teil dessen möglicher Ausführungsformen sowie die
jeweiligen Vorteile wurden sinngemäß bereits im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen
Precursor-Ladung und dem erfindungsgemäßen Tandemwirkmittel erläutert.
[0038] Der Zeitpunkt ist insbesondere derjenige, bei dem das Tandemwirkmittel einen bestimmten
Abstand vom Ziel erreicht. Ein derartiger Abstand ist besonders leicht und präzise
zu erfassen und daher als Auslösekriterium für oben beschriebene Initiierung besonders
geeignet.
[0039] In einer bevorzugten Ausführungsform wird als Zeitpunkt derjenige gewählt wird, an
dem ein einen Abwehrkörper zur Munition hin aussendendes aktives Abwehrsystem des
Ziels die Munition erfasst oder wenigstens einen Abwehrkörper aussendet. Der Zeitpunkt
entspricht damit insbesondere örtlich dem Erreichen / Passieren eines Erfassungspunktes
des aktiven Abwehrsystems durch das Tandemwirkmittel. So wird eine besonders wirkungsvolle
Abwehr der vom Ziel ausgesandten Effektoren erreicht.
[0040] In einer bevorzugten Ausführungsform wird der Zeitpunkt so gewählt, dass die Garbe
in einer solchen Entfernung vom Hauptwirkmittel auf Abwehrkörper trifft, die größer
als eine Wirkreichweite der Abwehrkörper ist. Damit liegt im Zeitpunkt der Zerstörung
der Abwehrkörper durch die Garbe das Hauptwirkmittel außerhalb der Wirkreichweite
der Abwehrkörper und kann so durch diese nicht beeinträchtigt oder zerstört werden.
Die Wirkreichweist schließt dabei auch Effekte ein, die durch die Bekämpfung / Zerstörung
der Abwehrkörper durch die Splitter entstehen. Mit anderen Worten werden die Abwehrkörper
in sicherer Entfernung vom Hauptwirkmittel bekämpft. Die Abwehrkörper bzw. deren Verhalten
bei der Bekämpfung durch die Splitter wird hierbei als bekannt vorausgesetzt.
[0041] In einer bevorzugten Ausführungsform wird der Zeitpunkt als derjenige gewählt, bei
dem sich das Tandemwirkmittel zwischen 5 und 25 Meter, insbesondere 10 und 15 Meter,
insbesondere 12,5m vor dem Ziel befindet. Derartige Abstände haben sich in der Praxis
als besonders vorteilhaft erwiesen.
[0042] Für die vorliegende Erfindung gilt generell: Einzelheiten der Auslegung von Precursor-Ladung
und/oder Hauptwirkmittel bzw. Tandemwirkmittel hängen stark von dem potenziell anzugreifenden
Ziel bzw. dessen zu erwartenden Eigenschaften ab. Insbesondere sind dies Eigenschaften
von dessen Panzerung (Haupt - / Vor- / Reaktivpanzerung) und des aktivem Schutzsystems.
Die genannte Auslegung betrifft unter anderem die Auswahl von Materialien, Dimensionen,
Geometrien der Precursor-Ladung, Anzahl, Größe und Beschaffenheit von Splittern, eingesetztem
Projektil, Sprengstoff, Ausgestaltung der Hülle usw. Entsprechende Werte sind daher
abhängig vom geplanten Einsatz der Ladung / des Tandemwirkmittels und können bzw.
müssen individuell angepasst werden und zum Beispiel durch Versuche, empirische Überlegungen,
Abschätzungen usw. im Rahmen fachüblicher Entwürfe gefunden werden.
[0043] Die Erfindung beruht auf folgenden Erkenntnissen, Beobachtungen bzw. Überlegungen
und weist noch die nachfolgenden Ausführungsformen auf. Die Ausführungsformen werden
dabei teils vereinfachend auch "die Erfindung" genannt. Die Ausführungsformen können
hierbei auch Teile oder Kombinationen der oben genannten Ausführungsformen enthalten
oder diesen entsprechen und/oder gegebenenfalls auch bisher nicht erwähnte Ausführungsformen
einschließen.
