[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Messen einer Leistung an einer Induktionsheizspule
in einem Induktionskochfeld sowie eine Vorrichtung, die zur Durchführung dieses Verfahrens
ausgebildet ist, insbesondere eine Vorrichtung, die Teil eines Induktionskochfelds
ist.
[0002] Beim Betrieb einer Induktionsheizspule eines Induktionskochfelds kommt es nicht nur
darauf an, dass von einer Bedienperson eine gewünschte Leistung als Leistungsstufe
vorgegeben werden kann, die dann in etwa eingehalten wird mit größeren Abweichungen
bzw. geringer Genauigkeit. Gerade bei einem aufeinander abgestimmten Betrieb mehrerer
nebeneinanderliegender Induktionsheizspulen, die von einem gemeinsamen Kochgefäß bedeckt
sind, kann eine sehr genaue Einstellung der Leistung an einer Induktionsheizspule
gewünscht sein. Dabei kommt es auf die tatsächlich von der Induktionsheizspule im
Zusammenspiel mit dem beheizten Kochgefäß erzeugte Leistung an, so dass diese möglichst
genau erfassbar sein sollte. Dann können Regelungen du automatisch ablaufende Kochprogramme
möglichst genau ablaufen.
Aufgabe und Lösung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Verfahren sowie
eine eingangs genannte Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, mit
denen Probleme des Standes der Technik gelöst werden können und es insbesondere möglich
ist, eine von einer Induktionsheizspule erzeugte Leistung möglichst genau und vorzugsweise
mit möglichst geringem Aufwand messen zu können.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie
durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 15. Vorteilhafte sowie bevorzugte
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der weiteren Ansprüche und werden im
Folgenden näher erläutert. Dabei werden manche der Merkmale nur für das Verfahren
oder nur für die Vorrichtung erläutert. Sie sollen jedoch unabhängig davon sowohl
für ein solches Verfahren als auch für eine solche Vorrichtung selbständig und unabhängig
voneinander gelten können. Der Wortlaut der Ansprüche wird durch ausdrückliche Bezugnahme
zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0005] Es ist vorgesehen, dass die Induktionsheizspule oder eine Transmitterspule einer
Vorrichtung zum kabellosen Übertragen einer Leistung an einen Verbraucher von einem
Umrichter angesteuert wird, insbesondere einem Umrichter eines Leistungsteils odgl.
eines Induktionskochfelds. Dabei wird der Umrichter in einer Schaltung einer Halbbrücke
oder einer Vollbrücke betrieben. Des Weiteren wird der Umrichter mit einer Frequenz
und mit einem Tastgrad betrieben, wobei zur Einstellung der von der Induktionsheizspule
abgegebenen Leistung sowohl Frequenz als auch Tastgrad variiert werden können. Des
Weiteren wird der Strom durch die Induktionsheizspule hindurch gemessen, was messtechnisch
relativ einfach und genau möglich ist.
[0006] Zumindest in einer Betriebsart der Ansteuerung der Induktionsheizspule wird zwischen
einer Ansteuerung mit einem 1. Tastgrad und einer Ansteuerung mit einem 2. Tastgrad
gewechselt. Dieser Wechsel kann unterschiedlich häufig erfolgen, was nachfolgend noch
näher erläutert wird. Der 2. Tastgrad wird dabei bestimmt durch Subtrahieren des 1.
Tastgrads von 1 bzw. die Dauer des 2. Tastgrads wird bestimmt durch Abziehen einer
Dauer des 1. Tastgrads von einer Gesamtzykluszeit. Des Weiteren wird die Spannung
über der Halbbrücke oder über der Vollbrücke gemessen oder ermittelt, mit denen die
Induktionsheizspule angesteuert wird. Somit ist es möglich, dass durch Wechseln des
Tastgrads Fehler beim Messen der Spannung und somit beim Messen der Leistung sozusagen
ausgeglichen bzw. herausgerechnet werden können. Dies ist insbesondere dann besonders
vorteilhaft möglich, wenn der Tastgrad bestimmt wird wie zuvor definiert bzw. der
1. Tastgrad und der 2. Tastgrad entsprechend bestimmt werden, also sozusagen die Tastgrade
invertiert werden. Aus dem gemessenen Strom und der wie beschrieben gemessenen bzw.
ermittelten Spannung kann dann sehr leicht durch Multiplikation die tatsächliche Leistung,
die die Induktionsheizspule faktisch erzeugt, bestimmt werden.
