[0001] Die Erfindung betrifft die Zubereitung von Getränken oder dergleichen aus einem in
einer Kapsel enthaltenen Extraktionsgut, beispielsweise gemahlenem Kaffee. Sie betrifft
insbesondere eine Portionenkapsel.
[0002] Extraktionsgeräte zum Zubereiten von Getränken aus einem in einer Portionsverpackung
vorhandenen Extraktionsgut sind beispielsweise als Kaffee-, Espresso- oder auch Teemaschinen
bekannt. In vielen entsprechenden Systemen sind die Portionsverpackungen als Kapseln
ausgebildet, in denen das Extraktionsgut bspw. luftdicht abgeschlossen ist. Für die
Extraktion wird die Kapsel an zwei einander gegenüberliegenden Seiten angestochen.
Auf der ersten Seite wird eine Brühflüssigkeit - im Allgemeinen heisses Wasser - eingeleitet.
Auf der zweiten Seite wird das Brüherzeugnis aus der Kapsel ausgeleitet. Je nach zuzubereitendem
Getränk und System muss dabei im Innern der Kapsel ein recht erheblicher Druck herrschen.
[0003] Aus der
WO 2010/118543 und der
WO 2015/096989 sind Kaffee-Portionenkapseln bekannt, welche näherungsweise eine Würfelform aufweisen,
aus Kunststoff gefertigt sind und im Unterschied zu den bekannten becherförmigen Kapseln
keinen auf der Ebene der einen (oberseitigen) Deckfläche umlaufenden Kragen aufweisen.
Ein solcher umlaufender Kragen wird bei Kapselsystemen gemäss dem Stand der Technik
unter anderem zum Verschliessen der Kapsel durch einen eine als Deckel dienende Folie
benötigt. Im Gegensatz dazu wird gemäss
WO 2010/118543 und
WO 2015/096989 ein gewölbter Deckel verwendet. Die gemäss der Lehre der
WO 2010/118543 hergestellte Kapsel hat demnach eine zwischen den durch die Deckfläche definierten
Ebenen umlaufende, einen Kragen bildende Schweissbraue, deren Ausdehnung/seitliches
Vorstehen jedoch im Vergleich zum Kragen bekannter Kapseln deutlich reduziert ist.
Für das Verschweissen wird ein Energierichtungsgeber benötigt, welcher durch eine
umlaufende Rippe gebildet wird und welcher am Becher (gemäss
WO 2010/118543) oder am Deckel (gemäss
WO 2015/096989) vorhanden sein kann. Bei der Lösung gemäss
WO 2015/096989 wird die Rippe gebildet, indem am Deckel von der Oberseite (also der Seite, die der
Seite mit dem Energierichtungsgeber entgegengesetzt ist) her eine umlaufende Nut (Rille)
geformt wird, bspw. im Tiefziehverfahren. An der Kapsel gemäss
WO 2015/096989 ist also eine in Umfangrichtung umlaufende Rille ausgebildet, zwecks Bildung des
Energierichtungsgebers.
[0004] Als Kapselmaterialien sind insbesondere Aluminium und Kunststoffe, bspw. Polypropylen
bekannt geworden. Auch sogenannte Bio-Kunststoffe sind schon als Kapselmaterialien
diskutiert worden. Als solche werden einerseits Kunststoffe bezeichnet, die aus einem
nachwachsenden Rohstoff gefertigt sind (sogenannte biobasierte Kunststoffe). Anderseits
sind Bio-Kunststoffe Kunststoffe, die biologisch abbaubar sind (sogenannt bioabbaubare
Kunststoffe). Die für die Herstellung von Portionenkapseln vorgeschlagenen Kunststoffe
sind bioabbaubar und beinhalten teilweise einen Anteil von biobasierten Kunststoffen.
[0005] Im vorliegenden Text bedeutet "bioabbaubar" biologisch abbaubar gemäss der Norm EN13432
(Stand: Ende 2020), und "biobasiert" bedeutet "aus nachwachsenden Rohstoffen, nicht
auf fossiler Basis gefertigt".
