[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verbindungsstruktur zur Lastübertragung in
einer Gasturbine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Derartige Verbindungsstrukturen
weisen eine Strebe (engl. "strut") auf, die an einem Ende mit mindestens einem Wandelement
integral verbunden und dort von einem Fillet ebenfalls integral verbunden umgeben
ist.
[0002] Die Verbindungsstrukturen werden beispielsweise in Gasturbinen, insbesondere Flugtriebwerken,
und dort insbesondere in einem Lagerdichtungsgehäuse eines Turbinenzwischengehäuses,
eingesetzt.
[0003] Konkrete Beispiele für Anwendungen von Verbindungsstrukturen sind Lagerdichtungsgehäuse,
die hohe Belastungen und elastische Verformungen aufnehmen müssen, da sie mit ihren
als Stützen ausgebildeten Streben die Kräfte von den Wellenlagern in Richtung Außengehäuse
der Gasturbine übertragen und aufnehmen. Weitere Beispiele, in denen ein Fillet eine
Strebe und ein Wandelement miteinander verbindet sind die in der Strömung angeordneten
Schaufeln eines Rotors oder eines Stators zur Aufnahme und Übertragung von aerodynamischen
Kräften, auch wenn die Schaufeln üblicherweise nicht als Stütze bezeichnet werden.
Dabei sind die Schaufeln die Stützen und die nabenseitig angeordnete Innenwand des
Rotors oder die Innenwand und/oder die Außenwand des Stators sind Beispiele des Wandelements.
Insbesondere die Aufnahme hochdynamischer Kräfte und/oder starken Spannungen aufgrund
von hohen Temperaturgradienten erzeugen lokal höchste Belastungspositionen, denen
im Fillet mit entsprechender zusätzlicher Masse entgegengewirkt wird. Ein weiterer
exemplarischer Anwendungsfall sind die Streben der Verbindungsstruktur in einem Zwischenkanal,
insbesondere in einem Verdichter- oder Turbinenzwischenkanal (engl. "intermediate
compressor duct/turbine center frame"), wobei die Stützen sowohl zur Aufnahme aerodynamischer
Kräfte als auch zur Lastübertragung von Lagerkräften vom Gehäuse zur Welle dienen.
In letzterem Beispiel sind die Streben an beiden Enden mit einem Wandelement verbunden
und an beiden Enden von einem Fillet umgeben, das insbesondere in einem vorderen Bereich
stärker ausgebildet ist.
[0004] Das Fillet wird üblicherweise zur Reduktion von Spannungsspitzen an den Orten der
höchsten elastisch auftretenden Verformungen, das heißt den lokal höchsten Belastungspositionen,
verstärkt ausgebildet. Ein Nachteil ist, dass das Fillet daher mit mehr Masse versehen
und schwerer ist.
[0005] Es ist eine Aufgabe der Erfindung eine Verbindungsstruktur zur Lastübertragung anzugeben,
so dass das elastische Verformungsverhalten der beteiligten Elemente der Verbindungsstruktur
bei der Lastübertragung verbessert wird.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Verbindungsstruktur mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0007] Eine erfindungsgemäße Verbindungsstruktur zur Lastübertragung, insbesondere in einer
Gasturbine, beispielsweise zwischen einem Naben- und einem Gehäusebereich durch einen
Strömungskanal oder innerhalb eines Nabenbereichs, z.B. in einem Lagerdichtungsgehäuse,
weist eine Strebe und zumindest ein Wandelement auf. Die Strebe ist an einem Ende
integral mit dem Wandelement verbunden. Die Strebe und das Wandelement sind zumindest
bereichsweise von einem Fillet umgeben und mit diesem integral verbunden.
[0008] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass auf dem Fillet zumindest ein durch eine Wulst
mit einem Kamm gebildeter Wurzelabschnitt (engl. "root section") angeordnet ist. Es
können mehrere Wurzelabschnitte vorgesehen sein. Durch einen Wurzelabschnitt kann
besonders vorteilhaft gezielt eine Steifigkeit des Fillets lokal erhöht werden und
das Fillet kann flacher und breiter ausgebildet sein. Der Wurzelabschnitt hat einen
vorteilhaften Ankereffekt des mit dem Wandelement integral verbundenen Fillets. Der
Wurzelabschnitt verläuft längs einer Linie, die Punkte von Umfangslinien mit einer
maximalen Krümmung, das heißt mit dem Kamm der Wulst, verbindet. Der Kamm ist eine
Wurzellängserstreckung. Der Kamm ist ein Maß für eine Wurzellängserstreckung des Wurzelabschnitts
und weist eine konstante oder variierende Verlaufsrichtung auf. Die erhöhte Streckung
der Oberfläche durch die Wulst bewirkt eine erhöhte Steifigkeit in der erfindungsgemäßen
Verbindungsstruktur und erlaubt so vorteilhaft einen besseren Kraftfluss in dem Wurzelabschnitt.
Es hat sich gezeigt, dass durch den besseren Kraftfluss in den Wurzelabschnitten des
Fillets, insbesondere seitlich zu der Strebe, vorteilhaft geringere Spannungen an
der eigentlich mit den höchsten Spannungen beaufschlagten Vorderkante der Strebe auftreten
und darüber hinaus vorteilhaft Spannungsspitzen reduziert werden. Die Steifigkeit
ist ein Maß für die elastische Verformbarkeit eines Elements. Es kann ferner durch
die Wurzelabschnitte vorteilhaft eine gezielte lokal begrenzte erhöhte Kraftleitung
erfolgen, so dass die Lastübertragung insgesamt vorteilhaft auf einfache Weise verbessert
werden kann. Die Erfindung kann insbesondere auf alle in der Einleitung genannten
Beispielverbindungsstrukturen übertragen werden, um das elastische Verformungsverhalten
dieser Verbindungsstrukturen zu verbessern.
[0009] Das Fillet kann eine bandförmige Oberfläche (engl. "beltlike surface") aufweisen.
Die bandförmige Oberfläche kann geschlossen oder offen bandförmig sein. So kann vorgesehen
sein, dass die Strebe und das Wandelement an ihrer Hinterkante eine gemeinsame Schnittebene
aufweisen, die kein Fillet aufweist. Das heißt die bandförmige Oberfläche des Fillets
endet an den Schnittkanten der Schnittebene und ist dort geöffnet. Die bandförmige
Oberfläche des Fillets kann zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig, entlang
ihrer Längserstreckung zwischen der Strebe und dem Wandelement konkav ausgebildet
sein. Es können auch jeweils ein Wandelement an beiden Enden der Strebe mit der Strebe
integral verbunden sein, wobei dann zwei Fillets vorgesehen sind und jeweils mit einem
Wandelement und der Strebe integral verbunden sind. Die Strebenoberfläche kann einen
kreisrunden, elliptischen oder tropfenförmigen Querschnitt aufweisen, der konstruktiv
bis zu dem Wandelement extrudiert ist. Die Strebe kann entsprechend zu ihrem Querschnitt
einen zylindrischen, ellipsoiden oder schaufelförmigen Strebenkörper aufweisen. Die
Strebe kann hohl sein, wobei der Strebenkörper im Bereich des Fillets vorteilhaft
ein Vollkörper sein kann. Die Strebe steht insbesondere senkrecht auf dem Wandelement.
Es kann vorgesehen sein, dass die Strebe zu dem Wandelement angewinkelt ist und insbesondere
einen Winkel im Bereich von 60° bis 120° zu dem Wandelement einschließt. Das Wandelement
oder die Wandelemente können ebene Flächen oder eine nach innen oder außen gewölbte
zylinderförmige Wandelementoberfläche sein oder aufweisen. Das Wandelement kann ein
Hohlzylinder sein, auf dessen Mantelfläche das Fillet angeordnet ist. Das Wandelement
kann aber auch ein Zylindersegment sein, das eine konkave oder konvexe Fläche zur
Anbindung der Strebe und des Fillets bereitstellt.
[0010] Der Wurzelabschnitt und das Fillet können wie beispielsweise in Fig. 7 dargestellt
anhand eines Gitters gleichmäßig eingeteilt werden. Diese Konvention ermöglicht eine
genauere Beschreibung der Eigenschaften der Freiformflächen des Fillets und der Wurzelabschnitte.
