[0001] Die Erfindung betrifft einen Etikettierer zum Aufbringen von auf einem Trägerband
angeordneten und auf eine Etikettenrolle gewickelten Etiketten auf Obst oder Gemüse,
mit einer Etikettenspendeeinrichtung und einem Etikettenapplikator, auf den die Etikettenspendeeinrichtung
aufsetzbar ist, wobei die Etikettenspendeeinrichtung einen Etikettenrollenhalter und
eine antreibbare Etikettentransporteinrichtung mit einer Etikettenspendekante umfasst,
wobei der Etikettenapplikator einen feststehenden zylindrischen Luftverteilerkern
mit einem Saugluftanschluss und einem Druckluftanschluss und einen in einer Drehrichtung
drehbar auf dem Luftverteilerkern gelagerten Rotationskopf mit mehreren, insbesondere
fünf, in Umfangsrichtung gleich verteilt angeordneten Aufnahmeabschnitten umfasst,
die jeweils mit einem radial abstehenden Faltenbalg versehen sind, wobei der jeweilige
Aufnahmeabschnitt und der jeweilige Faltenbalg einen jeweiligen Etikettenaufnehmer
bilden, wobei die Faltenbälge über den Luftverteilerkern und abhängig von ihrer jeweiligen
Drehposition mit Saugluft und/oder Druckluft versorgbar sind, wobei im Betrieb die
Etikettenaufnehmer fortlaufend eine Etikettenübernahme-Drehposition, in der sie ein
jeweiliges Etikett von der Etikettenspendekante übernehmen, und eine Etikettenapplizier-Drehposition,
in der sie das jeweilige Etikett auf das Obst oder Gemüse applizieren, durchlaufen,
wobei in der Etikettenübernahme-Drehposition die Etikettenaufnehmer mit Saugluft versorgt
werden und der jeweilige Faltenbalg eingefahren ist und in der Etikettenapplizier-Drehposition
die Etikettenaufnehmer mit Druckluft versorgt werden und der jeweilige Faltenbalg
ausgefahren ist, wobei die Etiketten zwischen der Etikettenübernahme-Drehposition
und der Etikettenapplizier-Drehposition an den Etikettenaufnehmern gehalten werden.
[0002] Obstetiketterier applizieren kleine Etiketten direkt auf Früchte wie Äpfel, Kiwis,
Avocados oder Melonen. Der Etikettenapplikator des Etikettierers besitzt einen Luftverteilerkern,
dem über zwei Anschlüsse Saugluft und Druckluft zugeführt werden. Der Etikettenapplikator
besitzt des Weiteren einen Rotationskopf, der auf dem Luftverteilerkern drehbar gelagert
ist und entlang seines Umfangs mit mehreren Etikettenaufnehmern mit Faltenbälgen versehen
ist. Die Faltenbälge können über den Luftverteilerkern mit Saugluft und/oder Druckluft
versorgt werden. Die Versorgung hängt von der Drehposition der Etikettenaufnehmer
ab. Die Etikettenaufnehmer nehmen in einer Etikettenübernahme-Drehposition unter Saugluft
ein Etikett von einer Etikettenspendekante auf und geben es in einer Etikettenapplizier-Drehposition,
in der sie in der Regel nach unten zeigen, unter Druckluft auf die vorbeigeförderten
Früchte ab. Derartige Etikettierer sind beispielsweise aus den Dokumenten
EP 3 019 406 B1 und
EP 2 356 031 B1 bekannt.
[0003] Allerdings steht bei aus dem Stand der Technik bekannten Etikettierern den Etikettenaufnehmern
während der Drehung von der Etikettenübernahme-Drehposition in die Etikettenapplizier-Drehposition
der durch die Saugluft geschaffene Unterdruck nicht konstant zur Verfügung, sondern
verringert sich immer wieder kurzzeitig.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Etikettierer der eingangs genannten
Art anzugeben, bei dem die Etiketten während der Drehung von der Etikettenübernahme-Drehposition
in die Etikettenapplizier-Drehposition mit höherer Sicherheit an den Etikettenaufnehmer
gehalten werden.
[0005] Diese Aufgabe wird durch einen Etikettierer mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst,
und insbesondere dadurch, dass der Luftverteilerkern an seiner Außenfläche eine mit
dem Saugluftanschluss verbundene, durchgehende Nut aufweist, die sich derart in Umfangsrichtung
des Luftverteilerkerns erstreckt, dass in einer Drehstellung des Rotationskopfes,
in der ein jeweiliger Etikettenaufnehmer die Etikettenapplizier-Drehposition einnimmt,
alle anderen Etikettenaufnehmer mit der Nut verbunden sind.
[0006] Somit wird gewährleistet, dass in einer Drehstellung des Rotationskopfes, bei der
sich ein jeweiliger Etikettenaufnehmer in der Etikettenapplizier-Drehposition befindet,
alle anderen Etikettenaufnehmer mit der Nut und über die Nut mit dem Saugluftanschluss
verbunden sind. Aufgrund der durchgehenden Ausbildung der Nut bleiben alle sich nicht
in der Etikettenapplizier-Drehposition befindenden Etikettenaufnehmer möglichst lange
mit der Nut verbunden. Die Etiketten können daher zwischen der Etikettenübernahme-Drehposition
und der Etikettenapplizier-Drehposition mit höherer Sicherheit von den Etikettenaufnehmern
gehalten werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Nut gleichzeitig ein Unterdruckreservoir
bildet, das zu einer Stabilisierung der Druckverhältnisse an den Etikettenaufnehmern
beiträgt.
[0007] Vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der Beschreibung
und der Zeichnung beschrieben.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass in der
Drehstellung des Rotationskopfes, in der der jeweilige Etikettenaufnehmer die Etikettenapplizier-Drehposition
einnimmt, sich die Nut in Drehrichtung über die Drehposition des dem jeweiligen Etikettenaufnehmer
unmittelbar nachlaufenden Etikettenaufnehmers hinaus erstreckt und/oder entgegen der
Drehrichtung über die Drehposition des dem jeweiligen Etikettenaufnehmer unmittelbar
vorauslaufenden Etikettenaufnehmers hinaus erstreckt. Hierdurch kann erreicht werden,
dass der Unterdruck über einen möglichst großen Umfangsbereich an den Etikettenaufnehmern
anliegen kann. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass sich die Nut über einen Winkelbereich
von 270° bis 330° erstreckt.
[0009] Der Saugluftanschluss und der Druckluftanschluss können an einer Stirnseite des Luftverteilerkerns
angeordnet sein, wobei an den Saugluftanschluss ein sich entlang der Zylinderachse
des Luftverteilerkerns verlaufender Saugluftkanal und an den Druckluftanschluss ein
sich entlang der Zylinderachse des Luftverteilerkerns verlaufender Druckluftkanal
anschließen kann. Über diese beiden Kanäle kann die Saugluft bzw. die Druckluft einfach
entlang der Zylinderachse des Luftverteilerkerns verteilt werden. Dabei ist es bevorzugt,
wenn sich der eine Kanal, insbesondere der Druckluftkanal, tiefer in den Luftverteilerkern
hinein erstreckt als der andere Kanal, insbesondere der Saugluftkanal. Hierdurch können
die weiteren Verbindungen der beiden Kanäle mit der Außenfläche des Luftverteilerkerns
in verschiedenen Tiefen ausgebildet werden, so dass auf einfache Weise erreicht werden
kann, dass sich die weiteren Verbindungen nicht überschneiden.
[0010] Insbesondere können von dem Saugluftkanal mehrere, insbesondere radial abgehende,
Saugluftleitungen zu der Nut führen, wobei bevorzugt vorgesehen ist, dass die Saugluftleitungen
in einer senkrecht zu dem Saugluftkanal orientierten gemeinsamen Ebene angeordnet
sind. Mehrere Leitungen können für gleichmäßigere Druckverhältnisse entlang der Nut
sorgen. Zusätzlich oder alternativ hierzu kann von dem Druckluftkanal eine radial
abgehende Druckluftleitung zu einem nutfreien Bereich der Außenfläche des Luftverteilerkerns
führen, d.h. zu dem Bereich, in dem die mit dem Saugluftanschluss verbundene Nut nicht
ausgebildet ist.
[0011] Die Aufnahmeabschnitte des Rotationskopfs können jeweils einen Durchgang zur Verbindung
des jeweiligen Etikettenaufnehmers mit dem Saugluftanschluss und einen Durchgang zur
Verbindung des jeweiligen Etikettenaufnehmers mit dem Druckluftanschluss aufweisen.
