[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entleeren von Müllbehältern, die an der
Einschüttöffnung eines Müllsammelbehälters anordnenbar ist, mit einem Hubwagen, aufweisend
ein Aufnahmevorrichtung zur Aufnahme eines Müllbehälters, eine Welle, die um eine
Drehachse drehbar gelagert ist, mit einem Zugmittel und einem oberhalb der Einschüttöffnung
angeordneten Antrieb für das Zugmittel, um den Hubwagen zu einer Hubbewegung und/oder
einer Drehbewegung anzutreiben.
[0002] Müllbehälter werden mit Hilfe von Hub-Kipp-Vorrichtungen in Müllsammelbehälter entleert,
die beispielsweise als Aufbauten von Müllsammelfahrzeugen ausgestaltet sind. Der Müllbehälter
wird dabei in einer Hubbewegung vom Boden angehoben und in einer Rotationsbewegung
gekippt. Dabei wird eine Welle angetrieben, die einen Hubwagen, der den Müllbehälter
aufnimmt und hält, in eine Rotationsbewegung versetzt.
[0003] Aus der
WO 2004 083 077 A1 ist eine Vorrichtung zum Entleeren von Müllbehältern bekannt mit einem oberhalb der
Einschüttöffnung eines Müllsammelbehälters angeordneten Antriebs, der ein Zugmittel
antreibt, welches einen Hubwagen für einen Müllbehälter in eine Hubbewegung versetzt.
Die Aufwärtsbewegung des Hubwagens wird in einer vorgesehenen Höhe blockiert. Weil
das Zugmittel weiterhin eine Zugkraft auf den Hubwagen ausübt, wird der Hubwagen gekippt
und in eine Drehbewegung versetzt. Das Zugmittel greift dabei in der Nähe der Drehachse
an dem Hubwagen an, um welche die Drehbewegung erfolgt. Diese Anordnung hat den Nachteil,
dass für das für die Drehbewegung erforderliche Drehmoment eine große Kraft aufgewendet
werden muss.
[0004] Es ist die Aufgabe der Erfindung, diesen Nachteil des Standes der Technik zu beseitigen
und eine energieeffiziente und leichtbauende Vorrichtung vorzuschlagen.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1, besondere Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche
2 bis 21.
[0006] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entleeren von Müllbehältern, die an der
Einschüttöffnung eines Müllsammelbehälters anordnenbar ist, mit einem Hubwagen, aufweisend
eine Aufnahmevorrichtung zur Aufnahme eines Müllbehälters, eine Welle, die um eine
Drehachse drehbar gelagert ist, mit einem Zugmittel und einem oberhalb der Einschüttöffnung
angeordneten Antrieb für das Zugmittel, um den Hubwagen zu einer Hubbewegung und/oder
einer Drehbewegung anzutreiben, wobei an dem Hubwagen ein Hebel angeordnet ist, an
dem das Zugmittel angreift.
[0007] Vorzugsweise wird die Vorrichtung an einem Müllsammelbehälter angeordnet, der als
Aufbau auf einem Abfallsammelfahrzeug vorgesehen ist.
[0008] Beim Entleervorgang wird ein Müllbehälter an dem Hubwagen angeordnet. Dafür sind
an diesem Aufnahmevorrichtungen vorgesehen, beispielsweise eine Kammleiste. Die Aufnahmevorrichtung
kann vorzugsweise mit einer Klemmleiste verriegelt werden, um den Müllbehälter verliersicher
in der Aufnahmevorrichtung zu halten.
[0009] Das Zugmittel greift an einem Hebel an, der an dem Hubwagen angeordnet ist. Das Zugmittel
ist gelenkig oder drehbeweglich angebunden, so dass beim Einsetzen der Drehbewegung
der Angriffspunkt mitdreht. Der Hebel steht von dem Hubwagen vom Müllsammelbehälter
wegweisend vor und ermöglicht dadurch einen Angriffspunkt für das Zugmittel, der von
der Drehachse der Welle sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Richtung beabstandet
ist. Damit wird der Hebelarm für die spätere Drehbewegung vergrößert und es ist eine
geringere Kraft am Zugmittel notwendig, um den Entleervorgang in einem vorgegebenen
Zeitintervall durchzuführen. Das bedeutet, dass der Antrieb für das Zugmittel ebenso
wie die gesamte Konstruktion für entsprechend weniger Kraftbedarf ausgelegt werden
kann. Dies führt zu geringerem Gewicht und geringeren Energiebedarf durch den Antrieb
selbst, ebenso wie für ein Müllfahrzeug, auf dem die Vorrichtung vorgesehen sein kann.
