[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erkennen eines unregelmäßigen Zündvorganges
eines Heizgerätes, ein Computerprogramm, ein Regel- und Steuergerät, ein Heizgerät
und eine Verwendung eines Parameters.
[0002] Es sind eine Vielzahl von Heizgeräten bekannt, die in einer Brennkammer ein Gemisch
aus einem Brennstoff, insbesondere Gas oder Wasserstoff, und Umgebungsluft verbrennen,
um Wärme zur Versorgung eines Gebäudes oder für eine Bereitstellung von Warmwasser
zu gewinnen.
[0003] Bei einer Inbetriebnahme derartiger Heizgeräte wird in der Regel eine Fördereinrichtung
auf eine Sollleistung angefahren und einem geförderten Volumenstrom angesaugter Verbrennungsluft
Brennstoff zugefügt. Das Verbrennungsgemisch wird einem Brenner des Heizgerätes zugeführt
und durch eine Zündvorrichtung, beispielsweise einem Funken- oder Glühzünder, entzündet.
[0004] Bedingt durch Unregelmäßigkeiten bei der Zufuhr und/ oder Zusammensetzung des Verbrennungsgemisches
kann es hierbei zu Problemen kommen, wobei insbesondere ein zu hoher Anteil Brennstoff
in der Gemischzusammensetzung regelmäßig auftritt und einer der Gründe sein kann,
die zu einer sogenannten harten Zündung führen. Diese kann sich in einem explosionsartigen
Geräusch äußern, wobei auch Beschädigungen des Heizgerätes bzw. Bauteilen desselben
auftreten können. Neben den Komforteinbußen aufgrund der Geräuschbelastung kann somit
ein Auftreten einer harten Zündung zu Beschädigungen führen und somit sicherheitsrelevant
sein.
[0005] Nach dem Stand der Technik wird das Auftreten vom Nutzer erkannt und einem Fachbetrieb
gemeldet, der eine Wartung und Überprüfung des Heizgerätes vornehmen kann. Falls dies
nicht erfolgen kann, da beispielsweise keine Person zum Erkennen des Problems anwesend
ist, besteht ein hohes Risiko von Beschädigungen des Heizgerätes verbunden mit den
allgemeinen Sicherheitsrisiken einer (möglicherweise beschädigten) Gasanlage. Nicht
zuletzt kann das Heizgerät nach der erfolglosen (harten) Zündung einen erneuten Versuch
vornehmen, wodurch das Risiko einer Beschädigung zunimmt.
[0006] Die
EP 3 581 850 A1 schlägt hierzu vor, beim Start eines Brenners mit Hilfe der Regelungseinrichtung
eine fehlerhafte Zündung zu detektieren, wobei eine Gebläsedrehzahl des Gebläses erfasst
und mit einem hinterlegten und erwartungsgemäßen Verlauf derselben verglichen und
eine fehlerhafte Zündung festgestellt wird. Schwierig erscheint das vorgeschlagene
Verfahren einer geregelten Gebläsedrehzahl, weil diese von einer Drehzahlregelung
beeinflusst wird und den Vergleich mit einem hinterlegten Signal erschwert und verzögert.
[0007] Die
DE 696 14 230 T2 hat eine Verbrennungssteueranlage zum Gegenstand, bei der ein Signal eines Durchflussdetektors
für Verbrennungsluft oder das Verbrennungsgas während der Zündung erfasst wird und
mittels einer Verbrennungsregelung bewertet wird, ob die Zündung normal oder anormal
verlaufen ist. Nachteilig kann eine Änderung des Signals des Duchflussdetektors auch
durch andere Effekte als eine unregelmäßige Zündung verursacht werden und das Verfahren
bietet somit nur eine begrenzte Sicherheit.
[0008] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Inbetriebnahme
eines Heizgerätes vorzuschlagen, das die geschilderten Probleme des Standes der Technik
zumindest teilweise überwindet. Insbesondere sollen Probleme bei der Inbetriebnahme
automatisch erkannt werden und ein erneuter Zündversuch unterbunden werden.