[0007] In Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass jeweils in einem Nulldurchgang
einer Spannung zur Versorgung des Umrichters, insbesondere einer Netzspannung, mit
der der Umrichter bzw. das gesamte Induktionskochfeld versorgt wird, zwischen dem
1. Tastgrad und dem 2. Tastgrad umgeschaltet wird. Dieses Umschalten im Nulldurchgang
bringt signifikante Vorteile im Schaltverhalten im Umrichter sowie im Störungsverhalten
und bezüglich Netzrückwirkungen. Es kann vorgesehen sein, dass für ein Messen der
Leistung an der Induktionsheizspule eine Mittelung über zwei direkt aufeinanderfolgende
Halbwellen der genannten Spannung bzw. Netzspannung oder Versorgungsspannung vorgenommen
wird. Der Vorteil liegt hierbei darin, dass äußere bzw. externe Änderungen eines Kochgeschirrs
oder zu betreibenden Geräts wie dessen Temperatur oder Aufstellposition innerhalb
von 20msec als konstant angenommen werden dürfen, d.h. in der ersten Halbwelle und
in der zweiten Halbwelle wird der gleiche Lastzustand gemessen und die Abweichung
der Messung entspricht dem Messfehler der Ansteuerung. Die Mittelung erfolgt vorteilhaft
durch direktes Bestimmen eines Durchschnittswerts der beiden gemessenen Leistungen,
also deren Addition und Division durch zwei. Dies ist ein sehr einfaches und genau
durchführbares rechnerisches Verfahren.
[0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann innerhalb einer Halbwelle einer Spannung
bzw. Netzspannung, insbesondere der vorbeschriebenen Spannung, mit der der Umrichter
versorgt wird, zwischen dem 1. Tastgrad und dem 2. Tastgrad umgeschaltet werden als
Alternative zum vorgenannten Umschalten in einem Nulldurchgang. Dabei ist es möglich,
dass ein integrierter bzw. aufgerechneter Gesamtanteil der Ansteuerung mit dem 1.
Tastgrad und der Ansteuerung mit dem 2. Tastgrad gleichwertig ist, insbesondere über
mehrere Umschaltvorgänge innerhalb einer Halbwelle. Dies ermöglicht es, dass sozusagen
insgesamt genauso viel mit dem 1. Tastgrad wie mit dem 2. Tastgrad gemessen wird.
[0009] Es kann vorgesehen sein, dass bei jeder Halbwelle der vorgenannten Spannung bzw.
Netzspannung zwischen einer Ansteuerung mit dem 1. Tastgrad und einer Ansteuerung
mit dem 2. Tastgrad gewechselt wird. So kann der vorgenannte Ausgleich bzw. die vorgenannte
Mittelung sehr fein aufgeteilt erfolgen. Die daraus resultierende hohe Schalthäufigkeit
für den Umrichter bzw. darin enthaltene Leistungsschalter, insbesondere IGBT, stellt
aber kein Problem dar und kann von diesen leicht bewältigt werden. Dabei kann sozusagen
permanent die Leistung an der Induktionsheizspule gemessen werden, insbesondere ist
sozusagen nach zwei Halbwellen eine Leistungsmessung immer sofort korrekt, da ja eben
einmal mit dem 1. Tastgrad und einmal mit dem 2. Tastgrad angesteuert und gemessen
wurde. Eine Leistungsmessung ist somit sozusagen stets völlig aktuell.
[0010] Solange sich der Betriebspunkt nicht ändert ist die Leistungsmessung sogar nach jeder
Halbwelle korrekt, da immer zwei aufeinanderfolgende Halbwellen zur Berechnung genommen
werden können, es erfolgt also sozusagen immer überlappend. Beispielweise kann bei
den Netzhalbwellen 1, 2, 3, 4, 5 immer abwechselnd mit DC und (1-DC) gemessen werden.
Nach der Netzhalbwelle 1 ist die Leistungsmessung zunächst falsch. Nach der Netzhalbwelle
2 kann die Messung bei den Netzhalbwellen 1+2 gemittelt werden. Nach der Netzhalbwelle
3 kann die Messung bei den Netzhalbwellen 2+3 gemittelt werden, nach der Netzhalbwelle
4 kann die Messung bei den Netzhalbwellen 3+4 gemittelt werden und so weiter. Es muss
also nicht unbedingt die Messung bei den Netzhalbwellen 1+2 und dann bei den Netzhalbwellen
3+4 genutzt werden.
