[0001] Die Erfindung betrifft einen Reitsattel mit einer zweistufigen, optional zusätzlich
elastischen Gurtung zur Befestigung des Sattels auf einem Pferd. Der Reitsattel hat
durch die zweistufige, bevorzugt elastische Gurtung den Vorteil eines festen Sitzes
auf dem Pferderücken. Es hat sich gezeigt, dass ein ansonsten identischer Sattel durch
die erfindungsgemäße Gurtung während des Reitens deutlich weniger auf dem Pferd nach
vom rutscht.
[0002] Der erfindungsgemäße Sattel weist einen Sattelbaum auf, bevorzugt mit Ortspitzen
an dessen vorderem Ende, und eine auf dem Sattelbaum angebrachte Sitzfläche, die zum
Sattelbaum gepolstert ist und sich entlang einer Längsachse des Sattelbaums und des
Sattels von dessen vorderen Ende zu dessen hinteren Ende erstreckt und bevorzugt konkav
ist, z.B. mit Vorderzwiesel am vorderen Ende und/oder Hinterzwiesel am hinteren Ende.
Der Sattelbaum ist auf seiner einem Pferd zugewandten Kammeröffnung konkav und auf
der der Sitzfläche zugewandten Seite konvex. Am Sattel ist auf jeder Seite ein Steigbügelriemen
befestigt, insbesondere mittels einer Steigbügelhalterung, z.B. in Form eines kurzen
Riemens, bevorzugt in Form eines Hakens, wobei an der Steigbügelhalterung ein Ende
eines Steigbügelriemens befestigt werden kann, an dessen gegenüberliegendem Ende ein
Steigbügel angebracht ist. Die Steigbügelhalterung an jeder Seite kann direkt, z.B.
mit einer starren Verbindung, am Sattelbaum befestigt sein, oder mittelbar mit dem
Sattelbaum verbunden sein, z.B. indem die Steigbügelhalterung an einem mit dem Sattelbaum
verbundenen Element des Sattels befestigt ist, z.B. zwischen Sattelbaum und Sitzfläche.
Zur Befestigung an einem Pferd sind an dem Sattel, bevorzugt am Sattelbaum, an jeder
Seite zumindest eine Gurtstrippe, auch Sattelstrupfen genannt, befestigt, an der ein
Sattelgurt befestigbar ist, der bei Auflage des Sattels auf dem Rücken eines Pferds
um dessen Bauch gespannt werden kann und eine Gurtung bildet. Die Längsachse des Sattels
bzw. des Sattelbaums erstreckt sich bei Auflage des Sattels auf einem Pferd entlang
des Pferderückens. Ein Sattelbaum kann einstückig sein und z.B. aus Kunststoff, optional
faserverstärkt, bestehen.
[0003] Generell wird ein Sattel an ein Pferd angepasst, so dass bei auf das Pferd aufgelegtem
Sattel die Sitzfläche zwischen vorderem und hinterem Ende bzw. entlang der Längsachse
eine gewünschte Neigung zur Horizontalen aufweist.
[0004] Die
US 2 239 764 A beschreibt einen Reitsattel mit auf jeder Seite zwei Gurtstrippen, die V-förmig zu
einem Gurtverbinder zulaufen, an dem die Gurtstrippen verschieblich geführt sind,
um die Sattelstrippen im Scheitelpunkt ihrer V-Form relativ zueinander verschieblich
am Gurtverbinder zu führen. Die Gurtstrippen können ein elastisches Zwischenstück
enthalten. Ein Sattelgurt, der beim Belasten des Sattels gegen den Pferderücken unter
dem Pferdebauch durchgeführt wird, verbindet die auf gegenüberliegenden Seiten liegenden
Gurtverbinder, in denen die Gurtstrippen zueinander verschieblich geführt sind.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung liegt in der Bereitstellung eines Sattels mit einer Gurtung,
die einen engen Kontakt des Sattels mit einem Pferd ermöglicht, bevorzugt eine Gurtung,
die die Belastung beim Anziehen eines unter dem Pferdebauch laufenden Sattelgurts
für das Pferd angenehmer macht.
