[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Auslösevorrichtung für eine Fangvorrichtung
einer Aufzugsanlage.
[0002] Fangvorrichtungen für Aufzüge sind bekannt und dienen insbesondere dazu, bei einem
Tragmittelbruch den Absturz oder Aufsturz der Aufzugkabine zu verhindern. Die Fangvorrichtung
weist hierzu üblicherweise eine Bremsvorrichtung bspw. in der Form einer sogenannten
Fangzange mit Bremsbacken auf, welche eine Führungsschiene der Aufzugskabine umgreifen
und im Falle einer Auslösung der Fangvorrichtung sich an den Führungsschienen festklemmen.
Ein der Fangvorrichtung zugeordneter Geschwindigkeitsbegrenzer überwacht hierbei eine
Hub- und/oder Senkgeschwindigkeit der Aufzugskabine und löst bei einem Überschreiten
eines vorgegebenen Toleranzwertes die Fangvorrichtung aus. Der Geschwindigkeitsbegrenzer
ist üblicherweise unabhängig von anderen Komponenten der Aufzugsanlage und mechanisch
ausgeführt, wodurch die ordnungsgemäße Funktion selbst bei einem Stromausfall gewährleistet
ist. Der Geschwindigkeitsbegrenzer umfasst hierbei ein als Seilschlinge ausgebildetes
Stahlseil, das zwischen je einer Umlenkrolle am unteren und oberen Ende des Aufzugsschachts
verläuft, wobei eine der Umlenkrollen mit einer fliehkraftgesteuerten Überwachungseinheit
versehen ist, welche bei einem zu schnellen Drehen der Umlenkrolle das Stahlseil blockiert
und hierbei über einen mit der Seilschlinge verbundenen Einrückhebel die Fangvorrichtung
auslöst.
[0003] Neuere Technologien sehen eine elektronische Überwachung der Geschwindigkeit vor,
wie z. B. die 2015 von der Fa. ELGO in den Markt eingeführte Safebox mit sicherem
Positionssensor Limax33RED oder weiterentwickelte Kompaktsensoren, wie z. B. Produkte
der LimaxCP Baureihe. Das sichere elektronische Signal, welches zur Auslösung einer
Fangvorrichtung erzeugt wird, muss hierbei mittels geeigneter Vorrichtungen in eine
sichere mechanische Bewegung umgewandelt werden. Dafür weisen Fangvorrichtungen von
z. B. der Fa. Wittur ESG oder Dynatech eASG einen Elektromagneten auf, der die Fangzange
gegen eine Feder offenhält und bei Stromlosschalten des Elektromagneten die Fangvorrichtung
auslöst.
[0004] Diese am Markt befindlichen Lösungen haben jedoch den Nachteil, dass sie nicht mit
herkömmlichen Fangvorrichtungen verwendet werden können und somit eine vollständige
Neukonstruktion der Fangvorrichtung bedingen. Ein Austausch der kompletten Fangvorrichtung
für bereits bestehende Aufzugssysteme ist damit komplex und kostenintensiv.
[0005] Ebenfalls sind nunmehr Auslöseeinheiten für herkömmliche Fangvorrichtungen bekannt,
welche unabhängig von einem mechanischen Geschwindigkeitsbegrenzer mit Seilschlinge
eine Auslösung der Fangvorrichtung im Notfall ermöglichen. Die hierfür benötigte Auslöseeinheit
ist magnetisch betrieben und ermöglicht im Auslösefall die notwendige Bereitstellung
einer Zugkraft von beispielsweise 300N und eine Hubbewegung von bis zu 100mm zur vorschriftsgemäßen
Auslösung einer herkömmlichen Fangvorrichtung.
[0006] Die
CN 111 731 964 A offenbart eine derartige Auslöseeinheit für eine Fangvorrichtung einer Aufzuganlage
zum Ersetzen eines herkömmlichen Geschwindigkeitsbegrenzers, umfassend einen Halterahmen,
einen im Halterahmen axial beweglich geführtes Auslöseelement mit daran endseitig
befestigter und sich durch ein Ende des Halterahmens erstreckender Auslösestange zur
Verbindung mit der Fangvorrichtung, und einer koaxial zur Auslösestange angeordneter
Druckfeder als Rückstellelement zur Vorspannung des Auslöseelements in einer ersten
Halteposition. Hierbei wird das Auslöseelement gegen die anliegende Federkraft mittels
Zusammenwirken von einem am Auslöseelement angeordneten, magnetisch wirkenden ersten
Verbindungselement in der Form einer Metallleiste und einem an einem Spannschlitten
der Vorrichtung angeordneten zweiten Verbindungselement in der Form von ansteuerbaren
Magnetmitteln gehalten, wobei letztere bei einem entsprechenden Steuersignal das Auslöseelement
freigeben, welches sodann mittels einer durch die Druckfeder bewirkten axialen Hubbewegung
der Auslösestange die Fangvorrichtung auslöst. Für eine Rückstellung von dieser zweiten,
ausgelösten Position in die Halteposition ist eine unabhängig zum Auslöseelement bewegliche
Hubeinheit vorgesehen, welche eine axiale Bewegung des Spannschlittens und des endseitig
daran befestigten zweiten Verbindungselements im Halterahmen und relativ zum Auslöseelement
ermöglicht, wobei unter Zusammenwirkung des ersten und zweiten Verbindungselements
das Auslöseelement von der ausgelösten Position in die Halteposition zurückgefahren
werden kann.
[0007] Die
WO 2020/134225 A1 offenbart eine weitere Auslöseeinheit für eine Fangvorrichtung umfassend eine magnetisch
leitende Rahmeneinheit mit einem darin ausgebildeten magnetischen Hohlraum und einem
darin axial beweglich geführten Permanentmagneten, aufweisend eine sich axial aus
dem Hohlraum erstreckende Haltestange zur Verbindung mit einer Auslösestange der Fangvorrichtung.
Die magnetisch leitende Rahmeneinheit ist mit einer Spulenwicklung versehen, wobei
gegenüberliegenden Enden des Magneten an einem ersten und zweiten Seitenabschnitt
der Wicklung angrenzen. Bei einer Stromversorgung der Spulenwicklung wird der Magnet
und die damit verbundene Auslösestange axial in eine erste Halteposition bewegt, entgegen
einer Vorspannkraft einer zwischen der Auslöseeinheit und der Fangvorrichtung angeordneten
externen Federeinrichtung, wodurch die Fangvorrichtung geöffnet wird. Bei Erkennung
eines abnormalen Zustands der Fahrkabine wird die Stromversorgung zur Spulenwicklung
unterbrochen, wodurch der im magnetischen Hohlraum geführte Magnet durch die Federkraftbeaufschlagung
in eine Auslöseposition der Fangvorrichtung bewegt wird.
[0008] Die aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen sind konstruktiv aufwendig und/oder
weisen den Nachteil eines erhöhten Wartungsaufwands auf. Ausgehend von dem bekannten
Stand der Technik liegt der Erfindung daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte
Auslöseeinheit für eine Fangvorrichtung bereitzustellen, welche diese Nachteile aus
dem Stand der Technik adressiert und wenigstens teilweise ausräumt. Insbesondere soll
eine Auslöseeinheit bereitgestellt werden, welche konstruktiv einfach ausgebildet
und gleichzeitig eine effektive und zuverlässige Auslösung einer herkömmlichen Fangvorrichtung
ohne die Notwendigkeit der Anbindung eines üblichen mechanischen Geschwindigkeitsbegrenzers
ermöglicht. Die Erfindung adressiert zudem weitere Probleme oder stellt die Lösung
zu weiteren Problemen bereit, wie aus der nachfolgenden Beschreibung hervorgeht.
[0009] Die zugrundeliegende Aufgabe wird durch den unabhängigen Anspruch gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Die Erfindung betrifft eine Auslöseeinheit für eine Fangvorrichtung einer Aufzuganlage,
insbesondere als Ersatz eines herkömmlichen Geschwindigkeitsbegrenzers, umfassend
einen Trägerrahmen, ein im Trägerrahmen axial beweglich angeordnetes Auslöseelement
mit endseitig angeordneter und sich durch einen Endabschnitt des Trägerrahmens erstreckender
Auslösestange zur Anbindung an die Fangvorrichtung, Federmittel zur Beaufschlagung
des Auslöseelements mit einer Vorspannkraft wenigstens in einer ersten Halteposition,
sowie magnetisch wirkende Haltemittel, welche ausgebildet sind, das Auslöseelement
vorzugsweise unter Stromzufuhr gegen die anliegende Vorspannkraft in der Halteposition
zu halten, wobei das Auslöseelement als vorzugsweise rahmenartiges Schlittenelement
ausgebildet ist, welches zwei sich in axialer Bewegungsrichtung erstreckende Führungsleisten
zur Führung des Schlittenelements im Trägerrahmen und eine senkrecht zu den Führungsleisten
angeordnete und diese verbindende Verbindungsleiste zur Lagerung der Auslösestange
aufweist.
