[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Rückgewinnung von Metallen aus lithiumhaltiger
schwarzer Masse.
[0002] Die weltweite Batterieproduktion wird bis 2030 schätzungsweise mehr als 4 TWh erreichen.
Die für diese Produktion benötigten Ressourcen, nämlich Rohstoffe wie Lithium, Graphit,
Nickel, Kobalt und Mangan, werden dementsprechend im Jahr 2030 ein geschätztes Volumen
von mehr als 10 Millionen Tonnen erreichen. Die benötigten Rohstoffe werden hauptsächlich
aus primären Quellen wie Erzen stammen, dennoch wird der Anteil der sekundären Quellen
aus dem Recycling in Zukunft steigen. Bei den sekundären Quellen kann es sich um Lithium-Ionen-Batterien
am Ende ihrer Lebensdauer oder um Materialien und ganze Batterien handeln, die in
einem Produktionsprozess aussortiert wurden.
[0003] Solche sekundären Quellen werden zu einer so genannten schwarzen Masse aufbereitet,
die ein Gemisch aus Lithium-Ionen-Batterieschrott und/oder Schrott aus Batterieproduktionsprozessen
ist, das zu einem feinen Pulver verarbeitet wird. So enthält die schwarze Masse in
der Regel eine Mischung aus aktiven Anoden- und/oder Kathodenmaterialien von Lithium-Ionen-Batterien.
Außerdem kann die schwarze Masse Kunststoffe und/oder Stromleiter wie Kupfer und/oder
Aluminium enthalten.
[0004] Im Stand der Technik sind verschiedene Verfahren zur Rückgewinnung der Hauptelemente
aus der schwarzen Masse bekannt. Neben pyrometallurgischen Verfahrensrouten sind mehrere
hydrometallurgische Verfahrensrouten bekannt.
[0005] So ist beispielsweise aus der
EP 3431618 A1 ein Verfahren bekannt, bei dem Lithium-Ionen-Batterieschrott mit einem sich anschließenden
Al-Entfernungsschritt, gefolgt von einem Fe-Entfernungsschritt, gelaugt wird. Danach
wird ein Schritt zur Rückgewinnung von Ni und Co durchgeführt, so dass am Ende des
Prozesses Li extrahiert werden kann.
[0006] In der
WO 2020/212587 A1 wird ein Verfahren offengelegt, bei dem Lithium vor dem Rückgewinnungsprozess für
Ni und Co extrahiert wird.
[0007] Die
CN 109 852 807 A offenbart ein Verfahren zur Durchführung einer Oxidationsbehandlung an gebrauchten
Li-Ionen-Batterien, wobei oxidierendes Gas in eine wässrige Lösung mit pulverisierten
Li-Ionen-Batterien eingeleitet wird.
[0008] Weiterhin offenbart die
US 9 034 294 B1 ein Verfahren zur Herstellung von Lithiumcarbonat aus lithiumchloridhaltigen Solen.
[0010] Diese Verfahren haben niedrige Extraktionsraten und/oder bieten eine geringe Selektivität
in Zwischenprodukten.
[0011] Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein kosteneffizientes Verfahren zur Rückgewinnung
von Metallen aus schwarzer Masse bereitzustellen, das eine hohe Selektivität für die
zurückgewonnenen Metalle ermöglicht.
[0012] Die Erfindung löst dieses Problem mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche.
[0013] Es wird ein Verfahren zur Rückgewinnung von Metallen aus schwarzer Masse mit den
folgenden Schritten in der folgenden Reihenfolge vorgeschlagen:
- Schritt (a) Bereitstellen einer schwarzen Masse, die Li enthält;
- Schritt (b) Zugabe von Wasser zu der schwarzen Masse und Herstellung einer Suspension
der schwarzen Masse in Wasser;
- Schritt (c) Dosierung von Ozon als Oxidationsmittel zu der Suspension unter Rühren
der Suspension;
- Schritt (d) Filtrieren und Abtrennen des Filtrats, das in Wasser gelöstes LiOH enthält,
von einem an Li verarmten Rückstand der schwarzen Masse, vorzugsweise als Feststoff
oder Schlamm.
[0014] Schwarze Masse im Sinne der vorliegenden Erfindung ist Material aus ausrangierten
Batterien auf Lithiumbasis, insbesondere Lithium-Ionen-Batterien, und/oder ausrangierte
Teile davon, und/oder ausrangierte Materialien aus Produktionsprozessen von Lithium-Ionen-Batterien,
wie aktive Kathodenmaterialien, die nie vollständig in eine Batterie eingebaut wurden.
Die oben genannten Ausgangsmaterialien werden mechanisch zu einem Material verarbeitet,
das dann als schwarze Masse bezeichnet wird und ein großes Verhältnis von Oberfläche
zu Masse aufweist. Die typisch schwarze Farbe der schwarzen Masse kann auf Kohlenstoff,
insbesondere Graphit oder Carbon Black, zurückgeführt werden, der häufig in aktiven
Anodenmaterialien von Li-Ionen-Batterien verwendet wird. Die schwarze Masse ist jedoch
nicht auf das Vorhandensein eines ausreichenden Anteils an Kohlenstoff beschränkt,
um die schwarze Masse schwarz zu färben, da es nicht unbedingt erforderlich ist, dass
in der schwarzen Masse Carbon Black vorhanden ist.
[0015] Schwarze Masse enthält daher in der Regel mehrere oder alle der folgenden Elemente:
Lithium (Li), Kohlenstoff (C), Kobalt (Co), Nickel (Ni), Mangan (Mn), Eisen (Fe),
Kupfer (Cu), Aluminium (Al), Phosphor (P), Fluor (F).
[0016] Je nach Ausgangsmaterial der schwarzen Masse können die Anteile der Metalle, die
in einem Recyclingprozess zurückgewonnen werden sollen, sehr unterschiedlich sein
oder sogar bei Null liegen. Unterschiedliche Batteriechemien, die z.B. als NMC, NCA,
LFP bekannt sind, können zu unterschiedlichen Anteilen oder zum Fehlen wertvoller
Metalle, z.B. Co, Ni oder Mn, führen. So sind unterschiedliche Bestandteile mit anderen
Elementen in verschiedenen Zusammensetzungen möglich. Die schwarze Masse im Sinne
der Erfindung enthält jedoch das Element Li, wenn der Prozess zur Rückgewinnung der
Metalle begonnen wird. Die Quelle des Li in der schwarzen Masse kann jedoch variieren,
z.B. kann es chemisch im aktiven Kathodenmaterial gebunden sein und/oder metallisches
Li sein, insbesondere in/um das aktive Anodenmaterial.
[0017] In Bezug auf Schritt (b) wird weiter vorgeschlagen, dass die schwarze Masse in Wasser
mit einer Masse im Bereich von 10 g bis 300 g, vorzugsweise im Bereich von 10 g bis
250 g, weiter bevorzugt im Bereich von 180 g bis 220 g, pro 1 l Wasser in Suspension
gebracht wird. Zum Beispiel werden 200 g schwarze Masse in 1 l Wasser suspendiert.
[0018] In Schritt (c) des vorgeschlagenen Verfahrens wird Ozon als Oxidationsmittel in die
Suspension dosiert, während die Suspension gerührt wird. Vorzugsweise wird Ozon in
dem Wasser der Suspension gelöst. Somit wird die schwarze Masse oder zumindest Teile
der schwarzen Masse mit Ozon oxidiert. Ozon (O
3) ist als starkes Oxidationsmittel bekannt. Die Verwendung von Ozon als Oxidationsmittel
ist jedoch mit einigen Nachteilen verbunden, da Ozon gegenüber Disauerstoff instabil
ist und sich schnell zersetzt. Die Halbwertszeit von Ozon verringert sich weiter,
wenn es in Wasser gelöst wird, und sie verringert sich mit steigender Temperatur noch
weiter, was zu einer sehr geringen Effizienz des Verfahrens führt und sogar dazu führen
kann, dass das Ozon nicht in der beabsichtigten Weise reagiert, wenn es bei hohen
Temperaturen in Wasser gelöst wird. Die Löslichkeit von Ozon in Wasser ist sehr gering.