[0006] Die erhältlichen Biokunststoffe, insbesondere bioabbaubaren Kunststoffe, haben die
Eigenschaft, dass sie schon bei relativ tiefen Temperaturen erweichen und also schon
bei tiefen Temperaturen eine gewisse Fliessfähigkeit haben (tiefe Glasübergangstemperatur),
dass sie aber doch recht hoch erhitzt werden müssen, bis sie vollständig fliessfähig
sind (d.h. die Schmelztemperatur, soweit definiert, ist nicht besonders tief). Das
ergibt besondere Herausforderungen beim Schweissen, da für eine verlässliche Verschweissung
ein Übergang in einen sehr fliessfähigen Zustand (soweit definiert über der Schmelztemperatur)
eine Voraussetzung ist, weshalb die Zeitspanne, während welcher das Material grundsätzlich
fliessfähig ist, grösser ist als bei konventionellen Kunststoffen.
[0007] Kunststoffkapseln der in
WO 2010/118543 und in
WO 2015/096989 beschriebenen Art haben sich bewährt. Ihre Herstellung ist jedoch mit einem gewissen
Aufwand verbunden. Ausserdem stellt es aufgrund des in
WO 2015/096989 beschriebenen zu verwendenden scharfkantigen Ultraschallwerkzeugs eine gewisse Herausforderung
dar, die in Kunststoffkapseln vorhandene Diffusionssperrschicht im Bereich der Verschweissung
ausreichend zu schützen.
[0008] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Eigenschaften von Kapseln
dieser Art weiter zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf die Herstellbarkeit,
und insbesondere im Hinblick auf die Verwendbarkeit mit unterschiedlichen Materialien,
darunter Biokunststoffen.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch die Erfindung, wie sie in den Patentansprüchen definiert
ist.
[0010] Eine mit einem Extraktionsgut gefüllte Portionenkapsel für die Herstellung eines
Brüherzeugnisses weist in an sich bekannter Art einen Grundkörper aus Kunststoff sowie
einen daran befestigten Deckel auf. Der Grundkörper bildet einen Bodenbereich, umlaufende
Seitenwand und einem zu einer Deckelseite hin an die umlaufende Seitenwand anschliessenden
umlaufenden Grundkörper-Kragen. Der Deckel weist einen Deckel-Kragen auf, dessen Innenseite
mit dem Grundkörper-Kragen verschweisst ist, so dass der Grundkörper-Kragen und der
Deckel-Kragen gemeinsam einen Kragen der Kapsel ausbilden. Grundkörper und Deckel
bilden zusammen eine das Extraktionsgut umschliessende Kapsel. Die Kapsel hat einen
im Wesentlichen rechteckigen, insbesondere quadratischen Grundriss, indem der Grundkörper
mindestens im Bereich des Kragens einen im Wesentlichen rechteckigen, insbesondere
quadratischen Grundriss hat. Der Kragen weist eine Mehrzahl von Rippen auf, welche
nicht parallel, also in einem Winkel zur Seitenwand verlaufen.
[0011] Die Rippen haben folgende Funktion: Sie dienen beim torsionalen Verschweissen - torsionales
Verschweissen ist ein an sich bekanntes Verfahren, welches hier nicht näher zu beschreiben
ist - dem Eingreifen eines Werkzeugs, so dass Rotationsoszillationen des Deckels relativ
zum Grundkörper ermöglicht werden. Dies gilt unabhängig davon, ob die Rippen durch
dieses Werkzeug erzeugt werden, oder ob sie in einem separaten Schritt erzeugt werden.
[0012] Nach dem Verschweissvorgang können die Rippen zur Stabilität der Verbindung zwischen
Grundkörper und Deckel beitragen, indem sie die Verschweissung strukturieren. Sie
wirken dadurch stabilisierend insbesondere gegenüber Scherkräften zwischen Grundkörper
und Deckel.
[0013] Es zeigt sich, dass die Kombination solcher Rippen mit torsionalem Verschweissen
erstens bei vielen Kunststoffmaterialien eine gute Schweissfestigkeit erzeugt, und
zwar bei geringer Materialverformung. Besonders vorteilhaft ist, dass dadurch sehr
verschiedene Materialien für die Kapsel zur Verfügung stehen, darunter insbesondere
auch Biokunststoffe.