Bevorzugt liegt - analog zu der vorstehend beschriebenen unterschiedlichen Tiefenerstreckung
des Saugluftkanals und des Druckluftkanals - der eine Durchgang, insbesondere zur
Verbindung mit dem Druckluftanschluss, tiefer in dem Luftverteilerkern als der andere
Durchgang, insbesondere zur Verbindung mit dem Saugluftanschluss.
[0012] Vorzugsweise ist der Luftverteilerkern und/oder der Rotationskopf als 3D-Druckteil
ausgebildet. Saugluft- und Druckluftkanäle und -leitungen müssen dann nicht als separate
Bauteile zur Verfügung gestellt, sondern sind integraler Bestandteil des jeweiligen
Bauteils. Hierdurch können Luftverteilerkerne und/oder Rotationsköpfe mit komplexen
Strukturen realisiert werden.
[0013] Der Etikettenapplikator kann eine langgestreckte Seitenwange mit zwei einander gegenüberliegenden
Enden umfassen, wobei innerhalb der Seitenwange zwei parallel zueinander von dem einem
Ende zu dem anderen Ende verlaufende Kammern ausgebildet sind, wobei an dem einen
Ende ein Anschluss für einen Saugluftschlauch und ein Anschluss für einen Druckluftschlauch
und an dem anderen Ende ein mit dem Saugluftanschluss des Luftverteilerkerns verbundener
Saugluftauslass und ein mit dem Druckluftanschluss des Luftverteilerkerns verbundener
Druckluftauslass vorgesehen sind, wobei die eine Kammer mit dem Anschluss für den
Saugluftschlauch und dem Saugluftauslass und die andere Kammer mit dem Anschluss für
den Druckluftschlauch und dem Druckluftauslass verbunden ist. Durch die Integration
der Saugluft- und Druckluftzuleitungen für den Luftverteilerkern in eine Seitenwange,
die gleichzeitig als seitliche Abdeckplatte für den Etikettenapplikator dienen kann,
kann auf insbesondere störungsanfälligere Luftschläuche verzichtet werden. Dies ist
insbesondere dann von Vorteil, wenn mehrere Etikettierer nebeneinander und/oder hintereinander
vorgesehen sind, da dann die Übersichtlichkeit nicht verloren geht. Darüber hinaus
stellen die Kammern jeweils ein Unterdruck- bzw. Überdruckreservoir dar, die zu einer
Stabilisierung der Druckverhältnisse an den Etikettenaufnehmern beitragen.
[0014] Insbesondere weist der Etikettenapplikator einen Motor zum Antrieb des Rotationskopfes,
insbesondere über ein Riemengetriebe, und eine Steuerungseinrichtung zur Steuerung
des Motors zum Antrieb des Rotationskopfes auf. Zusätzlich kann der Etikettenapplikator
einen von der Steuerungseinrichtung steuerbaren Motor für eine Querverstellung des
Etikettenapplikators auf einem Gestell längs der Drehachse des Rotationskopfes und/oder
einen von der Steuerungseinrichtung steuerbaren Motor zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung
der Etikettenspendeeinrichtung aufweisen. Durch die Querverstellung können, wenn mehrere
Etikettierer nebeneinander angeordnet sind, die Abstände der Etikettierer zueinander
angepasst werden. Die Anpassung der Abstände kann insbesondere in Abhängigkeit von
dem jeweiligen zu etikettierenden Obst oder Gemüse erfolgen. Ist ein Motor zum Antrieb
der Etikettentransporteinrichtung der Etikettenspendeeinrichtung bereits aufseiten
des Etikettenapplikators vorgesehen, kann auf einen entsprechenden Motor aufseiten
des Etikettenspendeeinrichtung verzichtet werden. Vorzugsweise sind dann alle Motoren
in einer Reihe entlang der Längserstreckung der vorgenannten Seitenwange angeordnet.
[0015] Die Faltenbälge können aus Silikon gebildet sein, wie es im Lebensmittelbereich bevorzugt
ist. Die Faltenbälge können an ihrem dem Rotationskopf abgewandten Ende jeweils eine
oder mehrere Luftöffnungen aufweisen. Dabei ist es bevorzugt, wenn jeweils eine innenliegende,
luftdurchlässige Membran vorgesehen ist, die bei anliegender Druckluft die eine oder
mehreren Luftöffnungen verdeckt und bei anliegender Saugluft die eine oder mehreren
Luftöffnungen freigibt. Dies unterstützt ein definiertes, insbesondere gerades, Aus-
und Einfahren der Faltenbälge, da die Membran der Bewegung des Faltenbalgs Stabilität
verleiht. Ferner können die Faltenbälge an ihrem dem Rotationskopf zugewandten Ende
durch radiales Dehnen kraftschlüssig den Aufnahmeabschnitten übergestülpt werden.
Die Faltenbälge können dann einfach und werkzeuglos montiert und gewechselt werden.
[0016] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Etikettenspendeeinrichtung
derart auf den Etikettenapplikator aufsetzbar, dass mehrere an der Etikettenspendeeinrichtung
vorgesehene Bolzen in entsprechende in dem Etikettenapplikator ausgebildete Bolzenaufnahmen
eingreifen. Hierdurch kann auf einfache Weise eine korrekte Positionierung der Etikettenspendeeinrichtung
relativ zu dem Etikettenapplikator erreicht werden. Zusätzlich oder alternativ kann
die Etikettenspendeeinrichtung derart auf den Etikettenapplikator aufgesetzt sein,
dass eine an der Etikettenspendeeinrichtung vorgesehene, in eine Verriegelungsstellung
vorgespannte Schwenkriegeleinrichtung eine entsprechende in dem Etikettenapplikator
ausgebildete Riegelaufnahme hintergreift. Durch die Schwenkriegeleinrichtung kann
die Etikettenspendeeinrichtung an dem Etikettenapplikator verriegelt und damit fest
an dem Etikettenapplikator gehalten werden.
[0017] Wie bereits vorstehend erwähnt ist, kann der Etikettenapplikator einen von einer
Steuerungseinrichtung des Etikettenapplikators steuerbaren Motor zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung
der Etikettenspendeeinrichtung aufweisen. Beim Aufsetzen der Etikettenspendeeinrichtung
auf den Etikettenapplikator kann dann automatisch eine antriebswirksame mechanische
Verbindung zwischen dem Motor zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung und der
Etikettentransporteinrichtung hergestellt werden. Es sind dann keine weiteren Maßnahmen
zum Anschließen der Etikettentransporteinrichtung an den Motor zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung
erforderlich. Beispielsweise kann die antriebswirksame mechanische Verbindung über
ein von dem Motor zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung antreibbares erstes
Stirnrad des Etikettenapplikators und ein im aufgesetzten Zustand mit dem ersten Stirnrad
kämmendes zweites Stirnrad der Etikettentransporteinrichtung hergestellt werden.
[0018] Bevorzugt ist der Abstand zwischen dem Rotationskopf und der Etikettenspendekante
einstellbar, insbesondere um Toleranzen ausgleichen zu können oder Anpassungen an
unterschiedliche Arten von Faltenbalgen vornehmen zu können. Hierzu kann der Etikettenapplikator
an seiner Oberseite eine schwenkbare Justierplatte aufweisen, auf die die Etikettenspendeeinrichtung
aufsetzbar ist und deren Neigungswinkel einstellbar ist. Hierdurch wird eine präzise
Einstellbarkeit des Abstands ermöglicht.
[0019] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Etikettentransporteinrichtung dazu
ausgebildet, ein zweiteiliges Trägerband, das durch die Etiketten zusammengehalten
und an der Etikettenspendekante umgelenkt wird, mittig in zwei Trägerbandhälften zu
teilen und die beiden Trägerbandhälften seitlich rückzuführen, wobei die Etikettentransporteinrichtung
eine angetriebene Rollenanordnung mit einer mittleren Etikettenbandrolle zum Transport
des zur Etikettenspendekante hinlaufenden Trägerbands und zwei äußere Rücklaufrollen
zum Transport der beiden rückgeführten Trägerbandhälften aufweist, wobei die drei
Rollen drehfest zueinander auf einer gemeinsamen Achse montiert sind, wobei die beiden
äußeren Rücklaufrollen einen größeren Durchmesser besitzen als die mittlere Etikettenbandrolle.