[0019] Es hat sich gezeigt, dass durch Rühren der Suspension von schwarzer Masse in Wasser
der Stoffaustausch so weit erhöht werden kann, dass das Ozon mit den Partikeln der
schwarzen Masse, insbesondere mit der Oberfläche der Partikel der schwarzen Masse,
in der Suspension reagieren kann, bevor sich das Ozon zersetzt. Der effektive Einsatz
von Ozon beginnt bei hohen Rührgeschwindigkeiten und wird bei weiter erhöhten Rührgeschwindigkeiten
noch effektiver, so dass sehr hohe Oxidationspotentiale (>850 mV) erzeugt werden können.
[0020] Daher wird weiter vorgeschlagen, dass die Suspension intensiv gerührt oder mit hohen
Rührgeschwindigkeiten gerührt wird, während Ozon als Oxidationsmittel in die Suspension
dosiert wird. Vorzugsweise wird in Schritt (c) ein Oxidations- /Reduktionspotenzial
(ORP) von >850 mV erzeugt, indem der Suspension Ozon zudosiert wird, während die Suspension
gerührt wird. Das ORP kann durch sehr intensives Rühren während des Schritts (c) weiter
auf >1200 mV erhöht werden. Ozon ist in dieser Anwendung um eine Größenordnung billiger
als Oxidationsmittel wie Persulfat, die in alternativen Rückgewinnungsverfahren verwendet
werden. Ozon als starkes Oxidationsmittel mit einem Redoxpotential von > 850 mV oxidiert
Co und Mn und ist für die Rückgewinnung nicht darauf angewiesen, dass diese bereits
im Co(III)- und Mn(IV)-Zustand vorliegen, so dass schwarze Massen mit unterschiedlicher
Mineralogie und Vorbehandlung erfolgreich verarbeitet werden können.
[0021] Es wird ferner vorgeschlagen, dass durch Rühren der Suspension während Schritt (c)
eine turbulente Strömung in der Suspension erzeugt wird.
[0022] Vorzugsweise liegt das intensive Rühren oder das Rühren mit hohen Rührgeschwindigkeiten
über einem Schwellenwert, über dem der Anteil des Ozons, der mit der schwarzen Masse
reagieren kann, größer ist als der Anteil des Ozons, der sich vorzeitig zu Beginn
von Schritt (c) zersetzt.
[0023] Mit anderen Worten: Nach dem vorgeschlagenen Verfahren kann die Suspension aus Wasser
und schwarzer Masse mit Ozon ausgelaugt werden, insbesondere in einer neutralen Laugung,
wobei eine sehr hohe Selektivität für Li erreicht werden kann.
[0024] In Bezug auf Schritt (d) ermöglicht das Filtrat des vorgeschlagenen Verfahrens das
Abtrennen von in Wasser gelöstem LiOH (Lithiumhydroxid) vom restlichen Material der
schwarzen Masse, das dann weiteren Verfahrensschritten zugeführt werden kann.
[0025] Das vorgeschlagene Verfahren hat eine sehr hohe Selektivität für Li mit sehr geringen
Anteilen anderer Bestandteile als in Wasser gelöstes LiOH. Die Laugung ist äußerst
selektiv gegenüber Ni, Co und Mn bis unterhalb der Nachweisbarkeit, die typischerweise
in verbrauchtem Lithium-Ionen-Batteriematerial und damit in der schwarzen Masse vorhanden
sind. Die hohe Selektivität für Li kann auch für eine breite Auswahl von Mineralogien
der schwarzen Massen und Vorbehandlungen erreicht werden. Darüber hinaus ermöglicht
das vorgeschlagene Verfahren auch hohe Extraktionsraten von Li >90%. Daher ist das
Verfahren sehr effizient und wird vorzugsweise als Batch-Verfahren durchgeführt, wobei
eine Rezirkulation aufgrund der hohen Selektivität möglich und sehr vorteilhaft ist,
wie weiter unten beschrieben. Insbesondere kann eine Verunreinigung des zurückgewonnenen
Lithiums mit Alkalielementen, insbesondere Na und/oder K, vermieden werden.
[0026] Die vollständige hydrometallurgische Entfernung von Li verhindert die Emission von
Kohlenstoffgas (COx), das bei der Zersetzung von Graphit, Carbon Black und/oder organischen
Bestandteilen in der schwarzen Masse entsteht und sich bei hohen Temperaturen verflüchtigt.
[0027] Dem an Li verarmten Rückstand der schwarzen Masse in Form von Feststoffen und/oder
Schlämmen wird das Li bereits zu einem frühen Zeitpunkt im Verfahren der Rückgewinnung
entzogen. Durch die Extraktion am Anfang des Verfahrens kann der Rückstand, der wertvolle
Elemente wie z.B. Ni, Co, Mn enthält, unabhängig mit anderen Verarbeitungsoptionen
verarbeitet werden. Darüber hinaus werden Lithiumverluste an andere Produkte und Zwischenprodukte
durch eine niedrige Wascheffizienz oder Co-Ausfällung reduziert.
[0028] Außerdem ist der Bedarf an Natrium (Na) durch den Einsatz von Ozon sehr gering.
[0029] Erfindungsgemäß wird gefordert, dass
- in Schritt (c) die Suspension mit einer Scherrate größer als 11000s-1, vorzugsweise größer als 25000s-1, weiter vorzugsweise größer als 27000s-1, weiter bevorzugt größer als 29000s-1, beispielsweise 30000s-1 in der Suspension gerührt wird. Eine hohe Scherrate, insbesondere über 11000s-1, beispielsweise 12000s-1, vorzugsweise über 29000s-1, erhöht den Stoffaustausch in ausreichendem Maße, so dass Ozon mit der schwarzen
Masse reagieren kann, bevor es sich zersetzt. Bei einer Scherrate von über 11000s-1, beispielsweise 12000s-1, kann ein ausreichend hohes ORP erreicht werden, um die Suspension aus Wasser und
schwarzer Masse mit Ozon auszulaugen, wobei noch höhere Scherraten zu einem noch höheren
ORP führen können. Bei einer Scherrate von größer als 29000s-1 kann beispielsweise ein ORP von >850 mV erreicht werden, während noch höhere Scherraten
zu einem noch höheren ORP, z.B. >1200 mV, führen können.
[0030] Beispielsweise kann eine Scherrate in einem Fluid zwischen zwei parallelen Platten
durch die relative Geschwindigkeit der beiden Platten geteilt durch den Abstand der
Platten bestimmt werden.
[0031] Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass Schritt (c) für mindestens
3h, vorzugsweise mindestens 3,5h, beispielsweise 4h, durchgeführt wird.
[0032] Die Konzentration des im Wasser der Suspension gelösten Li steigt mit der Zeit bis
zur maximalen Extraktionsrate, die z.B. innerhalb von 4 Stunden erreicht werden kann.
Darüber hinaus ist die Oxidation von Co und Mn auch von der Reaktionsdauer abhängig,
wobei eine längere Reaktionsdauer eine vollständige Rückgewinnung aus der Lösung ermöglicht,
z.B. nach 3 Stunden für Mn und nach 4 Stunden für Co. Die Co- und Mo-Oxide werden
also ausgefällt, nachdem sie in der Lösung gelöst wurden. Daher ermöglicht die Durchführung
von Schritt (c) für die oben genannte Dauer eine sehr hohe Selektivität des Extraktionsverfahrens.
