[0001] Die Erfindung betrifft eine Schlitzwandfräse mit einem kastenförmigen Gehäuse, an
dessen Oberseite eine Hubeinrichtung anbringbar ist, mindestens einem Fräsrad, welches
an einer Unterseite des Gehäuses angeordnet und zum Abtragen von Bodenmaterial drehend
antreibbar ist, wobei entlang des Außenumfangs des Fräsrades Fräszähne in mindestens
einer Umfangsreihe angeordnet sind, an welcher mindestens ein axialer Freiraum angrenzt,
und mindestens einer Räumplatte, welche relativ feststehend zum Gehäuse angeordnet
ist und in den mindestens einen Umfangsfreiraum an dem Fräsrad zum Räumen von Bodenmaterial
eingreift, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Erstellen eines Frässchlitzes im
Boden gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 14.
[0003] Eine gattungsgemäße Schlitzwandfräse geht beispielsweise aus der
EP 1452645 A1 hervor. Entlang des Umfangs der paarweise angeordneten Fräsräder sind Reihen von
Fräszähnen angeordnet. Zwischen den Reihen von Fräszähnen verbleiben axiale Freiräume,
in welche sogenannte Räumplatten eingreifen. Die Räumplatten sind dabei an der Unterseite
des kastenförmigen Gehäuses angeordnet und dienen dazu, an den Fräszähnen anhängendes
bindiges Bodenmaterial, welches die Fräsleistung beeinträchtigen kann, abzustreifen
und so die Fräszähne von bindigen Bodenmaterial freizuhalten.
[0004] Bei der genannten Schlitzwandfräse verbleibt das abgefräste Bodenmaterial im Boden
und kann in situ mit einer zugeführten abbindbaren Suspension zu einem sogenannten
Bodenmörtel verarbeitet werden. Der Bodenmörtel kann nach dem Aushärten in dem erstellten
Frässchlitz ein Schlitzwandsegment bilden. Aus derartigen Schlitzwandsegmenten kann
eine Dichtwand oder eine Umfassungswand etwa für eine Baugrubenumschließung erstellt
werden.
[0005] Zum Erstellen eines Bodenmörtels in situ mit dem abgefrästen Bodenmaterial ist bei
der gattungsbildenden Schlitzwandfräse das kastenförmige Gehäuse mit der Antriebseinheit
in seinen Außenumfangsabmessungen kleiner als der gebildete Frässchlitz ausgeführt.
Hierdurch entsteht an dem Gehäuse ein Freiraum, durch welchen das abgefräste Bodenmaterial,
welches durch die Fräsräder mit der zugeführten aushärtenden Suspension zu dem Bodenmörtel
vermischt ist, die Möglichkeit hat, an dem Gehäuse vorbei in einen oberen Bereich
des Frässchlitzes zu strömen.
[0006] Beim Betrieb der Schlitzwandfräse werden die Fräsräder insbesondere gegenläufig angetrieben,
so dass die beiden Fräsradpaare jeweils nach innen drehen und so Bodenmaterial in
einen Mittenbereich unterhalb des Gehäuses der Fräse fördern. In diesem Bereich kann
auch eine Zuführung der abbindbaren Suspension erfolgen, um einen guten Mischeffekt
zum Bilden des Bödenmörtels zu bewirken.
[0007] Bei einem derartigen nach innen drehendem Antreiben der Fräsräder kann bei bestimmten
Bodenarten, insbesondere Bodenschichten mit Gesteinsmaterial, ein Weiterfördern des
Fräskleins an dem Gehäuse vorbei durch die kammartig zwischen die Fräszähne eingreifenden
Räumplatten behindert werden, etwa wenn gröberes hartes Gesteinsmaterial vorliegt.
Dies kann in bestimmten Fällen zu einer unerwünschten übermäßigen Erhöhung des Drehwiderstandes
an den Fräsrädern und damit zu einem erhöhten Leistungsbedarf führen. Auch können
hierdurch Beschädigungen an den Räumplatten und den Fräszähnen auftreten.
[0008] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Schlitzwandfräse und ein Verfahren zum Erstellen eines Frässchlitzes
anzugeben, mit welchen ein besonders effizienter Betrieb beim Erstellen eines Frässchlitzes
ermöglicht wird.