Aufgrund ihres größeren Durchmessers ziehen die beiden seitlichen Rücklaufrollen die
beiden rücklaufenden Trägerbandhälften mit einer etwas höheren Geschwindigkeit als
die mittlere Etikettenbandrolle das hinlaufende Trägerband transportiert. Hierdurch
kann eine Straffung des Trägerbands erreicht werden. Zwischen der Etikettenbandrolle
und dem Trägerband stellt sich dabei ein entsprechender Schlupf ein.
[0020] Vorzugsweise ist die Etikettenspendekante V-förmig ausgebildet. Eine derartige Ausbildung
unterstützt die Teilung des Trägerbands in zwei Trägerbandhälften.
[0021] Weiter vorzugsweise ist den beiden Rücklaufrollen jeweils wenigstens eine, insbesondere
federgelagerte, Gegendruckrolle zugeordnet, wobei die beiden Trägerbandhälften jeweils
zwischen der jeweilen Rücklaufrolle und der oder den jeweiligen Gegendruckrollen hindurchführbar
sind, um die beiden rückgeführten Trägerbandhälften zu ziehen. Anders als bei der
Verwendung von Stachelrädern werden bei der Verwendung von Rücklaufrollen mit Gegendruckrollen
die rückgeführten Trägerbandhälften nicht durchstochen und reißen damit weniger leicht.
[0022] Die Etikettenbandrolle kann an ihrer Außenfläche mit mehreren in Umfangsrichtung
umlaufenden Gummiringen versehen sein. Durch die Gummiringe kann der vorgenannte Schlupf
ruckfreier gestaltet werden.
[0023] Zumindest eine der beiden Rücklaufrollen kann gleichzeitig ein zweites Stirnrad bilden,
das im zusammengesetzten Zustand mit einem ersten Stirnrad des Etikettenapplikators,
das von einem von einer Steuerungseinrichtung des Etikettenapplikators steuerbaren
Motor des Etikettenapplikators zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung antreibbar
ist, kämmt, wie es vorstehend bereits beschrieben ist.
[0024] Die vorgenannte Ausgestaltung kann auch unabhängig von der Erfindung gemäß Anspruch
1 realisiert werden. Die vorliegende Erfindung betrifft daher ferner einen Etikettierer
zum Aufbringen von auf einem Trägerband angeordneten und auf eine Etikettenrolle gewickelten
Etiketten auf Obst oder Gemüse, mit einer Etikettenspendeeinrichtung und einem Etikettenapplikator,
auf den die Etikettenspendeeinrichtung aufsetzbar ist, wobei die Etikettenspendeeinrichtung
einen Etikettenrollenhalter und eine antreibbare Etikettentransporteinrichtung mit
einer Etikettenspendekante umfasst, wobei der Etikettenapplikator einen feststehenden
zylindrischen Luftverteilerkern mit einem Saugluftanschluss und einem Druckluftanschluss
und einen in einer Drehrichtung drehbar auf dem Luftverteilerkern gelagerten Rotationskopf
mit mehreren, insbesondere fünf, in Umfangsrichtung gleich verteilt angeordneten Aufnahmeabschnitten
umfasst, die jeweils mit einem radial abstehenden Faltenbalg versehen sind, wobei
der jeweilige Aufnahmeabschnitt und der jeweilige Faltenbalg einen jeweiligen Etikettenaufnehmer
bilden, wobei die Faltenbälge über den Luftverteilerkern und abhängig von ihrer jeweiligen
Drehposition mit Saugluft und/oder Druckluft versorgbar sind, wobei im Betrieb die
Etikettenaufnehmer fortlaufend eine Etikettenübernahme-Drehposition, in der sie ein
jeweiliges Etikett von der Etikettenspendekante übernehmen, und eine Etikettenapplizier-Drehposition,
in der sie das jeweilige Etikett auf das Obst oder Gemüse applizieren, durchlaufen,
wobei in der Etikettenübernahme-Drehposition die Etikettenaufnehmer mit Saugluft versorgt
werden und der jeweilige Faltenbalg eingefahren ist und in der Etikettenapplizier-Drehposition
die Etikettenaufnehmer mit Druckluft versorgt werden und der jeweilige Faltenbalg
ausgefahren ist, wobei die Etiketten zwischen der Etikettenübernahme-Drehposition
und der Etikettenapplizier-Drehposition an den Etikettenaufnehmern gehalten werden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Etikettentransporteinrichtung dazu ausgebildet ist,
ein zweiteiliges Trägerband, das durch die Etiketten zusammengehalten und an der Etikettenspendekante
umgelenkt wird, mittig in zwei Trägerbandhälften zu teilen und die beiden Trägerbandhälften
seitlich rückzuführen, wobei die Etikettentransporteinrichtung eine angetriebene Rollenanordnung
mit einer mittleren Etikettenbandrolle zum Transport des zur Etikettenspendekante
hinlaufenden Trägerbands und zwei äußere Rücklaufrollen zum Transport der beiden rückgeführten
Trägerbandhälften aufweist, wobei die drei Rollen drehfest zueinander auf einer gemeinsamen
Achse montiert sind, wobei die beiden äußeren Rücklaufrollen einen größeren Durchmesser
besitzen als die mittlere Etikettenbandrolle. Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Etikettenspendekante
V-förmig ausgebildet ist, und/oder dass den beiden Rücklaufrollen jeweils wenigstens
eine, insbesondere federgelagerte, Gegendruckrolle zugeordnet ist, wobei die beiden
Trägerbandhälften jeweils zwischen der jeweilen Rücklaufrolle und der oder den jeweiligen
Gegendruckrollen hindurchführbar sind, um die beiden rückgeführten Trägerbandhälften
zu ziehen, und/oder dass die Etikettenbandrolle an ihrer Außenfläche mit mehreren
in Umfangsrichtung umlaufenden Gummiringen versehen ist, und/oder dass zumindest eine
der beiden Rücklaufrollen als ein zweites Stirnrad ausgebildet ist, das im zusammengesetzten
Zustand mit einem ersten Stirnrad des Etikettenapplikators, das von einem von einer
Steuerungseinrichtung des Etikettenapplikators steuerbaren Motor des Etikettenapplikators
zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung antreibbar ist, kämmt.
[0025] Die Etikettenspendeeinrichtung kann einen Etikettensensor aufweisen, der dazu ausgelegt
ist, zu detektieren, ob ein jeweiliger in die Etikettenübernahme-Drehposition einlaufender
Etikettenaufnehmer noch das Etikett hält, das er bei seinem vorhergehenden Durchlauf
an der Etikettenübernahme-Drehposition übernommen hat. Es kann also ein Etikettensensor
eingesetzt und dazu verwendet werden, zu detektieren, ob ein Etikettenaufnehmer, dem
in der Etikettenübernahme-Drehposition ein Etikett übergeben werden soll, bereits
mit einem Etikett versehen ist. Ist dies der Fall, können entsprechende Maßnahmen
eingeleitet werden, um ansonsten ausgelöste Fehlfunktionen zu vermeiden.
[0026] Insbesondere ist der Etikettierer dazu ausgelegt, im Betrieb die Etiketten intermittierend
in Schritten in die Etikettenübernahme-Drehposition des jeweiligen Etikettenaufnehmers
zu spenden, wobei bei jedem Schritt das Trägerband um einen Weg weitertransportiert
wird, der der Summe aus der Etikettenlänge und dem Abstand zwischen zwei aufeinander
folgenden Etiketten auf dem Trägerband entspricht.
[0027] Insbesondere wird das Trägerband immer dann um einen Schritt weitertransportiert,
wenn der Etikettensensor nicht detektiert hat, dass der jeweilige Etikettenaufnehmer
noch das vorherige Etikett hält, wobei der Weitertransport des Trägerbands um einen
Schritt ausgesetzt wird, wenn der Etikettensensor detektiert hat, dass der jeweilige
Etikettenaufnehmer noch das vorherige Etikett hält. Stellt der Etikettensensor fest,
dass kein Problem aufgrund eines nicht applizierten Etiketts besteht, wird der nächste
Schritt ausgeführt und das neue Etikett in die Etikettenübernahme-Drehposition des
jeweiligen Etikettenaufnehmers gespendet. Andernfalls wird der nächste Schritt nicht
ausgeführt und es wird davon ausgegangen, dass der noch das vorherige Etikett haltende
Etikettenaufnehmer dieses bei seinem nächsten Durchlauf an der Etikettenapplizier-Drehposition
auf eine vorbeigeförderte Frucht appliziert.