[0011] Das Gitter wird zum einen durch eine Vielzahl von gleichmäßig verteilten Querschnittsebenen
gebildet, deren Normale parallel zu der Längserstreckung der Strebe gerichtet ist.
Die Querschnittsebenen schneiden die Kontur des Fillets und die so entstehenden Schnittlinien
bilden die Umfangslinien des Fillets und die angrenzenden Bereiche der Strebe und
des Wandelements.
[0012] Zum anderen werden in das Fillet Filletbreitenlinien eingezogen, die zwischen einem
ersten Rand des Fillets an der Strebe, einem Fillethals, und einem zweiten Rand des
Fillets an dem Wandelements, einem Filletfuß, verlaufen. Eine Filletbreitenlinie ist
eine kürzeste Linie, die sich entlang der Oberfläche des Fillets von einem Randpunkt
des Fillets an der Strebe zu einem nächstliegenden Randpunkt an dem Wandelement erstreckt,
ohne dabei andere Filletbreitenlinien zu schneiden.
[0013] Zur Definition von Rändern oder Grenzen zwischen tangential ineinander übergehende
Oberflächen, die jeweils eine Seite zu einem der Ränder bilden, kann folgende Tabelle
1 dienen:
Tabelle 1 - Punkte auf den tangential ineinander übergehenden Oberflächen, welche
als Randpunkte des Fillet zu der Strebe beziehungsweise dem Wandelement dienen
| 1. Seite |
konkav |
gerade |
konvex |
| 2. Seite |
| konkav |
Änderung der Krümmung ohne Vorzeichenwechsel |
Krüm m ungsbeginn auf 2. Seite |
Vorzeichenwechsel der Krümmung |
| gerade |
Krüm m ungsbeginn auf 1. Seite |
kein Rand oder Stufe |
Krüm m ungsbeginn auf 1. Seite |
| konvex |
Vorzeichenwechsel der Krümmung |
Krümmungsbeginn auf 2. Seite |
Änderung der Krümmung ohne Vorzeichenwechsel |
[0014] Die Fälle mit Vorzeichenwechsel der Krümmung, d.h. konkav/konvex, oder der Übergang
von einer gekrümmten, das heißt konvexen oder konkaven Oberfläche zu einer geraden
Oberfläche, sind optisch erkennbar.
[0015] Nicht sinnvoll ist die Definition eines Randes zwischen zwei geraden benachbarten
Oberflächen, weil der Rand auf keine Weise erkennbar wäre, es sei denn, es handelt
sich um eine Stufe. In der vorliegenden Erfindung ist definitionsgemäß immer mindestens
eine der Seiten gekrümmt.
[0016] In den Fällen, in denen zwei konkave oder zwei konvexe Oberflächen aneinandergrenzen,
sind die Ränder aufgrund der in sich gekrümmten Oberflächen nicht trivial zu erkennen.
Dies ist beispielsweise bei einer Verbindungsstruktur der Fall, wenn die Strebe eine
Vorwärtspfeilung aufweist und auch in diese Richtung konkav gekrümmt ist, oder wenn
zwei konkave Übergangsbereiche die Strebe entlang ihrer Längserstreckung soweit umgeben,
dass sie aneinanderstoßen. Es werden für die Abgrenzung der Elemente in diesen Fällen
daher die folgenden Regeln definiert: Zur Definition der Elemente wird die Längsachse
der Strebe betrachtet und als Bezugsachse verwendet. Gibt es ein lokales Minimum der
Oberflächenlinie in Bezug auf die Längsachse, so ist der Randpunkt auf dem lokalen
Minimum angeordnet. Entsprechend werden die übrigen Punkte des ersten Randes berechnet.
Auf diese Weise werden die Elemente der Verbindungsstruktur voneinander abgrenzbar.
Ein weiterer, nicht trivialer Fall kann in einer Verbindungsstruktur auftreten, in
der ein zylindrisches Wandelement konkav nach innen gekrümmt ist, beispielsweise bei
einer Strebe, die mit einem zylindrischen Außengehäuse als Wandelement verbunden ist.
Es gibt dann auf dem zweiten Rand zwei Nivellierungspunkte, an denen die Oberfläche
von einer konkav gekrümmten Oberfläche des Fillets in eine normal zu dem zweiten Rand
verlaufende Gerade auf der Wandelementoberfläche übergehen. Alle anderen Punkte auf
dem zweiten Rand weisen aufgrund der konkaven Krümmung des Wandelements zwei Seiten
mit gleichem Krümmungsvorzeichen auf. Es wird dann der absolute Krümmungsradius an
dem Nivellierungspunkt auf der Oberfläche des Fillets als Bezugskrümmung herangezogen
und sämtliche aneinandergereihten Punkte, deren absolute Krümmung minimal ist, bilden
zusammengenommen einen Rand und sind als die Randpunkte definiert. Auf diese Weise
gefundene Linie kann auch zur Bestimmung des zweiten Randes herangezogen werden, wenn
auf dem Wandelement spezielle Wandoberflächenkonturen vorgesehen sind (engl. "endwall
contouring"). Insbesondere kann die Wandoberflächenkontur so gestaltet sein, dass
sie ihrerseits die Kräfte aus den Wurzelabschnitten weiterleitet oder verteilt. Hierbei
kann es vorteilhaft sein, dass der Wurzelabschnitt und eine Erhöhung auf der Wandelementoberfläche
aneinander angrenzen. Aufgrund der unterschiedlich möglichen Randverläufe können die
Ränder die Umfangslinien schneiden. Die Ränder dienen als Stütze von Filletbreitenlinien
und so zur Ermittlung der Filletbreite.
[0017] Alle benachbarten Umfangslinien weisen zueinander projiziert auf die Längserstreckung
der Strebe den gleichen projizierten Abstand wie sämtliche anderen benachbarten Umfangslinien
auf. Dieser projizierte Abstand ist die Höhenabstufung des Gitters. Die Anzahl der
Höhenabstufungen ist ein Maß für die Feinheit des Gitters und kann je nach Bedarf
angepasst werden. Je feiner das Gitter gewählt wird, desto genauer wird die Abschätzung
für den Wert der Streckung.
[0018] Der Wurzelabschnitt bildet mit der Wulst und dem Kamm entlang einer betrachteten
Umfangslinie des Fillets eine konvexe Ausbuchtung, die von zwei konkaven Abschnitten
mit einem konkaven Verlauf der Umfangslinie begrenzt ist. In diesen konkaven Abschnitten
gibt es zwei weitere Punkte mit Krümmungsmaxima. Diese Krümmungsmaxima haben ein zu
der Krümmung des Kamms umgekehrtes Krümmungsvorzeichen und begrenzen eine entlang
der betrachteten Umfangslinie zu messende Wurzelbreite des Wurzelabschnitts. Die beiden
weiteren Punkte sind Endpunkte der Breitenlinie des Wurzelabschnitts. Aneinandergereiht
bilden die Endpunkte aller Breitenlinien des Wurzelabschnitts Wurzelgrenzlinien. Da
zwischen zwei direkt benachbarten Wurzelabschnitten ebenfalls ein konkaver Abschnitt
vorliegt, eignen sich die Krümmungsmaxima in dem konkaven Abschnitt auf der Umfangslinie
auch zur Unterscheidung zweier benachbarter Wurzelabschnitte.
[0019] Eine Streckung ist eine lokale dimensionslose Größe. Sie berechnet sich aus der Wurzel
einer Summe des Quadrats eines auf eine der Querschnittsebenen projizierten kleinsten
Abstandes zwischen zwei Schnittpunkten von Umfangslinien entlang einer Filletbreitenlinie
und des Quadrats der Höhenabstufung.
[0020] Die Streckung des Wurzelabschnitts ergibt sich entsprechend aus der Wurzel einer
Summe der Quadrate eines projizierten Abstandes zwischen zwei benachbarten Schnittpunkten
von Umfangslinien entlang des Kamms und der Höhenabstufung. Die Streckung kann entlang
des Kamms variieren. Es kann eine mittlere Streckung des Wurzelabschnitts gebildet
werden, indem sämtliche gebildeten Streckungen entlang des Kamms addiert und dann
durch die Anzahl der Höhenabstufungen des Gitters geteilt wird.