Die Länge des Hebels hängt von den konstruktiven Randbedingungen ab, etwa von der
Größe der Müllbehälter, auf die die Vorrichtung ausgelegt ist und die damit einhergehenden
maximalen Füllgewichte. Begrenzt ist die Länge des Hebels zudem durch die Abmessungen
eines Sicherheits- oder Arbeitsbereiches beispielsweise für die Müllwerker im Umfeld
des Müllsammelbehälters. Auch sollte das Zugmittel nicht zu weit aus der Senkrechten
ausgelenkt sein, um eine optimale Kraftübertragung sicherzustellen.
[0010] Sind mehrere Hubwagen vorgesehen, die einzeln oder zusammen zum Entleeren eines Müllbehälters
eingesetzt werden, kann jeder dieser Hubwagen mit einem eigenen Antrieb ausgestattet
sein.
[0011] Jeder Hubwagen kann einen, zwei oder mehr Hebel aufweisen, an denen jeweils ein Zugmittel
angreift.
[0012] Üblicherweise wird der Müllbehälter zunächst in einer Hubbewegung vom Boden weg angehoben,
bevor er in einer Drehbewegung gekippt und dadurch in den Müllsammelbehälter entleert
wird. Bei einer niedrigen Ladekante kann die Hubbewegung nur sehr gering ausfallen
oder vollständig wegfallen.
[0013] Eine weiterführende Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Hebel in einem
vertikalen Abstand von der Drehachse angeordnet ist, insbesondere in einem vertikalen
Abstand zwischen 100 und 650 Millimetern, bevorzugt zwischen 200 und 500 Millimetern,
besonders bevorzugt zwischen 250 und 350 Millimetern von der Drehachse. "Vertikal"
wird im Rahmen der Erfindung in Bezug auf eine Aufstandsfläche des Müllsammelbehälters
oder eines diesen aufnehmenden Abfallsammelfahrzeugs verstanden.
[0014] Insbesondere ist der Hebel in diesem Bezugssystem unterhalb der Drehachse angeordnet,
damit unter Einwirkung der Zugkraft die Drehbewegung ausgeführt werden kann. Die Drehachse,
respektive die Welle, um die die Drehbewegung ausgeführt wird, ist so an dem Hubwagen
angebracht, dass sie sich in der Nähe des oberen Abschnitts eines an dem Hubwagen
angeordneten Müllbehälters befindet, zumeist im Bereich der Aufnahmevorrichtung.
[0015] Durch die vertikale Beabstandung des Hebels von der Drehachse wird der Hebelarm weiter
vergrößert. Der Abstand hängt wiederum von konstruktiven Vorgaben ab, etwa der Länge
des Hubwagens. Grundsätzlich sollte der Abstand groß gewählt werden, damit ein möglichst
großer Hebelarm für die Drehbewegung erreicht wird. Allerdings muss beachtet werden,
dass die Auslenkung des Zugmittels aus der Senkrechten während des Entleervorgangs
nicht zu groß wird, um eine optimale Kraftübertragung zu ermöglichen. Auch der Typ
des Müllbehälters, auf den die Vorrichtung ausgelegt wird, spielt eine Rolle.
[0016] Es ist auch möglich den vertikalen Abstand des Hebels variabel zu gestalten und dessen
Position auf die jeweils zu erwartende Abfallfraktion und -menge und/oder den Tonnentyp
anzupassen.
[0017] In einer weiter bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Zugmittel elektromotorisch
oder hydrostatisch angetrieben. Durch die Verwendung eines Elektromotors kann der
Antrieb platzsparend und wartungsarm oberhalb der Einschüttöffnung angeordnet werden.
Elektromotoren sind einfach ansteuerbar und betreibbar. Insbesondere bei elektrisch
angetriebenen Fahrzeugen kann die elektrische Energie unmittelbar aus der gleichen
Quelle zum Betrieb der erfindungsgemäßen Vorrichtung eingesetzt werden. Ein Hydromotor
oder ein hydraulischer Antriebszylinder ermöglichen eine hohe Kraftdichte und einen
einfachen und platzsparenden Aufbau.