[0011] Alternativ kann eine Ansteuerung mit dem 1. Tastgrad für mehr als zwei Halbwellen
der vorgenannten Spannung bzw. Netzspannung verwendet werden, und anschließend eine
Ansteuerung mit dem 2. Tastgrad für dieselbe Anzahl von Halbwellen der Spannung bzw.
Netzspannung verwendet werden. Dies ist eine Möglichkeit, weniger häufig zwischen
den Tastgraden zu wechseln und somit weniger Schaltvorgänge zu bewirken, wodurch das
Verfahren möglicherweise einfacher durchgeführt werden kann. Dabei ist es möglich,
dass jeweils für eine gerade Anzahl von Halbwellen eine Ansteuerung mit jedem der
Tastgrade durchgeführt wird. In möglicher weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann
vorgesehen sein, dass diese Anzahl von Halbwellen der Spannung bzw. Netzspannung so
lange für die Ansteuerung mit dem 1. Tastgrad und mit dem 2. Tastgrad verwendet wird,
bis sich eine vorgegebene Leistung für die Induktionsheizspule ändert, bis sich also
der Betriebspunkt und somit das Schaltverhalten des Umrichters ändern. Solange die
gemessene Leistung nicht der Soll-Leistung entspricht bzw. darunter liegt, macht es
Sinn, das Umschalt-Intervall kurz zu halten, um schneller einen Messwert zu erhalten.
Ist die Soll-Leistung erreicht kann das Messintervall verlängert werden. Die Umschaltung
zwischen DC und (1-DC) verändert die abgegebene Leistung nicht, sondern verringert
lediglich den Messfehler.
[0012] In nochmals weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, dass ein Messintervall,
während dessen eine Leistung an der Induktionsheizspule bestimmt wird und das für
diese Bestimmung auch vollständig benötigt wird, zu gleichen Anteilen aus der Ansteuerung
mit dem 1. Tastgrad und aus der Ansteuerung mit dem 2. Tastgrad besteht. Somit wird
also erst nach vollständigem Durchführen der Ansteuerung mit den beiden Tastgraden
die Leistung an der Induktionsheizspule endgültig bestimmt, wobei natürlich während
der gesamten Zeit Strom und Spannung auf vorbeschriebene Art und Weise gemessen werden.
[0013] In Ausgestaltung der Erfindung kann ein Messintervall zur Bestimmung der Leistung
an der Induktionsheizspule aus zwei Intervallen von Halbwellen einer Spannung bzw.
Netzspannung, mit der der Umrichter versorgt wird, bestehen. Dabei kann vorteilhaft
vorgesehen sein, dass in einem 1. Intervall der Umrichter mit dem 1. Tastgrad und
in einem 2. Intervall der Umrichter mit dem 2. Tastgrad betrieben wird. Das 1. Intervall
und das 2. Intervall sind dabei gleich lang, so dass wiederum gleiche Anteile für
jeden der beiden Tastgrade verwendet werden zur korrekten Bestimmung der Leistung
an der Induktionsheizspule.
[0014] Alternativ zu der vorbeschriebenen möglichen Bestimmung der Leistung kann ein Messintervall
weniger Halbwellen, nämlich genau zwei Halbwellen, einer vorgenannten Spannung zur
Versorgung des Umrichters umfassen. Vorteilhaft sind dies zwei aufeinanderfolgende
Halbwellen, so dass sozusagen während einer ganzen Vollwelle gemessen wird. Dabei
kann vorgesehen sein, dass während der ersten Halbwelle der 1. Tastgrad und während
der anderen oder direkt darauffolgenden Halbwelle der 2. Tastgrad verwendet wird.
[0015] In Weiterbildung der Erfindung kann zur Bestimmung einer Leistung an der Induktionsheizspule
das Integral des Produkts aus Spannung und Strom über der Zeit über die Intervalle
der Ansteuerung mit dem 1. Tastgrad und der Ansteuerung mit dem 2. Tastgrad hinweg
berechnet werden. Dabei handelt es sich jeweils um den momentan gemessenen Strom und
die momentan an der Induktionsheizspule gemessene Spannung.