[0021] Entlang des Umfangsverlaufs des Fillets kann es weitere Filletbreitenlinien oder
andere Linienverläufe mit maximalen Krümmungen, die kein Wurzelabschnitt sind, sondern
sich vielmehr aus einer Basisform des an die Kontur der Strebe angepassten Fillets
ergeben, geben. Beispielsweise ergibt sich die Basisform des Fillets aus der Kontur
einer elliptischen Strebe, die als Basisform eine Ellipse mit zwei Punkten lokal maximaler
Krümmung aufweist und wobei das Fillet an diese Basisform angepasst ist. Diese Linienverläufe
werden der Einfachheit halber im Folgenden als reguläre Extremlinien bezeichnet. Es
kann vorkommen, dass eine reguläre Extremlinie mit dem Kamm eines Wurzelabschnitts
zusammenfällt, wobei die Oberfläche des Fillets gegenüber der Basisform einer Extremlinie
eine erhöhte Streckung aufweist. Die Wurzelstreckung kann um mindestens 20%, insbesondere
mindestens 50%, bevorzugt mindestens 100% und besonders bevorzugt um 150%, und höchstens
um 2000%, insbesondere um 1500%, bevorzugt um 1000% und besonders bevorzugt um 500%
gegenüber einer Streckung der regulären Extrem linien erhöht sein. Besonders vorteilhaft
ist auch die mittlere Streckung des Wurzelabschnitts gegenüber einer mittleren Streckung
der regulären Extrem linien um mindestens 20%, insbesondere mindestens 50%, bevorzugt
mindestens 100% und besonders bevorzugt um 150%, und höchstens um 2000%, insbesondere
um 1500%, bevorzugt um 1000% und besonders bevorzugt um 500% erhöht.
[0022] In einer ersten bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Wurzelabschnitt
das Fillet auf der Oberfläche des Wandelements um mindestens 5%, insbesondere 10%
verbreitert, und/oder dass der Wurzelabschnitt das Fillet auf der Oberfläche der Strebe
um mindestens 5%, insbesondere 10% verbreitert. Hierdurch wird der Halt des Fillets
auf dem Wandelement oder an der Strebe vorteilhaft verbessert und ein aufnehmbares
Moment der Verbindungsstruktur erhöht.
[0023] Der Kamm erstreckt sich zum indest über entsprechend 50% einer minimalen Filletbreite,
insbesondere 65% der minimalen Filletbreite, bevorzugt über 80% der minimalen Filletbreite,
des Fillets. Hierdurch wird vorteilhaft ein erhöhter Kraftfluss entlang des Wurzelabschnitts
möglich, der einer elastischen Verformung an den übrigen Stellen der Verbindungsstruktur
entgegenwirkt. Hat das Fillet eine durchgehend konkave Krümmung zwischen dem ersten
Rand und dem zweiten Rand, so erstreckt sich der Wurzelabschnitt dabei besonders bevorzugt
über den Bereich der größten konkaven Krümmung quer zu den Umfangslinien des Fillets.
Hierdurch wird ein zusätzlicher Bereich für einen Kraftfluss von der Strebe zu dem
Wandelement geschaffen. Durch eine entlang der größten Krümmung in dem Fillet definierte
Umfangslinie kann das Fillet in zwei Teile geteilt werden: in einen der Strebe zugewandten
ersten Filletteil und einen dem Wandelement zugewandten zweiten Filletteil. Der Wurzelabschnitt
kann eine größere Streckung in einem zweiten Filletteil aufweisen. Ergänzend oder
alternativ kann ein Durchschnittswert der quer zu dem bandförmigen Fillet verlaufenden
Erstreckung des zweiten Filletteils größer sein als ein Durchschnittswert der quer
zu dem bandförmigen Fillet verlaufenden Erstreckung des ersten Filletteils.
[0024] In einer weiter bevorzugten zweiten Ausführungsform ist eine Streckung des Kamms
zwischen zwei benachbarten Umfangslinien des Fillets gegenüber einer Streckung des
Fillets außerhalb eines Wurzelabschnitts, insbesondere einer Streckung an einer Wurzelgrenzlinie,
zwischen den beiden Umfangslinien, insbesondere um mindestens 1% und höchstens um
5%, bevorzugt um mindestens 2% und höchstens 4%, vergrößert. Durch die Erhöhung der
Streckung ist der Kraftfluss entlang des Wurzelabschnitts vorteilhaft erhöht. Der
Wurzelabschnitt kann weiter bevorzugt sehr flach ausgeführt sein, so dass er zum einen
keine oder nur eine sehr geringe aerodynamische Störung in einen Strömungskanal einbringt
und zum anderen wenig zusätzliche Masse bei gleichzeitig zusätzlicher Steifigkeit
in die Verbindungsstruktur einbringt.
[0025] In einer dritten Ausführungsform und Weiterbildung der Verbindungsstruktur ist vorgesehen,
dass die Streckung des Kamms in einem dem Wandelement näheren Bereich des Wurzelabschnitts
größer ist als in einem der Strebe näheren Bereich des Wurzelabschnitts. Hierdurch
wird ein besonders vorteilhafter konkreter Bereich erhöhter Steifigkeit geschaffen,
wodurch eine besonders gute Verteilung der Kräfte ermöglicht ist. Die die Streckung
des Kamms entlang des Kamms von der Strebe zu dem Wandelement kann einer monoton steigenden
Funktion, insbesondere einer Exponentialfunktion oder Parabelfunktion, folgen.
[0026] In einer bevorzugten Weiterbildung der Verbindungsstruktur ist vorteilhaft vorgesehen,
dass die Streckung des Wurzelabschnitts in der Nähe des ersten Randes kleiner ist
als in der Nähe des zweiten Randes, insbesondere dass die Streckung des Wurzelabschnitts
im Bereich der zu dem ersten Rand benachbarten ersten 10% einer Gesamterstreckung
des Kamms kleiner ist als im Bereich der zu dem zweiten Rand benachbarten letzten
10% der Gesamterstreckung des Kamms. Hierdurch kann gezielt die Stärke des Kraftflusses
entlang des Wurzelabschnittes gesteuert werden, wobei mit der vorgeschlagenen Konfiguration
insbesondere in einem Abschnitt auf dem Wandelement ein besonders guter Kraftfluss
ermöglicht ist und so Spannungen eher auf das Wandelement übertragen und verteilt
werden als auf die Strebe. Es kann ferner vorteilhaft vorgesehen sein, dass eine maximale
Streckung des Kamms in einem mittleren Teil, insbesondere den mittleren 10%, der Gesamtlänge
des Kamms angeordnet ist, so dass der Kraftfluss in einem mittleren Bereich des Fillets
erhöht ist.
[0027] In einer bevorzugten vierten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Kamm eine Verlaufsrichtung
aufweist und zu einer Querrichtung der Strebe einen, insbesondere gemittelten, Wurzelwinkel
aufweist, wobei der Wurzelwinkel in einem Bereich von - 80° bis +80°, insbesondere
im Bereich von -45° bis +45°, besonders bevorzugt im Bereich von -30° bis +30°, liegt.
Dadurch wird auf besonders einfache, aber überraschende Weise ein Kraftfluss weg von
einer Vorder- oder Hinterkante der Strebe ermöglicht, so dass an der Vorder- oder
Hinterkante der Strebe eine besonders erstrebenswerte geringere Spannung auftritt.
Der Winkel kann vorzugsweise entlang des Kamms variieren und größer oder kleiner werden,
so dass auf günstige Weise ein Kraftfluss von besonders belasteten Stellen an dem
Fillet, der Strebe oder dem Wandelement gelenkt werden kann.
[0028] In einer bevorzugten Weiterbildung ist der Wurzelabschnitt von dem ersten und/oder
dem zweiten Rand über eine minimale erste beziehungsweise zweite Distanz beabstandet.