[0006] Die Erfindung löst die Aufgabe mit den Merkmalen der Ansprüche und insbesondere durch
einen Reitsattel mit einer Sitzfläche, die auf der konvexen Seite eines Sattelbaums
angeordnet ist und einer der Sitzfläche gegenüberliegenden konkaven Kammeröffnung
mit darin angebrachten Sattelkissen, die beim Aufsatteln einem Pferderücken zugewandt
sind, wobei an gegenüberliegenden Seiten des Sattels, insbesondere an dessen Sattelbaum,
zumindest je eine Gurtstrippe angebracht ist, die mit gegenüberliegenden Enden eines
Sattelgurts verbindbar sind, wobei zwischen den Sattelkissen und dem Sattelbaum ein
zusätzlicher, bevorzugt elastischer Riemen angeordnet ist, von dem zumindest ein erstes
Ende mit einer der Gurtstrippen verbindbar ist und das gegenüberliegende zweite Ende
des zusätzlichen Riemens mit der anderen Gurtstrippe verbindbar ist oder mit dem Sattelbaum
auf dessen Seite, die dem ersten Ende des zusätzlichen Riemens gegenüberliegt. Bevorzugt
sind die gegenüberliegenden Ende des zusätzlichen Riemens, also dessen erstes Ende
und das diesem gegenüberliegende zweite Ende, mit jeweils einer der gegenüberliegenden
Gurtstrippen verbindbar.
[0007] Weiter betrifft die Erfindung die Verwendung des Riemens als zusätzlichen Riemen
an einem Sattel, sowie ein Verfahren zur Herstellung zur Herstellung eines Sattels
durch Anbringen des Riemens als zusätzlichen Riemen zwischen einerseits dem Sattelbaum
und andererseits den Sattelkissen eines Sattels und bevorzugt dessen Kammerleder,
insbesondere mit den Enden des Riemens an zumindest einer, bevorzugt an beiden der
gegenüberliegenden Gurtstrippen.
[0008] Bevorzugt ist zumindest eines, bevorzugt sind beide der gegenüberliegenden Enden
des zusätzlichen, bevorzugt elastischen Riemens in verschieden positionierten Befestigungspunkten
entlang des elastischen Riemens und/oder entlang einer Gurtstrippe mit einer oder
beiden der Gurtstrippen verbindbar. So kann der Abschnitt des zusätzlichen Riemens,
der sich zwischen seinen Befestigungspunkten an den gegenüberliegenden Gurtstrippen
erstreckt, auf zumindest zwei Längen eingestellt werden. Eines oder beide der Enden
des zusätzlichen Riemens können mittels einer entlang des zusätzlichen Riemens in
verschieden positionierten Befestigungspunkten festlegbaren Halterung verbindbar sein.
Eine solche Halterung kann z.B. ein Stift sein, der in eine von zumindest zwei entlang
des zusätzlichen Riemens beabstandete Ausnehmungen einsteckbar ist und in eine Ausnehmung
einer Gurtstrippe eingreift oder gegen ein mit einer Gurtstrippe verbundenes Verbindungsstück
belastet ist.
[0009] Die in der Kammeröffnung angebrachten Sattelkissen sind bevorzugt in einem Abstand
beidseitig der Mitte der Kammeröffnung bzw. des Sattels voneinander beabstandet, um
jeweils neben der Wirbelsäule eines Pferds aufzuliegen. Bevorzugt sind die Sattelkissen
mit einem Kammerleder verbunden und der elastische Riemen verläuft zwischen Sattelkissen
und optionalem Kammerleder einerseits und Sattelbaum andererseits. Bevorzugt ist der
zusätzliche Riemen lose und/oder längsverschieblich zwischen dem Sattelbaum einerseits
und andererseits den Sattelkissen und einem diese verbindenden Kammerleder angeordnet.
Die Sattelkissen können neben dem zusätzlichen Riemen mit dem Sattelbaum verbunden
sein.
