[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Ofen für eine Saunakabine (Saunaspeicherofen,
Wärmespeichersaunaofen), der energieautark, ohne Anschluss an das Stromnetz und ohne
den Einsatz von Brennstoffen wie Holz, Gas oder Öl betrieben werden kann. Weiterhin
wird eine Saunakabine beschrieben, die den erfindungsgemäßen Ofen nutzt. Es existieren
verschiedene Ansätze, die einen Saunaofen vorschlagen, der mittels regenerativer Energien
betrieben werden kann.
[0002] Eine naheliegende Lösung sieht den Einsatz von Fotovoltaikanlagen in Kombination
mit Batterien vor, wobei die Batterien den Strom zum Betrieb einer elektrischen Heizung
für den Saunaofen liefern. Dieses Konzept ist jedoch aufwendig, komplex und teuer.
[0003] Weiterhin sind Lösungen bekannt, die den Einsatz von Solarzellen für die Energiegewinnung
von Saunakabinen vorschlagen. Beispielhaft sei hier die
DE10 2013 108 990 A1 genannt, die derartiges als Lösung einer Nebenaufgabe vorschlägt, jedoch keine detaillierte
Vorgehensweise offenbart.
[0004] Die
JP 5 731 926 B2 schlägt vor, einen Wassertank für eine Sauna mittels solarthermischer Energie, Kraft-Wärme-Kopplung
oder Nachtstrom zu beladen. Der Wassertank soll neben einer Heizfunktion auch eine
oder mehrere Düsen zur Abgabe von Dampf aufweisen.
[0005] Die
DE 10 2018 003 136 A1 beschreibt einen Saunaspeicherofen auf der Basis eines Druckwasserspeichers, der
durch einen solarthermischen Kollektor beladen wird. Nachteilig an dieser Lösung ist
der Einsatz eines Druckbehälters (Druckwasserspeicher). Derartige Druckbehälter bergen
bei mangelnder Wartung ein Gefahrenpotential.
[0006] Insbesondere für Gegenden, in denen kein verlässliches Stromnetz, keine Wartungsfachleute
oder technische Überwachungsorganisationen existieren, sind die Lösungen aus dem Stand
der Technik nicht geeignet.
[0007] Es stellt sich somit die Aufgabe, einen Saunaofen vorzuschlagen, der einen einfachen
Aufbau, Wartungsarmut, Zuverlässigkeit und überschaubare Kosten vereint. Der Saunaspeicherofen
soll weiterhin bei Bedarf die Luft im Saunaraum auf Temperaturen bis zu 100 °C erhitzen
können. Der Wärmespeichersaunaofen soll dabei für Außentemperaturen zwischen -40°C
und + 50°C geeignet sein. Weiterhin soll eine geeignete Saunakabinenkonstruktion vorgeschlagen
werden. Im Folgenden werden die Begriffe Sauna und Saunakabine synonym verwendet.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit einem Saunaspeicherofen nach Anspruch 1 gelöst.
Der vorteilhafte Einsatz eines derartigen Saunaofens in einer Sauna wird in Anspruch
17 offenbart.
[0009] Der erfindungsgemäße Saunaspeicherofen weist einen Wärmespeicherbehälter auf. Der
Wärmespeicherbehälter enthält eine Wärmespeicherfluid. Das Wärmespeicherfluid weist
einen Siedepunkt auf, der bei Normaldruck oberhalb von 100°C, bevorzugt oberhalb von
105°C und ganz besonders bevorzugt oberhalb von 120°C liegt. Der Wärmespeicherbehälter
weist an Teilen der Außenseite seiner Wandung, die nicht als Standfläche dienen, Wärmeübertragungsrippen
auf. Bevorzugt sind auf der Deckfläche des Wärmespeicherbehälters ebenfalls keine
Wärmeübertragungsrippen vorgesehen. Die Wärmeübertragungsrippen sind bevorzugt vertikal
orientiert. Um den Wärmespeicherbehälter herum und mittels der Wärmeübertragungsrippen
beabstandet zur Wandung des Wärmespeicherbehälters, ist eine Wärmedämmschicht angeordnet.