Die erste Distanz entspricht vorzugsweise zumindest 10%, besonders bevorzugt mindestens
5% und noch weiter bevorzugt mindestens 3% der minimalen Filletbreite. Die zweite
Distanz entspricht vorzugsweise zumindest 10%, besonders bevorzugt mindestens 5% und
noch weiter bevorzugt mindestens 3% der minimalen Filletbreite. Hierdurch werden Kräfte
vorteilhaft lokal im Fillet verteilt und die vorhandenen weniger gekrümmten Oberflächen
in der Nähe der Ränder des Fillets ausgenutzt, um Spannungen abzubauen und elastischen
Verformungen entgegenzuwirken, ohne dass zusätzliches Material zur Erhöhung der Steifigkeit
in diesen Bereichen nötig wäre.
[0029] In einer fünften bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass sich die Wurzelbreite
über zumindest 10%, insbesondere mindestens 5%, besonders bevorzugt mindestens 3%,
der Umfangslinie erstreckt und/oder dass sich die Wurzelbreite über zumindest 10%,
insbesondere mindestens 5%, besonders bevorzugt mindestens 3%, und höchsten 15%, insbesondere
höchsten 20%, besonders bevorzugt höchstens 30% einer Gesamtlänge des Kamms der Wulst
des Wurzelabschnitts erstreckt. Diese Bereiche sind vorteilhaft besonders stabil und
verringern die Spannungen in den übrigen Bereichen des Fillets auf besonders vorteilhafte
Weise. Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein, dass die Wurzelbreite zumindest
entlang von 70% der Gesamtlänge des Kamms einen Verlauf aufweist, der sich um weniger
als 5% ändert. Durch einen solchen konstant breiten Verlauf des Wurzelabschnitts kann
die Kraftübertragung auf Bereiche konzentriert werden, die keiner großen Belastung
ausgesetzt sind und daher noch zu der Kraftübertragung beitragen können.
[0030] Eine sechste bevorzugte Ausführungsform einer Verbindungsstruktur zeichnet sich dadurch
aus, dass der Wurzelabschnitt von einer lokal höchsten Belastungsposition an der Strebe,
an dem Wandelement oder an dem Fillet beabstandet angeordnet ist, insbesondere von
einer lokal höchsten Belastungsposition in Axialrichtung vor einer Vorderkante der
Strebe und/oder von einer lokal höchsten Belastungsposition in Axialrichtung hinter
einer Hinterkante der Strebe. Eine lokal höchste Belastungsposition kann beispielsweise
durch eine Finite Elemente Methode ermittelt werden, wobei an der lokal höchsten Belastungsposition
die Spannungen in dem Bauteil lokal am höchsten sind. Diese auf den ersten Blick unvorteilhafte
erscheinende Ausgestaltung weist einen alternativen Kraftfluss auf, der eine elastische
Verformung unter Belastung der Verbindungsstruktur besonders vorteilhaft an der höchsten
Belastungsposition reduziert.
[0031] Die Verbindungsstruktur ist in einer siebten Ausführungsform so ausgebildet, dass
das Fillet durch eine Ebene, insbesondere Meridianebene, in zwei Seiten geteilt ist,
und der zumindest eine Wurzelabschnitt vollständig auf einer der beiden Seiten der
aufgespannten Meridianebene angeordnet ist. Hierauf beziehen sich in der vorliegenden
Beschreibung auch die Formulierungen "seitlich zu der Strebe" beziehungsweise "auf/an
einer Seite der Strebe". Hierdurch wird überraschenderweise die Ausbildung eines dünnen
Abschnitts des Fillets vor der Vorderkante und hinter der Hinterkante der Strebe ermöglicht,
obwohl dort die größten Spannungen auftreten und diese Stellen üblicherweise mit einer
höheren Masse ausgestattet wurden.
[0032] In einer vorteilhaften achten ergänzenden Ausführungsform ist vorgesehen, dass zumindest
auf jeder der beiden Seiten eine Mehrzahl Wurzelabschnitte insbesondere mindestens
drei Wurzelabschnitte, besonders bevorzugt vier Wurzelabschnitte, angeordnet sind,
dass insbesondere ein erster Wurzelabschnitt der Mehrzahl Wurzelabschnitte auf einer
Seite der Trennebene und ein zweiter Wurzelabschnitt der Mehrzahl Wurzelabschnitte
auf einer anderen Seite der Trennebene, insbesondere symmetrisch zu dem ersten Wurzelabschnitt,
angeordnet ist und/oder dass ein dritter Wurzelabschnitt der mehreren Wurzelabschnitte
auf einer Seite der Trennebene und ein vierter Wurzelabschnitt auf einer anderen Seite
der Trennebene, insbesondere symmetrisch zu dem dritten Wurzelabschnitt, angeordnet
ist. Hierdurch kann ein Großteil des Kraftflusses und damit der auftretenden Spannungen
auf einfache Weise in den seitlichen Bereich der Strebe und des Fillets gelegt werden,
was die Belastungen in einem vorderen und hinteren Teil der Strebe vorteilhaft reduziert.
[0033] Das Fillet kann in einer neunten Ausführungsformen ferner bevorzugt so ausgebildet
sein, dass zumindest eine gerade Anzahl Wurzelabschnitte als Wurzelabschnittspaare
auf jeder der beiden Seiten angeordnet sind, insbesondere dass die beiden Wurzelabschnitte
jedes Wurzelabschnittspaares symmetrisch zu der aufgespannten Meridianebene angeordnet
und/oder zueinander einen Winkel zwischen 20° und 160° aufweisen. Die beiden Wurzelabschnitte
jedes Wurzelabschnittspaares sind dabei bevorzugt auf ähnlicher Höhe in Axialrichtung
seitlich der Strebe angeordnet, so dass vorteilhaft ein ausgeglichener Spannungszustand
erreicht wird. Insbesondere sind die beiden Wurzelabschnitte jedes Wurzelpaares symmetrisch
zu der aufgespannten Meridianebene angeordnet.
[0034] Ferner ist in einer bevorzugten Weiterbildung der Wurzelabschnitt derart ausgebildet,
dass sich der Wurzelabschnitt zumindest einmal verzweigt und mehrere Wurzelunterabschnitte
bildet. So können Bereiche größerer Spannungen in einem frühen Konstruktionszustand
nachgebildet bzw. umgeben werden, was nach Iterationen zu einer besseren Lösung des
Kraftflusses führen kann.
[0035] In einer Ausführung sind auf dem Fillet mindestens oder genau drei oder mindestens
oder genau vier jeweils durch einen Wulst mit einem Kamm gebildete Wurzelabschnitte,
jeweils verzweigt oder unverzweigt, angeordnet, die jeweils von der Strebe zu dem
Wandelement verlaufen, wobei mindestens zwei um die Strebe herum aufeinander folgende,
insbesondere jeweils zwei um die Strebe herum aufeinander folgende, der drei bzw.
vier Wurzelabschnitte unter einem Winkel im Bereich von 80° bis 170° zueinander verlaufen.
[0036] In einer Ausführung ist die Strebe an einem dem Ende gegenüberliegenden Ende integral
mit einem weiteren Wandelement verbunden und zur Lastübertragung zwischen dem Wandelement
und dem weiteren Wandelement ausgebildet, bestimmt und/oder geeignet.
[0037] Eine Gasturbine, insbesondere ein Flugtriebwerk, kann erfindungsgemäß eine oder mehrere
oben beschriebenen Verbindungsstruktur aufweisen. Die Verbindungsstruktur kann in
einem Eintritts-, Austritts- oder Zwischengehäuse im Verdichter- oder Turbinenbereich,
z.B. in einem Turbinenzwischengehäuse eines Flugtriebwerks, und/oder in einem Lagerbereich
angeordnet sein. In einer Ausführung ist die Verbindungsstruktur in einem Lagerdichtungsgehäuse
eines Turbinenzwischengehäuses angeordnet.
[0038] Eines der beiden Wandelemente kann nabenseitig eines Strömungskanals der Gasturbine
und das andere der beiden Wandelemente kann nabenseitig oder gehäuseseitig des Strömungskanals
angeordnet sein.
[0039] Eines oder beide der Wandelemente können jeweils Teil eines in Umfangsrichtung segmentierten
oder unsegmentierten, integralen, nicht unterbrochenen Rings sein.