[0044] Die vorliegende Erfindung lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Erfindung umfasst
insbesondere die Erweiterung einer panzerbrechenden Sprengladung (Tandemwirkmittel)
mit erhöhtem Stand-Off (erzielt durch die projektilbildende Ladung als Projektilmittel)
um eine zusätzliche Wirkung in Form einer gerichteten und fokussierten Splittergarbe,
welche nicht der Bekämpfung des eigentlichen gepanzerten Ziels dient, sondern hinsichtlich
Splitterdichte, Splittermasse und Splittergeschwindigkeit darauf ausgelegt ist, vom
Ziel verschossene Effektoren von Aktivschutzsystemen auszuschalten.
[0045] Durch die Verwendung einer solchen Sprengladung (Sprengstoff und Splittermittel)
als Precursor innerhalb eines Tandem-Wirkmittels bestehend aus Precursor (-Ladung)
und Hauptladung (Hauptwirkmittel) wird so die Fähigkeit geschaffen, mit Initiierung
der Precursor-Ladung gleichzeitig eine Reaktivpanzerung des Ziels zu überwinden (Zielstellung
Projektil), als auch zusätzlich bestehende Aktivschutzsysteme auszuschalten, deren
Effektoren in Richtung des sich annähernden Tandem-Wirkmittels verschossen werden.
[0046] Funktion und Wirkung der Erfindung lassen sich wie folgt zusammenfassen: Wird der
Precursor in erhöhtem Abstand zum Ziel initiiert, setzt dieser ein panzerbrechendes
Projektil, sowie eine Splittergarbe frei, welche dem noch nicht initiierten Teil des
Tandem-Wirkmittels vorauseilen. Die projektilbildende Ladung hat dabei die Aufgabenstellung,
bestehende Reaktivpanzerung zu durchbrechen, während die Splittergarbe wie eine Art
Schutzschirm für die langsamer fliegende Hauptladung / - wirkmittel wirkt und alle
Effektoren, welche sich auf der Flugbahn des Hauptwirkmittels befinden, zerstört.
Dies stellt sicher, dass das Hauptwirkmittel gegen eine ungeschützte Hauptpanzerung
des Ziels wirken kann.
[0047] Weitere Merkmale, Wirkungen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung sowie der beigefügten
Figuren. Dabei zeigen, jeweils in einer schematischen Prinzipskizze:
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Tandemwirkmittel,
- Figur 2
- das erfindungsgemäße Tandemwirkmittel beim Einsatz in einem Verfahren zum Bekämpfen
eines Ziels.
[0048] Figur 1 zeigt ein Tandemwirkmittel 2, das ein Hauptwirkmittel 4, hier eine nur symbolisch
angedeutete Hauptladung, sowie eine an dieser fest angebrachte Precursor-Ladung 6
enthält. Precursor Ladung 6, Hauptwirkmittel 4 und Tandemwirkmittel 2 weisen alle
die gleiche Längsachse 8 auf und erstrecken sich entlang dieser. Eine bestimmungsgemäße
Flugrichtung 10 des Tandemwirkmittels 2 fällt mit der Längsachse 8 zusammen und ist
in Figur 1 durch einen Pfeil angedeutet. In Flugrichtung 10 gesehen, ist Precursor
Ladung 6 vor dem Hauptwirkmittel 4 angebracht. Die Flugrichtung 10 ist die Richtung,
in die das Tandemwirkmittel 2 bei dessen bestimmungsgemäßem Einsatz bzw. Betrieb fliegt.
[0049] Die Ladung 6 weist eine Hülle 12 auf, die mit Sprengstoff 14 gefüllt ist. Die Anzündung
des Sprengstoffes 14 ist durch einen Pfeil 15 symbolisch dargestellt. An der Hülle
12 ist ein Splittermittel 16 angebracht. Dieses ist dazu eingerichtet, bei der Umsetzung
des Sprengstoffs 14 eine in Flugrichtung 10 dem Hauptwirkmittel 4 vorauseilende Fokussierte
Garbe 18 aus einer Vielzahl von Splittern 20 zu bilden. In Figur 1 sind beispielhaft
vier solcher Splitter 20 dargestellt.
