[0001] Die Erfindung betrifft eine Webfachbildungseinrichtung einer Rundwebmaschine, gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine damit ausgestattete Rundwebmaschine.
[0002] Es sind aus dem Stand der Technik allgemein Rundwebmaschinen zur Herstellung von
Geweben bekannt, die ein Rundriet aufweisen, welches koaxial zu einer Hauptwelle der
Rundwebmaschine angeordnet ist. Die Hauptwelle bildet eine Hauptachse der Rundwebmaschine.
Um das Rundriet herum sind Kettbändchen-Führungselemente angeordnet, die zur Zuführung
einer Vielzahl von Kettbändchen zur Rundwebmaschine ausgebildet sind. Webfachbildungseinrichtungen
gruppieren die zugeführten Kettbändchen in zwei Kettbändchenscharen und verleihen
ihnen einander entgegengesetzte Wechselbewegungen, wodurch zwischen den beiden Kettbändchenscharen
ein Webfach geöffnet und geschlossen wird. Ein Webschütze bewegt sich auf einer Umlaufbahn
im geöffneten Webfach um und trägt dabei ein Schussbändchen in das Webfach ein, wodurch
ein Gewebe gebildet wird. Bei modernen Rundwebmaschinen laufen meistens mehrere Webschützen
gleichzeitig in einem jeweiligen Webfach im Rundriet um. Das Gewebe wird durch einen
Webring hindurch abgezogen.
[0003] Das österreichische Patent
AT 385 060 beschreibt einen als Kurbeltrieb ausgebildeten Schaftantrieb einer Rundwebmaschine,
bei der innere und äußere Teilschäfte kreisförmig in zwei Reihen um die Hauptwelle
der Maschine herum angeordnet sind. Die Teilschäfte weisen Ösen zur Führung von Kettbändchen
auf. Jeweils ein innerer und ein äußerer Teilschaft bilden ein durch eine Kurbeltriebanordnung
angetriebenes Teilschäftepaar, wobei die Kurbeltriebanordnung zur Bildung eines Webfaches
dem inneren und dem äußeren Teilschaft eine gegenläufige Hubbewegung erteilt.
[0004] Wenn mehrere Teilschäftepaare gemeinsam angesteuert werden, entsteht ein stufenförmiges
Webfach, im Folgenden auch als Stufenfach bezeichnet.
[0005] Bei neueren Rundwebmaschinen ist der Webfachbildungsantrieb üblicherweise mit Steuerkurven
und Steuerhebeln realisiert. Zur Minimierung der Anzahl an Steuerhebeln werden üblicherweise
mehrere nebeneinander liegende Webfachbildungseinrichtungen zu Gruppen zusammengefasst,
die durch einen oder zwei Steuerhebel gleichzeitig angelenkt werden. Dadurch entsteht
ein stufenförmiges Webfach, welches den Nachteil aufweist, dass es in den Endbereichen
verkürzt ist und aufgrund des geringeren nutzbaren Raums über die ganze Länge gesehen
wenig Platz für den Webschützen bietet. Darüber hinaus wird durch die Stufenform ein
Totraum zwischen zwei aufeinanderfolgenden Webfächern vergrößert, wodurch bei solchen
Rundwebmaschinen eine geringere Anzahl an Webschützen gleichzeitig im Rundriet umlaufen
kann. Eine geringe Anzahl an Webschützen führt zu einer Verringerung der Produktionsgeschwindigkeit
der Rundwebmaschine, wodurch der Ausstoß der Rundwebmaschine verringert wird.
[0006] Die
europäische Patentanmeldung EP 3431643 A1 beschreibt eine Webfachbildungseinrichtung, mittels welcher die Kettfadenhubmittel
beim Öffnen des Webfaches gleichzeitig in eine Hub- und eine Schwenkbewegung versetzt
werden, wobei die Schwenkbewegung um eine Achse erfolgt, die radial zur Hauptachse
der Rundwebmaschine angeordnet ist. So entsteht statt eines im Querschnitt stufenförmigen
Webfaches ein linsenförmiges Webfach. Bei dieser Lösung unterliegen jedoch die Gleitsteine
der Steuerkurve einer erheblichen Gleitreibung, welche eine Belastungsgrenze der Rundwebmaschine
bei höheren Geschwindigkeiten darstellt.
[0007] Die Effizienz einer Rundwebmaschine zeichnet sich im Wesentlichen durch ihre Produktionsgeschwindigkeit,
die Qualität des gebildeten Gewebes und ihren Energieverbrauch aus. Die Obergrenze
der Produktionsgeschwindigkeit ist bestimmt durch die Maximalgeschwindigkeit der Webfachbildung,
beziehungsweise jener des Fachwechsels zwischen geöffnetem und geschlossenem Zustand
des Webfaches, bei welcher sich der Webschützen ohne Kollision mit den das Webfach
begrenzenden Kettbändchen im Wanderfach bewegen kann.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Webfachbildungseinrichtung zur Bildung
eines linsenförmigen Webfaches bereitzustellen, das im Vergleich zu einem stufenförmigen
Webfach mehr Platz für den Webschützen bietet, und die zugleich die Nachteile einer
Lösung mit zusätzlichen Schwenkelementen überwindet, um die Produktionsgeschwindigkeit
zu erhöhen oder den Gesamtdurchmesser der Rundwebmaschine zu verringern. Durch den
linsenförmigen Querschnitt des Webfachs/der Webfächer kann die Zahl an Webschützen,
die gleichzeitig im Rundriet umlaufen, maximiert werden, oder es kann bei gleicher
Anzahl an Webschützen der Abstand zwischen den Webschützen und den Kettbändchen an
den Enden des Webfachs / der Webfächer vergrößert werden, wodurch die Gefahr von Kollisionen
des Webschützen mit Kettbändchen verringert wird und dadurch bedingte Kettbändchenrisse
vermieden werden.
[0009] Bei herkömmlichen Rundwebmaschinen mit Steuerkurven und Steuerhebeln verursacht die
Rollreibung zwischen Steuerkurve und Exzenterrolle einen vergleichsweise hohen Energieverbrauch.
Der vorliegenden Erfindung liegt in einem Aspekt die Aufgabe zugrunde, eine energiesparendere
Rundwebmaschine bereitzustellen.
[0010] Die vorliegende Erfindung löst die gestellten Aufgaben durch Bereitstellung einer
Webfachbildungseinrichtung einer Rundwebmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1
und einer Rundwebmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 20. Vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung und den
Zeichnungen dargelegt.