Die Standfläche und die Deckfläche des Wärmespeicherbehälters sind optional vollständig
oder teilweise von einer Wärmedämmschicht bedeckt.
[0010] Der Wärmespeicherbehälter ist bevorzugt aus Edelstahl, Stahl mit Korrosionsschutzbeschichtung,
Aluminium oder anderen, die notwendige Stabilität und gute Wärmeleitfähigkeit aufweisenden
Materialien hergestellt. In einer Ausführungsform besteht die Mantelfläche des Wärmespeicherbehälters
aus einem besonders gut wärmeleitenden Material, bspw. Aluminium, während die Standfläche
(Grundfläche) und die Deckfläche aus schlechter wärmeleitendem Material bestehen.
Dies dient der Verringerung von Wärmeverlusten.
[0011] In einer einfachen Ausführungsform ist der Wärmespeicherbehälter aus miteinander
verschweißten Edelstahlplatten hergestellt. An der Außenwandung (Mantelfläche) sind
die Wärmeübertragungsrippen in Form vertikal verlaufender Edelstahlblechstreifen,
angeschweißt.
[0012] Der Wärmespeicherbehälter und damit auch der gesamte Saunaspeicherofen weist bevorzugt
eine Quaderform (vorzugsweise eine Würfelform) auf. Weiterhin bevorzugt ist eine Zylinderform.
Optional sind jedoch auch andere Formen geeignet, bspw. die eines Pyramiden-oder Kegelstumpfs.
Der Saunaspeicherofen kann so vorteilhaft dem zur Verfügung stehenden Bauraum angepasst
sein. Der Saunaspeicherofen steht bevorzugt direkt auf der Grundfläche. Optional sind
Standfüße oder ein Standrahmen vorgesehen.
[0013] Als Wärmespeicherfluid im Wärmespeicherbehälter kommt bspw. Propylenglykol, ein Gemisch
von Propylenglykol und Wasser oder aber Salzwasser zum Einsatz. Bei der Verwendung
von Salzwasser oder ähnlichen, gegenüber dem Material des Wärmespeicherbehälters oder
dessen Einbauten korrosiven Wärmespeicherfluiden sind der Wärmespeicherbehälter bzw.
dessen Einbauten (Wärmetauscher, Heizelement) mit einer entsprechend beständigen Beschichtung
versehen.
[0014] Die Wärmedämmschicht (Wärmeisolierung) besteht aus Wärmdämmmaterial nach dem Stand
der Technik. So sind bspw. Glasfaser, Glaswolle, temperaturbeständiger Kunststoff
Mineralwolle, Polyurethan-Hochtemperaturschaum oder ähnliche, auch im Bauwesen genutzte
Wärmedämmmaterialien geeignet, die die erforderliche thermische Beständigkeit aufweisen.
[0015] Der Wärmespeicherbehälter weist aus Sicherheitsgründen ein Überdruckventil auf, dass
den Aufbau eines unzulässigen Innendrucks im Wärmespeicherbehälter verhindert. Das
Überdruckventil ist bevorzugt an der Oberseite (Deckfläche) des Wärmespeicherbehälters
angeordnet.
[0016] Im Bereich der bodennahen Enden der Wärmeübertragungsrippen sind eine oder mehrere
Lufteintrittsöffnungen in der Wärmedämmschicht vorgesehen. Im Bereich der oberen Enden
der Wärmeübertragungsrippen sind eine oder mehrere Luftaustrittsöffnungen in der Wärmedämmschicht
vorgesehen. Lufteintritts- und Luftaustrittsöffnungen stehen durch Kanäle, die von
der Wandung des Wärmespeicherbehälters, der Wärmeisolierung sowie den Wärmeübertragungsrippen
gebildet werden, in Verbindung.
