[0001] Die Erfindung betrifft eine Breitseitenkokillenplatte für eine Stranggießkokille,
aufweisend eine Kontaktfläche zum Kontaktieren einer in die Stranggießkokille eingegossenen
Metallschmelze und eines daraus entstehenden Gießstrangs, wobei an der Kontaktfläche
eine Vertiefung ausgebildet ist, die bezüglich einer Breitenrichtung der Kontaktfläche
in einem mittleren Bereich der Kontaktfläche angeordnet ist und eine Tiefe aufweist,
die sich in Richtung eines kokilleneintrittsseitigen oberen Randes der Kontaktfläche
kontinuierlich vergrößert, wobei die Vertiefung in Breitenrichtung der Kontaktfläche
beidseitig jeweils stetig differenzierbar in einen eben ausgebildeten Flächenabschnitt
der Kontaktfläche übergeht, wobei die Flächenabschnitte in einer gemeinsamen Ebene
angeordnet sind.
[0002] Zudem betrifft die Erfindung eine Stranggießkokille, insbesondere Dünnbrammenstranggießkokille.
[0003] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen einer Breitseitenkokillenplatte
für eine Stranggießkokille, wobei die Breitseitenkokillenplatte mit einer Kontaktfläche
zum Kontaktieren einer in die Stranggießkokille eingegossenen Metallschmelze und eines
daraus entstehenden Gießstrangs hergestellt wird, wobei an der Kontaktfläche eine
Vertiefung ausgebildet wird, die bezüglich einer Breitenrichtung der Kontaktfläche
in einem mittleren Bereich der Kontaktfläche angeordnet ist und eine Tiefe aufweist,
die sich in Richtung eines kokilleneintrittsseitigen oberen Randes der Kontaktfläche
kontinuierlich vergrößert, wobei die Vertiefung derart ausgebildet wird, dass sie
in Breitenrichtung der Kontaktfläche beidseitig jeweils stetig differenzierbar in
einen eben ausgebildeten Flächenabschnitt der Kontaktfläche übergeht, wobei die Flächenabschnitte
in einer gemeinsamen Ebene angeordnet werden.
[0004] CN 101 412 080 A offenbart eine Stranggießkokille mit einem Eingießtrichter, dessen Breite von einem
Eintritt der Stranggießkokille weg fortschreitend abnimmt.
[0005] DE 39 07 351 A1 betrifft eine Kokille mit einem Eingießtrichter, wobei eine Kontur einer Innenwandung
des Eingießtrichters in Strangdurchlaufrichtung so ausgebildet ist, dass ihre Radien
in Strangdurchlaufrichtung allmählich größer werdend, in die Kontur der Innenwandung
der Kokille übergehen.
[0006] EP 0 149 734 A2 betrifft eine Kokille zum Stranggießen von Stahlband. Die Kokille weist gekühlte
Breitseitenwände und Schmalseitenwände, wobei die Breitseitenwände einen trichterförmigen
Eingießbereich bilden, der zu den Schmalseitenwänden und in Gießrichtung auf das Format
des gegossenen Bands reduziert ist. Die Breitseitenwände verlaufen seitlich des Eingießbereichs
in einem der Banddicke entsprechenden Abstand parallel bis zu der jeweiligen Schmalseitenwand.
[0007] EP 0 909 597 A1 offenbart eine Oberflächenkontur für eine Breitseitenkokillenplatte, die eine mittige
Vertiefung aufweist, die sich über die gesamte Höhe der Breitseitenkokillenplatte
erstreckt und sich noch weiter in ein darunterliegendes Segment fortsetzt.