[0016] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist es möglich, dass die Spannung über
der Induktionsheizspule aus der Ansteuerung von Leistungsschaltern bzw. Halbleiterschaltern
des Umrichters abgeschätzt wird. Somit kann eine Ermittlung der Spannung möglicherweise
einfacher erfolgen. Dabei kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass eine Schaltverzögerung
der Schalter mit berücksichtigt wird. So kann eine Spannung möglichst gut bzw. zutreffend
abgeschätzt werden.
[0017] In einer Ausgestaltung der Erfindung kann während mehrerer aufeinanderfolgender Halbwellen
der Spannung bzw. Netzspannung derselbe Tastgrad verwendet werden, ohne dass er gewechselt
wird. Erst dann wird der andere Tastgrad verwendet. Vorteilhaft ist jeweils die Anzahl
von Halbwellen je Tastgrad dieselbe.
[0018] Für die Leistungsberechnung sollte vorteilhaft zumindest die Anzahl der Halbwellen,
über die gemittelt wird, zu gleichen Anteilen aus DC und (1-DC) bestehen. Eine unterschiedliche
Anzahl von 1. und 2. Tastgrad kann man durch entsprechende ungleiche Gewichtung herausrechnen.
[0019] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung liegt der 1. Tastgrad zwischen 0
und 0,5. Er ist also kleiner als der 2. Tastgrad. Bei einer Halbbrücke wird beispielsweise
das obere Schaltmittel kürzer als die halbe Periodendauer für Tastgrade kleiner 0,5
eingeschaltet, während das untere Schaltmittel in diesem Beispiel für Tastgrade größer
als 0,5 kürzer als die halbe Periodendauer eingeschaltet wird. Sowohl der 1. als auch
der 2. Tastgrad führen zur gleichen Ausgangs-Wechselspannung des Wechselrichters.
[0020] Bevorzugt kann für den Fall, dass sich der Betrieb bei einer Ansteuerung der Induktionsheizspule
hinsichtlich der für sie vorgegebenen Leistung nicht ändert und ein mit der Induktionsheizspule
beheiztes Kochgefäß, das darüber auf einer Kochfeldplatte aufgestellt ist und mindestens
diese Induktionsheizspule zu einem nennenswerten Anteil überdeckt, nicht bewegt wird,
kein Wechsel zwischen dem Tastgrad der Ansteuerung mehr erfolgen. So ist es möglich,
dass die Ansteuerung dauerhaft mit demselben Tastgrad erfolgt. Für diesen speziellen
Fall wird dann davon ausgegangen, dass sich die von der Induktionsheizspule erzeugte
Leistung nicht ändert und somit auch keine aktuelle oder aktualisierte Leistungsmessung
erforderlich ist. Dadurch ist eine Vereinfachung der Ansteuerung möglich, ohne dass
eine Messung der Leistung ungenau werden könnte. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung
kann vorgesehen sein, dass sich die Temperatur bei Durchführung des Verfahrens nicht
ändern sollte, weil durch eine Temperaturänderung die Leistung an einem gleichbleibenden
Arbeitspunkt verschoben wird. Die Induktionsheizspule erzeugt dann einfach eine andere
Leistung. Diese Änderung geschieht allerdings relativ langsam, vorzugsweise als eine
Art Drift, so dass auch ein gelegentliches Nachmessen ausreichend wäre, um den entstehenden
Fehler zu beseitigen, beispielsweise mindestens alle 10 sec, 60 sec oder 120 sec.
[0021] In besonders bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung werden mindestens zwei Induktionsheizspulen
an jeweils einer Halbbrücke des Umrichters an demselben Zwischenkreis betrieben, alternativ
werden sie an einer Vollbrücke des Umrichters betrieben. Dabei werden diese beiden
Induktionsheizspulen jeweils synchron betrieben mit jeweils beliebiger vorgegebener
Leistung, die sich also auch zu mindestens 30%, insbesondere zu mindestens 60%, unterscheiden
kann. Zusätzlich oder alternativ zu der Leistung kann ein Tastgrad beliebig vorgesehen
sein oder vorgegeben werden. Auch hier kann ein Unterschied mindestens 30% oder mindestens
60% betragen. Dabei sind Leistung und Tastgrad eben beliebig einstellbar. Vorteilhaft
kann dabei der Tastgrad für alle Induktionsheizspulen an diesem Umrichter synchron
geändert werden, so dass sich auch die Wechselwirkung mit dem mindestens zweiten Umrichter
durch das Umschalten neutralisiert.
