Gebiet der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung geht aus von einem Betriebsverfahren für einen Lichtbogenofen,
wobei während einer Schmelzphase in einem Ofengefäß des Lichtbogenofens befindliches
Metall geschmolzen wird, wobei eine Steuereinrichtung des Lichtbogenofens
- anhand elektrischer Sollgrößen von den Elektroden zuzuführender elektrischer Energie
vorläufige Spannungssollwerte ermittelt, so dass bei Anlegen von mit den vorläufigen
Spannungssollwerten korrespondierenden Spannungen an die Elektroden erste elektrische
Istgrößen von den Elektroden zugeführter elektrischer Energie den elektrischen Sollgrößen
so weit wie möglich angenähert werden, und
- eine Energieversorgungseinrichtung des Lichtbogenofens basierend auf endgültigen Spannungssollwerten
ansteuert, so dass mit den endgültigen Spannungssollwerten korrespondierende Spannungen
an die Elektroden angelegt werden, so dass die Energieversorgungseinrichtung elektrische
Energie aus einem Versorgungsnetz bezieht und über einen Ofentransformator den Elektroden
zuführt.
[0002] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einem Steuerprogramm für eine Steuereinrichtung
eines Lichtbogenofens, wobei das Steuerprogramm Maschinencode umfasst, der von der
Steuereinrichtung abarbeitbar ist, wobei die Abarbeitung des Maschinencodes durch
die Steuereinrichtung bewirkt, dass die Steuereinrichtung den Lichtbogenofen gemäß
einem derartigen Betriebsverfahren betreibt.
[0003] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer Steuereinrichtung eines Lichtbogenofens,
wobei die Steuereinrichtung mit einem derartigen Steuerprogramm programmiert ist,
so dass die Steuereinrichtung den Lichtbogenofen gemäß einem derartigen Betriebsverfahren
betreibt.
[0004] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einem Lichtbogenofen,
- wobei der Lichtbogenofen ein Ofengefäß aufweist, dem Metall zuführbar ist,
- wobei der Lichtbogenofen eine Energieversorgungseinrichtung und Elektroden sowie einen
Ofentransformator aufweist,
- wobei die Energieversorgungseinrichtung eingangsseitig mit einem Versorgungsnetz und
ausgangsseitig über den Ofentransformator mit den Elektroden verbunden ist,
- wobei der Lichtbogenofen eine Steuereinrichtung aufweist, von der die Energieversorgungseinrichtung
ansteuerbar ist,
- wobei die Steuereinrichtung so wie obenstehend erläutert ausgebildet ist.
Stand der Technik
Zusammenfassung der Erfindung
[0006] Beim Schmelzen von Metall - insbesondere Stahl - in einem Lichtbogenofen erfolgt
die Zufuhr der elektrischen Energie zu den Elektroden des Lichtbogenofens über einen
Ofentransformator. Oftmals ist der Ofentransformator über einen Mittelspannungstransformator
an das Versorgungsnetz angeschlossen. Der Ofentransformator stellt mehrere Spannungsstufen
zur Verfügung. Für den Bereich konstanter Leistung und andere Hochstrombereiche kann
die jeweilige Spannungsstufe am Ofentransformator gewählt werden. Eine Feinregelung
innerhalb einer bestimmten Spannungsstufe kann beispielsweise mittels einer Impedanzregelung
erfolgen.
[0007] Bei dieser Vorgehensweise sind nur einige wenige Spannungsstufen möglich, und die
Elektrodenströme unterliegen starken Schwankungen. Zur Reduzierung der Schwankungen
werden die Positionierungen der Elektroden mechanisch geregelt, meist über hydraulische
Verstelleinrichtungen. Das mechanische Verstellen der Elektroden weist eine erheblich
geringere Dynamik auf als das reale Verhalten der Lichtbögen. Die Schwankungen können
daher nur unzureichend ausgeregelt werden. Weiterhin führen die Schwankungen zu erheblichen
Belastungen der Bauteile, beispielsweise der Hochstromkabel, der stromführenden Tragarme,
der Hydraulikzylinder usw. Die Schwankungen treten sowohl in der Schmelzphase als
auch in einer nachfolgenden Flachbadphase auf.
[0008] Bei der Einstellung der Elektrodenspannung über die Spannungsstufen des Ofentransformators
muss die Positionierung der Elektroden laufend nachgeregelt werden. Die Nachregelung
kann beispielsweise derart erfolgen, dass auf eine bestimmte Impedanz oder eine bestimmte
Leistung geregelt wird. Da die Dynamik der Positioniereinrichtung jedoch im Vergleich
zu den Veränderungen im elektrischen System des Lichtbogens relativ niedrig ist, verbleiben
gewisse Schwankungen, die nicht ausgeregelt werden können. Dadurch ist die Energieeinbringung
in die Metallschmelze nicht optimal.
[0009] Aus den Dokumenten des Standes der Technik, insbesondere aus der
WO 2015/176 899 A1 und der
EP 3 124 903 A1 und in begrenztem Umfang auch aus der
EP 1 026 921 A1, sind Vorgehensweisen bekannt, bei denen die Elektrodenspannungen kontinuierlich
eingestellt werden können. Diese Ausgestaltungen bieten gegenüber einer Einstellung
der Elektrodenspannung über Spannungsstufen des Ofentransformators erhebliche Vorteile.
Zum einen können die Elektrodenspannungen nicht nur stufenweise, sondern kontinuierlich
variiert werden. Zum anderen kann der Ofentransformator einfacher ausgebildet sein,
weil er nicht mehrere Spannungsstufen zur Verfügung stellen muss. Weiterhin werden
durch diese Ausgestaltungen weitere Arten der Regelung ermöglicht.