[0014] Zweitens bleibt eine eventuelle Barriereschicht intakt. Die Barriereschicht ist in
Kunststoffkapseln eine in der Wand integrierte Schicht, welche die Sauerstoffdichtigkeit
der Kapsel im Vergleich zu einem Aufbau nur aus dem Kunststoff (bspw. Polypropylen
oder einem Biokunststoff) erhöht, wodurch bspw. eine sauerstoffdichte Umverpackung
der Kapsel entfallen kann. Ein Beispiel für ein Barriereschicht-Material ist EVOH
(Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer). Eine solche Barriereschicht kann bspw. im Innern
des Kapselmaterials sandwichartig zwischen Kunststoffschichten integriert sein. Ein
konventionelles Kunststoffschweissverfahren mit einem Energierichtungsgeber kann die
Barriereschicht am Ort des Energierichtungsgebers lokal zerstören. Durch die Rippen
und das dadurch ermöglichte torsionale Verschweissen wird dieser Nachteil vermieden,
wobei die erwähnte stabilisierende Wirkung insbesondere gegenüber Scherkräften trotzdem
besteht.
[0015] Drittens ergeben sich auch weitere herstellungstechnische Vorteile, darunter kürzere
Schweisszeiten.
[0016] Eine der Erfindung zugrundeliegende Erkenntnis ist, die genannten Vorteile der Rippen
im Kragen, die teilweise mit dem torsionalen Verschweissen zusammenhängen, gerade
auch bei nicht-runden, sondern eben rechteckigen Querschnitten ergeben, obwohl torsionales
Verschweissen ja mit Drehbewegungen (Rotationsoszillationen) verbunden ist.
[0017] Die Anzahl der Rippen kann bedarfsgerecht gewählt werden, wobei im Allgemeinen eine
grössere Anzahl vorhanden ist, bspw. insgesamt mindestens 20 oder mindestens 30, oder
mindestens 40 oder auch 60 und mehr. Eine maximale Anzahl kann - durch die Dimensionen
der Kapsel begründet - bspw. bei 150 oder 120 oder 100 liegen. Die Breite der Rippen
und ihre Abstände können von einer ähnlichen Grösse sein, das dass sie ein Rippen-Rillen-Muster
bilden. Beispielsweise kann der durchschnittliche Abstand zwischen benachbarten Rippen
kleiner oder gleich dem fünffachen, vierfachen oder dreifachen von deren durchschnittlichen
Breite sein, so dass die Breite der Rille zwischen den Rippen nicht mehr als viermal,
dreimal bzw. doppelt so gross ist wie die Breite der Rippe selbst. Die relativen Dimensionen
von Rippen und dazwischen liegenden Rillen muss entlang des Umfangs der Kapsel nicht
konstant sein, sondern kann auch markant variieren, bspw. mit Rippen, die deutlich
breiter sind als die Rillen dazwischen im Bereich der (abgerundeten) Ecken des Kragens
und mit Rippen, die ungefähr gleich breit sind wie die Rillen oder auch markant weniger
breit in der Mitte zwischen den Ecken.
[0018] Die Rippen verlaufen wie erwähnt in einem Winkel zur Seitenwand und zum Verlauf des
Kragens, bspw. ungefähr senkrecht. Die Rippen können bspw. ungefähr radial verlaufen.
[0019] «Radial» und «axial» bezieht sich in diesem Text immer auf die Achse der Kapsel,
welche mittig durch die Kapsel und senkrecht zur vom Kragen definierten Ebene (und
i.A. auch zur Ebene des Kapselbodens und einer Deckelebene) verläuft. Diese Achse
hängt auch mit der Funktion der Kapsel zusammen: Bei der Brühung fliesst die Flüssigkeit
axial, d.h. vom Kapselboden zum Kapseldeckel hin (oder umgekehrt).
[0020] Die Rippen können insbesondere von innen nach ganz aussen am Kragen verlaufen, bis
zu einer radial-äusseren Kante.
