[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen eines kornorientierten Elektrobands,
das mit einer Forsteritschicht belegt ist, sowie ein kornorientiertes Elektroband
mit sehr guter Haftfestigkeit eines auf ihm gebildeten Forsteritfilms.
[0002] Als kornorientiertes "Elektroband" werden durch Kaltwalzen erzeugte Stahlbänder verstanden,
die in spezieller Weise mit einer Forsteritschicht und optional mit mindestens einer
zusätzlich auf der Forsteritschicht aufgetragenen Schicht versehen sind. Das kaltgewalzte
Stahlband eines kornorientierten Elektrobands wird im Folgenden auch als "Stahlsubstrat"
oder "Stahlmaterial" bezeichnet.
[0003] Aufgrund ihrer besonderen elektromagnetischen Eigenschaften sind kornorientierte
Elektrobänder für Anwendungen in der Elektrotechnik geeignet, bei denen höchste Anforderungen
an den Wirkungsgrad gestellt werden. Dabei versteht es sich von selbst, dass dann,
wenn nachfolgend von "Elektroband" die Rede ist, damit in gleicherweise "Elektrobleche"
oder "Platinen" gemeint sind, die von einem solchen Elektroband abgeteilt sein können
oder Breiten- oder Längenerstreckungen aufweisen, die von den für Elektrobänder typischen
Abmessungen abweichen.
[0004] Typischerweise sind kornorientierte Elektrobänder der hier in Rede stehenden Art
0,10 - 0,35 mm dick.
[0005] Das kaltgewalzte, entkohlungsgeglühte und primärrekristallisierte Stahlsubstrat von
kornorientierten Elektrobändern der erfindungsgemäßen Art besteht typischerweise aus,
in Masse-%, 2,5 - 4,0 % Silizium ("Si"), ≤ 0,30 % Mangan ("Mn"), ≤ 0,50 % Kupfer ("Cu"),
≤ 0,065 % Aluminium ("Al"), ≤ 0,1 % Stickstoff ("N") sowie jeweils optional einem
Element oder mehreren Elementen aus der Gruppe "Chrom ("Cr"), Nickel ("Ni"), Molybdän
("Mo"), Phosphor ("P"), Arsen ("As"), Schwefel ("S"), Zinn ("Sn"), Selen ("Se"), Antimon
("Sb"), Tellur ("Te"), Bor ("B") oder Bismut ("Bi")" mit der Maßgabe, dass die Gehalte
an den Elementen dieser Gruppe jeweils ≤ 0,2 % betragen, Rest Eisen und unvermeidbaren
Verunreinigungen, bestehen.
[0006] Wie im Einzelnen beispielsweise im Merkblatt 401 "Elektroband und -blech", Ausgabe
2005, herausgegeben vom Stahl-Informations-Zentrum, 40039 Düsseldorf, Deutschland,
oder der
WO 03/000951 A1 beschrieben, geschieht bei konventioneller Fertigungsweise der Aufbau einer Forsteritschicht
auf dem jeweiligen Elektroblech, indem ein auf Enddicke kaltgewalztes Stahlband, das
im Rahmen der voranstehend angegebenen allgemeinen Legierungsvorschrift zusammengesetzt
ist, einer ersten Glühung unterzogen wird, um eine Primärrekristallisation und Entkohlung
des Stahlsubstrats zu bewirken und die Oberfläche des Substrats gezielt zu oxidieren.
[0007] Anschließend wird die so behandelte Oberfläche des Elektrobands typischerweise mit
einer Magnesiumoxid ("MgO") und geeigneten Additiven enthaltenden Lösung als Klebschutz
beschichtet. Nach dem Trocknen der MgO-Beschichtung wird das Elektroband zu einem
Coil gewickelt und im Coil erneut geglüht, um eine Sekundärrekristallisation und anschließende
Reinigung des Stahls von ausscheidungsbildenden Elementen zu bewirken.
[0008] Während dieses typischerweise bei 1100 °C bis 1300 °C ablaufenden Hochtemperatur-Glühschrittes
reagiert die im Wesentlichen aus MgO bestehende Klebschutzschicht mit den an der Oberfläche
des Stahlsubstrats vorhandenen, überwiegend aus Siliziumoxid bestehenden Oxiden und
bildet so die gewünschte Forsteritschicht ("Mg2SiO4"), die auch als "Glasfilm" bezeichnet
wird. Diese Forsteritschicht geht mit Verwurzelungen in das Stahlsubstrat über, wodurch
ihre Haftung auf dem Stahlsubstrat gewährleistet ist.
[0009] Auf die Forsteritschicht kann in einem weiteren Verfahrensschritt, wie beispielsweise
aus der
DE 22 47 269 C3 bekannt ist, eine Lösung auf der Basis von Magnesiumphosphat oder Aluminiumphosphat
oder Mischungen von beiden mit verschiedenen Zusätzen wie beispielsweise Chromverbindungen
und Si-Oxid aufgebracht und bei Temperaturen oberhalb 350 °C eingebrannt werden. Das
so auf dem Elektroband gebildete Schichtsystem bildet eine Isolationsschicht, welche
Zugspannungen auf das Stahlmaterial überträgt, die sich günstig auf die elektromagnetischen
Eigenschaften des Elektrobands oder -blechs auswirken.