[0011] Durch die erfindungsgemäße Anordnung wird eine konstruktiv einfache und gegenüber
dem Stand der Technik deutlich zuverlässigere Ausbildung der Vorrichtung bereitgestellt.
Hierbei kann durch die zwei seitlichen Führungsleisten eine sich in Bewegungsrichtung
erstreckende, längliche Führung im Trägerrahmen bereitgestellt werden, welche insbesondere
ein Verkippen und/oder Verkanten des Auslöseelements im Trägerrahmen verhindert. Durch
die bevorzugte rahmenartige Konstruktion eine stabile aber gleichzeitig gewichtsoptimierte
Ausbildung bereitgestellt, welche insbesondere unerwünschte Trägheitseinflüsse bei
der Auslösung minimiert.
[0012] Die Führungsleisten erstrecken sich vorzugsweise von der Verbindungsleiste in eine
Richtung entgegengesetzt zu einer Erstreckungsrichtung der Auslösestange. In anderen
Worten erstrecken sich die Führungsleisten bevorzugt von einer der Auslösestange abgewandten
Seite der Verbindungsleiste. Die Führungsleisten weisen hierbei eine Länge in Bewegungsrichtung
des Schlittenelements auf, welche wenigstens das Doppelte, mehr bevorzugt das Dreifache,
weiterhin bevorzugt ein Vielfaches der Dicke bzw. Länge der Verbindungsleiste in Bewegungsrichtung
entspricht. Die Länge der Führungsleisten liegt bevorzugt zwischen 1 und 20cm, mehr
bevorzugt zwischen 2 und 15cm.
[0013] Die Führungsleisten sind hierbei vorteilhaft in zwei sich gegenüberliegenden Seiten
des Trägerrahmens gelagert. Die Führungsleisten können hierbei mittels einer vorgesehenen
Feder/Nutverbindung im Trägerrahmen axial beweglich gelagert sein. Beispielsweise
können die Führungsleisten integral ausgebildete Rippen oder Federn aufweisen, welche
in entsprechend in Längsrichtung ausgebildeten Nuten des Trägerrahmens eingreifen.
[0014] Die magnetisch wirkenden Haltemittel, sind ausgebildet, das Auslöseelement vorzugsweise
unter Stromzufuhr gegen die anliegende Vorspannkraft in der Halteposition zu halten.
Unter Halteposition wird hierbei eine betriebsbereite Offenstellung des Auslöseelements
verstanden, d.h. in welcher die Auslösevorrichtung eine damit verbundene Fangvorrichtung
nicht auslöst bzw. schließt. Weiterhin sind die Haltemittel ausgebildet, bei einem
Stromlosschalten der Haltemittel das Auslöseelement freizugeben, wodurch dieses durch
die anliegende Vorspannkraft von einer Halteposition in eine ausgelöste Position bewegt
wird. Dies führt zu einer axialen Hubbewegung der Auslösestange, wodurch ein damit
verbundener Einrückhebel einer Bremsvorrichtung bzw. Bremseinheit der Fangvorrichtung
von einer Offenstellung in eine Schließ- bzw. Bremsstellung gebracht werden kann.
Die Bremsvorrichtung kann dabei in an sich bekannter Weise eine Führungsschiene umgreifen
und/oder darin eingreifen und bei einer Auslösung durch den Einrückhebel zu einem
Anlegen bzw. Festklemmen von Bremsbacken der Bremsvorrichtung an die Führungsschiene
führen.
[0015] Im ausgelösten Zustand kann das Auslöseelement dann vorzugsweise ebenfalls unter
Nutzung der magnetisch wirkenden Haltemittel von einer ausgelösten Position in eine
Halteposition zurückbewegt werden, wodurch die Fangvorrichtung wieder geöffnet wird
bzw. die Bremsvorrichtung der Fangvorrichtung von einer Schließstellung in eine Offenstellung
überführt werden kann. Hierbei ist die Auslösevorrichtung vorzugsweise derart ausgebildet,
dass bei der Rückstellung des Auslöseelements von der ausgelösten Position in die
Halteposition keine Blockade des Auslöseelements in Richtung der ausgelösten Position
erfolgt. Dies bedeutet, dass das Auslöseelement selbst während der Rückstellung in
die Halteposition bei einer möglichen erneuten Auslösung ungehindert von der Halteposition
in die ausgelöste Position und/oder von einer Zwischenstellung zwischen Halteposition
und ausgelöster Position in die ausgelöste Position bewegt werden kann. Eine Kraftbeaufschlagung
des Auslöseelements zur Bewegung bzw. Rückführung aus der ausgelösten Position in
die Halteposition erfolgt hierbei unter Freibleibens eines axialen Bewegungsspielraums
des Auslöseelements zwischen der Halteposition und der ausgelösten Position.
[0016] Für eine entsprechende Ansteuerung der Auslösevorrichtung und insbesondere der Haltemittel
umfasst die Auslösevorrichtung vorzugsweise eine den Haltemitteln zugeordnete Steuereinheit
oder ist zur Anbindung an eine entsprechende Steuereinheit ausgebildet.
[0017] Die Verbindungsleiste ist vorzugsweise zur axial fixierten Lagerung bzw. Anbindung
der Auslösestange an das rahmenartige Schlittenelement ausgebildet. Hierunter wird
verstanden, dass die Auslösestange derart an der Verbindungsleiste angeordnet bzw.
gelagert ist, dass die Auslösestange in axialer Richtung bezüglich des Schlittenelements
unbeweglich bzw. starr angeordnet ist. Alternativ kann die Auslösestange mit geringem
axialen Spiel in der Verbindungsleiste gelagert sein.
[0018] Die Verbindungsleiste weist bevorzugt ein integriertes Lagerelement auf, in welchem
ein endseitiger Abschnitt der Auslösestange vorzugsweise wenigstens teilweise rotierbar
und/oder kippbar gelagert ist. Zusätzlich oder alternativ kann die Auslösestange mit
geringem radialen Spiel und somit radial versetzbar im Lagerelement gelagert sein.
Im Gegensatz zum Stand der Technik, in welchem die Auslösestange in ein entsprechendes
Gegenstück eingeschraubt angeordnet und somit ohne Freiheitsgrad fixiert vorliegt,
ermöglicht die erfindungsgemäße Ausbildung eine deutlich optimierte Lagerung der Auslösestange
unter vordefiniertem Spielraum bzw. mit vordefinierten Freiheitsgraden. Hierdurch
wird die Systemstabilität, insbesondere auch die Widerstandsfähigkeit bei radialer
und/oder rotatorischer Kraftbeaufschlagungen auf die Auslösestange, deutlich erhöht
und somit der Wartungsaufwand für die Vorrichtung minimiert.
[0019] Das Lagerelement ist vorzugsweise als Ausnehmung und/oder Vorsprung in der Verbindungsleiste
ausgebildet, welche bzw. welcher in eine vorzugsweise umlaufende Nut einer Mantelfläche
des endseitigen Abschnitts der Auslösestange eingreift. In einer bevorzugten Ausführungsform
kann das Lagerelement eine Ausnehmung mit variablen Innendurchmesser aufweisen, wobei
ein erster Bereich der Ausnehmung einen vergrößerten Innendurchmesser zur Aufnahme
und/oder wenigstens teilweisen Durchführung der Auslösestange aufweist, und ein zweiter
Bereich der Ausnehmung einen verringerten Innendurchmesser zur axial fixierten Lagerung
der Auslösestange aufweist.
[0020] Die Auslösestange ist zudem vorzugsweise durch einen Durchbruch oder eine vorzugsweise
runde Bohrung im Endabschnitt des Trägerrahmens geführt. Hierbei kann der Durchbruch
ein Axiallager ausbilden und/oder einen vordefinierten radialen Spielraum der Auslösestange
im Endabschnitt des Trägerrahmens ermöglichen.