[0009] Die Aufgabe wird zum einen durch eine Schlitzwandfräse mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und zum anderen durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0010] Die erfindungsgemäße Schlitzwandfräse ist dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens
eine Räumplatte beabstandet zum Gehäuse an einem Plattenhalter angebracht ist, wobei
zwischen der mindestens einen Räumplatte und dem Gehäuse ein Durchgang gebildet ist,
durch welchen im Betrieb abgefrästes Bodenmaterial hindurch nach oben leitbar ist.
[0011] Eine Grundidee der Erfindung besteht darin, die Räumplatten nicht unmittelbar an
der Unterseite des kastenförmigen Gehäuses anzuordnen, sondern beabstandet zu dem
kastenförmigen Gehäuse an Plattenhaltern. Die Plattenhalter sind dabei so angeordnet
und ausgebildet, dass die mindestens eine Räumplatte von dem Gehäuse mit einem Abstand
angeordnet ist, durch den ein Durchgang für das abgefräste Bodenmaterial gebildet
wird. Durch diesen Durchgang kann insbesondere bei einem nach innen drehenden Antreiben
der Fräsräder abgefrästes Bodenmaterial gegebenenfalls mit zugeführter Suspension
an den Räumplatten vorbeigeleitet werden und so in vereinfachter Weise nach oben strömen.
Das harte Gesteinsmaterial muss also nicht durch die kämmende Anordnung zwischen den
Fräszähnen und den Räumplatten gezwängt werden. Zudem bleibt die eigentliche Räumwirkung
der Räumplatten bei anhaftendem Bodenmaterial weiter erhalten. Der Durchgang kann
in horizontaler Längsrichtung eine Größe von einigen Zentimetern bis zu ca. 40% eines
Fräsraddurchmessers und in horizontaler Breitenrichtung eine Größe bis zur Radbreite
eines Fräsrades aufweisen.
[0012] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass an dem mindestens
einen Fräsrad mindestens zwei Umfangsreihen von Fräszähnen angeordnet sind, welche
voneinander durch einen Umfangsfreiraum axial beabstandet sind, in welchen eine Räumplatte
eingreift. Insbesondere können an dem Fräsrad auch mehr als zwei Umfangsreihen, insbesondere
vier oder fünf Umfangsreihen mit jeweils einem entsprechenden axialen Abstand zu der
benachbarten Zahnreihe angeordnet sein. Entsprechend den bestehenden Freiräumen, welche
eine axiale Breite von in der Regel 2 bis 10 cm aufweisen, sind die gegenüber dem
Gehäuse feststehenden Räumplatten in die Umfangsfreiräume drehend mit dem Fräsrad
angetriebenen Fräszähne ein. Die Räumplatten können die vorbeilaufenden Fräszähne
und Zahnhalterungen leicht kontaktieren, also daran kratzen, oder mit einem geringen
axialen Abstand, etwa von wenigen Millimetern, davon beabstandet sein.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es bevorzugt, dass das mindestens
eine Fräsrad an einem plattenförmigen Lagerschild an der Unterseite des Gehäuses gelagert
ist und dass die mindestens eine Räumplatte mit dem Plattenhalter an dem Lagerschild
angebracht ist. In dem Lagerschild kann insbesondere eine Antriebseinrichtung zum
Antreiben der Fräsräder vorgesehen sein. Der Plattenhalter kann dabei ein einfacher
Tragarm sein, an welchem die Räumplatten angebracht sind. Der Tragarm kann dabei quer
gerichtet zur Mittenebene des Lagerschildes angeordnet sein. Grundsätzlich kann aber
auch ein L-förmiger oder T-förmiger Plattenhalter an einer Seitenkante des Lagerschildes
oder an dem Gehäuse angebracht sein.
[0014] Besonders bevorzugt ist es weiterhin, dass zwei Paare von Fräsrädern an einer Unterseite
des Gehäuses angeordnet sind. Jedes Fräsrad eines Fräsradpaares ist dabei an einem
gemeinsamen mittigen Lagerschild zu jeweils einer Seite angeordnet. Die Plattenhalter
sind dabei an der jeweiligen Außenseite angeordnet, so dass die Räumplatten schräg
von außen nach innen gerichtet in die Umfangsfreiräume zwischen den Fräszähnen eingreifen
können.