[0028] Darüber hinaus kann der Etikettierer dazu ausgelegt sein, den Betrieb zu unterbrechen
und ein Fehlersignal auszugeben, wenn der Etikettensensor bei mehreren, insbesondere
drei oder fünf, Durchläufen eines Etikettenaufnehmers hintereinander detektiert hat,
dass der Etikettenaufnehmer noch das vorherige Etikett hält. Dies ist dann vorteilhaft,
wenn ein Etikett trotz mehrfachen Durchlaufs der Etikettenapplizier-Drehposition an
dem Etikettenaufnehmer halten bleibt.
[0029] Insbesondere ist der Etikettierer dazu ausgelegt, im Betrieb den Rotationskopf intermittierend
in Schritten zu drehen, wobei bei jedem Schritt der Rotationskopf um einen Winkel
gedreht wird, der der Division von 360° durch die Anzahl der Etikettenaufnehmer entspricht,
insbesondere 72°, wobei nach jedem Schritt einer der Etikettenaufnehmer die Etikettenübernahme-Drehposition
einnimmt. Der Rotationskopf dreht dann nicht kontinuierlich, sondern schrittweise.
[0030] Insbesondere erfolgt die Detektion, ob der jeweilige Etikettenaufnehmer noch das
vorherige Etikett hält, dann, wenn der jeweilige Etikettenaufnehmer die Etikettenübernahme-Drehposition
einnimmt. Nach jedem Schritt befindet sich einer der Etikettenaufnehmer in der Etikettenübernahme-Drehposition,
in der die vorgenannte Detektion durchgeführt wird und in der der jeweilige Etikettenaufnehmer
zur Übernahme eines Etiketts von der Etikettenspendeeinrichtung bereit ist.
[0031] Der Etikettenapplikator kann einen Motor zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung
der Etikettenspendeeinrichtung und eine Steuerungseinrichtung zur Steuerung des Motors
zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung aufweisen, wobei beim Aufsetzen der
Etikettenspendeeinrichtung auf den Etikettenapplikator automatisch sowohl eine antriebswirksame
mechanische Verbindung zwischen dem Motor zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung
und der Etikettentransporteinrichtung als auch eine elektrische Verbindung zwischen
der Steuerungseinrichtung und dem Etikettensensor hergestellt wird, bevorzugt über
eine elektrische Steckverbindung. Es sind dann keine weiteren Maßnahmen zum Antrieb
der Etikettentransporteinrichtung und zur Kommunikation mit dem Etikettensensor erforderlich.
[0032] Bevorzugt ist der Etikettensensor in Flucht mit dem jeweiligen die Etikettenübernahme-Drehposition
einnehmenden Etikettenaufnehmer und der Etikettenspendekante angeordnet, wobei die
Etikettenspendekante zwischen dem Etikettensensor und dem jeweiligen die Etikettenübernahme-Drehposition
einnehmenden Etikettenaufnehmer angeordnet ist. Damit kann gewährleistet werden, dass
der Etikettensensor eine freie Sicht auf den die Etikettenübernahme-Drehposition einnehmenden
Etikettenaufnehmer hat.
[0033] Der Etikettensensor kann als eine Laser-Reflexions-Lichtschranke ausgebildet sein.
Mit einem derartigen Sensor kann ein auf einem jeweiligen Etikettenaufnehmer befindliches
Etikett zuverlässig detektiert werden.
[0034] Insbesondere weist der Etikettenapplikator einen Motor zum Antrieb des Rotationskopfes
und eine Steuerungseinrichtung zur Steuerung des Motors zum Antrieb des Rotationskopfes
auf. Zusätzlich kann der Etikettenapplikator einen von der Steuerungseinrichtung steuerbaren
Motor zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung der Etikettenspendeeinrichtung
aufweisen. Ist ein Motor zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung der Etikettenspendeeinrichtung
bereits aufseiten des Etikettenapplikators vorgesehen, kann auf einen entsprechenden
Motor aufseiten des Etikettenspendeeinrichtung verzichtet werden. Bei der Steuerungseinrichtung
zur Steuerung des Motors zum Antrieb des Rotationskopfes handelt es sich um die vorgenannte
Steuerungseinrichtung zur Steuerung des Motors zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung,
um bei dem von der Steuerungseinrichtung steuerbaren Motor zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung
der Etikettenspendeeinrichtung handelt es sich um den vorgenannten Motor zum Antrieb
der Etikettentransporteinrichtung der Etikettenspendeeinrichtung.
[0035] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Etikettieranlage mit mehreren nebeneinander und hintereinander angeordneten erfindungsgemäßen
Etikettierern, wobei jeder Etikettierer einen Etikettenapplikator und eine auf den
Etikettenapplikator aufgesetz-te Etikettenspendeeinrichtung aufweist,
- Fig. 2a
- den Etikettenapplikator mit einer Seitenwange und einem Rotationskopf,
- Fig. 2b
- den Etikettenapplikator ohne Seitenwange,
- Fig. 2c
- die Seitenwange in einem Längsschnitt,
- Fig. 3a
- einen Luftverteilerkern des Etikettenapplikators,
- Fig. 3b
- einen Rotationskopf des Etikettenapplikators,
- Fig. 3c
- den Luftverteilerkern und den Rotationskopf in einem zusammengesetzten Zustand,
- Fig. 3d
- einen Querschnitt entlang A-A in Fig. 3c,
- Fig. 3e
- einen Querschnitt entlang B-B in Fig. 3c,
- Fig. 3f
- einen Querschnitt entlang C-C in Fig. 3c,
- Fig. 4a
- einen Faltenbalg,
- Fig. 4b
- eine Membran für den Faltenbalg,
- Fig. 5a
- die Etikettenspendeeinrichtung in einer Seitenansicht,
- Fig. 5b
- die Etikettenspendeeinrichtung in einer perspektivischen Ansicht von unten,
- Fig. 5c
- die Etikettenspendeeinrichtung mit einem Etikettensensor vor einem Aufsetzen auf den
Etikettenapplikator,
- Fig. 5d
- eine Rollenanordnung der Etikettenspendeeinrichtung, und
- Fig. 6
- ein Trägerband.
[0036] Fig. 1 zeigt eine Etikettieranlage mit acht nebeneinander und in zwei zueinander
versetzten Reihen hintereinander angeordneten erfindungsgemäßen Etikettierern 11,
wobei jeder Etikettierer 11 einen Etikettenapplikator 13 und eine auf den Etikettenapplikator
13 aufgesetzte Etikettenspendeeinrichtung 15 aufweist. Die Etikettierer 11 befinden
sich über einer Förderbandeinrichtung 17, auf der Obst unter den Etikettierern 11
hindurch gefördert wird, wobei die einzelnen Stücke Obst bzw. die Früchte jeweils
mit einem Etikett 99 (vgl. Fig. 6) versehen werden. Die Früchte befinden sind dabei
in einem sog. Tray, in dem sie in mehreren nebeneinander liegenden Reihen geordnet
platziert sind. Ist ein Tray unter den Etikettierern 11 hindurchgelaufen, kann den
Etikettierern 11 das nächste Tray zugeführt werden.
[0037] Die Förderbandeinrichtung 17 kann aber auch mehrere nebeneinander liegende Förderbandspuren
aufweisen, entlang denen die Früchte unter den Etikettierern 11 hindurch gefördert
werden. Die Anwesenheit der Früchte kann durch eine Detektoreinrichtung, beispielsweise
mittels Laser-Profilometrie, erkannt werden, um ein Applizieren der Etiketten 99 auf
das Obst jeweils im jeweils richtigen Moment zu ermöglichen.
[0038] In den Fig. 2a und 2b ist der Etikettenapplikator 13 in Einzeldarstellung mit einer
langgestreckten Seitenwange 19 und ohne die Seitenwange 19 gezeigt. Der Etikettenapplikator
13 umfasst einen feststehenden zylindrischen Luftverteilerkern 21 mit einem Saugluftanschluss
23 und einem Druckluftanschluss 25. Darüber hinaus umfasst der Etikettenapplikator
13 einen in einer Drehrichtung 27 drehbar auf dem Luftverteilerkern 21 gelagerten
Rotationskopf 29. Der Rotationskopf 29 umfasst fünf in Umfangsrichtung gleich verteilt
angeordnete Aufnahmeabschnitte 31, die jeweils mit einem radial abstehenden Faltenbalg
33 versehen sind, wobei die Faltenbälge in Fig. 2b weggelassen sind. Der jeweilige
Aufnahmeabschnitt 31 und der jeweilige Faltenbalg 33 bilden einen jeweiligen Etikettenaufnehmer
35.
