(19)
(11) EP 4 212 670 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.07.2023  Patentblatt  2023/29

(21) Anmeldenummer: 22214911.4

(22) Anmeldetag:  20.12.2022
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E01H 4/02(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
E01H 4/00; E01H 4/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC ME MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30) Priorität: 18.01.2022 DE 102022200466

(71) Anmelder: Kässbohrer Geländefahrzeug AG
88471 Laupheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Weiß, Tobias
    89150 Laichingen (DE)
  • Heinzelmann, Thomas
    89617 Untermarchtal (DE)
  • Holzapfel, Sven
    88480 Achstetten (DE)
  • Wiedmann, Markus
    88477 Schönebürg (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Ruff, Wilhelm, Beier, Dauster & Partner mbB 
Kronenstraße 30
70174 Stuttgart
70174 Stuttgart (DE)

   


(54) PISTENRAUPE MIT EINEM FAHRERHAUS SOWIE MIT EINER HECKFRÄSE UND HECKFRÄSE FÜR EINE DERARTIGE PISTENRAUPE


(57) Eine derartige Pistenraupe mit einer Heckfräse, die einen Trägerrahmen, der lösbar mit einem Heckträger der Pistenraupe verbunden ist, und wenigstens zwei in jeweils einem Fräswellengehäuse drehbar gelagerte Fräswellen aufweist, wobei die Fräswellengehäuse quer zur Schlepprichtung der Heckfräse zueinander benachbart und zumindest weitgehend fluchtend zueinander ausgerichtet sowie relativ zueinander in ihrer Ausrichtung begrenzt knickbeweglich angeordnet sind, sowie mit einer Stellvorrichtung zur Verstellung und Fixierung der Fräswellengehäuse relativ zueinander in unterschiedlichen Knickausrichtungen ist bekannt.
Erfindungsgemäß ist eine Sensorik vorgesehen, um relative Knickausrichtungen zwischen den Fräswellengehäusen zu erfassen, die an eine elektronische Steuereinheit angeschlossen ist, die Sensorsignale der Sensorik auswertet und mit einer Schnittstelle zu einer Ausgabeeinheit in einem Fahrerhaus versehen ist, um die jeweiligen relativen Knickausrichtungen an der Ausgabeeinheit anzuzeigen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Pistenraupe mit einem Fahrerhaus sowie mit einer Heckfräse, die einen Trägerrahmen, der lösbar mit einem Heckträger der Pistenraupe verbunden ist, und wenigstens zwei in jeweils einem Fräswellengehäuse drehbar gelagerte Fräswellen aufweist, wobei die Fräswellengehäuse quer zur Schlepprichtung der Heckfräse zueinander benachbart und zumindest weitgehend fluchtend zueinander ausgerichtet sowie relativ zueinander in ihrer Ausrichtung begrenzt knickbeweglich angeordnet sind, sowie mit einer Stellvorrichtung zur Verstellung und Fixierung der Fräswellengehäuse relativ zueinander in unterschiedlichen Knickausrichtungen. Die Erfindung betrifft zudem eine Heckfräse für eine derartige Pistenraupe mit einem Trägerrahmen, der wenigstens zwei Fräswellengehäuse trägt, in denen wenigstens jeweils eine Fräswelle drehbar gelagert ist, wobei die zwei Fräswellengehäuse quer zur Schlepprichtung der Heckfräse zueinander benachbart und in ihrer Längserstreckung zumindest weitgehend fluchtend zueinander ausgerichtet und relativ zueinander begrenzt knickbeweglich angeordnet sind, sowie mit einer Stellvorrichtung zur Verstellung und Fixierung der Fräswellengehäuse relativ zueinander in unterschiedlichen Knickausrichtungen.