[0011] Die erfindungsgemäße Webfachbildungseinrichtung einer Rundwebmaschine weist Kettbändchen
tragende Elemente zur Führung von Kettbändchen in zwei Kettbändchenscharen auf, wobei
die Kettbändchen tragenden Elemente den beiden Kettbändchenscharen einander entgegengesetzte
Wechselbewegungen zur Bildung eines Webfaches erteilen. Die Webfachbildungseinrichtung
weisen einen Kurbelantrieb mit einem Kurbelelement, insbesondere einer Kurbelwelle
oder Kurbelscheibe, und zumindest einem mit dem Kurbelelement verbundenen Pleuel auf.
Das Pleuel umfasst einen Längsbalken und einen Querbalken, wobei im Längsbalken ein
erstes Pleuellager ausgebildet ist, das an dem Kurbelelement angelenkt ist und die
Kettbändchen tragenden Elemente am Querbalken des Pleuels angelenkt sind, wobei das
Pleuel ein zweites Pleuellager aufweist, das drehbar und linear verschiebbar an einer
Linearführung geführt ist.
[0012] Bevorzugt weist die Linearführung einen Führungsschlitten und eine den Führungsschlitten
führende Führungsstange auf, wobei das zweite Pleuellager an dem Führungsschlitten
angelenkt ist. Der Führungsschlitten versetzt das zweite Pleuellager entlang der Führungsstange
in eine Hubbewegung. Der Führungsschlitten kann beispielsweise entweder mit Rollenlagern
oder aerostatisch oder magnetisch entlang der Führungsstange geführt sein.
[0013] Um Seitwärtsbewegungen der am Querbalken angeordneten Kettbändchen tragenden Elemente
zu minimieren, ist es zweckmäßig, dass das zweite Pleuellager mittig des Querbalkens
des Pleuels positioniert ist.
[0014] Es ist bevorzugt, dass der Längsbalken und der Querbalken des Pleuels in einem solchen
Winkel zueinander stehen, dass, wenn das erste Pleuellager in einem oberen oder unteren
Totpunkt steht, der Querbalken des Pleuels waagrecht steht.
[0015] Wenn an der erfindungsgemäßen Webfachbildungseinrichtung zumindest zwei einen Längsbalken
und einen Querbalken aufweisende Pleuel vorgesehen sind, können Seitwärtsbewegungen
der am Querbalken angeordneten Kettbändchen tragenden Elemente minimiert werden. Diese
Seitwärtsbewegungen resultieren aus der Kreisbewegung des Querbalkens beim Schwenken
des Pleuels und sind umso größer, je weiter die Kettbändchen tragenden Elemente von
dem zweiten Pleuellager entfernt sind. Werden mehrere Pleuel vorgesehen, so können
die Querbalken entsprechend kürzer ausgebildet sein, wodurch sich die erwähnten Seitwärtsbewegungen
reduzieren.
[0016] Bevorzugte alternative Anordnungen von mehreren Pleueln mit entsprechend verkürzten
Querbalken sind nachfolgend dargelegt.
[0017] In einer ersten Ausführungsform sind die Pleuel mit ihren ersten Pleuellagern an
einer gemeinsamen Anlenkstelle, insbesondere einem gemeinsamen Kurbelzapfen, des Kurbelelements
befestigt, wobei jedes der Pleuel an seinem zweiten Pleuellager in einer eigenen Linearführung
geführt ist.
[0018] In einer zweiten Ausführungsform ist zumindest ein Hauptpleuel mit einem Längsbalken
und einem Querbalken und ein Nebenpleuel mit einem Längsbalken und einem Querbalken
vorgesehen, wobei das Hauptpleuel mit seinem ersten Pleuellager an dem Kurbelelement
angelenkt ist, der Längsbalken des Nebenpleuels am Längsbalken des Hauptpleuels befestigt
ist und das Hauptpleuel und das Nebenpleuel an ihren zweiten Pleuellagern in jeweils
einer eigenen Linearführung geführt sind.
[0019] In einer dritten Ausführungsform sind N (N = 2, 3, ...) Pleuel vorgesehen, wobei
das erste Pleuellager eines jeden Pleuels an einer eigenen Anlenkstelle, vorzugsweise
einem Kurbelzapfen, am Kurbelelement gelagert ist, und jede der Anlenkstellen am Kurbelelement
von ihren benachbarten Anlenkstellen um 360° / N versetzt ist und jedes Pleuel in
einer eigenen Linearführung geführt ist.
[0020] Um die Webfächer möglichst gut einer Linsenform anzunähern, kann weiters erfindungsgemäß
vorgesehen sein, dass die Kettbändchen tragenden Elemente als die Umlenkrollen umschlingende
Ösenbänder oder Schnüre mit in Abschnitten beidseits der Umlenkrollen ausgebildeten
Kettbändchen-Augen bereitgestellt sind.
[0021] Die erfindungsgemäße Webfachbildungseinrichtung lässt sich einfacher und mit weniger
Einzelteilen herstellen als herkömmliche Webfachbildungseinrichtungen, wobei dennoch
eine angenähert linsenförmige Webfachbildung möglich ist, wenn die Kettbändchen tragenden
Elemente als die Umlenkrollen umschlingende Ösenbänder oder Schnüre mit einer ersten
Gruppe von zumindest zwei nebeneinander angeordneten Kettbändchen-Augen und einer
zweiten Gruppe von zumindest zwei nebeneinander angeordneten Kettbändchen-Augen sind,
wobei die beiden Gruppen von Kettbändchen-Augen an Abschnitten des Ösenbands oder
der Schnur beidseits der Umlenkrollen ausgebildet sind. Die Kettbändchen tragenden
Elemente einer Gruppe werden jeweils gemeinsam angelenkt.
[0022] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Webfachbildungseinrichtung
umfassen die Kettbändchen tragenden Elemente die Umlenkrollen umschlingende Maschinenbänder,
in die Litzen mit Haken an ihren Enden eingehängt sind, wobei die Litzen Kettbändchen-Augen
aufweisen.
[0023] Wenn die Drehachsen der Umlenkrollen der Kettbändchen tragenden Elemente schräggestellt
sind, können die Kettbändchen der beiden Kettbändchenscharen bei der Zuführung zum
Webfach nebeneinander vorbeilaufen, ohne sich gegenseitig zu berühren.