[0021] Im Allgemeine sind die Rippen deckelseitig am Kragen vorhanden, also im Deckel-Kragen
ausgebildet. Sie können aber auch bewirken, dass die Verschweissung - also der Übergang
zwischen Deckelkragen und Grundkörperkragen, soweit noch definiert - selbst ein gewisses
Rippen-Rillen-Muster (Wellenmuster) bekommt, so dass sich zusätzlich zum Stoffschluss
auch eine gewisse Verzahnung ergibt, was zur erwähnten zusätzlichen Stabilisierung
beiträgt.
[0022] Wie an sich aus
WO 2010/118543 und
WO 2015/096989 bekannt, kann der Deckel nicht flach, sondern nach aussen (in Bezug auf ein Kapselinneres),
also nach axial-aussen gewölbt sein, d.h. eine axial endseitige Deckelfläche ist gegenüber
der vom Kragen definierten Ebene nach axial-aussen versetzt. Der Deckel unterscheidet
sich gemäss diesen Ausführungsformen also von einem flachen, bspw. folien- oder plattenartigen
Deckelelement. Er ist ein dreidimensional geformter Körper. Der Deckel kann insbesondere
durch Tiefziehen oder alternativ durch Spritzgiessen hergestellt sein, was auch für
den Grundkörper gilt.
[0023] Die Form des Deckels kann in solchen Ausführungsformen von aussen nach innen den
Deckel-Kragen, einen gekrümmten Übergangsbereich und einen mittigen flachen Bereich
aufweisen, der die eigentliche oberseitige Deckfläche bildet. Der Übergangsbereich
kann bspw. S-förmig gekrümmt sein oder stetig von einer in einem Winkel zur Kragenebene
stehenden äusseren Partie hin zum mittigen flachen Bereich gekrümmt verlaufen. Dabei
ist die Dimensionierung beispielsweise so gewählt, dass der mittige flache Bereich
optisch dominiert, indem er bspw. gleich gross wie oder nur unwesentlich (bspw. maximal
10%) kleiner als die Bodenfläche ist. Es kann insbesondere vorgesehen sein, dass dieser
flache Bereich mehr als 60% des Durchmessers und entsprechend mindestens 40% der Fläche,
einnimmt.
[0024] Der Deckel-Kragen wird im Allgemeinen eine umlaufende, zur Deckelseite hin gewandte
Fläche - mit den Rippen, wenn diese deckelseitig vorhanden sind - bilden, die sich
von einer Aussenkante des Kragens bis zu einem Ansatz der Wölbung erstreckt. Es kann
in Ausführungsformen vorgesehen sein, dass der Ansatz der Wölbung im Vergleich zu
der Partie der Grundkörper-Seitenwand, an welche der Kragen anschliesst, nach innen
versetzt ist. Ein solcher Versatz kann bspw. mindestens 0.2 mm betragen.
[0025] In Ausführungsformen können Grundkörper und/oder Deckel bspw. als Mehrschichtsystem
mit Biokunststoff (bspw. Ecovio)/PVOH/Biokunststoff vorliegen, wobei PVOH die Diffusionssperrschicht
bildet. Insbesondere für tiefziehbare Schichtsysteme kann zwischen die PVOH-Schicht
und den Biokunststoff auch eine sogenannte tie-Schicht, d.h. eine Haftschicht angeordnet
sein, so dass der Aufbau dann Biokunststoff/tie/PVOH/tie/Biokunststoff sein kann.
Bioabbaubare tie-Schichten sind inzwischen bekannt und am Markt erhältlich, bspw.
als natürliche Wachse.
[0026] Als Alternative zur Ausgestaltung aus Biokunststoff können Grundkörper und Deckel
auch aus einem anderen Kunststoff - bspw. mit Diffusionssperrschicht - gestaltet sein,
bspw. aus Polypropylen.
[0027] Das Kunststoffmaterial des Deckels und dasjenige des Grundkörpers können identisch
sein. Es ist aber auch möglich, dass der Deckel aus einem Kunststoff anderer Zusammensetzung
besteht, der jedoch mit den Grundkörper-Kunststoff verschweissbar ist.