[0010] Bevorzugt weisen die Gurtstrippen eine Ausnehmung auf, durch die der elastische Riemen
geführt wird. Generell bevorzugt verläuft der elastische Riemen parallel, bevorzugter
zumindest abschnittsweise deckungsgleich zu den Gurtstrippen.
[0011] Der zusätzliche Riemen kann zumindest zwei beabstandete, bevorzugt elastische Teilriemen
aufweisen. Der zusätzliche Riemen kann über seine gesamte Länge elastisch sein. Bevorzugt
ist der zusätzliche Riemen im Wesentlichen nur in seinem Abschnitt elastisch, der
sich entlang der Sattelkissen befindet, bzw. in seinem Abschnitt, der sich zwischen
den Sattelkissen erstreckt, z.B. in dem Abschnitt, über den sich das Kammerleder erstreckt.
Ein elastischer Abschnitt des zusätzlichen Riemens kann z.B. eine unter Zugbelastung
dehnbare Zugfeder sein, z.B. aus Gummi, elastischem Gewebe oder Federstahl. Bevorzugt
hat der zusätzliche Riemen, unelastisch oder bevorzugt elastisch, eine breite Auflagefläche,
die parallel zur Längsachse des Sattels 10% bis 25%, z.B. 15% oder 20%, der Länge
der Sattelkissen ausmacht, z.B. 10-15cm breit, auf den Sattelkissen, z.B. bis zu einer
Breite von 50%, bevorzugt 75% oder 90% der Erstreckung der Sattelkissen parallel zur
Längsachse des Sattels. Dabei ist die Breite des zusätzlichen Riemens senkrecht zum
zusätzlichen Riemen in der Kontaktebene zum Sattelkissen bestimmt und/oder die Breite,
die parallel zur Längsachse des Sattelbaums verläuft. Generell bevorzugt verläuft
der zusätzliche Riemen geradlinig und mit zumindest seinem ersten Ende, bevorzugt
mit beiden Enden, deckungsgleich und/oder parallel zu zumindest einer der Gurtstrippen,
bevorzugt beiden Gurtstrippen.
[0012] Der erfindungsgemäße Sattel führt beim Anziehen des Sattelgurts dazu, dass die Belastung
für das Pferd, insbesondere gegen dessen Rücken, zeitlich gedehnt wird bzw. weniger
ruckartig erfolgt. Das zeitliche Ausdehnen des Auftretens der Belastung, die Sattel
und Sattelgurt beim Anziehen des Sattelgurts gegen das Pferd ausüben, scheint für
das Pferd angenehmer zu sein und führt überdies zu einem festeren, passenderem Sitz
des Sattels am Pferderücken. Beim Anziehen des Sattelgurts, der mit den gegenüberliegenden
Gurtstrippen verbunden ist, werden durch den zusätzlichen Riemen zunächst die Sattelkissen
gegen Pferderücken gedrückt, dann anschließend der Baum mittels der Gurtung aus Gurtstrippen
und Sattelgurt.
[0013] Der zusätzliche Riemen, der bevorzugt elastisch ist, ist im unbelasteten Zustand
zwischen den Gurtstrippen bevorzugt kürzer als der Weg zwischen den gegenüberliegenden
Befestigungspunkten des zusätzlichen Riemens an dessen gegenüberliegenden Enden entlang
der Gurtstrippen, wenn diese gestreckt sind, insbesondere bei aufgelegtem Sattel entlang
eines Pferds vom Sattel weg gestreckt sind und/oder wenn keine der Gurtstrippen vom
zusätzlichen Riemen zum Sattel hin belastet wird.
[0014] Beim Anziehen des Sattelgurts werden durch den zusätzlichen Riemen die Sattelkissen
gegen den Pferderücken, bevor anschließend der Sattelbaum mittels der daran befestigten
Gurtstrippen gegen den Pferderücken belastet wird. Dadurch verteilt sich die beim
Anziehen des Sattelgurts auftretende Belastung gegen das Pferd über die Phase des
Spannens des elastischen Riemens und das anschließende Belasten des Sattelbaums beim
Spannen der Gurtstrippen mittels des Sattelgurts.