[0024] Eine einfache Befestigung der die Kettbändchen tragenden Elemente ergibt sich, wenn
diese Elemente verdrillt am Querbalken des Pleuels angebracht, vorzugsweise angeklemmt,
sind.
[0025] Systembedingt befindet sich das Pleuel nicht auf halber Hubhöhe, wenn sein erstes
Pleuellager im Betrieb des Kurbelantriebs in der 9 Uhr bzw. 3 Uhr Stellung ist, sondern
ist gegenüber der halben Hubhöhe um einen Hubfehler versetzt. Das bewirkt abwechselnd
unterschiedliche Abstände, zu denen die Webfächer geschlossen sind, auch als "Geschlossenfach"
bezeichnet. Anders gesagt, sind die Webfächer abwechselnd länger und kürzer. Wenn
man daher gleich lange Webschützen verwenden möchte, muss man sich für die Auswahl
einer Webschützenlänge an den kürzeren Webfächern orientieren. Alternativ dazu könnte
man abwechselnd längere und kürzere Webschützen verwenden. Beide Maßnahmen erzielen
aber kein optimales Ergebnis. Die Erfindung sieht daher in einem weiteren Aspekt Maßnahmen
vor, um alle Webfächer gleich lang auszubilden bzw. die geschlossenen Zustände aller
Webfächer in gleichen Abständen zu halten.
[0026] Erfindungsgemäß ist es daher bevorzugt, die Webfachbildungseinrichtung mit Kompensationsmitteln
zum Ausgleich von systembedingten Hubfehlern der Pleuel bzw. mit den Pleueln verbundenen
Kettbändchen tragenden Elementen auszustatten.
[0027] Bei einer ersten Ausführungsform der Webfachbildungseinrichtung mit kompensiertem
Hubfehler sind die Kompensationsmittel als ein dem Kurbelantrieb vorgeschaltetes und
den Kurbelantrieb antreibendes Zahnradgetriebe mit elliptischen Zahnrädern, vorzugsweise
elliptischen Stirn- oder Kegelrädern, ausgebildet. Zahnradgetriebe mit elliptischen
Zahnrädern, wie Stirn- oder Kegelrädern, weisen ein periodisch wechselndes Übersetzungsverhältnis
auf und erteilen damit in Kombination mit dem Kurbelantrieb den Kettbändchen tragenden
Elemente eine gleichmäßige, nahezu sinusförmige Hubbewegung. Das Ellipsenrädergetriebe
besteht aus Zahnrädern, deren Wälzkurven Ellipsen sind. Die Drehpunkte der Zahnräder
liegen in einem der Ellipsenbrennpunkte, die gegenüber ihren Ellipsenmittelpunkten
die lineare Exzentrizität besitzen. Die Größe der Exzentrizität bestimmt die Variation
des Übersetzungsverhältnisses und ist abhängig vom Kurbelverhältnis.
[0028] In einer zweiten Ausführungsform sind die Kompensationsmittel als ein den Kurbelantrieb
antreibender, Ausgleichsbewegungen durchführender elektrischer Einzelantrieb ausgebildet.
Diese Einzelantriebe können elektronisch gesteuert werden, sodass sie mittels einer
Ausgleichsbewegung das erforderliche Bewegungsprofil bereitstellen.
[0029] In einer dritten Ausführungsform sind die Kompensationsmittel als getrennter Antriebsstrang
des Kurbelantriebs ausgebildet, wobei der getrennte Antriebsstrang eine Antriebswelle
mit einem Mitnehmer und eine Kurbelwelle mit einem Mitnehmerstein aufweist, wobei
die Rotationsachsen der Antriebswelle und der Kurbelwelle parallel zueinander um einen
Korrekturabstand voneinander versetzt angeordnet sind. Das wesentliche Merkmal dieser
Ausführungsform ist, dass die Rotationsachsen der Antriebswelle und der angetriebenen
Kurbelwelle einen parallelen Versatz zueinander aufweisen und nur über ein Mitnehmerelement
formschlüssig verbunden sind.
[0030] In einer vierten Ausführungsform sind die Kompensationsmittel als eine dem Kurbelantrieb
vorgeschaltete und den Kurbelantrieb antreibende Kardanwelle ausgebildet, wobei ein
Beugewinkel der Kardanwelle so eingestellt ist, dass der daraus resultierende Kardanfehler
den Hubfehler kompensiert.
[0031] Die Erfindung umfasst auch eine Rundwebmaschine mit einem Rundriet und mit Kettbändchen-Führungselementen,
die um das Rundriet der Rundwebmaschine herum zur Zuführung einer Vielzahl von Kettbändchen
zur Rundwebmaschine angeordnet sind, mit mehreren im Rundriet umlaufenden Webschützen
zum Eintragen von Schussbändchen in von den Kettbändchen gebildeten Webfächern und
mit einem Hauptantrieb zum Antreiben der Webschützen, wobei die Rundwebmaschine eine
Vielzahl der oben definierten erfindungsgemäßen Webfachbildungseinrichtungen umfasst,
die um das Rundriet herum angeordnet sind, wobei die Webfachbildungseinrichtungen
direkt oder indirekt vom Hauptantrieb angetrieben werden.
[0032] Bevorzugt werden die Kurbelelemente der Webfachbildungseinrichtungen über eine mit
dem Hauptantrieb in Wirkverbindung stehende Zahnradverbindung, vorzugsweise eine Kegelradverbindung,
oder über mit dem Hauptantrieb in Wirkverbindung stehende Zahnriemen rotiert.
[0033] Die Erfindung wird nun anhand von nicht einschränkenden Ausführungsbeispielen unter
Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert.
Die Figuren 1A, 1B und 1C zeigen eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Webfachbildungseinrichtung in Vorderansicht, Seitenansicht und von oben.
Die Figuren 2A und 2B zeigen eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Webfachbildungseinrichtung
in Vorderansicht und Seitenansicht.
Die Figuren 3A und 3B zeigen eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Webfachbildungseinrichtung
in Vorderansicht und Seitenansicht.
Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Webfachbildungseinrichtung
schematisch in der Perspektive.
Fig. 5 zeigt schematisch die Bildung von linsenförmigen Webfächern mit zu kompensierenden
Hubfehlern.
Fig. 6 zeigt schematisch eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Webfachbildungseinrichtung
mit Hubfehlerkompensation.