[0008] EP 1 002 599 A1 betrifft eine Kokille zum Stranggießen von Metall, die einen gekühlte Breitseiten-
und Schmalseitenwände aufweisenden, trichterförmig in Gießrichtung zum Format des
gegossenen Strangs verjüngten Eingießbereich aufweist. Zum Zwecke der Schaffung von
Bereichen mit verminderter Verformung ist sowohl der Abstand zwischen den seitlichen
Rand des Trichterbereiches als auch zwischen den Linien, welche die gewölbten Bereiche
entgegengesetzter Krümmung bzw. ebenen Flächen unterschiedlicher Neigung abgrenzen,
über einen oder mehrere Höhenabschnitte des Trichterbereiches in beliebiger Weise
veränderlich.
[0009] Bisherige Breitseitenkokillenplatten weisen also in der Regel eine Eingießtrichterform
auf, die an der oberen Kokilleneintrittsseite einer Breitseitenkokillenplatte eine
Kombination aus Radien aufweisen oder deren Kontur sich über die Höhe der Breitseitenkokillenplatte
kontinuierlich ändert. Wie oben beschrieben, ist es zudem bekannt, den Eingießtrichter
bis an die Kokillenaustrittsseite einer Breitseitenkokillenplatte und darüber hinaus
in die Rollen einer Strangführung fortzusetzen. An den Umkehrpunkten der Eingießtrichtervertiefung
einer Breitseitenkokillenplatte treten durch die Krümmungsrichtungsumkehr Spannungsspitzen
in einer neu gebildeten Strangschale auf, die zu Rissen im Stranggießprodukt, d.h.
Gießstrang, führen können.
[0010] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine bekannte Breitseitenkokillenplatte, eine
bekannte Stranggießkokille und ein Verfahren zum Herstellen einer Stranggießkokille
dahingehend weiterzubilden, dass mechanische Spannungsspitzen und ein mechanisches
Spannungsniveau in der Strangschale eines hergestellten Gießstrangs minimiert werden.
[0011] Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in der nachfolgenden Beschreibung, den abhängigen Patentansprüchen und den Figuren
wiedergegeben, wobei diese Ausgestaltungen jeweils für sich genommen oder in Kombination
von wenigstens zwei dieser Ausgestaltungen miteinander einen weiterbildenden, insbesondere
auch bevorzugten oder vorteilhaften, Aspekt der Erfindung darstellen können. Ausgestaltungen
der Breitseitenkokillenplatte können dabei Ausgestaltungen des Verfahrens entsprechen,
und umgekehrt, selbst wenn im Folgenden hierauf im Einzelfall nicht explizit hingewiesen
wird.
[0012] Eine erfindungsgemäße Breitseitenkokillenplatte für eine Stranggießkokille weist
eine Kontaktfläche zum Kontaktieren einer in die Stranggießkokille eingegossenen Metallschmelze
und eines daraus entstehenden Gießstrangs auf, wobei an der Kontaktfläche eine Vertiefung
ausgebildet ist, die bezüglich einer Breitenrichtung der Kontaktfläche in einem mittleren
Bereich der Kontaktfläche angeordnet ist und eine Tiefe aufweist, die sich in Richtung
eines kokilleneintrittsseitigen oberen Randes der Kontaktfläche kontinuierlich vergrößert,
wobei die Vertiefung in Breitenrichtung der Kontaktfläche beidseitig jeweils zumindest
stetig, vorzugsweise stetig differenzierbar in einen eben ausgebildeten Flächenabschnitt
der Kontaktfläche übergeht, wobei die Flächenabschnitte in einer gemeinsamen Ebene
angeordnet sind, wobei die Vertiefung über ihre Höhe eine konstante Breite aufweist,
wobei zwischen dem unteren Ende der Vertiefung und dem kokillenaustrittsseitigen unteren
Rand der Kontaktfläche ein weiterer ebener unterer Flächenabschnitt der Kontaktfläche
angeordnet ist, der in der gemeinsamen Ebene liegt, und wobei die Vertiefung in Höhenrichtung
der Kontaktfläche in einem zumindest stetigen unteren Übergang in den weiteren unteren
Flächenabschnitt übergeht.