[0010] Wenn - wie aus dem Stand der Technik bekannt - die Elektrodenspannungen kontinuierlich
eingestellt werden können, erfolgt die elektrische Energiezufuhr oftmals mit konstanter
Leistung oder konstantem Strom. Die Leistung bzw. der Strom können maximal sein, das
heißt so groß wie auslegungsbedingt möglich ("Energieversorgungseinrichtung, liefere
was du kannst"). Die an die Elektroden angelegten Spannungen dienen in diesem Fall
zur Einstellung der gewünschten Leistung bzw. des gewünschten Stromes. Insbesondere
während der Anfangsphase einer Schmelzphase des Lichtbogenofens, wenn sich die Elektroden
noch ziemlich weit oben in der Nähe des Deckels des Lichtbogenofens befinden, kann
dies dazu führen, dass sich der Lichtbogen von den Elektroden aus gesehen nicht zum
Metall, sondern zum Deckel hin bildet. Dies führt nicht nur zu einer deutlich reduzierten
Einbringung von Energie in das Metall, sondern darüber hinaus auch zu einem deutlich
erhöhten Verschleiß des Deckels bis hin zu bereits nach kurzer Zeit auftretenden Schäden
am Deckel.
[0011] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Möglichkeiten zu schaffen,
mittels derer die Nachteile des Standes der Technik vermieden werden können.
[0012] Die Aufgabe wird durch ein Betriebsverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Betriebsverfahrens sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche 2 bis 5.
[0013] Erfindungsgemäß wird ein Betriebsverfahren der eingangs genannten Art dadurch ausgestaltet,
dass die Steuereinrichtung zumindest während einer Anfangsphase der Schmelzphase die
endgültigen Spannungssollwerte durch Begrenzung der vorläufigen Spannungssollwerte
auf einen zulässigen Maximalwert ermittelt, wobei der zulässige Maximalwert unterhalb
eines möglichen Maximalwertes liegt, der von der Energieversorgungseinrichtung an
die Elektroden anlegbar ist.
[0014] Wenn von der Auslegung der Energieversorgungseinrichtung her gesehen also beispielsweise
bis zu 1200 V an die Elektroden angelegt werden können und über die Elektroden 5000
A fließen sollen, so wird im Stand der Technik die Spannung bei Bedarf bis auf die
vollen 1200 V ausgeregelt, um den gewünschten Strom von 5000 A einzustellen. Erfindungsgemäß
hingegen erfolgt ein derartiges Ausregeln nur bis zu einem Wert unter 1200 V, beispielsweise
bis auf maximal 700 V. Ist zum Einstellen eines Stromes von 5000 A ein Spannungswert
oberhalb von 700 V erforderlich, wird die Abweichung des Stromes von dem eigentlichen
gewünschten Wert (= 5000 A) hingenommen. Dadurch wird zwar dem Lichtbogenofen eine
geringere Energie zugeführt, die zugeführte Energie wird aber zuverlässig in das Metall
eingebracht, das geschmolzen werden soll, nicht aber in Bestandteile des Lichtbogenofens
selbst. Die genannten Zahlenwerte von 700 V und 1200 V sowie von 5000 A sind beispielhaft
genannte Werte, die der Erläuterung dienen. In der Praxis können auch größere oder
kleinere Werte auftreten. Insbesondere der Strom kann oftmals erheblich größer sein.
[0015] In der allereinfachsten Ausgestaltung ist der zulässige Maximalwert fest vorgegeben.
In diesem Fall ist es möglich, dass der zulässige Maximalwert nur während der Anfangsphase
der Schmelzphase berücksichtigt wird, in einem späteren Abschnitt der Schmelzphase
hingegen nicht mehr. Alternativ ist es möglich, dass der zulässige Maximalwert während
der gesamten Schmelzphase berücksichtigt wird, nicht mehr aber in der nachfolgenden
Flachbadphase.
[0016] In anderen Ausgestaltungen kann der zulässige Maximalwert dynamisch sein.
[0017] Beispielsweise ist es möglich, dass die Steuereinrichtung von einer Bedienperson
einen Eingabewert entgegennimmt und dass die Steuereinrichtung den zulässigen Maximalwert
in Abhängigkeit von dem Eingabewert ermittelt. Hierbei ist es alternativ möglich,
dass der Eingabewert stets den zulässigen Maximalwert bestimmt, dass also bei einem
Eingabewert von beispielsweise "500 V" der zulässige Maximalwert stets ebenfalls 500
V ist. Alternativ ist es möglich, dass der Eingabewert nur im Sinne einer oberen Grenze
vorgegeben wird. In diesem Fall kann die Steuereinrichtung den zulässigen Maximalwert
zunächst auf andere Art und Weise ermitteln. Ist der so ermittelte Wert kleiner als
der durch den Eingabewert bestimmte Spannungswert (beispielsweise nur 450 V gegenüber
500 V gemäß Eingabewert), wird der von der Steuereinrichtung ermittelte Wert (450
V) als zulässiger Maximalwert verwendet. Ist der von der Steuereinrichtung ermittelte
Wert größer als der durch den Eingabewert bestimmte Spannungswert (beispielsweise
550 V), wird der durch den Eingabewert bestimmte Spannungswert (500 V) als zulässiger
Maximalwert verwendet. Auch hier sind die genannten Zahlenwerte von 450 V, 500 V und
550 V rein beispielhaft genannte Werte, die der Erläuterung dienen. In der Praxis
können auch größere oder kleinere Werte auftreten.
[0018] Eine Vorgabe gemäß einem Eingabewert kann alternativ kontinuierlich oder in Stufen
erfolgen.