[0021] Weiterhin weist das Schlittenelement bevorzugt auf einer von der Auslösestange abgewandten
Seite eine zur Verbindungsleiste parallel angeordnete rückwärtige Rahmenleiste auf.
Die Rahmenleiste ist hierbei zu den Führungsleisten in Draufsicht auf das Schlittenelement
orthogonal angeordnet.
[0022] Das Schlittenelement ist vorzugsweise als gestecktes Rahmenelement ausgebildet. Hierunter
wird verstanden, dass das Rahmenelement nicht unter Zuhilfenahme von Schraub- und/oder
Klebverbindung ausgebildet ist. Hierdurch wird eine sehr widerstandsfähige Ausbildung
des Rahmenelements bereitgestellt, wodurch sich der Wartungsaufwand weiterhin reduzieren
kann. Die einzelnen Rahmenleisten sind hierbei vorzugsweise mittels vorgesehenen Vorsprüngen,
Rücksprüngen und/oder Ausnehmungen ineinandergesteckt angeordnet. Beispielsweise können
die Führungsleisten des Schlittenelements jeweils gegenüberliegend angeordnete Ausnehmungen
aufweisen, in denen Vorsprünge der Verbindungsleiste und der rückwärtigen Rahmenleiste
eingreifen.
[0023] Die Federmittel der Auslösevorrichtung umfassen vorzugsweise zwei sich seitlich des
rahmenartigen Schlittenelements erstreckende Druckfedern. Hierdurch werden im Gegensatz
zum Stand der Technik, in welchem eine zentrale Feder koaxial zur Auslösestange angeordnet
ist, die Stabilität und Laufeigenschaften des Auslöseelements weiter erhöht. Zusätzlich
können durch die seitliche Anordnung relativ lange Federn verwendet werden, wodurch
die Zuverlässigkeit erhöht und insbesondere die Gefahr von Federbruch minimiert wird.
Weiterhin wird durch die Verwendung von Druckfedern eine zuverlässige Funktionsweise
der Auslösevorrichtung selbst bei einem möglichen Federbruch gewährleistet. Die Druckfedern
sind hierbei vorzugsweise derart angeordnet, dass diese sich zwischen einem der Fangvorrichtung
zugewandtem Endabschnitt des Trägerrahmens und einem der Fangvorrichtung abgewandten
Endabschnitt des Schlittenelements erstrecken.
[0024] Die Führungsleisten und/oder die rückwärtige Rahmenleiste können hierbei seitlich
vorstehende Anschlagselement für die Federmittel aufweisen. In einer besonders bevorzugten
Ausführungsform bilden Vorsprünge der rückwärtigen Rahmenleiste, welche in Ausnehmungen
der Führungsleisten eingreifen, die seitlich vorstehenden Anschlagselemente aus.
[0025] In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die magnetisch wirkenden Haltemittel
vorzugsweise zwei zwischen dem Auslöseelement und einer der Fangvorrichtung zugewandten
Seite des Trägerrahmens angeordnete Elektromagneten, welche unter Stromzufuhr eine
Haltekraft auf die Verbindungsleiste des Auslöseelements aufbringen. Die Auslösevorrichtung
umfasst hierbei vorzugsweise einen unabhängig zum Auslöseelement axial beweglichen
Spannschlitten, in dessen ersten Endabschnitt die Elektromagneten angeordnet sind
und welcher ausgebildet ist, das Auslöseelement von einer ausgelösten Position in
die Halteposition zurückzubringen. Der Spannschlitten ist hierbei vorzugsweise beidseits
im Trägerrahmen mittels Führungsschienen oder dergleichen beweglich gelagert.
[0026] In einer alternativen Ausführungsform umfassen die magnetisch wirkenden Haltemittel
vorzugsweise zwei im Trägerrahmen positionsfest und gegenüberliegend angeordnete Spulenkörper
zum Zusammenwirken mit einem am Auslöseelement zwischenliegend dazu angeordneten Permanentmagneten.
Die Spulenkörper und der Permanentmagnet sind hierbei derart ausgebildet und angeordnet,
dass die Spulenkörper unter Stromzufuhr eine axiale Bewegung des Permanentmagneten
und somit des Auslöseelements in Richtung entgegen der Vorspannkraft sowie ein Halten
des Auslöseelements in der Halteposition ermöglichen. Der Permanentmagnet ist hierbei
vorzugsweise unbeweglich am Auslöseelement angeordnet und kann mittels entsprechend
vorgesehener Befestigungsmittel am Auslöseelement befestigt sein. Die Polausrichtung
des Permanentmagneten ist hierbei vorzugsweise senkrecht zu einer Wickelrichtung der
Spulenkörper ausgerichtet. Sobald die Stromzufuhr zu den Spulenkörpern unterbrochen
wird, insbesondere wenn ein abnormaler Betriebszustand der Aufzugskabine detektiert
wird, wird die Haltekraft auf das Auslöseelement durch die Spulenkörper gestoppt und
das Auslöseelement verfährt in die ausgelöste Position. Eine Rückstellung erfolgt
hierbei durch erneute Stromzufuhr zu den Spulenkörpern.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Auslösevorrichtung Positionserfassungsmittel,
welche eine kontinuierliche Positionserfassung des axial beweglichen Auslöseelements
und/oder eines axial beweglichen Spannschlittens im Trägerrahmen ermöglicht. Hierdurch
kann eine aktuelle bzw. Ist-Position der beweglichen Komponenten der Auslösevorrichtung
und somit eine optimierte Ansteuerung der einzelnen Komponenten und insbesondere der
Haltemittel erfolgen. Die Positionserfassungsmittel umfassen vorzugsweise mehrere
entlang der Bewegungsrichtung der beweglichen Komponenten angeordnete Hall-Sensoren,
beispielsweise in oder an einem zugeordneten Deckel- oder Gehäuseelement der Auslösevorrichtung,
welche mit an den beweglichen Komponenten angeordneten, magnetisch wirkenden Positionstags
zusammenwirken.
[0028] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Fangvorrichtung umfassend eine
in oder an einer Führungsschiene einer Aufzugskabine geführte Bremsvorrichtung und
einen damit verbundenen vorzugsweise wenigstens teilweise rotierbaren Einrückhebel
zum Auslösen der Bremsvorrichtung, sowie einen mit dem Einrückhebel verbundene Auslösevorrichtung,
wie vorgehend beschrieben.
[0029] Die Fangvorrichtung kann in an sich bekannter Weise an einer Aufzugskabine angeordnet
sein. Hierbei ist Auslösevorrichtung bezüglich einer Bewegungsrichtung der Auslösestange
vorzugsweise im Wesentlichen parallel zu einer Längserstreckungsrichtung der Führungsschiene
der Aufzugskabine angeordnet bzw. ausgerichtet. Der Einrückhebel kann sich dabei vorzugsweise
im Wesentlichen senkrecht zu der Bewegungsrichtung der Auslösestange erstrecken, wobei
dieser an einem ersten Endabschnitt an der Aufzugskabine gelenkig gelagert ist und
an einem diesem gegenüberliegenden zweiten Endabschnitt mit der Bremsvorrichtung bzw.
Bremseinheit verbunden ist. Die Auslösestange ist dabei mit dem Einrückhebel an einer
zwischenliegenden Position, zwischen dem Gelenk und der Bremsvorrichtung, verbunden,
derart, dass eine axiale Bewegung der Auslösestange zu einer Rotationsbewegung des
Einrückhebels um das Gelenk führt.
[0030] Am Verbindungspunkt zwischen Auslösestange und Einrückhebel kann die Auslösestange
eine sich in Bewegungsrichtung erstreckende Langlochbohrung aufweisen, in welcher
ein Bolzen oder Sicherungsstift des Einrückhebels wenigstens teilweise beweglich gelagert
ist. Die Langlochbohrung kann dabei vorteilhaft derart ausgebildet und angeordnet
sein, dass in einer Halteposition der Auslösevorrichtung der Bolzen an einem Endanschlag
der Langlochbohrung anliegt, so dass ein Auslösen des Auslöseelements unmittelbar
zur Kraftübermittlung auf den Einrückhebel führt. Bei einer Rückstellung des Auslöseelements
kann die Auslösestange durch die Langlochbohrung jedoch wenigstens teilweise unabhängig
zum Einrückhebel bewegt werden, wodurch ein optimiertes Lösen der Fangvorrichtung
ermöglicht wird.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Fangvorrichtung eine Umlenkeinheit,
welche ausgebildet ist, eine axiale Bewegung der Auslösestange in eine Rotation einer
Verbindungsstange der Fangvorrichtung umzuwandeln, wobei die Verbindungsstange weiter
vorteilhaft zur Anbindung von wenigstens zwei Bremsvorrichtungen an die Auslösevorrichtung
ausgebildet ist. Die Verbindungsstange kann hierbei beispielsweise ein Vierkantprofil
sein, mit welcher ein jeweiliger Einrückhebel einer Bremsvorrichtung einends direkt
verbunden werden kann. Dies bedeutet, dass der Einrückhebel vorzugsweise nicht zusätzlich
an einem Gelenk mit der Aufzugskabine oder einer daran angeordneten Haltestruktur
verbunden ist, sondern eine Rotation der Verbindungsstange direkt und vorzugsweise
ohne Übersetzung auf den Einrückhebel übertragen wird. Mittels der Umlenkeinheit können
bevorzugt wenigstens zwei Bremsvorrichtungen bzw. Bremseinheiten mit einer Auslöseeinheit
verbunden werden.