[0022] Der Strom des Wechselrichters durch die Induktionsspule führt zu einem Ripple mit
doppelter Arbeitsfrequenz der Zwischenkreisspannung im Wechselrichter, weil das Umschalten
des Wechselrichters vom oberen Zweig des Wechselrichters auf den unteren Zweig des
Wechselrichters und wieder zurück eine Richtungsumkehr des Stroms im Zwischenkreiskondensator
verursacht. Bei einer Ansteuerung mit einem Tastgrad ungleich 0,5 werden neben der
Grundschwingung auch Oberwellen des Stroms durch die Induktionsspule angeregt. Die
zweite Harmonische des Stroms, die bei einem Tastgrad von 0,25 bzw. 0,75 ihr Maximum
der Anregung hat, führt nun zusammen mit der doppelten Frequenz des Ripple der Zwischenkreisspannung
dazu, dass die Ausgangsleistung des Wechselrichters zusätzlich zur Leistung in der
Induktionsheizspule noch eine zusätzliche Leistung dem Zwischenkreiskondensator zuführen
oder entnehmen kann. Das Bestimmen dieser zusätzlichen Leistung mit dem Zwischenkreis,
die sich mit der Leistung an der Induktionsspule aus Sicht des Wechselrichters überlagert,
kann nur schwierig erfolgen. Dazu wird neben den Amplituden von Spannungsripple und
zweiter Stromharmonischen noch die Phasenlage zwischen den beiden benötigt. Durch
das erfindungsgemäß vorteilhafte Umschalten des Tastgrads auf die inverse Ansteuerung
invertieren sich die Phasenlagen, so dass im Mittel wiederum die richtige Leistung
an der Induktionsheizspule gemessen werden kann.
[0023] Eine eingangs genannte erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung weist einen Umrichter,
insbesondere einen an sich üblichen und bekannten Umrichter für Induktionsheizspulen,
eine Ansteuerung und mindestens zwei Halbbrücken oder mindestens eine Vollbrücke für
den Umrichter auf. Die Ansteuerung ist dabei dazu ausgebildet, das vorbeschriebene
Verfahren durchzuführen und auf unterschiedliche Art und Weise möglichst genau die
momentan von der Induktionsheizspule erzeugte Leistung zu messen. Eine Ansteuerung
kann dabei entweder nur für den Umrichter oder am Umrichter vorgesehen sein. Alternativ
kann die Ansteuerung eine Steuerung, insbesondere ein Mikrocontroller, für die gesamte
Vorrichtung sein. So kann an ihr auch von einer Bedienperson eine Vorgabe für eine
von der mindestens einen Induktionsheizspule zu erzeugende Leistung eingegeben werden.
[0024] Der vorgenannte Umrichter weist vorteilhaft einen Zwischenkreis auf, wobei dieser
Zwischenkreis an genau eine einzige Halbbrücke, an genau zwei Halbbrücken oder an
mindestens eine Vollbrücke angeschlossen ist. So kann ein einfacher und praxistauglicher
Aufbau erreicht werden.
[0025] Bevorzugt ist die Vorrichtung in ein Induktionskochfeld eingebaut bzw. Teil eines
Induktionskochfelds. Dieses weist einen oder zwei solcher Umrichter auf, wobei vorteilhaft
jeder Umrichter aus einer eigenen nur für ihn vorgesehenen Phase eines Drehstromanschlusses
in einem Haushalt oder einem Haus gespeist ist. Unter der Kochfeldplatte ist eine
Vielzahl derartiger Induktionsheizeinrichtungen angeordnet, beispielsweise acht Stück
bis vierundzwanzig Stück.
[0026] Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung
und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich alleine
oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung
und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige
Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird. Die Unterteilung
der Anmeldung in einzelne Abschnitte und Zwischen-Überschriften beschränkt die unter
diesen gemachten Aussagen nicht in ihrer Allgemeingültigkeit.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0027] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt
und werden im Folgenden erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine vereinfachte schematische Schnittdarstellung durch ein erfindungsgemäßes Induktionskochfeld,
- Fig. 2
- eine Darstellung einer Schaltung, um eine der Induktionsheizspulen des Induktionskochfelds
aus Fig. 1 anzusteuern,
- Fig. 3 bis 8
- Darstellungen des Verlaufs von Spannung und Strom in der Halbbrückenschaltung der
Fig. 2.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0028] In der Fig. 1 ist ein Induktionskochfeld 11 dargestellt mit einer Kochfeldplatte
13, an deren Unterseite zwei Induktionsheizspulen 15a und 15b angeordnet sind. Das
Induktionskochfeld 11 weist eine Kochfeldsteuerung 16 und eine separate Leistungselektronik
17 auf, die insbesondere als Umrichter ausgebildet ist. Die Leistungselektronik 17
steuert die Induktionsheizspulen 15a und 15b an. Sie erhält ihre Befehle, insbesondere
bzgl. Der Höhe einer zu erzeugenden Leistung, sozusagen von der Kochfeldsteuerung
16. In der Kochfeldsteuerung 16 ist eine Bedieneinrichtung mit Bedienelementen samt
Anzeige für eine Bedienperson enthalten, wie dies üblich ist. Über der linken Induktionsheizspule
15a ist ein Kochgefäß 20 aufgestellt, das mit dieser beheizt werden soll.
[0029] In der Leistungselektronik 17 ist im Wesentlichen ein zuvor beschriebener Umrichter
18 enthalten. Ein Ausschnitt davon ist in der Fig. 2 dargestellt. Die Leistungsschalter
Z1 und Z2 sind als IGBT auf übliche Art und Weise ausgebildet, ebenso die Dioden D1
und D2 als Freilaufdioden mit den parallelen Schwingkreiskapazitäten C3 und C4. Ein
Zwischenkreiskondensator C5 ist vorhanden.
[0030] Die Dioden D3 bis D6 bilden einen Gleichrichter. Die Induktionsheizspule 15a wird
von dem Umrichter 18 angesteuert und beheizt das über ihr aufgestellte Kochgefäß 20,
das hier dem eingezeichneten R entspricht bzw. durch diesen repräsentiert wird. Der
Widerstand R stellt zusätzlich zum Kochgefäß 20 auch den Innenwiderstand (= Verluste)
der Induktionsheizspule 15a dar. Der Umrichter 18 bzw. der Gleichrichter wird an der
linken Seite von einer Versorgungsspannung gespeist, vorzugsweise ist das die Netzspannung
in einem Haushalt. Es kann bei einem zwei- oder dreiphasigen Anschluss des Induktionskochfelds
11 eine einzige Phase sein.
[0031] Wie zuvor beschrieben worden ist, wechselt die Ansteuerung des Umrichters 18 der
Induktionsheizspule 15a zur Beheizung des Kochgefäßes 20 zwischen Ansteuerung mit
einem ersten Tastgrad DC und Ansteuerung mit dem zweiten Tastgrad, der mit (1-DC)
bestimmt wird. Dies kann mit den vorstehend erläuterten Maßgaben erfolgen, beispielsweise
dass entweder innerhalb einer Halbwelle einer Versorgungsspannung, an die der Umrichter
18 angeschlossen ist, oder jeweils zu einem Nulldurchgang der Versorgungsspannung
zwischen den beiden Tastgraden gewechselt wird. So kann beispielsweise auch bei jedem
Durchgang einer Halbwelle der Versorgungsspannung gewechselt werden, alternativ bei
einem ganzzahligen Vielfachen eines Nulldurchgangs. Jedenfalls sollte die Dauer der
Ansteuerung mit dem ersten Tastgrad der Dauer der Ansteuerung mit dem zweiten Tastgrad
entsprechen.
[0032] Die Zwischenkreisspannung liegt beispielsweise am Zwischenkreiskondensator C5 an.
[0033] In der Fig. 3 ist ein Verlauf der Zwischenkreisspannung an C5 dargestellt. Erkennbar
ist der globale Verlauf der Halbwellen der Versorgungsspannung mit einer Frequenz
von 50 Hz. Gleichzeitig ist der deutlich höherfrequente Verlauf der Betriebsfrequenz
für den Umrichter 18 zu erkennen.
[0034] Die Fig. 4 zeigt den Verlauf des Induktorstroms I, der also durch die Induktionsheizspule
15a fließt. Auch hier gilt Ähnliches wie zuvor zur Zwischenkreisspannung ausgeführt
bezüglich der Frequenzen. In Fig. 4 ist außerdem gezeigt, dass die Ansteuerung mit
(1-DC) zu einer Spiegelung der Spitzenströme entlang der x-Achse führt. Das bedeutet,
dass in der ersten Netzhalbwelle hier die negativen Ströme in ihrer Amplitude größer
sind als die positiven Ströme, während in der zweiten Netzhalbwelle, also bei der
Ansteuerung mit dem zweiten Tastgrad, die positiven Amplituden größer sind als die
negativen Amplituden.
[0035] In der Fig. 5 ist der Verlauf des Induktorstroms im Detail dargestellt, und zwar
bei Betrieb mit dem ersten Tastgrad DC. Dieser Tastgrad DC ist entsprechend der gewünschten
Leistung für die Induktionsheizspule 15a gewählt, die von einer Bedienperson an der
Bedieneinrichtung 16 eingegeben worden ist. Dies ist also auf die Fig. 4 bezogen die
dortige linke Halbwelle im Bereich um 5 msec herum. In der Fig. 6 ist der Induktorstrom
mit dem zweiten Tastgrad (1-DC) dargestellt, allerdings eben um die Dauer einer halben
Halbwelle mit 10 msec verschoben, also um die 15 msec herum. Aus dem Vergleich der
beiden Darstellungen ergibt sich, dass die beiden Verläufe einander in etwa entsprechen
bei Spiegelung entlang einer horizontalen Spiegelachse.
[0036] In der Fig. 7 ist, ähnlich wie die Darstellungen der Fig. 5 und 6, der Verlauf der
Spannung beim ersten Tastgrad DC in Vergrößerung dargestellt. Die Fig. 8 wiederum
zeigt den Verlauf der Spannung beim zweiten Tastgrad (1-DC). Diese beiden Verläufe
sind jeweils auf die Zeiträume der Verläufe des Induktorstroms gemäß den Fig. 5 und
6 bezogen.
[0037] Somit ist es mit der Erfindung leicht möglich, die Leistung an der Induktionsheizspule
15a als Produkt aus Induktorstrom und Spannung zu bilden, und dies dann über der Zeit
zu integrieren. Dies kann rechnerisch entweder in der Leistungselektronik 17 oder
in der Kochfeldsteuerung 16 durchgeführt werden.
[0038] Des Weiteren ist es möglich, die Spannung über der Induktionsheizspule 15a auch abzuschätzen.
Dazu kann eine Schaltverzögerung der Leistungsschalter S1 und S2 berücksichtigt werden,
die leicht gemessen werden kann.
[0039] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ausgehend von der Fig. 2 könnte
noch eine weitere Induktionsheizspule 15b an der Halbbrücke des Umrichters 18 betrieben
werden. Dabei können diese beiden Induktionsheizspulen 15a und 15b synchron betrieben
werden, also mit jeweils demselben Tastgrad DC oder (1-DC). Vorteilhaft kann der Tastgrad
aber auch beliebig für die beiden Induktionsheizspulen vorgegeben werden, ebenso wie
die Leistung. Lediglich das Ändern des Tastgrads erfolgt dann für diese beiden Induktionsheizspulen
synchron und gleichzeitig. Erfindungsgemäß erfolgt es für alle am Umrichter 18 betriebenen
Induktionsheizspulen synchron und gleichzeitig. Ein Verändern des Tastgrads kann dabei
vorteilhaft eben auch zur Einstellung einer gewünschten Leistung, die insbesondere
von der Kochfeldsteuerung 16 durch eine Bedienereingabe vorgegeben ist, vorgenommen
werden.