[0017] Somit ist eine Luftzirkulation möglich, wobei der kühle Luftstrom durch die Lufteintrittsöffnungen
in den Zwischenraum zwischen Wandung des Wärmespeicherbehälters und Wärmedämmschicht
eintritt, an der Wandung des Wärmespeicherbehälters sowie den Wärmeübertragungsrippen
erwärmt wird und an den Luftaustrittsöffnungen den Zwischenraum in erwärmtem Zustand
verlässt. Durch die Führung des Luftstroms im Zwischenraum entsteht eine vorteilhafte
Kaminwirkung, die den Wärmeaustrag aus dem Wärmespeicherbehälter unterstützt.
[0018] In einer Ausführungsform ist die Wärmedämmschicht modular aufgebaut und abnehmbar
gestaltet. Dies gestattet es vorteilhaft, die Wärmedämmschicht vom Wärmespeicherbehälter
zu lösen und die Kanäle des Saunaspeicherofens zu reinigen.
[0019] Zur Steuerung des Wärmeaustrages aus dem Wärmespeicherbehälter sind Verschlüsse der
Luftaustrittsöffnungen und optional auch der Lufteintrittsöffnungen vorgesehen.
[0020] Als Verschlüsse dienen vorzugsweise bekannte Klappen oder Lamellenverschlüsse. Die
Verschlüsse der Luftaus- bzw. optional auch der Lufteintrittsöffnungen können ihrerseits
mit einer Wärmedämmung ausgestattet sein. Weiterhin ist es möglich, dass diese Verschlüsse
zwei- oder mehrfach in Luftströmungsrichtung hintereinander angeordnet sind, so dass
ein Luftstrom, der Wärme an dem äußeren Verschluss abgeben würde, durch davor angeordnete
weitere Verschlüsse abgebremst oder aufgehalten wird.
[0021] Bevorzugt werden die Verschlüsse rein mechanisch betätigt. Dies ermöglicht den Verzicht
auf Hilfsenergie. Sollte Hilfsenergie zur Verfügung stehen, ist selbstverständlich
auch eine elektromechanische, elektronische oder sonstige Betätigung, bis hin zu einer
temperaturabhängigen Regelung der Verschlussstellung möglich.
[0022] Der Wärmeeintrag in den Wärmespeicherbehälter erfolgt bevorzugt mittels solarthermischer
Beladung. Dazu ist mindestens ein solarthermischer Kollektor (Sonnenkollektor) vorgesehen,
der ein in einem Beladungskreislauf zirkulierendes Wärmeträgermedium aufweist. Das
Wärmeträgermedium nimmt im solarthermischen Kollektor Wärme auf und gibt diese über
einen im Inneren des Wärmespeicherbehälters angeordneten Wärmetauscher an das Wärmespeicherfluid
des Wärmespeicherbehälters ab. Selbstverständlich können mehrere Solarkollektoren,
Beladungskreisläufe und Wärmetauscher vorgesehen sein.
[0023] Die Zirkulation des Wärmeträgermediums im Beladungskreislauf erfolgt entweder pumpengetrieben
(falls Hilfsenergie verfügbar ist), oder aber, bevorzugt aufgrund der sich ausbildenden
thermischen Zirkulation.
[0024] In einer Ausführungsform sind die Rohre des Beladungskreislaufes nahe ihres Austritts
aus der Wärmedämmschicht des Wärmespeicherbehälters einzeln oder gemeinsam absperrbar,
um während der Nachtstunden eine ungewollte Entladungszirkulation im Kreis oder eine
Einrohrzirkulation zu verhindern. Optional ist auch ein Z-förmiger Syphon je Rohrleitung
zur Unterdrückung der Einrohrzirkulation vorgesehen.
[0025] Eine weitere Möglichkeit, die entweder alternativ zu oder gemeinsam mit der solarthermischen
Beladung eingesetzt werden kann, ist die Beladung durch photovoltaisch gewonnene Energie.