[0032] Erfindungsgemäß umfasst die Fangvorrichtung somit vorzugsweise wenigstens zwei Bremsvorrichtungen
bzw. Bremseinheiten mit jeweils zugeordneten Einrückhebeln, welche mit einer einzelnen
gemeinsamen Auslösevorrichtung verbunden sind. Hierdurch wird das Risiko eines Verkantens
der Aufzugskabine in der Führung bzw. im Aufzugsschacht beim Auslösen der Fangvorrichtung
deutlich reduziert, insbesondere da im Gegensatz zum Stand der Technik keine zwei
separaten Auslösevorrichtungen an der Kabine bereitgestellt werden müssen, was das
Risiko eines zeitlich verzögerten Auslösens und somit eines teilweisen Verkantens
mit sich bringt.
[0033] Weiterhin bevorzugt ist die Umlenkeinheit derart ausgebildet, dass diese eine Anbringung
der Auslösevorrichtung im Wesentlichen horizontal an der Aufzugskabine ermöglicht.
Dies bedeutet, dass die Auslösevorrichtung derart angeordnet ist, dass die axiale
Bewegungsrichtung des Auslöseelements im Wesentlichen horizontal an der Aufzugskabine
ausgerichtet ist. Hierdurch wird ein Einfluss von externen Beschleunigungskräften
minimiert, insbesondere auch in einem abnormalen Systemzustand, welche im Auslösefall
einem Auslösen der Vorrichtung entgegenwirken können. Dadurch können die notwendigen
Halte- und Auslösekräfte der Auslösevorrichtung etwas schwächer bzw. geringer ausgelegt
werden, wodurch ein kosten- und energieeffizienter Aufbau ermöglicht wird.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Fangvorrichtung ferner zur Abbremsung
der Aufzugskabine in eine erste und eine dieser entgegengesetzten zweiten Bewegungs-
bzw. Beschleunigungsrichtung ausgebildet.
[0035] Vorzugsweise umfasst die Auslösevorrichtung einen an der Auslösestange angeordneten
Führungskäfig mit einer der Auslösevorrichtung bzw. dem Gehäuse oder dem Trägerrahmen
der Vorrichtung zugewandten Lauffläche und ein darin gelagertes Rotationselement,
insbesondere ein Rändelrad, zur Anbindung bzw. Verbindung mit einem Einrückhebel der
Bremsvorrichtung. Das Rotationselement und der Führungskäfig sind hierbei vorzugsweise
derart angeordnet und ausgebildet, dass zwischen der Lauffläche und einem endseitigen
Abschnitt des Trägerrahmens der Auslösevorrichtung eine Führungsschiene des Aufzugs
anordenbar bzw. geführt ist. Das Rotationselement und der Führungskäfig sind vorteilhaft
derart angeordnet und ausgebildet, dass das Rotationselement bei einem Auslösen der
Auslösevorrichtung gegen eine Führungsschiene der Aufzugskabine drückt und auf dieser
in eine Richtung im Wesentlichen orthogonal zu einer Erstreckungs- bzw. Bewegungsrichtung
der Auslösestange abrollt und/oder dass das Rotationselement zwischen der Lauffläche
und der Führungsschiene verklemmt.
[0036] Der Führungskäfig ermöglicht dabei wenigstens teilweise eine Bewegung des Rotationselements
in eine Richtung orthogonal zur Bewegungsrichtung der Auslösestange innerhalb vordefinierter
Grenzen. Insbesondere kann der Führungskäfig einen oberen und unteren Anschlag oder
eine Bewegungseinschränkung aufweisen, welche eine Bewegung des Rotationselements
orthogonal zur axialen Bewegungsrichtung der Auslösestange auf einen vordefinierten
Bereich beschränkt. Beispielsweise kann der Führungskäfig eine im Wesentlichen konkave
Lauffläche aufweisen, welche ausgehend von einer zentralen Neutralstellung für das
Rotationselement beidseits bzw. nach oben und unten schräg bzw. verjüngend auf die
Führungsschiene zuläuft.
[0037] Die erfindungsgemäße Ausbildung ermöglicht die Bereitstellung einer Auslösevorrichtung,
welche in beide Bewegungsrichtungen der Aufzugskabine auslösen kann, d.h. bei einer
ungewollten Beschleunigung der Aufzugskabine nach unten als auch nach oben. Anstelle
von wenigstens zwei Auslösevorrichtungen für jede der möglichen, ungewollten Beschleunigungsrichtungen
der Aufzugskabine kann daher nunmehr lediglich eine einzelne Auslösevorrichtung bereitgestellt
werden, welche beide Auslöserichtungen abdeckt.
[0038] Das Rotationselement bzw. das Rändelrad ist in dieser Ausführungsform vorzugsweise
direkt mit dem Einrückhebel der Bremsvorrichtung, insbesondere an einer Drehachse
des Rotationselements, verbunden.
[0039] Die Auslösevorrichtung ist in dieser Ausführungsform vorzugsweise bezüglich der axialen
Bewegungsrichtung der Auslösestange horizontal an der Aufzugskabine anordenbar bzw.
angeordnet. Die Bewegungsrichtung der Auslösestange der Auslösevorrichtung ist dabei
im Wesentlichen orthogonal zu der Führungsschiene der Aufzugskabine anordenbar bzw.
angeordnet.
[0040] In einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Aufzugssystem aufweisend
eine in einem Aufzugsschacht geführte Aufzugskabine und eine Auslösevorrichtung und/oder
Fangvorrichtung wie vorgehend beschrieben. Das Aufzugssystem umfasst dabei im Wesentlichen
vertikal verlaufende Führungsschienen für die Aufzugskabine zur Kontaktierung einer
jeweiligen Bremsvorrichtung der Fangvorrichtung. Das Aufzugssystem umfasst weiterhin
eine Steuereinheit, welche zur Ansteuerung der Auslösevorrichtung in einem abnormalen
Betriebszustand des Aufzugsystems ausgebildet ist.
[0041] Einzelheiten, weitere vorteilhafte Wirkungen und Details der vorliegenden Erfindung
werden nachfolgend anhand der schematischen, lediglich beispielhaften Zeichnungen
erläutert. Darin zeigen:
- Fig.1:
- eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Auslösevorrichtung in Seitenansicht;
- Fig. 2a-d:
- perspektivische Seitenansichten einer bevorzugten Ausführungsform der Auslösevorrichtung
in unterschiedlichen Betriebszuständen;
- Fig. 3:
- perspektivische Seitenansicht einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Auslösevorrichtung;
- Fig. 4a,b:
- perspektivische Seitenansicht einer ersten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Schlitteneinheit;
- Fig. 5a,b:
- perspektivische Seitenansicht einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Schlitteneinheit;
- Fig. 6:
- eine Detailansicht einer bevorzugten Verbindung der Auslösevorrichtung mit einer Bremseinheit
der Fangvorrichtung;
- Fig. 7a-c:
- unterschiedliche Ansichten einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Fangvorrichtung;
- Fig. 8a-c:
- unterschiedliche Ansichten einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
doppelwirkenden Fangvorrichtung; und
- Fig. 9:
- eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen doppelwirkenden Fangvorrichtung.