[0018] Weiterhin ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass es sich bei dem Zugmittel um ein
Seil oder um eine Kette handelt. Dadurch ist eine platzsparende Ausgestaltung möglich,
da Seile oder Ketten oder ähnliche Mittel einfach über Rollen oder Rohre geführt oder
auf eine Haspel gewickelt werden können.
[0019] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist zumindest ein Umlenkungselement
für das Zugmittel vorgesehen und/oder zwischen dem Antrieb und zumindest einem Umlenkungselement
ist eine Zwischenübersetzung vorgesehen. Damit wird ermöglicht, dass das von dem Antrieb
erzeugte Moment in optimaler Weise auf den Hubwagen wirken kann. Die auf den Hebel
und damit den Hubwagen wirkende Zugkraft soll im Wesentlichen in vertikaler Richtung
nach oben wirken. Dies wird durch geeignete Umlenkungselemente, beispielsweise Rollen
oder Führungen, bewerkstelligt. Eine Zwischenübersetzung ermöglicht es, konstruktive
und auslegungstechnische Randbedingungen zu berücksichtigen.
[0020] Diese Mittel bieten sich insbesondere bei einer Ausgestaltung des Zugmittels als
Seil oder Kette und/oder bei Nutzung eines elektromotorischen Antriebs an. Sie sind
aber nicht auf diese Ausgestaltungen beschränkt.
[0021] In einer Weiterbildung der Erfindung ist das Zugmittel derart geführt, dass die Zugkraft
am Angriffspunkt beim Einsetzen der Drehbewegung im Wesentlichen in vertikaler Richtung
wirkt. Zu Beginn des Entleervorgangs bewegt sich der Hubwagen lediglich in einer Hubbewegung.
Hierbei ist der konkrete Angriffspunkt des Zugmittels an dem Hebel weniger relevant.
Erst bei der Drehbewegung spielen Hebelarm und Kraftrichtung eine wesentliche Rolle.
Damit das für die Drehbewegung größtmögliche Drehmoment erzeugt werden kann, muss
bei Einsetzen der Drehbewegung die Kraft möglichst vertikal nach oben zeigen, da deren
vertikale Komponente maßgeblich ist.
[0022] Vorteilhafterweise ist der Abstand von Angriffspunkt und Drehachse variabel. Insbesondere
vergrößert sich der Abstand von Angriffspunkt und Drehachse vorzugsweise während der
Drehbewegung. Die Vergrößerung des Abstandes bedeutet eine Vergrößerung des Hebelarms
der Drehbewegung und damit eine Vergrößerung des Drehmoments beziehungsweise einen
geringeren Kraftbedarf bei gleichbleibendem Drehmoment.
[0023] In einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung ist der Hebel drehbeweglich an dem
Hubwagen angeordnet. Das bedeutet, dass er während der Drehbewegung des Hubwagens
aus seiner ursprünglichen Stellung in Richtung des Hubwagens von der Drehachse wegklappt.
Das vergrößert den Abstand des Angriffspunktes zur Drehachse und damit den Hebelarm.
[0024] Um ein Klappen in die Gegenrichtung etwa während der Hubbewegung zu verhindern, ist
vorteilhafterweise vorgesehen, dass die Drehbewegung des Hebels zu der Drehachse hin
durch einen Anschlag begrenzt ist.
[0025] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der Angriffspunkt entlang des Hebels
bewegbar. Das bedeutet, dass das Zugmittel nicht an einen Punkt an dem Hebel festgelegt
ist, sondern sich abhängig vom Verlauf des Entleervorgangs von dem Hubwagen weg- oder
auf den Hubwagen zubewegen kann. Damit einher geht eine Vergrößerung, respektive eine
Verkleinerung des Hebelarms. Das Zugmittel kann beispielsweise mit einem Gleitelement
verbunden sein, das in einer an dem Hebel angeordneten Schiene bewegbar ist.