[0010] Damit diese Zugspannungen unter rauen Einsatzbedingungen über eine lange Einsatzdauer
sicher übertragen werden, muss eine ausgezeichnete Haftfestigkeit der Forsteritschicht
auf dem kaltgewalzten Stahlmaterial des Elektrobands gewährleistet sein. So muss sichergestellt
sein, dass die Forsteritschicht auch dann fest auf dem Stahlsubstrat haftet, wenn
das mit ihr beschichtete Elektroband zu einem Coil gewickelt wird oder von ihm Platinen
oder andere Blechteile abgeteilt werden, die für die Weiterverarbeitung benötigt werden.
[0011] Der Hochtemperatur-Glühschritt, bei dem die Forsteritschicht gebildet wird, dauert
üblicherweise 6 - 7 Tage und erfordert einen erheblichen Energieeinsatz. Erst nach
Ablauf dieser langen Glühdauer kann bei konventioneller Fertigungsweise festgestellt
werden, ob sich die Forsteritschicht ordnungsgemäß ausgebildet hat oder ob sie nur
unzureichend auf dem Stahlsubstrat haftet. Eingriffe in den Produktionsprozess zur
Beseitigung einer fehlerhaften Ausprägung der Forsteritschicht können daher erst mit
erheblicher Verzögerung vorgenommen werden. Da während dieser Zeit die Produktion
weiter läuft, kann es dazu kommen, dass größere Mengen ebenfalls fehlerbehafteter
Elektrobänder produziert werden, bis die Ursache für die den Fehler behoben ist.
[0012] Vor diesem Hintergrund hat sich die Aufgabe gestellt, ein Verfahren zu entwickeln,
welches zuverlässig die Produktion von kornorientierten Elektrobändern mit optimal
ausgebildeter und auf dem Stahlsubstrat des jeweiligen Elektrobands haftender Forsteritschicht
ermöglicht.
[0013] Darüber hinaus sollte ein kornorientiertes Elektroband angegeben werden, bei dem
die Forsteritschicht optimal fest auf dem Stahlsubstrat des Elektrobands haftet.
[0014] In Bezug auf das Verfahren hat die Erfindung diese Aufgabe dadurch gelöst, dass bei
der Herstellung von kornorientierten Elektrobändern mit optimal haftender Forsteritschicht
mindestens die in Anspruch 1 angegebenen Arbeitsschritte absolviert werden. Dabei
versteht es sich von selbst, dass ein Fachmann bei der Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens und seiner hier erläuterten Varianten und Ausbaumöglichkeiten diejenigen
vorliegend nicht explizit erwähnten Arbeitsschritte ergänzt, von denen er aufgrund
seiner praktischen Erfahrung weiß, dass sie bei der Durchführung solcher Verfahren
regelmäßig angewendet werden.
[0015] Ein die voranstehend angegebene Aufgabe erfindungsgemäß lösendes kornorientiertes
Elektroblech weist mindestens die in Anspruch 5 angegebenen Merkmale auf.
[0016] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben
und werden wie der allgemeine Erfindungsgedanke nachfolgend im Einzelnen erläutert.
[0017] Mit der Erfindung gelingt es, im Zuge der Erzeugung von kornorientierten Elektrobändern
zu einem Zeitpunkt anhand fester Kriterien zu entscheiden, ob ein vor der Hochtemperatur-Glühung
erhaltenes Zwischenprodukt geeignet ist, eine Forsteritschicht auszubilden, die optimal
an dem Stahlsubstrat des Elektrobands haftet. Die Erfindung ermöglicht dabei eine
Messbarkeit der späteren Haftfestigkeit der Forsteritschicht im Prozess und stellt
damit einen sicheren Prozessparameterraum zur Verfügung, der nach der Glühung zu einer
perfekten Haftfestigkeit der Forsteritschicht führt.
[0018] So umfasst ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Erzeugen eines kornorientierten Elektrobands,
das mit einer Forsteritschicht belegt ist, mindestens folgende Arbeitsschritte:
- a) Bereitstellen von zwei oder mehr 0,10 - 0,35 mm dicken kaltgewalzten Stahlbändern,
welche aus, in Masse-%, 2,5 - 4,0 % Si, ≤ 0,30 % Mn, ≤ 0,50 % Cu, ≤ 0,065 % Al, ≤
0,1 % N sowie jeweils optional einem Element oder mehreren Elementen aus der Gruppe
"Cr, Ni, Mo, P, As, S, Sn, Sb, Se, Te, B oder Bi" mit der Maßgabe, dass die Gehalte
an den Elementen dieser Gruppe jeweils ≤ 0,2 % betragen, Rest Eisen und unvermeidbaren
Verunreinigungen bestehen und primärrekristallisierend sowie entkohlend geglüht worden
sind;
- b) Auswählen desjenigen Stahlbands oder derjenigen Stahlbänder aus den im Arbeitsschritt
a) bereitgestellten Stahlbändern, für das oder für die das Ergebnis einer ToF-SIMS-Untersuchung,
bei der die Oberfläche des jeweiligen Stahlbands mit Cs-Ionen mit einer Beschleunigungsspannung
von 2keV als Sputtermaterial und Bi-Ionen mit einer Beschleunigungsspannung von 25keV
als Analyseionen beschossen wird, folgende Bedingungen erfüllt:
- Bedingung 1:
- Der Kurvenverlauf des aus dem Signal "Si an Cs gebunden" und dem Signal "Si nicht
an Cs gebunden" gebildeten Quotienten "Si an Cs gebunden" / "Si nicht an Cs gebunden"
weist im Tiefenverlauf von 0,5 - 5,0 µm genau ein lokales Maximum auf.