[0042] Fig.1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Auslösevorrichtung 10
einer Fangvorrichtung 20 in Seitenansicht. Die Auslösevorrichtung 10 umfasst ein vorzugsweise
längliches Gehäuse 60 mit einer sich daraus in axialer Richtung erstreckenden Auslösestange
3 eines unten näher beschriebenen Auslöseelements 2. Die Auslösevorrichtung 10 und
die diese umfassende Fangvorrichtung 20 sind in an sich bekannter Weise an einem Teil
der Aufzugskabine 70 oder an einem daran befestigten Trägerelement befestigt. In der
gezeigten Ausführungsform ist die Auslösevorrichtung 10 bezüglich einer axialen Bewegungsrichtung
der Auslösestange 3 vertikal an der Aufzugskabine 70 angeordnet. Die Auslösevorrichtung
3 ist mittels eines Einrückhebels 21 mit einer Bremsvorrichtung bzw. Bremseinheit
30 verbunden. Der Einrückhebel 21 ist hierbei mit einem ersten endseitigen Abschnitt
21a an der Kabine 70 angelenkt und mit einem zweiten endseitigen Abschnitt mit einer
vorzugsweise schwenkbaren Bremsbacke 31 der Bremseinheit 30 verbunden. Die Bremseinheit
30 ist hierbei an oder in einer feststehenden Führungsschiene 50 der Aufzugskabine
bzw. des Aufzugssystems geführt und ermöglicht bei einem Auslösen der Fangvorrichtung
die Übertragung einer Bremskraft von der Bremseinheit 30 auf die Führungsschiene 50.
[0043] Im Falle eines Auslösens der Auslöseeinheit erfolgt eine Axialbewegung F1 der Auslösestange
3, welche durch die Verbindung der Auslösestange 3 mit dem Einrückhebel 21 an einem
Punkt zwischenliegend zu den ersten und zweiten endseitgien Abschnitten 21a,21b zu
einer Rotationsbewegung R des Einrückhebels 21 um das Gelenk 21c führt. Ein Hub h
der Auslösestange beträgt hierbei vorzugsweise bis zu 50mm, besonders vorteilhaft
zwischen 10mm und 20mm.
[0044] Wie in Fig. 1 strichpunktförmig dargestellt, wird hierdurch ein Verschwenken der
Bremsbacke 31 aus einer Neutralstellung in eine Bremsstellung und dabei gegen die
Führungsschiene 50 bewirkt. Diese wird sodann gegen eine gegenüberliegend angeordneten
weiteren Bremsbelag 32 gedrückt. Eine Anpresskraft und somit gewünschte Verzögerung
beim Bremsen kann mittels eines zugeordneten Federpakets 33 eingestellt werden (vgl.
auch Detailansicht in
Fig. 6).
[0045] Fig. 2a-d zeigen perspektivische Seitenansichten einer bevorzugten Ausführungsform der Auslösevorrichtung
10 in unterschiedlichen Betriebszuständen.
[0046] Die Auslösevorrichtung 10 umfasst einen Trägerrahmen 1 mit einem ersten Endabschnitt
1a und einen diesem gegenüberliegenden zweiten Endabschnitt 1b. Im Trägerrahmen 1
ist ein axial bewegliches Schlittenelement als Auslöseelement 2 beweglich gelagert,
wobei sich die am Auslöseelement 2 endseitig angeordnete Auslösestange 3 durch den
Endabschnitt 1a des Trägerrahmens 1 erstreckt. Hierfür weist der Endabschnitt 1a eine
Bohrung 1c als axiale Lagerung für die Auslösestange 3 auf.
[0047] Das Schlittenelement 2 kann hierbei wenigstens zwischen einer auslösebereiten Halteposition
H (Fig. 2a) und einer ausgelösten Position A (Fig. 2b,2c) bewegt werden. Zwischen
dem Endabschnitt 1a und dem Auslöseelement 2 sind seitlich angeordnete Federmittel
4a,4b vorgesehen, welche das Schlittenelement 2 mit einer Vorspannkraft beaufschlagen,
die in eine Richtung entgegen einer Erstreckungsrichtung der Auslösestange 3 ausgerichtet
ist.
[0048] In der Halteposition H wird das bewegliche Schlittenelement 2 durch Haltemittel 6a,6b
gehalten, welche zwischen dem Endabschnitt 1a des Trägerrahmens 1 und dem Schlittenelement
2 angeordnet sind. In der vorliegenden Ausführungsform sind die Haltemittel 6a,6b
als elektrisch ansteuerbare Magneten bzw. als Elektromagneten ausgebildet, die unter
Stromzufuhr eine magnetische Kraft auf das Schlittenelement 2 bewirken, entgegen der
angelegten Vorspannkraft der Federmittel 4a,4b. Wenigstens in der Halteposition H
ist diese magnetische Kraft höher als die Kraft der Federmittel 4a,4b.
[0049] Sobald eine mit der Auslösevorrichtung verbundene oder darin integrierte Steuereinheit
(nicht gezeigt) ein Auslösesignal empfängt, werden die Haltemittel 6a,6b stromlos
geschalten, wodurch das Schlittenelement 2 von der in Fig. 2a gezeigten Halteposition
H in die in Fig. 2b gezeigte ausgelöste Position A bewegt wird. Die ausgelöste Position
ist vorzugsweise nicht durch einen hinteren Anschlag im Trägerrahmen begrenzt. Dies
bedeutet, dass der Trägerrahmen 1 vorzugsweise derart ausgebildet ist, dass für das
Auslöse- bzw. Schlittenelement 2 genügend axialer Bewegungsspielraum für eine sichere
Auslösung und den damit verbundenen notwendigen Hub bereitgestellt wird.
[0050] Zur Rückstellung des Schlittenelements 2 umfasst die Auslösevorrichtung 10 in diesem
Ausführungsbeispiel einen unabhängig zum Auslöseelement 2 axial beweglichen Spannschlitten
15. Dieser weist einen ersten Endabschnitt 15a auf, in welchem die magnetisch wirkenden
Haltemittel 6a,6b angeordnet sind. Der Endabschnitt 15a weist zudem eine Ausnehmung
oder eine Bohrung 23 zur kontaktfreien Durchführung der Auslösestange 3 auf. Ein zweiter,
gegenüberliegender Endabschnitt 15b ist vorzugsweise mit Antriebsmitteln wie beispielsweise
einem Spindelmotor 15c verbunden. Der Spannschlitten 15 ist parallel zum Schlittenelement
2 im Trägerrahmen 1 axial beweglich gelagert und derart ausgebildet, das Auslöseelement
2 unter Zusammenwirken mit den magnetisch wirkenden Haltemittel 6a,6b von einer ausgelösten
Position A wie in Fig. 2b gezeigt in die Halteposition H zurückzubringen.
[0051] Hierzu wird beispielsweise durch eine zugeordnete Steuereinheit der Spannschlitten
15 von der initialen Endstellung im Trägerrahmen wie in Fig. 2a gezeigt auf das sich
in der ausgelösten Position befindliche Auslöseelement 2 durch die Antriebsmittel
15c zubewegt (vgl. Zwischenstellung Fig. 2b), vorzugsweise bis die Haltemittel 6a,6b
des Spannschlittens 15 das Auslöseelement 2 berühren oder diesem wenigstens angrenzend
gegenüberliegen (vgl. Fig. 2c,2d). Fig. 2d zeigt hierzu eine Rückansicht der Auslösevorrichtung
10, wobei sich das Auslöseelement 2 in der ausgelösten Position und er Spannschlitten
15 in der ausgefahrenen bzw. das Auslöseelement 2 kontaktierenden Position befindet.
[0052] Anschließend werden die Haltemittel 6a,6b mit Strom versorgt, so dass eine Magnetkraft
auf das Auslösemittel wirkt. Der Spannschlitten 15 wird dann durch die Antriebsmittel
15c zurück in die initiale Endstellung im Trägerrahmen 1 gebracht, wobei die anliegende
Magnetkraft die Auslöseeinheit 2 mitzieht und diese in deren Halteposition bringt,
wie in Fig. 2a gezeigt.
[0053] Bei der vorgehend beschriebenen Rückstellung verfährt der Spannschlitten 15 immer
auf einer der Auslösestange 3 zugewandten Seite der Auslöseeinheit 2, ein dazu rückwärtiger
Bereich wird von dem Spannschlitten nicht blockiert oder verstellt. Hierdurch kann
selbst bei einem Zurücksetzen der Auslöseeinheit der korrekte Betrieb der Auslösevorrichtung
stets gewährleistet werden.
[0054] Die Auslösevorrichtung 10 kann vorzugsweise eine kontinuierliche Positionserfassung
des axial beweglichen Auslöseelements 2 und/oder des axial beweglichen Spannschlittens
15 im Trägerrahmen 1 durch hierfür vorgesehene Positionserfassungsmittel 17 bereitstellen.