[0009] Zudem soll die Erfindung die Komplexität eines Heizgerätes zumindest nicht wesentlich
erhöhen, nur geringe bauliche Veränderungen an einem Heizgerät erfordern und eine
einfache Integration in einen bestehenden Produktionsprozess ermöglichen.
[0010] Diese Aufgaben werden gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der hier vorgeschlagenen Lösung sind in den unabhängigen
Patentansprüchen angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass die in den abhängigen
Patentansprüchen aufgeführten Merkmale in beliebiger, technologisch sinnvoller, Weise
miteinander kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen der Erfindung definieren.
Darüber hinaus werden die in den Patentansprüchen angegebenen Merkmale in der Beschreibung
näher präzisiert und erläutert, wobei weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung
dargestellt werden.
[0011] Hierzu trägt ein Verfahren zum Erkennen eines unregelmäßigen Zündvorganges eines
Heizgerätes bei, wobei das Heizgerät dazu eingerichtet ist, einem Brenner des Heizgerätes
eine Durchflussmenge eines Gemisches aus einem Brennstoff und Verbrennungsluft zuzuführen,
wobei während der Inbetriebnahme des Heizgerätes die zugeführte Durchflussmenge erfasst
und ein unregelmäßiger Zündvorgang durch ein Auswerten der erfassten Durchflussmenge
erkannt wird und bei einer Inbetriebnahme des Heizgerätes (1) eine Solldurchflussmenge
(12) eingestellt wird und zum Erkennen eines unregelmäßigen Zündvorgangs eine Zeitdauer
(15) herangezogen wird, bis anhand der erfassten Durchflussmenge (10) ein erneutes
Erreichen (14) der Solldurchflussmenge (12) erkannt werden kann.
[0012] Das Verfahren dient einem Erkennen eines unregelmäßigen Zündvorganges eines Heizgerätes,
insbesondere einer so gennannten "harten" Zündung, also eines explosionsartigen Zündvorganges,
insbesondere ausgelöst durch:
- einen zu hohen Anteil Brennstoff in dem, dem Brenner zugeführten Gemisch aus Brennstoff
und Verbrennungsluft,
- insbesondere also einem Lambda-Wert in einem Bereich von 1 oder (deutlich) darunter,
- eine andere Unregelmäßigkeit in der Gaszufuhr, und/oder
- ein verspätetes Zünden des Gemisches.
[0013] Das Verfahren kann insbesondere bei jeder Inbetriebnahme (jedem Zündvorgang) eines
Heizgerätes durchgeführt werden, um diese hinsichtlich Unregelmäßigkeiten zu überwachen.
[0014] Bei dem Heizgerät handelt es sich insbesondere um ein Heizgerät, das dazu eingerichtet
ist, einen flüssigen und/oder gasförmigen Brennstoff (Heizöl, Erdgas, Wasserstoff)
unter Zufuhr von Umgebungsluft zu verbrennen und Wärmeenergie, beispielsweis zur Erwärmung
eines Wärmeträgers eines Heizkreislaufes oder auch zur Bereitstellung einer Warmwasserversorgung
zu erzeugen. Insbesondere kann es sich bei dem Heizgerät um ein Brennwertgerät handeln.
Das Heizgerät weist in der Regel eine Brennkammer und eine Fördereinrichtung auf,
die ein Gemisch von Brennstoff und Verbrennungsluft über einen Gemischkanal in eine
Brennkammer, in der ein Brenner angeordnet sein kann, fördern kann. Die Verbrennungsprodukte
können anschließend durch einen Abgaskanal des Heizgerätes einer Abgasanlage zugeführt
werden.