[0040] Die Strebe(n) können zur Lastübertragung zwischen einem ersten und einem zweiten
Statorbauteil ausgebildet, bestimmt und/oder geeignet sein, wobei eines der beiden
Statorbauteile nabenseitig eines Strömungskanals der Gasturbine und das andere der
beiden Statorbauteile nabenseitig oder gehäuseseitig des Strömungskanals angeordnet
sein kann.
[0041] Zur Beschreibung der in den Gasturbinen oder Flugtriebwerken vorkommenden Geometrien
werden drei Hauptrichtungen und mit diesen zusammenfallende Hauptachsen definiert.
Die erste Hauptrichtung verläuft in Richtung der Triebwerksdrehachse und wird auch
als Triebwerks längs- oder Axialachse bezeichnet, die in Axialrichtung oder axialer
Richtung verläuft. Durch die erste Hauptrichtung wird ein Vorne und ein Hinten der
jeweils betrachteten Geometrie festgelegt, wobei bezogen auf Gasturbinen vorne der
Eintritt und hinten der Austritt des Strömungsgases erfolgt. Die zweite Hauptrichtung
verläuft entlang einer auf der Triebwerksdrehachse senkrecht stehenden Richtung und
wird auch als Radialachse bezeichnet, die in Radialrichtung oder radialer Richtung
verläuft. Durch die zweite Hauptrichtung wird ein Außen und ein Innen des Triebwerks
bestimmt, wobei die Triebwerksachse innen liegt und die Radialrichtung von der Triebwerkslängsachse
nach außen gerichtet ist. Die dritte Hauptrichtung verläuft in Umfangsrichtung der
Gasturbine senkrecht zu den beiden anderen Hauptrichtungen. Die drei Hauptrichtungen
der Gasturbine bestimmen zusammen drei Arten von Hauptebenen: Meridianebenen, die
von der Axialachse und jeweils einer Radialachse aufgespannt sind; Umfangsebenen,
die auf einer Zylindermantelfläche mit einem bestimmten Radius beabstandet um die
Drehachse liegen; Querschnittsebenen des Triebwerks, die normal zu der Triebwerkslängsachse
angeordnet sind.
[0042] Die Erfindung wird bezüglich der nachfolgenden Zeichnungen anhand einiger bevorzugter
Ausführungsbeispiele, insbesondere durch weitere Vorteile und Merkmale, näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt zur Übersicht eine schematisch dargestellte Gasturbine in einer Seitenansicht
mit einem ersten Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verbindungsstruktur
- Fig. 2
- zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verbindungsstruktur
in einer Aufsicht
- Fig. 3
- zeigt einen drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verbindungsstruktur
in einer Aufsicht
- Fig. 4
- zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verbindungsstruktur
in einer Vorderansicht
- Fig. 5
- zeigt in einer Ansicht von oben Beispiele möglicher Lagen und Ausführungsformen des
Wurzelabschnitts anhand einer schematischen Zeichnung
- Fig. 6a, 6b und 6c
- zeigen jeweils weitere bevorzugte Ausführungsbeispiele mit unterschiedlichen lokal
höchsten Belastungspositionen relativ zu den Wurzelabschnitten
- Fig. 7
- zeigt ein beispielhaftes Schema eines das Fillet beschreibenden Gitters
[0043] Fig. 1 zeigt zur Übersicht eine schematisch dargestellte Gasturbine 1, die als Flugtriebwerk
ausgebildet ist, mit einem Turbinenzwischengehäuse 2 und ein demgegenüber vergrößert
dargestelltes Lagerdichtungsgehäuse 3, in dem ein erstes Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Verbindungsstruktur 10 angeordnet ist. Die Gasturbine 1 sowie ihre
Komponenten und Elemente können über die drei Hauptrichtungen der Gasturbine, nämlich
die Axialrichtung Ax, die mit der Drehachse der Gasturbine zusammenfällt, die Radialrichtung
R, die senkrecht auf der Drehachse angeordnet ist und von innen nach außen verläuft,
und die Umfangsrichtung U um die Drehachse in Drehrichtung definiert werden.
[0044] Die Verbindungsstruktur 10 weist eine Strebe 20 sowie ein unteres Wandelement 30
und ein oberes Wandelement 30' auf, wobei die beiden Wandelemente 30, 30' durch ein
jeweiliges stetig ausgebildetes unteres Fillet 40 und ein oberes Fillet 40' mit der
Strebe 20 verbunden sind. Die Wandelemente 30, 30' erstrecken sich in Umfangsrichtung
U zylinderförmig. Die Fillets 40, 40' umgeben die Strebe 20 und gehen in das entsprechende
Wandelement 30, 30' über. Die Strebe 20 weist eine Längsachse L parallel zu ihrer
Längserstreckung auf. Die Strebe 20 und ihre Längsachse L können in alternativen Ausführungsformen
auch schräg nach vorne, hinten und/oder zur Seite gekippt zu dem Wandelement 30 und
der Axialrichtung Ax angeordnet sein. Das untere Wandelement 30 weist eine nach außen
gewölbte, konvexe Oberfläche auf, das obere Wandelement 30' hingegen eine nach innen
gewölbte, konkave Oberfläche.
[0045] Auf den beiden Fillets 40, 40' sind erfindungsgemäß jeweils Wurzelabschnitte 50,
50' vorgesehen, so dass in diesen Bereichen die Steifigkeit der Fillets 40 erhöht
ist.
[0046] Die Linie II-II zeigt die Lage der in Fig. 2 und Fig. 3 verwendeten Aufsicht.
[0047] Fig. 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verbindungsstruktur
10 in einer Aufsicht, wobei eine elliptische Strebe 20, ein rechteckiges Wandelement
30 und ein die Strebe 20 und das Wandelement 30 integral verbindendes Fillet 40 dargestellt
sind. Die Strebe 20 ist als Vollkörper ausgebildet. Das Fillet 40 umgibt die Strebe
20 und ein bandförmiger Verlauf der Oberfläche 45 des Fillets 40 von der Strebe 20
zu dem Wandelement 30 ist anhand mehrerer gestrichelt dargestellter Umfangslinien
h
1 bis h
x gezeigt, wobei die innerste Umfangslinie h
1 die dem Betrachter nächste Umfangslinie und die äußerste Umfangslinie h
x die dem Betrachter fernste Umfangslinie ist. Dazwischen sind die weiteren Umfangslinien
h
2 bis h
x-1 in sich für den Betrachter entfernender Reihenfolge von innen nach außen angeordnet.
Dabei ist ein innerer Rand 42 des Fillet 40, der die Strebe 20 und das Fillet 40 abgrenzt,
gleichzeitig die erste Umfangslinie h
1. Die äußerste Umfangslinie h
x ist gleichzeitig der zweite Rand 43 des Fillets 40 und grenzt an das Wandelement
30 an. Die Oberfläche 45 des Fillets 40 geht an dem ersten Rand 42 tangential in eine
Strebenoberfläche 25 und an dem zweiten Rand 43 tangential in eine Wandelementoberfläche
35 über. Die Strebe 20 weist eine Axialrichtung Ax und Querrichtung Q auf, wobei die
Axialrichtung Ax mit der ersten Hauptrichtung der Gasturbine 1 zusammenfällt. Auf
der Axialrichtung Ax verlaufen entlang der Strebe 20 eine Vorderkante 22 und eine
Hinterkante 23 der Strebe 20.
[0048] Die Verbindungsstruktur 10 und damit das Fillet 40 wird von einer Meridianebene E
in zwei Seiten 44, 46 geteilt. Vier durch jeweils einen Wulst 56 gebildete Wurzelabschnitte
50 sind zueinander paarweise auf beide Seiten 44, 46 des Fillets 40 aufgeteilt angeordnet,
wobei ein Paar in einem vorderen und ein Paar Wurzelabschnitte 50 in einem hinteren
Bereich des Fillets 40 vorgesehen ist.
[0049] Die Wulste 56 weisen jeweils einen Kamm 51 auf, der durch gepunktete Linien eingezeichnet
ist. Die Wurzelabschnitte 50 bilden an ihren dem Wandelement 30 zugewandten Ende jeweils
eine Ausbuchtung 41 aus, die das Fillet 40 in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
auf der Oberfläche 35 des Wandelements 30 um 100% verbreitert. Hierdurch wird ein
Kraftfluss vorteilhaft in den seitlichen Bereich der Verbindungsstruktur 10 verlagert.