Die Positionserfassungsmittel können hierbei eine Mehrzahl von in oder am Trägerrahmen
1 oder am Gehäuse 60 vorzugsweise in Serie angeordnete Sensoren 17a umfassen, zum
Beispiel Hall-Sensoren, wie beispielhaft in Fig. 2c dargestellt. Die Hall-Sensoren
können beispielsweise am Auslöseelements 2 und/oder am Spannschlittens 15 angeordnete
beispielsweise magnetisch erfassbare und/oder auswertbare Tags 17b erfassen und hierdurch
die jeweilige Position des Bauteils entlang des möglichen axialen Bewegungsspielraums
bestimmen.
[0055] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Seitenansicht einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Auslösevorrichtung 10, wobei das Gehäuse 60 aus Übersichtlichkeitsgründen weggelassen
wurde. Fig. 3 zeigt hierbei eine Ausführungsform, in welcher die magnetisch wirkenden
Haltemittel zwei im Trägerrahmen 1 positionsfest und gegenüberliegend angeordnete
Spulenkörper 5a,5b umfassen, wobei in Fig. 3 der vordere Spulenkörper aus Übersichtlichkeitsgründen
abgeschnitten dargestellt ist. Beide Spulenkörper 5a,5b sind parallel zueinander ausgerichtet
und erstrecken sich vorzugsweise über die gesamte Länge des Trägerrahmens 1. Zwischenliegend
zu den Spulenkörpern 5a,5b ist das Auslöseelement 2 angeordnet, an welchem wenigstens
ein Permanentmagnet 16 angeordnet ist. Die Spulenkörper 5a,5b und der Magnet 16 sind
hierbei derart angeordnet und ausgebildet, dass die Spulenkörper 5a,5b unter Stromzufuhr
eine axiale Bewegung des Auslöseelements 2 in Richtung entgegen der Vorspannkraft
der Federmittel 4a,4b sowie ein Halten des Auslöseelements 2 in einer Halteposition
H ermöglichen.
[0056] Die in Fig. 3 gezeigte Position entspricht einer ausgelösten Position des Auslöseelements
2. Zur Rückführung in die Halteposition werden die Spulenkörper 5a,5b mit Strom versorgt,
so dass sich das Auslöseelement 2 in Richtung des Endabschnitts 1a des Trägerrahmens
1 bewegt (Axialbewegung F2). Unter weiterer Strombeaufschlagung der Spulenkörper 5a,5b
kann das Auslöseelement 2 dann entgegen der Vorspannkraft der Federn 4a,4b in der
Halteposition gehalten werden. Zusätzlich kann die Vorrichtung wenigstens einen oder
zwei elektrisch ansteuerbare Magnete 5c,5d aufweisen, welche am Endabschnitt 1a des
Trägerrahmens 1 angeordnet sind, und welche alternativ oder zusätzlich bestromt werden
können, um das Auslöseelement 2 in der Halteposition zu halten.
[0057] Fig. 4a,
b zeigen eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Auslöse- bzw. Schlittenelements
2 für die Vorrichtung wie in Fig. 2a-2d gezeigt. Das Schlittenelement 2 ist vorzugsweise
als rahmenartiges Schlittenelement ausgebildet, welches zwei sich in axialer Bewegungsrichtung
erstreckende Führungsleisten 7a,7b zur Führung des Schlittenelements 2 im Trägerrahmen
1 und eine orthogonal dazu ausgerichtete Verbindungsleiste 8a zur Lagerung der Auslösestange
3 aufweist. Die Führungsleisten 7a,7b erstrecken sich dabei von der Verbindungsleiste
8a in eine Richtung L1 entgegengesetzt zu einer Erstreckungsrichtung L2 der Auslösestange
3. Auf einer von der Auslösestange 3 abgewandten Seite ist eine zur Verbindungsleiste
8a parallel angeordnete rückwärtige Rahmenleiste 8b angeordnet.
[0058] Das Schlittenelement 2 ist dabei vorzugsweise als gestecktes Rahmenelement ausgebildet,
in welchem die einzelnen Rahmenleisten 7a,7b,8a,8b mittels vorgesehenen Vorsprüngen,
Rücksprüngen und/oder Ausnehmungen ineinandergesteckt sind. Die Führungsleisten 7a,7b
des Schlittenelements 2 können beispielsweise jeweils gegenüberliegend angeordnete
Ausnehmungen 12a,12b aufweisen, in welche Vorsprünge 13a,13b der Verbindungsleiste
8a und der rückwärtigen Rahmenleiste 8b eingreifen.
[0059] Die Verbindungsleiste 8a umfasst hierbei ein integriertes Lagerelement 9, in welchem
ein endseitiger Abschnitt 3a der Auslösestange 3 vorzugsweise wenigstens teilweise
rotierbar, radial versetzbar und/oder kippbar gelagert ist. Das Lagerelement 9 kann
dabei als Ausnehmung in der Verbindungsleiste 8a ausgebildet sein, welche in eine
vorzugsweise umlaufende Nut 11 einer Mantelfläche des endseitigen Abschnitts 3a der
Auslösestange 3 eingreift. Das Lagerelement 9 kann weiterhin eine Ausnehmung mit variablem
Innendurchmesser aufweisen, wobei ein erster Bereich 9a der Ausnehmung einen Innendurchmesser
zur Aufnahme und Durchführung der Auslösestange 3 aufweist und ein zweiter Bereich
9b der Ausnehmung einen verringerten Innendurchmesser zur axial fixierten Lagerung
der Auslösestange 3 aufweist. Die Auslösestange 3 kann hierbei nach einem Einsetzen
in das Lagerelement 9 mittels eines entsprechend vorgesehenen Sicherungselements 9c
in dem Bereich 9b gehalten werden. Die Führungsleisten 7a,7b und/oder eine rückwärtige
Rahmenleiste 8b können hierbei seitlich vorstehende Anschlagselemente 14a,14b aufweisen,
an welchen die Federmittel 4a,4b anliegen.
[0060] Fig. 5a,b zeigen eine zweite bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schlitteneinheit
2 für die Vorrichtung wie in Fig. 3 gezeigt. Das Schlittenelement ist ähnlich zu dem
Element gemäß Fig. 4a,4b aufgebaut, weist allerdings in einem zentralen Bereich wenigstens
einen Permanentmagneten 16 auf, welcher zum Zusammenwirken mit den Spulenkörpern 5a,5b
der Haltemittel ausgebildet ist.
[0061] Das Lagerelement 9 in dieser Ausführungsform kann eine Bohrung umfassen, in welcher
der Endabschnitt 3a der Auslösestange 3 einführbar ist. Das Sicherungselement 9c kann
hierbei ein zweiteiliges Blendenelement sein, welches an der Verbindungsleiste 8a
selektiv befestigbar ist, derart, dass zwei sich gegenüberliegende beispielsweise
halbrunde Ausnehmungen in eine Nut 11 einer Mantelfläche des endseitigen Abschnitts
3a der Auslösestange 3 eingreifen.
[0062] Fig. 6 zeigt eine Detailansicht einer bevorzugten Verbindung der Auslösevorrichtung 10 mit
einer Bremseinheit 30 der Fangvorrichtung 20. Wie hier gezeigt, kann die Auslösestange
3 am Verbindungspunkt mit dem Einrückhebel 21 eine sich in Bewegungsrichtung erstreckende
Langlochbohrung 24 aufweisen, in welcher ein Bolzen 24a des Einrückhebels 21 wenigstens
teilweise beweglich gelagert ist.
[0063] Die Langlochbohrung 24 kann dabei derart angeordnet sein, dass in einer Halteposition
der Auslösevorrichtung 10 der Bolzen 24a an einem unteren Endanschlag der Langlochbohrung
24 anliegt, so dass ein Auslösen des Auslöseelements 10 unmittelbar zur Kraftübermittlung
auf den Einrückhebel 21 führt. Bei einer Rückstellung des Auslöseelements 2 kann die
Auslösestange 3 durch die Langlochbohrung 24 wenigstens teilweise unabhängig zum Einrückhebel
21 bewegt werden. Die Bewegungsmöglichkeit des Bolzens 24a in der Langlochbohrung
24 kann dabei mittels eines der Auslösevorrichtung 10 zugeordneten Federelements 25
und einer zugehörigen Einstellschraube 26 eingestellt werden.