- Bedingung 2:
- Der Wert des Quotienten "Si an Cs gebunden" / "Si nicht an Cs gebunden" ist in einem
an der Oberfläche des Stahlbands beginnenden und bis in eine Tiefe von 2 µm reichenden
Tiefenbereich durchgehend kleiner als 0,01.
- c) Auftragen einer Klebschutzschicht auf mindestens eine der Oberflächen eines Stahlbands,
das im Arbeitsschritt b) jeweils ausgewählt worden ist, wobei die Klebschutzschicht
aus einem MgO-Pulver gebildet wird, das aus MgO-Partikeln und optional bis zu 10 Masse-%
Additiven besteht;
- d) Glühen des Stahlbands, wobei sich über das Glühen aus der im Arbeitsschritt c)
aufgetragenen Klebschutzschicht die Forsteritschicht (Mg2SiO4) bildet.
[0019] Die Erfindung geht hier von der Erkenntnis aus, dass durch Flugzeit-Sekundärionenmassenspektroskopie
(englisch "Time of Flight Secondary Ions Mass Spectrometry", kurz "ToF-SIMS"), bei
der die zu untersuchende Oberfläche des nach dem entkohlenden Glühen vorliegenden
Zwischenprodukts mit Cs-Ionen mit einer Beschleunigungsspannung von 2keV und zur Analyse
mit Bi+ Ionen mit einer Beschleunigungsspannung 25keV beschossen wird, die Haftfestigkeit
der in den folgenden Arbeitsschritten erzeugten Forsteritschicht vorhergesagt werden
kann. Diese Vorhersage beruht auf einer Auswertung des Anteils des Elements Si an
der untersuchten Oberfläche des Stahlsubstrats, welches mit dem Element Cs gebunden
ist, in Relation zum Anteil des Element Si, welches nicht an Cs gebunden ist. Je größer
diese Relation für die untersuchte Oberfläche vor dem Glühschritt ist, desto besser
wird die Haftfestigkeit der Forsteritschicht nach dem Glühschritt (Arbeitsschritt
e)).
[0020] Die ToF-SIMS ist eine analytische Methode zur chemischen Charakterisierung von Oberflächen.
Sie beruht auf der zeitaufgelösten Erfassung von Sekundärionen, welche aus der untersuchten
Oberfläche durch Beschuss mit hochenergetischen Primärionen (z.B. Bi) erzeugt werden.
Diese in einem kurzen lonenpuls auf die zu untersuchende Oberfläche gerichteten Primärionen
penetrieren die oberen Atomlagen der Oberfläche und lösen aus ihr sogenannte "Sekundärionen".
Dabei wird auf die freigesetzten Sekundärionen die kinetische Energie der Primärionen
übertragen, so dass die Sekundärionen beschleunigt werden und eine Driftstrecke durchlaufen,
bis sie auf ein Detektorsystem treffen, das mit hoher Zeitauflösung die Intensität
der Sekundärionen als Funktion der Flugzeit erfasst. Da Ionen unterschiedlicher Masse
bei einer gegebenen kinetischen Energie unterschiedliche Geschwindigkeiten haben,
kann über die gemessene Flugzeit auf ihre Masse geschlossen werden. Durch Massentrennung
können dabei die einzelnen Elemente der zu untersuchenden Oberfläche nachgewiesen
werden (s. https://tazgmbh.de/tof--sims.html; https://de.wikipedia.org/ wiki/Sekundär
ionen-Massenspektrometrie, https://en.wikipedia.org/wiki/Static_secondary-ion_mass_spectrometry,
jeweils aufgerufen am 7. Dezember 2019).
[0021] Um ein Tiefenprofil zu erhalten wird das zu untersuchende Material zusätzlich zu
den Primärionen mit Sputterionen (z.B. Cs) beschossen, so dass es zu einem kontinuierlichen
Abtrag von Material kommt. Die Erfinder haben festgestellt, dass sich ein Teil der
Sekundärionen mit den Sputterionen (Cs) verbindet, und als Gesamtmasse die Driftstrecke
durchläuft. Der tiefenaufgelöste Grad der Affinität zu dieser Bindung ist die Grundlage
der Erfindung.
[0022] Die Erzeugung des im Arbeitsschritt a) des erfindungsgemäßen Verfahrens als kaltgewalztes
und entkohlend geglühtes Stahlband bereitgestellten Zwischenprodukts kann entsprechend
den im Stand der Technik bei der Erzeugung von kornorientierten Elektroblechen etablierten
Weise erfolgen. Entscheidend ist, dass das Stahlband mit einer für kornorientierte
Elektrobleche typischen Zusammensetzung erzeugt und entkohlt wird.
[0023] Im Arbeitsschritt b) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dann anhand der erfindungsgemäß
vorgegebenen Kriterien entschieden, ob die bereitgestellten Stahlbänder das Potenzial
für die Ausbildung einer optimal haftenden Forsteritschicht haben oder nicht. Erfüllt
das jeweilige Stahlband die Anforderungen nicht, so wird es nicht mehr weiterverarbeitet,
sondern als Schrott recycled und wieder in den Kreislauf der Erzeugung von Stahlbändern
für die Herstellung kornorientierter Elektrobänder eingespeist. Bei erfindungsgemäßer
Vorgehensweise gelangen somit nur solche kaltgewalzten Stahlbänder in die Hochtemperatur-Glühung
(Arbeitsschritt e)), bei denen damit gerechnet werden kann, dass die auf ihnen entstehende
Forsteritschicht höchsten Anforderungen hinsichtlich ihrer Haftung auf dem Stahlsubstrat
des Elektrobands genügt.