[0015] Bei der Fördereinrichtung kann es sich insbesondere um ein Gebläse handeln, dessen
(Förder-)Leistung durch eine Drehzahl angegeben werden kann. Häufig wird die Leistung
der Fördereinrichtung dabei durch einen Regler geregelt. Der Regler kann beispielsweise
ein P- oder PI-Regler sein. Die Fördereinrichtung kann somit eine Durchflussmenge
von Verbrennungsluft und/ oder Gemisch aus Verbrennungsluft und Brennstoff einstellen,
die über einen Durchflusssensor erfassbar sein kann.
[0016] Bei einer Inbetriebnahme des Heizgerätes kann die Fördereinrichtung auf eine (vorgegebene)
geeignete (Soll)Leistung ((Soll)Drehzahl) angefahren werden, wodurch eine Solldurchflussmenge
Verbrennungsluft oder Gemisch aus Brennstoff und Verbrennungsluft gefördert werden
kann. Dabei wird in der Regel einem Massestrom Verbrennungsluft eine (für einen Zündvorgang)
geeignete Menge Brennstoff zugefügt. Bei einem gasförmigen Brennstoff kann dieser
über ein Gasventil zugeführt werden. Anschließend kann das Brennstoff-Verbrennungsluft-Gemisch
von einem Zünder (Funkenzünder, Glühzünder) gezündet werden.
[0017] Es wird davon ausgegangen, dass bei einem unregelmäßigen Zündvorgang, beispielsweise
einer explosionsartigen Erscheinung (harte Zündung) während des Zündvorganges, die
sich über den Gemischkanal (und Abgaskanal/ Abgasanlage) als Druckimpuls (Druckänderung,
Druckwelle) ausbreitet und somit die Durchflussmenge (sprunghaft) ändert. Auch wenn
diese Änderung nur zeitlich kurz anhält, kann diese anhand der erfassten Durchflussmenge
erkannt werden. Auch bei einem regulären Zündvorgang kann ein Druckimpuls auftreten,
dieser kann jedoch von einem unregelmäßigen Zündvorgang durch eine quantitative Betrachtung
und/ oder eine zeitliche Veränderung des Parameters abgegrenzt werden.
[0018] Bei der erfassten Durchflussmenge kann es sich insbesondere um einen erfassten Masse-
oder Volumenstrom betreffend die dem Brenner zugeführte Verbrennungsluft und/oder
des dem Brenner zugeführten Gemisches von Verbrennungsluft und Brennstoff handeln.
Die Überwachung bzw. Regelung der tatsächlichen Durchflussmenge ist gegenüber einer
Überwachung einer Gebläsedrehzahl vorteilhaft, weil damit Einflüsse wie (1) Druck
oder Sog im Abgassystem aufgrund von Umwelteinflüssen wie Wind oder Luftdruck etc.,
und/oder (2) Gegendrücke durch die Art und/oder Länge der Abgasrohre bzw. anderer
Heizgeräte am selben Schacht berücksichtigt werden können. Zudem können Toleranzen
aufgrund von Druckverlusten der Gerätekomponenten und/oder Toleranzen des Lüfters
sowie eine Blockade des Abgassystems ausgeglichen werden.
[0019] Gemäß einer Ausgestaltung kann zusätzlich eine Änderung der erfassten Durchflussmenge
während des Zündvorganges des Heizgerätes einbezogen werden. Hierbei kann beispielsweise
eine (sprunghafte) Änderung von mindestens 10 % [Prozent] relevant sein. Der konkrete
Wert kann dabei von verschiedenen Eigenschaften des Heizgerätes abhängig sein, wobei
der Wert für einen regelmäßigen Zündvorgang auf einfache Weise bestimmt werden kann
und so eine Abgrenzung von einem regulären zu einem unregelmäßigen Zündvorgang ermöglicht
werden kann. Vorteilhaft kann so ermöglicht werden Bauteildefekte zu detektieren.
So könnte anhand der Kombination von Änderung und Zeitdauer auf einen Defekt des Gebläses
oder des Abgasweges (Abgaskanal, Abgasanlage) geschlossen werden. Dieser Defekt könnte
durch eine aufgetretene verzögerte Zündung verursacht worden sein.