[0050] Der Kamm 51 verläuft entlang von Linien, die jeweils Linien zwischen aneinandergereihter
Punkte mit maximaler Krümmung der Umfangslinien h und damit - wie weiter unten noch
erläutert wird - erhöhter Streckung S
R sind. Nach außen hin sind die Wurzelabschnitte 50 dabei stärker gestreckt als innen,
so dass vorteilhaft eine Spannung in den dem Wandelement 30 nahen Bereichen der Wurzelabschnitte
50 verlagert ist.
[0051] Eine Verlaufsrichtung L
R des Kamms 51 bildet mit der Querrichtung Q der Strebe 20 einen Wurzelwinkel α
QL, der in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel 20° beträgt. Es kann günstig sein, den
Wurzelwinkel α
QL zu variieren. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der Wurzelwinkel α
QL konstant.
[0052] Beispielhaft ist eine sich entlang einer Umfangslinie h
2 quer zu dem Kamm 51 erstreckende Wurzelbreite B
R der Wurzelabschnitte 50 eingezeichnet und zwar zwischen den zwei zu dem Kamm 51 benachbarten
Punkten maximaler Krümmung 56 auf der Umfangslinie h
2. Weitere Wurzelbreiten B
R können für jeden Wurzelabschnitt 50 und entlang der übrigen Umfangslinien h
3 bis h
x definiert werden. Die Wurzelabschnitte 50 sind in dem dargestellten Beispiel an der
Strebe 20 in einem Ausgangspunkt 53, das heißt der Umfangslinie h
1 minimal klein. Der Ausgangspunkt 53 des Wurzelabschnitts 50 muss nicht auf dem ersten
Rand 42 liegen. Die Wurzelbreiten B
R entlang eines Kamms 51 bilden zusammengenommen und verbunden eine Oberfläche 55 des
entsprechenden Wurzelabschnitts 50 und bilden darüber hinaus zusammen genommen an
ihren Enden Wurzelgrenzlinien 52, die als Strich-Punkt-Linien dargestellt sind. An
einer Spitze 54 des Wurzelabschnitts 50 wird die Breite B
R des Wurzelabschnitts 50 minimal. Die Spitze 54 des Wurzelabschnitts 50 weist einen
auf das Wandelement 30 projizierten maximalen Abstand eines Punktes auf dem Fillet
40 zu der Strebe 20 auf. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel fallen eine Spitze
54 des Wurzelabschnitts 50 und eine Spitze 41 einer Ausbuchtung des Fillets 40 zusammen.
[0053] Eine Filletbreite des Fillets 40 kann anhand von aneinandergereihter Filletbreitenlinien
B
F definiert sein. Entlang des Kamms 51 liegt eine höhere Streckung S
R vor als entlang der Filletbreitenlinien B des Fillets 40, die ebenfalls eine maximale
Krümmung, aber keinen Wurzelabschnitt aufweisen. Solche Filletbreitenlinien B aus
Punkten maximaler Krümmungen der Umfangslinien werden der Einfachheit halber reguläre
Extremlinien B
F,max genannt und sind in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel aufgrund einer elliptischen
Form der Strebe 20 in Axialrichtung Ax vor und hinter der Strebe 20 angeordnet. Die
Strebe 20 weist als eine Basisform eine Ellipse auf, die an den Scheitelpunkten ihrer
Hauptachse zwei Punkte maximaler Krümmung aufweist. Diese Kontur wird an das Fillet
40 weitergegeben und entlang der Breite B des Fillets 40 beibehalten, so dass sich
an den von diesen Punkten ausgehenden Filletbreitenlinien die regulären Extremlinien
B
F,max ergeben. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel konnte die Kontur an dieser Stelle
vorteilhaft aufgrund der Wurzelabschnitte 50 und der damit in dem Seitenbereich seitlich
der Meridianebene E erhöhten Steifigkeit gestaucht werden, so dass sich annähernd
die gleiche Streckung einstellt wie entlang der Filletbreitenlinien B ausgehend von
den Scheitelpunkten der Nebenachse der Ellipse der Strebe 20. Mitunter konnte die
Krümmung an diesen Stellen reduziert werden, was sich vorteilhaft auf die auftretenden
Spannungen auswirkt.
[0054] Die Streckung S
R der Wurzelabschnitte 50 ist gegenüber einer Streckung S außerhalb der Wurzelabschnitte,
insbesondere dieser regulären Extremlinien B
F,max erhöht, und zwar vorliegend um den Faktor 2. Diese Größe ergibt sich aus der erhöhten
Streckung S
R entlang des Kamms 51 und der reduzierten Streckung entlang der regulären Extrem linien
B
F,max. Dadurch wird vorteilhaft ein Kraftfluss im Bereich der Wurzelabschnitte 50 erhöht
und eine Spannung im Bereich der Vorderkante 22 sowie der Hinterkante 23 der Strebe
20 verringert.
[0055] Fig. 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verbindungsstruktur.
Das dritte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich gegenüber dem zweiten Ausführungsbeispiel
darin, dass jeweils paarweise drei zueinander benachbarte Wurzelabschnitte 50 seitlich
der Meridianebene E angeordnet sind. Weiterhin ist die Strebe 20 eine Hohlstrebe.
[0056] Fig. 4 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel einer Verbindungsstruktur 10. Entlang
der parallel zu der Radialrichtung R verlaufenden Vorderkante 22 der Strebe 20 lässt
sich mittels eines Schnittpunkts S der Vorderkante 22 mit dem ersten Rand 42 und der
Axialrichtung Ax eine Meridianebene E definieren, die die Verbindungsstruktur 10 und
damit das Fillet 40 in zwei Seiten teilt. Auf beiden Seiten des Fillets 40 sind jeweils
zwei Wurzelabschnitte 50 ausgebildet, die die Steifigkeit der Verbindungsstruktur
10 positiv, das heißt im Sinne geringerer Materialanforderungen an den Bereich um
die Vorderkante 22 beeinflussen. Die Wurzelabschnitte 50 sind zu der Meridianebene
E paarweise symmetrisch angeordnet.
[0057] Die Wurzelabschnitte 50 haben einen entlang der Umfangslinien h konvexen Höhenverlauf.
In der Nähe der Strebe 20 laufen die Wurzelabschnitte 50 aus und gehen mit dem Fillet
40 tangential in die Strebe 20 über.
[0058] Eine Umfangslinie h
max mit einer größten Krümmung entlang sämtlicher die Umfangslinie h
max schneidenden Filletbreitenlinien B des Fillets 40 teilt das Fillet 40 in einen ersten
und zweiten Filletteil 40a, 40b. Dabei ist eine Streckung des dem Wandelements näheren
zweiten Filletteils 40b entlang der Breitenlinien B größer als eine Streckung des
der Strebe 20 näheren ersten Filletteils 40a. Mit anderen Worten, der dem Wandelement
30 zugewandte Filletteil 40b ist vorteilhaft flacher und breiter ausgebildet als der
der Strebe 20 zugewandte erste Filletteil 40a. Hierdurch ist die Steifigkeit in dem
zweiten Übergangsteilbereich 40b vorteilhaft erhöht, so dass Material an der Vorderkante
22 der Strebe 20 bzw. in dem Fillet 40 eingespart werden kann.
[0059] Fig. 5 zeigt eine schematische Ansicht von oben auf eine Verbindungsstruktur 10 mit
verschiedenen beispielhaften Ausgestaltungen des Wurzelabschnitts 50. Eine Meridianebene
E, die von einer Axialrichtung Ax und einer Vorderkante 22 der Strebe 20 aufgespannt
wird, teilt die Verbindungsstruktur 10 in zwei Seiten. Beginnend im Uhrzeigersinn
von der Zwölf-Uhr-Position sind folgende Ausgestaltungen gezeigt, wobei jeder der
Wurzelabschnitte an jeder Position angeordnet werden kann:
| 50a |
ein vorne, seitlich rechts angeordneter Wurzelabschnitt, der an seinem dem zweiten
Rand 42 zugewandten Ende 53 eine Vielzahl von Verzweigungen in eine Vielzahl von Wurzelunterabschnitten
aufweist |
| 50b |
ein seitlich, vorne, rechts angeordneter von dem ersten Rand 42 zu dem zweiten Rand
43 verlaufender Wurzelabschnitt |
| 50c |
ein seitlich, mittig, rechts angeordneter von dem ersten Rand 42 zu dem zweiten Rand
43 verlaufender Wurzelabschnitt |
| 50d |
ein seitlich, hinten, rechts angeordneter von dem ersten Rand 42 und dem zweiten Rand
43 beabstandeter Wurzelabschnitt |
| 50e |
zwei hinten, seitlich, rechts angeordnete, getrennte Wurzelabschnitte, die sich beide
entlang einer Breitenlinie i zwischen dem ersten Rand 42 und dem zweiten Rand 43 erstrecken |
| 50f |
ein hinten, seitlich, links angeordneter Wurzelabschnitt, der von dem ersten Rand
42 zu dem zweiten Rand 43 verläuft |
| 50g |
ein seitlich, hinten, links angeordneter Wurzelabschnitt, der in Richtung des zweiten
Randes 43 zwei Wurzelunterabschnitte 59 aufweist |
| 50h |
ein seitlich, mittig, links angeordneter von dem ersten Rand 42 zu dem zweiten Rand
43 verlaufender Wurzelabschnitt |
| 50i |
ein seitlich, vorne, links angeordneter von dem ersten Rand 42 zu dem zweiten Rand
43 verlaufender Wurzelabschnitt |
| 50j |
ein vorne, seitlich, links angeordneter Wurzelabschnitt, der zu dem ersten Rand 42
beabstandet ist und bis zu den zweitem Rand 43 verläuft |
[0060] Die Wurzelabschnitte 50b und 50h sowie 50c und 50g bilden Wurzelabschnittspaare,
die zueinander symmetrisch zu der Meridianebene E angeordnet sind.
[0061] In den Fig. 6a bis 6c sind Beispiele zu Belastungspositionen an bevorzugten Ausführungsbeispielen
gezeigt.
[0062] In Fig. 6a sind in einem vierten bevorzugten Ausführungsbeispiel zwei lokal höchste
Belastungspositionen 61, 62 vorne und hinten im Bereich der Vorderkante 22 bzw. Hinterkante
23 der Strebe 20 aufgetreten und entsprechend gezeigt. Wurzelabschnitte 50 sind zu
diesen lokal höchsten Belastungspositionen beabstandet angeordnet, und zwar seitlich
zu der Strebe 20. Auf jeder Seite des Fillets 20 sind drei Wurzelabschnitte 50 vorgesehen,
die zu den Wurzelabschnitten 50 auf der gegenüberliegenden Seite des Fillets 40 paarweise
symmetrisch angeordnet sind. Die Strebe 20 ist eine Hohlstrebe.
[0063] In Fig. 6b sind in einem fünften Ausführungsbeispiel gegenüber dem vierten Ausführungsbeispiel
zusätzlich weitere lokal höchste Belastungspositionen 63 aufgetreten und entsprechend
gezeigt. Hierbei handelt es sich um hohe Kerbspannungen im seitlichen Bereich der
Strebe 20 bzw. des Fillets 40. Die Wurzelabschnitte 50 sind im Wesentlichen mittig
zwischen den Belastungspositionen 61 bis 63 angeordnet. Hierdurch wird vorteilhaft
die stärkste Reduzierung der elastischen Verformung im Belastungsfall erreicht.
[0064] In Fig. 6c sind in dem sechsten Ausführungsbeispiel eine Vielzahl von lokal höchsten
Belastungspositionen 64, 65 in einem dem Wandelement 30 zugewandten Bereich des Fillets
40 aufgetreten und entsprechend gezeigt. Eine jeweilige Verzweigung des Wurzelabschnitts
50 in Wurzelunterabschnitte 59 ist in diesem Fall die bevorzugte Lösung zur Reduzierung
der elastischen Verformung an bzw. um diesen Belastungspositionen 64, 65. Es kann
sein, dass die lokal höchsten Belastungspositionen 64, 65 unterschiedlich starke elastische
Verformungen erwarten lassen, entsprechend sind erhöhten Steifigkeiten der Wurzelabschnitte
50 an diese Belastungsfälle angepasst, insbesondere die Streckung, eine Höhe der Wulst
56 und/oder eine Verdickung der Wurzelabschnitte 50. Beispielsweise kann die lokale
Belastungsposition 65 in einem Eckbereich des Fillets 40 eine größere elastische Verformung
erwarten lassen als die lokale Belastungsposition 64, die näher an der Strebe 20 liegt.
[0065] Es kann generell vorgesehen sein, dass die Streckung und/oder eine Verdickung der
Wurzelabschnitte 50 und/oder der Wurzelunterabschnitte 59 proportional zur erwarteten
elastischen Verformung an der nächstliegenden Belastungsposition 61, 62, 63, 64, 65
ausgebildet ist.
[0066] Fig. 7 zeigt eine Frontansicht der Verbindungsstruktur mit einer Vielzahl die Verbindungsstruktur
schneidender Querschnittsebenen Q
1 bis Q
x, die in der vorliegenden Abbildung normal zu der Längsachse L der Strebe 20 verlaufen.
Weist die Längsachse L einen von einem rechten Winkel abweichenden Winkel zu dem Wandelement
30 auf, so bietet es sich an die Ausrichtungen der Querschnittsebenen Q
1 bis Q
x entsprechend zu korrigieren. Die Querschnittsebenen Q
1 bis Q
x schneiden das Fillet 40 und bilden an den Schnittkanten die Umfangslinien h
1 bis h
x. Alle benachbarten Umfangslinien weisen zueinander projiziert auf die Längserstreckung
der Strebe 20 den gleichen projizierten Abstand 71 wie sämtliche anderen benachbarten
Umfangslinien auf. Dieser projizierte Abstand 71 ist die Höhenabstufung 71 des Gitters.
Die Größe einer Streckung S, S
R ist lokal zwischen zwei den Kamm 51 oder eine Filletbreitenlinie B
F schneidenden benachbarten Umfangslinien h definiert und berechnet sich aus der Wurzel
einer Summe des Quadrats eines auf eine Umfangsebene projizierten Abstandes 72 zwischen
zwei Schnittpunkten von zwei entlang einer Filletbreitenlinie B
F bzw. des Kamms 51 benachbarten Umfangslinien h und des Quadrats der Höhenabstufung
71.
Bezugszeichenliste
[0067]
- 1
- Gasturbine
- 2
- Turbinenzwischengehäuse
- 3
- Lagerdichtungsgehäuse
- 10
- Verbindungsstruktur
- 20
- Strebe
- 22
- Vorderkante der Strebe
- 23
- Hinterkante der Strebe
- 25
- Strebenoberfläche
- 30
- Wandelement
- 35
- Wandelementoberfläche
- 40
- Fillet
- 40a
- der Strebe zugewandtes erstes Filletteil
- 40b
- dem Wandelement zugewandtes zweites Filletteil
- 41
- Ausbuchtung
- 42
- erster Rand
- 43
- zweiter Rand
- 44
- erste Seite des Fillets
- 45
- Oberfläche des Fillets
- 46
- zweite Seite des Fillets
- 50
- Wurzelabschnitt
- 51
- Kamm
- 52
- Wurzelgrenzlinie
- 53
- erstes Ende des Wurzelabschnitts
- 54
- Spitze des Wurzelabschnitts
- 55
- Oberfläche des Wurzelabschnitts,
- 56
- Wulst
- 59
- Wurzelunterabschnitt
- 61
- lokal höchste Belastungsposition
- 62
- lokal höchste Belastungsposition
- 63
- lokal höchste Belastungsposition
- 64
- lokal höchste Belastungsposition
- 65
- lokal höchste Belastungsposition
- Ax
- Axialrichtung
- R
- Radialrichtung
- U
- Umfangsrichtung
- S
- Streckung des Fillets
- BF
- Filletbreite
- BF,min
- minimale Filletbreite
- LR
- Verlaufsrichtung des Kamm
- BR
- Wurzelbreite
- SR
- Wurzelstreckung
1. Verbindungsstruktur (10) zur Lastübertragung, insbesondere in einer Gasturbine (1),
mit
einer Strebe (20) und
zumindest einem Wandelement (30),
wobei die Strebe (20) an einem Ende integral mit dem Wandelement (30) verbunden ist
und wobei die Strebe (20) und das Wandelement (30) zumindest bereichsweise von einem
Fillet (40) umgeben und mit diesem integral verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf dem Fillet (40) ein durch einen Wulst (56) mit einem Kamm (51) gebildeter Wurzelabschnitt
(50) angeordnet ist, der von der Strebe (20) zu dem Wandelement (30) verläuft.