[0033] Es wird weiter vorgeschlagen, dass in Schritt (c) Ozon mit einer Rate von mindestens
0,1 Gramm(O
3)/Stunde/Gramm(schwarze Masse), zum Beispiel 1 Gramm(O
3)/Stunde/Gramm(schwarze Masse), und/oder mit einer maximalen Rate von 2 Gramm(O
3)/Stunde/Gramm(schwarze Masse) in die Suspension dosiert wird. Dementsprechend ist
der Massenstrom an Ozon pro Stunde auch abhängig von der Masse der bereitgestellten
schwarzen Masse, die Lithium enthält, in der Suspension. Um Ozon mit einer gleichen
Rate von z.B. 1,5 Gramm(O
3)/Stunde/Gramm(schwarze Masse) bereitzustellen, muss der Massenstrom an Ozon z.B.
verdoppelt werden, wenn die bereitgestellte schwarze Masse verdoppelt wird.
[0034] Es gibt eine untere Grenze für die Dosierung von Ozon in die Suspension, um eine
ausreichende Wirkung zu erzielen, während eine obere Grenze vor allem wirtschaftliche
Gründe hat, da das vorgeschlagene Rühren die Wirksamkeit des zugeführten Ozons in
ausreichender Weise erhöht.
[0035] Gemäß einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, dass in Schritt (c) die Temperatur
der Suspension im Bereich von 70°C bis 95°C liegt.
[0036] Eine Temperatur von 70°C oder mehr ermöglicht hohe Li-Extraktionsraten von mehr als
90%, die bei 90°C auf mehr als 95% gesteigert werden können. Daher wird die Suspension
vorzugsweise erhitzt.
[0037] In einer vorteilhaften Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass in Verfahrensschritt
(c) die Suspension der schwarzen Masse in Wasser einen pH-Wert im Bereich von 6 bis
8, vorzugsweise im Bereich von 7 bis 8, z.B. einen pH-Wert von 8 aufweist.
[0038] Die Extraktion von Li in Schritt (c) kann in einer vorteilhaften Ausführungsform
in einer neutralen Laugung ohne jegliche pH-Einstellung durchgeführt werden, wobei
die Wirkung des Ozons außer Acht gelassen wird, was das Verfahren vereinfacht und
somit kostengünstig ist. In diesem Fall kann die Verwendung von Natrium im Li-Rückgewinnungsverfahren
noch weiter reduziert werden, vorzugsweise auf null. Wird Ozon als Oxidationsmittel
in die Suspension dosiert und die Suspension dabei gerührt, hat die Suspension vorzugsweise
einen pH-Wert im Bereich von 6 bis 8, insbesondere im Bereich von 7 bis 8, was Extraktionsraten
von etwa über 70 % für Li ermöglicht. Darüber hinaus hat der vorgeschlagene pH-Bereich,
insbesondere ein pH-Wert von 7 bis 8, den vorteilhaften Effekt, dass Co, Mn und insbesondere
Ni aus der Lösung ausgefällt bzw. nicht in Lösung gebracht wird, was zu einer sehr
hohen Selektivität der Li-Extraktion als LiOH in Wasser aus schwarzer Masse führt,
während immer noch gute Extraktionsraten für Li erzielt werden.
[0039] Dementsprechend kann das Li enthaltende Filtrat aus Schritt (d) auch einen pH-Wert
im Bereich von 6 bis 8, insbesondere 7 bis 8, aufweisen, was eine kostengünstige Weiterverarbeitung
des Filtrats ermöglicht.
[0040] In einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, dass der Suspension in Schritt (b)
und/oder in Schritt (c) eine Säure, vorzugsweise Schwefelsäure (H
2SO
4), zugegeben wird und der pH-Wert der Suspension auf einen pH-Wert im Bereich von
3,5 bis 4,5 abgesenkt wird.
[0041] Ein pH-Wert unter 4,5 erhöht die Extraktionsrate von Li sogar noch weiter im Vergleich
zu einer Ausführungsform des Verfahrens ohne das Absenken des pH-Werts, was zu Li-Extraktionsraten
über 90 % führt, wobei eine Extraktionsrate für Li sogar über 95 % möglich ist. Ein
pH-Wert unter 3,5 führt zu einem übermäßigen Verlust an Li-Selektivität.
[0042] Während Co und Mn mit der oben vorgeschlagenen Reaktionsdauer, z.B. 4 Stunden, vollständig
zurückgewonnen werden können, hat das Absenken des pH-Werts in den Bereich von 3,5
bis 4,5 den Nebeneffekt, dass die Ni-Extraktion bei längerer Dauer zusammen mit der
Li-Extraktion zunimmt. Somit wird die Extraktionsrate für Li auf einen sehr hohen
Wert erhöht, aber auch Ni wird gelöst.
[0043] Bei der Säure handelt es sich vorzugsweise um Schwefelsäure (H
2SO
4), die eine weitere vorteilhafte Wirkung auf das Verfahren zur Rückgewinnung von Metallen
haben kann, z.B. für die Kristallisation von Ni-Sulfat. Je nach den gewünschten Endprodukten
des Verfahrens zur Rückgewinnung von Metallen können jedoch auch andere Säuren geeignet
sein.
[0044] Es wird ferner vorgeschlagen, dass nach Schritt (c) eine Base, vorzugsweise Natriumhydroxid
(NaOH) und/oder Calciumhydroxid (Ca(OH)
2) und/oder Calciumoxid (CaO), zugegeben und der pH-Wert der Suspension vor Schritt
(d) oder der pH-Wert des Filtrats von Schritt (d) auf einen pH-Wert über 6, vorzugsweise
auf einen pH-Wert über 9, weiter vorzugsweise auf einen pH-Wert über 10 angehoben
wird.
[0045] Insbesondere ein pH-Wert von mehr als 9, beispielsweise 10, vorzugsweise ein pH-Wert
von mehr als 10, ermöglicht die vollständige Ausfällung des Ni(II) als Hydroxid aus
der Li-haltigen Lauge. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn der pH-Wert der Suspension
mit einer Säure auf unter oder gleich 6 oder insbesondere auf unter oder gleich 4,5
gesenkt wurde, um die Li-Extraktionsrate zu maximieren. Auf diese Weise kann der Nebeneffekt
des gelösten Ni umgekehrt werden, was zu einer sehr hohen Extraktionsrate von in Wasser
gelöstem Li von über 90 %, z.B. 95 %, führt, während gleichzeitig eine sehr hohe Selektivität
oder Reinheit des gelösten Li erreicht wird.
[0046] Die Anhebung des pH-Wertes der Suspension oder des Filtrats mit einer Base wird vorzugsweise
bei einer Temperatur von 25°C bis 70°C durchgeführt.
[0047] Vorzugsweise wird der pH-Wert vor der Filtration der Suspension auf pH > 9, z.B.
pH = 10, weiter bevorzugt auf pH > 10 eingestellt.
[0048] Dementsprechend enthält das Filtrat Li, das als LiOH in Wasser gelöst ist, mit einer
sehr hohen Reinheit. Andere Elemente, die in der schwarzen Masse vorhanden sein können,
wie Ni, Co, Mn, Cu, Al, Fe, verbleiben im Rückstand.
[0049] Darüber hinaus entfernt die pH-Einstellung mit Ca-haltigen Basen, insbesondere Calciumhydroxid
und/oder Calciumoxid, F und/oder P aus der Lösung, so dass ein geringerer Gehalt an
F und P im Filtrat erreicht wird.