[0002] Eine derartige Pistenraupe mit einer derartigen Heckfräse ist aus der WO 98/52658 A1 bekannt. Die bekannte Heckfräse ist heckseitig an einer Pistenraupe angeordnet, die im Fahrbetrieb die Heckfräse über einen Schneeuntergrund schleppt. Die Heckfräse weist zwei Fräswellengehäuse auf, in denen jeweils eine Fräswelle drehbar gelagert ist. Die beiden Fräswellengehäuse erstrecken sich quer zur Schlepprichtung der Heckfräse jeweils etwa über eine Hälfte der in Querrichtung erstreckten Längsausrichtung der Heckfräse. Die beiden Fräswellengehäuse sind mittig über eine Gelenkanordnung begrenzt knickbeweglich miteinander gekoppelt, um eine exakt fluchtende Ausrichtung der beiden Fräswellengehäuse, eine nach unten geknickte, etwa V-förmige Knickausrichtung und eine nach oben geknickte, dachförmige Ausrichtung erzielen zu können. Den beiden Fräswellengehäusen ist in Abstand zu der Gelenkanordnung ein Hydraulikzylinder zugeordnet, der sich zwischen den beiden Fräswellengehäusen erstreckt und mit beiden Fräswellengehäusen verbunden ist. Durch entsprechende Betätigung des Hydraulikzylinders sind die unterschiedlichen Knickausrichtungen der Fräswellengehäuse relativ zueinander einstellbar einschließlich einer exakt fluchtenden Knickausrichtung.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Pistenraupe und eine Heckfräse der eingangs genannten Art zu schaffen, die eine vereinfachte Bedienung durch einen Fahrer der Pistenraupe ermöglichen.

[0004] Diese Aufgabe wird für die Pistenraupe dadurch gelöst, dass eine Sensorik vorgesehen ist, um relative Knickausrichtungen zwischen den Fräswellengehäusen zu erfassen, die an eine elektronische Steuereinheit angeschlossen ist, die Sensorsignale der Sensorik auswertet und in einer Ausgabeeinheit im Fahrerhaus anzeigt.

[0005] Für die Heckfräse der eingangs genannten Art wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe dadurch gelöst, dass eine Sensorik vorgesehen ist, um relative Knickausrichtungen zwischen den Fräswellengehäusen zu erfassen, die an eine elektronische Steuereinheit angeschlossen ist, die Sensorsignale der Sensorik auswertet und mit einer Schnittstelle zu einer Ausgabeeinheit in einem Fahrerhaus versehen ist, um in montiertem Betriebszustand der Heckfräse an der Pistenraupe die jeweiligen relativen Knickausrichtungen an der Ausgabeeinheit anzuzeigen.

[0006] Durch die erfindungsgemäße Pistenraupe wie auch durch die erfindungsgemäße Heckfräse ist eine Wartung oder Gestaltung von Schneegelände für eine die Pistenraupe steuernde Person wesentlich vereinfacht. Denn die Person erhält Informationen über die Knickausrichtung der zueinander benachbarten Fräswellengehäuse direkt im Fahrerhaus, ohne dass die Person aussteigen muss und sich durch Besichtigung der Heckfräse über die Knickausrichtung der Fräswellengehäuse informieren muss. Die erfindungsgemäße Lösung ist besonders vorteilhaft für die Gestaltung von Funparks geeignet. Die Erfindung ist für zwei oder mehr Fräswellengehäuse vorgesehen, die quer zur Schlepprichtung aneinanderschließen, wie auch für eine entsprechende Anzahl von zwei oder mehr in den Fräswellengehäusen gelagerten Fräswellen. Bei mehr als zwei Fräswellengehäusen sind jeweils immer zwei unmittelbar benachbarte Fräswellengehäuse in ihrer Knickausrichtung erfassbar. Bei drei oder mehr Fräswellengehäusen ergibt sich demzufolge eine Kette aus Fräswellengehäusen, wobei jeweils zwei benachbarte Fräswellengehäuse vorzugsweise gelenkig miteinander gekoppelt sind. Die Fräswellengehäuse können entweder direkt mittels einer Gelenkanordnung jeweils stirnseitig miteinander verbunden sein oder indirekt über entsprechend schwenkbewegliche Lagerung der Fräswellengehäuse am Trägerrahmen. In einer neutralen Knickausrichtung sind die Fräswellengehäuse in ihrer Längserstreckung exakt fluchtend zueinander ausgerichtet. Eine Knickbeweglichkeit ist zumindest weitgehend in einer Bewegungsebene vorgesehen, die sich in Hochrichtung sowie quer zur Schlepprichtung der Heckfräse erstreckt. Dadurch ergeben sich dach- oder V-förmige Knickausrichtungen. Die Ausgabeeinheit ist vorzugsweise als visuelle Ausgabeeinheit für die die Pistenraupe steuernde Person vorgesehen. Alternativ oder ergänzend ist es möglich, die Ausgabeeinheit als akustische Ausgabeeinheit auszuführen, wobei Informationen über die ausgewerteten Sensorsignale je nach Ausgestaltung der Ausgabeeinheit visuell oder akustisch ausgegeben werden.