[0024] Die im Zwischenzustand "nach Entkohlungsglühung" im Arbeitsschritt b) überprüften,
das jeweils im Arbeitsschritt a) bereitgestellte Stahlband für die Weiterverarbeitung
qualifizierenden Anforderungen sind demnach:
- (1) Der Kurvenverlauf des Quotienten aus dem Signal "Si an Cs gebunden" zum Signal
"Si nicht an Cs gebunden" weist im Tiefenverlauf von 0,5 µm bis 5,0 µm genau ein lokales
Maximum auf.
- (2) Der Wert des Quotienten aus dem Signal "Si an Cs gebunden" zum Signal "Si nicht
an Cs gebunden" ist im Tiefenbereich von der Oberfläche bis 2 µm Tiefe durchgehend
kleiner als 0,01.
[0025] Durch die im Zuge der Hochtemperatur-Glühung (Arbeitsschritt e)) eintretende Reaktion
des an der Oberfläche des Stahlsubstrats vorhandenen Elements Si mit Mg, das in Form
von MgO auf das Material aufgetragen wird, findet sich im fertig erfindungsgemäß prozessierten
kornorientierten Elektroband ein ähnlicher Zusammenhang, der allerdings dann auf dem
entsprechenden Signalverhältnis des Elements Mg beruht.
[0026] Dementsprechend zeichnet sich ein erfindungsgemäßes kornorientiertes Elektroband
mit sehr guter Haftfestigkeit des auf ihm gebildeten Forsteritfilms dadurch aus, dass
bei einer ToF-SIMS-Untersuchung durch Beschuss der Forsteritschicht mit Cs-Ionen mit
einer Beschleunigungsspannung von 2keV als Sputtermaterial und Bi-Ionen mit einer
Beschleunigungsspannung von 25keV als Analyseionen
- A) der Kurvenverlauf des aus dem Signal "Mg an Cs gebunden" und dem Signal "Mg nicht
an Cs gebunden" gebildeten Quotienten "Mg an Cs gebunden" / "Mg nicht an Cs gebunden"
in einer ausgehend von der Oberfläche der Forsteritschicht gemessenen Sputtertiefe
von 1 µm bis 2 µm niedriger ist als in einer ebenfalls ausgehend von der Oberfläche
der Forsteritschicht gemessenen Sputtertiefe von 5 µm bis 6 µm, und
- B) der Quotient "Mg an Cs gebunden" / "Mg nicht an Cs gebunden" im ausgehend von der
Oberfläche der Forsteritschicht gemessenen Tiefenbereich von 1 - 2 µm unter 0,05 liegt,
während er im ebenfalls ausgehend von der Oberfläche der Forsteritschicht gemessenen
Tiefenbereich von 5 - 6 µm über 0,05 liegt.
[0027] Typischerweise besteht dabei das Stahlsubstrat eines erfindungsgemäßen kornorientierten
Elektroblechs aus einem Stahl, der die voranstehend erläuterte, zu Arbeitsschritt
a) des erfindungsgemäßen Verfahrens angegebene Legierung besitzt.
[0028] Die erfindungsgemäß als Kriterien für die Bewertung der Haftfestigkeit der Forsteritschicht
auf dem Stahlsubstrat eines fertig prozessierten erfindungsgemäßen kornorientierten
Elektrobands entwickelten Maßgaben A) und B) lassen sich durch eine entsprechende
Auswahl insbesondere des MgO-
[0029] Pulvers erfüllen, das im Arbeitsschritt c) des erfindungsgemäßen Verfahrens auf das
zuvor bereitgestellte (Arbeitsschritt a)) und ausgewählte (Arbeitsschritt b)) Stahlband
aufgetragen wird. Dieses MgO-Pulver besteht zu mindestens 90 Masse-% aus MgO, wobei
der optional verbleibende Rest des Pulvers durch mindestens ein Additiv aufgefüllt
sein kann. Die Summe der Gehalte an den Additiven beträgt dabei höchstens 10 Masse-%.
Als Additive zugegeben werden können dem MgO-Pulver beispielsweise Titanoxid, Ammoniumchlorid
oder Antimonchlorid, durch deren Zugabe die Dichte der späteren Forsteritschicht sowie
der Gasaustausch zwischen Glühatmosphäre während der Hochtemperaturglühung und Metall
gesteuert wird.
[0030] Die von der Erfindung als Kriterium für die Selektierung von für die Erzeugung von
kornorientiertem Elektroblech besonders geeigneter kaltgewalzter Stahlbleche genannten
Maßgaben A) und B) und damit einhergehend strengste Anforderungen an die optimale
Haftung der Forsteritschicht lassen sich dadurch besonders sicher erfüllen, dass beim
erfindungsgemäßen Verfahren
- i) für den für die Partikelgrößenverteilung des im Arbeitsschritt c) aufgetragenen
MgO-Pulvers ermittelte D50-Wert gilt: 2 µm < D50 < 7 µm;
- ii) das MgO-Pulver im Arbeitsschritt c) mit einem Flächengewicht FG_MGO aufgetragen
wird, für das gilt: 4 g/m2 < FG_MgO < 18 g/m2;
- iii) das im Arbeitsschritt c) aufgetragene MgO-Pulver eine Zitronensäureaktivität
CAA aufweist, welche so groß ist, dass der pH-Wert von 200 ml einer auf 30 °C erwärmten
Zitronensäurelösung innerhalb von 600 s nach der Zugabe von 2,0 g des MgO-Pulvers
den Wert 7 übersteigt, wobei die Zitronensäurelösung angesetzt wird, indem 56 g Zitronensäure
(C8H8O7 * 1H2O), 0,5 g Natriumbenzoat (NaC7H5O2) und 4 ml Phenolphthalein (1% in Ethanol)
in destilliertem Wasser gelöst und auf 2 Liter aufgefüllt werden.