[0064] Fig. 7a-c zeigen unterschiedliche Ansichten einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Fangvorrichtung 20.
[0065] Die Fangvorrichtung 20 ist hierbei horizontal an einer Aufzugskabine (nicht gezeigt)
befestigt, entweder direkt oder mit entsprechenden Befestigungsmitteln bzw. einer
Trägereinheit 80. Die Fangvorrichtung 20 umfasst dabei eine Umlenkeinheit 40, welche
derart ausgebildet ist, dass diese eine axiale Bewegung L der Auslösestange 3 in eine
Rotation R1 einer Verbindungsstange 22 der Fangvorrichtung 20 umwandelt (vgl. Fig.
7b,7c). Die Verbindungsstange 22 ist hierbei zur Anbindung von wenigstens zwei Bremsvorrichtungen
30 an eine einzelne Auslösevorrichtung 10 ausgebildet.
[0066] Die Umlenkeinheit 40 kann dabei ein L-förmiges Lagerelement 41 aufweisen, welches
sich in Richtung der Auslösestange 3 und orthogonal dazu erstreckt und wenigstens
einen Lagerpunkt 42 zur rotatorischen Lagerung der Verbindungsstange 22 aufweist,
derart, dass sich die Verbindungsstange 22 orthogonal zur Längserstreckung der Auslösestange
3 erstreckt. Die Umlenkeinheit 40 weist weiterhin bevorzugt ein starr mit der Verbindungsstange
22 verbundenes Hebelelement 43 auf, welches eine axiale Bewegung der Auslösestange
3 in eine rotatorische Bewegung der Verbindungsstange 22 umwandelt. Das Hebelelement
43 ist hierbei an die Auslösestange 3 angelenkt.
[0067] Die Verbindungsstange 22 kann beispielsweise ein Vierkantprofil sein, mit welcher
ein jeweiliger Einrückhebel 21 einer Bremsvorrichtung 30 einends direkt verbunden
werden kann. Durch die Umlenkeinheit 40 können bevorzugt wenigstens zwei Bremsvorrichtungen
bzw. Bremseinheiten 30 mit einer einzelnen Auslöseeinheit 10 verbunden werden.
[0068] Die Ausführungsform der Fig. 7 a-c erlaubt eine besonders platzsparende Anordnung
oder Realisierung der Fangvorrichtung 20. Die Fangvorrichtung 20 kann, bevorzugt zentral,
auf der Oberseite und/oder Unterseite der nicht dargestellten Aufzugskabine angeordnet
werden. Durch die Umlenkeinheit 40 entsteht in der Ebene einer Grundfläche der Aufzugskabine,
beispielsweise parallel zum Kabinenboden, eine sehr platzsparende Anordnung der Fangvorrichtung
20, so dass diese mit äußerst geringen Überstand über die Grundfläche der Aufzugskabine
auch in sehr engen Aufzugsschächten realisiert werden kann oder aber in engen Aufzugsschächten
realisiert werden kann, ohne dass die Grundfläche der Aufzugskabine durch die Fangvorrichtung
bei gegebener Geometrie des Aufzugsschachtes wesentlich verringert oder weiter limitiert
wird.
[0069] Fig. 8a-c zeigen unterschiedliche Ansichten einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
doppelwirkenden Fangvorrichtung 20. Diese unterscheidet sich von den vorgehend beschriebenen
Ausführungsformen darin, dass diese zur Abbremsung einer damit verbundenen Aufzugskabine
70 in eine erste und eine dieser entgegengesetzten zweiten Bewegungsrichtung B1,B2
ausgebildet ist.
[0070] Die Fangvorrichtung 20 umfasst hierzu eine Auslösevorrichtung 10, vorzugsweise wie
vorgehend beschrieben, welche einen an der Auslösestange 3 angeordneten Führungskäfig
18 mit einer der Auslösevorrichtung 10 zugewandten Lauffläche 18a und ein darin gelagertes
Rotationselement 19, insbesondere ein Rändelrad, zur Anbindung an einen Einrückhebel
21 der zugeordneten Bremsvorrichtung 30 aufweist. Zwischen Führungskäfig 18 und einem
Gehäuse 60 der Auslösevorrichtung 10 ist eine Führungsschiene 50 des Aufzugs bzw.
der Aufzugskabine angeordnet. In anderen Worten umschließen das Gehäuse 60 der Auslösevorrichtung
10 und der Führungskäfig 18 die Führungsschiene 50 sandwichartig. An dem Gehäuse 60
der Auslösevorrichtung 10 kann an einem endseitigen Abschnitt 1a ein Gleitelement
61 oder Gegendruckelement angeordnet sein.
[0071] Der Führungskäfig 18 ist vorzugsweise positionsfest an der Auslösestange 3 angeordnet.
Bei einem Auslösen der Auslösevorrichtung 10 wird nunmehr der Führungskäfig 18 in
Bewegungsrichtung F3 hin zum Gehäuse 60 der Auslösevorrichtung 10 bewegt, wodurch
das Rotationselement 19 gegen die Führungsschiene 50 des Aufzugs drückt und an dieser
abrollt. Dies führt dazu, dass das Rotationselement 18 je nach Relativbewegung zwischen
Führungsschiene 50 und Rotationselement an der Lauffläche 18a nach oben oder unten
und somit im Wesentlichen orthogonal zur axialen Bewegungsrichtung F3 der Auslösestange
3 läuft. Die Lauffläche 18a kann hierbei vorzugsweise derart ausgebildet sein, dass
diese sich nach oben und unten relativ zur anliegenden Führungsschiene 50 verjüngt,
wodurch ein erhöhter Anpressdruck des Rotationselements 19 auf die Führungsschiene
50 erzielt werden kann.
[0072] Die so ausgelöste Bewegung des Rotationselements 19 senkrecht zur Längserstreckung
der Auslösevorrichtung 10 wird mittels eines am Rotationselement 19 befestigten Einrückhebels
21 an eine damit verbundene Bremseinheit 30 übertragen, wodurch die damit verbundenen
schwenkbare Bremsbacke 31 je nach Bewegungsrichtung der Rotationselements 19 von oben
nach unten oder von unten nach oben um ein Gelenk 46 gegen die Führungsschiene 50
gedrückt wird, wodurch eine entsprechende Bremswirkung entgegen der jeweils anliegenden
Kabinenbewegung erzielt wird.
[0073] Fig. 9 zeigt eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen doppelwirkenden
Fangvorrichtung 20. Diese ist analog zur Ausführungsform gemäß Fig. 8a-c ausgebildet
und unterscheidet sich im Wesentlichen nur durch die Ausbildung der Lauffläche 18a
des Führungskäfigs 18.
[0074] Diese weist hierbei einen zentralen Abschnitt 44 auf, in welchem das Rotationselement
19 in der Halteposition der Auslösevorrichtung 10 gelagert ist. Der Abschnitt 44 kann
hierbei leicht konkav ausgebildet sein. Oberhalb und unterhalb des Abschnitts 44 weist
die Lauffläche zwei im Wesentlichen konkav ausgebildete Rücksprünge 45a,45b auf, in
welche das Rotationselement 19 bei einem Kontakt mit der Führungsschiene 50 gebracht
wird bzw. läuft und hierbei eine Kraft im Wesentlichen orthogonal zur axialen Bewegung
der Auslösestange 3 auf den Einrückhebel 21 und somit auf die Bremsbacke 31 ausübt.
[0075] Die oben beschriebene Ausführungsformen ist lediglich beispielhaft, wobei die Erfindung
keineswegs auf die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen beschränkt ist.