[0007] In Ausgestaltung der Erfindung ist der Steuereinheit ein Datenspeicher zugeordnet, in dem vorgegebene Grundausrichtungen der Fräswellengehäuse relativ zueinander abgespeichert sind, und im Fahrerhaus ist eine Bedieneinheit vorgesehen, mittels der ein Fahrer eine der Grundausrichtungen auswählen kann, und die Steuereinheit steuert die Stellvorrichtung an abhängig von der getroffenen Auswahl der Bedieneinheit. Die im Datenspeicher abgespeicherten Grundausrichtungen können eine Neutralstellung (neutrale Knickausrichtung), eine Dachstellung (dachförmig nach oben geknickte Fräswellengehäuse) und eine V-Stellung (V-förmig nach unten geknickte Fräswellengehäuse) umfassen. Die Bedieneinheit weist Informationen für die die Pistenraupe steuernde Person auf, die es der Person ermöglichen, eine der Grundausrichtungen auszuwählen und so die Steuereinheit anzusteuern, damit diese die Stellvorrichtung aktiviert und die entsprechend ausgewählte Grundausrichtung für die Fräswellengehäuse einstellt.

[0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist die Ausgabeeinheit eine für einen Fahrer in dem Fahrerhaus erfassbare optische und/oder akustische Anzeigeeinrichtung auf. Der Fahrer ist eine die Pistenraupe steuernde Person. Es ist möglich, die Anzeigeeinrichtung entweder optisch oder akustisch zu gestalten oder aber eine kombinierte optische und akustische Anzeigeeinrichtung vorzusehen.

[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Fräswellengehäuse stirnseitig mittels einer Gelenkanordnung beweglich aneinander gekoppelt. Die Gelenkanordnung definiert vorzugsweise eine in Schlepprichtung der Heckfräse ausgerichtete Gelenkachse.

[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist die Stellvorrichtung wenigstens einen Linearstellantrieb auf, der mit beiden Fräswellengehäusen in radialem Abstand zu einer Gelenkachse der Gelenkanordnung verbunden ist. Der Linearstellantrieb kann vorteilhaft als hydraulisch oder pneumatisch betriebener Stellzylinder oder als elektrischer Spindelantrieb ausgeführt sein. Die Stellvorrichtung ist derart ausgeführt, dass sie eine stufenlose Veränderung der Knickwinkel zwischen den beiden Fräswellengehäusen ermöglicht.

[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist dem Linearstellantrieb eine Wegsensorik zugeordnet. Die Wegsensorik ist vorzugsweise einem Kolben des hydraulischen oder pneumatischen Stellzylinders oder einer Spindel des elektrischen Spindelantriebs zugeordnet.

[0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Gelenkanordnung eine Winkelsensorik zugeordnet. Die Winkelsensorik erfasst unterschiedliche Winkelausrichtungen der Fräswellengehäuse relativ zueinander, d.h. unterschiedliche Knickwinkel.