[0031] Jede der Maßnahmen i) - iii) kann für sich gesehen alleine dazu beitragen, ein erfindungsgemäßes
kornorientiertes Elektroblech mit optimaler Haftung seiner Forsteritschicht zu erzeugen,
wobei dies besonders sicher gelingt, wenn alle drei Maßnahmen i) - iii) durchgeführt
werden.
[0032] Die Partikelgrößenverteilung des MgO-Pulvers kann bei der Maßnahme i) mit an sich
bekannten Methoden ermittelt werden. Hierzu stehen beispielsweise im Markt erhältliche
Messinstrumente, wie die unter der Bezeichnung Mastersizer 2000 (s. https://www.malvernpanalytical.com/de/support/productsupport/mastersizer-range/mastersizer-2000,
aufgerufen am 7. Dezember 2019) zur Verfügung.
[0033] Der pH-Wert kann bei der Maßnahme iii) mit jedem hierzu auf dem Markt verfügbaren
pH-Messgerät erfasst werden, welches eine kontinuierlich fortgeschriebene Messung
über eine mit der Zugabe des MgO-Pulvers zu der Zitronensäurelösung beginnende Dauer
ermöglicht.
[0034] Die im Arbeitsschritt d) abschließend absolvierte Glühung des Stahlbands, bei der
sich die Forsteritschicht (Mg2SiO4) ausbildet, kann ebenfalls in an sich bekannter
Weise ausgeführt werden. Hierzu kann das nach dem Arbeitsschritt d) erhaltene, mit
der aus dem MgO-Pulver gebildeten Klebschutzschicht beschichtete kaltgewalzte Stahlband
zu einem Coil gewickelt und im Haubenofen für 10 - 200 Stunden bei einer Temperatur
von 1000 - 1600 K unter einer Atmosphäre gehalten werden, die aus mindestens 50% H
2 besteht.
[0035] Überraschend hat sich hier gezeigt, dass, solange die Bedingungen 1 und 2 erfüllt
wurden, die Hochtemperatur-Glühung selbst keinen Einfluss auf das prognostizierte
Haftungsverhalten der Forsteritschicht hat, wenn die Maximaltemperatur der Hochglühung
über 1300 K liegt.
[0036] Auch wenn dies bisher nicht abschließend erforscht ist, wird vermutet, dass oberflächennahes
Si, das sich im ToF-SIMS-Verfahren bevorzugt an das Sputtermaterial Cs bindet, nicht
zur Bildung einer gut verzahnten Forsteritschicht beiträgt. Daher sollte es an den
Oberflächen von Stahlbändern für die Erzeugung kornorientierter Elektrobänder, die
mit einer Forsteritschicht belegt werden sollen, weitestgehend vermieden werden. Dies
kann dadurch gelingen, dass bei der an sich in konventioneller Weise durchgeführten
Entkohlurigsglühung, die das erfindungsgemäß jeweils bereitgestellte Stahlband durchläuft,
zumindest im letzten Abschnitt der Glühung unter einer Glühatmosphäre mit niedrigem
Taupunktes geglüht wird.
[0037] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Diagramm, mit dem Verlauf des Quotienten "Si an Cs" / "Si nicht an Cs" der an
dem für die Erzeugung des Beispiels 1 bereit gestellten kaltgewalzten und entkohlungsgeglühten
Stahlband aus einer ToF-SIMS-Messung gewonnenen Signale "Si an Cs" zu "Si nicht an
Cs", Wert < 0,01 im Bereich von der Oberfläche bis 2 µm Tiefe (Achseneinheit x-Achse:
1 nm = 1/1000 µm)
- Fig. 2
- ein Diagramm mit den Ergebnissen der Ermittlung der Zitronensäureaktivität CAA für
drei Beispiele;
- Fig. 3
- ein Diagramm mit dem Verlauf des Quotienten "Mg an Cs" / "Mg nicht an Cs" der an dem
gemäß Beispiel 1 erzeugten kornorientierten Elektroblech aus einer ToF-SIMS-Messung
gewonnenen Signale "Mg an Cs" zu "Mg nicht an Cs" mit einem durchschnittlichen Wert
zwischen 1 µm und 2 µm, welcher niedriger ist als der Verlauf des Quotienten "Mg an
Cs" / "Mg nicht an Cs" in einer Tiefe von 5 µm und 6 µm (Achseneinheit x-Achse: 1
nm = 1/1000 µm)
[0038] Zur Überprüfung, ob sich anhand der von der Erfindung entwickelten Bedingungen, Maßgaben
und Maßnahmen zuverlässig kornorientierte Elektrobänder schaffen lassen, bei denen
eine optimierte Haftfestigkeit der Forsteritschicht auf dem jeweiligen Stahlsubstrat
gegeben ist, sind von acht aus dem normalen Herstellprozess stammenden kaltgewalzten
Stahlbändern Proben P1 - P7 abgeteilt worden, deren jeweilige Zusammensetzung in Tabelle
1 angegeben ist.