[0039] Die Faltenbälge 33 sind über den Luftverteilerkern 21 und abhängig von ihrer jeweiligen
Drehposition mit Saugluft oder Druckluft versorgbar. Im Betrieb des Etikettierers
11 durchlaufen die Etikettenaufnehmer 35 fortlaufend eine Etikettenübernahme-Drehposition,
in der sie ein jeweiliges Etikett 99 von einer Etikettenspendekante 37 der Etikettenspendeeinrichtung
15 (vgl. Fig. 5a bis 5c) übernehmen und die in den Fig. 2a und 2b von dem Etikettenaufnehmer
35-1 bzw. dem Aufnahmeabschnitt 31-1 eingenommen wird, und eine Etikettenapplizier-Drehposition,
in der sie das jeweilige Etikett 99 auf das Obst applizieren und die in den Fig. 2a
und 2b zwischen den Drehpositionen der beiden Etikettenaufnehmer 35-3 und 35-4 bzw.
der beiden Aufnahmeabschnitte 31-3 und 31-4 eingenommen wird. In den Fig. 3c bis 3f
befindet sich der Etikettenaufnehmer 35-1 bzw. der zugehörige Aufnahmeabschnitt 31-1
in der Etikettenapplizier-Drehposition.
[0040] In der Etikettenübernahme-Drehposition werden die Etikettenaufnehmer 35 mit Saugluft
versorgt und der jeweilige Faltenbalg 33 ist entsprechend eingefahren. In der Etikettenapplizier-Drehposition
werden die Etikettenaufnehmer 35 mit Druckluft versorgt und der jeweilige Faltenbalg
33 ist ausgefahren. Durch die Verwendung der ein- und ausfahrbaren, flexiblen Faltenbälge
33 kann verhindert werden, dass das Obst beim Etikettieren eingedrückt wird. Zwischen
der Etikettenübernahme-Drehposition und der Etikettenübernahme-Drehposition werden
die Etiketten an den Etikettenaufnehmern 35 gehalten.
[0041] Wie in der perspektivischen Ansicht des Luftverteilerkerns 21 in Fig. 3a gezeigt
ist, sind der Saugluftanschluss 23 und der Druckluftanschluss 25 an einer der beiden
Stirnseiten des Luftverteilerkerns 21 angeordnet. An den Saugluftanschluss 23 schließt
ein sich entlang der Zylinderachse des Luftverteilerkerns 21 verlaufender Saugluftkanal
39 an, und an den Druckluftanschluss 25 schließt ein sich entlang der Zylinderachse
des Luftverteilerkerns 21 verlaufender Druckluftkanal 41 an. Wie sich aus einem Vergleich
der Fig. 3d, 3e und 3f ergibt, erstreckt sich der Druckluftkanal 41 tiefer in den
Luftverteilerkern 21 hinein als der Saugluftkanal 39.
[0042] Wie in Fig. 3a weiter gezeigt ist, weist der Luftverteilerkern 21 an seiner Außenfläche
eine durchgehende Nut 43 auf. Die Nut 43 erstreckt sich in Umfangsrichtung des Luftverteilerkerns
21 über einen Winkelbereich von ca. 320°. Von dem Saugluftkanal 39 führen insgesamt
sechs radial abgehende Saugluftleitungen 45 (vgl. Fig. 3d) zu der Nut 43. Die Saugluftleitungen
45 sind dabei in einer senkrecht zu dem Saugluftkanal 39 orientierten gemeinsamen
Ebene angeordnet. Über die Saugluftleitungen 45 ist die Nut 43 mit dem Saugluftanschluss
23 verbunden. Von dem Druckluftkanal 41 führt eine radial abgehende Druckluftleitung
47 (vgl. Fig. 3f) zu einer Öffnung 49 in einem nutfreien Bereich der Außenfläche des
Luftverteilerkerns 21.
[0043] Wie aus Fig. 3b erkennbar ist, weisen die Aufnahmeabschnitte 31 des Rotationskopfs
29 jeweils einen Durchgang 51 (vgl. Fig. 3e) zur Verbindung des jeweiligen Etikettenaufnehmers
35 mit dem Saugluftanschluss 23 und einen Durchgang 53 (vgl. Fig. 3f) zur Verbindung
des jeweiligen Etikettenaufnehmers 35 mit dem Druckluftanschluss 25 auf. Dabei liegt
der Durchgang 53 zur Verbindung mit dem Druckluftanschluss 25 tiefer in dem Luftverteilerkern
21 als der Durchgang 51 zur Verbindung mit dem Saugluftanschluss 23.
[0044] Insgesamt wird durch hierdurch erreicht, dass in einer Drehstellung des Rotationskopfes
29, in der der Etikettenaufnehmer 35-1 bzw. der zugehörige Aufnahmeabschnitt 31-1
die Etikettenapplizier-Drehposition einnimmt, dieser mit dem Druckluftanschluss 25
verbunden ist (vgl. Fig. 3f), alle anderen Etikettenaufnehmer 35-2, 35-3, 35-4, 35-5
bzw. zugehörigen Aufnahmeabschnitt 31-2, 31-3, 31-4, 31-5 hingegen mit der durchgehenden
Nut 43 (vgl. Fig. 3e) und über die durchgehende Nut 43 mit dem Saugluftanschluss 23
verbunden sind. Die Etikettenaufnehmer 35 sind nur in einem Bereich von kurz vor bis
kurz nach der Etikettenapplizier-Drehposition nicht mit der durchgehenden Nut 43 verbunden.
Insbesondere erstreckt sich in der Drehstellung des Rotationskopfes 29 gemäß den Fig.
3c bis 3f die Nut 43 in Drehrichtung über die Drehposition des Aufnahmeabschnitts
31-2 hinaus und entgegen der Drehrichtung über die Drehposition des Aufnahmeabschnitts
31-5 hinaus. Dadurch können die Etiketten 99 sicher von der Etikettenübernahme-Drehposition
in die Etikettenapplizier-Drehposition überführt werden. Der Luftverteilerkern 21
und der Rotationskopf 29 sind jeweils als 3D-Druckteil ausgebildet, da auf diese Weise
die vorstehend beschriebenen Luftverteilungsstruktur einfach erzeugbar ist.
[0045] Die Seitenwange 19 weist gemäß Fig. 2c zwei einander gegenüberliegende Enden auf.
An dem einen Ende ist ein Anschluss 55 für einen Saugluftschlauch und ein Anschluss
57 für einen Druckluftschlauch vorgesehen. Innerhalb der Seitenwange 19 sind zwei
parallel zueinander von dem einem Ende zu dem anderen Ende verlaufende Kammern 59,
61 ausgebildet. An dem anderen Ende sind ein mit dem Saugluftanschluss 23 des Luftverteilerkerns
21 verbundener Saugluftauslass 63 und ein mit dem Druckluftanschluss 25 des Luftverteilerkerns
21 verbundener Druckluftauslass 65 vorgesehen. Die Kammer 59 ist mit dem Anschluss
55 für einen Saugluftschlauch und dem Saugluftauslass 63 verbunden, und die Kammer
61 ist mit dem Anschluss 57 für den Druckluftschlauch und dem Druckluftauslass 65
verbunden ist.
[0046] Zum Antrieb des Rotationskopfes 29 umfasst der Etikettenapplikator 13 einen Motor
67. Der Antrieb erfolgt dabei über ein Riemengetriebe 69. Der Motor 67 wird über eine
nicht darstellte Steuerungseinrichtung gesteuert. Darüber hinaus weist der Etikettenapplikator
13 einen von der Steuerungseinrichtung steuerbaren Motor 71 für eine Querverstellung
des Etikettenapplikators 13 auf einem Gestell längs der Drehachse des Rotationskopfes
29 und einen von der Steuerungseinrichtung steuerbaren Motor 73 zum Antrieb einer
Etikettentransporteinrichtung 75 (vgl. Fig. 5a bis 5d) der Etikettenspendeeinrichtung
15 auf. Alle Motoren 67, 71, 73 sind in einer Reihe entlang der Längserstreckung der
Seitenwange 19 angeordnet.