[0028] Eine Wandstärke im Bereich des Grundkörpers beträgt insbesondere zwischen 0.2 mm
und 0.4 mm, bspw. zwischen 0.25 mm und 0.35 mm. Dasselbe kann auch für die Wandstärke
des Deckels gelten. In einer Ausführungsform entspricht die Wandstärke des Deckels
ungefähr der Wandstärke des Grundkörpers.
[0029] Ein besonderes optionales Merkmal kann sein, dass der Grundkörper im Bereich des
Übergangs zwischen der umlaufenden Seitenwand und dem Grundkörper-Kragen eine Verdickung
ausbildet, die eine nach radial-innen ragende Wulst bildet. Diese dient der Versteifung
im Bereich des Kragens.
[0030] Die Kapsel kann - das gilt für alle Ausführungsformen, auch des ersten Aspekts -
insbesondere so ausgebildet sein, dass der Grundkörper und der Deckel zusammen das
Extraktionsgut vollständig umschliessen, ohne bspw. durch eine Folie oder dergleichen
abgedeckte Öffnung. Sie kann insbesondere hermetisch und sauerstoffdicht sein, bspw.
indem sie eine geeignete Diffusionsbarriere aufweist.
[0031] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand von Zeichnungen beschrieben.
In den Zeichnungen bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder analoge Elemente.
Die Zeichnungen sind nicht massstäblich und zeigen teilweise einander entsprechende
Elemente in von Figur zu Figur unterschiedlichen Grössen. Es zeigen:
- Fig. 1 eine Kapsel;
- Fig. 2 einen Grundkörper für die Herstellung einer Kapsel gemäss Fig. 1;
- Fig. 3 einen Deckel gemäss dem Stand der Technik, angeschnitten gezeichnet;
- Fig. 4 eine Ansicht einer erfindungsgemässen Kapsel; and
- Fig. 5 einen nur ausschnittweise, im Bereich der Verschweissung dargestellten Schnitt
durch die Kapsel.
[0032] Die Kapsel 1 gemäss
Figur 1 hat im Wesentlichen die Form eines Würfels mit gerundeten Kanten. Die Ausdehnung
nimmt jedoch zur oben liegenden Seite hin leicht zu, so dass die Kapsel streng mathematisch
gesehen eine Pyramidenstumpfform hat. Der Neigungswinkel der in der Figur seitlichen
Flächen gegenüber der Senkrechten zur Grundfläche 5 - gemeint ist natürlich diejenige
zur Grundfläche senkrechte Ebene, die durch die Kante zwischen der Grundfläche und
der entsprechenden seitlichen Fläche verläuft - ist sehr klein, er beträgt vorzugsweise
höchstens 2° zum Beispiel nur ca. 1°. Ausserdem entspricht die Höhe der Kapsel über
der Grundfläche näherungsweise der Länge der Grundflächenkanten.
[0033] Die Kapsel weist einen Grundkörper (oder Becher) 2 und einen entlang eines umlaufenden
Kragens 4 daran befestigten Deckel 3 auf. Der Grundkörper bildet einen Kapselboden
5 und eine umlaufende Seitenwand 6, welche an ihrem in Bezug auf axiale Richtungen
(Achse 10) äusseren, in der Figur oberen, Ende durch den Kragen 4 abgeschlossen wird.
Der Deckel ist nach aussen gewölbt, indem die zum Kapselboden 5 im Wesentlichen parallele
Deckelfläche 9 im Vergleich zum umlaufenden Kragen 4 nach aussen, also on Fig. 1 nach
oben, versetzt ist.
[0034] Figur 2 zeigt den Grundkörper 2 (Becher) vor der Befüllung und vor dem Verschliessen. Der
Grundkörper-Kragen 41 weist eine Ausdehnung auf, welche grösser sein kann als diejenige
des Kragens 4 der fertigen Kapsel.
[0035] Figur 3 zeigt einen Deckel 3, der - wie auch der Grundkörper 2 - beispielsweise durch Tiefziehen
oder bspw. auch durch Spritzgiessen hergestellt ist. Der Deckel weist einen im Wesentlichen
ebenen zentralen Bereich 31, einen eine Wölbung bildenden Übergangsbereich 32 sowie
einen Deckel-Kragen 42 auf.