Bezugszeichenliste
[0076]
- 1
- Trägerrahmen
- 2
- Auslöseelement
- 3
- Auslösestange
- 4a,4b
- Federmittel
- 5a,5b
- Spulenkörper
- 5c,5d
- Elektromagneten
- 6a,6b
- Elektromagneten
- 7a,7b
- Führungsleisten
- 8a
- Verbindungsleiste
- 8b
- rückwärtige Rahmenleiste
- 9
- Sicherungselement
- 9a,b
- erster zweiter Bereich
- 9c
- Sicherungselement
- 10
- Auslösevorrichtung
- 11
- Nut
- 12a,b
- Ausnehmungen
- 13a,b
- Vorsprünge
- 14a,b
- Anschlagselemente
- 15
- Spannschlitten
- 16
- Permanentmagneten
- 17
- Positionserfassungsmittel
- 18
- Führungskäfig
- 18a
- Lauffläche
- 19
- Rotationselement
- 20
- Fangvorrichtung
- 21
- Einrückhebel
- 21a,b
- endseitige Abschnitte
- 21c
- Gelenk
- 22
- Verbindungsstange
- 23
- Bohrung
- 24
- Langlochbohrung
- 25
- Federelement
- 26
- Einstellschraube
- 30
- Bremsvorrichtung
- 31
- Bremsbacken
- 32
- Bremsbelag
- 33
- Federpaket
- 40
- Umlenkeinheit
- 41
- Lagerelement
- 42
- Lagerpunkt
- 43
- Hebelelement
- 44
- zentraler Abschnitt Lauffläche
- 45a,b
- Rücksprünge Lauffläche
- 50
- Führungsschiene Aufzug
- 60
- Gehäuse Auslösevorrichtung
- 70
- Aufzugskabine
- 80
- Trägereinheit
- L1,L2
- Erstreckungsrichtungen
- B1,B2
- Bewegungsrichtung
- R,R1
- Rotation
1. Auslösevorrichtung (10) für eine Fangvorrichtung (20) einer Aufzugsanlage umfassend
einen Trägerrahmen (1), ein im Trägerrahmen axial beweglich angeordnetes Auslöseelement
(2) mit endseitig angeordneter und sich durch einen Endabschnitt (1a) des Trägerrahmens
(1) erstreckender Auslösestange (3) zur Anbindung an einen Einrückhebel (21) der Fangvorrichtung
(20), Federmittel (4a,4b) zur Beaufschlagung des Auslöseelements (2) mit einer Vorspannkraft
wenigstens in einer ersten Halteposition (H), sowie magnetisch wirkende Haltemittel
(5a,5b,6a,6b), welche ausgebildet sind, das Auslöseelement (2) vorzugsweise unter
Stromzufuhr gegen die anliegende Vorspannkraft in der Halteposition (H) zu halten,
dadurch gekennzeichnet, dass das Auslöseelement (2) als vorzugsweise rahmenartiges Schlittenelement ausgebildet
ist, welches zwei sich in axialer Bewegungsrichtung erstreckende Führungsleisten (7a,7b)
zur Führung des Schlittenelements (2) im Trägerrahmen (1) und eine senkrecht zu den
Führungsleisten angeordnete und diese verbindende Verbindungsleiste (8a) zur Lagerung
der Auslösestange (3) aufweist.
2. Auslösevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Führungsleisten (7a,7b) von der Verbindungsleiste (8a) in eine Richtung
(L1) entgegengesetzt zu einer Erstreckungsrichtung (L2) der Auslösestange (3) erstrecken.
3. Auslösevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsleiste (8a) ein integriertes Lagerelement (9) aufweist, in welchem
ein endseitiger Abschnitt (3a) der Auslösestange (3) vorzugsweise wenigstens teilweise
rotierbar, radial versetzbar und/oder kippbar gelagert ist.
4. Auslösevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schlittenelement (2) auf einer von der Auslösestange (3) abgewandten Seite eine
zur Verbindungsleiste (8a) parallel angeordnete rückwärtige Rahmenleiste (8b) aufweist,
und dass das Schlittenelement (2) als gestecktes Rahmenelement ausgebildet ist, in
welchem die einzelnen Rahmenleisten (7a,7b,8a,8b) mittels vorgesehenen Vorsprüngen,
Rücksprüngen und/oder Ausnehmungen ineinandergesteckt sind.
5. Auslösevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Federmittel der Auslösevorrichtung zwei sich seitlich des rahmenartigen Schlittenelements
erstreckende Druckfedern (4a,4b) umfassen, welche sich vorzugsweise zwischen einem
der Auslösestange (3) zugewandtem Endabschnitt (1a) des Trägerrahmens und einem der
Auslösestange (3) abgewandten Endabschnitt (2b) des Schlittenelements (2) erstrecken.
6. Auslösevorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsleisten (7a,7b) und/oder eine rückwärtige Rahmenleiste (8b) seitlich
vorstehende Anschlagselemente (14a,14b) für die Federmittel (4a,4b) aufweisen.
7. Auslösevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetisch wirkenden Haltemittel vorzugsweise zwei, zwischen dem Auslöseelement
(2) und einem Endabschnitt des Trägerrahmens (1a), durch den sich die Auslösestange
(3) erstreckt, angeordnete Elektromagneten (6a,6b) umfassen, welche unter Stromzufuhr
eine Haltekraft auf das Schlittenelement (2) und insbesondere die Verbindungsleiste
(8a) des Schlittenelements (2) aufbringen.
8. Auslösevorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösevorrichtung (10) einen unabhängig zum Auslöseelement (2) axial beweglichen
Spannschlitten (15) umfasst, mit einem Endabschnitt (15a), in welchem die magnetisch
wirkenden Haltemittel (6a,6b) angeordnet sind, und wobei der Spannschlitten (15) ausgebildet
ist, das Auslöseelement (2) unter Zusammenwirken mit den magnetisch wirkenden Haltemittel
(6a,6b) von einer ausgelösten Position (A) in die Halteposition (H) zurückzubringen.
9. Auslösevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetisch wirkenden Haltemittel vorzugsweise zwei im Trägerrahmen (1) positionsfest
und gegenüberliegend angeordnete Spulenkörper (5a,5b) zum Zusammenwirken mit einem
am Auslöseelement (2) zwischenliegend dazu angeordneten Permanentmagneten (16) umfassen,
welche derart angeordnet und ausgebildet sind, dass die Spulenkörper (5a,5b) unter
Stromzufuhr eine axiale Bewegung des Auslöseelements (2) in Richtung entgegen der
Vorspannkraft der Federmittel (4a,4b) sowie ein Halten des Auslöseelements (2) in
einer Halteposition (H) ermöglichen.
10. Auslösevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösevorrichtung (10) Positionserfassungsmittel (17) aufweist, welche eine
kontinuierliche Positionserfassung des axial beweglichen Auslöseelements (2) und/oder
eines axial beweglichen Spannschlittens (15) im Trägerrahmen (1) ermöglichen.
11. Fangvorrichtung (20) umfassend eine in und/oder an einer Führungsschiene (50) einer
Aufzugskabine geführte Bremsvorrichtung (30) und einen damit verbundenen, vorzugsweise
teilweise rotierbaren Einrückhebel (21) zum selektiven Auslösen der Bremsvorrichtung
(30), sowie eine mit dem Einrückhebel (21) verbundene Auslösevorrichtung (10) nach
einem der Ansprüche 1 bis 10.
12. Fangvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangvorrichtung eine Umlenkeinheit (40) umfasst, welche ausgebildet ist, eine
axiale Bewegung (L) der Auslösestange (3) in eine Rotation (R) einer Verbindungsstange
(22) der Fangvorrichtung (20) umzuwandeln, wobei die Verbindungsstange (22) zur Anbindung
von wenigstens zwei Bremsvorrichtungen (30) an die Auslösevorrichtung (10) ausgebildet
ist.
13. Fangvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösevorrichtung (10) einen an der Auslösestange (3) angeordneten Führungskäfig
(18) mit einer der Auslösevorrichtung (10) zugewandten Lauffläche (18a) und ein darin
gelagertes Rotationselement (19), insbesondere ein Rändelrad, zur Anbindung an einen
Einrückhebel (21) der Bremsvorrichtung (30) aufweist, wobei das Rotationselement (19)
und der Führungskäfig (18) derart angeordnet und ausgebildet sind, dass zwischen der
Lauffläche (18a) und einem endseitigen Abschnitt (1a) des Trägerrahmens (1) der Auslösevorrichtung
(10) eine Führungsschiene (50) des Aufzugs anordenbar ist.
14. Fangvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationselement (19) und der Führungskäfig (18) so angeordnet und ausgebildet
sind, dass das Rotationselement (19) bei einem Auslösen der Auslösevorrichtung (10)
gegen eine Führungsschiene (50) des Aufzugs drückt und auf dieser in eine Richtung
im Wesentlichen orthogonal zu einer Erstreckungsrichtung (L) der Auslösestange (3)
abrollt und/oder dass das Rotationselement (19) zwischen der Lauffläche (18a) und
Führungsschiene (50) verklemmt.
15. Fangvorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangvorrichtung (20) zur Abbremsung einer damit verbundenen Aufzugskabine in
eine erste und eine dieser entgegengesetzten zweiten Bewegungsrichtung (B1,B2) ausgebildet
ist.