[0020] Somit kann bei einer geregelten Leistung (Drehzahl) der Fördereinrichtung ein Erkennen
eines unregelmäßigen Zündvorgangs durch Betrachtung einer Zeitdauer, von einer Abweichung
der (erfassten) Durchflussmenge von der eingestellten, für den Zündvorgang geeigneten,
Solldurchflussmenge bis zu einem erneuten Erreichen der Solldurchflussmenge (durch
die Regelung), erfolgen. Mit anderen Worten kann, wie oben beschrieben, ein durch
einen unregelmäßigen Zündvorgang ausgelöster Druckimpuls eine Änderung der Solldurchflussmenge
bewirken, und der Zeitraum, bis die Regelung der Leistung der Fördereinrichtung diese
wieder auf die Solldurchflussmenge regeln kann, kann ein Maß für die Intensität des
Druckimpulses sein und damit einen unregelmäßigen Zündvorgang abgrenzen.
[0021] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann der Zeitraum in einem Bereich von 1
s bis 3 s [Sekunden] liegen. Auch der Zeitraum kann von verschiedenen Eigenschaften
und Gegebenheiten abhängig sein, wobei auch der Zeitraum bei einem regelmäßigen Zündvorgang
einfach ermittelbar ist und so auf einfache Weise eine Abgrenzung von einem regulären
zu einem unregelmäßigen Zündvorgang vorgenommen werden kann.
[0022] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann nach einem Erkennen eines unregelmäßigen
Zündvorganges das Heizgerät (automatisch) außer Betrieb genommen werden und/ oder
insbesondere (gleichfalls automatisch) eine erneute Inbetriebnahme (automatisch) verhindert
(blockiert) werden. Eine erneute Inbetriebnahme kann aus Sicherheitsgründen insbesondere
nur von einer Fachwerkstatt oder einer fachkundigen Person wieder ermöglicht werden.
Vorteilhaft kann so eine Beschädigung des Heizgerätes verhindert werden.
[0023] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann bei bzw. nach einem Feststellen eines
unregelmäßigen Zündvorganges die Leistung der Fördereinrichtung bzw. des Gebläses
automatisch so eingestellt werden, dass die Durchflussmenge (wieder) in einen vorgegebenen
Bereich geführt wird. Insbesondere ist möglich, unmittelbar nach der Feststellung
des unregelmäßigen Zündvorgangs wieder für den Zündvorgang geeignete Förderbedingungen
selbstständig einzustellen. Auf diese Weise kann (zunächst) eine Abschaltung des Heizgeräts
vermieden werden bzw. versucht werden, den Prozess wieder zu stabilisieren. Die Wirkung
des Nachregelns der Fördereinrichtung bzw. des Gebläses kann weiter über die Durchflussmenge
überwacht werden, beispielsweise über einen vorgegebenen Nachregel-Zeitraum. Nach
Ablauf des Nachregel-Zeitraums kann dann entweder wieder in den Normalbetrieb oder
in einen Notbetrieb bzw. Notstopp übergegangen werden.
[0024] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann eine Information über das Erkennen eines
unregelmäßigen Zündvorganges, insbesondere nach dem vorstehend beschriebenen, automatischen
Nachregeln, über eine Anzeigeeinrichtung des Heizgerätes angezeigt werden und/ oder
über ein Netzwerk, insbesondere dem Internet, zum Abruf bereitgestellt werden, und/
oder als Nachricht versandt werden. Beispielsweise kann die Information so auf einem
mobilen Endgerät oder einem Computer einem Fachbetrieb und/ oder einem Nutzer/ Betreiber
des Heizgerätes zur Kenntnis gebracht werden. Ein Fachbetrieb könnte dann (automatisch
und selbstständig) einen Wartungstermin planen und durchführen.
[0025] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein Computerprogramm vorgeschlagen, welches
zur (zumindest teilweisen) Durchführung eines hier vorgestellten Verfahrens eingerichtet
ist. Dies betrifft mit anderen Worten insbesondere ein Computerprogramm(-produkt),
umfassend Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch einen Computer diesen
veranlassen, ein hier beschriebenes Verfahren auszuführen.