[0050] Die Geschwindigkeit V eines jeweilige Splitters 20 setzt sich aus zwei Komponenten,
nämlich der parallel zur Flugrichtung 10 liegenden Axialgeschwindigkeit VA und der
radial liegenden Radialgeschwindigkeit VR zusammen. Die Axialgeschwindigkeit VA wiederum
enthält als ersten Summanden die aktuelle Grundgeschwindigkeit V0 des Tandemwirkmittels
2 im Moment der Umsetzung des Sprengstoffes 14 und somit auch der Precursor Ladung
6 und der Splitter 20 vor bzw. bei der Umsetzung des Sprengstoffs 14. Hinzu kommt
als zweiter Summand eine durch die Umsetzung des Sprengstoffs 14 den Splittern 20
zusätzlich verliehene axiale Zusatzgeschwindigkeit, die zu der Axialgeschwindigkeit
VA führt, die größer der Grundgeschwindigkeit V0 ist. Die Radialgeschwindigkeit VR
wird den Splittern 20 ebenfalls durch die Umsetzung des Sprengstoffs 14 verliehen.
Die Precursor Ladung 6 ist hinsichtlich Sprengkraft des Sprengstoffes 14 in Abstimmung
unter anderem mit den Materialien und der Geometrie des Splittermittels 16 und der
Hülle 12 derart dimensioniert, dass die Radialgeschwindigkeit VR hier nur ein Zwanzigstel
der Axialgeschwindigkeit VA beträgt. Die Verhältnisse sind in Figur 1 qualitativ dargestellt.
[0051] Das Splittermittel 16 ist aus zwei Komponenten aufgebaut. Es enthält zum einen eine
Splittereinlage 22. Diese weist bezüglich der Längsachse 8 eine Form eines Zylindermantels
auf und ist an einer radial einwärtig weisenden Innenfläche 24 der Hülle 12 angeordnet.
Zum anderen enthält das Splittermittel 16 einen Splitterkörper 26, der die Form eines
Kreisringes 27 aufweist und dabei konzentrisch und quer zur Längsachse 8 verläuft.
Der Kreisring 27 erstreckt sich also in einer Querebene zur Längsachse 8.
[0052] Die Precursor Ladung 6 enthält außerdem ein Projektilmittel 28. dieses ist ebenfalls
an der Hülle 12 angebracht. Außerdem ist es dazu eingerichtet ist, bei der Umsetzung
des Sprengstoffs 14 ein panzerbrechendes Projektil 30 auszusenden, das dann - wie
die Splitter 20 in der Garbe 18 - dem Hauptwirkmittel 4 in Flugrichtung 10 vorauseilt.
In Figur 1 ist das Projektil 30 symbolisch angedeutet. Das Projektil 30 weist dann
ebenfalls eine Axialgeschwindigkeit VA auf, die sich aus der oben erläuterten Grundgeschwindigkeit
V0 des Projektilmittels 28 als erstem Summanden sowie einer durch die Umsetzung des
Sprengstoffs 14 verliehenen Zusatzgeschwindigkeit als zweitem Summanden zusammensetzt.
Vorliegend sind beide Axialgeschwindigkeiten VA von Splittern 20 und Projektil 30
gleich.
[0053] Vorliegend enthält das Projektilmittel 28 eine das Projektil 30 bildende Belegung
32. Diese ist hier - sinngemäß entsprechend dem Splitterkörper 26 - als quer zur Längsachse
8 verlaufende Scheibe 33 ausgebildet. Die Scheibe 33 ist dabei konzentrisch innerhalb
des Kreisrings 27 angeordnet; Splitterkörper 26 und Belegung 32 befinden sich also
auf der gleichen Axialposition der Längsachse 8 und bilden gemeinsam eine lückenlose
Stirnseite 34 der Precursor Ladung 6.
[0054] Das Projektilmittel 28 ist hier also vermittels eines Teils des Splittermittels 16,
nämlich des Splitterkörpers 26 an der Hülle 12 angeordnet / befestigt / gehalten.
[0055] Die gesamte Precursor-Ladung 6 ist im Querschnitt zur Längsachse 8 rund, hier kreisförmig
aufgebaut. Im Tandemwirkmittel 2 entspricht eine Querausdehnung Q quer zur Längsachse
8, hier ein Durchmesser, der Precursor Ladung 6 derjenigen des Hauptwirkmittels 4.
Das Hauptwirkmittel 4 enthält eine hier nur symbolisch angedeutete Hauptladung 36,
die wiederum eine Hohlladung 38 enthält.