Fig. 7 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Webfachbildungseinrichtung
mit Hubfehlerkompensation.
[0034] In den Figuren 1A, 1B und 1C ist eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Webfachbildungseinrichtung 1 einer Rundwebmaschine in Vorderansicht, Seitenansicht
und von oben dargestellt. Die Webfachbildungseinrichtung 1 weist eine Vielzahl von
Kettbändchen tragenden Elementen 2 zur Führung von Kettbändchen 3, 4 in zwei Kettbändchenscharen
3a, 4a auf, wobei die Kettbändchen tragenden Elemente 2 den beiden Kettbändchenscharen
3a, 4a einander entgegengesetzte Wechselbewegungen zur Bildung eines Webfaches 5 erteilen,
wobei jedes der Kettbändchen tragenden Elemente 2, zwei Umlenkrollen 6, 6 umschlingt.
Die kettbändchentragenden Elemente 2 können beispielsweise als Ösenbänder, Schnüre
oder Litzen mit in Abschnitten beidseits der Umlenkrollen 6 ausgebildeten Kettbändchen-Augen
2a ausgebildet sein. Die Drehachsen 6a der Umlenkrollen 6 sind schräggestellt, so
dass die Kettbändchen 3, 4 der beiden Kettbändchenscharen 3a, 4a bei der Zuführung
zum Webfach 5 nebeneinander vorbeilaufen, ohne sich gegenseitig zu berühren. In einem
jeden Webfach 5 läuft in einem Rundriet 12 einer Rundwebmaschine ein nicht dargestellter
Webschützen um und gibt dabei den von ihm auf einer Rolle mitgeführten Schussfaden
an den Rand des sich bildenden Gewebes ab. Um das Rundriet 12 herum ist eine Vielzahl
der erfindungsgemäßen Webfachbildungseinrichtungen 1 angeordnet, die direkt oder indirekt
vom Hauptantrieb der Rundwebmaschine angetrieben werden. Zweckmäßig werden die Kurbelelemente
7 der Webfachbildungseinrichtungen 1 über eine mit dem Hauptantrieb in Wirkverbindung
stehende Zahnradverbindung, vorzugsweise eine Kegelradverbindung, oder über mit dem
Hauptantrieb in Wirkverbindung stehende Zahnriemen rotiert. Kettbändchen-Führungselemente
sind um das Rundriet 12 der Rundwebmaschine herum zur Zuführung einer Vielzahl von
Kettbändchen zur Rundwebmaschine angeordnet. Es sind mehrere im Rundriet 12 umlaufende
Webschützen zum Eintragen von Schussbändchen in von den Kettbändchen gebildeten Webfächern
5 vorgesehen. Mit Ausnahme der Webfachbildungseinrichtungen 1 gemäß der Erfindung
sind solche Rundwebmaschinen dem Fachmann bekannt und können wie beispielsweise in
der
EP 3431643 A1 beschrieben ausgeführt sein.
[0035] Die Webfachbildungseinrichtung 1 weist einen Kurbelantrieb mit einem Kurbelelement
7, insbesondere einer Kurbelwelle oder Kurbelscheibe, und zumindest einem mit dem
Kurbelelement 7 verbundenen Pleuel 8 auf. Das Kurbelelement 7 wird von einem Kurbelantrieb
13 angetrieben, der in diesem Ausführungsbeispiel eine drehbar gelagerte Antriebswelle
13a und ein mit der Antriebswelle 13a drehfest verbundenes Kegelzahnrad 13b umfasst,
das mit einem nicht dargestellten Hauptantrieb einer Rundwebmaschine verbindbar ist.
Das Pleuel umfasst einen Längsbalken 8a und einen Querbalken 8b, wobei im Längsbalken
8a ein erstes Pleuellager 8c ausgebildet ist, das an dem Kurbelelement 7 an einem
Kurbelzapfen 7a angelenkt ist und die Kettbändchen tragenden Elemente 2 am Querbalken
8b des Pleuels 8 angelenkt sind, wobei das Pleuel 8 ein zweites Pleuellager 8d aufweist,
das drehbar und linear verschiebbar an einer Linearführung 9 geführt ist. Die Linearführung
9 umfasst einen Führungsschlitten 10 und eine den Führungsschlitten 10 führende Führungsstange
11, wobei das zweite Pleuellager 8d an dem Führungsschlitten 10 angelenkt ist. Der
Führungsschlitten 10 ist bevorzugt entweder mit Rollenlagern oder aerostatisch oder
magnetisch entlang der Führungsstange 11 geführt, um möglichst geringen Reibungswiderstand
aufzuweisen. Das zweite Pleuellager 8d ist mittig des Querbalkens 8b des Pleuels 8
positioniert, sodass links und rechts vom zweiten Pleuellager 8d jeweils die gleiche
Anzahl an Kettbändchen tragenden Elementen 2 angeordnet sind. Der Längsbalken 8a und
der Querbalken 8b des Pleuels 8 stehen in einem solchen Winkel zueinander, dass, wenn
das erste Pleuellager 8c in einem oberen (12 Uhr Position) oder unteren (6 Uhr Position)
Totpunkt des Kurbelelements 7 steht, der Querbalken 8b des Pleuels 8 waagrecht steht.
Im Ausführungsbeispiel der Figuren 1A-1C beträgt dieser Winkel zwischen dem Längsbalken
8a und dem Querbalken 8b 90°. Die Kettbändchen tragenden Elemente 2 sind an den Querbalken
8b des Pleuels 8 mit Anlenkungen 8e, z.B. Zapfen, angelenkt.
[0036] Die Drehbewegung des Kurbelelements wird durch den Längsbalken 8a des Pleuels 8 in
eine Linearbewegung des Pleuels 8 umgewandelt. Das gilt genau genommen jedoch nur
für das zweite Pleuellager 8d, das am Führungsschlitten 10 angelenkt ist. Der Querbalken
8b des Pleuels 8 führt zusätzlich eine Schwenkbewegung um das zweite Pleuellager 8d
aus. Diese Schwenkbewegung des Querbalkens 8b führt zu einer gewissen hin-und-her
Seitwärtsbewegung der am Querbalken 8b angeordneten Kettbändchen tragenden Elemente
2, die umso größer ist, je weiter entfernt vom zweiten Pleuellager 8d (d.h. dem Schwenkpunkt)
ein Kettbändchen tragendes Element 2 am Querbalken 8b angeordnet ist. Der Abstand
der Lagerung eines Kettbändchen tragenden Elementes 2 am Querbalken 8b vom zweiten
Pleuellager 8d definiert nämlich den Schwenkradius. Die beschriebene Seitwärtsbewegung
ist unerwünscht und soll daher minimiert werden. Dies gelingt, indem die Länge des
Querbalkens 8b gering gehalten wird. Da diese Länge jedoch nicht beliebig reduziert
werden kann, sondern geometrisch von der Anzahl der Kettbändchen tragenden Elemente
2 und ihrem Abstand voneinander abhängt, sieht die Erfindung in weiteren Ausführungsformen
vor, die Anzahl der Pleuel zu erhöhen, wodurch die Länge eines jeden Querbalkens 8b
kurz gehalten werden kann.