2. Verbindungsstruktur (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Wurzelabschnitt (50) das Fillet (40) auf einer Wandelementoberfläche (35) des
Wandelements (30) um mindestens 5%, insbesondere 10% verbreitert, und/oder dass der
Wurzelabschnitt (50) das Fillet (40) auf der Strebenoberfläche (25) der Strebe (20)
um mindestens 5%, insbesondere 10% verbreitert.
3. Verbindungsstruktur (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Streckung (SR) des Kamms (51) zwischen zwei benachbarten Umfangslinien (h) des Fillets (40) gegenüber
einer Streckung (S) des Fillets (40) außerhalb des Wurzelabschnitts (50), insbesondere
einer Streckung (S) an einer Wurzelgrenzlinie (52), zwischen den beiden Umfangslinien
(h), insbesondere um mindestens 1% und höchstens um 5%, bevorzugt um mindestens 2%
und höchstens 4%, vergrößert ist.
4. Verbindungsstruktur (10) gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Streckung (SR) des Kamms (51) in einem dem Wandelement näheren Bereich des Wurzelabschnitts (50)
größer ist als in einem der Strebe (20) näheren Bereich des Wurzelabschnitts (50).
5. Verbindungsstruktur (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kamm (51) eine Verlaufsrichtung aufweist und zu einer Querrichtung (Q) der Strebe
(20) einen, insbesondere gemittelten, Wurzelwinkel (αQL) aufweist, und wobei der Wurzelwinkel (αQL) in einem Bereich von -80° bis +80°, insbesondere im Bereich von -45° bis +45°, besonders
bevorzugt im Bereich von -30° bis +30°, liegt.
6. Verbindungsstruktur (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kamm (51) eine Verlaufsrichtung (LR) aufweist, und dass der Wurzelabschnitt (50) eine Wurzelbreite (BR) aufweist und dass sich die Wurzelbreite (BR) entlang einer Umfangslinie (h) des Fillets (40) in beide Richtungen quer zu der
Verlaufsrichtung (LR) des Kamms (51) erstreckt und in beide Richtungen zu jeweils einem Punkt maximaler
Krümmung auf der Umfangslinie (h) reicht und dass sich die Wurzelbreite (BR) über zumindest 10%, insbesondere mindestens 5%, besonders bevorzugt mindestens 3%,
und höchstens 15%, insbesondere höchstens 20%, besonders bevorzugt höchstens 30% der
Gesamtlänge der Umfangslinie (h) erstreckt und/oder
dass sich die Wurzelbreite (BR) über zumindest 10%, insbesondere mindestens 5%, besonders bevorzugt mindestens 3%,
und höchsten 15%, insbesondere höchstens 20%, besonders bevorzugt höchstens 30% einer
Gesamtlänge des Kamms (51) der Wulst (56) des Wurzelabschnitts (50) erstreckt und/oder
dass die Wurzelbreite (BR) zumindest entlang von 70% einer Gesamtlänge des Kamms (51) einen Verlauf aufweist,
der sich um weniger als 5% ändert.
7. Verbindungsstruktur (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wurzelabschnitt (50) von einer lokal höchsten Belastungsposition (61, 62, 63)
an der Strebe (20), an dem Wandelement (30) oder an dem Fillet (40) beabstandet angeordnet
ist, insbesondere von einer lokal höchsten Belastungsposition (61) in Axialrichtung
(Ax) vor einer Vorderkante (22) der Strebe (20) und/oder von einer lokal höchsten
Belastungsposition (62) in Axialrichtung (Ax) hinter einer Hinterkante (23) der Strebe
(20).
8. Verbindungsstruktur (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fillet (40) durch eine Trennebene (E), insbesondere Meridianebene (E), in zwei
Seiten (44, 46) geteilt ist, und der zumindest eine Wurzelabschnitt (50) vollständig
auf einer der beiden Seiten (44, 46) der Trennebene (E) angeordnet ist.
9. Verbindungsstruktur (10) gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest auf jeder der beiden Seiten (44, 46) eine Mehrzahl Wurzelabschnitte (50)
insbesondere mindestens drei Wurzelabschnitte (50), besonders bevorzugt vier Wurzelabschnitte
(50), angeordnet sind, dass insbesondere ein erster Wurzelabschnitt (50) der Mehrzahl
Wurzelabschnitte (50) auf einer Seite (44) der Trennebene (E) und ein zweiter Wurzelabschnitt
(50) der Mehrzahl Wurzelabschnitte (50) auf einer anderen Seite (46) der Trennebene
(E), insbesondere symmetrisch zu dem ersten Wurzelabschnitt (50), angeordnet ist und/oder
dass ein dritter Wurzelabschnitt (50) der mehreren Wurzelabschnitte (50) auf einer
Seite (44) der Trennebene (E) und ein vierter Wurzelabschnitt (50) auf einer anderen
Seite (46) der Trennebene (E), insbesondere symmetrisch zu dem dritten Wurzelabschnitt
(50), angeordnet ist.
10. Verbindungsstruktur (10) gemäß einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine gerade Anzahl Wurzelabschnitte (50) als Wurzelabschnittspaare auf
jeder der beiden Seiten (44, 46) angeordnet sind, insbesondere dass die beiden Wurzelabschnitte
(50) jedes Wurzelabschnittspaares symmetrisch zu der aufgespannten Meridianebene (E)
angeordnet und/oder zueinander einen Winkel zwischen 20° und 160° aufweisen.
11. Verbindungsstruktur (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Fillet (40) drei oder vier jeweils durch einen Wulst (56) mit einem Kamm
(51) gebildete Wurzelabschnitte (50) angeordnet sind, die jeweils von der Strebe (20)
zu dem Wandelement (30) verlaufen, wobei mindestens zwei aufeinander folgende, insbesondere
jeweils zwei aufeinander folgende, der drei bzw. vier Wurzelabschnitte (50) unter
einem Winkel im Bereich von 80° bis 170° zueinander verlaufen.
12. Verbindungsstruktur (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Strebe (20) an einem dem Ende gegenüberliegenden Ende integral mit einem weiteren
Wandelement verbunden ist und zur Lastübertragung zwischen dem Wandelement (30) und
dem weiteren Wandelement ausgebildet, bestimmt und/oder geeignet ist.
13. Gasturbine (1), insbesondere Flugtriebwerk, die eine oder mehrere Verbindungsstrukturen
nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Lastübertragung, insbesondere in einem
Eintritts-, Austritts- oder Zwischengehäuse im Verdichter- oder Turbinenbereich und/oder
in einem Lagerbereich aufweist, wobei insbesondere
- eines der beiden Wandelemente nabenseitig eines Strömungskanals der Gasturbine und
das andere der beiden Wandelemente nabenseitig oder gehäuseseitig des Strömungskanals
angeordnet ist,
- eines oder beide der Wandelemente jeweils Teil eines in Umfangsrichtung segmentierten
oder unsegmentierten, integralen, nicht unterbrochenen Rings sind, und/oder
- die Strebe(n) zur Lastübertragung zwischen einem ersten und einem zweiten Statorbauteil
ausgebildet, bestimmt und/oder geeignet ist bzw. sind, wobei eines der beiden Statorbauteile
nabenseitig eines Strömungskanals der Gasturbine und das andere der beiden Statorbauteile
nabenseitig oder gehäuseseitig des Strömungskanals angeordnet ist.