[0056] Figur 2 zeigt - stark symbolisiert - den Einsatz des Tandemwirkmittels 2 aus Figur
1 gegen ein Ziel 40, hier einen Kampfpanzer, der sowohl mit einer Vorpanzerung 42,
hier einer Reaktivpanzerung, vor einer Hauptpanzerung 43 als auch mit einem nicht
weiter dargestellten Aktiv-Schutzsystem ausgerüstet ist. Figur 2 zeigt damit ein Kampfszenario
mit Tandemwirkmittel 2 mit Precursor-Ladung 6 mit erhöhtem Stand-Off (dank des Projektils
30) mit erweitertem Wirkspektrum (Garbe 18 der Splitter 20). Das Aktiv-Schutzsystem
des Ziels 40 sendet bei Detektion des angreifenden Tandemwirkmittels 2 ballistische
Abwehrkörper 44 in Richtung auf das Tandemwirkmittel 2 hin aus, um dieses abzufangen.
Figur 2 zeigt symbolisch nur einen der Abwehrkörper 44.
[0057] Zu einem Zeitpunkt t1 wurde das Tandemwirkmittel 2 bereits auf das Ziel 40 hin abgefeuert
bzw. abgeschossen bzw. gestartet und befindet sich im Flug auf das Ziel 40 hin entlang
der Flugrichtung 10, die mit seiner Längsachse 8 zusammenfällt. Das Tandemwirkmittel
2 fliegt also Richtung Ziel 40.
[0058] Zu einem späteren Zeitpunkt t2 initiiert das Tandemwirkmittel 2 seine Precursor-Ladung
6 (angedeutet durch einen Stern). Vorliegend geschieht die Initiierung durch Zünden
des Sprengstoffs 14. Damit wird das Splittermittel 16 zur Aussendung der Splitter
20 und das Projektilmittel 28 zur Bildung und Aussendung des Projektils 30 initiiert.
Der Zeitpunkt t2 ist dabei vom Tandemwirkmittel 2 so gewählt, dass es sich um den
Zeitpunkt handelt, bei dem das Aktiv-Schutzsystem des Ziels 40 das Tandemwirkmittel
2 erfasst hat und seine Gegenmaßnahme einleitet, nämlich die Abwehrkörper 44 auf das
Tandemwirkmittel 2 hin aussendet. Zum Zeitpunkt t2 befindet sich das Tandemwirkmittel
2 am sogenannten Erfassungspunkt 48 des Ziels 40, also an den denjenigem Abstand vom
Ziel 40, bei welchem das Aktiv-Schutzsystem das Tandemwirkmittel 2 erfasst und die
Gegenmaßnahme (Aussenden der Abwehrkörper 44) einleitet.
[0059] Zu einem späteren Zeitpunkt t3 ist die Folge der Zündung des Precursor-Ladung 6 zu
erkennen: Sowohl das Projektil 30 als auch die Garbe 18 (hier gestrichelt angedeutet)
der Splitter 20 (stellvertretend sind vier Stück dargestellt) eilen nun dem Hauptwirkmittel
4 in Flugrichtung 10 voraus. Hier ist zu erkennen, dass Projektilmittel 28 und Splittermittel
16 derart aufeinander abgestimmt sind, dass das Projektil 30 der Garbe 18 zwar nicht
vorauseilt, sich jedoch mit der Garbe 18 in Flugrichtung 10 gesehen an deren vorderster
Front 46 bewegt. Der Abwehrkörper 44 bewegt sich inzwischen entgegen der Flugrichtung
10 auf das verbleibende Hauptwirkmittel 4 des Tandemwirkmittels 2 zu. Das (P-Ladungs-)Projektil
30 eilt also zusammen mit einer dichten (Splitter-)Garbe 18 der Hauptladung 36 (Hauptwirkmittel
4) voraus und passiert den Begegnungspunkt (Abfangpunkt 50) des Aktivschutzsystems
des Ziels 40. Die Hauptladung 36 nähert sich dem Begegnungspunkt (Abfangpunkt 50).
Der Abfangpunkt 50 ist derjenige Abstand vom Ziel 40, bei dem der Abwehrkörper 44
plangemäß auf das Hautpwirkmittel 4 treffen und dieses abfangen / zerstören / unschädlich
machen sollte (siehe Zeitpunkt t5, unten).
[0060] Zu einem wiederum späteren Zeitpunkt t4 treffen jedoch nun die vorauseilende Garbe
18 der Splitter 20 und der Abwehrkörper 44 aufeinander. Durch die Splitter 20 wird
der Abwehrkörper 44 zerstört bzw. abgefangen, was wiederum durch einen Stern angedeutet
ist. Das Projektil 30 hat inzwischen den Abfangkörper 44 passiert. Die (Splitter-)garbe
18 erreicht also den Effektor (Abwehrkörper 44) des Aktivschutzsystems, bevor dieser
den Begegnungspunkt (Abfangpunkt 50) erreicht. Der Effektor (Abwehrkörper 44) wird
durch die (Splitter-)garbe 18 zerstört.