[0047] Die Faltenbälge 33 sind jeweils aus Silikon gebildet und weisen an ihrem dem Rotationskopf
29 abgewandten Ende jeweils mehrere Luftöffnungen 77 auf (vgl. Fig. 4a). Darüber hinaus
ist eine innenliegende, luftdurchlässige Membran 79 vorgesehen (vgl. Fig. 4b), die
bei anliegender Druckluft die Luftöffnungen 77 verdeckt und bei anliegender Saugluft
die Luftöffnungen 77 freigibt. An ihrem dem Rotationskopf 29 zugewandten Ende sind
die Faltenbälge 33 durch radiales Dehnen kraftschlüssig den Aufnahmeabschnitten 31
übergestülpt.
[0048] Die Etikettenspendeeinrichtung 15, die in den Fig. 5a bis 5d näher dargestellt ist,
umfasst einen Etikettenrollenhalter 81 zum Halten der auf eine Etikettenrolle gewickelten
Etiketten 99, und die antreibbare Etikettentransporteinrichtung 75 mit der Etikettenspendekante
37.
[0049] Beim Aufsetzen der Etikettenspendeeinrichtung 15 auf den Etikettenapplikator 13 greifen
vier an der Etikettenspendeeinrichtung 15 vorgesehene Bolzen 83 in entsprechende in
dem Etikettenapplikator 13 ausgebildete Bolzenaufnahmen 85 (vgl. Fig. 2a) ein. Darüber
hinaus ist an der Etikettenspendeeinrichtung 15 ein in eine Verriegelungsstellung
vorgespannter doppelter Schwenkriegel 87 vorgesehen, der eine entsprechende in dem
Etikettenapplikator 13 ausgebildete Riegelaufnahme 89 hintergreift. Hierdurch kann
die Etikettenspendeeinrichtung 15 fest auf dem Etikettenapplikator 13 montiert werden.
[0050] Ferner wird beim Aufsetzen der Etikettenspendeeinrichtung 15 auf den Etikettenapplikator
13 automatisch eine antriebswirksame mechanische Verbindung zwischen dem Motor 73
zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung 75 und der Etikettentransporteinrichtung
75 hergestellt wird. Die antriebswirksame mechanische Verbindung erfolgt über ein
von dem Motor 73 antreibbares Stirnrad 91 des Etikettenapplikators 13 (vgl. Fig. 2a
und 2b), das im aufgesetzten Zustand mit einem Stirnrad 93 der Etikettentransporteinrichtung
75 kämmt.
[0051] Darüber hinaus ist der Abstand zwischen dem Rotationskopf 29 und der Etikettenspendekante
37 einstellbar ist. Hierzu weist der Etikettenapplikator 13 an seiner Oberseite eine
schwenkbare Justierplatte 95 auf, auf die die Etikettenspendeeinrichtung 15 aufgesetzt
wird und deren Neigungswinkel über eine Einstellschraube 97 einstellbar ist (vgl.
Fig. 2a).
[0052] Bei dem von der Etikettentransporteinrichtung 15 transportierten Trägerband 101,
auf dem die Etiketten 99 angeordnet sind, handelt es sich um zweiteiliges Trägerband
101, das durch die Etiketten 99 zusammengehalten wird (vgl. Fig. 6).
[0053] Die Etikettentransporteinrichtung 75 ist dazu ausgebildet ist, das zweiteilige Trägerband
101 über eine angetriebene Rollenanordnung 103 der Etikettenspendekante 37 zuzuführen,
an der Etikettenspendekante 37 scharf umzulenken, dabei das Trägerband 101 mittig
in zwei Trägerbandhälften 109 zu teilen und die beiden Trägerbandhälften 109 seitlich
zu der Rollenanordnung 103 rückzuführen. Die Etikettenspendekante 37 ist dabei V-förmig
ausgebildet, um diesen Betrieb zu unterstützen. Der von dem Trägerband 101 bzw. den
Trägerbandhälften 109 zurückgelegte Pfad 111 ist in Fig. 5a durch eine gestrichelte
Linie veranschaulicht.
[0054] Die Rollenanordnung 103 umfasst (vgl. Fig. 5d) eine mittlere Etikettenbandrolle 105
zum Transport des zur Etikettenspendekante 37 hinlaufenden Trägerbands 101 und zwei
äußere Rücklaufrollen 107 zum Transport der beiden rückgeführten Trägerbandhälften
101. Die beiden äußeren Rücklaufrollen 107 besitzen einen größeren Durchmesser als
die mittlere Etikettenbandrolle 105. Darüber hinaus sind die drei Rollen 105, 107
drehfest zueinander auf einer gemeinsamen Achse montiert. Die beiden Rücklaufrollen
107 sind bereichsweise mit einer Außenverzahnung 113 versehen, wobei eine der beiden
Rücklaufrollen 107 gleichzeitig das zweite Stirnrad 93 bildet, das im zusammengesetzten
Zustand mit dem ersten Stirnrad 91 des Etikettenapplikators 13, das von dem Motor
73 angetrieben wird, kämmt. Hierdurch wird der Antrieb für die Rollenanordnung 103
und damit für die Etikettentransporteinrichtung 75 bereitgestellt.
[0055] Den beiden Rücklaufrollen 107 sind jeweils zwei federgelagerte Gegendruckrollen 115
zugeordnet. Die beiden Trägerbandhälften 109 werden jeweils zwischen der jeweilen
Rücklaufrolle 107 und den beiden jeweiligen Gegendruckrollen 115 hindurchgeführt,
um an den beiden rückgeführten Trägerbandhälften 109 zu ziehen. Aufgrund ihres größeren
Durchmessers ziehen die beiden seitlichen Rücklaufrollen 107 die beiden rücklaufenden
Trägerbandhälften 109 mit einer etwas höheren Geschwindigkeit als die mittlere Etikettenbandrolle
105 das hinlaufende Trägerband 101 transportiert. Hierdurch kann eine Straffung des
Trägerbands 101 erreicht werden. Um den sich dabei einstellenden Schlupf zwischen
der Etikettenbandrolle 105 und dem Trägerband 101 ruckfreier zu gestalten, ist die
Etikettenbandrolle 105 an ihrer Außenfläche mit mehreren in Umfangsrichtung umlaufenden
Gummiringen 117 versehen.
[0056] Außerdem ist die Etikettenspendeeinrichtung 15 mit einem oberhalb der Etikettenspendekante
37 angeordneten Etikettensensor 119 versehen (vgl. Fig. 5a bis 5c), der beispielsweise
als eine Laser-Reflexions-Lichtschranke ausgebildet ist. In Fig. 5c ist eine vordere
Seitenwand des Etikettenrollenhalters 81 weggelassen, so dass der Etikettensensor
119 besser erkennbar ist. Der Etikettensensor 119 ist in etwa auf einer Linie mit
der Etikettenspendekante 37 und einem jeweiligen die Etikettenübernahme-Drehposition
einnehmenden, unterhalb der Etikettenspendekante 37 befindlichen Etikettenaufnehmer
35 angeordnet. Der Etikettensensor 119 ist dazu ausgebildet, zu detektieren, ob ein
jeweiliger in die Etikettenübernahme-Drehposition einlaufender Etikettenaufnehmer
35 noch das Etikett 99 hält, das er bei seinem vorhergehenden Durchlauf an der Etikettenübernahme-Drehposition
übernommen hat. Durch den Etikettensensor 119 können Fehlfunktionen des Etikettierers
11 vermieden werden.
[0057] Im Betrieb des Etikettierers 11 werden die Etiketten 99 intermittierend in Schritten
in die Etikettenübernahme-Drehposition des jeweiligen Etikettenaufnehmers 35 gespendet.
Bei jedem Schritt wird das Trägerband 101 um einen Weg weitertransportiert wird, der
der Summe aus der Etikettenlänge I und dem Abstand a zwischen zwei aufeinander folgenden
Etiketten 99 auf dem Trägerband 101 entspricht (vgl. Fig. 6). Das Trägerband 101 wird
immer dann um einen Schritt weitertransportiert, wenn der Etikettensensor 119 nicht
detektiert hat, dass der jeweilige Etikettenaufnehmer 35 noch das vorherige Etikett
99 hält. Hat der Etikettensensor 119 hingegen detektiert, dass der jeweilige Etikettenaufnehmer
35 noch das vorherige Etikett 99 hält, wird der Weitertransport des Trägerbands 101
um einen Schritt ausgesetzt und es wird kein neues Etikett 99 in die Etikettenübernahme-Drehposition
gespendet. Der betroffene Etikettenaufnehmer 35 kann dann das alte Etikett 99 bei
seinem nächsten Durchlauf an der Etikettenapplizier-Drehposition auf eine vorbeigeförderte
Frucht applizieren.