[0015] Generell bevorzugt weist der zusätzliche Riemen zwischen seinen Enden, von denen
eines mit einer der Gurtstrippen verbindbar ist und eines mit der gegenüberliegenden
Gurtstrippe oder jenseits der Sattelkissen mit dem Sattelbaum verbindbar sind, eine
Länge auf, die eingerichtet ist, dass beim Belasten der Gurtstrippen, insbesondere
durch Anziehen eines die Gurtstrippen verbindenden Sattelgurts, erst die Sattelkissen
und anschließend den Sattelbaum gegen einen Pferderücken zu belasten.
[0016] Der erfindungsgemäße Sattel hat durch den zusätzlichen Riemen, der auf der konkaven
Seite des Sattelbaums verläuft und die Sattelkissen unabhängig vom Sattelbaum in Richtung
vom Sattelbaum weg bzw. gegen einen Pferderücken belastet, einen festeren Sitz auf
dem Pferd bei derselben Anzahl an Gurtstrippen und Sattelgurten, als ein ansonsten
gleicher Sattel ohne den zusätzlichen Riemen. Denn der erfindungsgemäße Sattel ist
durch den zusätzlichen Riemen eingerichtet, die Sattelkissen unabhängig vom Sattelbaum
gegen den Pferderücken belasten, während die Gurtstrippen den Sattelbaum gegen den
Pferderücken belasten. Dabei hat der Sattel den Vorteil, dass derselbe Sattelgurt
einen zusätzlichen Riemen und jeweils ein Paar gegenüberliegender Gurtstrippen verbindet.
Optional kann der erfindungsgemäße Sattel daher mit nur einem Sattelgurt kombiniert
und verwendet werden.
[0017] Bei der Entwicklung des erfindungsgemäßen Sattels hat sich gezeigt, dass insbesondere
bei Pferden, die sich sonst nur widerwillig den Sattelgurt eines Reitsattels anziehen
lassen, das Anziehen des Sattelgurts für eine festen Sitz des Sattels eher geduldet
wird und beim erstmaligen Anziehen des Sattelgurts einen besseren Sitz ergibt. Der
erfindungsgemäße Sattel erlaubt insbesondere in der bevorzugten Ausführungsform des
zusätzlichen Riemens als zusätzlicher elastischer Riemen auch bei festem Sitz des
Sattels eine gute Bewegungsfreiheit für das Pferd.
[0018] Der zusätzliche Riemen weist zwischen seinen Befestigungspunkten an den gegenüberliegenden
Gurtstrippen eine Länge auf, die im belasteten Zustand, in der die Gurtstrippen durch
einen Sattelgurt vom Sattel weg belastet werden, insbesondere vom Sattel weg gezogen
werden, gestreckt wird. Im belasteten Zustand wird der zusätzliche, bevorzugt elastische
Riemen zwischen seinen Befestigungspunkten an den gegenüberliegenden Gurtstrippen
gestreckt und der zusätzliche Riemen belastet die Sattelkissen vom Sattelbaum weg
und in Richtung auf den Pferderücken. Im unbelasteten Zustand kann der elastische
Riemen zwischen seinen Befestigungspunkten an den gegenüberliegenden Gurtstrippen
eine Länge aufweisen, die kürzer ist als der Abstand seiner Befestigungspunkte entlang
der Gurtstrippen und zwischen Sattelkissen und Kammerleder einerseits und Sattelbaum
andererseits, so dass z.B. der zusätzliche elastische Riemen eine Länge aufweist,
in der er im unbelasteten Zustand die Gurtstrippen an den Befestigungspunkten zum
Sattelbaum hin zieht.