[0061] Hierdurch ist folgende Situation verhindert, die zu einem späteren Zeitpunkt t5 plangemäß
hätte eintreten sollen, weshalb sie in Figur 2 nur gestrichelt angedeutet ist. Zweck
des Aktivschutzsystems des Ziels 40 wäre es nämlich, dass Abwehrkörper 44 und Hauptwirkmittel
4 an dem Abfangpunkt 50 aufeinandertreffen und das Hauptwirkmittel 4 durch den Abwehrkörper
44 zerstört würde; wiederum durch einen Stern symbolisch angedeutet. Das Hauptwirkmittel
4 könnte so das Ziel 40 nicht mehr erreichen. Tatsächlich ist jedoch der Abwehrkörper
44 bereits zum vorherigen Zeitpunkt t4 zerstört worden, die Effekte der Zerstörung
sind - weit genug vom Hauptwirkmittel 4 entfernt - abgeklungen. Das Hauptwirkmittel
4 kann ungehindert weiter auf das Ziel 40 zu fliegen. Dank der erfolgreichen Abwehr
des Abwehrkörpers 44 durch die Garbe 18 nähert sich inzwischen das Hauptwirkmittel
4 also tatsächlich dem Ziel 40 an.
[0062] Zu einem wiederum späteren Zeitpunkt t6 trifft das Projektil 30 am Ziel 40 ein und
durchschlägt dessen Vorpanzerung 42 und bereitet somit auf bzw. entlang der Flugrichtung
10 einen Pfad 52 für das Hauptwirkmittel 4 durch die Vorpanzerung 42 hindurch.
[0063] Zu einem wiederum späteren Zeitpunkt t7 erreicht dann das Hauptwirkmittel 2 auf dem
Pfad 52 durch die dort zerstörte bzw. beseitigte Vorpanzerung 42 das Ziel 40 bzw.
dessen Hauptpanzerung 43, kann diese überwinden und schlussendlich gegen das Ziel
40 wirken, wiederum angedeutet durch einen Stern.
[0064] Im Ergebnis erreicht also das (P-Ladungs-)Projektil 30 zum Zeitpunkt t6 erfolgreich
das Ziel 40 und kann gegen die Vorpanzerung 42 wirken. Das Ziel 40 ist jetzt ungeschützt
bzw. nur noch durch seine Hauptpanzerung 43 geschützt und die Hauptladung 36 kann
zum Zeitpunkt t7 gegen die Hauptpanzerung 43 des Ziels 40 wirken.
Bezugszeichenliste
[0065]
- 2
- Tandemwirkmittel
- 4
- Hauptwirkmittel
- 6
- Precursor-Ladung
- 8
- Längsachse
- 10
- Flugrichtung
- 12
- Hülle
- 14
- Sprengstoff
- 15
- Pfeil
- 16
- Splittermittel
- 18
- Garbe
- 20
- Splitter
- 22
- Splittereinlage
- 24
- Innenfläche
- 26
- Splitterkörper
- 27
- Kreisring
- 28
- Projektilmittel
- 30
- Projektil
- 32
- Belegung
- 33
- Scheibe
- 34
- Stirnseite (Precursor-Ladung)
- 36
- Hauptladung
- 38
- Hohlladung
- 40
- Ziel
- 42
- Vorpanzerung
- 43
- Hauptpanzerung
- 44
- Abwehrkörper
- 46
- Front
- 48
- Erfassungspunkt
- 50
- Abfangpunkt
- 52
- Pfad
- V
- Geschwindigkeit
- V0
- Grundgeschwindigkeit
- VA
- Axialgeschwindigkeit
- VR
- Radialgeschwindigkeit
- Q
- Querausdehnung
1. Tandemwirkmittel (2) mit einer Precursor-Ladung (6) und mit einem Hauptwirkmittel
(4),
- wobei sich die Precursor-Ladung (6) entlang einer Längsachse (8) erstreckt und bestimmungsgemäß
in einer mit der Längsachse (8) zusammenfallenden Flugrichtung (10) des Tandemwirkmittels
(2) vor dessen Hauptwirkmittel (4) angebracht ist,
wobei die Precursor-Ladung (6) aufweist:
- eine Hülle (12),
- einen in der Hülle (12) angeordneten Sprengstoff (14),
dadurch gekennzeichnet, dass die Precursor-Ladung aufweist:
- ein an der Hülle (12) angebrachtes Projektilmittel (28), das dazu eingerichtet ist,
bei der Umsetzung des Sprengstoffes (14) ein in Flugrichtung (10) dem Hauptwirkmittel
(4) vorauseilendes panzerbrechendes Projektil (30) auszusenden,
- ein an der Hülle (12) angebrachtes Splittermittel (16), das dazu eingerichtet ist,
bei der Umsetzung des Sprengstoffes (14) eine in Flugrichtung (10) dem Hauptwirkmittel
(4) vorauseilende fokussierte Garbe (18) aus einer Vielzahl von Splittern (20) auszusenden,
wobei die Garbe (18) dadurch fokussiert ist, dass eine Radialgeschwindigkeit (VR)
der Splitter höchstens ein Fünftel von deren Axialgeschwindigkeit (VA) beträgt.