[0015] Weiterhin ist es dabei besonders zweckmäßig, dass von jedem Paar von Fräsrädern ein
Fräsrad an einer Seite des Lagerschildes gelagert ist und dass jedem Fräsrad mindestens
eine Räumplatte zugeordnet ist, welche über einen Plattenhalter an dem Lagerschild
angebracht ist. Vorzugsweise können an jedem Plattenhalter auch mehrere Räumplatten
für jedes Fräsrad entsprechend der Anzahl von Freiräumen oder Lücken zwischen den
Umfangsreihen der Fräszähne vorgesehen sein.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, dass jedem Fräsrad
ein Durchgang zugeordnet ist, welcher durch das Gehäuse, das Lagerschild und die zugeordnete
mindestens eine Räumplatte mit dem Plattenhalter begrenzt ist. Bei dieser Anordnung
wird es insbesondere härterem Gesteinsmaterial ermöglicht, einem Durchzwängen zwischen
den Fräszähnen mit den Zahnhalterungen und den Räumplatten dadurch auszuweichen, dass
das entsprechende Gesteinsmaterial durch den Durchgang nach oben abgeleitet werden
kann.
[0017] Gemäß einer Weiterbildung der erfindungsgemäßen Schlitzwandfräse ist es vorgesehen,
dass eine Zuführeinrichtung zum Zuführen einer Flüssigkeit, insbesondere einer aushärtbaren
Suspension, wie einer Zementsuspension, angeordnet ist. Die Suspension kann dabei
an einer entsprechenden Pumpeinrichtung von über Tage zu der Schlitzwandfräse im Frässchlitz
gefördert werden.
[0018] Besonders zweckmäßig ist es nach einer Weiterbildung der Erfindung, dass die Zuführeinrichtung
zwischen zwei Paaren von Fräsrädern und/oder in zumindest einem der Plattenhalter
angeordnet ist. Die Zuführeinrichtung kann dabei in grundsätzlich bekannter Weise
zwischen den zwei Paaren von Fräsrädern in einem Mittenbereich an der Unterseite des
kastenförmigen Gehäuses angeordnet sein. Alternativ oder ergänzend kann die Zuführeinrichtung
auch an dem zumindest einen Plattenhalter angeordnet sein. Der Plattenhalter ist dabei
zumindest teilweise hohl mit einem Zuführkanal ausgebildet. Der Zuführkanal endet
in einer oder mehreren Austrittsdüsen zum Ausströmen der Flüssigkeit im Bereich der
Räumplatten. Hierdurch kann ein Mischeffekt verbessert und zugleich auch ein zusätzliches
Freiströmen von bindigem Material an den Fräszähnen bewirkt werden.
[0019] Grundsätzlich kann die erfindungsgemäße Anordnung der Räumplatten über Plattenhalter
an verschiedenen Arten von Schlitzwandfräsen eingesetzt werden. Besonders vorteilhaft
ist es nach einer Ausführungsform der Erfindung, dass ein Außenumfang des Gehäuses
kleiner als ein Fräsquerschnitt der Fräsräder ist. Hierdurch werden ein oder mehrere
Bereiche entlang des Gehäuses gebildet, welche zwischen dem Gehäuse und der umgebenden
Bodenwand einen Durchgangsbereich oder ein Durchgangskanal bilden. Hierdurch wird
ermöglicht, dass gefrästes Bodenmaterial und insbesondere durch Zuführen einer abbindbaren
Flüssigkeit hergestellter Bodenmörtel aus dem Bereich der Fräsräder am Gehäuse des
Fräsrahmens vorbei nach oben in einen Abschnitt des erstellten Frässchlitzes oberhalb
des Gehäuses der Schlitzwandfräse strömen kann.