[0058] Wenn der Etikettensensor 119 bei mehreren, beispielsweise drei oder fünf, Durchläufen
eines Etikettenaufnehmers hintereinander detektiert hat, dass ein Etikettenaufnehmer
35 noch ein altes Etikett 99 hält, wird der Betrieb des Etikettierers 11 unterbrochen
und eine Fehlersignal ausgegeben. Es ist dann ein manueller Eingriff eines Bedien-
oder Servicepersonals erforderlich.
[0059] Auch der Rotationskopf 29 wird intermittierend in Schritten gedreht. Bei jedem Schritt
wird der Rotationskopf 29 um einen Winkel gedreht, der der Division von 360° durch
die Anzahl der Etikettenaufnehmer 35 entspricht, vorliegend also um 72°. Nach jedem
Schritt nimmt einer der Etikettenaufnehmer 35 die Etikettenübernahme-Drehposition
ein. Die Etikettenaufnehmer 35 halten somit jeweils in der Etikettenübernahme-Drehposition
zumindest kurz an. Die Detektion, ob ein jeweiliger Etikettenaufnehmer 35 noch ein
altes Etikett 99 hält, erfolgt in der Etikettenübernahme-Drehposition. In der Etikettenapplizier-Drehposition
hingegen halten die Etikettenaufnehmer 35 nicht an, sondern durchlaufen diese, während
ein jeweiliger Schritt ausgeführt wird.
[0060] Um den Etikettensensor 11 mit der Steuerungseinrichtung des Etikettenapplikators
13 zu verbinden, weist der Etikettenapplikator 13 einen Stecker 121 und die Etikettenspendeeinrichtung
15 eine Buchse 123 auf. Bei dem vorstehend beschriebenen Aufsetzen der Etikettenspendeeinrichtung
15 auf den Etikettenapplikator 13 kann dann - neben der antriebswirksamen mechanischen
Verbindung - auch automatisch eine elektrische Steckverbindung zwischen der Steuerungseinrichtung
und dem Etikettensensor 119 hergestellt werden, so dass die Steuerungseinrichtung
den intermittierenden Betrieb der Etikettentransporteinrichtung 75 in Abhängigkeit
von dem jeweiligen Ausgabesignal des Etikettensensors 119 steuern kann.
Bezugszeichenliste
[0061]
- 11
- Etikettierer
- 13
- Etikettenapplikator
- 15
- Etikettenspendeeinrichtung
- 17
- Förderbandeinrichtung
- 19
- Seitenwange
- 21
- Luftverteilerkern
- 23
- Saugluftanschluss
- 25
- Druckluftanschluss
- 27
- Drehrichtung
- 29
- Rotationskopf
- 31
- Aufnahmeabschnitt
- 33
- Faltenbalg
- 35
- Etikettenaufnehmer
- 37
- Etikettenspendekante
- 39
- Saugluftkanal
- 41
- Druckluftkanal
- 43
- Nut
- 45
- Saugluftleitung
- 47
- Druckluftleitung
- 49
- Öffnung
- 51
- Durchgang
- 53
- Durchgang
- 55
- Anschluss
- 57
- Anschluss
- 59
- Kammer
- 61
- Kammer
- 63
- Saugluftauslass
- 65
- Druckluftauslass
- 67
- Motor
- 69
- Riemengetriebe
- 71
- Motor
- 73
- Motor
- 75
- Etikettentransporteinrichtung
- 77
- Luftöffnung
- 79
- Membran
- 81
- Etikettenrollenhalter
- 83
- Bolzen
- 85
- Bolzenaufnahme
- 87
- Schwenkriegeleinrichtung
- 89
- Riegelaufnahme
- 91
- Stirnrad
- 93
- Stirnrad
- 95
- Justierplatte
- 97
- Einstellschraube
- 99
- Etikett
- 101
- Trägerband
- 103
- Rollenanordnung
- 105
- Etikettenbandrolle
- 107
- Rücklaufrolle
- 109
- Trägerbandhälfte
- 111
- Pfad
- 113
- Außenverzahnung
- 115
- Gegendruckrolle
- 117
- Gummiring
- 119
- Etikettensensor
- 121
- Stecker
- 123
- Buchse
- I, a
- Länge, Abstand
1. Etikettierer zum Aufbringen von auf einem Trägerband (101) angeordneten und auf eine
Etikettenrolle gewickelten Etiketten (99) auf Obst oder Gemüse, mit einer Etikettenspendeeinrichtung
(15) und einem Etikettenapplikator (13), auf den die Etikettenspendeeinrichtung (15)
aufsetzbar ist,
wobei die Etikettenspendeeinrichtung (15) einen Etikettenrollenhalter (81) und eine
antreibbare Etikettentransporteinrichtung (75) mit einer Etikettenspendekante (37)
umfasst,
wobei der Etikettenapplikator (13) einen feststehenden zylindrischen Luftverteilerkern
(21) mit einem Saugluftanschluss (23) und einem Druckluftanschluss (25) und einen
in einer Drehrichtung (27) drehbar auf dem Luftverteilerkern (21) gelagerten Rotationskopf
(29) mit mehreren, insbesondere fünf, in Umfangsrichtung gleich verteilt angeordneten
Aufnahmeabschnitten (31) umfasst, die jeweils mit einem radial abstehenden Faltenbalg
(33) versehen sind, wobei der jeweilige Aufnahmeabschnitt (31) und der jeweilige Faltenbalg
(33) einen jeweiligen Etikettenaufnehmer (35) bilden, wobei die Faltenbälge (33) über
den Luftverteilerkern (21) und abhängig von ihrer jeweiligen Drehposition mit Saugluft
und/oder Druckluft versorgbar sind, wobei im Betrieb die Etikettenaufnehmer (35) fortlaufend
eine Etikettenübernahme-Drehposition, in der sie ein jeweiliges Etikett (99) von der
Etikettenspendekante (37) übernehmen, und eine Etikettenapplizier-Drehposition, in
der sie das jeweilige Etikett (99) auf das Obst oder Gemüse applizieren, durchlaufen,
wobei in der Etikettenübernahme-Drehposition die Etikettenaufnehmer (35) mit Saugluft
versorgt werden und der jeweilige Faltenbalg (33) eingefahren ist und in der Etikettenapplizier-Drehposition
die Etikettenaufnehmer (35) mit Druckluft versorgt werden und der jeweilige Faltenbalg
(33) ausgefahren ist, wobei die Etiketten (99) zwischen der Etikettenübernahme-Drehposition
und der Etikettenapplizier-Drehposition an den Etikettenaufnehmern (35) gehalten werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Luftverteilerkern (21) an seiner Außenfläche eine mit dem Saugluftanschluss (23)
verbundene, durchgehende Nut (43) aufweist, die sich derart in Umfangsrichtung des
Luftverteilerkerns (21) erstreckt, dass in einer Drehstellung des Rotationskopfes
(29), in der ein jeweiliger Etikettenaufnehmer (35) die Etikettenapplizier-Drehposition
einnimmt, alle anderen Etikettenaufnehmer (35) mit der Nut (43) verbunden sind.
2. Etikettierer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Drehstellung des Rotationskopfes (29), in der der jeweilige Etikettenaufnehmer
(35) die Etikettenapplizier-Drehposition einnimmt, sich die Nut (43) in Drehrichtung
(27) über die Drehposition des dem jeweiligen Etikettenaufnehmer (35) unmittelbar
nachlaufenden Etikettenaufnehmers (35) hinaus erstreckt und/oder entgegen der Drehrichtung
(27) über die Drehposition des dem jeweiligen Etikettenaufnehmer (35) unmittelbar
vorauslaufenden Etikettenaufnehmers (35) hinaus erstreckt.
3. Etikettierer nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Nut (43) über einen Winkelbereich von 270° bis 330° erstreckt.
4. Etikettierer nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Saugluftanschluss (23) und der Druckluftanschluss (25) an einer Stirnseite des
Luftverteilerkerns (21) angeordnet sind, wobei an den Saugluftanschluss (23) ein sich
entlang der Zylinderachse des Luftverteilerkerns (21) verlaufender Saugluftkanal (39)
und an den Druckluftanschluss (25) ein sich entlang der Zylinderachse des Luftverteilerkerns
(21) verlaufender Druckluftkanal (41) anschließt, wobei bevorzugt sich der eine Kanal,
insbesondere der Druckluftkanal (41), tiefer in den Luftverteilerkern (21) hinein
erstreckt als der andere Kanal, insbesondere der Saugluftkanal (39).