[0039] An den von den so bereitgestellten kaltgewalzten Proben P1 - P8 ist per ToF-SIMS-Untersuchung,
bei der die Oberfläche des jeweiligen Stahlbands mit Cslonen mit einer Beschleunigungsspannung
von 2keV als Sputtermaterial und Bi-Ionen mit einer Beschleunigungsspannung von 25keV
als Analyseionen beschossen worden ist, bis zu einer ausgehend von der Oberfläche
der jeweiligen Probe gemessenen Tiefe von 10 µm der Kurvenverlauf des aus dem Signal
"Si an Cs gebunden" und dem Signal "Si nicht an Cs gebunden" bestimmt und der sich
daraus ergebende Verlauf des Quotienten "Si an Cs gebunden" / "Si nicht an Cs gebunden"
ermittelt worden.
[0040] In Fig. 1 ist für die Probe 1 beispielhaft der Verlauf des Quotienten "Si an Cs gebunden"
/ "Si nicht an Cs gebunden" über der Sputtertiefe dargestellt.
[0041] Anhand der so für die Proben P1 - P8 ermittelten Kurvenverläufe des jeweiligen Quotienten
"Si an Cs gebunden" / "Si nicht an Cs gebunden" ist überprüft worden, ob diese Verläufe
die Bedingung 1 "der Kurvenverlauf des Quotienten "Si an Cs gebunden" / "Si nicht
an Cs gebunden" weist im Tiefenverlauf von 0,5 - 5,0 µm genau ein lokales Maximum
auf und die Bedingung 2 "der Wert des Quotienten "Si an Cs gebunden" / "Si nicht an
Cs gebunden" ist in einem an der Oberfläche des Stahlbands beginnenden und bis in
eine Tiefe von 2 µm reichenden Tiefenbereich durchgehend kleiner als 0,01" erfüllen.
Die Ergebnisse dieser Auswertung sind in Tabelle 2 zusammengefasst.
[0042] Anschließend sind die so untersuchten Oberflächen der Proben P1 - P8 mit einer wässrigen
MgO-Aufschlämmung beschichtet worden, deren Masse durch Abquetschrollen eingestellt
wurde.
[0043] Die dabei eingesetzten MgO-Pulver bestanden zu 94 Masse-% aus MgO und zu 6 Masse-%
aus TiO
2.
[0044] Für jedes der bei den Proben P1 - P8 eingesetzten MgO-Pulver wurde überprüft, ob
für sie die Maßgaben i) "für den für die Partikelgrößenverteilung des im Arbeitsschritt
c) aufgetragenen MgO-Pulvers ermittelte D50-Wert gilt: 2 µm < D50 < 7 µm", ii) "das
MgO-Pulver wird mit einem Flächengewicht FG_MGO aufgetragen, für das gilt: 4 g/m
2 < FG_MgO < 18g/m
2" und iii) "das MgO-Pulver weist eine Zitronensäureaktivität CAA auf, welche so groß
ist, dass der pH-Wert von 200 ml einer auf 30 °C erwärmten Zitronensäurelösung innerhalb
von 600 s nach der Zugabe von 2,0 g des MgO-Pulvers den Wert 7 übersteigt, wobei die
Zitronensäurelösung angesetzt wird, indem 56 g Zitronensäure (C8H8O7 * 1H2O), 0,5
g Natriumbenzoat (NaC7H5O2) und 4 ml Phenolphthalein (1% in Ethanol) in destilliertem
Wasser gelöst und auf 2 Liter aufgefüllt werden" erfüllt sind. Das Ergebnis dieser
Überprüfung ist in Tabelle 3 zusammengefasst. Fig. 2 zeigt beispielhaft für die Proben
1, 2 und 7 das Ergebnis der Untersuchung der Zitronensäureaktivität CAA, wobei das
bei den Proben 1 und 2 verwendete MgO-Pulver der Maßgabe iii) der Erfindung entspricht,
wogegen dies beim MgO-Pulver, das bei der Probe 7 verwendet worden ist, nicht der
Fall ist.
[0045] Die so beschichteten Proben sind einer Hochtemperatur-Glühung unterzogen worden,
bei der sie im Haubenofen über eine Dauer von 24 h bei einer Temperatur von 1450 K
unter einer trockenen Atmosphäre aus reinem Wasserstoff gehalten worden sind.
[0046] Nach der Abkühlung sind durch eine ToF-SIMS-Untersuchung durch Beschuss der Forsteritschicht
mit Cs-Ionen mit einer Beschleunigungsspannung von 2keV als Sputtermaterial und Bi-Ionen
mit einer Beschleunigungsspannung von 25keV als Analyseionen für die auf den Proben
P1 - P8 im Zuge der Hochtemperatur-Glühung entstandenen Forsteritschichten der Kurvenverlauf
des aus dem Signal "Mg an Cs gebunden" und dem Signal "Mg nicht an Cs gebunden" gebildeten
Quotienten "Mg an Cs gebunden" / "Mg nicht an Cs gebunden" ermittelt worden. In Fig.
3 ist der entsprechende Verlauf des Quotienten "Mg an Cs gebunden" / "Mg nicht an
Cs gebunden" über der Sputtertiefe beispielhaft für die Probe 1 dargestellt.