[0026] In einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Hebel aus gelenkig verbundenen
Teilelementen besteht. Es kann sich dabei um zwei Teilelemente handeln, von denen
ein Teilelement starr an dem Hubwagen angeordnet ist und das zweite Teilelement zu
Beginn des Entleervorgangs nach oben oder unten eingeklappt ist. Der Angriffspunkt
des Zugmittels befindet sich an dem zweiten Teilelement. Während der Hub- und/oder
der Drehbewegung klappt das zweite Teilelement aus, so dass sich dadurch der Abstand
zwischen dem Angriffspunkt und der Drehachse vergrößert, wodurch auch der Hebelarm
größer wird. Sind mehr als zwei Teilelemente vorgesehen, können diese beispielsweise
zu Beginn des Entleervorgangs ziehharmonikaartig gefaltet sein.
[0027] Die vorgenannten Ausgestaltungen, die einen variablen Anstand zwischen Angriffspunkt
und Drehachse ermöglichen, können auch miteinander kombiniert werden.
[0028] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Hebel gekrümmt ist.
Durch die Krümmung kann die Stabilität des Hebels im Allgemeinen verbessert werden,
was zu einer gewichtsparenden Ausgestaltung des Hebels beiträgt. Gleichermaßen bietet
die Krümmung, beispielsweise mit unterschiedlichen ineinander übergehenden Radien,
im Zusammenspiel mit den vorstehenden Ausführungsformen weitere Spielräume zur Veränderlichkeit
der Länge des Hebelarms während des Entleervorgangs.
[0029] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist eine Linearführung vorgesehen,
die dazu eingerichtet ist, zumindest abschnittsweise eine Hubbewegung des Hubwagens
zu führen, und/oder ist eine Rotationsführung vorgesehen, die dazu eingerichtet ist,
eine Drehbewegung des Hubwagens zu führen. Bei einem Entleervorgang wird ein Müllbehälter
zunächst angehoben und nachfolgend gekippt, um den Inhalt des Behälters zu entleeren.
Danach wird der Müllbehälter wieder zurückgeschwenkt und wieder auf den Boden gesenkt.
Diese Abfolge wird stetig wiederholt und es ist notwendig, dass sie stets in identischer
Weise störungsfrei abläuft, damit das Antriebsmoment immer optimal übertragen wird.
Dies wird durch Führungselemente unterstützt.
[0030] So wird durch eine Linearführung für die Hubbewegung erreicht, dass die Drehbewegung
nicht vorzeitig eintritt oder es zu einer Pendelbewegung des Hubwagens kommt, die
den Entleervorgang beeinträchtigt. Die Drehbewegung des Hubwagens bewirkt das Kippen
des Müllbehälters und damit seine Entleerung. Die Drehbewegung soll nicht zu früh
oder zu spät eintreten, um eine ordnungsgemäße Entleerung und Zurückkippen des Müllbehälters
in eine aufrechte Position zu bewerkstelligen. Das wird durch eine Rotationsführung
ermöglicht. Dabei wird auch der in der Aufnahme festgeklemmte Müllbehälter geschont,
da er sich nur in Richtung der Klemmkraft und nicht quer dazu bewegen kann.
[0031] In einer bevorzugten Ausgestaltung sind als Linearführung Führungsstangen und zumindest
ein darauf gleitender, an dem Hubwagen angeordneter Schlitten vorgesehen. Eine so
ausgestaltete Linearführung ist konstruktiv einfach zu fertigen und unabhängig von
der konkreten Position und Ausgestaltung des Hebels.
[0032] In einer weiteren Ausgestaltung ist als Linearführung zumindest eine Schiene oder
Steuerkurve vorgesehen, in oder an der der Hebel geführt ist. Diese Ausgestaltung
ermöglicht eine unmittelbare Führung und/oder Abstützung des Hebels. Sie ermöglicht
auch die Führung des Hebels während der Drehbewegung und verleiht der Vorrichtung
dadurch mehr Stabilität in der Bewegung.