[0019] In einer anderen Ausgestaltung ist es möglich, dass die Steuereinrichtung - alternativ
oder zusätzlich zur Berücksichtigung des Eingabewertes - den zulässigen Maximalwert
in Abhängigkeit von einer seit Beginn der Schmelzphase gestrichenen Zeitspanne ermittelt.
Beispielsweise kann der zulässige Maximalwert zunächst einen relativ niedrigen Wert
aufweisen und nach Ablauf einer bestimmten Wartezeit von beispielsweise 5 Minuten
in einem Sprung, in mehreren Stufen oder kontinuierlich (linear oder nichtlinear)
erhöht werden. Der zulässige Maximalwert kann in späteren Abschnitten, d.h. nach zumindest
der Anfangsphase der Schmelzphase, bis auf den möglichen Maximalwert (und theoretisch
sogar darüber hinaus) angehoben werden. In diesem Fall ist die erfindungsgemäße Spannungsbegrenzung
ab dem Zeitpunkt, zu dem der mögliche Maximalwert erreicht wird, nicht mehr aktiv.
Auch die genannte Zeitdauer von 5 Minuten ist nur beispielhaft. In der Praxis können
auch größere oder kleinere Werte auftreten.
[0020] In aller Regel variiert eine Positionierung der Elektroden zeitlich. Die Positionierung
der Elektroden kann der Steuereinrichtung bekannt sein. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung
auch die Positionierung der Elektroden vornehmen oder kann der Steuereinrichtung die
Positionierung der Elektroden von außen zugeführt werden. In einer Ausgestaltung der
vorliegenden Erfindung ist es daher möglich, dass die Steuereinrichtung den zulässigen
Maximalwert in Abhängigkeit von der Positionierung der Elektroden ermittelt.
[0021] Analog zu einer Ermittlung in Abhängigkeit von einer seit Beginn der Schmelzphase
gestrichenen Zeitspanne kann auch bei einer Ermittlung in Abhängigkeit von der Positionierung
der Elektroden der zulässige Maximalwert zunächst einen relativ niedrigen Wert aufweisen
und bei Erreichen bestimmter Positionen, d.h. im Ergebnis in späteren Abschnitten
der Schmelzphase, in einem Sprung, in mehreren Stufen oder kontinuierlich (linear
oder nichtlinear) erhöht werden. Der zulässige Maximalwert kann bis auf den möglichen
Maximalwert und sogar darüber hinaus angehoben werden.
[0022] In einer anderen Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist es möglich, dass die
Steuereinrichtung durch Auswertung des zeitlichen Verlaufs zweiter elektrischer Istgrößen
der den Elektroden zugeführten elektrischen Energie und/oder durch Auswertung akustischer
Istgrößen des Lichtbogenofens einen Fortschritt des Schmelzens des Metalls in dem
Lichtbogenofen ermittelt und den zulässigen Maximalwert in Abhängigkeit von dem ermittelten
Fortschritt ermittelt.
[0023] Der Begriff "zweite elektrische Istgrößen" dient der rein formalen Unterscheidung
von den ersten elektrischen Istgrößen. Es soll zum Ausdruck gebracht werden, dass
die elektrischen Istgrößen, anhand derer die Steuereinrichtung den Fortschritt des
Schmelzens des Metalls in dem Lichtbogenofen ermittelt, nicht notwendigerweise dieselben
elektrischen Istgrößen sind, die nach Möglichkeit den elektrischen Sollgrößen angenähert
werden. Dies ist zwar möglich, aber eben nicht zwingend erforderlich. Beispielsweise
können die ersten elektrischen Istgrößen die Elektrodenströme sein, während die zweiten
elektrischen Istgrößen die an die Elektroden angelegten Spannungen oder die über die
Elektroden fließenden Leistungen sein können. Es kann sich im Einzelfall aber auch
um dieselben elektrischen Istgrößen handeln.
[0024] Analog zu einer Ermittlung in Abhängigkeit von einer seit Beginn der Schmelzphase
gestrichenen Zeitspanne kann auch bei einer Ermittlung in Abhängigkeit von dem ermittelten
Fortschritt der zulässige Maximalwert zunächst einen relativ niedrigen Wert aufweisen
und bei Erreichen eines bestimmten Prozessfortschritts in einem Sprung, in mehreren
Stufen oder kontinuierlich (linear oder nichtlinear) erhöht werden. Der zulässige
Maximalwert kann bis auf den möglichen Maximalwert und auch darüber hinaus angehoben
werden.
[0025] Die Aufgabe wird weiterhin durch ein Steuerprogramm mit den Merkmalen des Anspruchs
6 gelöst. Erfindungsgemäß bewirkt die Abarbeitung des Maschinencodes durch die Steuereinrichtung,
dass die Steuereinrichtung den Lichtbogenofen gemäß einem erfindungsgemäßen Betriebsverfahren
betreibt.
[0026] Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Steuereinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
7 gelöst. Erfindungsgemäß ist die Steuereinrichtung mit einem erfindungsgemäßen Steuerprogramm
programmiert, so dass die Steuereinrichtung den Lichtbogenofen gemäß einem erfindungsgemäßen
Betriebsverfahren betreibt.
[0027] Die Aufgabe wird weiterhin durch einen Lichtbogenofen mit den Merkmalen des Anspruchs
8 gelöst. Erfindungsgemäß ist die Steuereinrichtung als erfindungsgemäße Steuereinrichtung
ausgebildet.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0028] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die in Verbindung
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen in schematischer Darstellung:
- FIG 1
- ein Blockschaltbild eines Lichtbogenofens,
- FIG 2
- ein Ofengefäß während einer Schmelzphase,
- FIG 3
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 4
- das Ofengefäß während einer Flachbadphase,
- FIG 5
- ein Zeitdiagramm,
- FIG 6
- ein Positionsdiagramm und
- FIG 7
- ein Phasendiagramm.