[0013] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist die Stellvorrichtung eine Schwimmfunktion sowie eine Arretierfunktion auf. Unter der Schwimmfunktion der Stellvorrichtung ist ein nicht blockierter Zustand zu verstehen, in der die Fräswellengehäuse relativ zueinander in ihrer Knickwinkelausrichtung beweglich sind. Unter der Arretierfunktion ist eine Blockierung der jeweiligen Knickwinkelausrichtung zu verstehen. Die Schwimmfunktion hat den Vorteil, dass die Heckfräse durch die die Pistenraupe steuernde Person auf einem Schneeuntergrund abgelegt werden kann und die Fräswellengehäuse sich zwangsläufig entsprechend der Kontur der Oberfläche des Schneeuntergrunds ausrichten. Diese Ausrichtung kann anschließend blockiert werden durch die Arretierfunktion.

[0014] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, die anhand der Zeichnungen dargestellt ist.
Fig. 1
zeigt in einer Frontansicht unter Weglassung der Darstellung der Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Pistenraupe eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Heckfräse in Abstand zu einem Schneeuntergrund,
Fig. 2
in vergrößerter Darstellung einen Teilbereich der Heckfräse gemäß Fig. 1 in einer auf dem Schneeuntergrund abgelegten Knickausrichtung und
Fig. 3 bis 5
schematisch unterschiedliche Ausrichtungen von zwei Fräswellengehäusen der Heckfräse nach den Fig. 1 und 2 abhängig von der Ansteuerung einer entsprechenden Stellvorrichtung.


[0015] Eine anhand der Fig. 1 bis 5 nicht dargestellte Pistenraupe ist zur Wartung und Pflege sowie zur Gestaltung von Schneegelände vorgesehen, vorzugsweise zur Funparkgestaltung. Die Pistenraupe weist in grundsätzlich bekannter Weise einen Fahrzeugrahmen auf, dem ein Kettenlaufwerk zugeordnet ist. Das Kettenlaufwerk weist auf gegenüberliegenden Längsseiten des Fahrzeugrahmens jeweils eine Laufwerkskette auf, die um ein heckseitiges Triebrad, mehrere Laufräder sowie ein frontseitiges Spannrad umläuft. Frontseitig ist die Pistenraupe mit einem Räumschild versehen. Auf dem Fahrzeugrahmen ist frontseitig ein Fahrerhaus angeordnet, in dem ein Cockpit für eine die Pistenraupe steuernde Person vorgesehen ist. Die Person kann von dem Cockpit aus sowohl Fahrfunktionen der Pistenraupe steuern als auch front- oder heckseitige Anbaugeräte steuern.

[0016] Heckseitig weist die Pistenraupe - ebenfalls in grundsätzlich bekannter Weise - einen Heckträger auf, an dem als heckseitiges Anbaugerät eine Heckfräse 1 lösbar montiert ist. Die Heckfräse 1 ist anhand der Fig. 1 bis 5 näher dargestellt. Die Heckfräse 1 wird in betriebsfertig montiertem Zustand an einem Heckgeräteträger der Pistenraupe durch die Pistenraupe geschleppt. Die Pistenraupe ist vor der Heckfräse 1 positioniert und steht mit ihrem Kettenlaufwerk auf dem in Fig. 1 nach oben gewölbten Schneeuntergrund SU auf. Die Heckfräse 1 ist mittels einer Geräteträgeranbindung 2 mit dem nicht dargestellten Heckgeräteträger der Pistenraupe lösbar verbunden. Die Heckfräse 1 weist einen Trägerrahmen 3 auf, an dem auch die Geräteträgeranbindung 2 fest angeordnet ist. Der Trägerrahmen 3 trägt zwei Fräswellengehäuse 4, die nach unten offen sind und in denen jeweils eine Fräswelle 5 drehbar gelagert ist. Die beiden Fräswellen 5 sind mittels eines nicht dargestellten Fräswellenantriebs antreibbar.

[0017] Die Heckfräse 1 ist von vorne, d.h. von der Pistenraupe aus, dargestellt. Eine Finisheranordnung, die hinter den Fräswellen und damit auch hinter den Fräswellengehäusen 4 vorgesehen ist, ist anhand der Fig. 1 und 2 nicht erkennbar und auch nicht dargestellt.