[0033] In einer Weiterbildung der Erfindung ist als Rotationsführung zumindest eine Schiene
oder Steuerkurve vorgesehen, in oder an der der Hebel geführt ist, und die eine Krümmung
mit einem Radius aufweist, der dem Abstand des Hebels zu einer Drehachse des Hubwagens
entspricht. In dieser Ausgestaltung kann die Drehbewegung unmittelbar durch die Führung
des Hebels eingeleitet werden. Durch die Schiene oder Steuerkurve wird die Rotation
des Hubwagens zunächst verhindert und dann durch entsprechende Führung des Hebels
ermöglicht. Dabei kann auch ein variierender Abstand zwischen Angriffspunkt und Drehachse
berücksichtigt werden, indem ein entsprechend variierender Radius der Krümmung vorgesehen
wird. Der Hebel kann beispielsweise ein Gleitelement aufweisen, das in der Schiene
gleitet, oder eine Rolle, die auf der Steuerkurve abrollt.
[0034] In einer weiteren Ausführung der Erfindung ist als Rotationsführung zumindest eine
Schiene oder Steuerkurve vorgesehen, in oder an der die Drehachse des Hubwagens geführt
ist, und die eine Krümmung aufweist, so dass beim Durchlaufen der Schiene oder der
Steuerkurve der Hubwagen in eine Drehbewegung versetzt wird. Auf diese Weise wird
die Drehbewegung zum vorgesehenen Zeitpunkt eingeleitet und der Entleervorgang präzise
durchgeführt. Es kann beispielsweise ein an dem Ende der Welle angeordnetes Gleitelement
oder eine Rolle in der Schiene gleiten oder entlang der Steuerkurve abrollen.
[0035] In einer vorteilhaften Weiterbildung ist die Drehbewegung des Hubwagens durch eine
Blockiereinrichtung steuerbar. Es ist wichtig, dass die Drehbewegung des Hubwagens
und damit das Kippen des Müllbehälters zum vorbestimmten Zeitpunkt erfolgt, so dass
der Abfall in die Einschüttöffnung des Müllsammelbehälters geschüttet wird und nicht
danebenfällt. Daher soll eine Drehbewegung während der Hubbewegung verhindert werden.
Dies wird durch eine Blockiereinrichtung ermöglicht, die hydraulisch, mechanisch oder
elektrisch ausgestaltet sein kann. Es kann sich dabei beispielsweise um eine mechanisch
oder elektrisch betriebene Klemmvorrichtung handeln oder um eine hydraulische Bremsvorrichtung,
die eine Drehbewegung der Welle um die Drehachse verhindern, bis die vorgegebene Höhe
oder ein vorgegebener Zeitpunkt erreicht ist. Dann wird die Blockiereinrichtung gelöst
und bedingt durch das nun wirkende Drehmoment durch die Zugkraft des Zugmittels an
dem Hebel kann sich der Hubwagen um die Welle drehen.
[0036] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Abstandsverhältnis von
Drehachse zu Angriffspunkt im Wesentlichen gleich dem Abstandsverhältnis von Drehachse
zu Volumenmittelpunkt eines Extrembehälters, wobei das Abstandsverhältnis das Verhältnis
jeweils zwischen einem vertikalen Abstand und einem horizontalen Abstand zur Drehachse
ist. "Vertikal" und "horizontal" beziehen sich auch hier auf eine Aufstandsfläche
des Müllsammelbehälters oder eines diesen aufnehmenden Abfallsammelfahrzeugs.
[0037] Bei der Auslegung der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird deren größtmögliche Belastung
zugrunde gelegt. Diese ist bei einem vollständig und homogen gefüllten Müllbehälter
mit dem größtmögliche für die jeweilige Vorrichtung vorgesehenen Volumen gegeben.
Dieser ist im Rahmen der Erfindung unter einem Extrembehälter zu verstehen. Der Schwerpunkt
eines vollständig und homogen gefüllten Müllbehälters liegt im Wesentlichen in dessen
Volumenmittelpunkt. Auch für diesen Extrembehälter muss eine konstante Zugkraft an
dem Zugmittel gewährleistet sein, um den Antrieb im optimalen Betriebspunkt betreiben
zu können. Durch die Wahl des Abstandsverhältnisses von Drehachse zu Angriffspunkt
gleich dem Abstandsverhältnis von Drehachse zu Volumenmittelpunkt des Extrembehälters
wird eine konstante Zugkraft an dem Zugmittel gewährleistet. Für kleinere und damit
leichtere Behälter oder nicht vollständig gefüllte Behälter ist damit eine konstante
Zugkraft erst recht erfüllt.