[0020] Grundsätzlich kann die erfindungsgemäße Schlitzwandfräse in jeder geeigneten Weise
angetrieben werden. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen,
dass in dem Gehäuse eine Antriebseinrichtung, insbesondere ein Hydraulikmotor oder
ein Elektromotor, zum Antreiben der Fräsräder angeordnet ist. Es können so ein oder
mehrere zentrale Antriebsmotore in dem Gehäuse vorgesehen sein. Eine Drehmomentübertragung
kann dabei in grundsätzlich bekannter Weise über eine nach unten verlaufende Antriebswelle
im Lagerschild und ein entsprechendes Getriebe im Lagerschild oder an den Fräsrädern
erfolgen.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung kann es vorteilhaft sein,
dass das mindestens eine Fräsrad eine Nabe aufweist, in welcher ein Nabenmotor angeordnet
ist. Der Nabenmotor kann dabei ebenfalls ein Hydraulikmotor oder vorzugsweise ein
Elektromotor sein. Bei einer solchen Anordnung kann das kastenförmige Gehäuse zur
Aufnahme anderer Komponenten verwendet werden oder entsprechend verkleinert ausgebildet
sein. Es ist auch ein grundsätzlich rahmenartiger Aufbau des Gehäuses möglich.
[0022] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass die mindestens
eine Räumplatte und/oder der Plattenhalter lösbar befestigt sind und an der Unterseite
des Gehäuses eine Verbindungseinrichtung vorgesehen ist, mit der mindestens eine Räumplatte
direkt an dem Gehäuse befestigbar ist. Abhängig von einer gewünschten Fräsart mit
einer unterschiedlichen Antriebsrichtung der Fräsräder kann so eine besonders flexible
Anordnung der Räumplatten erreicht werden. Insbesondere können bei Bedarf die am Plattenhalter
angeordneten außenliegenden Räumplatten teilweise oder vollständig entfernt werden.
Alternativ oder ergänzend können Räumplatten unmittelbar an der Unterseite des Gehäuses
in grundsätzlich bekannter Weise angebracht werden. Als Verbindungseinrichtung sind
insbesondere Schraubverbindungen oder sonstige leicht lösbare Verbindungsarten möglich.
[0023] Die Erfindung umfasst weiterhin eine Schlitzwandfräsvorrichtung mit einem Trägergerät,
an welchem die erfindungsgemäße Schlitzwandfräse vertikal bewegbar mit einer Hubeinrichtung
angeordnet ist. Das Trägergerät kann insbesondere fahrbar mit einem Unterwagen, insbesondere
einen Raupenfahrwerk, und einem darauf drehbar gelagerten Oberwagen ausgebildet sein.
An dem Oberwagen kann ein Mast oder ein Auslegerarm vorgesehen sein. Als Hubeinrichtung
sind eine Seilaufhängung oder eine starre Führungsstange einsetzbar, welche verstellbar
entlang des Mastes geführt ist.
[0024] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Erstellen eines Frässchlitzes im Boden ist dadurch
gekennzeichnet, dass eine erfindungsgemäße Schlitzwandfräse oder eine erfindungsgemäße
Schlitzwandfräsvorrichtung eingesetzt wird. Es kann dabei eine zuvor beschriebene
Schlitzwandfräse oder eine zuvor beschriebene Schlitzwandfräsvorrichtung zum Einsatz
kommen. Dabei können die zuvor beschriebenen Vorteile bei der Durchführung des Verfahrens
erzielt werden.
[0025] Eine bevorzugte Verfahrensvariante besteht nach der Erfindung darin, dass das mindestens
eine Fräsrad in einer Dreheinrichtung drehend angetrieben wird, bei welchem abgefrästes
Bodenmaterial von der mindestens einen Räumplatte durch den Durchgang zwischen dem
Gehäuse und der Räumplatte geleitet wird. Insbesondere beim Fräsen von Bodenschichten
mit härteren Gesteinseinschlüssen können so beim Fräsen eine Erhöhung des Drehwiderstandes
sowie ein Auftreten von Beschädigungen vermieden werden, welche durch ein Durchzwängen
von härteren Gesteinsmaterial zwischen den Räumplatten und den Fräszähnen entstehen
können.