[0026] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein maschinenlesbares Speichermedium vorgeschlagen,
auf dem das Computerprogramm gespeichert ist.
[0027] Regelmäßig handelt es sich bei dem maschinenlesbaren Speichermedium um einen computerlesbaren
Datenträger.
[0028] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein Regel- und Steuergerät für ein Heizgerät
vorgeschlagen, eingerichtet zur Durchführung eines hier vorgestellten Verfahrens.
Das Regel- und Steuergerät kann hierzu beispielsweise einen Prozessor aufweisen bzw.
über diesen verfügen. In diesem Zusammenhang kann der Prozessor beispielsweise das
auf einem Speicher (des Regel- und Steuergeräts) hinterlegte Verfahren ausführen.
In vorteilhafter Weise führt ein Regel- und Steuergerät häufig ohnehin die Regelung
der Leistung der Fördereinrichtung durch, so dass ein, gemäß einem hier vorgeschlagenen
Verfahren, zu erfassender Parameter dem Regel- und Steuergerät bereits vorliegt.
[0029] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein Heizgerät mit einem hier vorgestellten Regel-
und Steuergerät vorgeschlagen. Bei dem Heizgerät handelt es sich insbesondere um ein
Gasheizgerät mit einem Brenner und einer Fördereinrichtung, die ein Gemisch aus Brenngas
und Verbrennungsluft zu dem Gasbrenner fördern kann. Das Heizgerät kann insbesondere
einen Durchflusssensor aufweisen, der den dem Brenner zugeführten Masse- bzw. Volumenstrom
Verbrennungsluft und/ oder Gemisch aus Verbrennungsluft und Brennstoff erfassen kann.
[0030] Nach einem weiteren Aspekt wird eine Verwendung eines Parameters, der einen Rückschluss
auf eine dem Brenner zugeführte Durchflussmenge Verbrennungsluft bzw. einem Gemisch
aus Verbrennungsluft und Brennstoff ermöglicht, zum Erkennen eines unregelmäßigen
Zündvorgangs eines Heizgerätes, vorgeschlagen. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung
kann der Parameter insbesondere von einem Durchflusssensor erfasst werden und auch
eine Zeitdauer, von einer Abweichung einer (eingestellten) Solldurchflussmenge bis
zu einem erneuten Erreichen der Solldurchflussmenge nach dem Zündvorgang (durch die
Regelung), sein.
[0031] Die im Zusammenhang mit dem Verfahren erörterten Details, Merkmale und vorteilhaften
Ausgestaltungen können entsprechend auch bei dem hier vorgestellten Computerprogramm,
dem Regel- und Steuergerät, dem Heizgerät und/oder der Verwendung auftreten und umgekehrt.
Insoweit wird auf die dortigen Ausführungen zur näheren Charakterisierung der Merkmale
vollumfänglich Bezug genommen.
[0032] Hier werden somit ein Verfahren zur Inbetriebnahme eines Heizgerätes, ein Computerprogramm,
ein Regel- und Steuergerät, ein Heizgerät und eine Verwendung angegeben, welche die
mit Bezug auf den Stand der Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise lösen.
Insbesondere tragen das Verfahren zur Inbetriebnahme eines Heizgerätes, das Computerprogramm,
das Regel- und Steuergerät, das Heizgerät sowie die Verwendung zumindest dazu bei,
ein automatisiertes Erkennen eines unregelmäßigen Startvorganges zu ermöglichen und
eine (darauffolgende) erneute Inbetriebnahme und mögliche negative Folgen zu verhindern.
[0033] Zudem kann die Erfindung ohne bauliche Veränderung mit einem Heizgerät nach dem Stand
der Technik durchgeführt werden und ist somit auch ohne weiteres an Bestandsgeräten
in Form eines Softwareupdates nachrüstbar.
