[0001] Die Erfindung betrifft ein einteiliges Sockelprofil für den unteren Abschluss von
Dämmplatten an einer Wand eines Gebäudes, mit einem im Wesentlichen L-förmigen Basisprofilteil
und einem damit verbundenen Außenprofilteil, wobei der Basisprofilteil einen an der
Wand befestigbaren Wandschenkel mit einem senkrecht dazu ausgerichteten Tragschenkel
aufweist, welcher in der bestimmungsgemäßen Einbaulage an der unteren Stirnfläche
der Dämmplatten anliegt, wobei der Außenprofilteil einen parallel zum Wandschenkel
ausgerichteten Putzschenkel mit einem senkrecht dazu ausgerichteten Anschlussschenkel
aufweist.
[0002] In diesem Zusammenhang ist aus der
EP 2 221 424 B1 ein einteiliges Sockelprofil für eine Bauwerksdämmung bekannt geworden, welches einen
ersten Schenkel aufweist, der zur Befestigung an dem Bauwerk vorgesehen ist, einen
zweiten Schenkel, der zur Anlage gegen eine Abschluss-Stirnseite der Dämmung vorgesehen
ist und einen Außenleistenbereich mit einem dritten Schenkel, der zur Anlage gegen
die Außenseite der Dämmung vorgesehen ist. Der erste Schenkel, der zweite Schenkel
und der Außenleistenbereich bestehen aus Kunststoff, wobei in einem Übergangsbereich
zwischen dem zweiten Schenkel und dem Außenleistenbereich ein Dehnbereich aus einem
gegenüber dem Kunststoff des zweiten Schenkels und des Außenleistenbereichs weicheren
Kunststoff angeordnet ist, um eine Anordnung des dritten Schenkels, der an der Außenseite
der Dämmung anliegt, in unterschiedlichen Abständen zu dem ersten Schenkel, der am
Bauwerk anliegt, zu ermöglichen. In einer Herstellungs- und Transportposition des
Sockelprofils kann der Außenleistenbereich mit dem daran angebrachten Armierungsgewebe
mit Hilfe des flexiblen Dehnbereichs um 90° geschwenkt werden, derart, dass das Armierungsgewebe
parallel zum zweiten Schenkel ausgerichtet ist.
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, ausgehend vom dargelegten
Stand der Technik, ein einteiliges Sockelprofil vorzuschlagen, das kostengünstig herstellbar
ist, einen sicheren Abschluss des unteren Endes von Dämmplatten an einer Wand eines
Gebäudes bietet und das auf einfache Weise montiert werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Putzschenkel nach außen
wegklappbar am Anschlussschenkel festgelegt ist und zum Anschlussschenkel einen Spalt
oder eine Freistellung aufweist, der bzw. die von einem Armierungsgewebe gelenkig
überbrückt ist. Die Montage der Dämmplatten - nach der Befestigung des Sockelprofils
an der Wand - ist dadurch wesentlich vereinfacht, da vor der Anbringung der Dämmplatten
an der Wand des Gebäudes der Putzschenkel nach außen weggeklappt werden kann. Die
Herstellung des "Gelenks" für den Putzschenkel ist denkbar einfach, da dafür das an
der Außenseite des Putzschenkels befestigte Armierungsgewebe verwendet wird.
[0005] Erfindungsgemäß wird das Armierungsgewebe an beiden Seiten der Freistellung jeweils
mittels eines Haltestreifens befestigt. Die Haltestreifen können mittels Co-Extrusion
hergestellt oder mittels Ultraschall-Verschweißung befestigt werden.
[0006] Der Basisprofilteil und der Außenprofilteil können separat hergestellte Teile des
Sockelprofils sein, wobei der Tragschenkel des Basisprofilteils mehrere voneinander
beabstandete, in Profillängsrichtung verlaufende erste Schweißbereiche aufweist, und
der Anschlussschenkel des Außenprofilteils an seinem dem Tragschenkel zugewandten
Ende einen zweiten Schweißbereich aufweist, der zur Einstellung eines vorgebbaren
Abstandes zwischen dem Wandschenkel und dem Putzschenkel mit einem der ersten Schweißbereiche
verschweißt werden kann.
[0007] Die gewünschte Breite des Tragschenkels kann - je nach Dicke der jeweiligen Dämmplatte
- durch einen Zuschnitt entlang eines der ersten Schweißbereiche hergestellt werden.
[0008] Der Vorteil der Erfindung ist insbesondere darin zu sehen, dass man nicht eine Vielzahl
von Sockelprofilen für unterschiedliche Dämmstoffdicken herstellen bzw. vorrätig halten
muss, sondern beispielsweise erst bei Auftragseingang oder beim Einlangen einer Bestellung
den Standard-Basisprofilteil auf die gewünschte Breite zuschneidet und einen nach
Kundenwunsch hergestellten Außenprofilteil mittels PVC-Verschweißung beispielsweise
direkt "in-line" mittels Co-Extrusion anschweißt.