[0050] Die pH-Einstellung mit Na-haltigen Basen, insbesondere Natriumhydroxid, belässt F
und P in der Lösung, was das Abtrennen von F aus dem Rückstand und die weitere Verarbeitung
des Rückstands ermöglicht, was vorteilhafterweise die Anreicherung von HF in anderen
nachgeschalteten Prozessen, z.B. in schwarze Säure, verhindern kann. Die zur Einstellung
des pH-Wertes auf die oben beschriebenen Werte erforderliche Na-Menge liegt deutlich
unter der Löslichkeitsgrenze und führt nicht zu einer Na-Kontamination des Li-Produkts.
[0051] Infolgedessen können das durch das vorgeschlagene Verfahren erzeugte Filtrat, das
in Wasser gelöstes LiOH mit hoher Reinheit enthält, und der an Li abgereicherte Rückstand
bzw. der Rückstand mit stark reduziertem Li-Gehalt unabhängig voneinander zu der gewünschten
Form des Endprodukts der aus der schwarzen Masse zurückgewonnenen Metalle verarbeitet
werden. Dabei ist es möglich, die hohe Selektivität und Extraktionsrate für Li des
vorgeschlagenen Verfahrens zu nutzen.
[0052] In einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, mindestens 20 Vol.-% des Filtrats,
das in Wasser gelöstes LiOH enthält, zu verdampfen.
[0053] Eine Erhöhung des Verdampfungsgrades erhöht den Li-Rückgewinnungsgrad in folgenden
Li-Rückgewinnungsschritten. Dies ist auf die hohe Löslichkeit von Li-Salzen zurückzuführen,
die eine vollständige Ausfällung verhindern, sowie auf die verbesserte Ausfällungskinetik
und Ausfällungseffizienz, die sich aus der höheren Li-Ausgangskonzentration ergeben.
Die Verdampfungstemperatur beträgt >60°C, wenn ein Vakuum verwendet wird. Bei Atmosphärendruck
oder höherem Druck liegt die Temperatur bei >100°C.
[0054] Gemäß einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, Lithiumhydroxid (LiOH) aus dem
Filtrat, das in Wasser gelöstes LiOH enthält, vorzugsweise mittels Verdampfung und/oder
Kristallisation auszufällen. Dementsprechend wird Lithiumhydroxid (LiOH) vorzugsweise
durch Verdampfung und/oder Kristallisation aus dem Filtrat, das in Wasser gelöstes
LiOH enthält, extrahiert. Vorzugsweise kann das Lithiumhydroxid (LiOH) ohne weitere
Zusatzstoffe extrahiert werden.
[0055] Gemäß einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, dem Filtrat, das in Wasser gelöstes
LiOH enthält, einen der folgenden Zusatzstoffe zuzugeben:
- Phosphat-Quelle, vorzugsweise Phosphorsäure (H3PO4) und/oder Natriumphosphat (Na3PO4), und Ausfällen von Lithiumphosphat (Li3PO4) ; und/oder
- Carbonat-Quelle, vorzugsweise Kohlensäure (H2CO3) und/oder Kohlendioxid (CO2) und/oder Natriumcarbonat (Na2CO3), und Ausfällen von Lithiumcarbonat (Li2CO3).
[0056] Das Filtrat, das in Wasser gelöstes LiOH enthält, ist vorzugsweise das Filtrat aus
Schritt (d), kann aber auch das Filtrat aus weiteren Filtrationsschritten sein. Da
das Additiv dem Filtrat zugesetzt wird, um Li oder Li-Salze auszufällen, wird das
Filtrat entsprechend zu einer Suspension.
[0057] Je nach gewünschtem Lithiumsalz kann das entsprechende Additiv wie oben vorgeschlagen
gewählt werden, so dass das Rückgewinnungsverfahren sehr flexibel in Bezug auf das
Li-haltige Endprodukt ist. Lithiumphosphat eignet sich beispielsweise für Li-Ionen-Batterien
des LFP-Typs, wobei Lithiumphosphat aufgrund seiner im Vergleich zu Lithiumcarbonat
niedrigeren Löslichkeitsgrenze besonders vorteilhaft ist und bessere Rückgewinnungsgrade
ermöglicht.
[0058] Für die Ausfällung kann eine Temperatur von 50°C bis 95°C verwendet werden. Im Falle
von Lithiumphosphat nimmt die Löslichkeit bei höheren Temperaturen zu, allerdings
steigt auch die Ausfällungseffizienz. Eine niedrigere Temperatur im Bereich von 50°C
bis 60°C erfordert weniger Energie und ist vorteilhaft, wenn eine Kühlung nach einem
Verdampfungsschritt nicht erforderlich ist.
[0059] In einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, dem Filtrat, das in Wasser gelöstes
Li-OH enthält, eine Base, vorzugsweise Natriumhydroxid (NaOH) und/oder Calciumhydroxid
(Ca(OH)
2), zuzugeben. Der pH-Wert wird dadurch vorzugsweise auf oder über 9, weiter vorzugsweise
auf 10 und noch bevorzugter auf über 10 erhöht oder gehalten.
[0060] Die Zugabe der Base kann verwendet werden, um den pH-Wert zu stabilisieren, wenn
dem Filtrat, das in Wasser gelöstes LiOH enthält, Säuren zugegeben werden, um Li auszufällen.
Darüber hinaus kann die Base zugegeben werden, um den pH-Wert auf pH >9, z.B. pH 10,
zu erhöhen, wodurch die Löslichkeit von Li, insbesondere von Lithiumphosphat (Li
3PO
4), mit steigendem pH-Wert bis zu pH 10 abnimmt. Dadurch sind höhere Rückgewinnungsgrade
bei der Ausfällung von Li möglich. Die genannten Basen können zugesetzt werden, um
der Auswirkung der zugegebenen Säure auf den pH-Wert bei der Ausfällung von Li entgegenzuwirken,
so dass der pH-Wert über 9 gehalten wird.
[0061] Die ausgefällten Li-Salze werden vorzugsweise herausgefiltert und die Li-Salze im
Rückstand anschließend zu Endprodukten verarbeitet.
[0062] Gemäß einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, das ausgefällte Lithiumphosphat
(Li
3PO
4) und/oder Lithiumcarbonat (Li
2CO
3) und/oder Lithiumhydroxid (LiOH) auszufiltern und das Filtrat wieder in die Suspension
aus schwarzer Masse und Wasser in Schritt (b) und/oder (c) zu rezirkulieren.
[0063] Die Rezirkulation verhindert Li-Verluste in einen Abwasserstrom. Dies ist insbesondere
für Lithiumcarbonat (Li
2CO
3) und/oder Lithiumhydroxid (LiOH) vorteilhaft, die höhere Löslichkeitsgrenzen als
Lithiumphosphat (Li
3PO
4) haben. Da der Verlust aufgrund der Löslichkeit durch die Rezirkulation minimiert
wird, kann die Produktauswahl unabhängig von der Löslichkeitsgrenze erfolgen. Durch
die Rezirkulation sind höhere Rückgewinnungsraten möglich, so dass die niedrigeren
Rückgewinnungsraten von Lithiumcarbonat und Lithiumhydroxid kompensiert werden und
insgesamt eine höhere Rückgewinnungsrate von Li erreicht werden kann. Die Auswahl
des gewünschten Lithium-Endprodukts kann daher freier erfolgen, so dass die direkt
raffinierbaren Li-Salze Lithiumcarbonat und Lithiumhydroxid gegenüber Lithiumphosphat
in sinnvoller Weise ausgewählt werden können.