[0038] Als vorteilhaft hat sich ein Abstandsverhältnis von Drehachse und Angriffspunkt herausgestellt,
das größer ist als 1, bevorzugt größer als 1,1, besonders bevorzugt größer als 1,2.
[0039] Weiterhin vorteilhaft ist es, wenn der Hebel so an dem Hubwagen angeordnet ist, dass
ein Angriffspunkt des Zugmittels an dem Hebel auf Höhe oder oberhalb des Volumenmittelpunktes
eines Müllbehälters angeordnet ist.
[0040] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Zeichnungen. Es
zeigen:
- Figur 1a bis 1d
- eine erste Ausführungsform der Erfindung,
- Figur 2a bis 2d
- eine zweite Ausführungsform der Erfindung,
- Figur 3
- einen Hubwagen gemäß der ersten Ausführungsform.
[0041] In Fig. 1 ist eine erste Ausführungsform der Erfindung dargestellt jeweils zu unterschiedlichen
Zeitpunkten eines Entleervorgangs. Die Vorrichtung zum Entleeren von Müllbehältern,
ist an der Einschüttöffnung eines nicht näher dargestellten Müllsammelbehälters anordnenbar.
Sie verfügt über einen Hubwagen 1, aufweisend eine Aufnahmevorrichtung 2 in Form einer
Kammaufnahme mit einer Klemmschiene 3 zur Aufnahme eines Müllbehälters (ebenfalls
nicht dargestellt). Die Klemmschiene 3 ist um eine Klemmachse 4 drehbar, um den Müllbehälter
unverlierbar an der Aufnahmevorrichtung 2 festzulegen. An seinem unteren Ende weist
der Hubwagen 1 eine Auflage 5 auf, die den Müllbehälter abstützt. Eine Welle 6 ist
um eine Drehachse D drehbar gelagert, mit einem Zugmittel 7 und einem oberhalb der
Einschüttöffnung angeordneten Antrieb 8 für das Zugmittel 7, um den Hubwagen 1 zu
einer Hubbewegung und einer Drehbewegung anzutreiben, wobei an dem Hubwagen 1 ein
Hebel 9 angeordnet ist, an dem das Zugmittel 7 angreift. Bei dem Zugmittel 7 handelt
es sich um ein Seil oder eine Kette, das eine motorisch betriebenen Haspel als Antrieb
8 aufweist.
[0042] Der Hebel 9 ist beabstandet in einem vertikalen Abstand V (siehe auch Fig. 3) von
der Drehachse D an dem Hubwagen 1 angeordnet und weist einen Angriffspunkt 10 auf,
an dem das Zugmittel 7 angreift. Fig. 1a zeigt den Zeitpunkt zu Beginn eines Entleervorgangs.
In Fig. 1b befindet sich der Hubwagen 1 in der Hubbewegung. Die Hubbewegung wird durch
eine Linearführung geführt, die aus Führungsstangen 11 und einem an dem Hubwagen 1
angebrachten Schlitten 12 gebildet wird. Es ist zudem eine Blockiereinrichtung vorhanden,
die die Drehbewegung des Hubwagens 1 um die Drehachse D unterbindet. Erst wenn eine
vorgesehene Höhe erreicht worden ist, wird die Blockiereinrichtung gelöst und die
Drehbewegung setzt ein (Fig 1c). Dabei schwenkt der Hubwagen 1 aus, wodurch sich der
Hebelarm für die Drehbewegung vergrößert. Für die Drehbewegung relevant ist lediglich
der horizontale Abstand H zwischen Drehachse D und Angriffspunkt 10. Dieser horizontale
Abstand H, der in Fig. 3 verdeutlicht wird, wird durch das Ausschwenken des Hubwagens
1 vergrößert. Gleichzeitig bleibt die Zugkraft am Angriffspunkt 10 nahezu konstant,
da der Abstand zwischen Antrieb 8 und Hubwagen 1 in der Realität viel größer sind
als in dieser nicht maßstäblichen Darstellung. Die Auslenkung des Zugmittels 7 aus
der Senkrechten fällt viel kleiner aus. Demzufolge wird mit Vergrößerung des Hebelarms
auch das Drehmoment vergrößert, was den Kippvorgang für den Müllbehälter beschleunigt.