[0034] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der beiliegenden
Figuren näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Erfindung durch die angeführten
Ausführungsbeispiele nicht beschränkt werden soll. Insbesondere ist es, soweit nicht
explizit anders dargestellt, auch möglich, Teilaspekte der in den Figuren erläuterten
Sachverhalte zu extrahieren und mit anderen Bestandteilen und Erkenntnissen aus der
vorliegenden Beschreibung zu kombinieren. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass
die Figuren und insbesondere die dargestellten Größenverhältnisse nur schematisch
sind. Es zeigen:
- Fig. 1:
- ein hier vorgeschlagenes Heizgerät, und
- Fig. 2:
- einen Parameterverlauf, der sich bei Durchführung eines hier vorgeschlagenen Verfahrens
einstellen kann.
[0035] Fig. 1 zeigt beispielhaft und schematisch ein hier vorgeschlagenes Heizgerät 1. Eine
Fördereinrichtung 2 kann dazu eingerichtet sein, einen Massestrom Verbrennungsluft
über eine Zuführung Verbrennungsluft 4 anzusaugen, dem über ein Gasventil 5 Brenngas
zugesetzt werden kann. Über einen Gemischkanal 16 kann das Gemisch aus Verbrennungsluft
und Brenngas einem Brenner 3 des Heizgerätes 1 zugeführt werden. Die Verbrennungsprodukte
können über einen Abgaskanal 8 einer Abgasanlage 9 abgeführt werden.
[0036] In der Zuführung Verbrennungsluft 4 und/ oder im Gemischkanal 16 kann ein Durchflusssensor
11 angeordnet sein, der einen auftretenden Masse- oder Volumenstrom erfasst und über
eine elektrische Verbindung an ein Regel- und Steuergerät 7 des Heizgerätes 1 übertragen
kann. Das Regel- und Steuergerät 7 kann zudem einen Regler 6 zur Regelung der Leistung
der Fördereinrichtung 2 umfassen. Das Regel- und Steuergerät 7 kann für eine Regelung
des Heizgerätes 1 zudem mit der Fördereinrichtung 2 und dem Gasventil 5 elektrisch
verbunden sein. Eine Anzeigeeinrichtung 18 kann Informationen über ein Ergebnis eines
hier vorgeschlagenen Verfahrens anzeigen und insbesondere über ein ausgeschaltetes/
blockiertes Heizgerät 1 informieren. Das Regel- und Steuergerät 7 kann zudem mit einem
Netzwerk 17 verbunden sein, über das eine Information über einen (automatisiert) erkannten
unregelmäßigen Zündvorgang zum Abruf bereitgestellt oder als Nachricht versandt werden
kann.
[0037] Fig. 2 zeigt einen Parameterverlauf, der sich bei Durchführung eines hier vorgestellten
Verfahrens einstellen kann. In dem in Fig. 2 dargestellten Diagramm ist eine erfasste
Durchflussmenge 10 in Abhängigkeit der Zeit t, gegeben in Sekunden, dargestellt, welche
insbesondere ein erfasstes Signal des Durchflusssensors 11, ein erfasster Masse- oder
Volumenstrom, sein kann.
[0038] Bei einer Inbetriebnahme des Heizgerätes 1 kann die Durchflussmenge 10 (beispielsweise
gegeben als Volumenstrom V) auf eine Solldurchflussmenge 12 erhöht werden, die einer
Sollleistung der Fördereinrichtung 2 entsprechen kann. Nach Erreichen der Solldurchflussmenge
12 kann über das Gasventil 5 dem Massestrom Verbrennungsluft Brenngas zugesetzt werden.
Anschließend kann über einen Zünder eine Zündung 13 erfolgen. Durch die Zündung 13
kann die Durchflussmenge 10 aufgrund eines ausgelösten Druckimpulses abnehmen, wobei
der Regler 6 versucht, die Solldurchflussmenge 12 erneut zu erreicht. Nach einer Zeitdauer
15 kann ein erneutes Erreichen 14 der Solldurchflussmenge 12 eintreten.