2. Tandemwirkmittel (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Splittermittel (16) eine Splittereinlage (22) enthält, die eine Form eines Zylindermantels
bezüglich der Längsachse (8) aufweist und / oder die an einer Innenfläche (24) der
Hülle angeordnet ist.
3. Tandemwirkmittel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Splittermittel (16) einen Splitterkörper (26) enthält, der eine Form eines quer
zur Längsachse (8) verlaufenden Kreisrings (27) aufweist.
4. Tandemwirkmittel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Projektilmittel (28) eine das Projektil (30) bildende Belegung (32) in Form einer
quer zur Längsachse (8) verlaufenden Scheibe enthält.
5. Tandemwirkmittel (2) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Scheibe (33) konzentrisch innerhalb des Kreisrings (27) angeordnet ist.
6. Tandemwirkmittel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Projektilmittel (28) und das Splittermittel (16) derart aufeinander abgestimmt
sind, dass das Projektil (30) der Garbe (18) vorauseilt oder sich mit deren in Flugrichtung
(10) vorderster Front (46) bewegt.
7. Tandemwirkmittel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Precursor-Ladung (6) im Querschnitt zur Längsachse (8) rund aufgebaut ist.
8. Tandemwirkmittel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Querausdehnung (Q) quer zur Längsachse (8) der Precursor-Ladung (6) derjenigen
des Hauptwirkmittels (4) entspricht.
9. Tandemwirkmittel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Hauptwirkmittel (4) eine Hauptladung (36) enthält.
10. Tandemwirkmittel nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hauptladung (36) eine Hohlladung (38) enthält.
11. Verfahren zum Bekämpfen eines Ziels (40) mit Hilfe eines Tandemwirkmittels (2) gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 10, das ein Hauptwirkmittel (4) und eine Precursor-Ladung
(6) enthält, die wiederum ein bei Initiierung ein panzerbrechendes Projektil (30)
aussendendes Projektilmittel (28) und ein bei Initiierung Splitter (20) in Form einer
fokussierten Garbe (18) aussendendes Splittermittel (16) enthält, bei dem:
- das Tandemwirkmittel (2) auf das Ziel (40) hin abgefeuert wird,
- in einem bestimmten Zeitpunkt (t2) vor dem Auftreffen am Ziel (40) die Precursor-Ladung
(6) initiiert wird, wodurch das Projektil (30) und die Splitter (20) als die fokussierte
Garbe (18) jeweils dem Hauptwirkmittel (2) in Flugrichtung (10) vorauseilend auf das
Ziel (40) hin ausgesendet werden,
- wobei die Garbe (18) dadurch fokussiert wird, dass den Splittern (20) eine Radialgeschwindigkeit
(VR) von höchstens einem Fünftel von deren Axialgeschwindigkeit (VA) verliehen wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Zeitpunkt derjenige gewählt wird, an dem ein einen Abwehrkörper zur Munition hin
aussendendes aktives Abwehrsystem des Ziels die Munition erfasst oder wenigstens einen
Abwehrkörper aussendet.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zeitpunkt so gewählt wird, dass die Garbe in einer solchen Entfernung von dem
Hauptwirkmittel auf Abwehrkörper trifft, die größer als eine Wirkreichweite der Abwehrkörper
ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zeitpunkt als derjenige gewählt wird, bei dem sich das Tandemwirkmittel zwischen
5 und 25 Meter vor dem Ziel befindet.