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter
beschrieben, welche schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Schlitzwand-fräsvorrichtung;
- Fig. 2
- eine perspektivische vergrößerte und schematisierte Darstellung einer erfindungsgemäßen
Schlitzwandfräse;
- Fig. 3
- eine Vorderansicht zu der Schlitzwandfräse nach Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht zu der Schlitzwandfräse nach den Figuren 2 und 3; und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung zum Materialfluss beim Fräsen mit einer erfindungsgemäßen
Schlitzwandfräse.
[0027] Eine erfindungsgemäße Schlitzwandfräsvorrichtung 10 mit einem Trägergerät 12 ist
in Figur 1 dargestellt. Das Trägergerät 12 kann einen als Raupenfahrwerk ausgebildeten
Unterwagen 14 aufweisen, auf welchem drehbar ein Oberwagen 16 gelagert sein kann.
Über einen Anlenkmechanismus 17 mit Stellzylindern kann ein im Wesentlichen vertikaler
Mast 18 verstellbar an dem Oberwagen 18 gelagert sein. Entlang des Mastes 18 kann
sich eine Führungsstange 22 als Teil einer Hubeinrichtung 20 erstrecken. Am unteren
Ende der Führungsstange 22 ist eine erfindungsgemäße Schlitzwandfräse 30 angebracht,
welche nachfolgend näher beschrieben wird. Die Führungsstange 22 kann über verfahrbare
und über Spannzylinder mit der Führungsstange 22 verbindbare Schlitten 24 als Teil
der Hubeinrichtung 20 vertikal entlang des Mastes 18 verfahren werden.
[0028] Die in Figur 1 dargestellte Schlitzwandfräse 30 weist zwei Paare von Fräsrädern 40
auf, welche mit horizontal angeordneten Drehachsen parallel nebeneinander angeordnet
sind. Am Außenumfang der Fräsräder 40 sind in grundsätzlich bekannter Weise angedeutete
Fräszähne 44 angebracht.
[0029] Der Aufbau einer möglichen erfindungsgemäßen Schlitzwandfräse 30 wird beispielhaft
in Zusammenhang mit den Figuren 2 bis 4 näher erläutert. Die Schlitzwandfräse 30 ist
stark schematisiert dargestellt, wobei insbesondere Fräszähne aus Gründen der Übersichtlichkeit
im Einzelnen nicht gezeigt sind, sondern ringförmige Bahnen 45 oder Umfangsreihen,
entlang welchen sich die Fräszähne einer Umfangsreihe am Umfang eines Fräsrades 40
bei einem drehenden Antrieb bewegen. Die Fräszähne können dabei an ebenfalls nicht
dargestellten plattenförmigen Fräszahnhaltern angeordnet und so mit einer zylindrischen
Nabe 42 des Fräsrades 40 verbunden sein. Im Innern der Nabe 42 kann ein Nabenmotor
zum drehenden Antreiben des Fräsrades 40 angeordnet sein.
[0030] Die Bahnen 45 oder Umfangsreihen von Fräszähnen an jedem Fräsrad 40 sind axial zueinander
beabstandet, wobei ein Umfangsfreiraum 46 dazwischen verbleibt. Bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel sind an jedem Fräsrad 40 drei Umlaufbahnen 45 oder Umfangsreihen
mit zwei dazwischen liegenden Umfangsfreiräumen 46 vorgesehen. In diese Umfangsfreiräume
46 kann jeweils eine Räumplatte 50 eingreifen, welche jeweils bis nahe an den Außenumfang
der mittigen Nabe 42 heranreichen kann. Die Räumplatten 50 sind dabei an ihrer Außenseite
radial außerhalb der Bahnen 45 der Fräszähne an einem Plattenhalter 60 angebracht
und relativ zum drehenden Fräsrad 40 feststehend. Für jedes Fräsrad 40 kann ein Plattenhalter
60 vorgesehen sein.