[0036] Kapseln der in Figur 1 gezeichneten Art, Grundkörper 2 in der in Figur 2 gezeichneten
Art und Deckel 3 der in Fig. 3 dargestellten Art sind auch schon aus dem Stand der
Technik bekannt, beispielsweise aus der
WO 2015/096990.
[0037] Bei der Kapselherstellung wird zunächst der Grundkörper 2 mit dem Extraktionsgut
befüllt, und anschliessend wird der Deckel 3 positioniert. Daraufhin findet ein Ultraschallschweissen
statt, und zwar ein torsionales Verschweissen wie an sich aus dem Stand der Technik
bekannt. Je nach anfänglicher Ausdehnung des Grundkörper-Kragens und des Deckel-Kragens
findet anschliessend an das Verschweissen optional noch ein Abtrennen einer überstehenden
Kragenpartie statt.
[0038] Figur 4 zeigt ein Beispiel einer erfindungsgemässen Kapsel 1. Man sieht, dass die Kapsel
im Bereich des Kragens 4 oberseitig - also auf der Seite des Deckel-Kragens, eine
Mehrzahl von Rippen 50 mit dazwischen ausgebildeten Rillen 51 aufweist. Die Rippen
50 verlaufen in Bezug auf die Achse 10 radial. Auch Abweichungen von der radialen
Richtung sind denkbar - bspw. könnten die Rippen 50 jeweils auf jeder der vier Seiten
je zueinander parallel und senkrecht zur Kapsel-Seitenwand verlaufen. Jedenfalls ist
die Ausrichtung der Rippen nicht parallel zur Umfangsrichtung (nicht lokal parallel
zur Seitenwand, d.h. in einem Winkel zur Ebene, welche lokal am Ort der entsprechenden
Rippe durch die Seitenwand definiert wird), und auch nicht parallel zum Verlauf des
Kragens. Insbesondere können die Rippen jeweils von radial-innen bis zum radial-äusseren
Ende des Kragens verlaufen.
[0039] Die Rippen können wie in Figur 4 dargestellt relativ nahe beieinander angeordnet
sein, so dass ihre Breite und ihre Abstände von einer ähnlichen Grösse sind und sie
ein Rippen-Rillen-Muster bilden. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass der Abstand
benachbarter Rippen (gemessen jeweils von deren Mitte aus) nicht grösser als das Vierfache
oder nicht grösser als das Dreifache ihrer Breite beträgt. Auch Anordnungen mit weiter
voneinander entfernten Rippen sind jedoch denkbar.
[0040] Figur 5 zeigt einen schematischen Querschnitt durch die Kapsel im Bereich des Kragens (im
in Figur 1 gestrichelt dargestellten Bereich). Die Verschweissung 70 zwischen Grundkörper
2 und Deckel 3 ist schematisch durch eine Schraffur dargestellt. Man sieht in Fig.
5, dass die Diffusionssperrschicht 70 bis zum radial-äusseren Ende (in Fig. 5 ganz
links) im Wesentlichen intakt ist.
[0041] Ausserdem sind in Fig. 5 folgende optionale, aber für die stabile Verbindung zwischen
Grundkörper und Deckel vorteilhafte, Merkmale dargestellt:
- Der Ansatz 12 der Wölbung des Deckels ist im Vergleich zur Aussenseite der umlaufenden
Seitenwand 6 nach radial-innen versetzt (Versatz v). Der Versatz v ist dabei im Vergleich
zur Dicke der Kapselwand relevant; er beträgt insbesondere mindestens 0.2 mm. Der
Versatz v wird zwischen den zur Aussenfläche des Grundkörpers im Bereich des Kragens
4 parallelen Ebenen gemessen, die durch den Ort maximaler konkaver Krümmung im Übergang
zwischen der deckelseitigen Fläche und der Wölbung des Deckels bzw. der Aussenfläche
des Grundkörpers gehen.