Im Inneren des Wärmespeicherbehälters ist dann alternativ zu oder in Kombination mit
dem Wärmetauscher ein oder mehrere elektrische Heizelemente (Widerstandsheizer) vorgesehen.
Die Energiegewinnung erfolgt dabei mittels eines oder mehrerer photovoltaischer Kollektoren.
Bevorzugt ist der Wärmetauscher zur Abgabe der Wärme an das Wärmespeicherfluid im
Wärmespeicherbehälter im unteren Drittel des Wärmespeicherbehälters angeordnet. Dies
trifft auch auf ein ggf. vorhandenes Heizelement für eine photovoltaische Beladung
des Wärmespeicherbehälters zu.
[0026] In einer Ausführungsform dient die photovoltaisch gewonnene Energie lediglich als
Hilfsenergie und nicht, oder nur teilweise, zur thermischen Beladung des Wärmespeicherbehälters.
Die photovoltaisch gewonnene Energie kann dazu optional in einer Batterie zwischengespeichert
werden. Aus der gewonnenen Hilfsenergie können bspw. eine Umwälzpumpe für das Wärmeträgermedium
des solarthermischen Kreislaufs zur Beladung des Wärmespeicherbehälters gespeist werden.
Weiterhin können der Antrieb bzw. die Steuerung der Verschlüsse für die Luftauslassöffnungen
und optional auch der Lufteinlassöffnungen sowie der Beleuchtung der Saunakabine ebenfalls
mit der Hilfsenergie betrieben werden.
[0027] Durch die Nutzung von Propylenglykol oder eines Gemischs aus 90% Propylenglykol und
10% Wasser entfällt die Notwendigkeit eines Druckbehälters und es kann vorteilhaft
ein druckloser Wärmespeicherbehälter genutzt werden. Propylenglykol ist gesundheitsunschädlich,
wird in der Luftfahrt als Enteisungsmittel verwendet und verursacht beim Auslaufen
keine Kontamination der Böden.
[0028] Der erfindungsgemäße Wärmespeichersaunaofen vereint vorteilhaft Wärmespeicher und
Heizkörper in einer Vorrichtung. Dies ermöglicht den Verzicht auf einen separaten
Heizkörper für die Übertragung der Wärme in den Saunaraum. Durch die Anbringung von
Wärmeübertragungsrippen an der Außenwand des Wärmespeicherbehälters sind vorteilhaft
eine kompakte Bauweise und ein geringer Platzbedarf möglich.
[0029] Die Wärmeabgabe ist vorteilhaft schaltbar ausgebildet. Die vorzugsweise durch einen
Hebel schaltbare Wärmeübergabe vom Saunaofen auf den Saunaraum durch ein manuell oder
elektronisch betätigtes Klappen- oder Lamellensystem ermöglicht eine robustere Bauweise
als beim Stand der Technik und die Notwendigkeit von Umwälzpumpen und dergleichen
entfällt.
[0030] Es liegt auch im Rahmen der Erfindung, den Beladungszustand des Wärmespeichersaunaofens
optional mittels Thermosensoren zu überwachen, per Mobilfunk oder per Internet an
den Nutzer zu übertragen und mittels einer App darzustellen. Die App kann optional
auch zur Fernsteuerung des Saunaofens eingesetzt werden.
[0031] Die erfindungsgemäße Saunakabine nutzt den oben beschriebenen Wärmespeichersaunaofen
(Saunaofen). In Ausführungsformen ist die Saunakabine als finnische Sauna ausgebildet.
Durch zusätzliche Installation eines Aufgussofens kann der für finnische Saunen typische
Aufguss realisiert werden. Es liegt jedoch auch im Rahmen der vorliegenden Erfindung,
die Saunakabine als Hammam oder Dampfsauna auszugestalten, indem der Wärmespeichersaunaofen
bei niedrigeren Temperaturen betrieben und durch zusätzliche Installation eines Dampfgenerators
eine hohe Luftfeuchtigkeit erzeugt wird.