[0047] Für jede der Proben P1 - P8 wurde dann mittels einer weiteren ToF-SIMS-Untersuchung
durch Beschuss der Forsteritschicht mit Cs-Ionen mit einer Beschleunigungsspannung
von 2keV als Sputtermaterial und Bi-Ionen mit einer Beschleunigungsspannung von 25keV
als Analyseionen überprüft, ob die an dem nach der Hochtemperatur-Glühung aus den
Proben P1 - P8 gebildeten kornorientierten Elektroblechen ermittelten Kurvenverläufe
der Quotienten "Mg an Cs gebunden" / "Mg nicht an Cs gebunden" die Anforderung A "der
Kurvenverlauf des Quotienten "Mg an Cs gebunden" / "Mg nicht an Cs gebunden" ist in
einer ausgehend von der Oberfläche der Forsteritschicht gemessenen Sputtertiefe von
1 µm bis 2 µm niedriger als in einer ebenfalls ausgehend von der Oberfläche der Forsteritschicht
gemessenen Sputtertiefe von 5 µm bis 6 µm", und die Anforderung B "der Quotient "Mg
an Cs gebunden" / "Mg nicht an Cs gebunden" liegt im ausgehend von der Oberfläche
der Forsteritschicht gemessenen Tiefenbereich von 1 - 2 µm unter 0,05, während er
im ebenfalls ausgehend von der Oberfläche der Forsteritschicht gemessenen Tiefenbereich
von 5 - 6 µm über 0,05 liegt, erfüllen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen ist in
Tabelle 4 zusammengefasst.
[0048] Schließlich ist an den in der voranstehend erläuterten Weise erzeugten und geprüften
Proben P1 - P8 die Festigkeit der Haftung der Forsteritschicht auf dem durch das ursprünglich
bereitgestellte, kaltgewalzte Stahlsubstrat bestimmt worden. Hierzu ist eine Probe
in ein Kegeldörn-Biegegerät eingespannt worden. Die Probe wurde um 180° um einen Kegeldorn
gebogen, der kontinuierlich von einem Biegeradius 5 mm (Kegelspitze) bis 30 mm (Kegelfuß)
reicht. Nach dem Herausnehmen wurde überprüft, ab welchem Biegeradius die Beschichtung
abgeplatzt ist. Je geringer dieser Biegeradius, desto besser die Haftung.
[0049] Die Ergebnisse dieser Überprüfung sind in Tabelle 5 zusammengefasst.
[0050] Es zeigt sich, dass die Proben P1 - P4, welche die durch die Erfindung formulierten
Bedingungen und Maßgaben erfüllen, optimal auf dem jeweiligen Stahlsubstrat haften,
während dies bei den nicht erfindungsgemäßen Proben P5 - P8 nicht der Fall ist.
Tabelle 1
| Stahl der Kaltband-Probe |
Si |
Mn |
Cr |
Al |
S |
N |
Cu |
Sn |
| P1 |
3,25 |
0,15 |
0,05 |
0,020 |
0,003 |
0,009 |
0,20 |
0,052 |
| P2 |
3,25 |
0,09 |
0,12 |
0,041 |
0,003 |
0,015 |
0,15 |
0,027 |
| P3 |
3,07 |
0,25 |
0,10 |
0,033 |
0,004 |
0,025 |
0,05 |
0,009 |
| P4 |
3,12 |
0,21 |
0,10 |
0,055 |
0,005 |
0,022 |
0,30 |
0,055 |
| P5 |
3,19 |
0,13 |
0,06 |
0,025 |
0,009 |
0,037 |
0,11 |
0,020 |
| P6 |
3,07 |
0,05 |
0,03 |
0,017 |
0,005 |
0,044 |
0,22 |
0,058 |
| P7 |
3,25 |
0,11 |
0,05 |
0,031 |
0,006 |
0,013 |
0,04 |
0,016 |
Tabelle 2
| Probe |
Bedingung 1 |
Bedingung 2 |
| P1 |
erfüllt |
Erfüllt |
| P2 |
erfüllt |
Erfüllt |
| P3 |
erfüllt |
Erfüllt |
| P4 |
erfüllt |
Erfüllt |
| P5 |
2x Max |
Erfüllt |
| P6 |
nicht erfüllt |
Erfüllt |
| P7 |
nicht erfüllt |
Erfüllt |
| P8 |
erfüllt |
nicht erfüllt |
Tabelle 3
| Probe |
D50 gemäß Maßnahme i) |
FG_MgO gemäß Maßnahme ii) |
Anstieg des pH-Wertes innerhalb von 600 s nach Zugabe MgO gemäß Maßnahme iii) |
Erfindungsgemäß? |
| P1 |
3,7 µm |
7,7 g/m2 |
Erfüllt |
JA |
| P2 |
2,5 µm |
10,9 g/m2 |
Erfüllt |
JA |
| P3 |
6,6 µm |
17,1 g/m2 |
Erfüllt |
JA |
| P4 |
3,7 µm |
13,4 g/m2 |
Erfüllt |
JA |
| P5 |
3,7 µm |
13,4 g/m2 |
Erfüllt |
NEIN |
| P6 |
1,5 µm |
13,4 g/m2 |
Erfüllt |
NEIN |
| P7 |
5,2 µm |
11,0 g/m2 |
nicht erfüllt |
NEIN |
| P8 |
6,6 µm |
11,5 g/m2 |
Erfüllt |
NEIN |
Tabelle 4
| Probe |
Maßgabe A |
Maßgabe B |
| P1 |
Erfüllt |
Erfüllt |
| P2 |
Erfüllt |
Erfüllt |
| P3 |
Erfüllt |
Erfüllt |
| P4 |
Erfüllt |
Erfüllt |
| P5 |
Erfüllt |
Erfüllt |
| P6 |
nicht erfüllt |
nicht erfüllt |
| P7 |
nicht erfüllt |
nicht erfüllt |
| P8 |
Erfüllt |
Erfüllt |
Tabelle 5
| Probe |
Haftfestigkeit der Forsteritschicht |
| [Abplatzung ab Biegeradius ] |
| P1 |
7,5 mm |
| P2 |
9,0 mm |
| P3 |
11,0 mm |
| P4 |
10,5 mm |
| P5 |
16,0 mm |