[0018] Wie anhand der Fig. 1 und 2 erkennbar ist, ist jedes Fräswellengehäuse 4 kastenförmig gestaltet und an entsprechenden Trägerarmen des Trägerrahmens 3 aufgehängt. Die Aufhängung erfolgt begrenzt beweglich, um die nachfolgend beschriebenen Ausgleichsbewegungen der Fräswellengehäuse zuzulassen. Die beiden Fräswellengehäuse 4 fluchten quer zur Schlepprichtung, d.h. in der Längserstreckung der Fräswellen 5, relativ zueinander, wie Fig. 1 gut entnommen werden kann. Dabei sind in Fig. 1 beide Fräswellengehäuse in einer gemeinsamen Flucht exakt koaxial zueinander ausgerichtet. Die beiden Fräswellengehäuse 4 weisen jeweils stirnseitige Abschlüsse auf, wobei zwei innere stirnseitige Abschlüsse der beiden Fräswellengehäuse 4 in einem mittigen Bereich der Heckfräse 1 in geringem Abstand zueinander positioniert sind. Die beiden stirnseitigen Abschlüsse der Fräswellengehäuse 4 sind über eine Gelenkanordnung 6 miteinander verbunden, die eine in Schlepprichtung, d.h. orthogonal zur Zeichenebene, erstreckte Gelenkachse definiert (siehe auch Fig. 2). Die beiden Fräswellengehäuse 4 sind demzufolge über diese Gelenkanordnung 6 um die Gelenkachse gelenkig miteinander verbunden, wie Fig. 2 gut entnehmbar ist.

[0019] Anhand der Fig. 2 ist auch gut erkennbar, dass die beiden Fräswellengehäuse 4 im Bereich ihrer Oberseite über eine Stellvorrichtung 7, vorliegend in Form eines hydraulischen Stellzylinders, miteinander verbunden sind. Dabei ist ein mit dem linken Fräswellengehäuse 4 fest verbundener Anlenkpunkt 8 einerseits und ein mit dem rechten Fräswellengehäuse 4 fest verbundener Anlenkpunkt 9 andererseits vorgesehen. An dem einen Anlenkpunkt 8 greift ein Ende eines Stellkolbens des Stellzylinders an. An dem anderen Anlenkpunkt 9 greift ein Stirnende des Zylinders des Stellzylinders 7 an. Der hydraulische Stellzylinder 7 ist durch eine Steuervorrichtung St (siehe Fig. 3 bis 5) betätigbar, wobei die Steuervorrichtung St den Stellzylinder, d.h. die Stellvorrichtung 7, auch in einer Schwimmstellung halten kann, in der der Stellkolben des Stellzylinders relativ zu dem Zylinder linearbeweglich, d.h. schwimmend, angeordnet ist.

[0020] Je nach Ansteuerung der Stellvorrichtung 7 kann eine Knickausrichtung der beiden Fräswellengehäuse 4 relativ zueinander, d.h. eine Verschwenkung um die Gelenkachse der Gelenkanordnung 6, stufenlos in vielen verschiedenen Winkelausrichtungen vorgenommen werden. Anhand der Fig. 1 und 4 ist eine Neutralstellung der beiden Fräswellengehäuse 5 gezeigt, in der die beiden Fräswellengehäuse 4 exakt koaxial zueinander fluchten. In Fig. 2 wie auch in Fig. 5 sind Dachstellungen gezeigt, in der die beiden Fräswellengehäuse 4 nach oben verschwenkt sind, so dass sie nach Art eines flachen Dachs ausgerichtet sind. Anhand Fig. 3 ist eine V-Stellung gezeigt, in der die beiden Fräswellengehäuse 4 um die Gelenkachse der Gelenkanordnung 6 aus der neutralen Stellung geringfügig nach unten verschwenkt sind, so dass sich in einer Ansicht in Schlepprichtung eine winklige Ausrichtung nach Art eines leichten V ergibt.

[0021] Die Stellvorrichtung 7 dient nicht nur zur Verstellung der Fräswellengehäuse in ihrer Knickausrichtung relativ zueinander, sondern auch zur Fixierung der jeweils eingestellten Knickausrichtung.