[0037] Nachfolgend werden vorteilhafte Ausführungsformen von erfindungsgemäßen Webfachbildungseinrichtungen,
die jeweils mit mehreren Pleueln 8 mit entsprechend verkürzten Querbalken 8b ausgestattet
sind, beschrieben.
[0038] In den Figuren 2A und 2B ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Webfachbildungseinrichtung
1 gezeigt, an der insgesamt vier Pleuel 8 an einem Kurbelelement 7 angelenkt sind.
Jeweils zwei Pleuel 8 sind mit ihren ersten Pleuellagern 8c direkt oder indirekt an
einer gemeinsamen Anlenkstelle, insbesondere einem gemeinsamen Kurbelzapfen 7a, des
Kurbelelements 7 befestigt und jedes der Pleuel 8 ist an seinem zweiten Pleuellager
8d in einer eigenen Linearführung 9 geführt. Das Kurbelelement 7 ist als Kurbelscheibe
ausgeführt, die zwei Kurbelzapfen 7a sind um 180° zueinander versetzt angeordnet,
wobei sich ein Kurbelzapfen 7a an der Vorderseite und ein Kurbelzapfen 7a an der Rückseite
der Kurbelscheibe befindet. Wie man aus der Zeichnung erkennt, sind bei dieser Ausführungsform
Längsbalken 8a und Querbalken 8b des Pleuels in von 90° abweichenden Winkeln in Bezug
aufeinander angeordnet. Unter direkter Befestigung eines Pleuels 8 an der Anlenkstelle
am Kurbelelement 7 ist zu verstehen, dass das erste Pleuellager 8c unmittelbar mit
dem Kurbelzapfen 7a verbunden ist. Unter indirekter Befestigung eines Pleuels 8 an
der Anlenkstelle am Kurbelelement 7 ist zu verstehen, dass es ein Hauptpleuel 8 mit
einem Längsbalken 8a und einem Querbalken 8b gibt, das mit seinem ersten Pleuellager
8c direkt am Kurbelelement 7 angelenkt ist (direkte Verbindung), und dass es weiters
ein Nebenpleuel 8' mit einem Längsbalken 8a und einem Querbalken 8b gibt, wobei der
Längsbalken 8a des Nebenpleuels 8' an einer Nebenpleuel-Anlenkstelle 8f des Längsbalkens
8a des Hauptpleuels 8 befestigt ist und das Hauptpleuel 8 und das Nebenpleuel 8' an
ihren zweiten Pleuellagern 8d in jeweils einer eigenen Linearführung 9 geführt sind.
Das Nebenpleuel 8' ist somit mit dem Kurbelelement 7 nur indirekt verbunden und wird
vom Hauptpleuel 8 mitgeführt.
[0039] In einer vereinfachten Ausführungsform der Webfachbildungseinrichtung 1 gemäß den
Figuren 2A und 2B kann das Nebenpleuel 8' weggelassen werden, sodass nur die Hauptpleuel
8 verbleiben. Dann ergibt sich eine Ausführungsform, bei der N (N = 2 in diesem Beispiel,
kann aber auch eine natürliche Zahl größer 2 sein) Pleuel 8 vorgesehen sind, wobei
das erste Pleuellager 8c eines jeden Pleuels 8 an einer eigenen Anlenkstelle, hier
einem eigenen Kurbelzapfen 7a, am Kurbelelement 7 gelagert ist, und jede der Anlenkstellen
am Kurbelelement 7 von ihren benachbarten Anlenkstellen um 360° / N versetzt ist und
jedes Pleuel 8 in einer eigenen Linearführung 9 geführt ist.
[0040] Die Webfachbildungseinrichtungen 1 gemäß den Figuren 1A-1C und 2A-2B zeichnen sich
dadurch aus, dass die Kettbändchen tragenden Elemente 2 als separate Elemente ausgebildet
sind, von denen jedes einzeln an einem Querbalken 8b eines Pleuels 8 angelenkt ist.
Dadurch ergibt sich ein perfekt linsenförmiges Webfach 5. Während bei der Webfachbildungseinrichtung
1 von Fig. 1A-1C die Kettbändchen tragenden Elemente 2 als die Umlenkrollen 6 umschlingende
Ösenbänder oder Schnüre mit in Abschnitten beidseits der Umlenkrollen ausgebildeten
Kettbändchen-Augen 2a bereitgestellt sind, laufen bei der Webfachbildungseinrichtung
1 von Fig. 2A-2B die Kettbändchen tragenden Elemente 2 nicht um Umlenkrollen um, sondern
sind mit einem Ende an den Anlenkungen 8e der Querbalken 8b der Pleuel 8 befestigt
und mit einem zweiten Ende an Befestigungspunkte 14a eines Haltebalkens 14 montiert,
der in seinen Abmessungen dem Querbalken 8b des Pleuels 8 entspricht. Die Befestigungspunkt
14a sind in gleichen Abständen zueinander angeordnet wie die Anlenkungen 8e des Querbalkens
8b des Pleuels. Der Haltebalken 14 ist um ein Haltebalkenlager 14b schwenkbar, das
an einem Ende eines Distanzhalters 15, der z.B. als Stange oder Rohr ausgebildet ist,
sitzt. Der Distanzhalter 15 ist auch mit dem Führungsschlitten 10 der Linearführung
9 verbunden und wird vom Pleuel 8 entlang der Linearführung 9 mitgeführt, so dass
der Abstand zwischen dem Querbalken 8b des Pleuels 8und dem Haltebalken immer konstant
bleibt. Das Schwenken des Querbalkens 8b überträgt sich durch die Kettbändchen tragenden
Elemente 2 auf den Haltebalken 14, der somit parallel zum Querbalken 8b des Pleuels
8 geschwenkt wird.