Beschreibung der Ausführungsformen
[0029] Gemäß FIG 1 weist ein Lichtbogenofen ein Ofengefäß 1 auf. Dem Ofengefäß 1 kann -
siehe FIG 2 - Metall 2 zugeführt werden. Das Metall 2 wird dem Ofengefäß 1 in festem
Aggregatszustand zugeführt. Es kann sich bei dem Metall 2 beispielsweise um Stahl
und im Falle von Stahl insbesondere um Schrott handeln.
[0030] Der Lichtbogenofen weist weiterhin eine Energieversorgungseinrichtung 3 auf. Die
Energieversorgungseinrichtung 3 ist eingangsseitig mit einem Versorgungsnetz 4 verbunden.
Das Versorgungsnetz 4 ist in der Regel ein Mittelspannungsnetz, das eine Nennspannung
im 2-stelligen kV-Bereich aufweist und mit einer Basisfrequenz f0 betrieben wird.
Die Basisfrequenz f0 liegt in der Regel bei 50 Hz oder 60 Hz. Das Versorgungsnetz
4 ist entsprechend der Darstellung in FIG 1 in der Regel ein Drehstromnetz.
[0031] Der Lichtbogenofen weist weiterhin einen Ofentransformator 5 und Elektroden 6 auf.
Die Energieversorgungseinrichtung 3 ist ausgangsseitig über den Ofentransformator
5 mit den Elektroden 6 verbunden. In der Regel sind entsprechend der Darstellung in
FIG 1 mehrere Elektroden 6 vorhanden und ist weiterhin der Ofentransformator 5 als
Drehstromtransformator ausgebildet. Es sind aber auch andere Ausgestaltungen möglich,
insbesondere eine einphasige Ausgestaltung. Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung
liegen an die Elektroden 6 angelegte Elektrodenspannungen U jedoch deutlich unterhalb
der Nennspannung des Versorgungsnetzes 4. Die Elektrodenspannung U ist in FIG 1 nur
für eine der Elektroden 6 dargestellt. Meist liegen die Elektrodenspannungen U im
Bereich von mehreren 100 V. Im Einzelfall sind auch Spannungen oberhalb von 1 kV möglich.
2 kV werden in aller Regel aber nicht überschritten.
[0032] In der Regel sind weiterhin Schalteinrichtungen vorhanden, mittels derer die Energieversorgungseinrichtung
3 vom Versorgungsnetz 4 getrennt werden kann. Weiterhin können Schalteinrichtungen
vorhanden sein, mittels derer die Energieversorgungseinrichtung 3 vom Ofentransformator
5 und/oder der Ofentransformator 5 von den Elektroden 6 getrennt werden kann. Die
Schalteinrichtungen führen rein binäre Schaltvorgänge durch, aber keinerlei Einstellung
von Spannungen und Strömen. Weiterhin können primärseitig oder sekundärseitig des
Ofentransformators 5 aktive oder passive Filtereinrichtungen angeordnet sein. Die
Schalteinrichtungen und auch die Filtereinrichtungen sind für die erfindungsgemäße
Funktionsweise untergeordneter Bedeutung und daher in FIG 1 (und auch den anderen
FIG) der Übersichtlichkeit halber nicht mit dargestellt.
[0033] Die Energieversorgungseinrichtung 3 kann aus dem Versorgungsnetz 4 elektrische Energie
beziehen und die bezogene elektrische Energie über den Ofentransformator 5 den Elektroden
6 zuführen. Die Energieversorgungseinrichtung 3 weist zu diesem Zweck in der Regel
viele Halbleiterschalter auf. Mögliche Ausgestaltungen der Energieversorgungseinrichtung
3 sind in der
WO 2015/176 899 A1 ("Goldstandard") beschrieben. Alternativ können beispielsweise auch die Ausgestaltungen gemäß der
EP 3 124 903 A1 oder der
EP 1 026 921 A1 verwendet werden. Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung der Energieversorgungseinrichtung
3 ist die Energieversorgungseinrichtung 3 jedoch in der Lage, ausgangsseitig - also
zum Ofentransformator 5 hin - eine quasi-kontinuierliche Abstufung der an die Elektroden
6 angelegten Elektrodenspannungen U und/oder der den Elektroden 6 zugeführten Elektrodenströme
I vorzunehmen. Analog zu der Darstellung für die Elektrodenspannungen U ist der Elektrodenstrom
I in FIG 1 ebenfalls nur für eine der Elektroden 6 dargestellt.
[0034] Die Elektrodenspannungen U können maximal einen Wert U0 (siehe FIG 5 bis 7) erreichen.
Der Wert U0 - also der mögliche Maximalwert der Elektrodenspannungen U - ist durch
die Nennspannung des Versorgungsnetzes 4, die Auslegung der Energieversorgungseinrichtung
3 und die Auslegung des Ofentransformators 5 bestimmt. Beispielsweise kann der Wert
U0 bei 1200 V liegen.
[0035] Weiterhin weist der Lichtbogenofen eine Positioniereinrichtung 7 auf. Mittels der
Positioniereinrichtung 7 können die Elektroden 6, wie in FIG 1 durch einen Doppelpfeil
8 neben einer der Elektroden 6 angedeutet ist, positioniert werden. Im einfachsten
Fall erfolgt eine gemeinsame Positionierung der Elektroden 6. Es kann aber auch eine
individuelle Positionierung der Elektroden 6 erfolgen. Die Bewegungsrichtung, in welcher
die Elektroden 6 positioniert werden, kann vertikal sein. Alternativ kann die Bewegungsrichtung
auch gegenüber der Vertikalen leicht geneigt sein. Auch in diesem Fall aber ist die
Komponente in Vertikalrichtung die dominierende Komponente der Bewegung. Die Positioniereinrichtung
7 kann beispielsweise eine oder mehrere Hydraulikzylindereinheiten aufweisen.
[0036] Schließlich weist der Lichtbogenofen eine Steuereinrichtung 9 auf. Von der Steuereinrichtung
9 wird zumindest die Energieversorgungseinrichtung 3 gesteuert. Die Steuereinrichtung
9 generiert also Ansteuerwerte A1, mit denen sie die Energieversorgungseinrichtung
3 ansteuert. Entsprechend den Ansteuerwerten A1 wird die Energieversorgungseinrichtung
3 betrieben.
[0037] Oftmals wird von der Steuereinrichtung 9 auch die Positioniereinrichtung 7 gesteuert
in diesem Fall generiert die Steuereinrichtung 9 weitere Ansteuerwerte A2, mit denen
sie die Positioniereinrichtung 7 ansteuert. Entsprechend diesen Ansteuerwerten A2
wird in diesem Fall die Positioniereinrichtung 7 betrieben. Die Ansteuerung der Positioniereinrichtung
7 ist als solche jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung und wird daher
nicht näher erläutert.
[0038] Die Steuereinrichtung 9 ist als softwareprogrammierbare Steuereinrichtung ausgebildet.
Dies ist in FIG 1 durch die Angabe "µP" (für mikroprozessorgesteuert) angedeutet.
Die Wirkung- und Betriebsweise der Steuereinrichtung 9 wird durch ein Steuerprogramm
10 bestimmt, mit dem die Steuereinrichtung 9 programmiert ist. Das Steuerprogramm
10 umfasst Maschinencode 11, der von der Steuereinrichtung 9 abarbeitbar ist. Die
Abarbeitung des Maschinencodes 11 durch die Steuereinrichtung 9 bewirkt, dass die
Steuereinrichtung 9 den Lichtbogenofen gemäß einem Betriebsverfahren betreibt, wie
es nachstehend in Verbindung mit den weiteren FIG näher erläutert wird.
[0039] Zunächst wird das Ofengefäß 1 gemäß FIG 3 in einem Schritt S1 mit dem Metall 2 beschickt.
Das Beschicken kann unter Steuerung durch die Steuereinrichtung 9 erfolgen. Es muss
aber nicht unter Steuerung durch die Steuereinrichtung 9 erfolgen. Der Schritt S1
ist daher in FIG 3 nur gestrichelt dargestellt.
[0040] An das Beschicken des Ofengefäßes 1 mit dem Metall 2 schließt sich eine Schmelzphase
des Lichtbogenofens an. Während der Schmelzphase wird das Metall 2 zu einer Metallschmelze
12 geschmolzen. Die Schmelzphase umfasst Schritte S2 bis S6. An die Schmelzphase schließt
sich eine Flachbadphase an. Die Flachbadphase umfasst Schritte S7 bis S11.
[0041] In der Schmelzphase nimmt die Steuereinrichtung 9 zunächst im Schritt S2 Sollgrößen
X* entgegen. Die Sollgrößen X* sind elektrische Größen für eine elektrische Energie,
die den Elektroden 6 zugeführt werden sollen. Es kann sich beispielsweise um elektrische
Sollströme oder um elektrische Sollleistungen handeln.
[0042] Im Schritt S3 ermittelt die Steuereinrichtung 9 endgültige Spannungssollwerte U2*.
Zur Ermittlung der endgültigen Spannungssollwerte U2* ermittelt die Steuereinrichtung
9 zunächst anhand der elektrischen Sollgrößen X* (gegebenenfalls unter zusätzlicher
Berücksichtigung erster elektrischer Istgrößen X, welche für die den Elektroden 6
zugeführte elektrische Energie charakteristisch sind) vorläufige Spannungssollwerte
U1*. Die Ermittlung der vorläufigen Spannungssollwerte U1* erfolgt derart, dass dann,
wenn mit den vorläufigen Spannungssollwerten U1* korrespondierende Spannungen U an
die Elektroden 6 angelegt würden, die ersten elektrischen Istgrößen X den korrespondierenden
Sollgrößen X* so weit wie möglich angenähert werden. Es wird also versucht, beispielsweise
den elektrischen Iststrom oder die elektrische Istleistung so weit wie möglich an
den elektrischen Sollstrom oder an die elektrische Sollleistung anzunähern. Die so
ermittelten vorläufigen Spannungssollwerte U1* werden im Schritt S3 jedoch nach oben
auf einen zulässigen Maximalwert Umax begrenzt. Der zulässige Maximalwert Umax liegt
(siehe die FIG 5 bis 7) seinerseits unterhalb des möglichen Maximalwertes U0. Meist
liegt er zwischen 50 % und 75 % des möglichen Maximalwertes U0. Bei einem möglichen
Maximalwert U0 von 1200 V kann der zulässige Maximalwert Umax beispielsweise zwischen
600 V und 900 V liegen.
[0043] Sodann ermittelt die Steuereinrichtung 9 im Schritt S4 die Ansteuerwerte A1 für die
Energieversorgungseinrichtung 3. Die Ermittlung erfolgt basierend auf den endgültigen
Spannungssollwerten U2*. Im Schritt S5 steuert die Steuereinrichtung 9 die Energieversorgungseinrichtung
3 entsprechend den ermittelten Ansteuerwerten A1 an. Aufgrund der entsprechenden Ansteuerung
werden mit den endgültigen Spannungssollwerten U2* korrespondierende Spannungen U
an die Elektroden 6 angelegt. Dadurch bezieht die Energieversorgungseinrichtung 3
elektrische Energie aus dem Versorgungsnetz 4 und führt die elektrische Energie über
den Ofentransformator 5 den Elektroden 6 zu. Im Ergebnis bilden sich dadurch Lichtbögen
13 aus.
[0044] Im Schritt S6 prüft die Steuereinrichtung 9, ob eine Beendigungsbedingung erreicht
ist. Die Beendigungsbedingung kann darin bestehen, dass die Schmelzphase als solches
beendet ist. Beendet ist die Schmelzphase, wenn die Metallschmelze 12 entsprechend
der Darstellung in FIG 4 vollständig oder zumindest im wesentlichen eine durchgehende
horizontale Oberfläche gebildet hat. Es ist also entweder das Metall 2 vollständig
geschmolzen oder die noch nicht geschmolzenen Elemente des Metalls 2 befinden sich
vollständig unter der Oberfläche der Metallschmelze 12 oder die noch nicht geschmolzenen
Elemente des Metalls 2 ragen nur noch unwesentlich über die Oberfläche der Metallschmelze
12 hinaus. Weiterhin kann sich auf der Oberfläche der Metallschmelze 12 eine Schlackenschicht
14 gebildet haben. Alternativ kann die Beendigungsbedingung beispielsweise darin bestehen,
dass innerhalb der Schmelzphase eine Anfangsphase abgeschlossen ist, beispielsweise
eine Bohrphase. Unabhängig von der Ausgestaltung der Beendigungsbedingung ist die
Beendigungsbedingung in der Regel jedoch erst mehrere Minuten nach Beginn der Schmelzphase
erfüllt.
[0045] Es ist möglich, dass die Steuereinrichtung 9 im Rahmen der Prüfung, ob die Beendigungsbedingung
erreicht ist, messtechnisch erfasste Istgrößen des Lichtbogenofens auswertet. Beispielsweise
ist es möglich, dass die Steuereinrichtung 9 die Elektrodenströme I und/oder die Elektrodenspannungen
U auswertet, insbesondere deren Schwankungen. Auch kann die Steuereinrichtung 9 akustische
Größen des Lichtbogenofens auswerten, beispielsweise den Geräuschpegel oder das akustische
Spektrum des erzeugten Geräuschs. Alternativ ist es möglich, dass der Steuereinrichtung
9 von einer Bedienperson 15 (siehe FIG 1) vorgegeben wird, dass die Beendigungsbedingung
erreicht ist.
[0046] Wenn die Beendigungsbedingung noch nicht erreicht ist, geht die Steuereinrichtung
9 zum Schritt S2 (alternativ zum Schritt S3) zurück. Wenn die Beendigungsbedingung
hingegen erreicht ist, geht die Steuereinrichtung 9 zum Schritt S7 und damit zu einer
weiteren Betriebsphase des Lichtbogenofens über. Die weitere Betriebsphase kann beispielsweise
die Flachbadphase sein. Alternativ kann die weitere Betriebsphase eine späterer Abschnitt
der Schmelzphase zuzüglich der Flachbadphase sein.
[0047] In der weiteren Betriebsphase des Lichtbogenofens nimmt die Steuereinrichtung 9 im
Schritt S7 die Sollgrößen X* entgegen. Weiterhin ermittelt die Steuereinrichtung 9
im Schritt S8 die endgültigen Spannungssollwerte U2*. Sodann ermittelt die Steuereinrichtung
9 im Schritt S9 die Ansteuerwerte A1 für die Energieversorgungseinrichtung 3. Im Schritt
S10 steuert die Steuereinrichtung 9 die Energieversorgungseinrichtung 3 entsprechend
den ermittelten Ansteuerwerten A1 an.
[0048] Die Schritte S7 bis S10 korrespondieren im wesentlichen mit den Schritten S2 bis
S5. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Steuereinrichtung 9 im Schritt
S8 die vorläufigen Spannungssollwerte U1* direkt als endgültige Spannungssollwerte
U2* übernimmt, also keine Begrenzung auf den zulässigen Maximalwert Umax vornimmt.
[0049] Im Schritt S11 prüft die Steuereinrichtung 9, ob die weitere Betriebsphase des Lichtbogenofens
beendet ist. Es ist analog zur Prüfung des Schrittes S6 möglich, dass die Steuereinrichtung
9 im Rahmen der Prüfung des Schrittes S11 messtechnisch erfasste Istgrößen des Lichtbogenofens
auswertet. Alternativ ist es möglich, dass der Steuereinrichtung 9 von der Bedienperson
15 vorgegeben wird, dass die weitere Betriebsphase beendet ist.
[0050] Wenn die weitere Betriebsphase noch nicht beendet ist, geht die Steuereinrichtung
9 zum Schritt S7 (alternativ zum Schritt S8) zurück. Wenn die weitere Betriebsphase
hingegen beendet ist, geht die Steuereinrichtung 9 zu einem Schritt S12 über. Im Schritt
S12 wird die erzeugte Metallschmelze 12 aus dem Ofengefäß 1 entnommen, beispielsweise
in eine Pfanne (nicht dargestellt) gegossen. Das Entnehmen der Metallschmelze 12 kann
unter Steuerung durch die Steuereinrichtung 9 erfolgen. Es muss aber nicht unter Steuerung
durch die Steuereinrichtung 9 erfolgen. Der Schritt S12 ist daher in FIG 3-analog
zum Schritt S1 - nur gestrichelt dargestellt.
[0051] Es ist auch möglich, dass die Schritte S6 bis S10 entfallen und stattdessen vom Schritt
S11 aus zum Schritt S2 oder zum Schritt S3 zurückgegangen wird. In diesem Fall erfolgt
die Berücksichtigung des zulässigen Maximalwertes Umax während des gesamten Betriebs
des Lichtbogenofens.
[0052] Für die Festlegung des zulässigen Maximalwertes Umax gibt es verschiedene Möglichkeiten.
[0053] Beispielsweise kann der zulässige Maximalwert Umax von der Steuereinrichtung 9 entsprechend
der Darstellung in FIG 5 als Funktion der Zeit t ermittelt werden. Ein Zeitpunkt t1
korrespondiert in diesem Fall mit dem Beginn der Schmelzphase, also im Prinzip dem
erstmaligen Zünden der Lichtbögen 13 nach dem Beschicken des Ofengefäßes 1 mit dem
Metall 2. Zum Zeitpunkt t1 weist der zulässige Maximalwert Umax in der Regel seinen
niedrigsten Wert auf. Später kann der zulässige Maximalwert Umax - gemäß der Darstellung
in FIG 5 kontinuierlich, alternativ in einer oder mehreren Stufen - auf einen höheren
Wert ansteigen. Insbesondere kann er zu einem Zeitpunkt t2 den möglichen Maximalwert
U0 erreichen. Im Falle der Ausgestaltung gemäß FIG 5 ermittelt die Steuereinrichtung
9 somit den zulässigen Maximalwert Umax in direkter Abhängigkeit von einer seit dem
Beginn der Schmelzphase gestrichenen Zeitspanne: Ist die dem Beginn der Schmelzphase
gestrichenen Zeitspanne bekannt, kann auch die zugehörige momentan gültige zulässige
Maximalwert Umax ermittelt werden.
[0054] Alternativ kann der zulässige Maximalwert Umax von der Steuereinrichtung 9 entsprechend
der Darstellung in FIG 6 als Funktion der Positionierung p der Elektroden 6 ermittelt
werden. Die Darstellung in FIG 6 ist derart, dass die Positionierung p mit dem Abstand
der Unterseiten der Elektroden 6 von einem Deckel 15 des Ofengefäßes 1 korrespondieren.
In der Regel weist der zulässige Maximalwert Umax seinen niedrigsten Wert bei der
kleinsten Positionierung p (also beim geringsten Abstand vom Deckel 15) auf und steigt
mit zunehmendem Abstand - gemäß der Darstellung in FIG 6 kontinuierlich, alternativ
in einer oder mehreren Stufen - auf einen höheren Wert an. Insbesondere kann der zulässige
Maximalwert Umax bis zu einer ersten vorbestimmten Positionierung p bei seinem niedrigsten
Wert liegen und bei einer zweiten vorbestimmten Positionierung p den möglichen Maximalwert
U0 erreichen. Im Falle der Ausgestaltung gemäß FIG 5 ermittelt die Steuereinrichtung
9 somit den zulässigen Maximalwert Umax in Abhängigkeit von der Positionierung p der
Elektroden 6.
[0055] Natürlich ist auch im Falle der Ausgestaltung gemäß FIG 6 im Ergebnis der zulässige
Maximalwert Umax von der Zeit t abhängig. Die zugehörige funktionale Beziehung ist
jedoch nicht vorab bekannt. Insbesondere kann der Fall auftreten, dass die Positionierung
p nicht kontinuierlich ansteigt, sondern zeitweise auch wieder einen kleineren Wert
annimmt.
[0056] Ebenso ist es möglich, dass die Steuereinrichtung 9 (ähnlich zur Vorgehensweise in
den Schritten S6 und S11) durch Auswertung des zeitlichen Verlaufs elektrischer Istgrößen
der den Elektroden 6 zugeführten elektrischen Energie und/oder durch Auswertung akustischer
Istgrößen des Lichtbogenofens einen Fortschritt des Schmelzens des Metalls 2 in dem
Lichtbogenofen ermittelt. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung 9 auf diese Art
und Weise den Übergang von der Bohrphase in den verbleibenden Teil der Schmelzphase
und den Übergang von der Schmelzphase in die Flachbadphase erkennen. In diesem Fall
kann die Steuereinrichtung 9 den zulässigen Maximalwert Umax in Abhängigkeit von dem
ermittelten Fortschritt ermitteln. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung 9 den
zulässigen Maximalwert Umax entsprechend der Darstellung in FIG 7 während der Bohrphase
auf einem relativ niedrigen Wert halten, während des verbleibenden Teils der Schmelzphase
auf einem relativ hohen Wert (aber noch unterhalb des möglichen Maximalwertes U0)
halten und während der Flachbadphase unberücksichtigt lassen (oder alternativ gleich
dem möglichen Maximalwert U0 oder auf einen Wert oberhalb des möglichen Maximalwertes
U0 setzen).
[0057] Ebenso ist es entsprechend der Darstellung in FIG 1 möglich, dass die Steuereinrichtung
9 von der Bedienperson 16 einen Eingabewert E entgegennimmt. In diesem Fall kann die
Steuereinrichtung 9 den zulässigen Maximalwert Umax in Abhängigkeit von dem Eingabewert
E ermitteln. Der Eingabewert E kann den zulässigen Maximalwert Umax nach Bedarf alleine
bestimmen oder zusätzlich zu einer der Vorgehensweisen der FIG 5 bis 7 berücksichtigt
werden.
[0058] Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf. Insbesondere können Überschläge
der Lichtbögen 13 auf den Deckel 16 des Ofengefäßes 1 und die damit verbundenen Nachteile
zuverlässig vermieden werden.
[0059] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Varianten können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0060]
- 1
- Ofengefäß
- 2
- Metall
- 3
- Energieversorgungseinrichtung
- 4
- Versorgungsnetz
- 5
- Ofentransformator
- 6
- Elektroden
- 7
- Positioniereinrichtung
- 8
- Doppelpfeil
- 9
- Steuereinrichtung
- 10
- Steuerprogramm
- 11
- Maschinencode
- 12
- Metallschmelze
- 13
- Lichtbögen
- 14
- Schlackenschicht
- 15
- Bedienperson
- 16
- Deckel
- A1, A2
- Ansteuerwerte
- E
- Eingabewert
- f0
- Basisfrequenz
- I
- Elektrodenströme
- p
- Positionierung
- p1, p2
- vorbestimmte Positionierungen
- S1 bis S12
- Schritte
- t
- Zeit
- t1, t2
- Zeitpunkte
- U
- Elektrodenspannungen
- U0
- möglicher Maximalwert
- Umax
- zulässiger Maximalwert
- X*
- Sollgrößen
- X
- Istgrößen
1. Betriebsverfahren für einen Lichtbogenofen, wobei während einer Schmelzphase in einem
Ofengefäß (1) des Lichtbogenofens befindliches Metall (2) geschmolzen wird, wobei
eine Steuereinrichtung (9) des Lichtbogenofens
- anhand elektrischer Sollgrößen (X*) von den Elektroden (6) zuzuführender elektrischer
Energie vorläufige Spannungssollwerte (U1*) ermittelt, so dass bei Anlegen von mit
den vorläufigen Spannungssollwerten (U1*) korrespondierenden Spannungen (U) an die
Elektroden (6) erste elektrische Istgrößen (X) von den Elektroden (6) zugeführter
elektrischer Energie den elektrischen Sollgrößen (X*) so weit wie möglich angenähert
werden, und
- eine Energieversorgungseinrichtung (3) des Lichtbogenofens basierend auf endgültigen
Spannungssollwerten (U2*) ansteuert, so dass mit den endgültigen Spannungssollwerten
(U2*) korrespondierende Spannungen (U) an die Elektroden (6) angelegt werden, so dass
die Energieversorgungseinrichtung (3) elektrische Energie aus einem Versorgungsnetz
(4) bezieht und über einen Ofentransformator (5) den Elektroden (6) zuführt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (9) zumindest während einer Anfangsphase der Schmelzphase die
endgültigen Spannungssollwerte (U2*) durch Begrenzung der vorläufigen Spannungssollwerte
(U1*) auf einen zulässigen Maximalwert (Umax) ermittelt, wobei der zulässige Maximalwert
(Umax) unterhalb eines möglichen Maximalwertes (U0) liegt, der von der Energieversorgungseinrichtung
(3) an die Elektroden (6) anlegbar ist.
2. Betriebsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (9) von einer Bedienperson (15) einen Eingabewert (E) entgegennimmt
und dass die Steuereinrichtung (9) den zulässigen Maximalwert (Umax) in Abhängigkeit
von dem Eingabewert (E) ermittelt.
3. Betriebsverfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (9) den zulässigen Maximalwert (Umax) in Abhängigkeit von einer
seit Beginn der Schmelzphase gestrichenen Zeitspanne ermittelt.
4. Betriebsverfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Positionierung (p) der Elektroden (6) zeitlich variiert, dass die Positionierung
(p) der Elektroden (6) der Steuereinrichtung (9) bekannt ist und dass die Steuereinrichtung
(9) den zulässigen Maximalwert (Umax) in Abhängigkeit von der Positionierung (p) der
Elektroden (6) ermittelt.
5. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (9) durch Auswertung des zeitlichen Verlaufs zweiter elektrischer
Istgrößen (U, I) der den Elektroden (6) zugeführten elektrischen Energie und/oder
durch Auswertung akustischer Istgrößen des Lichtbogenofens einen Fortschritt des Schmelzens
des Metalls (2) in dem Lichtbogenofen ermittelt und dass die Steuereinrichtung (9)
den zulässigen Maximalwert (Umax) in Abhängigkeit von dem ermittelten Fortschritt
ermittelt.
6. Steuerprogramm für eine Steuereinrichtung (9) eines Lichtbogenofens, wobei das Steuerprogramm
Maschinencode (11) umfasst, der von der Steuereinrichtung (9) abarbeitbar ist, wobei
die Abarbeitung des Maschinencodes (11) durch die Steuereinrichtung (9) bewirkt, dass
die Steuereinrichtung (9) den Lichtbogenofen gemäß einem Betriebsverfahren nach einem
der obigen Ansprüche betreibt.
7. Steuereinrichtung eines Lichtbogenofens, wobei die Steuereinrichtung mit einem Steuerprogramm
(10) nach Anspruch 6 programmiert ist, so dass die Steuereinrichtung den Lichtbogenofen
gemäß einem Betriebsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 betreibt.
8. Lichtbogenofen,
- wobei der Lichtbogenofen ein Ofengefäß (1) aufweist, dem Metall (2) zuführbar ist,
- wobei der Lichtbogenofen eine Energieversorgungseinrichtung (3) und Elektroden (6)
sowie einen Ofentransformator (5) aufweist,
- wobei die Energieversorgungseinrichtung (3) eingangsseitig mit einem Versorgungsnetz
(4) und ausgangsseitig über den Ofentransformator (5) mit den Elektroden (6) verbunden
ist,
- wobei der Lichtbogenofen eine Steuereinrichtung (9) aufweist, von der die Energieversorgungseinrichtung
(3) ansteuerbar ist,
- wobei die Steuereinrichtung (9) gemäß Anspruch 7 ausgebildet ist.