[0013] Mit der Erfindung wird eine Breitseitenkokillenplatte, beispielsweise Breitseitenkokillenkupferplatte,
vorgeschlagen, bei der die Vertiefung konstanter Breite in vertikaler Richtung kontinuierlich
zu dem oberen Rand des weiteren ebenen (unteren) Flächenabschnitts hingeführt und
dort in dem unteren Übergang zumindest stetig in den weiteren ebenen Flächenabschnitt
der Kontaktfläche übergeht. Durch die zumindest stetige Ausbildung des unteren Übergangs
zwischen der Vertiefung und dem weiteren ebenen unteren Flächenabschnitt der Kontaktfläche
erfolgt in dem unteren Übergang vorteilhafterweise eine sehr spannungsarme Umlenkung
der Strangschale des Gießstrangs aus einem durch die Vertiefung gebildeten Trichterbereich
der Stranggießkokille in die Vertikale. Die Vertikale wird dabei gebildet durch die
drei planparallelen ebenen Flächenabschnitte der beiden sich gegenüberstehenden Breitseitenkokillenplatten
der Stranggießkokille. Auch die zumindest stetigen, vorzugsweise stetig differenzierbaren
Übergänge zwischen der Vertiefung und den beiden in horizontaler Richtung rechts und
links zu der Vertiefung benachbarten ebenen Flächenabschnitte der Kontaktfläche ermöglichen
ein spannungsarmes Führen der Strangschale des Gießstrangs in vertikaler Richtung.
Durch all die genannten zumindest stetigen Übergänge werden innerhalb der Stranggießkokille
mechanische Spannungsspitzen und das mechanische Spannungsniveau in der Strangschale
des Gießstrangs insgesamt deutlich reduziert. Deshalb können unter Verwendung der
erfindungsgemäßen Breitseitenkokillenplatte Gießstränge mit deutlich weniger Rissbefall
in der Strangschale hergestellt werden, insbesondere in einem diesbezüglich kritischen
Bereich während eines Tauchausgießens innerhalb der Stranggießkokille. Diese spannungsminimierte
Formgebung der erfindungsgemäßen Breitseitenkokillenplatte erlaubt vorteilhafterweise
eine höhere Gießgeschwindigkeit, insbesondere auch bei einer geringen Restwandstärke
der Breitseitenkokillenplatte.
[0014] Der Begriff "zumindest stetig" bedeutet, dass ein entsprechender Übergang zwar Kanten
in Form von Knicken haben kann, aber "zumindest ohne treppenförmige Sprünge bzw. Stufen"
in der Oberfläche ausgebildet ist. Stetigkeit ist eine Voraussetzung für stetige Differenzierbarkeit.
Insofern schließt der Begriff "zumindest stetig" auch stetige Differenzierbarkeit
mit ein.
[0015] Die Begriffe "unten", "oben", "rechts", "links", "vertikal" und "horizontal" beziehen
sich auf die Darstellung und Anordnung der Breitseitenkokillenplatte in den Figuren.
[0016] Die Begriffe "unteres Ende" der Vertiefung, "unterer Übergang" der Vertiefung in
den unteren Flächenabschnitt werden synonym verwendet. Der Begriff "Übergangszone"
meint eine besondere Ausführungsform dieses "unteren Übergangs", der in diesem Fall
glatt, d.h. stetig differenzierbar ausgebildet ist.
[0017] Die erfindungsgemäße Kontaktfläche der Breitseitenkokillenplatte weist also die planparallelen
ebenen Flächenabschnitte und die Vertiefung auf, die bis auf ihren oberen Rand an
dem kokilleneintrittsseitigen Rand der Kontaktfläche von den ebenen Flächenabschnitten
eingefasst ist. Eine beispielsweise unter Verwendung eines Tauchgießverfahrens in
die Stranggießkokille eingegossene Metallschmelze wird bei ihrer Bewegung von oben
nach unten in der Kokille durch den Kontakt mit der Breitseitenkokillenplatte forstschreitend
abgekühlt, wodurch sich eine Strangschale bzw. ein Gießstrang bildet, der vor seinem
Austritt aus der Stranggießkokille an der Breitseitenkokillenplatte entlang geführt
wird.