[0041] Bei einer Variante der oben beschriebenen Ausführungsform der Webfachbildungseinrichtung
1 mit weniger Einzelteilen, die aber dennoch angenähert linsenförmige Webfächer 5
bildet, sind nicht alle Kettbändchen tragenden Elemente 2 als einzeln bewegliche Teile
ausgeführt, sondern sind die Kettbändchen tragenden Elemente 2 als die Umlenkrollen
6 umschlingende Ösenbänder oder Schnüre mit einer ersten Gruppe von zumindest zwei
nebeneinander angeordneten Kettbändchen-Augen 2a und einer zweiten Gruppe von zumindest
zwei nebeneinander angeordneten Kettbändchen-Augen 2a ausgebildet, wobei die beiden
Gruppen von Kettbändchen-Augen 2a an Abschnitten des Ösenbands, der Schnur oder der
Litze beidseits der Umlenkrollen 6 ausgebildet sind.
[0042] Bei einer in den Figuren 3A und 3B in Vorderansicht bzw. Seitenansicht schematisch
dargestellten Ausführungsform der Webfachbildungseinrichtung 1 umfassen die Kettbändchen
tragenden Elemente 2 die Umlenkrollen 6 umschlingende Maschinenbänder 16, in die Litzen
17 mit Haken 17a an ihren Enden eingehängt sind.
[0043] In einer weiteren Ausführungsform der Webfachbildungseinrichtung 1, dargestellt in
Fig. 4, sind die Kettbändchen tragenden Elemente 2 als Bänder ausgebildet, in die
die Kettbändchen-Augen 2a eingearbeitet sind, wobei die Bänder um die Umlenkrollen
6, 6 herumgeführt und an einer Verbindungsstelle 2b miteinander verbunden sind, um
ein Endlosband zu ergeben. Weiters sind die Bänder um 180° verdrillt (bei 2c) und
sind im Bereich ihrer Verdrillung an Klemmstellen 8g des Querbalkens 8b des Pleuels
8 mittels Klemmung befestigt.
[0044] Wie in Fig. 5 gezeigt, in der eine vollständige, im Gegenuhrzeigersinn ausgeführte
Drehung eines als Kurbelarm ausgebildeten Kurbelelements 7 um 360°, abgebildet als
Uhrzeiten (3h, 12h, 9h, 6h, 3h) erläutert ist, befindet sich das Pleuel 8 nicht auf
halber Hubhöhe, wenn sein erstes Pleuellager 8c im Betrieb des Kurbelantriebs in der
9 Uhr bzw. 3 Uhr Stellung ist, sondern ist gegenüber der halben Hubhöhe des zweiten
Pleuellagers 8d um einen Hubfehler HF versetzt. Das bewirkt abwechselnd unterschiedliche
Abstände F1, F2, zu denen die Webfächer 5, 5' geschlossen sind, auch als "Geschlossenfach"
bezeichnet. Anders gesagt, ist durch diesen Hubfehler HF das Webfach 5 kürzer als
das benachbarte Webfach 5'.
[0045] Um diesen Hubfehler HF auszugleichen, sieht die Erfindung Kompensationsmittel vor,
um alle Webfächer 5 gleich lang auszubilden bzw. die geschlossenen Zustände aller
Webfächer 5 in gleichen Abständen zu halten.
[0046] In einer ersten Ausführungsform, schematisch dargestellt in Fig. 6, sind die Kompensationsmittel
als ein dem Kurbelantrieb 13 vorgeschaltetes und den Kurbelantrieb 13 antreibendes
Zahnradgetriebe 19 mit elliptischen Zahnrädern 19a, 19b ausgebildet. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel sind die elliptischen Zahnräder 19a, 19b als elliptische Kegelräder
ausgebildet. Alternativ dazu könnten sie auch als elliptische Stirnräder ausgebildet
sein, wobei bei beiden Typen von Zahnrädern die Wälzkurven Ellipsen sind. Zahnradgetriebe
19 mit elliptischen Zahnrädern weisen ein periodisch wechselndes Übersetzungsverhältnis
auf und erteilen damit in Kombination mit dem Kurbelantrieb 13 den Kettbändchen tragenden
Elementen 2 eine gleichmäßige, nahezu sinusförmige Hubbewegung. Die Drehpunkte der
Ellipsen-Zahnräder 19a, 19b liegen in einem der Ellipsenbrennpunkte, die gegenüber
ihren Ellipsenmittelpunkten die lineare Exzentrizität besitzen. Die Größe der Exzentrizität
bestimmt die Variation des Übersetzungsverhältnisses und ist abhängig vom Kurbelverhältnis.
Das Kegelrad 19a wird von einer Zwischenwelle 20 angetrieben, die wiederum über ein
Zahnradgetriebe 21 von der Hauptwelle 18 der Rundwebmaschine angetrieben wird.
[0047] In einer in Fig. 7 schematisch dargestellten Ausführungsform der Webfachbildungseinrichtung
1 sind die Kompensationsmittel als getrennter Antriebsstrang des Kurbelantriebs 13
ausgebildet, wobei der getrennte Antriebsstrang eine exzentrische Antriebswelle S1
mit einem Mitnehmer C1 und eine Kurbelwelle S2 mit einem Mitnehmerstein C2 aufweist,
wobei die Rotationsachsen der Antriebswelle S1 und der Kurbelwelle S2 parallel zueinander
um einen Korrekturabstand K voneinander versetzt angeordnet sind. Das wesentliche
Merkmal dieser Ausführungsform ist, dass die Rotationsachsen der Antriebswelle S1
und der angetriebenen Kurbelwelle S2 einen parallelen Versatz zueinander aufweisen
und nur über die Mitnehmerelemente C1, C2 formschlüssig verbunden sind. Die Antriebswelle
S1 wird dabei, z.B. über ein Zahnradgetriebe mit einem fixen Übersetzungsverhältnis
i = Anzahl der Schützen/2, von der Hauptwelle der Rundwebmaschine angetrieben und
überträgt mittels des Mitnehmers C1 diese gleichförmige Rotationsbewegung auf den
Mitnehmerstein C2 der Kurbelwelle S2, der dann aufgrund des Korrekturabstands K zwischen
der Antriebswelle S1 und der Kurbelwelle S2 eine ungleichförmige Rotationsbewegung
der Kurbelwelle S2 auslöst.
[0048] Der Kurbelantrieb 13 des Kurbelelements 7 ist mit der Kurbelwelle C2 kraftschlüssig
verbunden und führt demnach die Hubbewegung des Pleuels 8 derart aus, dass bei 90°
(9 Uhr) und 270° (3 Uhr) das Pleuel 8 genau die Mittenstellung zwischen dem oberen
Totpunkt OT (bei 0° bzw. 12 Uhr) und dem unteren Totpunkt UT (bei 180° bzw. 6 Uhr)
einnimmt. Die Distanz zwischen dem oberen Totpunkt OT und dem unteren Totpunkt UT
ist die Hubhöhe H, die Mittenstellung des Pleuels 8 liegt somit bei der halben Hubhöhe
H/2.
[0049] In einer in den Zeichnungen nicht dargestellten Ausführungsform sind die Kompensationsmittel
als ein den Kurbelantrieb antreibender, Ausgleichsbewegungen durchführender elektrischer
Einzelantrieb ausgebildet. Diese Einzelantriebe können elektronisch gesteuert werden,
so dass sie mittels einer Ausgleichsbewegung das erforderliche Bewegungsprofil bereitstellen.
[0050] In einer weiteren, in den Zeichnungen nicht dargestellten Ausführungsform sind die
Kompensationsmittel als eine dem Kurbelantrieb vorgeschaltete und den Kurbelantrieb
antreibende Kardanwelle ausgebildet, wobei ein Beugewinkel der Kardanwelle so eingestellt
ist, dass der daraus resultierende Kardanfehler den Hubfehler kompensiert.
Bezugszeichenliste:
[0051]
- 1
- Webfachbildungseinrichtung
- 2
- Kettbändchen tragende Elemente
- 2a
- Kettbändchen-Augen
- 2b
- Verbindungsstelle für bandförmige Elemente 2
- 2c
- Verdrillung von bandförmigen Elementen 2
- 3,4
- Kettbändchen
- 3a, 4a
- Kettbändchen-Scharen
- 5,5'
- Webfach
- 6
- Umlenkrollen
- 6a
- Drehachse der Umlenkrolle
- 7
- Kurbelelement, z.B. Kurbelwelle oder Kurbelscheibe
- 7a
- Kurbelzapfen
- 8
- Pleuel, Hauptpleuel
- 8'
- Nebenpleuel
- 8a
- Längsbalken des Pleuels
- 8b
- Querbalken des Pleuels
- 8c
- 1. Pleuellager im Längsbalken des Pleuels, am Kurbelement 7 angelenkt
- 8d
- 2. Pleuellager im Querbalken des Pleuels, an Linearführung 9 geführt
- 8e
- Anlenkung für Element 2 am Pleuel
- 8f
- Nebenpleuel-Anlenkstelle
- 8g
- Klemmstelle am Querbalken 8b
- 9
- Linearführung
- 10
- Führungsschlitten
- 11
- Führungsstange
- 12
- Rundriet
- 13
- Kurbelantrieb
- 13a
- Antriebswelle des Kurbelantriebs
- 13b
- Kegelzahnrad des Kurbelantriebs, mit Hauptantrieb verbunden
- 14
- Haltebalken
- 14a
- Befestigungspunkte
- 14b
- Haltebalkenlager
- 15
- Distanzhalter
- 16
- Maschinenband
- 17
- Litze
- 17a
- Haken an Litze 17
- 18
- Hauptwelle der Rundwebmaschine
- 19
- elliptisches Zahnradgetriebe
- 19a, 19b
- elliptische Zahnräder
- 20
- Zwischenwelle
- 21
- Zahnradgetriebe
- S1
- exzentrische Antriebswelle
- C1
- Mitnehmer der exzentrischen Antriebswelle
- S2
- Kurbelwelle
- C2
- Mitnehmerstein der Kurbelwelle
- K
- Korrekturabstand
- H
- Hubhöhe
- OT
- oberer Totpunkt
- UT
- unterer Totpunkt
1. Webfachbildungseinrichtung (1) einer Rundwebmaschine, mit Kettbändchen tragenden Elementen
(2) zur Führung von Kettbändchen (3, 4) in zwei Kettbändchenscharen (3a, 4a), wobei
die Kettbändchen tragenden Elemente (2) den beiden Kettbändchenscharen (3a, 4a) einander
entgegengesetzte Wechselbewegungen zur Bildung eines Webfaches (5) erteilen, dadurch gekennzeichnet, dass die Webfachbildungseinrichtung (1) einen Kurbelantrieb mit einem Kurbelelement (7),
insbesondere einer Kurbelwelle oder Kurbelscheibe, und zumindest einem mit dem Kurbelelement
verbundenen Pleuel (8) aufweist, wobei das Pleuel (8) einen Längsbalken (8a) und einen
Querbalken (8b) umfasst, wobei im Längsbalken (8a) ein erstes Pleuellager (8c) ausgebildet
ist, das an dem Kurbelelement (7) angelenkt ist und die Kettbändchen tragenden Elemente
(2) am Querbalken (8b) des Pleuels (8) angelenkt sind, wobei das Pleuel (8) ein zweites
Pleuellager (8d) aufweist, das drehbar und linear verschiebbar an einer Linearführung
(9) geführt ist.
2. Webfachbildungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearführung (9) einen Führungsschlitten (10) und eine den Führungsschlitten
führende Führungsstange (11) aufweist, wobei das zweite Pleuellager (8d) an dem Führungsschlitten
(10) angelenkt ist.
3. Webfachbildungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Pleuellager (8d) mittig des Querbalkens (8b) des Pleuels (8) positioniert
ist.
4. Webfachbildungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Längsbalken (8a) und der Querbalken (8b) des Pleuels (8) in einem solchen Winkel
zueinander stehen, dass, wenn das erste Pleuellager (8c) in einem oberen oder unteren
Totpunkt steht, der Querbalken (8b) des Pleuels (8) waagrecht steht.
5. Webfachbildungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei einen Längsbalken (8a) und einen Querbalken (8b) aufweisende Pleuel
(8) vorgesehen sind.
6. Webfachbildungseinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Pleuel (8) mit ihren ersten Pleuellagern (8c) an einer gemeinsamen Anlenkstelle,
insbesondere einem gemeinsamen Kurbelzapfen (7a), des Kurbelelements (7) befestigt
sind und jedes der Pleuel (8) an seinem zweiten Pleuellager (8d) in einer eigenen
Linearführung (9) geführt ist.
7. Webfachbildungseinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Hauptpleuel (8) mit einem Längsbalken (8a) und einem Querbalken (8b)
und ein Nebenpleuel (8') mit einem Längsbalken (8a) und einem Querbalken (8b) vorgesehen
ist, wobei das Hauptpleuel (8) mit seinem ersten Pleuellager (8c) an dem Kurbelelement
(7) angelenkt ist, der Längsbalken (8a) des Nebenpleuels (8') am Längsbalken (8a)
des Hauptpleuels (8) befestigt ist und das Hauptpleuel (8) und das Nebenpleuel (8')
an ihren zweiten Pleuellagern (8d) in jeweils einer eigenen Linearführung (9) geführt
sind.
8. Webfachbildungseinrichtung nach Anspruch 5 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass N (N = 2, 3, ...) Pleuel (8) vorgesehen sind, wobei das erste Pleuellager (8c) eines
jeden Pleuels (8) an einer eigenen Anlenkstelle, vorzugsweise einem Kurbelzapfen (7a),
am Kurbelelement (7) gelagert ist, und jede der Anlenkstellen am Kurbelelement (7)
von ihren benachbarten Anlenkstellen um 360° / N versetzt ist und jedes Pleuel (8)
in einer eigenen Linearführung (9) geführt ist.
9. Webfachbildungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettbändchen tragenden Elemente (2) als separate die Umlenkrollen (6) umschlingende
Ösenbänder oder Schnüre oder als in die Umlenkrollen (6) umschlingende Maschinenbänder
eingehängte Litzen mit in Abschnitten beidseits der Umlenkrollen ausgebildeten Kettbändchen-Augen
(2a) bereitgestellt sind.
10. Webfachbildungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettbändchen tragenden Elemente (2) als die Umlenkrollen (6) umschlingende Ösenbänder
oder Schnüre mit einer ersten Gruppe von zumindest zwei nebeneinander angeordneten
Kettbändchen-Augen (2a) und einer zweiten Gruppe von zumindest zwei nebeneinander
angeordneten Kettbändchen-Augen (2a) ausgebildet sind, wobei die beiden Gruppen von
Kettbändchen-Augen (2a) an Abschnitten des Ösenbands oder der Schnur beidseits der
Umlenkrollen (6) ausgebildet sind.
11. Webfachbildungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettbändchen tragenden Elemente (2) die Umlenkrollen (6) umschlingende Maschinenbänder
(16), in die Litzen (17) mit Haken (17a) an ihren Enden eingehängt sind, umfassen,
wobei die Litzen (17) Kettbändchen-Augen (2a) aufweisen.
12. Webfachbildungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachsen (6a) der Umlenkrollen (6) der Kettbändchen tragenden Elemente (2)
schräggestellt sind, sodass die Kettbändchen (3, 4) der beiden Kettbändchenscharen
(3a, 4a) bei der Zuführung zum Webfach (5) nebeneinander vorbeilaufen, ohne sich gegenseitig
zu berühren.
13. Webfachbildungseinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsschlitten (10) entweder mit Rollenlagern oder aerostatisch oder magnetisch
entlang der Führungsstange (11) geführt ist.
14. Webfachbildungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettbändchen tragenden Elemente (2) verdrillt am Querbalken (8b) des Pleuels
(8) angebracht, vorzugsweise angeklemmt (8g), sind.
15. Webfachbildungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Webfachbildungseinrichtung (1) Kompensationsmittel zum Ausgleich von Hubfehlern
(HF) der Pleuel (8) aufweist.
16. Webfachbildungseinrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Kompensationsmittel als ein dem Kurbelantrieb (13) vorgeschaltetes und den Kurbelantrieb
(13) antreibendes Zahnradgetriebe (19) mit elliptischen Zahnrädern (19a, 19b) vorzugsweise
elliptischen Stirn- oder Kegelrädern, ausgebildet sind.
17. Webfachbildungseinrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Kompensationsmittel als ein den Kurbelantrieb (13) antreibender, Ausgleichsbewegungen
durchführender elektrischer Einzelantrieb ausgebildet sind.
18. Webfachbildungseinrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Kompensationsmittel als getrennter Antriebsstrang des Kurbelantriebs ausgebildet
sind, wobei der getrennte Antriebsstrang eine Antriebswelle (S1) mit einem Mitnehmer
(C1) und eine Kurbelwelle (S2) mit einem Mitnehmerstein (C2) aufweist, wobei die Rotationsachsen
der Antriebswelle (S1) und der Kurbelwelle (S2) parallel zueinander um einen Korrekturabstand
(K) voneinander versetzt angeordnet sind.
19. Webfachbildungseinrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Kompensationsmittel als eine dem Kurbelantrieb (13) vorgeschaltete und den Kurbelantrieb
antreibende Kardanwelle ausgebildet sind, wobei ein Beugewinkel der Kardanwelle so
eingestellt ist, dass der daraus resultierende Kardanfehler den Hubfehler kompensiert.
20. Rundwebmaschine mit einem Rundriet (12) und mit Kettbändchen-Führungselementen, die
um das Rundriet (12) der Rundwebmaschine herum zur Zuführung einer Vielzahl von Kettbändchen
(3, 4) zur Rundwebmaschine angeordnet sind, mit mehreren im Rundriet (12) umlaufenden
Webschützen zum Eintragen von Schussbändchen in von den Kettbändchen (3, 4) gebildeten
Webfächern (5) und mit einem Hauptantrieb zum Antreiben der Webschützen, dadurch gekennzeichnet, dass die Rundwebmaschine eine Vielzahl von Webfachbildungseinrichtungen (1) nach einem
der Ansprüche 1 bis 19 umfasst, die um das Rundriet (12) herum angeordnet sind, wobei
die Webfachbildungseinrichtungen (1) direkt oder indirekt vom Hauptantrieb angetrieben
werden.
21. Rundwebmaschine nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbelelemente (7) der Webfachbildungseinrichtungen (1) über eine mit dem Hauptantrieb
in Wirkverbindung stehende Zahnradverbindung als Kurbelantrieb (13), vorzugsweise
eine Kegelradverbindung, oder über mit dem Hauptantrieb in Wirkverbindung stehende
Zahnriemen rotiert werden.