[0039] Ein unregelmäßiger Zündvorgang kann anhand der Zeitdauer 15 und 10 erkannt werden.
Durch die Bereitstellung einer Information eines erkannten unregelmäßigen Zündvorgangs,
über die Anzeigeeinrichtung 18 und/ oder über ein Netzwerk 17 zum Abruf und/ oder
durch ein Versenden einer Benachrichtigung dazu, kann ein Fachbetrieb automatisch
und selbstständig einen Termin zur Wartung planen und durchführen.
[0040] Zusätzlich kann eine quantitative Betrachtung der Änderung (Absenkung) der erfassten
Durchflussmenge 10 einbezogen werden, um beispielsweise das Erkennen des unregelmäßigen
Zündvorganges zu verifizieren oder Bauteildefekte zu erkennen.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 1
- Heizgerät
- 2
- Fördereinrichtung
- 3
- Brenner
- 4
- Zuführung Verbrennungsluft
- 5
- Gasventil
- 6
- Regler
- 7
- Regel- und Steuergerät
- 8
- Abgaskanal
- 9
- Abgasanlage
- 10
- Durchflussmenge
- 11
- Durchflusssensor
- 12
- Solldurchflussmenge
- 13
- Zündung
- 14
- erneutes Erreichen
- 15
- Zeitdauer
- 16
- Gemischkanal
- 17
- Netzwerk
- 18
- Anzeigeeinrichtung
1. Verfahren zum Erkennen einer unregelmäßigen Zündung eines Heizgerätes (1), dazu eingerichtet
einem Brenner (3) des Heizgerätes eine Durchflussmenge (10) eines Gemisches aus einem
Brennstoff und Verbrennungsluft zuzuführen, wobei während der Inbetriebnahme des Heizgerätes
(1) die dem Brenner (3) zugeführte Durchflussmenge (10) erfasst und ein unregelmäßiger
Zündvorgang durch ein Auswerten der erfassten Durchflussmenge (10) erkannt wird, wobei
bei einer Inbetriebnahme des Heizgerätes (1) eine Solldurchflussmenge (12) eingestellt
wird und zum Erkennen eines unregelmäßigen Zündvorgangs eine Zeitdauer (15) herangezogen
wird, bis anhand der erfassten Durchflussmenge (10) ein erneutes Erreichen (14) der
Solldurchflussmenge (12) erkannt werden kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Durchflussmenge (10) von einem Durchflusssensor
(11) erfasst wird.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Fördereinrichtung (2)
ein Gebläse ist.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei zusätzlich eine sprunghafte
Veränderung der erfassten Durchflussmenge (10) von mehr als 10 % einbezogen und bewertet
wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Zeitdauer (15) in einem
Bereich von 1 Sekunde bis 3 Sekunden liegt.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei bei einem Erkennen eines unregelmäßigen
Zündvorgangs das Heizgerät (1) außer Betrieb genommen wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei bei einem Erkennen eines unregelmäßigen
Zündvorgangs eine Information hierüber über eine Anzeigeeinrichtung (18) angezeigt
und/ oder über ein Netzwerk (17) zum Abruf bereitgestellt und/ oder über das Netzwerk
(17) als Nachricht versandt wird.
8. Computerprogramm, umfassend Befehle, die einen Computer dazu veranlassen, ein Verfahren
nach einem der vorangehenden Ansprüche auszuführen.
9. Regel- und Steuergerät (7), eingerichtet zur Durchführung eines Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 7.
10. Heizgerät (1) aufweisend ein Regel- und Steuergerät (7) nach Anspruch 9.
11. Verwendung einer erfassten, einem Brenner (3) eines Heizgerätes (1) zugeführten, Durchflussmenge
(10) Verbrennungsluft bzw. eines Gemisches aus Verbrennungsluft und Brennstoff, zum
Erkennen eines unregelmäßigen Zündvorgangs des Heizgerätes (1).