[0031] Jedes Paar von Fräsrädern 40 kann an einem zwischen den Fräsrädern 40 liegenden plattenförmigen
Lagerschild 34 gelagert sein, welches jeweils an einer Unterseite eines kastenförmigen
Gehäuse 32 angebracht ist. An dem Lagerschild 34 für jedes Paar von Fräsrädern 40
können auch die jeweiligen Plattenhalter 60 für die Räumplatten 50 angebracht sein.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel weisen die Plattenhalter 60 einen am Lagerschild
34 angeflanschten Halteschaft 62 auf. An dem Halteschaft 62 kann ein Haltebock 64
befestigt sein, an welchem die Räumplatten 50 für jedes Fräsrad 50 vorzugsweise über
Schraubverbindungen lösbar befestigt werden können.
[0032] Die Plattenhalter 60, welche sich vorzugsweise im wesentlichen parallel zu den Drehachsen
der Fräsräder 40 erstrecken, sind erfindungsgemäß derart beabstandet von dem kastenförmigen
Gehäuse 32 der Schlitzwandfräse 30 angeordnet, dass zwischen dem jeweiligen Plattenhalter
60 und dem Gehäuse 32 ein Freiraum oder Durchgang 70 gebildet ist, wie etwa aus Figur
3 zu entnehmen ist.
[0033] Mittig zwischen den zwei plattenförmigen Lagerschilden 34 kann an der Unterseite
des Gehäuses 32 eine erste Zuführeinrichtung 56 zum Zuführen einer abbindbaren Suspension
in den Bereich zwischen die Fräsräder 40 vorgesehen sein. Alternativ oder ergänzend
können eine oder mehrere Zuführeinrichtungen in rohrförmig ausgebildeten Halteschäften
62 vorgesehen werden.
[0034] Die Fräsräder 40 können über eine nicht näher dargestellte Antriebseinrichtung, welche
im dargestellten Ausführungsbeispiel insbesondere Nabenmotore in den Naben 42 der
Fräsräder 40 sein können, so drehend angetrieben werden, dass diese jeweils nach innen
drehen. Dies ist in der Darstellung in der Figur 5 mit Drehrichtungspfeilen angedeutet.
[0035] Bei einem derartigen Antreiben der Fräsräder 40 gemäß Figur 5 kann bei im Fräsbetrieb
abgetragenem Bodenmaterial dieses im Mittenbereich zwischen den Fräsrädern 40 durch
zugeführte abbindbare Suspension zu einem Bodenmörtel vermengt werden. Das abgetragene
Bodenmaterial und hergestellter Bodenmörtel können dabei durch die Anordnung der Räumplatten
50 an den vom Gehäuse 32 beabstandeten Plattenhaltern 60 so durch den jeweils gebildeten
Durchgang 70 nach oben strömen, wie durch die Strömungspfeile in Figur 5 schematisch
angedeutet ist. Das kastenförmige Gehäuse 32 ist dabei in seinen Umfangsabmessungen
kleiner dimensioniert als ein Fräsquerschnitt, welcher durch die Fräsräder 40 erzeugt
wird.
[0036] Die Außenkanten der Räumplatten 50 können dabei entsprechend nach innen geneigt gestaltet
sein, so dass ein nach oben Strömen des abgefrästen Bodenmaterials und Suspension
durch den Durchgang 70 zwischen dem Plattenhalter 60 und dem Gehäuse 32 unterstützt
wird. Hierdurch können insbesondere beim Fräsen von felsigen oder steinhaltigen Bodenschichten
auch größere Gesteinsbrocken effizient aus dem Bereich der Fräsräder 40 nach oben
am Gehäuse 32 vorbei abgefördert werden, wodurch die Gefahr von Beschädigungen an
den Räumplatten 50 und Fräszähnen reduziert wird.
1. Schlitzwandfräse mit
- einem kastenförmigen Gehäuse (32), an dessen Oberseite eine Hubeinrichtung (20)
anbringbar ist,
- mindestens einem Fräsrad (40), welches an einer Unterseite des Gehäuses (32) angeordnet
und zum Abtragen von Bodenmaterial drehend antreibbar ist, wobei entlang des Außenumfangs
des Fräsrades (40) Fräszähne (44) in mindestens einer Umfangsreihe angeordnet sind,
an welche mindestens ein axialer Umfangsfreiraum (46) angrenzt, und
- mindestens einer Räumplatte (50), welche relativ feststehend zum Gehäuse (32) angeordnet
ist und in den mindestens einen Umfangsfreiraum (46) an dem Fräsrad (40) zum Räumen
von Bodenmaterial eingreift,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die mindestens eine Räumplatte (50) beabstandet zum Gehäuse (32) an einem Plattenhalter
(60) angebracht ist, wobei zwischen der mindestens einen Räumplatte (50) und dem Gehäuse
(32) ein Durchgang (70) gebildet ist, durch welchen im Betrieb abgefrästes Bodenmaterial
hindurch nach oben leitbar ist.
2. Schlitzwandfräse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem mindestens einen Fräsrad (40) mindestens zwei Umfangsreihen von Fräszähnen
(44) angeordnet sind, welche voneinander durch einen Umfangsfreiraum (46) axial beabstandet
sind, in welchen eine Räumplatte (50) eingreift.
3. Schlitzwandfräse nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Fräsrad (40) an einem plattenförmigen Lagerschild (34) an der
Unterseite des Gehäuses (32) gelagert ist und
dass die mindestens eine Räumplatte (50) mit dem Plattenhalter (60) an dem Lagerschild
(34) angebracht ist.
4. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Paare von Fräsrädern (40) an der Unterseite des Gehäuses (32) angeordnet sind.
5. Schlitzwandfräse nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass von jedem Paar von Fräsrädern (40) ein Fräsrad (40) an einer Seite des Lagerschildes
(34) gelagert ist und
dass jedem Fräsrad (40) mindestens eine Räumplatte (50) zugeordnet ist, welche über einen
Plattenhalter (60) an dem Lagerschild (34) angebracht ist.
6. Schlitzwandfräse nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass jedem Fräsrad (40) ein Durchgang (70) zugeordnet ist, welcher durch das Gehäuse (32),
das Lagerschild (34) und die zugeordnete mindestens eine Räumplatte (50) mit dem Plattenhalter
(60) begrenzt ist.
7. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Zuführeinrichtung (56) zum Zuführen einer Flüssigkeit, insbesondere einer aushärtbaren
Suspension, angeordnet ist.
8. Schlitzwandfräse nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zuführeinrichtung (56) zwischen zwei Paaren von Fräsrädern (40) und/oder in zumindest
einem der Plattenhalter (60) angeordnet ist.
9. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Außenumfang des Gehäuses (32) kleiner als ein Fräsquerschnitt der Fräsräder (40)
ist.
10. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Gehäuse (32) eine Antriebseinrichtung, insbesondere ein Hydraulikmotor oder
ein Elektromotor, zum Antreiben der Fräsräder (40) angeordnet ist.
11. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Fräsrad (40) eine Nabe (42) aufweist, in welcher ein Nabenmotor
angeordnet ist.
12. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine Räumplatte (50) und/oder der Plattenhalter (60) lösbar befestigt
sind und an der Unterseite des Gehäuses (32) eine Verbindungseinrichtung vorgesehen
ist, mit der mindestens eine Räumplatte (50) direkt an dem Gehäuse (32) befestigbar
ist.
13. Schlitzwandfräsvorrichtung mit einem Trägergerät (12), an welchem eine Schlitzwandfräse
(30) vertikal bewegbar mit einer Hubeinrichtung (20) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Schlitzwandfräse (30) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 vorgesehen ist.
14. Verfahren zum Erstellen eines Frässchlitzes im Boden,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Schlitzwandfräse (30) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 oder eine Schlitzwandfräsvorrichtung
(10) nach Anspruch 13 eingesetzt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Fräsrad (40) in einer Drehrichtung drehend angetrieben wird,
wobei abgefrästes Bodenmaterial von der mindestens einen Räumplatte (50) durch den
Durchgang (70) zwischen dem Gehäuse (32) und der Räumplatte (50) geleitet wird.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Schlitzwandfräse mit
- einem kastenförmigen Gehäuse (32), an dessen Oberseite eine Hubeinrichtung (20)
anbringbar ist,
- mindestens einem Fräsrad (40), welches an einer Unterseite des Gehäuses (32) angeordnet
und zum Abtragen von Bodenmaterial drehend antreibbar ist, wobei entlang des Außenumfangs
des Fräsrades (40) Fräszähne (44) in mindestens einer Umfangsreihe angeordnet sind,
an welche mindestens ein axialer Umfangsfreiraum (46) angrenzt, und
- mindestens einer Räumplatte (50), welche relativ zum Gehäuse (32) feststehend angeordnet
ist und in den mindestens einen Umfangsfreiraum (46) an dem Fräsrad (40) zum Räumen
von Bodenmaterial eingreift,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die mindestens eine Räumplatte (50) beabstandet zum Gehäuse (32) an einem Plattenhalter
(60) angebracht ist, welcher beabstandet zum Gehäuse (32) angeordnet ist, wobei zwischen
der mindestens einen an dem Plattenhalter (60) angebrachten Räumplatte (50) und dem
Gehäuse (32) ein Durchgang (70) gebildet ist, durch welchen im Betrieb abgefrästes
Bodenmaterial hindurch nach oben leitbar ist.
2. Schlitzwandfräse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem mindestens einen Fräsrad (40) mindestens zwei Umfangsreihen von Fräszähnen
(44) angeordnet sind, welche voneinander durch einen Umfangsfreiraum (46) axial beabstandet
sind, in welchen eine Räumplatte (50) eingreift.
3. Schlitzwandfräse nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Fräsrad (40) an einem plattenförmigen Lagerschild (34) an der
Unterseite des Gehäuses (32) gelagert ist und
dass die mindestens eine Räumplatte (50) mit dem Plattenhalter (60) an dem Lagerschild
(34) angebracht ist.
4. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Paare von Fräsrädern (40) an der Unterseite des Gehäuses (32) angeordnet sind.
5. Schlitzwandfräse nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass von jedem Paar von Fräsrädern (40) ein Fräsrad (40) an einer Seite des Lagerschildes
(34) gelagert ist und
dass jedem Fräsrad (40) mindestens eine Räumplatte (50) zugeordnet ist, welche über einen
Plattenhalter (60) an dem Lagerschild (34) angebracht ist.
6. Schlitzwandfräse nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass jedem Fräsrad (40) ein Durchgang (70) zugeordnet ist, welcher durch das Gehäuse (32),
das Lagerschild (34) und die zugeordnete mindestens eine Räumplatte (50) mit dem Plattenhalter
(60) begrenzt ist.
7. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Zuführeinrichtung (56) zum Zuführen einer Flüssigkeit, insbesondere einer aushärtbaren
Suspension, angeordnet ist.
8. Schlitzwandfräse nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zuführeinrichtung (56) zwischen zwei Paaren von Fräsrädern (40) und/oder in zumindest
einem der Plattenhalter (60) angeordnet ist.
9. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Außenumfang des Gehäuses (32) kleiner als ein Fräsquerschnitt der Fräsräder (40)
ist.
10. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Gehäuse (32) eine Antriebseinrichtung, insbesondere ein Hydraulikmotor oder
ein Elektromotor, zum Antreiben der Fräsräder (40) angeordnet ist.
11. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Fräsrad (40) eine Nabe (42) aufweist, in welcher ein Nabenmotor
angeordnet ist.
12. Schlitzwandfräse nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine Räumplatte (50) und/oder der Plattenhalter (60) lösbar befestigt
sind und an der Unterseite des Gehäuses (32) eine Verbindungseinrichtung für mindestens
eine Räumplatte (50) vorgesehen ist.
13. Schlitzwandfräsvorrichtung mit einem Trägergerät (12), an welchem eine Schlitzwandfräse
(30) vertikal bewegbar mit einer Hubeinrichtung (20) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Schlitzwandfräse (30) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 vorgesehen ist.
14. Verfahren zum Erstellen eines Frässchlitzes im Boden,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Schlitzwandfräse (30) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 oder eine Schlitzwandfräsvorrichtung
(10) nach Anspruch 13 eingesetzt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Fräsrad (40) in einer Drehrichtung drehend angetrieben wird,
wobei abgefrästes Bodenmaterial von der mindestens einen Räumplatte (50) durch den
Durchgang (70) zwischen dem Gehäuse (32) und der Räumplatte (50) geleitet wird.