[0022] Die unterschiedlichen Winkelstellungen und demzufolge die unterschiedlichen Knickausrichtungen der Fräswellengehäuse 4 relativ zueinander werden durch eine Sensorik erfasst, die bei der Darstellung nach den Fig. 3 bis 5 durch eine Wegsensorik S1 einerseits und eine Winkelsensorik S2 andererseits gebildet ist. Alternativ kann lediglich die Wegsensorik S1 oder die Winkelsensorik S2 vorgesehen sein.

[0023] Die Sensorik ist an die Steuereinheit St angeschlossen, die eine elektronische Datenverarbeitungseinheit darstellt. Dabei ist die Wegsensorik dem Stellzylinder der Stellvorrichtung 7 zugeordnet, um Aus- oder Einfahrwege des Stellkolbens relativ zum Zylinder zu erfassen. Die Winkelsensorik S2 ist der Gelenkanordnung 6 zugeordnet. Die Steuereinheit St erfasst entsprechende Sensorsignale der Sensorik S1, S2, verarbeitet diese und ist über eine Schnittstelle 10 mit einer Ausgabeeinheit A gekoppelt, die dem Cockpit der die Pistenraupe steuernden Person in dem Fahrerhaus zugeordnet ist. Die Ausgabeeinheit A gibt der die Pistenraupe steuernden Person Informationen aus über die relative Knickausrichtung der Fräswellengehäuse 4 relativ zueinander. Diese Informationen können in der Ausgabeeinheit A visualisiert sein durch schematische Darstellungen der Neutralstellung, der dachförmigen Knickausrichtung oder der V-förmigen Knickausrichtung der Fräswellen analog der Darstellungen gemäß den Fig. 3, 4 und 5. Alternativ oder ergänzend kann die Ausgabeeinheit auch lediglich schriftliche Informationen ausgeben über die Winkelausrichtung relativ zu der neutralen Nulllage. Im Cockpit ist zudem eine Bedieneinheit B vorgesehen, die durch die die Pistenraupe steuernde Person aktivierbar und zu bedienen ist. Die Bedieneinheit B ist an die Steuereinheit St angeschlossen. In der Steuereinheit St sind Daten über die Neutralstellung der Fräswellengehäuse 4 relativ zueinander, wenigstens eine vorgegebene V-Stellung und wenigstens eine vorgegebene Dachstellung der Fräswellengehäuse 4 relativ zueinander vorgegeben. Mittels der Bedieneinheit B kann eine dieser Stellungen durch die die Pistenraupe steuernde Person angesteuert werden, wodurch die Stellvorrichtung 7 die Fräswellengehäuse 4 in die gewünschte Relativstellung ausrichtet.

[0024] In Fig. 1 ist die Heckfräse 1 in ihrer Transportstellung an der Pistenraupe gezeigt, in der die Heckfräse 1 von einem Schneeuntergrund SU aus nach oben angehoben ist. Wenn nun die Heckfräse 1 abgesenkt wird bis in die Stellung gemäß Fig. 2 und die Stellvorrichtung 7 sich in ihrer Schwimmstellung befindet, in der die beiden Fräswellengehäuse 4 relativ zueinander schwenkbeweglich sind, dann passt sich die Knickausrichtung der Fräswellengehäuse 4 relativ zueinander zwangsläufig der Wölbung der Oberfläche des Schneeuntergrunds SU an. In dieser Stellung kann die Stellvorrichtung 7 nun die Fräswellengehäuse 4 relativ zueinander blockieren, so dass diese Knickausrichtung in Form einer Dachstellung bei einem anschließenden Schleppbetrieb der Heckfräse 1 beibehalten wird. Dadurch sind gleichmäßige Pistenoberflächen für den Schneeuntergrund SU bei der Bearbeitung durch die Pistenraupe erzielbar. Die erfindungsgemäße Pistenraupe eignet sich in besonders guter Weise für die Erstellung von Funparks mit entsprechenden Hügel- oder Wannenoberflächen des Schneeuntergrunds SU.