[0064] Die Rezirkulation des Filtrats zurück in die Suspension aus schwarzer Masse und Wasser
in Schritt (b) und/oder (c) ist besonders vorteilhaft in Kombination mit der Beibehaltung
höherer pH-Werte im vorangegangenen Verfahrensschritt, vorzugsweise über pH 4,5, weiter
bevorzugt über pH 6, noch weiter bevorzugt über pH 7, beispielsweise pH 8. So wird
der pH-Wert vorzugsweise nicht durch Zugabe einer zusätzlichen Säure vor der Li-Ausfällung
gesenkt. Die niedrigere Li-Extraktionsrate für den höheren pH-Wert in Schritt (c)
kann durch die Rezirkulation des Filtrats aus der Li-Ausfällung zurück in die Suspension
aufgrund der hohen Li-Selektivität des vorgeschlagenen Verfahrens mit Ozon und Rühren
kompensiert werden. Dadurch wird weniger Natrium und Säure zur Rückgewinnung von Li
aus schwarzer Masse oder verbrauchten Batteriematerialien benötigt, was die Umweltbelastung
bei der Aufbereitung von Prozessabwässern noch weiter reduziert.
[0065] Gemäß einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, das rezirkulierte Filtrat periodisch
auszuleiten.
[0066] Diese Ausleitung ist insbesondere zum Ausleiten von Na und F nützlich. Die Verwendung
von Natriumhydroxid (NaOH) als Na-haltige Base, die wie oben beschrieben dem Li-haltigen
Filtrat zugegeben wird, führt zu höheren Konzentrationen von Na, das in Lösung rezirkuliert
und regelmäßig ausgeleitet werden kann, um eine mögliche Na
2SO
4-Kristallisation zu verhindern, die insgesamt zu einer geringeren Li-Rückgewinnung
führen könnte.
[0067] Die Verwendung von Calciumhydroxid als Ca-haltige Base kann dazu führen, dass Ca,
F und P aus dem an Li abgereicherten Rückstand aus Schritt (d) in weitere Verarbeitungsschritte
verbracht werden.
[0068] Die hohe Li-Extraktionsrate am Anfang des vorgeschlagenen Verfahrens zur Rückgewinnung
von Metallen ermöglicht verschiedene nachgeschaltete Verfahren, die andernfalls ineffizient
oder unmöglich sein könnten.
[0069] Gemäß einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, dass der an Li verarmte Rückstand
aus Schritt (d) in einem sauren Laugungsschritt (e) gelaugt wird, wobei mindestens
eine Säure, vorzugsweise Schwefelsäure (H
2SO
4), und/oder rezirkulierte Säure, insbesondere rezirkulierte schwarze Säure, zugegeben
wird und der pH-Wert unter pH 3 gesenkt wird. Vorzugsweise wird dem sauren Laugungsschritt
(e) ein Reduktionsmittel, vorzugsweise Schwefeldioxid (SO
2), zugegeben.
[0070] Gemäß einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, dem Laugenwasser und/oder der Suspension
aus Schritt (e) eine Calcium-Quelle, vorzugsweise Calciumhydroxid (Ca(OH)
2) und/oder Calciumoxid (CaO) und/oder Calciumcarbonat (CaCO
3), zuzugeben und die Suspension in einem Schritt (f) zu filtrieren.
[0071] Gemäß einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, dem Filtrat aus Schritt (f) unter
Rühren in einem Schritt (g) Ozon als Oxidationsmittel zuzudosieren, um einen pH-Wert
im Bereich von 2 bis 4, vorzugsweise ein pH-Wert von 3, aufrechtzuerhalten und die
resultierende Suspension zu filtrieren.
[0072] Mit dem vorgeschlagenen Verfahren lassen sich Rückgewinnungsgrade von >95% für Co,
>99% für Mn und <3% für Ni erreichen. Als Ergebnis der Filtration in Schritt (g) werden
Co und/oder Mn im Rückstand zurückgewonnen, wobei Ni im Filtrat von Schritt (g) extrahiert
wird.
[0073] Gemäß einer Weiterentwicklung wird vorgeschlagen, dass in einem Schritt (h) Schwefelsäure
(H
2SO
4) zu dem Filtrat von Schritt (g) zugegeben wird, und die Konzentration der Schwefelsäure
(H
2SO
4) auf mindestens 500 g/l erhöht wird, um Ni-Sulfat zu kristallisieren.
[0074] Das kristallisierte Ni-Sulfat wird vorzugsweise durch Filtration abgetrennt. Die
filtrierte Lösung oder das Filtrat wird als schwarze Säure bezeichnet.
[0075] Vorzugsweise wird die oben genannte filtrierte Lösung, die als schwarze Säure bezeichnet
wird, aus Schritt (h) in den sauren Laugungsschritt (e) rezirkuliert.
[0076] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von bevorzugten Ausführungsformen unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen erläutert. Darin zeigt
- Fig. 1
- den Extraktionsgrad EE in % von Li, Ni, Co und Mn über dem pH-Wert;
- Fig. 2
- die Lösungskonzentration SC in g/l von Li, Ni, Co und Mn über die Zeit in min;
- Fig. 3
- der Rückgewinnungsgrad Ni RE in % von Ni über dem pH-Wert; und
- Fig. 4
- die Konzentration der Lithiumlösung Li SC in g/l nach Ausfällung von Lithiumphosphat
über dem pH-Wert.
[0077] In einer ersten bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens zur Rückgewinnung von
Metallen werden die Verfahrensschritte zur Abtrennung eines Filtrats, das in Wasser
gelöstes LiOH enthält, von einem an Li verarmten Rückstand der schwarzen Masse im
folgenden Beispiel beschrieben.
[0078] Die schwarze Masse wird in Schritt (a) als metallhaltiges, insbesondere Li, Ausgangsmaterial
bereitgestellt. Die schwarze Masse ist aus Li-Ionen-Batterieschrott hergestellt, der
zu einem Pulver verarbeitet wurde. Die Mineralogie der schwarzen Masse kann in Abhängigkeit
von den Ausgangsmaterialien bzw. Schrottmaterialien variieren. Zwei Mineralogien der
schwarzen Masse sind zum Beispiel wie folgt:
Schwarze Masse #1: C
1; CO
0,2069 Li
0,756 Ni
0,793 O
2; Ni
1O
1; Al
2O
3; Schwarze Masse #2: C
1; Fe
1Ni
3; Mn
1O
1; Cu
0,8Fe
0,2; C
0,5H
8,9Fe
3O
8,95; Al
1Li
1O
2; Cu
1O
1;
Eine schwarze Masse, die in diesem Beispiel verwendet wird, kann eine Zusammensetzung
der Elemente gemäß Tabelle 1 aufweisen:
Tabelle 1:
| Element |
Li |
Ni |
Co |
Mn |
F |
P |
| schwarze Masse [Gew.%] |
4,3 |
13,5 |
14,6 |
9,9 |
2,3 |
0,37 |
[0079] Der Rest kann zum Beispiel Elemente wie C, H, O, Fe, Al, Cu enthalten.
[0080] Die schwarze Masse wird in einem Schritt (b) in Wasser suspendiert, wobei 50 g der
schwarzen Masse mit der Zusammensetzung in Tabelle 1 in 1 l Wasser suspendiert werden.