[0018] Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass durch die erfindungsgemäße Ausbildung
der Vertiefung mit einer konstanten Breite über ihre Höhe, durch die geringere Höhe
der Vertiefung als die Höhe der Breitseitenkokillenplatte und durch den zumindest
stetigen unteren Übergang zwischen der Vertiefung und dem weiteren ebenen unteren
Flächenabschnitt der Kontaktfläche eine Einleitung mechanischer Spannungen in die
sich bildende bzw. gebildete Strangschale des Gießstrangs im Vergleich zu einer Verwendung
herkömmlicher Breitseitenkokillenplatten deutlich reduziert werden kann.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung wird die Wölbungskontur der Oberfläche der
Vertiefung der Breitseitenkokillenplatte definiert durch eine Flächenfunktion y(x,z),
wie sie unten in den Ausführungsbeispielen beschrieben ist. Hiernach wird die Kontur
der Vertiefung bzw. die Vertiefung selbst unter anderem durch den Graphen einer periodischen
mathematischen Funktion beschrieben, bei der die Funktionswerte sich in regelmäßigen
Abständen wiederholen. Die Flächenfunktion beschreibt allerdings den unteren Übergang
zwischen der Vertiefung und dem unteren Flächenabschnitt nur als stetig.
[0020] Eine noch weitergehende deutliche Reduzierung der Spannungen, insbesondere in dem
Gießstrang kann dadurch erreicht werden, dass der untere Übergang der Vertiefung in
Form einer Übergangszone ausgebildet ist mit einer oberen Begrenzung zwischen der
Vertiefung und der Übergangszone und einer unteren Begrenzung zwischen der Übergangszone
und dem weiteren unteren Flächenabschnitt. Die Übergangszone selber, die obere und/oder
die untere Begrenzung sind dann jeweils stetig differenzierbar ausgebildet. Hierbei
können dann die Übergangszone, die obere Begrenzung und/oder die untere Begrenzung
durch veränderliche Radien oder durch eine Funktion n-ten Grades definiert bzw. realisiert
sein. Unter einer stetig differenzierbaren Begrenzung ist im Rahmen der Erfindung
ein glatter Übergang bzw. eine glatte (Ober-) Fläche ohne Oberflächensprünge, -kanten,
-knicke oder dergleichen zu verstehen.
[0021] Die oben genannte Aufgabe der Erfindung wird auch durch eine erfindungsgemäße Stranggießkokille,
insbesondere Dünnbrammenstranggießkokille gemäß Anspruch 4 gelöst. Sie weist zwei
sich gegenüberstehende Breitseitenkokillenplatten auf, von denen wenigstens eine Breitseitenkokillenplatte
gemäß einer der oben genannten Ausgestaltungen ausgebildet ist.
[0022] Mit der Stranggießkokille sind die oben mit Bezug auf die Breitseitenkokillenplatte
genannten Vorteile entsprechend verbunden. Die Stranggießkokille kann auch zwei entsprechende,
insbesondere gleich ausgebildete, Breitseitenkokillenplatten aufweisen.
[0023] Die oben genannte Aufgabe wird schließlich auch durch ein erfindungsgemäßes Verfahren
zum Herstellen einer Breitseitenkokillenplatte für eine Stranggießkokille gemäß Anspruch
5 gelöst. Mit dem Verfahren sind die oben mit Bezug auf die Breitseitenkokillenplatte
genannten Vorteile entsprechend verbunden. Insbesondere kann die Breitseitenkokillenplatte
gemäß einer der oben genannten Ausgestaltungen unter Verwendung des Verfahrens hergestellt
werden.