1. Tandem effector (2) with a precursor charge (6) and with a main effector (4),
- wherein the precursor charge (6) extends along a longitudinal axis (8) and is fitted
as intended in front of the main effector (4) of the tandem effector (2) in a flight
direction (10) thereof that is coincident with the longitudinal axis (8),
wherein the precursor charge (6) has:
- a casing (12),
- an explosive (14) arranged in the casing (12),
characterized in that the precursor charge has:
- a projectile means (28) which is fitted on the casing (12) and is configured to
respond to the explosive (14) being set off by sending out an armour-piercing projectile
(30) which precedes the main effector (4) in the flight direction (10),
- a fragmenting means (16) which is fitted on the casing (12) and is configured to
respond to the explosive (14) being set off by sending out a focussed burst of fire
(18) which precedes the main effector (4) in the flight direction (10) and is composed
of a multiplicity of fragments (20), wherein the burst of fire (18) is focussed by
a radial velocity (VR) of the fragments being at most a fifth of the axial velocity
(VA) thereof.
2. Tandem effector (2) according to Claim 1,
characterized in that
the fragmenting means (16) includes a fragmenting liner (22) which has the form of
a cylindrical sheath with respect to the longitudinal axis (8) and/or is arranged
on an inner surface (24) of the casing.
3. Tandem effector (2) according to either of the preceding claims,
characterized in that
the fragmenting means (16) includes a fragmenting body (26) which has the form of
a circular ring (27) running transversely to the longitudinal axis (8).
4. Tandem effector (2) according to one of the preceding claims,
characterized in that
the projectile means (28) includes a covering (32) which forms the projectile (30)
and is in the form of a disc running transversely to the longitudinal axis (8).
5. Tandem effector (2) according to Claim 4,
characterized in that
the disc (33) is arranged concentrically within the circular ring (27).
6. Tandem effector (2) according to one of the preceding claims,
characterized in that
the projectile means (28) and the fragmenting means (16) are coordinated with one
other in such a way that the projectile (30) precedes the burst of fire (18) or moves
along with the front (46) thereof that is foremost in the flight direction (10).
7. Tandem effector (2) according to one of the preceding claims,
characterized in that
the precursor charge (6) is of a round construction in cross section with respect
to the longitudinal axis (8).
8. Tandem effector (2) according to one of the preceding claims,
characterized in that
a transverse extent (Q) transverse to the longitudinal axis (8) of the precursor charge
(6) corresponds to that of the main effector (4).
9. Tandem effector (2) according to one of the preceding claims,
characterized in that
the main effector (4) includes a main charge (36).
10. Tandem effector according to Claim 9,
characterized in that
the main charge (36) includes a hollow charge (38).
11. Method for engaging a target (40) with the aid of a tandem effector (2) according
to one of Claims 1 to 10, which includes a main effector (4) and a precursor charge
(6) which in turn includes a projectile means (28) which, on initiation, sends out
an armour-piercing projectile (30) and a fragmenting means (16) which, on initiation,
sends out fragments (20) in the form of a focussed burst of fire (18), in which method:
- the tandem effector (2) is fired at the target (40),
- at a specific point in time (t2) before striking of the target (40), the precursor
charge (6) is initiated, as a result of which the projectile (30) and the fragments
(20) in the form of the focussed burst of fire (18) are each sent out towards the
target (40) so as to precede the main effector (2) in the flight direction (10),
- wherein the burst of fire (18) is focussed by the fragments (20) being imparted
with a radial velocity (VR) of at most a fifth of the axial velocity (VA) thereof.
12. Method according to Claim 11,
characterized in that
the selected point in time is the time at which an active defence system of the target
which is sending out a defence body towards the munition detects the munition or at
least sends out a defence body.
13. Method according to either of Claims 11 and 12,
characterized in that
the point in time is selected such that the burst of fire strikes defence bodies at
such a distance from the main effector that is greater than an effective range of
the defence bodies.
14. Method according to one of Claims 11 to 13,
characterized in that
the selected point in time is the time at which the tandem effector is between 5 and
25 metres away from the target.