Gleichzeitig muss ein geringerer Kraftaufwand berücksichtigt werden als bei einem
unmittelbar an oder nahe bei der Welle ansetzenden Antrieb. Die Erfindung nutzt die
Hebelverhältnisse der Vorrichtung geschickt aus. Der Behälter befindet sich schließlich
in einer Kippposition und wird entleert (Fig. 1d). Danach wird der Müllbehälter wieder
in eine aufrechte Stellung gekippt und auf dem Boden abgesetzt.
[0043] Die Fig. 2a bis 2d zeigen den zeitlichen Ablauf eines Entleervorgangs für ein zweites
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Dieselben Merkmale der Vorrichtung werden mit denselben
Bezugszeichen bezeichnet. Dieses Ausführungsbeispiel weist zwei Unterschiede gegenüber
dem ersten Ausführungsbeispiel auf. Zum einen ist der Hebel 3 gelenkig an dem Hubwagen
1 angeordnet. Ein Anschlag 13 sorgt dafür, dass der Hebel 3 nicht zu der Drehachse
D hin umklappt, sobald das Zugmittel 7 eine Kraft auf den Hebel 3 im Angriffspunkt
10 ausübt. Zum anderen ist die Drehachse D beziehungsweise die Welle 6 in einer Schiene
oder an einer Steuerkurve (nicht näher dargestellt) geführt und vollführt somit eine
Kurvenbahn, die die Drehbewegung des Hubwagens 1 um die Drehachse D ermöglicht. Gleichzeitig
wird der Angriffspunkt 10 nur linear nach oben geführt. Dies kann beispielsweise auch
in einer Schiene erfolgen.
[0044] Durch die gelenkige Anbindung des Hebels 3 an dem Hubwagen 1 wird eine Vergrößerung
des Abstandes zwischen Drehachse D und Angriffspunkt 10 ermöglicht, allerdings ohne
dass das Zugmittel aus der Senkrechten ausgelenkt wird. Beim Einsetzen der Drehbewegung
klappt der Hebel 3 nach unten von der Drehachse D weg. Dadurch wird der horizontale
Abstand H zwischen Angriffspunkt 10 und Drehachse D und somit der Hebelarm für die
Drehbewegung vergrößert.
[0045] Durch die lineare Führung des Hebels 3 beziehungsweise des Angriffspunktes 10 schwenkt
der Hubwagen 1 nicht aus. Dadurch bleibt das Zugmittel 7 während des gesamten Entleerzyklus
im Wesentlichen in vertikaler Ausrichtung, so dass eine optimale Kraftübertragung
gegeben ist.
[0046] Nach dem Entleeren des Müllbehälters wird der Vorgang in umgekehrter Reihenfolge
ausgeführt, der Behälter zurück in eine aufrechte Position gekippt und auf dem Boden
abgestellt.
[0047] Weiter oben wurde erläutert, dass bestimmte Abstandsverhältnisse von Drehachse D
zu Angriffspunkt 10 vorteilhaft sind. Als Abstandsverhältnis wird das Verhältnis eines
vertikalen Abstands V zu einem horizontalen Abstand H bezeichnet. In Fig. 3 werden
diese Größen nochmals deutlich gemacht. Der Hebel 3 ist auch in einem vertikalen Abstand
V zur Drehachse D angeordnet. Je nach Ausgestaltung des Hebels kann der vertikale
Abstand V des Angriffspunktes 10 zur Drehachse D nicht identisch sein zu einem vertikalen
Abstand V des Punktes, an dem der Hebel 3 an dem Hubwagen 1 angeordnet ist, zu der
Drehachse.