| P6 |
22,5 mm |
| P7 |
16,5 mm |
| P8 |
21,0 mm |
1. Verfahren zum Erzeugen eines kornorientierten Elektrobands, das mit einer Forsteritschicht
belegt ist, umfassend folgende Arbeitsschritte:
a) Bereitstellen von zwei oder mehr 0,10 - 0,35 mm dicken entkohlend geglühten und
primärrekristallisierten kaltgewalzten Stahlbändern, welche aus, in Masse-%, 2,5 -
4,0 % Si, ≤ 0,30 % Mn, ≤ 0,50 % Cu, ≤ 0,065 % Al, ≤ 0,1% N sowie jeweils optional
einem Element oder mehreren Elementen aus der Gruppe "Cr, Ni, Mo, P, As, S, Sn, Sb,
Se, Te, B oder Bi" mit der Maßgabe, dass die Gehalte an den Elementen dieser Gruppe
jeweils ≤ 0,2 % betragen, Rest Eisen und unvermeidbaren Verunreinigungen bestehen;
b) Auswählen desjenigen Stahlbands oder derjenigen Stahlbänder aus den im Arbeitsschritt
a) bereitgestellten Stahlbändern, für das oder für die das Ergebnis einer ToF-SIMS-Untersuchung,
bei der die Oberfläche des jeweiligen Stahlbands mit Cs-Ionen mit einer Beschleunigungsspannung
von 2keV als Sputtermaterial und Bi-Ionen mit einer Beschleunigungsspannung von 25keV
als Analyseionen beschossen wird, folgende Bedingungen erfüllt:
Bedingung 1: Der Kurvenverlauf des aus dem Signal "Si an Cs gebunden" und dem Signal
"Si nicht an Cs gebunden" gebildeten Quotienten "Si an Cs gebunden" / "Si nicht an
Cs gebunden" weist im Tiefenverlauf von 0,5 - 5,0 µm genau ein lokales Maximum auf.
Bedingung 2: Der Wert des Quotienten "Si an Cs gebunden" / "Si nicht an Cs gebunden"
ist in einem an der Oberfläche des Stahlbands beginnenden und bis in eine Tiefe von
2 µm reichenden Tiefenbereich durchgehend kleiner als 0,01.
c) Auftragen einer Klebschutzschicht auf mindestens eine der Oberflächen eines Stahlbands,
das im Arbeitsschritt b) jeweils ausgewählt worden ist, wobei die Klebschutzschicht
aus einem MgO-Pulver gebildet wird, das aus MgO-Partikeln und optional bis zu 10 Masse-%
Additiven besteht;
d) Glühen des Stahlbands, wobei sich über das Glühen aus der im Arbeitsschritt c)
aufgetragenen Klebschutzschicht die Forsteritschicht (Mg2SiO4) bildet.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass für den für die Partikelgrößenverteilung des im Arbeitsschritt c) aufgetragenen MgO-Pulvers
ermittelten D50-Wert gilt:
3. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das MgO-Pulver im Arbeitsschritt c) mit einem Flächengewicht FG_MGO aufgetragen wird,
für das gilt:
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das im Arbeitsschritt c) aufgetragene MgO-Pulver eine Zitronensäureaktivität CAA
aufweist, welche so groß ist, dass der pH-Wert von 200 ml einer auf 30 °C erwärmten
Zitronensäurelösung innerhalb von 600 s nach der Zugabe von 2,0 g des MgO-Pulvers
den Wert 7 übersteigt, wobei die Zitronensäurelösung angesetzt wird, indem 56 g Zitronensäure
(C8H8O7-* 1H2O), 0,5 g Natriumbenzoat (NaC7H5O2) und 4 ml Phenolphthalein (1% in Ethanol)
in destilliertem Wasser gelöst und auf 2 Liter aufgefüllt werden.
5. Kornorientiertes Elektroband mit sehr. guter Haftfestigkeit einer auf ihm gebildeten
Forsteritschicht,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einer ToF-SIMS-Untersuchung durch Beschuss der Forsteritschicht mit Cs-Ionen
mit einer Beschleunigungsspannung von 2keV als Sputtermaterial und Bi-Ionen mit einer
Beschleunigungsspannung von 25keV als Analyseionen
A) der Kurvenverlauf des aus dem Signal "Mg an Cs gebunden" und dem Signal "Mg nicht
an Cs gebunden" gebildeten Quotienten "Mg an Cs gebunden" / "Mg nicht an Cs gebunden"
in einer ausgehend von der Oberfläche der Forsteritschicht gemessenen Sputtertiefe
von 1 µm bis 2 µm niedriger ist als in einer ebenfalls ausgehend von der Oberfläche
der Forsteritschicht gemessenen Sputtertiefe von 5 µm bis 6 µm, und
B) der Quotient "Mg an Cs gebunden" / "Mg nicht an Cs gebunden" im ausgehend von der
Oberfläche der Forsteritschicht gemessenen Tiefenbereich von 1 - 2 µm unter 0,05 liegt,
während er im ebenfalls ausgehend von der Oberfläche der Forsteritschicht gemessenen
Tiefenbereich von 5 - 6 µm über 0,05 liegt.