[0019] Der zusätzliche, bevorzugt elastische Riemen ist bevorzugt an Befestigungspunkten
an jeweils einer Gurtstrippe auf gegenüberliegenden Seiten des Sattels festgelegt,
oder an einer Gurtstrippe und mit dem anderen Ende jenseits der Sattelkissen und des
dazwischen angeordneten Kammerleders am Sattelbaum festgelegt. Einer der Befestigungspunkte
kann durch eine unlösbare Verbindung, z.B. Nietung oder Vernähen gebildet sein. Zumindest
einer, bevorzugt beide der Befestigungspunkte sind durch eine einstellbare Verbindung
gebildet, die z.B. lösbar und in zumindest zwei Positionen schließbar ist. Die einstellbare
Verbindung kann z.B. durch zumindest eine Öse, bevorzugt zumindest zwei Ösen, die
beabstandet am elastischen Riemen angebracht sind, zumindest eine Öse, bevorzugt zumindest
zwei an einer Gurtstrippe beabstandet angeordnete Ösen, und einem lösbaren Verbindungselement
gebildet werden, das z.B. ein Verrastungsstift ist. Die Verbindung kann so ausgebildet
sein, dass sie nur bei Zugbelastung vom Sattel weg durch das Verbindungselement hergestellt
wird. Daher kann das Verbindungselement in einer Öse angeordnet sein, die unter Zugbelastung
einer Gurtstrippe gegen eine andere Öse belastet ist. Generell kann das Verbindungselement
so angeordnet sein, dass es z.B. ohne Zugbelastung einer Gurtstrippe nicht verrastet
und einfach lösbar und in einer anderen Öse positionierbar ist.
[0020] Eine an einer Gurtstrippe angeordnete Öse kann z.B. die Öse einer Gurtstrippe sein,
durch die ein mit dem Sattelbaum verbundener Abschnitt der Gurtstrippe, z.B. eine
Schlaufe, verläuft. Dabei kann der elastische Riemen durch dieselbe Schlaufe angeordnet
sein, durch die ein Abschnitt der Gurtstrippe verläuft.
[0021] In Kombinationen des erfindungsgemäßen Sattels mit einem Sattelgurt kann der Sattelgurt
selbst elastisch dehnbar sein, bevorzugt nicht elastisch dehnbar, z.B. ein Ledergurt
sein.
[0022] Die Erfindung wird nun anhand der Figuren beschrieben, die schematisch in
- Fig. 1 Bestandteile eines erfindungsgemäßen Sattels,
- Fig. 2A und 2B einen bevorzugten zusätzlichen elastischen Riemen,
- Fig. 3 einen Verrastungsstift und in
- Fig. 4 einen bevorzugten Befestigungspunkt
zeigen.
[0023] In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugsziffern funktionsgleiche Elemente, der zusätzliche
Riemen ist stellvertretend als elastischer Riemen bezeichnet.
[0024] Die Fig. 1 zeigt im Querschnitt zur Längsachse eines Sattelbaums 1 an gegenüberliegenden
Seiten 1a, 1b des Sattelbaums 1 angebrachte Gurtstrippen 2, deren Abschnitt 3 am Sattelbaum
1 angebracht ist. Die Abschnitte 3 jeder Gurtstrippe 2 können z.B. eine Y-Gurtung
bilden, die in Form einer Schlaufe durch eine Öse 4 jeder Gurtstrippe 2 laufen. In
der Kammeröffnung 5 sind beidseitig der Längsachse 6 (senkrecht zur Zeichnungsebene)
Sattelkissen 7 mit dem Sattelbaum 1 verbunden. Die Sattelkissen 7 sind mittels eines
Kammerleders 8 miteinander verbunden, das sich beidseitig der Längsachse 6 über die
Kammeröffnung 5 erstreckt.
[0025] Zwischen dem Sattelbaum 1 und den Sattelkissen 7 mit dem Kammerleder 8 verläuft der
elastische Riemen 10, der an gegenüberliegenden Befestigungspunkten 11, 12 mit jeweils
einer Gurtstrippe festgelegt ist. Die Befestigungspunkte 11, 12 können durch die Ösen
4 gebildet werden oder können entlang der Gurtstrippen 2 in größerem Abstand vom Sattelbaum
1 angeordnet sein. Dabei bildet bevorzugt ein Befestigungspunkt 11 ein erstes Ende
11a des Riemens 10, der gegenüberliegende Befestigungspunkt 12 ein zweites Ende 12a
des Riemens.