- Der Grundkörper bildet im Bereich des Übergangs zwischen der umlaufenden Seitenwand
6 und dem Grundkörper-Kragen 41 eine Verdickung 21 aus, die eine nach radial-innen
ragende Wulst ausbildet.
- Die Materialstärke des Grundkörpers ist im Bereich des Grundkörper-Kragens erhöht
im Vergleich zur umlaufenden Seitenwand 6, d.h. der Grundkörper-Kragen ist dicker
als die Seitenwand. Auch das dient der Versteifung.
1. Mit einem Extraktionsgut gefüllte Portionenkapsel (1) für die Herstellung eines Brüherzeugnisses,
aufweisend
- Einen Grundkörper (2) aus Kunststoff, mit einem Bodenbereich (5), einer umlaufenden
Seitenwand (6) und einem zu einer Deckelseite hin an die umlaufende Seitenwand anschliessenden
umlaufenden Grundkörper-Kragen (41); und
- einen Deckel (3) aus Kunststoff, mit einem umlaufenden Deckel-Kragen (42), wobei
der Deckel am Grundkörper befestigt ist, indem eine Innenseite des Deckel-Kragens
mit dem Grundkörper-Kragen verschweiss ist, so dass sich ein gemeinsamer Kragen (4)
ausbildet;
- wobei der Grundkörper und der Deckel das Extraktionsgut umschliessen;
- wobei der Grundkörper (2) im Bereich des Kragens (4) einen im Wesentlichen rechteckigen
Querschnitt hat; dadurch gekennzeichnet,
- dass der Kragen (4) auf einer Aussenseite eine Mehrzahl von Rippen (50) aufweist.
2. Portionenkapsel nach Anspruch 1, wobei die Rippen (50) in einem Winkel zur Seitenwand
verlaufen.
3. Portionenkapsel nach Anspruch 2, wobei die Rippen (50) radial in Bezug auf eine Achse
(10) verlaufen, die senkrecht auf eine Ebene steht, in welcher der Kragen (4) verläuft.
4. Portionenkapsel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Rippen (50) bis
zu einem radial-äusseren Ende des Kragens verlaufen.
5. Portionenkapsel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Rippen (50) im Kragen
deckelseitig verlaufen.
6. Portionenkapsel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Deckel (3) eine
Wölbung bildet, so dass so dass der Deckel zu einem Kapselvolumen beiträgt und eine
Deckelfläche (9) zum Kragen (4) versetzt ist.
7. Portionenkapsel nach Anspruch 6, wobei der Kragen eine umlaufende, zur Deckelseite
hin gewandte Fläche (8) bildet, die sich von einer Aussenkante (7) des Kragens (4)
bis zu einem Ansatz (12) der Wölbung erstreckt, wobei der Ansatz (12) der Wölbung
im Vergleich zu einem Übergang zwischen der Seitenwand (6) und dem Kragen (4) nach
innen versetzt ist.
8. Portionenkapsel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Deckel (3) durch
Tiefziehen hergestellt ist.
9. Portionenkapsel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Grundkörper (2)
durch Tiefziehen hergestellt ist.
10. Portionenkapsel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Deckel (3) und der
Grundkörper (2) aus einem selben Kunststoff gefertigt sind.
11. Portionenkapsel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Deckel (3) und/oder
der Grundkörper (2) aus einem bioabbaubaren Kunststoff gefertigt sind.
12. Portionenkapsel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Deckel (3) und der
Grundkörper (2) eine Diffusionssperrschicht (70), bspw. aus einem PVOH, aufweisen.
13. Portionenkapsel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Grundkörper (2)
im Bereich eines Übergangs zwischen der umlaufenden Seitenwand (6) und dem Grundkörper-Kragen
(41) eine Verdickung (21) ausbildet, die eine nach radial-innen ragende Wulst bildet.
14. Portionenkapsel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Anzahl der Rippen
(50) mindestens 20 beträgt.
15. Portionenkapsel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei ein Abstand zwischen
zwei benachbarten Rpplen (50) nicht mehr als das dreifache von der durchschnittlichen
Breite der Rippen (50) beträgt.