[0024] Im Folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Figuren anhand
einer bevorzugten Ausführungsform beispielhaft erläutert, wobei die nachfolgend erläuterten
Merkmale sowohl jeweils für sich genommen als auch in Kombination von wenigstens zwei
dieser Merkmale miteinander einen vorteilhaften oder weiterbildenden Aspekt der Erfindung
darstellen können. Es zeigt:
- Figur 1:
- eine schematische und perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels für eine
erfindungsgemäße Breitseitenkokillenplatte; und
- Figur 2:
- eine weitere schematische und perspektivische Darstellung der in Figur 1 gezeigten
Breitseitenkokillenplatte.
[0025] In den Figuren sind gleiche bzw. funktionsgleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen
versehen. Eine wiederholte Beschreibung solcher Bauteile kann zur Vermeidung von unnötigen
Wiederholungen im Einzelnen weggelassen sein.
[0026] Figur 1 zeigt eine schematische und perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels
für eine erfindungsgemäße Breitseitenkokillenplatte 1 von schräg oben für eine nicht
gezeigte Stranggießkokille.
[0027] Die Breitseitenkokillenplatte 1 weist eine Kontaktfläche 2 zum Kontaktieren einer
in die Stranggießkokille eingegossenen, nicht gezeigten Metallschmelze und eines daraus
entstehenden, nicht gezeigten Gießstrangs auf.
[0028] An der Kontaktfläche 2 ist eine Vertiefung 3 ausgebildet, die bezüglich einer Breitenrichtung
der Kontaktfläche 2 in einem mittleren Bereich der Kontaktfläche 2 angeordnet ist
und eine Tiefe T aufweist, die sich in Richtung eines kokilleneintrittsseitigen oberen
Randes 4 der Kontaktfläche 2 kontinuierlich vergrößert. Die Vertiefung 3 geht in Breitenrichtung
der Kontaktfläche 2 beidseitig jeweils stetig differenzierbar in einen eben ausgebildeten
Flächenabschnitt 5 bzw. 6 der Kontaktfläche 2 über. Die beiden Flächenabschnitte 5
und 6 sind in einer gemeinsamen Ebene angeordnet.
[0029] Die Vertiefung 3 weist über ihre Höhe L eine konstante Breite B auf. Zwischen einem
kokillenaustrittsseitigen unteren Rand 7 der Kontaktfläche 2 und der Vertiefung 3
ist ein weiterer ebener Flächenabschnitt 8 der Kontaktfläche 2 angeordnet, der in
der gemeinsamen Ebene der ebenen Flächenabschnitte 5 und 6 angeordnet ist. Die Vertiefung
3 geht in Höhenrichtung z der Kontaktfläche 2 stetig differenzierbar in den weiteren
Flächenabschnitt 8 über.
[0030] Die Wölbungskontur der Oberfläche der Vertiefung 3 ist definiert durch die Flächenfunktion:

wobei
die Konstante α sich bewegt in einem Definitionsbereich von α = [ 0 ...0,3 ];
die Konstante β definiert ist in einem Wertebereich von β = [0,015...0,025] 1/mm;
die Konstante y definiert ist in einem Wertebereich von y = [0,001 ... 0,004] 1/mm;
die Konstante δ sich bewegt in einem Wertebereich von δ = [0...60] mm;
die Konstante Ω sich bewegt in einem Wertebereich von Ω = [0...0,1] 1/mm;
die Variable x sich erstreckt zwischen [-900...900]; und
die Höhenvariable z sich bewegt zischen [0...950].
[0031] Die Koordinaten y, x, z spannen ein Koordinatensystem auf, wie in Figur 1 gezeigt.
[0032] Die Funktionswerte der Funktion y und die Tiefe der Vertiefung verkleinern sich in
Richtung z kontinuierlich bis die Vertiefung 3 an ihrem unteren Ende in dem unteren
Übergang in den weiteren ebenen unteren Flächenabschnitt 8 übergeht.