Ansprüche

1. Pistenraupe mit einem Fahrerhaus sowie mit einer Heckfräse (1), die einen Trägerrahmen (3), der lösbar mit einem Heckträger der Pistenraupe verbunden ist, und wenigstens zwei in jeweils einem Fräswellengehäuse (4) drehbar gelagerte Fräswellen (5) aufweist, wobei die Fräswellengehäuse (4) quer zur Schlepprichtung der Heckfräse (1) zueinander benachbart und zumindest weitgehend fluchtend zueinander ausgerichtet sowie relativ zueinander in ihrer Ausrichtung begrenzt knickbeweglich angeordnet sind, sowie mit einer Stellvorrichtung (7) zur Verstellung und Fixierung der Fräswellengehäuse relativ zueinander in unterschiedlichen Knickausrichtungen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sensorik (S1, S2) vorgesehen ist, um relative Knickausrichtungen zwischen den Fräswellengehäusen (4) zu erfassen, die an eine elektronische Steuereinheit (St) angeschlossen ist, die Sensorsignale der Sensorik (S1, S2) auswertet und in einer Ausgabeeinheit (A) im Fahrerhaus anzeigt.
 
2. Pistenraupe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuereinheit (St) ein Datenspeicher zugeordnet ist, in dem vorgegebene Grundausrichtungen der Fräswellengehäuse (4) relativ zueinander abgespeichert sind, und dass im Fahrerhaus eine Bedieneinheit (B) vorgesehen ist, mittels der eine die Pistenraupe steuernde Person eine der Grundausrichtungen auswählen kann, und dass die Steuereinheit (St) die Stellvorrichtung (7) ansteuert abhängig von der getroffenen Auswahl an der Bedieneinheit (B).
 
3. Pistenraupe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgabeeinheit (A) eine für eine Person in dem Fahrerhaus erfassbare, optische und/oder akustische Anzeigeeinrichtung aufweist.
 
4. Pistenraupe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fräswellengehäuse (4) stirnseitig mittels einer Gelenkanordnung (6) beweglich miteinander gekoppelt sind.
 
5. Pistenraupe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellvorrichtung (7) wenigstens einen Linearstellantrieb aufweist, der mit beiden Fräswellengehäusen (4) in radialem Abstand zu einer Gelenkachse der Gelenkanordnung (6) verbunden ist.
 
6. Pistenraupe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass dem Linearstellantrieb eine Wegsensorik (S1) zugeordnet ist.
 
7. Pistenraupe nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Gelenkanordnung (6) eine Winkelsensorik (S2) zugeordnet ist.
 
8. Pistenraupe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellvorrichtung (7) eine Schwimmfunktion sowie eine Arretierfunktion aufweist.
 
9. Heckfräse (1) für eine Pistenraupe nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem Trägerrahmen (3), der wenigstens zwei Fräswellengehäuse (4) trägt, in denen wenigstens jeweils eine Fräswelle (5) drehbar gelagert ist, wobei die zwei Fräswellengehäuse (4) quer zur Schlepprichtung der Heckfräse (1) zueinander benachbart und in ihrer Längserstreckung zumindest weitgehend fluchtend zueinander ausgerichtet und relativ zueinander begrenzt knickbeweglich angeordnet sind, sowie mit einer Stellvorrichtung (7) zur Verstellung und Fixierung der Fräswellengehäuse (4) relativ zueinander in unterschiedlichen Knickausrichtungen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sensorik (S1, S2) vorgesehen ist, um relative Knickausrichtungen zwischen den Fräswellengehäusen (4) zu erfassen, die an eine elektronische Steuereinheit (St) angeschlossen ist, die Sensorsignale der Sensorik (S1, S2) auswertet und mit einer Schnittstelle (10) zu einer Ausgabeeinheit (A) in einem Fahrerhaus der Pistenraupe versehen ist, um in montiertem Betriebszustand der Heckfräse an der Pistenraupe die jeweiligen relativen Knickausrichtungen an der Ausgabeeinheit (A) anzuzeigen.
 
10. Heckfräse (1) nach Anspruch 9, weiter ausgestaltet durch die die Heckfräse (1) betreffenden kennzeichnenden Merkmale von wenigstens einem der Ansprüche 2 bis 8.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente