(19)
(11) EP 4 230 795 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.08.2023  Patentblatt  2023/34

(21) Anmeldenummer: 23157796.6

(22) Anmeldetag:  21.02.2023
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E01B 1/00(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
E01B 1/005; E01B 2204/01
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC ME MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30) Priorität: 22.02.2022 DE 102022104144

(71) Anmelder: Semperit AG Holding
1100 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Mießbacher, Herwig
    8724 Lobmingtal (AT)

(74) Vertreter: Müller Schupfner & Partner Patent- und Rechtsanwaltspartnerschaft mbB 
Bavariaring 11
80336 München
80336 München (DE)

   


(54) EXTRUSIONSKÖRPER, SCHWELLENSCHUH UND VERFAHREN ZUM HERSTELLEN EINES SCHWELLENSCHUHS


(57) Extrusionskörper (1) zur Bildung eines Schwellenschuhs (2) für eine Eisenbahnschwelle (4), wobei der Extrusionskörper (1) entlang seiner Haupterstreckungsrichtung (H) einen im Wesentlichen konstanten Querschnitt aufweist, wobei der Extrusionskörper (1) im Querschnitt umfasst: einen Wandabschnitt (12), der sich im Querschnitt entlang einer Wanderstreckungsrichtung (W) erstreckt, und einen Bodenabschnitt (14), der an einem Endabschnitt des Wandabschnitts (12) vorgesehen ist, wobei sich der Bodenabschnitt (14) in einer von der Wanderstreckungsrichtung (W) unterschiedlichen Richtung erstreckt.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Extrusionskörper zu Bildung eines Schwellenschuhs, einen Schwellenschuh und ein Verfahren zum Herstellen eines Schwellenschuhs.

[0002] Eisenbahnschienen sind auf Bahnschwellen bzw. Eisenbahnschwellen montiert. In einer Richtung quer zu der Erstreckungsrichtung der Schienen weisen die Bahnschwellen eine bestimmte Länge auf. Die Länge der Bahnschwellen sind bei Geradeausabschnitten der Eisenbahnschienen konstant. Demgegenüber weisen Bahnschwellen im Bereich einer Weiche unterschiedliche Längen auf. Dies können Bahnschwellen für ein Weichenherz und -zunge sein. Ferner werden die Bahnschwellen beispielsweise zur Körperschall- und/oder Luftschalldämpfung elastisch gelagert und/oder mit Gummi ummantelt. Dazu werden insbesondere Schwellenschuhe verwendet, in die die Bahnschwellen eingesetzt werden. Ferner kann ein Schwellenschuh dazu dienen einen vereinfachten Austausch der Bahnschwellen in einem Kiesbett oder Betonbett zu ermöglichen.

[0003] Im Stand der Technik werden für Schwellenabmessungen passende Formen, beispielsweise Formpress- oder Spritzguss-Formen, hergestellt, mittels derer die Schwellenschuhe angefertigt werden. Damit können Schwellenschuhe mit konstanten Abmessungen relativ effektiv hergestellt werden. Problematisch kann dieser Herstellungsprozess jedoch sein, wenn Schwellenschuhe mit individuellen Abmessungen benötigt werden wie es beispielsweise im Bereich von Weichen der Fall sein kann. Aufgrund der unterschiedlichen Längen der Bahnschwellen im Bereich einer Weiche werden für diese Bahnschwellen unterschiedlich dimensionierte Schwellenschuhe benötigt. Die benötigten Längen von Schwellenschuhen für Bahnschwellen im Bereich einer Weiche können dabei zwischen 2 m und 5 m schwanken. Die benötigten Längen können von der jeweiligen Verwendung, insbesondere der verwendeten bzw. vorgesehenen Weiche abhängig sein. Gemäß einem typischen Beispiel werden für eine einzelne Weiche jeweils mehrere Schwellenschuhe mit je etwa 10 bis 15 verschiedenen Längen benötigt. Bei den bekannten Herstellungsverfahren wie Formpress- oder Spritzgussverfahren werden teure Formen benötigt. Daher ist ein Vorsehen von einer Vielzahl von unterschiedlich dimensionierter Formen für jede benötigte Länge der Schwellenschuhe sehr kostenintensiv und daher ineffizient.

[0004] Derzeit werden individuell dimensionierte Schwellenschuhe durch ein manuelles Anpassen der Schwellenschuhe realisiert. Beispielsweise werden Enden von Schwellenschuhen abgestanzt und die Schwellenschuhe manuell auf die gewünschte Dimensionierung umgearbeitet. Dies hat den Nachteil, dass viel personalintensive manuelle Arbeit anfällt. Zudem ist die Qualität der Arbeit stark von dem Personal abhängig und kann dadurch deutlichen Schwankungen unterworfen sein.

[0005] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung eine Möglichkeit bereitzustellen, mit der Schwellenschuhe variabler Länge effizient hergestellt werden können.

[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Extrusionskörper mit den Merkmalen des Anspruchs 1, einen Schwellenschuh gemäß Anspruch 12 und ein Verfahren gemäß Anspruch 15. Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie der Beschreibung und den beigefügten Figuren.

[0007] Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Extrusionskörper zur Bildung eines Schwellenschuhs für eine Eisenbahnschwelle vorgesehen, wobei der Extrusionskörper entlang seiner Haupterstreckungsrichtung einen im Wesentlichen konstanten Querschnitt aufweist, wobei der Extrusionskörper im Querschnitt umfasst: einen Wandabschnitt, der sich im Querschnitt entlang einer Wanderstreckungsrichtung erstreckt, und einen Bodenabschnitt, der an einem Endabschnitt des Wandabschnitts vorgesehen ist, wobei sich der Bodenabschnitt in einer von der Wanderstreckungsrichtung unterschiedlichen Richtung erstreckt.

[0008] Die Haupterstreckungsrichtung kann auch als Profil des Extrusionskörpers oder Profilrichtung bezeichnet sein. Die Haupterstreckungsrichtung kann im Wesentlichen einer Extrusionsrichtung bzw. einer Profilrichtung bei einer Herstellung des Extrusionskörpers entsprechen. Der Querschnitt des Extrusionskörpers ist als im Wesentlichen konstant bezeichnet. Das kann im Rahmen dieser Erfindung so verstanden werden, dass der Querschnitt von einer vollständig konstanten Ausgestaltung im Rahmen der dem Extrusionsprozess innewohnenden Genauigkeit variieren kann. Ferner kann der Querschnitt im Rahmen von bis zu 10%, bevorzugt bis zu 5%, besonders bevorzugt bis zu 3%, entlang der Erstreckungsrichtung variieren.

[0009] Die Wanderstreckungsrichtung kann sich in einer Ebene des Querschnitts erstrecken. Mit anderen Worten kann sich die Wanderstreckungsrichtung vorzugsweise senkrecht zu der Haupterstreckungsrichtung erstrecken. Der Wandabschnitt kann sich in dem Querschnitt entlang der Wanderstreckungsrichtung und in der Haupterstreckungsrichtung erstrecken. Der Wandabschnitt kann dazu ausgestaltet sein, nach Bildung des Schwellenschuhs zumindest eine Seitenwand des Schwellenschuhs auszubilden. Der Endabschnitt des Wandabschnitts kann an einem Ende des Wandabschnitts hinsichtlich der Wanderstreckungsrichtung vorgesehen sein. Der Wandabschnitt kann zwei derartige Endabschnitte aufweisen, wobei die Endabschnitte in Wanderstreckungsrichtung gesehen insbesondere an gegenüberliegenden Enden des Wandabschnitts angeordnet sein können. "An einem Endabschnitt des Wandabschnitts vorgesehen" kann vorzugsweise bedeuten, dass der Bodenabschnitt an einem Endabschnitt des Wandabschnitts angeordnet und/oder angebracht ist. Der Bodenabschnitt kann vorzugsweise dazu ausgestaltet sein, nach Bildung des Schwellenschuhs zumindest einen Teil eines Bodens des Schwellenschuhs zu bilden. Der Wandabschnitt kann an dem Endabschnitt durch eine Richtungsänderung in den Bodenabschnitt übergehen. Vorzugsweise bezeichnet die von der Wanderstreckungsrichtung unterschiedliche Richtung, in der sich der Bodenabschnitt erstreckt, eine Richtung, die sich ebenfalls in dem Querschnitt erstreckt bzw. die senkrecht zu der Haupterstreckungsrichtung verläuft.

[0010] Diese Richtung kann auch als Erstreckungsrichtung des Bodenabschnitts bezeichnet werden. Die Richtung, in der sich der Bodenabschnitt erstreckt, kann zu der Wanderstreckungsrichtung in einem Winkel von 10° bis 170°, bevorzugt 50° bis 130°, besonders bevorzugt 70° bis 120°, ausgerichtet sein. Die Richtung, in der sich der Bodenabschnitt erstreckt, kann zu der Wanderstreckungsrichtung im Wesentlichen, d.h. insbesondere mit einer Abweichung von maximal 5°, senkrecht zu der Wanderstreckungsrichtung ausgerichtet sein. Die Richtung, in der sich der Bodenabschnitt erstreckt, kann zu der Wanderstreckungsrichtung leicht schräg, insbesondere mit einem Winkel größer als 70° und kleiner als 120°, ausgerichtet sein. Vorteilhafterweise kann dies die Aufnahme der Eisenbahnschwelle erleichtern. Vorteilhafterweise kann der Extrusionskörper als Komponente eines Schwellenschuhs vorgesehen sein.

[0011] Gemäß einer Ausführungsform kann der Schwellenschuhs durch Umformen des Extrusionskörpers zur Anfertigung eines Schwellenschuhs gebildet sein. Optional kann es vorgesehen sein, den Schwellenschuh nur durch Umformen des Extrusionskörpers und Zusammenfügen der Enden des Extrusionskörpers herzustellen. Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann der Extrusionskörper zwei Wandabschnitte umfassen. Gemäß einer Ausführungsform kann der Extrusionskörper dazu ausgestaltet sein, zusammen mit zumindest einem weiteren Extrusionskörper und/oder weiteren Komponenten zu einem Schwellenschuh kombinierbar und/oder zusammenfügbar zu sein. Dazu kann zumindest einer der Extrusionskörper umgeformt sein. Der Bodenabschnitt kann an jeweils einem Endabschnitt jedes Wandabschnitts angeordnet sein. Vorzugsweise verläuft die Erstreckung beider Wandabschnitte entlang ihrer Wanderstreckungsrichtung auf der gleichen Seite des Bodenabschnitts. Optional können die Wandabschnitte über den Bodenabschnitt miteinander verbunden sein. Der Extrusionskörper kann im Querschnitt durch die zwei Wandabschnitte und den Bodenabschnitt U-förmig und/oder wannenförmig ausgebildet sein, wobei das U und/oder die Wanne in seinem/ihrem unteren Bereich, beim Übergang zwischen dem Bodenabschnitt und jeweils einem Wandabschnitt im Wesentlichen eckig ausgebildet sein kann. Die Winkel zwischen dem Bodenabschnitt und Wandabschnitt können jeweils etwas größer als 70°, vorzugsweise um maximal 30° größer als 90°, ausgebildet sein. Dadurch können die Wandabschnitte leicht schräg zu dem Bodenabschnitt verlaufen, insbesondere derart, dass ein durch die die Wandabschnitte und den Bodenabschnitt gebildeter Aufnahmeraum im Querschnitt gesehen von dem Bodenabschnitt aus breiter wird. Im Unterschied zum Stand der Technik, gemäß dem Schwellenschuhe üblicherweise mit Hilfe von vorgefertigten Formen, z.B. durch Formpressen, hergestellt werden, bietet das Anfertigen eines Extrusionskörpers als Zwischenprodukt zu Bildung eines Schwellenschuhs eine weitaus größere Flexibilität hinsichtlich der Länge des Schwellenschuhs. Die Richtung, in der die Länge des Schwellenschuhs bemessen wird, kann dabei im Wesentlichen der Haupterstreckungsrichtung entsprechen. Vorteilhafterweise kann der Extrusionskörper beispielsweise als Endlosprodukt vorgesehen sein. Aus dem Endlosprodukt können je nach benötigter Länge der zu bildenden Schwellenschuhe ohne wesentliche Materialverluste in Haupterstreckungsrichtung Abschnitte abgetrennt werden, durch deren Länge die Länge des Schwellenschuhs festgelegt werden kann. Bei im Einzelnen teuer anzufertigenden Formen gemäß dem Stand der Technik besteht diese Flexibilität hinsichtlich der Länge nicht. Schwellenschuhe unterschiedlicher Länge können folglich kostengünstig und/oder ohne erhöhten Anfall von Abfallprodukten angefertigt werden. Der erfindungsgemäße Extrusionskörper kann insbesondere vorteilhaft zu Bildung von Schwellenschuhen sein, die für Eisenbahnschwellen im Bereich von Weichen eingesetzt werden und deshalb unterschiedliche Längen aufweisen müssen. Der Extrusionskörper kann aber auch für andere Einsatzzwecke von Schwellenschuhen vorteilhaft sein, insbesondere dann, wenn Eisenbahnschwellen bzw. Schwellenschuhe unterschiedlicher Länge benötigt werden. Auch die Ummantelung von gleichlangen Eisenbahnschwellen (2 bis 3m) ist mit diesem Extrusionskörper und dem unten beschriebenen Verfahren möglich.

[0012] Vorteilhafterweise ist der Extrusionskörper ein Extrusionsprodukt. Mit anderen Worten kann der Extrusionskörper ein Extrudat sein. Vorteilhafterweise kann der Extrusionskörper als Extrusionsprodukt besonders effizient herstellbar sein. Zudem können durch die Extrusionsparameter, wie beispielsweise der verwendete Druck, die Temperatur oder die Wahl des Ausgangsmaterial oder der Ausgangsmaterialien, die Eigenschaften des Schwellenschuhs zielgerichtet einstellbar sein. Darüber hinaus kann ein Extrusionskörper als Endlosprodukt gefertigt werden, der nach Bedarf zurechtgeschnitten werden kann. Somit können individuelle Abmessungen des Extrusionsprodukts bereitgestellt sein. Insbesondere kann so verschieden dimensionierte und lange (z.B. länger als 0,6m) Schwellenschuhe einfach gefertigt werden.

[0013] Zweckmäßigerweise weist der Extrusionskörper im Querschnitt ferner einen Vorsprungabschnitt auf, der an dem anderen Endabschnitt des Wandabschnitts vorgesehen ist. Der andere Endabschnitt liegt in Wanderstreckungsrichtung gesehen insbesondere gegenüber dem einen Endabschnitt, an dem der Bodenabschnitt vorgesehen ist. Der Vorsprungabschnitt kann dazu ausgestaltet und/oder dazu vorgesehen sein, bei der Montage des Schwellenschuhs nicht mit dem übrigen Schwellenschuh einbetoniert oder eingeschüttet zu werden, sondern oberhalb einer Einbetonierung oder Einschüttung (Bettung) angeordnet zu sein. Der Vorsprungabschnitt kann einen Transport des Schwellenschuhs erleichtern. Ferner kann der Vorsprungabschnitt für eine größere Stabilität des Schwellenschuhs in einem nicht eingebauten Zustand sorgen. Zweckmäßigerweise können der Vorsprungabschnitt und der Bodenabschnitt auf unterschiedlichen, insbesondere gegenüberliegenden, Seiten des Wandabschnitts angeordnet sein. Vorteilhafterweise kann es vorgesehen sein, dass der Vorsprungabschnitt und der Bodenabschnitt in entgegengesetzte Richtungen von dem Wandabschnitt vorspringen. Der Begriff "vorspringen" kann dabei vorzugsweise im Sinne von "vorragen" zu verstehen sein. Mit der Bildung des Schwellenschuhs kann damit der Vorsprungabschnitt nach außen vorstehen (d.h. weg von einem Aufnahmeraum für eine Bahnschwelle). Dies kann den Vorteil haben, dass einerseits ein Transport des Extrusionskörpers und insbesondere auch des gebildeten Schwellenschuhs vereinfacht sein kann. Ferner kann einem Absacken des Schwellenschuhs in die Bettung durch den Vorsprungabschnitt entgegengewirkt werden kann. Dadurch kann ein Einbau und ein Betrieb des Schwellenschuhs verbessert sein.

[0014] Vorteilhafterweise ist der Vorsprungabschnitt aus einem anderen Material als der Wandabschnitt und/oder der Bodenabschnitt gebildet, und wobei das Material des Vorsprungabschnitts insbesondere EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) oder CSM (Chlorsulfonyl-Polyethylenkautschuk) umfasst. Somit kann der Vorsprungabschnitt aus einem sehr witterungsbeständigen Material gebildet sein. Es kann vorgesehen sein, den Vorsprungabschnitt nicht zusammen mit dem übrigen gebildeten Schwellenschuh in die Bettung einzubringen. Dadurch kann der Vorsprungabschnitt Umwelteinflüssen, beispielsweise Sonne, Wind und Regen, ausgesetzt sein. Die Materialanforderungen des Vorsprungabschnitt können unter anderem deshalb andere sein als die des Wandabschnitts und/oder des Bodenabschnitts. Deshalb kann es vorteilhaft sein, ein anderes Material für den Vorsprungabschnitt zu verwenden. Insbesondere EPDM hat sich als besonders geeignet bzw. günstig herausgestellt, da es ausreichend Widerstandsfähig gegen an dieser Position auftretenden Umwelt- und/oder Wettereinflüssen ist. Optional kann der Vorsprungabschnitt farblich zu dem Wandabschnitt und/oder dem Bodenabschnitt unterschiedlich ausgestaltet sein. Beispielsweise kann der Vorsprungabschnitt eingefärbt sein. Vorteilhafterweise kann damit ein Erkennen des Vorsprungabschnitts und damit des Schwellenschuhs erleichtert sein. Durch unterschiedliche Einfärbung kann eine bleibende Produktkennzeichnung erfolgen und weitere Informationen angegeben werden (z.B. Herstellungsjahr, unterschiedliche Steifigkeiten der Einlage usw.).

[0015] Vorteilhafterweise umfasst der Extrusionskörper im Querschnitt ferner eine abrasionsfeste Schicht, die sich zumindest abschnittsweise entlang des Wandabschnitts erstreckt, und wobei die abrasionsfeste Schicht aus einem von dem Wandabschnitt unterschiedlichen Material gebildet ist. Die abrasionsfeste Schicht kann ein Schutz gegen Materialabtragung, beispielsweise durch Reibung oder auch durch Stöße bieten. Die abrasoinsfeste Schicht kann auf einer Seite des Wandabschnitts angeordnet sein, auf der auch der Bodenabschnitt angeordnet ist. Die abrasionsfeste Schicht kann sich derart entlang des Wandabschnitts erstrecken, dass sie bei einem gebildeten Schwellenschuh in einem Aufnahmebereich oder Aufnahmeraum des Schwellenschuhs für die Aufnahme einer Eisenbahnschwelle angeordnet ist und/oder dass sie mit einem im montierten Zustand zwischen dem Wandabschnitt und der Eisenbahnschwelle angeordnet ist. Die abrasionsfeste Schicht kann derart angeordnet sein, dass im montierten Zustand die Eisenbahnschwelle im Wesentlichen den Wandabschnitt nicht direkt berührt, sondern den Wandabschnitt nur mittelbar über die abrasionsfeste Schicht kontaktiert. Durch die abrasionsfeste Schicht kann bei durch Zugüberfahrten bewirkten Kräften, insbesondere Reibkräften, welche von der Eisenbahnschwelle auf den Wandabschnitt wirken, eine Materialabtragung des Wandabschnitts verringert wird. Die abrasionsfeste Schicht kann zusammen mit dem übrigen Extrusionskörper in einem gemeinsamen Extrusionsprozess gefertigt sein. Die abrasionsfeste Schicht kann durch den Extrusionsprozess mit dem Wandabschnitt integral verbunden sein. Beispielsweise kann die abrasionsfeste Schicht durch zumindest eine chemische Reaktion und/oder mittels einer erhöhten Temperatur während des Extrusionsprozesses mit dem Wandabschnitt verbunden worden sein.

[0016] Zweckmäßigerweise umfasst die abrasionsfeste Schicht ein Elastomer und/oder ein UHMW-PE (Ultrahochmolekulares HDPE, wobei HDPE für High-Density-Polyethylen steht), insbesondere als Folie. Eine Ausgestaltung umfassend ein Elastomer und/oder ein UHMW-PE hat sich als besonders günstig zur Vermeidung von Materialabtragung erwiesen. UHMW-PE ist insbesondere selbst sehr verschleißbeständig gegenüber Reibung durch die Eisenbahnschwelle. Zudem kann UHMW-PE auch einen besonders reibungsarmen Kontakt mit der Eisenbahnschwelle ermöglichen um eine Materialabtragung der Eisenbahnschwelle zu vermindern. Die Ausbildung als Folie kann insbesondere günstig sein, weil dadurch eine platzsparende Ausgestaltung ermöglicht werden kann, wobei insbesondere die Breite des gebildeten Schwellenschuhs nicht wesentlich vergrößert werden muss. Als abrasionsfeste Schicht sind verschleißfeste Gummi-Compounds aus Basis von NR (Naturkautschuk), SBR (Styrol-Butadien-Kautschuk), NBR (AcrylnitrilButadien-Kautschuk), CSM, EPDM und deren Verschnitte einsetzbar.

[0017] Vorteilhafterweise ist der Extrusionskörper aus einem formbaren Material gebildet, so dass er in der Haupterstreckungsrichtung vorzugsweise um 90° umgebogen werden kann. Vorteilhafterweise kann es vorgesehen sein, mehrere Wände, beispielsweise zumindest zwei Wände und/oder alle vier Außenwände, bei der Bildung des Schwellenschuhs mit dem Wandabschnitt zu bilden. Mit Vorteil kann somit der Schwellenschuh aus weniger Einzelkomponenten oder sogar im Wesentlichen nur aus dem Extrusionskörper als einzige Komponente gebildet sein.

[0018] Zweckmäßigerweise umfasst der Extrusionskörper ferner eine elastische Einlage, die an dem Bodenabschnitt vorgesehen ist und insbesondere integral mit dem Bodenabschnitt gebildet ist. Die elastische Einlage kann in der Richtung, in der sich der Bodenabschnitt im Querschnitt erstreckt, über den Bodenabschnitt hinausragen. Beispielsweise kann es vorgesehen sein, zur Bildung eines Schwellenschuhs zwei Extrusionskörper zu kombinieren, wobei nur einer der zwei Extrusionskörper die elastische Einlage umfasst. Zusätzlich oder alternativ kann es vorgesehen sein, dass sowohl bei dem Extrusionskörper als auch bei dem gebildeten Schwellenschuh die elastische Einlage in der Richtung, in der sich der Bodenabschnitt im Querschnitt erstreckt, über den Bodenabschnitt hinausragt. Damit kann es vorgesehen sein, dass nicht der gesamte untere Bereich des Schwellenschuhs von dem Bodenabschnitt abgedeckt ist. So kann die Gummimatte nur bereichsweise (in oder quer zur Schwellenschuhlängsrichtung) ausgebildet sein. Entstehende Hohlräume können mit einem anderen Material (mit einer anderen Steifigkeit und/oder kostengünstiger) aufgefüllt sein. Die elastische Einlage kann beispielsweise eine gerillte Gummimatte oder eine Gummimatte mit Hohlkammern sein. Der Bodenabschnitt kann nur abschnittsweise zu einer Stabilisierung der elastischen Einlage vorgesehen sein. Die elastische Einlage kann mit dem übrigen Extrusionskörper mitextrudiert sein. Dies kann eine besonders einfache und effiziente Herstellung ermöglichen. Insbesondere können Nacharbeiten im Eckenbereich, zum Beispiel zur Korrektur von Verwerfungen bei einem nachträglichen Einsetzen, vermieden werden. Eine integrale Ausbildung der elastischen Einlage mit dem Bodenabschnitt kann zusätzlich den Vorteil aufweisen, dass ein Verrutschen oder ein Verlust der Einlage verhinderbar sein kann. Eine integrale oder einstückige Ausbildung der elastischen Einlage mit dem Bodenabschnitt kann beispielsweise durch eine gemeinsame Extrusion der elastischen Einlage mit dem Bodenabschnitt erreichbar sein. Beispielsweise kann durch eine chemische Reaktion und/oder durch ein Erwärmen während dem Extrusionsprozess eine Anbindung der elastischen Einlage an den Bodenabschnitt erfolgen bzw. erfolgt sein. Die elastische Einlage kann derart ausgestaltet und/oder angeordnet sein, dass sie im montierten Zustand zwischen dem Schwellenschuh und der Eisenbahnschwelle angeordnet ist. Die elastische Einlage kann im montierten Zustand vorteilhafterweise die Eisenbahnschwelle vor Vertikalkräften schützen. Vertikalkräfte sind insbesondere Kräfte welche im Wesentlichen parallel zu der Gravitationskraft und/oder im Wesentlichen parallel zu der Wanderstreckungsrichtung wirken. Vertikalkräfte können beispielsweise durch die Belastung bei überfahrenden Zügen auftreten.

[0019] Vorteilhafterweise kann die Einlage Dämpfungselemente aufweisen, so dass die Einlage dazu ausgestaltet ist, Stöße zu dämpfen. Beispielsweise kann die Einlage aus einem dämpfenden Material gefertigt sein. Damit kann die Einlage besonders gut durch Zugüberfahrten auftretende Stöße dämpfen und insbesondere eine verlängerte Lebensdauer der Eisenbahnschwelle ermöglichen. Die Einlage kann ein Hohlkammerprofil mit zumindest einer in der Haupterstreckungsrichtung verlaufenden Hohlkammer aufweisen. Vorzugsweise kann das Hohlkammerprofil mehrere Hohlkammern aufweisen, wobei die Hohlkammern insbesondere gleichmäßig verteilt in der Einlage in der Wanderstreckungsrichtung und/oder in der Erstreckungsrichtung des Bodenabschnitts, angeordnet sein können. Ferner kann so eine Körper-Schalldämpfungswirkung erzielt werden.

[0020] Zweckmäßigerweise weist der Bodenabschnitt Dämpfungselemente auf, und wobei die Dämpfungselemente Rillen, Noppen und/oder Hohlräume umfassen. Eine Ausgestaltung mit Dämpfungselementen kann ein Abfangen von Zugüberfahrt bedingen Stößen noch weiter verbessern. Insbesondere die Noppen und/oder Hohlräume können während dem Extrusionsprozess erzeugt werden. Dadurch können die Dämpfungselemente besonders einfach an und/oder in dem Bodenabschnitt vorgesehen werden.

[0021] Vorteilhafterweise unterscheidet sich das Material des Bodenabschnitts von dem Material des Wandabschnitts. Mit Vorteil kann somit eine besonders gute individuelle Anpassung an die unterschiedlichen auftretenden Vertikal- und Horizontalkräfte ermöglicht sein. So kann der Wandabschnitt aus einem günstigen Material mit geringerer Widerstandskraft gegen mechanische Einwirkungen ausgebildet sein, wohngegen der Bodenabschnitt aus einem Widerstandsfähigen Material ausgebildet sein kann, um die Vertikalkräfte abzufangen.

[0022] Zweckmäßigerweise umfasst der Wandabschnitt einen Synthesekautschuk, insbesondere SBR (Styrol-Butadien-Kautschuk). Synthesekautschuk kann besonders kostengünstig sein bei zugleich guten dämpfenden und stabilisierenden Eigenschaften. SBR eignet sich zudem besonders gut für die Extrusion im Sinne dieser Erfindung. Zudem kann der Extrusionskörper oder nur der Wandabschnitt aus einem Thermoplast gebildet sein wie beispielsweise PE, PP, PA, ABS. Somit kann der extrudierte Extrusionskörper aus einem Thermoplast und zumindest eine Stirnseite aus einem Elastomer gebildet sein. Der Extrusionskörper kann auch aus einem Elastomer gebildet sein wie beispielsweise EPDM, BR, NBR uns verschnitte daraus. Dabei kann dann die zumindest eine Stirnseite aus einem Thermoplast gebildet sein.

[0023] Vorteilhafterweise umfasst der Wandabschnitt geometrische Ausgestaltungen, die dazu ausgestaltet sind, eine Flächenpressung zwischen Wandabschnitt und einer Eisenbahnschwelle zu verteilen. Der Wandabschnitt kann insbesondere dazu ausgestaltet sein, die Eisenbahnschwelle vor dem Einfluss horizontal wirkender Kräfte zu schützen. Horizontale Kräfte können positiven oder negativen Beschleunigungen von auf den Gleisen fahrenden Zügen verursacht sein. Die geometrischen Ausgestaltungen können vorteilhafterweise eine gleichmäßige Kraftübertragung auf den Wandabschnitt ermöglichen und/oder starke lokal auftretende Kräfte gleichmäßiger umverteilen. Somit kann die Lebensdauer des aus dem Extrusionskörper gebildeten Schwellenschuhs verlängert sein.

[0024] Zweckmäßigerweise umfasst der Extrusionskörper zumindest ein Längenausgleichselement, so dass eine Länge des Extrusionskörpers in der Haupterstreckungsrichtung variabel ist. Das Längenausgleichselement kann beispielsweise ein elastisches Material umfassen, so dass eine Länge des Längenausgleichselement variabel ist. Ferner kann das Längenausgleichselement ein zusammenschiebbares Element, beispielsweise gemäß einem Ziehharmonika-Prinzip und/oder durch eine Wellenform, umfassen. Zudem ist denkbar einen Teilabschnitt des Längenausgleichselements mit einer verringerten Wandstärke vorzusehen. Allesdies kann bewirken, dass das Längenausgleichselement eine variable Länge aufweist. Das Längenausgleichselement kann beispielsweise bei einer Nachbearbeitung dem Extrusionskörper hinzugefügt werden. Ferner kann durch eine Nachbearbeitung des Extrusionskörpers das Längenausgleichselement an dem Extrusionskörper ausgebildet werden. So kann der Extrusionskörper beispielsweise umgeformt werden, um das Längenausgleichselement daran zu bilden. Vorteilhafterweise kann der Extrusionskörper durch das Längenausgleichselement eine zusätzliche Flexibilität hinsichtlich seiner Länge aufweisen. Ist der Schwellenschuh aus dem Extrusionskörper gebildet, kann durch das Längenausgleichselement der Schwellenschuh besonders einfach an eine Bahnschwelle angebracht werden. So kann beispielsweise ein besonders guter Sitz des Schwellenschuhs an der Bahnschwelle sichergestellt sein, indem der Schwellenschuh etwas geringere Abmessungen aufweist als die Bahnschwelle. Mit anderen Worten kann der Schwellenschuh hinsichtlich der Bahnschwelle ein Untermaß aufweisen. Durch das Längenausgleichselement kann eine oder mehrere Dimensionen des Schwellenschuhs bei der Montage an der Bahnschwelle dann so vergrößert werden, dass die Bahnschwelle problemlos in dem Schwellenschuh angeordnet ist. Damit kann zuverlässig verhindert werden, dass Fremdstoffe zwischen Schwellenschuh und Bahnschwelle eindringen. Damit kann die Langlebigkeit sowohl der Bahnschwelle als auch des Schwellenschuhs verlängert sein.

[0025] Gemäß einer Ausführungsform ist der Extrusionskörper von einem Produktionszustand in einen Produktzustand überführbar, wobei der Extrusionskörper in einem Produktzustand einen Aufnahmeraum zur zumindest teilweisen Aufnahme einer Eisenbahnschwelle an zumindest einer ersten Seite des Aufnahmeraums und an einer zweiten Seite des Aufnahmeraums zumindest teilweise begrenzt. Mit anderen Worten kann der Extrusionskörper den Aufnahmeraum zumindest teilweise umgeben. Die Überführung kann beispielsweise durch ein Umbiegen oder Umformen des Extrusionskörpers realisiert sein. Vorzugsweise kann der Wandabschnitt dazu ausgestaltet sein, nach einer Verformung die Begrenzung der ersten Seite und der zweiten Seite des Aufnahmeraums zumindest teilweise darzustellen. Es kann vorgesehen sein, dass durch weitere Verformungen der Wandabschnitt drei oder vier Seiten des Aufnahmeraums begrenzt. Zusätzlich oder alternativ kann das Überführen in den Produktzustand ein Zusammenfügen von zwei Extrusionskörpern, beispielsweise umfassend ein Verkleben der Extrusionskörper, umfassen.

[0026] Gemäß einer Ausführungsform ist der Extrusionskörper von einem Produktionszustand in einen Produktzustand überführbar, wobei der Extrusionskörper in einem Produktzustand einen Aufnahmeraum zur zumindest teilweisen Aufnahme einer Eisenbahnschwelle vollständig umschließt, und wobei der Extrusionskörper in der Haupterstreckungsrichtung auf Stoß oder überlappend vorgesehen ist. Ein vollständiges Umschließen des Aufnahmeraums ist dabei vorzugsweise in einem zweidimensionalen Sinne (d.h.in einer Draufsicht auf den gebildeten Schwellenschuh) zu verstehen, insbesondere derart, dass der Wandabschnitt einen Aufnahmeraum umgibt. Vorzugsweise ist der Aufnahmeraum in einer dem Bodenabschnitt gegenüberliegenden Seite offen. Durch die Öffnung, die dem Bodenabschnitt in der Wanderstreckungsrichtung gegenüberliegt, kann die Bahnschwelle in den Aufnahmeraum gelangen. Der Aufnahmeraum kann an der Seite des Bodenabschnitts (d.h. gegenüber der Öffnung) teilweise eine Aussparung aufweisen oder vollständig geschlossen sein. Mit anderen Worten kann es vorgesehen sein, dass durch Umformen oder Umbiegen der Extrusionskörper in einen Produktzustand überführbar ist, bei dem die Enden des Extrusionskörpers in der Haupterstreckungsrichtung gesehen auf Stoß kontaktieren oder überlappen. Mit anderen Worten kann der Extrusionskörper in eine katenartige Form umgeformt werden, um in dem Produktzustand den Aufnahmeraum zu bilden. Beispielsweise kann der Extrusionskörper in einer Bestimmten Länge in der Haupterstreckungsrichtung vorliegen. Dann kann der Extrusionskörper an vier stellen, um 90° umgebogen werden, so dass sich der Anfang und das Ende des Extrusionskörpers in der Haupterstreckungsrichtung kontaktieren. An der Kontaktstelle kann der Anfang und das Ende des Extrusionskörper verbunden sein, um den Produktzustand zu bilden. In dem Produktzustand kann der Schwellenschuh vorliegen. Durch die einfach zu variierende Ausgangslänge des Extrusionskörpers kann eine Dimensionierung des Schwellenschuhs einfach variiert werden.

[0027] Zur Überführung in den Produktzustand kann der Extrusionskörper derart umgebogen werden, dass er einen ungefähr rechteckigen Aufnahmeraum umschließt, wobei der rechteckige Aufnahmeraum insbesondere abgerundete Ecken aufweisen kann. Mit Vorteil kann somit im Wesentlichen aus einem einzigen Extrusionskörper ein vollständiger Aufnahmeraum des Schwellenschuhs gebildet werden.

[0028] Vorteilhafterweise kann in dem Aufnahmeraum eine Bodenplatte vorgesehen sein, die von dem Bodenabschnitt gehalten ist. Die Bodenplatte kann ein Gummimaterial und/oder ein Kunststoffmaterial umfassen. Mit Vorteil kann die Bodenplatte der Stabilisierung des Schwellenschuhs und/oder einer Dämpfung in vertikaler Richtung dienen. Die Bodenplatte kann mit der Bettung (beispielsweise mit Beton) in Kontakt kommen. Mit anderen Worten kann die Bodenplatte durch die Aussparung mit der Bettung in direkten Kontakt kommen.

[0029] Zweckmäßigerweise kann die Bodenplatte einen geschäumten Gummi umfassen. Ein geschäumtes Gummi kann eine besonders gute Dämpfung ermöglichen. Zusätzlich oder alternativ kann die Bodenplatte eine gerillte Gummiplatte sein. Durch eine Rillung kann eine verbesserte Dämpfung ermöglicht sein. Ferner kann eine Materialersparnis bei der Herstellung erreicht sein.

[0030] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Schwellenschuh für eine Eisenbahnschwelle vorgesehen, umfassend: zumindest einen ersten Extrusionskörper und einen zweiten Extrusionskörper wie hierin beschrieben, wobei der erste Extrusionskörper und der zweite Extrusionskörper an zwei gegenüberliegenden Längsseiten eines Aufnahmeraums zur zumindest teilweisen Aufnahme einer Eisenbahnschwelle angeordnet sind. Die Merkmale und Vorteile, die für den Extrusionskörper beschrieben worden sind, gelten in entsprechender Weise analog für den Schwellenschuh und andersrum. Der erste und der zweite Extrusionskörper können im Wesentlichen identisch sein, insbesondere aus dem gleichen Extrusionsprozess stammen. Mit anderen Worten kann von einem endlos extrudierten Extrusionskörper zwei Abschnitte abgetrennt werden. Die beiden Abschnitt können eine definierte Länge in der Haupterstreckungsrichtung aufweisen. Somit kann eine Dimensionierung des Schwellenschuhs besonders einfach erfolgen. Optional können die beiden Extrusionskörper zueinander komplementäre Teile aufweisen und sich durch diese komplementären Teile unterscheiden. Komplementäre Teile können beispielsweise an beiden Extrusionskörpern vorgesehene Befestigungsmechanismen umfassen, welche komplementär, d.h. insbesondere passend zueinander, ausgebildet sind. Der Aufnahmeraum kann insbesondere zumindest teilweise bzw. abschnittsweise durch die Wandabschnitte der Extrusionskörper und/oder die Bodenabschnitte begrenzt sein. Die Extrusionskörper können derart ausgestaltet und angeordnet sein, dass an sich gegenüberliegenden Längsseiten des Aufnahmeraums die Wandabschnitte der beiden Extrusionskörper gegenüberliegend angeordnet sind. Der Schwellenschuh kann an seinen Stirnseiten (d.h. die Seiten des Aufnahmeraums, die die beiden Längsseiten miteinander verbinden) weitere Extrusionskörper oder andere Formteile aufweisen, so dass der Aufnahmeraum in einer Draufsicht geschlossen ist.

[0031] Der Schwellenschuh kann dazu ausgestaltet sein, eine elastische Einlage aufzunehmen und/oder der Schwellenschuh kann eine elastische Einlage umfassen. Die elastische Einlage kann in dem Aufnahmeraum angeordnet und/oder anordenbar sein. Die elastische Einlage kann im montierten Zustand des Schwellenschuhs zumindest abschnittsweise zwischen dem Schwellenschuh und der Eisenbahnschwelle angeordnet sein. Die Wandabschnitte der Extrusionskörper können dazu ausgebildet sein, die elastische Einlage und/oder die Bahnschwelle vor seitlichen Umwelteinflüssen zu schützen. Die elastische Einlage kann im montierten Zustand vorteilhafterweise Vertikalkräften aufnehmen und dämpfen. Vertikalkräfte sind insbesondere Kräfte welche im Wesentlichen parallel zu der Gravitationskraft und/oder parallel zu der Wanderstreckungsrichtung wirken. Vertikalkräfte können beispielsweise durch Radkräfte bei überfahrenden Zügen auftreten.

[0032] Vorteilhafterweise sind die Bodenabschnitte des ersten Extrusionskörpers und des zweiten Extrusionskörpers beabstandet voneinander. Mit anderen Worten besteht eine Lücke zwischen den Bodenabschnitten. Über der Lücke kann beispielsweise die elastische Einlage angeordnet sein. Durch die Beabstandung kann eine flexiblere Gestaltung der Breite des Schwellenschuhs ermöglicht werden. Die Beabstandung kann auch als Aussparung bezeichnet sein. Zusätzlich kann durch die Beabstandung Material eingespart werden. Im Bereich von Kurven und Weichen sind auftretende Kräfte, welche auf den Schwellenschuh wirken, besonders stark in Längsrichtung des Schwellenschuhs und weniger stark in der Querrichtung des Schwellenschuhs, welche der Richtung der Beabstandung zwischen den Bodenabschnitten entspricht. Es hat sich herausgestellt, dass der Schwellenschuh folglich auch mit der Beabstandung noch stabil genug sein kann.

[0033] Zweckmäßigerweise sind die Bodenabschnitte des ersten Extrusionskörpers und des zweiten Extrusionskörpers mit einem Verbindungselement verbunden oder verbindbar. Das Verbindungselement kann beispielsweise ein Klebestreifen oder ein aufvulkanisierter Gummistreifen sein. Das Verbindungselement kann auch als Teil des ersten und/oder des zweiten Extrusionskörper integriert sein. Beispielsweise kann das Verbindungselement eine Schnappverbindung sein, deren Teile in den ersten und in den zweiten Extrusionskörper integriert sind. Vorteilhafterweise kann somit eine zusätzliche Stabilisierung erreicht werden, welche es beispielsweise andererseits ermöglichen kann, an anderer Stelle weiter Material einzusparen. Somit kann der Schwellenschuh durch einzeln hergestellte Extrusionskörper gebildet sein. Dadurch kann eine hohe Flexibilität bei der Dimensionierung des Schwellenschuhs erreicht werden.

[0034] Vorteilhafterweise ist zumindest ein Stirnelement an zumindest einer Stirnseite des Aufnahmeraums vorgesehen, und wobei das zumindest eine Stirnelement den ersten Extrusionskörper und den zweiten Extrusionskörper miteinander verbindet. Somit kann ein an einer Seite offener Schwellenschuh bereitgestellt sein. Vorzugsweise können zwei Stirnelemente an zwei gegenüberliegenden Stirnseiten des Aufnahmeraums vorgesehen sein. Die Stirnseiten sind insbesondere die Enden des Aufnahmeraums in der Längsrichtung des Schwellenschuhs. Die Stirnelemente können ebenfalls jeweils einen Wandabschnitt umfassen, welcher an die Wandabschnitte der Extrusionskörper anschließt. Analog zu der Ausgestaltung können die Stirnelemente jeweils einen Bodenabschnitt umfassen. Der Bodenabschnitt der Stirnelemente kann derart ausgestaltet sein, dass er an die Bodenabschnitte der Extrusionskörper anschließt. Dadurch kann eine gleichmäßige Stützung einer Bodenplatte und/oder einer elastischen Einlage in dem gebildeten Schwellenschuh erreicht werden. Alternativ können die Stirnelemente keinen Bodenabschnitt aufweisen. Hierbei können die Stirnelemente besonders einfach mit den Extrusionskörpern verbunden werden. Die Wandabschnitte der Stirnelemente können zusammen mit den Wandabschnitten der Extrusionskörper den Aufnahmeraum umlaufend vollständig umschließen. Mit Vorteil können die Bodenabschnitte der Extrusionskörper zusammen mit den Bodenabschnitten der Stirnelemente einen Boden des Aufnahmeraums zumindest teilweise und/oder vollständig ausbilden. Vorteilhafterweise können standardisierte Stirnelemente mit den gleichen Abmessungen für verschieden lange Schwellenschuhe verwendete werden, da die Breite einer Bahnschwelle orthogonal zu deren Länge unabhängig davon, ob die Bahnschwelle in einem Bereich einer Weiche oder an einem anderen Streckenabschnitt vorgesehene ist, immer konstant ist. Die Stirnelemente können beispielsweise durch ein Press- oder Spritzverfahren hergestellt sein.

[0035] Zweckmäßigerweise sind die Stirnelemente aus einem anderen Material gebildet als der Extrusionskörper, und wobei die Stirnelemente insbesondere aus einer hochfesten und abrasionsbeständigen Gummimischung gebildet sind. Vorteilhafterweise können die Stirnelemente besonders stabil bzw. stabiler als die Extrusionskörper ausgebildet sein. Stabil kann hierbei eine besonders hohe Druckfestigkeit bedeuten. An den Stirnseiten von Bahnschwellen treten verglichen mit den Längsseiten von Bahnschwellen besonders große Kräfte auf. Durch die hohe Druckfestigkeit der Stirnelemente können diese Kräfte optimal aufgenommen werden. Ferner kann somit die Lebensdauer des Schwellenschuhs erhöht sein. Darüber hinaus können die Längsseiten des Schwellenschuhs (z.B. die Extrusionskörper) aus einem günstigeren und damit weniger druckbeständigem Material gebildet sein, wodurch eine besonders effiziente Herstellung des Schwellenschuhs erreicht wird. Somit kann mit den Stirnelementen eine gezielte Verstärkung an der Stelle ermöglicht werden, an der die Belastungen des Schwellenschuhs besonders hoch sind. Die gezielte Verstärkung kann durch ein Speziell ausgerüstetes Material und/oder eine spezielle Formgebung erreicht sein.

[0036] Vorteilhafterweise können die Stirnelemente an die Extrusionskörper angespritzt, aufvulkanisiert und/oder angeklebt sein. Dies kann eine besonders einfache und effiziente Möglichkeit darstellen, den Schwellenschuh zusammenzufügen. Ferner kann ein solche Ausgestaltung des Schwellenschuhs unabhängig von der Länge des Schwellenschuhs sein. Somit kann dieselbe Vorrichtung genutzt werden, um die Stirnelemente an die Extrusionskörper anzubringen unabhängig davon, welche Längenabmessungen der Schwellenschuh haben soll. Die spezielle Gestaltung der angefügten Stirnelemente kann so ausgestaltet sein, dass eine flexible Längenausgleich (Ziehharmonika) vorgesehen sein kann. Der flexible Längenausgleich kann an beliebigen Stellen entlang des Extrusionskörpers vorgesehen sein. Dabei kann das flexible Längenausgleich ein Press - oder Spritzteil sein, wohingegen der Extrusionskörper ein extrudierter Körper sein kann.

[0037] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Herstellen eines Schwellenschuhs, insbesondere wie hierin beschrieben, für eine Eisenbahnschwelle vorgesehen, umfassend:

Extrudieren zumindest eines Extrusionskörpers, und

Anordnen zumindest eines Extrusionskörpers, so dass ein Aufnahmeraum zur Aufnahme der Eisenbahnschwelle zumindest teilweise von dem Wandabschnitt umgeben ist.



[0038] Das Verfahren kann ferner ein Umformen des Extrusionskörpers vor dem Anordnen umfassen. Dabei kann der Extrusionskörper so umgeformt werden, dass der Wandabschnitt an zumindest einer ersten Seite des Aufnahmeraums und an einer zweiten Seite des Aufnahmeraums den Aufnahmeraum zumindest teilweise begrenzt. Mit anderen Worten kann der Extrusionskörper derart angeordnet und/oder umgeformt werden, dass er den Aufnahmeraum an zumindest einer ersten Seite des Aufnahmeraums und an einer zweiten Seite des Aufnahmeraums zumindest teilweise begrenzt. Zusätzlich oder alternativ kann es vorgesehen sein, einen zweiten Extrusionskörper zu extrudieren, anzuordnen und/oder umzuformen. Der zweite Extrusionskörper kann gemeinsam mit dem ersten Extrusionskörper bzw. direkt nach dem ersten Extrusionskörper, insbesondere als gemeinsamer Extrusionsstrang, extrudiert sein. Alternativ kann es vorgesehen sein, dass der Extrusionskörper derart umgeformt bzw. umgebogen wird, dass er den Aufnahmeraum zur zumindest teilweisen Aufnahme einer Eisenbahnschwelle vollständig umschließt und seine Enden in der Haupterstreckungsrichtung auf Stoß oder überlappend kontaktieren. Ferner kann das Verfahren ein zurechtschneiden des Extrusionskörper nach dem Extrudieren und vor dem Anordnen umfassen. Bei dem Zurechtschneiden kann der Extrusionskörper in der Haupterstreckungsrichtung individuell bemessen sein. Somit kann ein Extrusionskörper zur Bildung eines Schwellenschuhs bereitgestellt sein, der für unterschiedlich lange Bahnschwellen geeignet ist.

[0039] Vorteilhafterweise kann das Verfahren ferner umfassen: Anspritzen von Stirnelementen an den Wandabschnitt. Vorzugsweise werden zwei Extrusionskörper vorgesehen und die Stirnelemente werden an zwei gegenüberliegenden Stirnseiten des Aufnahmeraums an die Extrusionskörper angespritzt, sodass die Stirnelemente den ersten Extrusionskörper und den zweiten Extrusionskörper miteinander verbinden. Die Stirnseiten sind insbesondere die Enden des Aufnahmeraums in der Längsrichtung des Schwellenschuhs.

[0040] Die Merkmale und Vorteile, die für die Vorrichtung beschrieben worden sind, gelten in entsprechender Weise analog für das Verfahren und andersrum. Merkmale einzelner Ausführungsformen können mit anderen Merkmalen oder anderen Ausführungsformen kombiniert werden und so neue Ausführungsformen bilden. Die in dem Zusammenhang mit den einzelnen Merkmalen genannten Vorteile und Ausgestaltungen gelten dann auch für die neuen Ausführungsformen.

[0041] Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Gegenstands mit Bezug auf die beigefügten Figuren. Die folgende Beschreibung dient lediglich der Verdeutlichung der Erfindung und sollte nicht derart aufgefasst werden, dass durch sie die beiliegenden Ansprüche auf eine der Ausführungsformen beschränkt werden. Einzelne Merkmale der einzelnen Ausführungsform können dabei im Rahmen der Erfindung miteinander kombiniert werden.
Fig. 1
ist ein schematischer Querschnitt durch einen aus einem Extrusionskörper gemäß einer Ausführungsform der Erfindung gebildeten Schwellenschuh.
Fig. 2
ist ein schematischer Querschnitt durch einen aus einem Extrusionskörper gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung gebildeten Schwellenschuh.
Fig. 3
ist ein schematischer Querschnitt durch einen aus einem Extrusionskörper gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung gebildeten Schwellenschuh.
Fig. 4
ist ein Teil eines schematischen Querschnitts durch einen aus einem Extrusionskörper gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung gebildeten Schwellenschuh.
Fig. 5
ist eine schematische und perspektivische Darstellung eines Schwellenschuhs gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
Fig. 6
ist eine schematische Draufsicht auf einen Schwellenschuh gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
Fig. 7A) bis Fig. 7C)
sind schematische Darstellungen eines Teils eines Extrusionskörpers gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
Fig. 8
ist eine schematische Ablaufdiagramm eines Verfahrens gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.


[0042] Figur 1 zeigt einen Schwellenschuh 2 für eine Eisenbahnschwelle 4 in einer Querschnittsansicht, welcher aus zwei Extrusionskörpern 1 gebildet ist, mit Blick in Haupterstreckungsrichtung H gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Zur Orientierung ist die Eisenbahnschwelle 4 hier und in den folgenden Figuren schematisch dargestellt. Die Extrusionskörper 1 weisen entlang ihrer Haupterstreckungsrichtung H einen im Wesentlichen konstanten Querschnitt auf. Die Extrusionskörper 1 weisen jeweils einen sich entlang einer Wanderstreckungsrichtung W erstreckende Wandabschnitt 12 und einen Bodenabschnitt 14 auf, der sich in einer von der Wanderstreckungsrichtung W unterschiedlichen Richtung erstreckt und an einem Endabschnitt des jeweiligen Wandabschnitts 12 anschließt. Die Bodenabschnitte 12 des einen Extrusionskörpers 1 und des anderen Extrusionskörpers 1 sind voneinander beabstandet. Die Extrusionskörper 1 bilden einen Aufnahmeraum zur Aufnahme der Bahnschwelle 4. Zwischen den Wandabschnitten 12 und auf den Bodenabschnitten 14 der einzelnen Extrusionskörper 1 befindet sich eine Bodenplatte 18, auf der wiederum eine elastische Einlage 16 angeordnet ist. Mit anderen Worten sind die Bodenplatte 18 und die elastische Einlage in dem Aufnahmeraum angeordnet. Die Extrusionskörper 1 weisen im ferner einen Vorsprungabschnitt 6 auf, der an dem anderen Endabschnitt des Wandabschnitts 12 angeordnet ist. Der Vorsprungabschnitt 6 und der Bodenabschnitt 14 jeweils eines Extrusionskörpers 1 springen jeweils in entgegengesetzte Richtungen von dem Wandabschnitt 12 vor.

[0043] Figur 2 zeigt einen Schwellenschuh 2 für eine Eisenbahnschwelle 4 in einer Querschnittsansicht, welcher aus zwei Extrusionskörpern 1 gebildet ist, mit Blick in Haupterstreckungsrichtung H gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von derjenigen aus Figur 1, indem hier keine Bodenplatte 18 vorgesehen ist. Stattdessen liegt die elastische Einlage 16 direkt auf den Bodenabschnitten 14. Die elastische Einlage weist Hohlkammern 20 auf. Die elastische Einlage 16 erfüllt in dieser Ausführungsform die Funktion der Bodenplatte 18 mit.

[0044] Figur 3 zeigt einen Schwellenschuh 2 für eine Eisenbahnschwelle 4 in einer Querschnittsansicht, welcher aus zwei Extrusionskörpern 1 gebildet ist, mit Blick in Haupterstreckungsrichtung H gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung. Im Unterschied zu den Ausführungsformen der Figuren 2 und 3 berühren sich in dieser Ausführungsform die Bodenabschnitte 14 der Extrusionskörper 1. Der Schwellenschuh umfasst hier eine Bodenplatte 18 mit Hohlräumen 20. Die Bodenplatte 18 kann prinzipiell auch ohne Hohlräume 20 ausgebildet sein. Dies ist hier angedeutet indem die Bodenplatte 18 auf einer Hälfte ohne Hohlräume gezeichnet ist. In einer weiteren nicht dargestellten Ausführungsform ist der Schwellenschuh 2 aus nur einem Extrusionskörper 1 gebildet. Hierbei ist der Extrusionskörper U-förmig ausgebildet.

[0045] Figur 4 zeigt eine Ansicht eines Extrusionskörpers 1 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Der Extrusionskörper 1 umfasst eine Wandabschnitt 12, wobei entlang dem Wandabschnitt 12 eine abrasionsfeste Schicht 22 angeordnet ist. Die abrasionsfeste Schicht 22 ist aus einem von dem Wandabschnitt 12 unterschiedlichen Material gebildet und ist hier als Folie aus einem Elastomer und/oder einem UHMW-PE vorgesehen. Auf einem Bodenabschnitt 14 des Extrusionskörpers ist eine elastische Einlage 16 angeordnet. Die abrasionsfeste Schicht kann sowohl auf der Längsseite als auch auf der Stirnseite des Schwellenschuhs vorgesehen sein.

[0046] Figur 5 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Schwellenschuhs 2, der aus zwei Extrusionskörpern 1 gebildet ist, gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Die gestrichelte Linie in der Mitte kennzeichnet dabei die Stelle, an der die Bodenplatten 14 der zwei Extrusionskörper 1 miteinander in Kontakt sind. Die Extrusionskörper 1 weisen jeweils einen Wandabschnitt 12 auf, wobei sich die Wandabschnitte 12 der Extrusionskörper 1 gegenüberliegen und zwischen ihnen den Aufnahmeraum 8 bilden. Die Wandabschnitte 12 begrenzen teilweise einen Aufnahmeraum 8. An den Stirnseiten des Aufnahmeraums befinden sich Stirnelemente 24. Die Stirnelemente 24 verbinden die beiden Extrusionskörper 1 miteinander und könne aus einer hochfesten und abrasionsbeständigen Gummimischung gebildet werden, oder auch aus ähnlichem Material wie der Extrusionskörper selbst. Die Stirnelemente 24 können an die Extrusionskörper angespritzt, aufvulkanisiert und/oder angeklebt sein. Die Längenausgleichselemente können entweder nur von zumindest einer Wandseite und/oder auf dem Bodenelementen ausgeführt werden.

[0047] Figur 6 zeigt eine Draufsicht auf einen Schwellenschuh 2, der aus zwei Extrusionskörpern 1 gebildet ist, gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.

[0048] Diese Ausführungsform unterscheidet sich von derjenigen aus Figur 5 insbesondere darin, dass der Schwellenschuh 2 Längenausgleichselemente umfasst, welche eine Längenänderung der Extrusionskörper 1 bzw. des Schwellenschuhs in der Haupterstreckungsrichtung H ermöglichen. Diese können bevorzugt stirnseitig, oder auch beliebig an jeder Stelle des Schwellenschuhs angeordnet sein.

[0049] Figur 7A zeigt zwei Möglichkeiten wie mit einem Verbindungselement 28 Bodenabschnitte zweiter Extrusionskörper miteinander verbunden werden können. Bei dem ersten in Fig. 7A dargestellten Beispiel ist die Kontaktstelle der beiden Extrusionskörper 1 mit dem Verbindungselement 28 gerade verklebt. Bei dem zweiten in Fig. 7A dargestellten Beispiel ist die Kontaktstelle der beiden Extrusionskörper 1 mit dem Verbindungselement 28 schräg verklebt.

[0050] Figur 7B zeigt zwei Möglichkeiten wie mit einem Verbindungselement 28 Bodenabschnitte zweiter Extrusionskörper miteinander verbunden werden können. Bei dem ersten in Fig. 7B dargestellten Beispiel ist die Kontaktstelle der beiden Extrusionskörper 1 mit dem Verbindungselement 28 einseitig verklebt oder mittels eines Kautschukstreifens zusammen vulkanisiert. Bei dem zweiten in Fig. 7B dargestellten Beispiel ist die Kontaktstelle der beiden Extrusionskörper 1 mit dem Verbindungselement 28 beidseitig verklebt oder mittels eines Kautschukstreifens zusammen vulkanisiert.

[0051] Figur 7C zeigt ein Verbindungselement 28, nämlich einen Schnappverschluss 28, zum Verbinden der Bodenabschnitte 2 zweie Extrusionskörper 1. Um die beiden Bodenabschnitte 2 unterscheiden zu können ist einer der Bodenabschnitte 2 schraffiert gezeichnet. Zusätzlich kann die Schnappverbindung auch geklebt ausgeführt werden.

[0052] Mit dem jeweiligen Verbindungsarten der Extrusionskörper kann eine einsatzangepasste Verbindung beider Extrusionskörper erreicht werden.

[0053] Figur 8 zeigt Verfahren gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. In einem ersten Schritt 101 wird zumindest ein Extrusionskörper 1, wie zum Beispiel in einer der Figuren 1-6 gezeigt, extrudiert. In einem weiteren Schritt 102 wird der zumindest eine Extrusionskörper 1 angeordnet, so dass ein Aufnahmeraum 8 zur Aufnahme einer Eisenbahnschwelle 4 zumindest teilweise von einem Wandabschnitt 12 umgeben ist. In einem weiteren Schritt 103 wird zumindest eine Stirnelemente 24 an den Wandabschnitt 12 angespritzt.

Bezugszeichenliste:



[0054] 
1
Extrusionskörper
2
Schwellenschuh
4
Eisenbahnschwelle
6
Vorsprungabschnitt
8
Aufnahmeraum
12
Wandabschnitt
14
Bodenabschnitt
16
elastische Einlage
18
Bodenplatte
20
Hohlkammern, Hohlraum
22
abrasionsfeste Schicht
24
Stirnelement
26
Längenausgleichselement
28
Verbindungselement
101-103
Verfahrensschritte
H
Haupterstreckungsrichtung
W
Wanderstreckungsrichtung



Ansprüche

1. Extrusionskörper (1) zur Bildung eines Schwellenschuhs (2) für eine Eisenbahnschwelle (4),

wobei der Extrusionskörper (1) entlang seiner Haupterstreckungsrichtung (H) einen im Wesentlichen konstanten Querschnitt aufweist,

wobei der Extrusionskörper (1) im Querschnitt umfasst:

einen Wandabschnitt (12), der sich im Querschnitt entlang einer Wanderstreckungsrichtung (W) erstreckt, und

einen Bodenabschnitt (14), der an einem Endabschnitt des Wandabschnitts (12) vorgesehen ist,

wobei sich der Bodenabschnitt (14) in einer von der Wanderstreckungsrichtung (W) unterschiedlichen Richtung erstreckt.


 
2. Extrusionskörper (1) gemäß Anspruch 1, wobei der Extrusionskörper (1) ein Extrusionsprodukt ist.
 
3. Extrusionskörper (1) gemäß Anspruch 1 oder 2,
wobei der Extrusionskörper (1) im Querschnitt ferner einen Vorsprungabschnitt (6) aufweist, der an dem anderen Endabschnitt des Wandabschnitts (12) vorgesehen ist.
 
4. Extrusionskörper (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Extrusionskörper (1) im Querschnitt ferner eine abrasionsfeste Schicht (22) umfasst, die sich zumindest abschnittsweise entlang des Wandabschnitts (12) erstreckt, und wobei die abrasionsfeste Schicht (22) aus einem von dem Wandabschnitt (12) unterschiedlichen Material gebildet ist.
 
5. Extrusionskörper (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Extrusionskörper (1) aus einem formbaren Material gebildet ist, so dass er in der Haupterstreckungsrichtung (H) vorzugsweise um 90° umgebogen werden kann.
 
6. Extrusionskörper (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Extrusionskörper (1) ferner eine elastische Einlage (16) umfasst, die an dem Bodenabschnitt (14) vorgesehen ist und insbesondere integral mit dem Bodenabschnitt (14) gebildet ist.
 
7. Extrusionskörper (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Bodenabschnitt (14) Dämpfungselemente aufweist, und wobei die Dämpfungselemente Rillen, Noppen und/oder Hohlräume (20) umfassen.
 
8. Extrusionskörper (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Wandabschnitt (12) geometrische Ausgestaltungen umfasst, die dazu ausgestaltet sind, eine Flächenpressung zwischen Wandabschnitt (12) und einer Eisenbahnschwelle (4) zu verteilen.
 
9. Extrusionskörper (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Extrusionskörper (1) zumindest ein Längenausgleichselement (26) umfasst, so dass eine Länge des Extrusionskörpers (1) in der Haupterstreckungsrichtung (H) variabel ist, wobei das zumindest eine Längenausgleichselement (26) beispielsweise ein elastisches Material umfasst, so dass eine Länge des Längenausgleichselements (26) variabel ist.
 
10. Extrusionskörper (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Extrusionskörper (1) von einem Produktionszustand in einen Produktzustand überführbar ist, wobei der Extrusionskörper (1) in einem Produktzustand einen Aufnahmeraum (8) zur zumindest teilweisen Aufnahme einer Eisenbahnschwelle (4) an zumindest einer ersten Seite des Aufnahmeraums (8) und an einer zweiten Seite des Aufnahmeraums (8) zumindest teilweise begrenzt.
 
11. Extrusionskörper (1) gemäß Anspruch 10, wobei in dem Aufnahmeraum (8) eine Bodenplatte (18) vorgesehen ist, die von dem Bodenabschnitt (14) gehalten ist.
 
12. Schwellenschuh (2) für eine Eisenbahnschwelle (4), umfassend:

zumindest einen ersten Extrusionskörper (1) und einen zweiten Extrusionskörper (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei der erste Extrusionskörper (1) und der zweite Extrusionskörper (1) an zwei gegenüberliegenden Längsseiten eines Aufnahmeraums (8) zur zumindest teilweisen Aufnahme einer Eisenbahnschwelle (4) angeordnet sind.


 
13. Schwellenschuh (2) gemäß Anspruch 12,

wobei die Bodenabschnitte (14) des ersten Extrusionskörpers (1) und des zweiten Extrusionskörpers (1) beabstandet voneinander sind, und

wobei die Bodenabschnitte (14) des ersten Extrusionskörpers (1) und des zweiten Extrusionskörpers (1) vorzugsweise mit einem Verbindungselement (28) verbunden oder verbindbar sind.


 
14. Schwellenschuh (2) gemäß Anspruch 12 oder 13, wobei zumindest ein Stirnelement (24) an zumindest einer Stirnseite des Aufnahmeraums (8) vorgesehen ist,

wobei das zumindest eine Stirnelement (24) den ersten Extrusionskörper (1) und den zweiten Extrusionskörper (1) miteinander verbindet, und

wobei das zumindest eine Stirnelement (24) vorzugsweise aus einem anderen Material gebildet ist als der Extrusionskörper (1).


 
15. Verfahren zum Herstellen eines Schwellenschuhs (2), insbesondere gemäß einem der Ansprüche 12 bis 14, für eine Eisenbahnschwelle (4), umfassend:

Extrudieren zumindest eines Extrusionskörpers (1), und

Anordnen des zumindest eines Extrusionskörpers (1), so dass ein Aufnahmeraum (8) zur Aufnahme der Eisenbahnschwelle (4) zumindest teilweise von dem Wandabschnitt (12) umgeben ist.


 




Zeichnung



















Recherchenbericht









Recherchenbericht