[0033] Die oben genannte Flächenfunktion y beschreibt diesen unteren Übergang nur als stetig.
In einer vorteilhaften Ausführungsform kann dieser untere Übergang jedoch auch glatt
bzw. gerundet, d.h. in Form einer stetig differenzierbaren Übergangszone 10 ausgebildet
sein. Eine entsprechende mathematische Beschreibung dieser glatten Übergangszone wird
durch die oben genannte Flächenfunktion nicht beschrieben. Im Bereich der Übergangszone
würden dann die Werte für die Konstante y in der Funktion y nochmals weiter reduziert
werden. Die Übergangszone 10 würde dann begrenzt durch eine oberen Begrenzung 12-o
zwischen der Vertiefung 3 und der Übergangszone 10 und einer unteren Begrenzung 12-u
zwischen der Übergangszone 10 und dem weiteren unteren Flächenabschnitt 8. Die Übergangszone
10 selber, die obere und/oder die untere Begrenzung 12-o, 12-u würden dann stetig
differenzierbar ausgebildet sein.
[0034] Für das Flächenverhältnis der von der Vertiefung 3 in die Ebene der Flächenabschnitte
5, 6 und 8 projizierten Fläche Y zum planparallelen Flächenbereich P gilt:

mit
- B
- Breite der Vertiefung 3
- L
- Höhe der Vertiefung 3
- W
- die Breite der Breitseitenkokillenplatte; und
- H
- die Höhe der Breitseitenkokillenplatte
[0035] Die Funktion Y= L*B beschreibt die projizierte Fläche nur näherungsweise, denn sie
geht von einer gradlinigen unteren Begrenzung 12-u des unteren Übergangs aus. Im Falle
einer Übergangszone 10 ist die untere Begrenzung jedoch typischerweise krummlinig,
wie in den Figuren gezeigt, was durch die einfache Funktion Y nicht berücksichtigt
wird.
[0036] Figur 2 zeigt eine weitere schematische und perspektivische Darstellung der in Figur
1 gezeigten Breitseitenkokillenplatte 1 von schräg unten. Zur Verdeutlichung der Formgebung
der Vertiefung 3 sind Höhenlinien 9 gezeigt. Der untere Flächenabschnitt 10 der Vertiefung
3, d.h. die Übergangszone, geht an ihrer oberen Begrenzung stetig differenzierbar
in den darüberliegenden übrigen Flächenabschnitt 11 der Vertiefung und an ihrer unteren
Begrenzung stetig differenzierbar in den unteren ebenen Flächenabschnitt 8 über, wobei
die obere und die untere Begrenzung der Übergangszone 10 durch die geschwungenen Linien
12-o und 12-u angedeutet sind. Der Flächenabschnitt 10 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel
konvex gewölbt; er kann aber auch konkav gewölbt oder auf andere Art und Weise funktional
ausgebildet sein.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Breitseitenkokillenplatte
- 2
- Kontaktfläche von 1
- 3
- Vertiefung an 2
- 4
- oberer Rand von 2
- 5
- ebener Flächenabschnitt von 2
- 6
- ebener Flächenabschnitt von 2
- 7
- unterer Rand von 2
- 8
- unterer ebener Flächenabschnitt
- 9
- Höhenlinie von 3
- 10
- Übergangszone = Flächenabschnitt von 3
- 11
- Flächenabschnitt von 3
- 12-o
- obere Begrenzung der Übergangszone
- 12-u
- untere Begrenzung der Übergangszone
- B
- Breite von 3
- L
- Höhe von 3
- T
- Tiefe von 3
- W
- die Breite der Breitseitenkokillenplatte
- H
- die Höhe der Breitseitenkokillenplatte
1. Breitseitenkokillenplatte (1) für eine Stranggießkokille, aufweisend eine Kontaktfläche
(2) zum Kontaktieren einer in die Stranggießkokille eingegossenen Metallschmelze und
eines daraus entstehenden Gießstrangs, wobei an der Kontaktfläche (2) eine Vertiefung