[0081] Die Suspension wird auf 70°C erhitzt und Ozon (O
3) mit 0,9 l/min in die Suspension dosiert, wobei die Suspension während der Ozondosierung
in einem Schritt (c) gerührt wird. Die Suspension wird intensiv gerührt, wodurch eine
Scherrate in der Suspension von ca. 29000s
-1 entsteht. Der pH-Wert pendelt sich auf pH 8 ein. Die Reaktion bei 70°C wird nach
4 Stunden beendet.
[0082] In einem folgenden Schritt (d) wird die Suspension filtriert, wobei das Filtrat etwa
70% des Lithiums der ursprünglichen schwarzen Masse enthält, das in Wasser gelöst
ist. Dementsprechend enthält der Rückstand etwa 30 % des Lithiums der ursprünglichen
schwarzen Masse, wobei der Rückstand weiterhin im Wesentlichen das gesamte Ni, Co,
Mn enthält, so dass eine hohe Reinheit des Li in der Lösung für die weitere Verarbeitung
der Lösung zur Verfügung steht. Dies ist auch in Figur 1 dargestellt, die den Extraktionsgrad
EE von Li, Ni, Co und Mn in Abhängigkeit vom pH-Wert zeigt. Darin wird die hohe Selektivität
für Li des Laugungsverfahrens mit Ozon bei erhöhten Temperaturen der Suspension von
schwarzer Masse in Wasser für pH-Werte größer als 6 gezeigt, wobei das Rühren der
Suspension mit sehr hohen Scherrate bei gleichzeitiger Zufuhr von Ozon zur Suspension
wesentlich ist, um die beabsichtigte Oxidation der schwarzen Masse mit Ozon zu erreichen.
[0083] In einer zweiten bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens zur Rückgewinnung von
Metallen werden die Verfahrensschritte der Abtrennung eines Filtrats, das in Wasser
gelöstes LiOH enthält, von einem an Li verarmten Rückstand der schwarzen Masse im
folgenden Beispiel beschrieben.
[0084] Abweichend von der ersten Ausführungsform wird eine Säure zu der Suspension aus schwarzer
Masse und Wasser zugegeben nach Beginn von Schritt (c), nämlich der Dosierung von
Ozon in die Suspension, während die Suspension gerührt wird. In dieser bevorzugten
Ausführungsform wird 50%ige Schwefelsäure (H
2SO
4) zugegeben, um den pH-Wert auf 4 zu senken. Die Reaktion wird dann 4 Stunden lang
fortgesetzt.
[0085] Fig. 2 zeigt die Lösungskonzentration SC in g/l von Li, Ni, Co und Mn über die Zeit
in min, und dass der Grad der Oxidation von Co und Mn von der Reaktionsdauer abhängt.
Co und Mn werden zu Co(III)- und Mn(IV)-Oxiden oxidiert, so dass bei längerer Dauer
Co und Mn vollständig aus der Lösung zurückgewonnen werden können. Die Extraktion
von Li und Ni nimmt mit einer längeren Dauer bei dem oben genannten pH-Wert zu.
[0086] Daher kann die Extraktionsrate für Li auf über 90 % erhöht werden, verglichen mit
ca. 70 % bei der ersten Ausführungsform, bei der der Suspension keine zusätzliche
Säure zugeführt wird. Dies steht auch im Einklang mit den Daten aus Fig. 1. Daher
wird in der zweiten Ausführungsform eine höhere Extraktionsrate für Li erreicht, während
eine gewisse Selektivität des Verfahrens aufgegeben wird, wobei Ni teilweise als Ni(II)
extrahiert wird.
[0087] Nach der obigen Reaktion bzw. dem Verfahrensschritt (c) wird in dieser vorteilhaften
Ausführungsform zu 500 ml der obigen Suspension bei 50 °C eine 12-ml-Suspension von
Calciumoxid (CaO) zugegeben, wodurch der pH-Wert auf 10 erhöht wird. Die Reaktion
ist nach 1,5 Stunden beendet. Das Ni in der Lösung wird ausgefällt, wobei der Grad
der Ausfällung Ni RE über dem pH-Wert in Fig. 3 dargestellt ist. Demnach führt eine
Erhöhung des pH-Wertes auf pH 10 zu einer vollständigen Rückgewinnung des gelösten
Ni.
[0088] Auch andere Basen, wie Natriumhydroxid (NaOH) und/oder Calciumhydroxid (Ca(OH)
2), können verwendet werden. Eine typische Lösungskonzentration nach der pH-Einstellung
auf pH 10 ist in Tabelle 2 für verschiedene Basen dargestellt.
Tabelle 2:
| Base |
Li |
Ni |
Co |
Mn |
Cu |
Al |
| Ca-basiert [g/l] |
1,63 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
| Na-basiert [g/l] |
1,51 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
| Base |
Fe |
F |
P |
Ca |
Na |
|
| Ca-basiert [g/l] |
0,00 |
0,24 |
0,00 |
0,30 |
0,00 |
|
| Na-basiert [g/l] |
0,00 |
0,39 |
0,047 |
0,00 |
0,99 |
|
[0089] Wie bei der ersten Ausführungsform wird die Suspension in einem nachfolgenden Schritt
(d) filtriert, wobei das Filtrat der zweiten Ausführungsform über 90% des Lithiums
der ursprünglichen schwarzen Masse enthält, das in Wasser gelöst ist. Somit ist der
Rückstand noch stärker an Li verarmt und enthält weniger als 10 % des Lithiums der
ursprünglichen schwarzen Masse.
[0090] Wie aus Tabelle 2 hervorgeht, weist das Verfahren eine sehr hohe Extraktionsrate
und eine hohe Selektivität für Li auf und ist zudem sehr kostengünstig.
[0091] In einer dritten bevorzugten Ausführungsform wird die weitere Verfahrensweise zur
Rückgewinnung von Lithium aus dem in Wasser gelösten LiOH-haltigen Filtrat der ersten
oder zweiten Ausführungsform oder einer beliebigen Ausführungsform nach einem erfindungsgemäßen
Verfahren beschrieben.
[0092] Das Filtrat, das in Wasser gelöstes LiOH enthält, wird verdampft, um das Lithium
zu konzentrieren, wobei der Verdampfungsgrad >20 Vol.% beträgt. Eine Erhöhung des
Verdampfungsgrades erhöht den Li-Rückgewinnungsgrad im nachfolgenden Li-Rückgewinnungsprozess.
[0093] Das Verfahren nach der zweiten Ausführungsform kann zum Beispiel wie folgt aussehen.
Die Li-haltige Lösung, z.B. 300 ml, wird auf 95°C erhitzt, wobei der pH-Wert 10 beträgt.
Die Anfangskonzentrationen der Lösung sind in Tabelle 3 angegeben.
Tabelle 3:
| [g/l] |
Li |
Ni |
Co |
Mn |
F |
P |
Na |
| Anfangslösung |
1,68 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
0,41 |
0,071 |
1,093 |
[0094] Phosphorsäure H
3PO
4 wird zugesetzt, um Li
3PO
4 zu bilden, wobei NaOH und/oder in einer alternativen Ausführungsform Ca(OH)
2 zugesetzt wird, um einen pH-Wert von > 10 zu erhalten. Die Aufrechterhaltung eines
pH-Werts von > 10 erhöht die Li-Rückgewinnung, da die Löslichkeit von Li
3PO
4 in der Lösung mit steigendem pH-Wert bis zu einem Wert von 10 abnimmt. Das in der
Lösung verbleibende Lithium Li SC aufgrund der Löslichkeit von Li-Phosphat ist in
Fig. 4 dargestellt.
[0095] Für das Ausfällen kann eine Temperatur von 50 °C bis 95 °C verwendet werden. Die
Löslichkeit von Li
3PO
4 nimmt bei höheren Temperaturen zu, allerdings steigt auch die Effizienz der Ausfällung.
Eine niedrigere Temperatur um 50 °C erfordert weniger Energie und wird bevorzugt,
wenn eine Kühlung von dem Verdampfungsschritt nicht erforderlich ist.
[0096] Im obigen Beispiel werden der Lösung 1,29 ml 85% H
3PO
4 zugesetzt. Der pH-Wert wird durch Zugabe von 55,5 ml 1 M NaOH bei 10 gehalten. Die
Reaktion bei 95 °C wird nach 1 h beendet. Die Filtratkonzentration ist in Tabelle
4 angegeben. Die Zusammensetzung der Li-Ausfällung enthält 19,57 Gew.-% Li.