5. Etikettierer nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass von dem Saugluftkanal (39) mehrere, insbesondere radial abgehende, Saugluftleitungen
(45) zu der Nut (43) führen, wobei bevorzugt vorgesehen ist, dass die Saugluftleitungen
(45) in einer senkrecht zu dem Saugluftkanal (39) orientierten gemeinsamen Ebene angeordnet
sind, und/oder dass von dem Druckluftkanal (41) eine radial abgehende Druckluftleitung
(47) zu einer Öffnung (49) in einem nutfreien Bereich der Außenfläche des Luftverteilerkerns
(21) führt.
6. Etikettierer nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aufnahmeabschnitte (31) des Rotationskopfs (29) jeweils einen Durchgang (51)
zur Verbindung des jeweiligen Etikettenaufnehmers (35) mit dem Saugluftanschluss (23)
und einen Durchgang (53) zur Verbindung des jeweiligen Etikettenaufnehmers (35) mit
dem Druckluftanschluss (25) aufweisen, wobei bevorzugt der eine Durchgang (53), insbesondere
zur Verbindung mit dem Druckluftanschluss (25), tiefer in dem Luftverteilerkern (21)
liegt als der andere Durchgang (51), insbesondere zur Verbindung mit dem Saugluftanschluss
(23).
7. Etikettierer nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Luftverteilerkern (21) und/oder der Rotationskopf (29) als 3D-Druckteil ausgebildet
ist.
8. Etikettierer nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Etikettenapplikator (13) eine langgestreckte Seitenwange (19) mit zwei einander
gegenüberliegenden Enden umfasst, wobei innerhalb der Seitenwange (19) zwei parallel
zueinander von dem einem Ende zu dem anderen Ende verlaufende Kammern (59, 61) ausgebildet
sind, wobei an dem einen Ende ein Anschluss (55) für einen Saugluftschlauch und ein
Anschluss (57) für einen Druckluftschlauch und an dem anderen Ende ein mit dem Saugluftanschluss
(23) des Luftverteilerkerns (21) verbundener Saugluftauslass (63) und ein mit dem
Druckluftanschluss (25) des Luftverteilerkerns (21) verbundener Druckluftauslass (65)
vorgesehen sind, wobei die eine Kammer (59) mit dem Anschluss (55) für den Saugluftschlauch
und dem Saugluftauslass (63) und die andere Kammer (61) mit dem Anschluss (57) für
den Druckluftschlauch und dem Druckluftauslass (65) verbunden ist.
9. Etikettierer nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Etikettenapplikator (13) einen Motor (67) zum Antrieb des Rotationskopfes (29),
insbesondere über ein Riemengetriebe (69), und eine Steuerungseinrichtung zur Steuerung
des Motors (67) zum Antrieb des Rotationskopfes (29) aufweist, wobei bevorzugt der
Etikettenapplikator (13) zusätzlich einen von der Steuerungseinrichtung steuerbaren
Motor (71) für eine Querverstellung des Etikettenapplikators (13) auf einem Gestell
längs der Drehachse des Rotationskopfes (29) und/oder einen von der Steuerungseinrichtung
steuerbaren Motor (73) zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung (75) der Etikettenspendeeinrichtung
(15) aufweist.
10. Etikettierer nach Anspruch 8 und Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass alle Motoren (67, 71, 73) in einer Reihe entlang der Längserstreckung der Seitenwange
(19) angeordnet sind.
11. Etikettierer nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faltenbälge (33) aus Silikon gebildet sind, und/oder dass die Faltenbälge (33)
an ihrem dem Rotationskopf (29) abgewandten Ende jeweils eine oder mehrere Luftöffnungen
(77) aufweisen, wobei jeweils eine innenliegende, luftdurchlässige Membran (79) vorgesehen
ist, die bei anliegender Druckluft die eine oder mehreren Luftöffnungen (77) verdeckt
und bei anliegender Saugluft die eine oder mehreren Luftöffnungen (77) freigibt, und/oder
dass die Faltenbälge (33) an ihrem dem Rotationskopf (29) zugewandten Ende durch radiales
Dehnen kraftschlüssig den Aufnahmeabschnitten (31) übergestülpt sind.
12. Etikettierer nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Etikettenspendeeinrichtung (15) derart auf den Etikettenapplikator (13) aufsetzbar
ist, dass mehrere an der Etikettenspendeeinrichtung (15) vorgesehene Bolzen (83) in
entsprechende in dem Etikettenapplikator (13) ausgebildete Bolzenaufnahmen (85) eingreifen,
und/oder dass eine an der Etikettenspendeeinrichtung (15) vorgesehene, in eine Verriegelungsstellung
vorgespannte Schwenkriegeleinrichtung (87) eine entsprechende in dem Etikettenapplikator
(13) ausgebildete Riegelaufnahme (89) hintergreift.
13. Etikettierer nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Etikettenapplikator (13) einen von einer Steuerungseinrichtung des Etikettenapplikators
(13) steuerbaren Motor (73) zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung (75) der
Etikettenspendeeinrichtung (15) aufweist und beim Aufsetzen der Etikettenspendeeinrichtung
(15) auf den Etikettenapplikator (13) automatisch eine antriebswirksame mechanische
Verbindung zwischen dem Motor (73) zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung (75)
und der Etikettentransporteinrichtung (75) hergestellt wird, bevorzugt über ein von
dem Motor (73) zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung (75) antreibbares erstes
Stirnrad (91) des Etikettenapplikators (13) und ein im aufgesetzten Zustand mit dem
ersten Stirnrad (91) kämmendes zweites Stirnrad (93) der Etikettentransporteinrichtung
(75).
14. Etikettierer nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstand zwischen dem Rotationskopf (29) und der Etikettenspendekante (37) einstellbar
ist, wobei bevorzugt der Etikettenapplikator (13) an seiner Oberseite eine schwenkbare
Justierplatte (95) aufweist, auf die die Etikettenspendeeinrichtung (15) aufsetzbar
ist und deren Neigungswinkel einstellbar ist.
15. Etikettierer nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Etikettentransporteinrichtung (75) dazu ausgebildet ist, ein zweiteiliges Trägerband
(101), das durch die Etiketten (99) zusammengehalten und an der Etikettenspendekante
(37) umgelenkt wird, mittig in zwei Trägerbandhälften (109) zu teilen und die beiden
Trägerbandhälften (109) seitlich rückzuführen,
wobei die Etikettentransporteinrichtung (75) eine angetriebene Rollenanordnung (103)
mit einer mittleren Etikettenbandrolle (105) zum Transport des zur Etikettenspendekante
(37) hinlaufenden Trägerbands (101) und zwei äußere Rücklaufrollen (107) zum Transport
der beiden rückgeführten Trägerbandhälften (109) aufweist, wobei die drei Rollen (105,
107) drehfest zueinander auf einer gemeinsamen Achse montiert sind, wobei die beiden
äußeren Rücklaufrollen (107) einen größeren Durchmesser besitzen als die mittlere
Etikettenbandrolle (105).
16. Etikettierer nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Etikettenspendekante (37) V-förmig ausgebildet ist.
17. Etikettierer nach Anspruch 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass den beiden Rücklaufrollen (107) jeweils wenigstens eine, insbesondere federgelagerte,
Gegendruckrolle (115) zugeordnet ist, wobei die beiden Trägerbandhälften (109) jeweils
zwischen der jeweilen Rücklaufrolle (107) und der oder den jeweiligen Gegendruckrollen
(115) hindurchführbar sind, um die beiden rückgeführten Trägerbandhälften (109) zu
ziehen.
18. Etikettierer nach Anspruch 16 oder 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Etikettenbandrolle (105) an ihrer Außenfläche mit mehreren in Umfangsrichtung
umlaufenden Gummiringen (117) versehen ist.
19. Etikettierer nach einem der Ansprüche 16 bis 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine der beiden Rücklaufrollen (107) gleichzeitig ein zweites Stirnrad
(93) bildet, das im zusammengesetzten Zustand mit einem ersten Stirnrad (91) des Etikettenapplikators
(13), das von einem von einer Steuerungseinrichtung des Etikettenapplikators (13)
steuerbaren Motor (73) des Etikettenapplikators (13) zum Antrieb der Etikettentransporteinrichtung
(75) antreibbar ist, kämmt.