[0009] Man kann somit erfindungsgemäß von einem Sockelprofilsystem bestehend aus Basisprofilteilen
und Außenprofilteilen sprechen, die zu einem einteiligen Sockelprofil für den unteren
Abschluss von Dämmplatten an einer Wand eines Gebäudes kombinierbar sind.
[0010] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Außenprofilteile jeweils
baugleich ausgeführte Anschlussschenkel samt zweitem Schweißbereich, jedoch unterschiedlich
ausgestaltete Putzschenkel, Tropfstege und/oder Putzabzugskanten aufweisen können.
Dadurch kann optimal auf unterschiedliche Kundenwünsche reagiert werden.
[0011] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemäßes einteiliges Sockelprofil in einer Schnittdarstellung normal
zur Profilachse im eingebauten Zustand;
- Fig. 2
- das Sockelprofil gemäß Fig. 1 vor der Verschweißung seiner Teilbereiche;
- Fig. 3
- eine Montagesituation des Sockelprofils in einer Schnittdarstellung gemäß Fig. 1;
sowie
- Fig. 4
- eine dreidimensionale Darstellung der Montagesituation des Sockelprofils gemäß Fig.
3.
[0012] Das in den Fig. 1 und Fig. 2 dargestellte einteilige Sockelprofil 10 besteht im Wesentlichen
aus einem L-förmigen Basisprofilteil 11 und einen damit verschweißten Außenprofilteil
12. Der Basisprofilteil 11 weist einen an der Wand 2 eines nicht weiter dargestellten
Gebäudes befestigbaren Wandschenkel 13 mit einem senkrecht dazu ausgerichteten Tragschenkel
14 auf, welcher in der in Fig. 1 dargestellten Einbaulage an der unteren Stirnfläche
3 der Dämmplatte 1 anliegt. Der Außenprofilteil 12 weist einen parallel zum Wandschenkel
13 ausgerichteten Putzschenkel 15 mit einem senkrecht dazu ausgerichteten, in der
Ebene des Tragschenkels 14 liegenden Anschlussschenkel 16 auf, der an der Außenseite
4 der Dämmplatte 1 anliegt. Der Tragschenkel 14 und der Anschlussschenkel 16 können
- gemäß einer einfachen Ausführungsvariante - auch einstückig ausgeführt sein.
[0013] Wie in Fig. 2 dargestellt, sind der Basisprofilteil 11 und der Außenprofilteil 12
separat hergestellte Teile des einteiligen Sockelprofils 10, wobei der Tragschenkel
14 des Basisprofilteils 11 mehrere voneinander beabstandete, in Profillängsrichtung
verlaufende erste Schweißbereiche 21 aufweist.
[0014] Weiters weist der Anschlussschenkel 16 des Außenprofilteils 12 an seinem dem Tragschenkel
14 zugewandten Ende einen zweiten Schweißbereich 22 auf (siehe Fig. 2), der je nach
gewünschter Breite des fertigen Sockelprofils 10 mit einem der ersten Schweißbereiche
21 des Tragschenkels 14 verschweißt werden kann.
[0015] Für gängige Schichtdicken der Dämmplatten von beispielsweise 60, 80 oder 100 mm kann
somit der Tragschenkel 14 zur Einstellung des erforderlichen Abstandes zwischen dem
Wandschenkel 13 und dem Putzschenkel 15 mit seiner Gesamtbreite (für Dämmplatten mit
100 mm) verwendet werden oder für Dämmplatten mit 60 mm oder 80 mm Dicke an einer
der strichliert angedeuteten Stellen abgetrennt werden.
[0016] Der erste und der zweite Schweißbereich 21, 22, an den einander zugewandten Enden
des Tragschenkels 14 und des Anschlussschenkels 16, werden bevorzugt mittels eines,
die beiden Schweißbereiche 21, 22 überlappenden Co-Extrudats 20 verschweißt.
[0017] Wie in Fig. 1 dargestellt, bilden der erste und der zweite Schweißbereich 21, 22
aneinander gereiht eine Aufnahmenut für das Co-Extrudat 20, wobei am Nutgrund dieser
Aufnahmenut eine Rillenstruktur zur besseren Haftung des Co-Extrudats ausgebildet
sein kann. Nach der Verschweißung entsteht dadurch eine ebene, glatte Oberfläche,
an welcher die Stirnfläche 3 der Dämmplatte 1 aufliegt.
[0018] Bevorzugt weisen die einander zugewandten Enden des Tragschenkels 14 und des Anschlussschenkels
16 korrespondierende, schräge Schnittflächen 17, 18 auf, wobei der spitze Winkel α
der Schnittfläche 17 des Tragschenkels 14 zu dessen Oberfläche 20° bis 40°, vorzugsweise
25°, beträgt (siehe Fig. 2). Durch diese Maßnahme kann der Außenprofilteil 12 während
der Montage und in der Einbaulage besser durch den Tragschenkel 14 abgestützt werden.