[0032] In einer ersten Ausführungsform ist der Saunaofen in einer Saunakabine angeordnet,
die für nominell vier Personen vorgesehen ist. Durch die kompakten Abmaße des Saunaofens
und die platzsparende Anordnung der beiden Saunabänke ist es möglich, die Außenabmessungen
der Saunakabine stark zu reduzieren. Dies ermöglicht den leichten Transport und die
Nutzung auch in abgelegeneren Gegenden. Die Abmessungen der Saunakabine sind dabei
bevorzugt so gewählt, dass die gesamte Saunakabine in Standardcontainern transportiert
werden kann. Die Saunakabine weist bevorzugt einen steifen Tragrahmen auf, der die
Saunawände, die Decke sowie den Boden hält. Der Tragrahmen kann bspw. aus Doppel-T-Trägern
aus Stahl gefertigt sein. Optional weist der Tragrahmen Anschlagpunkte für Kranhaken
oder Gewinde zum Einschrauben von Anschlagösen für Kranhaken auf. Dies ermöglicht
vorteilhaft einen leichten Umschlag bzw. eine erleichterte Versetzung der Saunakabine.
[0033] Der eine bzw. die mehreren solarthermischen und/oder photovoltaischen Kollektoren
sind bevorzugt auf dem Dach der Saunakabine angeordnet. Natürlich ist auch eine zusätzliche
oder alternative Anordnung der solarthermischen und/oder photovoltaischen Kollektoren
neben der Sauna oder auf einem eigenen Hilfsgestell möglich. Die Abmessungen der Solarkollektoren
bzw. Solarzellen sowie der Rohrleitungen für das Wärmeträgermedium sind bevorzugt
so gewählt, dass die Bauteile während des Transports in der Saunakabine aufbewahrt
werden können. Bevorzugt ist auch der Behälter mit dem Wärmeträgermedium während des
Transports in der Saunakabine untergebracht. Auf diese Weise können vorteilhaft vorgefertigte
Saunakabinen mit den gesamten zur Installation und zum Betrieb notwendigen Materialien
zur Verfügung gestellt werden.
[0034] In einer Ausführungsform weist die Saunakabine an ihrer Außenseite eine Anzeige auf,
die signalisiert, ob der Saunaspeicherofen hinreichend mit Wärmeenergie beladen ist
und/oder, ob die Saunakabine gegenwärtig in Benutzung ist. Dazu können bspw. eine
oder mehrere Leuchtdiodenreihen an den Außenkanten der Saunakabine geeignet sein,
die in unterschiedlichen Farben (bspw. Wärmespeicher beladen - rot, Wärmespeicher
entladen - blau, optional auch mit jeweiligem Farbanteil, der Leuchtdiodenreihe in
Abhängigkeit vom Beladungsgrad des Saunaspeicherofens) leuchten oder blinken. Optional
wird diese Anzeige mittels der Hilfsenergie betrieben, die auch für die Regelung der
Verschlussstellung oder den Betrieb der Umwälzpumpe genutzt werden.
[0035] In weiteren Ausführungsformen sind mehrere Saunaspeicheröfen in einer Saunakabine
für größere Personengruppen angeordnet. Eine Skalierung der Nutzung des erfindungsgemäßen
Saunaspeicherofens ist alternativ oder zusätzlich zur Variation der Anzahl der eingesetzten
Saunaspeicheröfen auch durch eine Anpassung der Größe der eingesetzten Saunaspeicheröfen
möglich. Da größere Saunakabinen auch meist eine größere Dachfläche bedingen, ist
die Anordnung zusätzlicher und/oder größerer solarthermischer Kollektoren auf dem
Dach möglich.
[0036] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsformen
beschränkt, sondern umfasst auch alle im Sinne der Erfindung gleich wirkenden Ausführungsformen.
Ferner ist die Erfindung auch nicht auf die speziell beschriebenen Merkmalskombinationen
beschränkt, sondern kann auch durch jede beliebige andere Kombination von bestimmten
Merkmalen aller insgesamt offenbarten Einzelmerkmale definiert sein, sofern sich die
Einzelmerkmale nicht gegenseitig ausschließen, oder eine spezifische Kombination von
Einzelmerkmalen nicht explizit ausgeschlossen ist.
Ausführungsbeispiele
[0037] Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und von Zeichnungen
näher erläutert werden:
Fig. 1 zeigt schematisch den erfindungsgemäßen Wärmespeicherofen 1 in einer vertikalen Schnittdarstellung.
Fig. 2 zeigt schematisch den Aufbau eines zylindrischen Wärmespeicherofens 1 in einer horizontalen
Schnittdarstellung.
Fig. 3 zeigt schematisch die erfindungsgemäße Saunakabine in einer vertikalen Schnittdarstellung.
Fig. 4 zeigt schematisch die erfindungsgemäße Saunakabine in einer horizontalen Schnittdarstellung.
[0038] Für das folgende Ausführungsbeispiel wird eine kleine Sauna 20 mit Wärmespeicherofen
1 für vier Personen mit einem Heizbedarf von etwa 4 kW und einer thermischen Energiespeicherkapazität
zwischen 10 kWh und 20 kWh für einen Saunaabend (entspricht ca. 3-5 Stunden Nutzungsdauer)
zu Grunde gelegt.
[0039] Der Wärmespeicherbehälter 12 für das Wärmespeicherfluid 2 ist zylinderförmig gestaltet,
besitzt eine Höhe von 1 m, einen Durchmesser von 0,6 m und ist drucklos aus Edelstahlblech
ausgeführt. Er besitzt somit ein Fassungsvermögen von über 300 Litern. Die Seitenfläche
beträgt knapp 2 m
2.
[0040] An der Außenwandung des Wärmespeicherbehälters 12 sind in Abständen von etwa vier
Zentimetern voneinander beabstandet fünfzig Bleche aus Aluminium mit einer Materialdicke
von 2 mm als Wärmeübertragungsrippen 3, angebracht. Jedes Blech ist 1 m lang und 0,1
m breit. Somit beträgt die summarische Wärmeübertragungsfläche mehr als 10 m
2 und gewährleistet im Fall eines mittleren Temperaturabfalls zwischen zu beheizendem
eintretenden kalten Luftstrom 10 und Wärmespeicherfluid 2 von 20 K den oben angegebenen
Wärmestrom von 4 kW im heißen Luftstrom 11.
[0041] Der Wärmespeicherbehälter 12 ist nach außen mit einem marktüblichen Wärmeisolationsmantel
4 (Mineralwolle) der Dicke 0,1 m geschützt. Bei einer effektiven Wärmeleitfähigkeit
des Wärmeisolationsmaterials 4 von 0,1 W/mK, einer maximalen Temperaturdifferenz von
100 K zwischen dem heißen Wärmespeicherfluid 2 (120°C) und der kalten Saunainnenluft
(20°C) und einer Außenfläche des Wärmeisolationsmaterials 4 von 3 m
2 ergibt sich somit im ungünstigsten Fall eines vollständig thermisch beladenen Wärmespeichersaunaofen
1 ein Verlustwärmestrom von 300 W, der für die notwendige Isolationsaufgabe hinreichend
klein ist.
[0042] Durch manuelle Betätigung eines Klappenmechanismus 5, 6, der am oberen (und gegebenenfalls
zusätzlich am unteren) Rand des Wärmespeichersaunaofen 1 angebracht ist, öffnen sich
die vertikalen Strömungskanäle 13 zwischen den Wärmeübertragungsrippen 3 und ermöglichen
eine Aufheizung der Luft. Es liegt selbstverständlich auch im Rahmen der Erfindung,
den Mechanismus elektronisch zu betätigen.