[0026] Der elastische Riemen 10 kann in seinem Abschnitt, der sich zwischen den Sattelkissen
7 und/oder entlang des Kammerleders 8 erstreckt, einen elastischen Abschnitt 13 aufweisen,
z.B. eine Zugfeder, z.B. aus Gummi, elastischem Gewebe oder Federstahl, und im Übrigen
nicht dehnbar sein, z.B. aus Leder oder Nylongewebe.
[0027] Die Fig. 2A zeigt eine Aufsicht auf eine Ausführungsform eines elastischen Riemens
10, der einen elastischen Abschnitt 13 aufweist, der sich bevorzugt im Abstand zwischen
den Sattelkissen 7 erstreckt. Der elastische Abschnitt 13, z.B. aus Gummi, ist an
gegenüberliegenden Enden mit nicht elastischen Abschnitten 14 verbunden. Die nicht
elastischen Abschnitte 14 können, wie hier gezeigt, einen Verbindungsbereich 14a aufweisen,
der in Y-Form nicht elastische Abschnitte 14 mit dem breiteren elastischen Abschnitt
13 verbindet.
[0028] Als Teil von Befestigungspunkten weist der elastische Riemen 10 an gegenüberliegenden
Enden angeordnete Ösen 15 auf, hier wie bevorzugt zumindest zwei beabstandete Ösen
15 an jedem der gegenüberliegenden Befestigungspunkte 11, 12 an gegenüberliegenden
Enden 11a, 11b.
[0029] Die Fig. 2B zeigt für die Ausführungsform von Fig. 2A um 90° gedreht in Seitenansicht,
dass der elastische Abschnitt 13 aus zumindest zwei parallelen Elementen 13a, insbesondere
zwei parallelen Zugfedern, bestehen kann.
[0030] Die Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform eines Verrastungsstifts 20, der durch eine
der Ösen 15 des elastischen Riemens 10 geschoben werden kann, wenn die Öse 15 auf
dem dem Sattelbaum 1 abgewandten Abschnitt 14b des elastischen Riemens 10 angrenzend
an eine Öse 4 angeordnet ist, die an einer Gurtstrippe 2 angebracht ist. Dabei kann
der Verrastungsstift 20 einen langen Schenkel 20a aufweisen, der in eine der Ösen
15 des elastischen Riemens 10 einschiebbar ist, und eine kurzen Schenkel 20b, der
als Griff dient und einen Anschlag am elastischen Riemen 10 bildet.
[0031] Die Fig. 4 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform der Befestigungspunkte 11, 12 mit
einem Y-förmigen Abschnitt 3 der Gurtstrippe 2, der als Schlaufe durch eine Öse 4
angeordnet ist. Der elastische Riemen 10 weist einen nicht elastischen Abschnitt 14
auf, der durch diese Öse 4 verläuft, wobei zumindest eine der Ösen 15 des elastischen
Riemens 10 bzw. dessen nicht elastischen Abschnitts 14 auf der dem Sattelbaum 1 bzw.
dem elastischen Abschnitt 13 des elastischen Riemens 10 abgewandten Abschnitt 14b
angeordnet ist. Ein Verrastungsstift 20 kann durch eine der Ösen 15, die auf dem dem
elastischen Abschnitt 13 des elastischen Riemens 10 abgewandten Abschnitt 14b angeordnet
ist, geschoben werden, um einen der Befestigungspunkte 11, 12 zu bilden.
1. Sattel mit einem Sattelbaum (1) mit an gegenüberliegenden Seiten des Sattels zumindest
je einer festgelegten Gurtstrippe (2), mit einer Kammeröffnung (5) mit darin angebrachten
Sattelkissen (7), dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Sattelbaum (1) und den Sattelkissen (7) ein zusätzlicher Riemen (10)
angeordnet ist, dessen erstes Ende mit einer der Gurtstrippen (2) verbindbar ist und
dessen gegenüberliegendes zweites Ende mit der gegenüberliegenden Gurtstrippe (2)
oder jenseits der Sattelkissen mit dem Sattelbaum (1) verbindbar ist.
2. Sattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zusätzliche Riemen (10) elastisch ist.
3. Sattel nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Ende und das zweite Ende des zusätzlichen Riemens (10) mit gegenüberliegenden
Gurtstrippen (2) verbindbar sind.
4. Sattel nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zusätzliche Riemen (10) zwischen seinen Enden, von denen eines mit einer der
Gurtstrippen (2) verbindbar ist und eines mit der gegenüberliegenden Gurtstrippe (2)
oder jenseits der Sattelkissen mit dem Sattelbaum (1) verbindbar sind, eine Länge
aufweist, die eingerichtet ist, beim Belasten der Gurtstrippen, insbesondere durch
Anziehen eines die Gurtstrippen (2) verbindenden Sattelgurts, erst die Sattelkissen
(7) und anschließend den Sattelbaum (1) gegen einen Pferderücken zu belasten.
5. Sattel nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines, bevorzugt beide der gegenüberliegenden Enden des zusätzlichen Riemens
(10) in einer von zumindest zwei Positionen mit einer der Gurtstrippen (2) an Befestigungspunkten
(11, 12) verbindbar ist, so dass der Abschnitt des zusätzlichen Riemens (10), der
sich zwischen den Befestigungspunkten (11, 12) erstreckt, auf zumindest zwei Längen
einstellbar ist.
6. Sattel nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der Gurtstrippen (2) eine Öse (4) aufweist und der zusätzliche Riemen
(10) durch diese Öse (4) angeordnet ist und zumindest eine Öse (15) auf dem dem Sattelbaum
(1) abgewandten Abschnitt (14b) des zusätzlichen Riemens (10) angeordnet ist, die
angrenzend an eine Öse (4) angeordnet ist, die an einer Gurtstrippe (2) angebracht
ist.
7. Sattel nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Befestigungspunkte (11, 12) durch eine einstellbare Verbindung
gebildet ist, die lösbar und in zumindest zwei Positionen schließbar ist.
8. Sattel nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Befestigungspunkte (11, 12) dadurch gebildet ist, dass ein Verrastungsstift
(20) in eine Öse (15) eingeschoben ist, die auf dem dem Sattelbaum (1) abgewandten
Abschnitt (14b) des zusätzlichen Riemens (10) angeordnet ist.
9. Sattel nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Befestigungspunkte (11, 12) eine Öse (4) aufweist, in der ein Y-förmiger
Abschnitt (3) der Gurtstrippe (2) als Schlaufe angeordnet ist.
10. Sattel nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zusätzliche Riemen (10) zwischen nicht elastischen Abschnitten (14) einen elastischen
Abschnitt (13) aufweist, der eine unter Zugbelastung dehnbare Zugfeder ist und der
sich zwischen den Sattelkissen (7) erstreckt.
11. Verfahren zur Herstellung eines Sattels nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Sattel mit einem Sattelbaum (1) mit an gegenüberliegenden Seiten des Sattels
zumindest je einer Gurtstrippe, mit einer Kammeröffnung (5) mit darin angebrachten
Sattelkissen (7) zwischen dem Sattelbaum (1) und den Sattelkissen (7) ein zusätzlicher
Riemen (10) angeordnet wird, dessen gegenüberliegende Enden mit jeweils einer der
Gurtstrippen verbindbar sind.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der zusätzliche Riemen (10) zwischen nicht elastischen Abschnitten (14) einen elastischen
Abschnitt (13) aufweist, der im Bereich zwischen den Sattelkissen (7) angeordnet wird,
wobei die nicht elastischen Abschnitte (14) mit jeweils einer der Gurtstrippen verbindbar
sind.
13. Verwendung eines Riemens als zusätzlicher Riemen (10) an einem Sattel nach einem der
voranstehenden Ansprüche.
14. Verwendung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Riemen (10) zwischen nicht elastischen Abschnitten (14) einen elastischen Abschnitt
(13) aufweist, der eine unter Zugbelastung dehnbare Zugfeder ist, und an zumindest
einem seiner Enden zumindest zwei beabstandete Ösen (15) aufweist.