(3) ausgebildet ist, die bezüglich einer Breitenrichtung der Kontaktfläche (2) in
einem mittleren Bereich der Kontaktfläche (2) angeordnet ist und eine Tiefe (T) aufweist,
die sich in Richtung eines kokilleneintrittsseitigen oberen Randes (4) der Kontaktfläche
(2) kontinuierlich vergrößert, wobei die Vertiefung (3) in Breitenrichtung der Kontaktfläche
(2) beidseitig jeweils zumindest stetig, vorzugsweise stetig differenzierbar in einen
eben ausgebildeten Flächenabschnitt (5, 6) der Kontaktfläche (2) übergeht, wobei die
Flächenabschnitte (5, 6) in einer gemeinsamen Ebene angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vertiefung (3) über ihre Höhe (L) eine konstante Breite (B) aufweist;
dass zwischen dem unteren Ende der Vertiefung (3) und dem kokillenaustrittsseitigen unteren
Rand (7) der Kontaktfläche (2) ein weiterer unterer ebener Flächenabschnitt (8) der
Kontaktfläche (2) angeordnet ist, der in der gemeinsamen Ebene liegt; und
dass die Vertiefung (3) in Höhenrichtung z der Kontaktfläche (2) in einem zumindest stetigen
unteren Übergang in den weiteren Flächenabschnitt (8) übergeht.
2. Breitseitenkokillenplatte (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wölbungskontur der Oberfläche der Vertiefung (3) mit dem stetigen unteren Übergang
in den unteren Flächenabschnitt (8) definiert ist durch die Flächenfunktion:

wobei
die Konstante α sich bewegt in einem Definitionsbereich von α = [ 0 ...0,3 ];
die Konstante β definiert ist in einem Wertebereich von β = [0,015...0,025] 1/mm;
die Konstante y definiert ist in einem Wertebereich von y = [0,001 ... 0,004] 1/mm;
die Konstante δ sich bewegt in einem Wertebereich von δ = [0...60] mm;
die Konstante Ω sich bewegt in einem Wertebereich von Ω = [0...0,1] 1/mm;
die Variable x sich erstreckt zwischen [-900...900]; und
die Höhenvariable z sich bewegt zwischen [0... 950].
3. Breitseitenkokillenplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
für das Flächenverhältnis zwischen der von der Vertiefung projizierten Fläche Y zum
planparallelen Flächenbereich P gilt:

wobei
L die Höhe der Vertiefung;
B die Breite der Vertiefung;
W die Breite der Breitseitenkokillenplatte; und
H die Höhe der Breitseitenkokillenplatte
bezeichnet.
4. Breitseitenkokillenplatte (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der untere Übergang in Form einer Übergangszone (10) ausgebildet ist mit einer oberen
Begrenzung (12-o) zwischen der Vertiefung (3) und der Übergangszone (10) und einer
unteren Begrenzung (12-u) zwischen der Übergangszone (10) und dem weiteren unteren
Flächenabschnitt (8); und dass die Übergangszone (10) selber, die obere und/oder die
untere Begrenzung (12-o, 12-u) stetig differenzierbar ausgebildet sind.
5. Stranggießkokille, insbesondere Dünnbrammenstranggießkokille, mit zwei sich gegenüberstehenden
Breitseitenkokillenplatten (1);
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine der Breitseitenkokillenplatten (1) gemäß einem der vorangegangenen
Ansprüche ausgebildet ist.
6. Verfahren zum Herstellen einer Breitseitenkokillenplatte (1) für eine Stranggießkokille,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Breitseitenkokillenplatte (1) ausgebildet wird gemäß einem der Ansprüche 1 bis
4.