Bezugszeichen
[0048]
- 1
- Hubwagen
- 2
- Aufnahmevorrichtung
- 3
- Klemmschiene
- 4
- Klemmachse
- 5
- Auflage
- 6
- Welle
- 7
- Zugmittel
- 8
- Antrieb
- 9
- Hebel
- 10
- Angriffspunkt
- 11
- Führungsstange
- 12
- Schlitten
- 13
- Anschlag
- D
- Drehachse
- H
- horizontaler Abstand
- V
- vertikaler Abstand
1. Vorrichtung zum Entleeren von Müllbehältern, die an der Einschüttöffnung eines Müllsammelbehälters
anordnenbar ist, mit einem Hubwagen (1), aufweisend eine Aufnahmevorrichtung (2) zur
Aufnahme eines Müllbehälters, eine Welle (6), die um eine Drehachse D drehbar gelagert
ist, mit einem Zugmittel (7) und einem oberhalb der Einschüttöffnung angeordneten
Antrieb (8) für das Zugmittel (7), um den Hubwagen (1) zu einer Hubbewegung und/oder
einer Drehbewegung anzutreiben,
dadurch gekennzeichnet, dass
an dem Hubwagen (1) ein Hebel (9) angeordnet ist, an dem das Zugmittel (7) angreift.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (9) in einem vertikalen Abstand V von der Drehachse D angeordnet ist, insbesondere
in einem vertikalen Abstand V zwischen 100 und 650 Millimetern, bevorzugt zwischen
200 und 500 Millimetern, besonders bevorzugt zwischen 250 und 350 Millimetern von
der Drehachse D.
3. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass das Zugmittel (7) derart geführt ist, dass die Zugkraft am Angriffspunkt (10) beim
Einsetzen der Drehbewegung im Wesentlichen in vertikaler Richtung wirkt.
4. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand von Angriffspunkt (10) und Drehachse D variabel ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (9) drehbeweglich an dem Hubwagen (1) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass die Drehbewegung des Hebels (9) zu der Drehachse D hin durch einen Anschlag begrenzt
ist.
7. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 4 bis 6 dadurch gekennzeichnet, dass der Angriffspunkt (10) entlang des Hebels (9) bewegbar ist.
8. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 5 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (9) aus gelenkig verbundenen Teilelementen besteht.
9. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 8 dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (9) gekrümmt ist.
10. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass eine Linearführung vorgesehen ist, die dazu eingerichtet ist, zumindest abschnittsweise
eine Hubbewegung des Hubwagens (1) zu führen, und/oder eine Rotationsführung vorgesehen
ist, die dazu eingerichtet ist, eine Drehbewegung des Hubwagens (1) zu führen.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10 dadurch gekennzeichnet, dass als Linearführung Führungsstangen (11) und zumindest ein darauf gleitender, an dem
Hubwagen (1) angeordneter Schlitten (12) vorgesehen sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 dadurch gekennzeichnet, dass als Linearführung zumindest eine Schiene oder Steuerkurve vorgesehen ist, in oder
an der der Hebel (9) geführt ist.
13. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 10 bis 12 dadurch gekennzeichnet, dass als Rotationsführung zumindest eine Schiene oder Steuerkurve vorgesehen ist, in oder
an der der Hebel (9) geführt ist, und die eine Krümmung mit einem Radius aufweist,
der dem Abstand des Hebels (9) zu einer Drehachse D des Hubwagens (1) entspricht.
14. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 10 bis 13 dadurch gekennzeichnet, dass als Rotationsführung zumindest eine Schiene oder Steuerkurve vorgesehen ist, in oder
an der der Drehachse D des Hubwagens (1) geführt ist, und die eine Krümmung aufweist,
so dass beim Durchlaufen der Schiene oder der Steuerkurve der Hubwagen (1) in eine
Drehbewegung versetzt wird.
15. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 14 dadurch gekennzeichnet, dass die Drehbewegung des Hubwagens (1) durch eine Blockiereinrichtung steuerbar ist.
16. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 15 dadurch gekennzeichnet, dass das Abstandsverhältnis von Drehachse D zu Angriffspunkt (10) im Wesentlichen gleich
dem Abstandsverhältnis von Drehachse D zu Volumenmittelpunkt eines Extrembehälters
ist, wobei das Abstandsverhältnis das Verhältnis jeweils zwischen einem vertikalen
Abstand V und einem horizontalen Abstand H zur Drehachse D ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16 dadurch gekennzeichnet, dass das Abstandsverhältnis von Drehachse D und Angriffspunkt (10) größer ist als 1, bevorzugt
größer als 1,1, besonders bevorzugt größer als 1,2.
18. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 17 dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (9) so an dem Hubwagen (1) angeordnet ist, dass ein Angriffspunkt (10)
des Zugmittels (7) an dem Hebel (9) auf Höhe oder oberhalb des Volumenmittelpunktes
eines Müllbehälters angeordnet ist.