[0043] Die Beheizung (Beladung mit thermischer Energie) des Wärmespeicherfluids 2 kann entweder
mittels einer mit der photovoltaischen Anlage gekoppelten elektrischen Heizwendel
8 im unteren Teil des Wärmespeicherbehälters 12 oder mittels eines Wärmeübertragers
7 für das solarthermisch erwärmte Wärmeträgerfluid von der solarthermischen Anlage
(Solarkollektor 23 und Rohrleitungen 25) erfolgen. Es liegt selbstverständlich auch
im Rahmen der Erfindung, beide Erwärmungsformen miteinander zu kombinieren und den
Wärmespeichersaunaofen 1 hybrid zu heizen. So könnte im Fall fehlender solarer Direkteinstrahlung
(bei der die solarthermische Anlage kaum Wärme liefert) die photovoltaische Anlage
(nicht dargestellt) zumindest einen gewissen Teil an Wärme liefern. Bei hohem Anteil
direkter Solarstrahlung 24 würde hingegen die solarthermische Anlage 23, 25 den größten
Teil der Wärme liefern. So könnten die Vorteile der beiden Erwärmungstechnologien
(photovoltaischer Ertrag auch bei diesigem Wetter, Solarthermie - guter Wirkungsgrad
bei Direkteinstrahlung) miteinander kombiniert werden.
[0044] Zur solarthermischen Beladung des Wärmespeicherofens 1 über einen Tag hinweg ist
eine Fläche von 5 m
2 für die Solarkollektoren vorzusehen.
[0045] Der Saunaofen 1 ist in einer Saunakabine 20 angeordnet, die für nominell vier Personen
vorgesehen ist. Die Saunakabine 20 wird durch die Tür 26 betreten. Durch die kompakten
Abmaße des Saunaofens 1 und die platzsparende Anordnung der beiden Saunabänke 22 ist
es möglich, die Außenabmessungen der Saunakabine 1 so zu reduzieren, dass zwei Saunakabinen
1 in einen internationalen 20-Fuss-Standardcontainer passen. Dies bedingt äußere Maximalabmessungen
(BxLxH) von 2,35x2,80x2,30 m für die Saunakabine 1. Die Saunakabine 1 weist einen
quaderförmigen Stahlrahmen aus Doppel-T-Trägern auf, der entlang der Außenkanten der
Saunakabine 1 verläuft. Die Saunakabine 1 ist an der Innen- und Außenseite mit oberflächenbehandelten
Holzbrettern verkleidet. In der Wandung 21 ist zwischen Innen- und Außenseite eine
Wärmedämmung von 10 cm Dicke aus Mineralwolle vorgesehen. An den oberen Ecken der
Saunakabine 1 liegt der Stahlrahmen frei und weist an jeder Ecke eine Gewindeöffnung
für Ösen zur Befestigung von Kranseilen auf (nicht dargestellt).
Bezugszeichen
[0046]
- 1
- Wärmespeicherofen (gesamt)
- 2
- Wärmespeicherfluid
- 3
- Wärmeübertragungsstrukturen
- 4
- Wärmeisolation
- 5
- Klappensystem
- 6
- Klappenbetätigungseinrichtung
- 7
- Thermisches Wärmezufuhrelement
- 8
- Elektrisches Wärmezufuhrelement
- 9
- Sicherheitsventil
- 10
- Kalter Luftstrom
- 11
- Heißer Luftstrom
- 12
- Wärmespeicherbehälter
- 13
- Kanäle des Luftstroms
- 20
- Saunakabine
- 21
- Wandung der Saunakabine
- 22
- Saunabank
- 23
- Solarkollektor
- 24
- einfallende Sonnenstrahlung
- 25
- Rohrleitungen des solarthermischen Kreises
- 26
- Tür der Saunakabine
1. Saunaofen, aufweisend einen Wärmespeicherbehälter mit einer Wärmespeicherfluid,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Siedetemperatur des Wärmespeicherfluids bei Normaldruck oberhalb von 100°C,
bevorzugt oberhalb von 105°C und ganz besonders bevorzugt oberhalb von 120°C liegt,
- im unteren Drittel des Wärmespeicherbehälters mindestens ein Wärmetauscher und/oder
mindestens ein Heizelement angeordnet ist,
- der Wärmespeicherbehälter zumindest an Teilen der Außenseite seiner Wandung Wärmeübertragungsrippen
aufweist,
- um den Wärmespeicherbehälter herum und mittels der Wärmeübertragungsrippen beabstandet
zur Wandung des Wärmespeicherbehälters eine Wärmedämmschicht angeordnet ist,
- im Bereich der oberen Enden der Wärmeübertragungsrippen mindestens eine Luftaustrittsöffnung
in der Wärmedämmschicht vorgesehen sind,
- im Bereich der unteren Enden der Wärmeübertragungsrippen mindestens eine Lufteintrittsöffnung
in der Wärmedämmschicht vorgesehen sind, wobei die Lufteintritts- und Luftaustrittsöffnungen
durch Kanäle, die von der Wandung des Wärmespeicherbehälters, der Wärmeisolierung
sowie den Wärmeübertragungsrippen gebildet werden in Verbindung stehen.
2. Saunaofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftaustrittsöffnungen und optional auch die die Lufteintrittsöffnungen verschließbar
ausgebildet sind.
3. Saunaofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschließen der Luftaus- bzw. Lufteintrittsöffnungen manuell oder elektrisch
angetrieben erfolgt.
4. Saunaofen nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlüsse der Luftaus- bzw. Lufteintrittsöffnungen zwei- oder mehrfach in Luftströmungsrichtung
hintereinander angeordnet sind und/oder dass die Verschlüsse der Luftaus- bzw. Lufteintrittsöffnungen
mit einer Wärmedämmung versehen sind.
5. Saunaofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmespeicherbehälter eine Quaderform, vorzugsweise eine Würfelform, eine Zylinderform
oder die Form eines Pyramiden- oder Kegelstumpfs aufweist und/oder dass der Wärmespeicherbehälter
ein Überdruckventil aufweist.
6. Saunaofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Standfläche und die Deckfläche des Wärmespeicherbehälters vollständig oder teilweise
von einer Wärmedämmschicht bedeckt sind.
7. Saunaofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmedämmschicht abnehmbar ausgebildet ist.
8. Saunaofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher durch einen solarthermischen Kreislauf den Wärmespeicherbehälter
mit Wärmeenergie belädt und/oder dass das Heizelement durch einen photovoltaisch gespeisten
elektrischen Stromkreis den Wärmespeicherbehälter mit Wärmeenergie belädt.
9. Saunaofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Wärmeträgermedium um Propylenglykol, ein Gemisch von Propylenglykol
mit Wasser oder um Salzwasser handelt.
10. Saunaofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Saunaofen mindestens eine Batterie und eine zugehörige Steuerelektronik aufweist,
um eine photovoltaische Aufladung der mindestens einen Batterie zu ermöglichen.
11. Saunaofen nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Saunaofen weiterhin ein Sende- und Empfangsmodul zur drahtlosen Steuerung des
Saunaofens und der Luftein- und Austrittsöffnungen aufweist.
12. Saunaofen nach den Ansprüchen 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der elektrischen Energie der Batterien eine Umwälzpumpe zum Umwälzen des
Wärmeträgermediums des solarthermischen Kreises angetrieben wird.
13. Saunakabine mit einem Saunaofen nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der eine bzw. die mehreren solarthermischen und/oder photovoltaischen Kollektoren
auf dem Dach der Saunakabine angeordnet sind.
14. Saunakabine nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Saunakabine an ihrer Außenseite eine Anzeige aufweist die signalisiert, ob der
Saunaspeicherofen hinreichend mit Wärmeenergie beladen ist und/oder ob die Saunakabine
gegenwärtig in Benutzung ist.
15. Verwendung eines Saunaofens nach einem der Ansprüche 1 bis 12 in einer Saunakabine.