[0097] Das Li-haltige Filtrat nach der Li-Rückgewinnung wird in die Suspension aus schwarzer
Masse und Wasser aus Schritt (b) und/oder in die Laugung, insbesondere in die neutrale
Laugung aus Schritt (c), als Ergänzungslösung zurückgeführt. Durch die Rückführung
werden Li-Verluste in einen Abfallstrom vermieden. Ein periodischer Abzug des Filtrats
wird verwendet, wenn Na-basierte Basen verwendet werden, wobei der Abzug dazu dient,
Na und F zu begrenzen. Die Rezirkulation des Li-Rückgewinnungsfiltrats ist aufgrund
der geringen Verunreinigungen im Filtrat möglich, wobei eine Filtratanalyse in Tabelle
4 dargestellt ist.
Tabelle 4:
| [g/l] |
Li |
Ni |
Co |
Mn |
F |
P |
Na |
| Filtrat für Rezirkulation |
0,223 |
0,00 |
0,00 |
0,00 |
0,12 |
0,13 |
4,867 |
[0098] Die Rezirkulation ist besonders vorteilhaft in Kombination mit der ersten Ausführungsform,
bei der der pH-Wert nicht durch eine zugesetzte Säure gesenkt wird, so dass weniger
Basen erforderlich sind, um den pH-Wert der Lösung anzuheben, damit Ni wieder ausgefällt
wird, und damit hohe pH-Werte erreicht werden, die die Li-Rückgewinnung steigern.
Ferner können auch niedrigere pH-Werte verwendet werden (siehe Fig. 4), da das in
der Lösung verbleibende Lithium Li SC bei niedrigeren pH-Werten als 10 nicht an den
Abfallstrom verloren geht.
[0099] Die Rückgewinnung der verbleibenden Elemente aus der an Li abgereicherten schwarzen
Masse oder dem Rückstand, einschließlich z.B. Ni, Co und/oder Mn, wird in der folgenden
vorteilhaften Ausführungsform beschrieben.
[0100] In einem ersten Schritt wird der Rückstand aus der ersten oder zweiten Ausführungsform
oder ein Rückstand im Allgemeinen nach dem vorgeschlagenen Verfahren mit Schwefelsäure
(H
2SO
4) und SO
2 (gasförmig) in einem sauren Laugungsschritt gelaugt. Die Temperatur beträgt 70 °C
und das ORP < 200 mV. Der pH-Wert wird durch Rezirkulation von Säure oder schwarzer
Säure, siehe Verfahrensschritt (h), und/oder durch Zugabe von Schwefelsäure auf <
2 eingestellt. Alle verbleibenden Metalle werden aus der schwarzen Masse ausgelaugt.
Der Graphit verbleibt im Rückstand. Die Suspension wird nach dem Auslaugen vorzugsweise
nicht gefiltert.
[0101] In einem zweiten Schritt wird Fluor (F) aus der sauren Laugung durch Zugabe einer
Ca-Quelle, z.B. Calciumhydroxid (Ca(OH)
2), Calciumoxid (CaO) und/oder Calciumcarbonat (CaCO
3), ausgefällt. Die HF und F-Ion werden mit Ca als CaF
2 ausgefällt. Nach der Ausfällung wird die Suspension filtriert.
[0102] In einem dritten Schritt werden Co und Mn zurückgewonnen. Dazu wird dem Filtrat der
F-Ausfällung Ozon (O
3) zudosiert. Der pH-Wert wird durch Zugabe von Calciumhydroxid (Ca(OH)
2) auf pH 3 eingestellt. Co und Mn fallen aus der Lösung aus. Die Rückgewinnungsquoten
liegen bei > 95 % Co, > 99 % Mn, < 3 % Ni.
[0103] In einem vierten Schritt der Rückgewinnung der verbleibenden Elemente aus der an
Li verarmten schwarzen Masse oder dem Rückstand werden dem Filtrat der Co- und Mn-Rückgewinnung
Schwefelsäure (H
2SO
4) und rezirkulierte Säure bzw. schwarze Säure in Konzentrationen von 150 bis 400 g/L
H
2SO
4 zugegeben. Die Verdampfungstemperatur beträgt > 100 °C. Der Verdampfungsgrad soll
eine H
2SO
4-Konzentration von 800 g/L erreichen. Ni, Cu und Al kristallisieren aus der Lösung
aus und werden zurückgewonnen. Die gefilterte Lösung wird als schwarze Säure bezeichnet
und vorzugsweise in die saure Laugungsstufe zurückgeführt.
[0104] Im Allgemeinen ist das vorgeschlagene Verfahren zur Rückgewinnung von Metallen aus
schwarzer Masse mit hydrometallurgischen Verfahren möglich.
1. Verfahren zur Rückgewinnung von Metallen aus schwarzer Masse,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte in der folgenden Reihenfolge:
- Schritt (a) Bereitstellung einer schwarzen Masse, die Li enthält;
- Schritt (b) Zugabe von Wasser zu der schwarzen Masse und Herstellung einer Suspension
der schwarzen Masse in Wasser;
- Schritt (c) Dosierung von Ozon als Oxidationsmittel zu der Suspension unter Rühren
der Suspension;
- Schritt (d) Filtrieren und Abtrennen des Filtrats, das in Wasser gelöstes LiOH enthält,
von einem an Li verarmten Rückstand der schwarzen Masse, wobei
- in Schritt (c) die Suspension mit einer Scherrate von größer als 11000s-1 in der Suspension gerührt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- in Schritt (c) die Suspension mit einer Scherrate von größer als 25000s-1 in der Suspension gerührt wird.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- Schritt (c) für mindestens 3 Stunden durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- in Schritt (c) Ozon mit einer Rate von mindestens 0,1 Gramm (O3)/Stunde/Gramm (schwarze Masse) und/oder mit einer maximalen Rate von 2 Gramm (O3)/Stunde/Gramm (schwarze Masse) in die Suspension dosiert wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- in Schritt (c) die Temperatur der Suspension im Bereich von 70°C bis 95°C liegt.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- in Schritt (c) die Suspension der schwarzen Masse in Wasser einen pH-Wert im Bereich
von 6 bis 8 aufweist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-5,
gekennzeichnet durch den Schritt,
- Zugabe einer Säure zu der Suspension in Schritt (b) und/oder Schritt (c) und Absenken
des pH-Wertes der Suspension auf einen pH-Wert im Bereich zwischen 3,5 und 4,5.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
gekennzeichnet durch den Schritt,
- nach Schritt (c) Zugabe einer Base; und
- Anheben des pH-Wertes der Suspension vor Schritt (d) oder Anheben des pH-Wertes
des Filtrats von Schritt (d) auf einen pH-Wert von über 6.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch den Schritt:
- Verdampfen von mindestens 20 Vol.-% des Filtrats, das in Wasser gelöstes LiOH enthält.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6 oder 8 oder nach Anspruch 9 unter Rückbezug
auf einen der Ansprüche 1 bis 6 oder 8,
gekennzeichnet durch den Schritt:
- Ausfällen von Lithiumhydroxid (LiOH) aus dem Filtrat, das in Wasser gelöstes LiOH
enthält, vorzugsweise mittels Verdampfung und/oder Kristallisation.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
gekennzeichnet durch:
- Zugabe eines der folgenden Zusatzstoffe zu dem Filtrat, das in Wasser gelöstes LiOH
enthält:
- Phosphat-Quelle, vorzugsweise Phosphorsäure (H3PO4) und/oder Natriumphosphat (Na3PO4), und Ausfällen von Lithiumphosphat (Li3PO4); und/oder
- Carbonat-Quelle, vorzugsweise Kohlensäure (H2CO3) und/oder Kohlendioxid (CO2) und/oder Natriumcarbonat (Na2CO3), und Ausfällen von Lithiumcarbonat (Li2CO3).