1. Agent actif tandem (2) comprenant une charge précurseur (6) et un agent actif principal
(4),
- la charge précurseur (6) s'étendant le long d'un axe longitudinal (8) et étant placée,
conformément à l'utilisation destinée, dans une direction de vol (10) de l'agent actif
tandem (2) coïncidant avec l'axe longitudinal (8), en avant de l'agent actif principal
(4) de celui-ci,
la charge précurseur (6) comprenant :
- une enveloppe (12),
- un explosif (14) agencé dans l'enveloppe (12),
caractérisé en ce que la charge précurseur comprend :
- un moyen (28) formant projectile fixé à l'enveloppe (12) et conçu pour émettre,
lors du déclenchement de l'explosif (14), un projectile perforant (30) qui précède
l'agent actif principal (4) dans la direction de vol (10),
- un moyen de fragmentation (16) fixé à l'enveloppe (12) et conçu pour émettre, lors
du déclenchement de l'explosif (14), une gerbe focalisée (18) d'une pluralité de fragments
(20) qui précède le moyen actif principal (4) dans la direction de vol (10), la gerbe
(18) étant focalisée par le fait qu'une vitesse radiale (VR) des fragments est au
maximum égale à un cinquième de leur vitesse axiale (VA).
2. Agent actif tandem (2) selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le moyen de fragmentation (16) contient un insert de fragmentation (22) qui a une
forme d'enveloppe cylindrique par rapport à l'axe longitudinal (8) et/ou qui est agencé
sur une surface intérieure (24) de l'enveloppe.
3. Agent actif tandem (2) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le moyen de fragmentation (16) comprend un corps de fragmentation (26) qui présente
la forme d'un anneau circulaire (27) s'étendant transversalement à l'axe longitudinal
(8).
4. Agent actif tandem (2) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le moyen (28) formant projectile contient un revêtement (32) formant le projectile
(30) sous la forme d'un disque s'étendant transversalement à l'axe longitudinal (8).
5. Agent actif tandem (2) selon la revendication 4,
caractérisé en ce que
le disque (33) est agencé de manière concentrique à l'intérieur de l'anneau circulaire
(27).
6. Agent actif tandem (2) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le moyen (28) formant projectile et le moyen de fragmentation (16) sont adaptés l'un
à l'autre de telle manière que le projectile (30) précède la gerbe (18) ou se déplace
avec son front le plus en avant (46) dans la direction de vol (10).
7. Agent actif tandem (2) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la charge précurseur (6) est de section ronde par rapport à l'axe longitudinal (8).
8. Agent actif tandem (2) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
une extension transversale (Q) perpendiculaire à l'axe longitudinal (8) de la charge
précurseur (6) correspond à celle de l'agent actif principal (4).
9. Agent actif tandem (2) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'agent actif principal (4) contient une charge principale (36).
10. Agent actif tandem selon la revendication 9,
caractérisé en ce que
la charge principale (36) contient une charge creuse (38).
11. Procédé pour détruire une cible (40) au moyen d'un agent actif tandem (2) selon l'une
des revendications 1 à 10, contenant un agent actif principal (4) et une charge précurseur
(6), qui contient à son tour un moyen (28) formant projectile qui, lors de l'amorçage,
émet un projectile perforant (30) et un moyen de fragmentation (16) qui, lors de l'amorçage,
émet des fragments (20) sous la forme d'une gerbe focalisée (18), dans lequel :
- l'agent actif tandem (2) est tiré en direction de la cible (40),
- à un instant déterminé (t2) avant l'impact sur la cible (40), la charge précurseur
(6) est initiée, de sorte que le projectile (30) et les fragments (20) sont émis sous
forme de gerbe focalisée (18) en devançant l'agent actif principal (2) dans la direction
de vol (10) vers la cible (40),
- la gerbe (18) étant focalisée par le fait que les fragments (20) reçoivent une vitesse
radiale (VR) inférieure ou égale à un cinquième de leur vitesse axiale (VA) .
12. Procédé selon la revendication 11,
caractérisé en ce que
l'instant est choisi comme étant celui auquel un système de défense actif de la cible,
qui émet un corps de défense vers la munition, détecte la munition ou émet au moins
un corps de défense.
13. Procédé selon l'une des revendications 11 à 12,
caractérisé en ce que
l'instant est choisi de telle sorte que la gerbe rencontre les éléments de défense
à une distance de l'agent actif principal qui est supérieure à la portée effective
du corps de défense.
14. Procédé selon l'une des revendications 11 à 13,
caractérisé en ce que
l'instant est choisi comme étant celui où l'agent tandem se trouve entre 5 et 25 mètres
devant la cible.