[0019] Wie in den Fig. 3 und Fig. 4 dargestellt, ist der Putzschenkel 15 zur Vereinfachung
der Montage der Dämmplatten 1 wegklappbar am Anschlussschenkel 16 festgelegt und weist
zum Anschlussschenkel 16 einen Spalt oder eine Freistellung 28 auf, der bzw. die von
einem Armierungsgewebe 27 an der Außenseite des Putzschenkels 15 gelenkig überbrückt
ist. Das Gelenk zum Wegklappen des Putzschenkels 15 wird somit auf einfache Weise
durch das flexible Armierungsgewebe 27 bereitgestellt.
[0020] Das Armierungsgewebe 27 ist an beiden Seiten der Freistellung 28 jeweils mittels
eines Haltestreifens 29, 30 befestigt, wobei die Haltestreifen 29, 30 mittels Co-Extrusion
hergestellt oder mittels Ultraschall-Verschweißung angebracht werden.
[0021] Der Außenprofilteil 12 weist in Verlängerung des Putzschenkels 15 über den Anschlussschenkel
16 hinaus einen Tropfsteg 24 auf, wobei ein Haltesteifen 29 am Putzschenkel 15 und
der andere Haltestreifen 30 am Tropfsteg 24 befestigt ist.
[0022] Am Tropfsteg 24 ist zumindest eine Putzabzugskante 25, 26 angeordnet und dient zum
Abziehen einer Spachtelmasse bzw. einer Außenputzschicht.
[0023] Die Erfindung stellt zudem ein besonders vorteilhaftes Sockelprofilsystem zur Verfügung,
welches bei vereinfachter Herstellung und Lagerhaltung eine Vielzahl unterschiedlicher,
einteiliger Sockelprofile anbieten kann. Dazu weist das Profilsystem im Wesentlichen
baugleiche Basisprofilteile 11 auf, die vor der Anbringung eines Außenprofilteils
12 gegebenenfalls auf die gewünschte Breite zugeschnitten werden müssen.
[0024] Die Außenprofilteile 12 des Sockelprofilsystems weisen jeweils baugleich ausgeführte
Anschlussschenkel 16 samt zweitem Schweißbereich 22 auf, um diese problemlos mit dem
Tragschenkel 14 verschweißen zu können, können jedoch unterschiedlich ausgestaltete
Putzschenkel 15, Tropfstege 24 und/oder Putzabzugskanten 25, 26 aufweisen.
1. Einteiliges Sockelprofil (10) für den unteren Abschluss von Dämmplatten (1) an einer
Wand (2) eines Gebäudes, mit einem im Wesentlichen L-förmigen Basisprofilteil (11)
und einem damit verbundenen Außenprofilteil (12), wobei der Basisprofilteil (11) einen
an der Wand (2) befestigbaren Wandschenkel (13) mit einem senkrecht dazu ausgerichteten
Tragschenkel (14) aufweist, welcher in der bestimmungsgemäßen Einbaulage an der unteren
Stirnfläche (3) der Dämmplatten (1) anliegt, wobei der Außenprofilteil (12) einen
parallel zum Wandschenkel (13) ausgerichteten Putzschenkel (15) mit einem senkrecht
dazu ausgerichteten Anschlussschenkel (16) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Putzschenkel (15) wegklappbar am Anschlussschenkel (16) festgelegt ist und zum
Anschlussschenkel (16) einen Spalt oder eine Freistellung (28) aufweist, der bzw.
die von einem Armierungsgewebe (27) gelenkig überbrückt ist.
2. Sockelprofil (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Armierungsgewebe (27) an beiden Seiten der Freistellung (28) jeweils mittels
eines Haltestreifens (29, 30) befestigt ist.
3. Sockelprofil (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenprofilteil (12) in Verlängerung des Putzschenkels (15) über den Anschlussschenkel
(16) hinaus einen Tropfsteg (24) aufweist, wobei ein Haltesteifen (29) am Putzschenkel
(15) und der andere Haltestreifen (30) am Tropfsteg (24) befestigt ist.
4. Sockelprofil (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisprofilteil (11) und der Außenprofilteil (12) separat hergestellte Teile
des Sockelprofils (10) sind, dass der Tragschenkel (14) des Basisprofilteils (11)
mehrere voneinander beabstandete, in Profillängsrichtung verlaufende erste Schweißbereiche
(21) aufweist, dass der Anschlussschenkel (16) des Außenprofilteils (12) an seinem
dem Tragschenkel (14) zugewandten Ende einen zweiten Schweißbereich (22) aufweist,
der zur Einstellung eines vorgebbaren Abstandes zwischen dem Wandschenkel (13) und
dem Putzschenkel (15) mit einem der ersten Schweißbereiche (21) verschweißt ist.
5. Sockelprofil (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite Schweißbereich (21, 22) an den einander zugewandten Enden
des Tragschenkels (14) und des Anschlussschenkels (16) mittels eines, die beiden Schweißbereiche
(21, 22) überlappenden Co-Extrudats (20) verschweißt ist.