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11,
gekennzeichnet durch
- Zugabe einer Base, vorzugsweise Natriumhydroxid (NaOH) und/oder Calciumhydroxid
(Ca(OH)2) zu dem Filtrat, das in Wasser gelöstes LiOH enthält.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
gekennzeichnet durch
- Ausfiltern des ausgefällten Lithiumphosphat (Li3PO4) und/oder Lithiumcarbonat (Li2CO3) und/oder Lithiumhydroxid (LiOH) und Rezirkulation des Filtrats wieder in die Suspension
aus schwarzer Masse und Wasser in Schritt (b) und/oder (c).
14. Verfahren nach Anspruch 13,
gekennzeichnet durch
- periodische Ausleitung des rezirkulierten Filtrats.
15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der an Li verarmte Rückstand aus Schritt (d) in einem sauren Laugungsschritt (e)
gelaugt wird, wobei mindestens eine Säure, vorzugsweise Schwefelsäure (H2SO4), und/oder rezirkulierte Säure zugegeben wird und der pH-Wert unter pH 3 gesenkt
wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
gekennzeichnet durch
- Zugeben eines Reduktionsmittels, vorzugsweise Schwefeldioxid (SO2), zu dem sauren Laugungsschritt (e).
17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16,
gekennzeichnet durch
- Zugeben einer Calcium-Quelle, vorzugsweise Calciumhydroxid (Ca(OH)2) und/oder Calciumoxid (CaO) und/oder Calciumcarbonat (CaCO3), zu der Lauge und/oder der Suspension aus Schritt (e) und Filtrieren der Suspension
in einem Schritt (f).
18. Verfahren nach Anspruch 17,
gekennzeichnet durch
- in einem Schritt (g) Dosieren von Ozon als Oxidationsmittel zu dem Filtrat von Schritt
(f) unter Rühren; und
- Aufrechterhalten eines pH-Wertes im Bereich von 2 bis 4; und
- Filtrieren der resultierenden Suspension.
19. Verfahren nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet, dass
- in einem Schritt (h) Schwefelsäure (H2SO4) zu dem Filtrat aus Schritt (g) zugegeben wird; und
- die Konzentration der Schwefelsäure (H2SO4) auf mindestens 500 g/l erhöht wird, um Ni-Sulfat zu kristallisieren.
1. Procédé pour récupérer des métaux à partir d'une masse noire,
caractérisé par les étapes suivantes dans l'ordre suivant :
- étape (a) consistant à fournir une masse noire contenant du Li ;
- étape (b) consistant à ajouter de l'eau à la masse noire et préparer une suspension
de la masse noire dans l'eau ;
- étape (c) consistant à doser de l'ozone en tant qu'agent oxydant dans la suspension
en agitant la suspension ;
- étape (d) consistant à filtrer et séparer le filtrat, qui contient du LiOH dissous
dans l'eau, d'un résidu appauvri en Li de la masse noire, dans lequel,
- à l'étape (c), la suspension est agitée avec une vitesse de cisaillement supérieur
à 11 000s-1 dans la suspension.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
- à l'étape (c), la suspension est agitée avec une vitesse de cisaillement supérieur
à 25 000s-1 dans la suspension.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
- l'étape (c) est réalisée pendant au moins 3 heures.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
- à l'étape (c), l'ozone est dosé à une vitesse d'au moins 0,1 gramme (O3)/heure/gramme (masse noire) et/ou à une vitesse maximale de 2 grammes (O3)/heure/gramme (masse noire) dans la suspension.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
- à l'étape (c), la température de la suspension est dans la plage de 70 °C à 95 °C.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
- à l'étape (c), la suspension de la masse noire dans l'eau a une valeur de pH dans
la plage de 6 à 8.
7. Procédé selon l'une des étapes 1 à 5,
caractérisé par l'étape consistant à :
- ajouter un acide à la suspension à l'étape (b) et/ou à l'étape (c) et réduire la
valeur de pH de la suspension à une valeur de pH située dans la plage comprise entre
3,5 et 4,5.
8. Procédé selon la revendication 7,
caractérisé par l'étape consistant à :
- après l'étape (c), ajouter une base ; et
- augmenter la valeur de pH de la suspension avant l'étape (d) ou augmenter la valeur
de pH du filtrat de l'étape (d) à une valeur de pH supérieure à 6.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé par l'étape consistant à:
- évaporer au moins 20 % en volume du filtrat contenant du LiOH dissous dans l'eau.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6 ou 8 ou selon la revendication 9 lorsque
dépendante de l'une des revendications 1 à 6 ou 8,
caractérisé par l'étape :
- précipiter de l'hydroxyde de lithium (LiOH) à partir du filtrat, qui contient du
LiOH dissous dans l'eau, de préférence par évaporation et/ou cristallisation.
11. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9,
caractérisé par :
- l'ajout de l'un des additifs suivants au filtrat contenant du LiOH dissous dans
l'eau :
- source de phosphate, de préférence de l'acide phosphorique (H3PO4) et/ou du phosphate de sodium (Na3PO4) et la précipitation du phosphate de lithium (Li3PO4); et/ou
- source de carbonate, de préférence de l'acide carbonique (H2CO3) et/ou du dioxyde de carbone (CO2) et/ou du carbonate de sodium (Na2CO3), et la précipitation du carbonate de lithium (Li2CO3).
12. Procédé selon la revendication 10 ou 11,
caractérisé par
- l'ajout d'une base, de préférence de l'hydroxyde de sodium (NaOH) et/ou de l'hydroxyde
de calcium (Ca(OH)2) au filtrat, contenant du LiOH dissous dans l'eau.
13. Procédé selon l'une des revendications 10 à 12,
caractérisé par :
- la filtration du phosphate de lithium (Li3PO4) précipité et/ou du carbonate de lithium (Li2CO3) et/ou de l'hydroxyde de lithium (LiOH) et la recirculation du filtrat dans la suspension
constituée de la masse noire et de l'eau de l'étape (b) et/ou (c).
14. Procédé selon la revendication 13,
caractérisé par
- l'évacuation périodique du filtrat remis en circulation.
15. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
- le résidu appauvri en Li de l'étape (d) est lixivié à une étape de lixiviation acide
(e), dans lequel au moins un acide, de préférence de l'acide sulfurique (H2SO4) et/ou de l'acide remis en circulation, est ajouté et la valeur de pH est abaissée
à un pH inférieur à 3.
16. Procédé selon la revendication 15,
caractérisé par
- l'ajout d'un agent réducteur, de préférence du dioxyde de soufre (SO2), à l'étape de lixiviation acide (e).
17. Procédé selon la revendication 15 ou 16,
caractérisé par
- l'ajout d'une source de calcium, de préférence de l'hydroxyde de calcium (Ca(OH)2) et/ou de l'oxyde de calcium (CaO) et/ou du carbonate de calcium (CaCO3), à la lessive et/ou à la suspension de l'étape (e) et la filtration de la suspension
à une étape (f).
18. Procédé selon la revendication 17,
caractérisé par
- à une étape (g), le dosage de l'ozone en tant qu'agent oxydant dans le filtrat de
l'étape (f) sous agitation ; et
- le maintien d'une valeur de pH dans la plage de 2 à 4 ; et
- la filtration de la suspension résultante.
19. Procédé selon la revendication 18,
caractérisé en ce que
- à une étape (h), de l'acide sulfurique (H2SO4) est ajouté au filtrat de l'étape (g) ; et
- la concentration de l'acide sulfurique (H2SO4) est augmentée à au moins 500 g/l afin de cristalliser le sulfate de Ni.