1. Verfahren zum Messen einer Leistung an einer Induktionsheizspule, die mittels eines
Umrichters angesteuert wird, wobei
- der Umrichter in einer Schaltung einer Halbbrücke oder einer Vollbrücke betrieben
wird,
- der Umrichter mit einer Frequenz und mit einem Tastgrad betrieben wird,
- der Strom durch die Induktionsheizspule gemessen wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
- zumindest in einer Betriebsart der Ansteuerung der Induktionsheizspule zwischen
einer Ansteuerung mit einem 1. Tastgrad und einer Ansteuerung mit einem 2. Tastgrad
gewechselt wird,
- der 2. Tastgrad bestimmt wird durch Subtrahieren des 1. Tastgrades von 1,
- die Spannung über der Halbbrücke oder über der Vollbrücke gemessen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils in einem Nulldurchgang einer Spannung, mit der der Umrichter versorgt wird,
zwischen dem 1. Tastgrad und dem 2. Tastgrad umgeschaltet wird, wobei vorzugsweise
für eine Leistungsmessung die Leistung über zwei direkt aufeinanderfolgende Halbwellen
der Spannung gemittelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb einer Halbwelle einer Spannung, mit der der Umrichter versorgt wird, zwischen
dem 1. Tastgrad und dem 2. Tastgrad umgeschaltet wird, wobei vorzugsweise ein integrierter
Gesamtanteil der Ansteuerung mit dem 1. Tastgrad und der Ansteuerung mit dem 2. Tastgrad
gleichwertig ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ansteuerung mit dem 1. Tastgrad für mehr als 2 Halbwellen der Spannung verwendet
wird und anschließend eine Ansteuerung mit dem 2. Tastgrad für dieselbe Anzahl von
Halbwellen der Spannung verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Messintervall, um eine Leistung an der Induktionsheizspule zu bestimmen, zu gleichen
Anteilen aus der Ansteuerung mit dem 1. Tastgrad und aus der Ansteuerung mit dem 2.
Tastgrad besteht.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Messintervall zur Bestimmung der Leistung an der Induktionsheizspule aus zwei
Intervallen von Halbwellen einer Spannung zur Versorgung des Umrichters besteht, wobei
in einem 1. Intervall der Umrichter mit dem 1. Tastgrad und in einem 2. Intervall,
das so lang ist wie das 1. Intervall, der Umrichter mit dem 2. Tastgrad betrieben
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Messintervall genau zwei Halbwellen einer Spannung zur Versorgung des Umrichters
umfasst, insbesondere zwei aufeinander folgende Halbwellen, wobei während der 1. Halbwelle
der 1. Tastgrad und während der 2. Halbwelle der 2. Tastgrad verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bestimmung einer Leistung an der Induktionsheizspule das Integral des Produkts
aus Spannung und Strom über der Zeit über die Intervalle der Ansteuerung mit dem 1.
Tastgrad und der Ansteuerung mit dem 2. Tastgrad berechnet wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannung über der Induktionsheizspule aus der Ansteuerung von Halbleiterschaltern
des Umrichters abgeschätzt wird, wobei eine Schaltverzögerung der beiden Halbleiterschalter
berücksichtigt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während mehrerer aufeinanderfolgender Halbwellen der Spannung derselbe Tastgrad ohne
Wechsel verwendet wird, bevor der andere Tastgrad verwendet wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils dieselbe Anzahl von Halbwellen für die Ansteuerung mit dem 1. Tastgrad und
für die Ansteuerung mit dem 2. Tastgrad verwendet wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der 1. Tastgrad zwischen 0 und 0,5 liegt, vorzugsweise größer als 0 ist.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für den Fall, dass sich der Betrieb bei einer Ansteuerung der Induktionsheizspule
hinsichtlich vorgegebener Leistung nicht ändert und ein mit der Induktionsheizspule
beheiztes Kochgefäß darüber nicht bewegt wird, nicht mehr zwischen eine Ansteuerung
mit dem 1. Tastgrad und einer Ansteuerung mit dem 2. Tastgrad gewechselt wird derart,
dass die Ansteuerung dauerhaft mit demselben Tastgrad erfolgt.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens 2 Induktionsheizspulen an jeweils einer Halbbrücke des Umrichters betrieben
werden an demselben Zwischenkreis oder an einer Vollbrücke des Umrichters, wobei die
beiden Induktionsheizspulen synchron betrieben werden mit jeweils beliebiger vorgegebener
Leistung und/oder jeweils beliebigem vorgegebenen Tastgrad, wobei vorzugsweise die
Leistung und der Tastgrad beliebig pro Induktionsheizspule einstellbar sind, wobei
vorzugsweise der Tastgrad für alle Induktionsheizspulen am Umrichter synchron geändert
wird.
15. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Umrichter, eine Ansteuerung und mindestens zwei Halbbrücken oder eine Vollbrücke
für den Umrichter aufweist, wobei die Ansteuerung zur Durchführung des Verfahrens
nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet ist.