[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung der Schichthöhe eines Aufgabematerials,
das einer Brech- und/oder Siebanlage einer Materialverarbeitungseinrichtung zugefördert
wird, wobei das Aufgabematerial mittels einer Fördereinrichtung in einer Förderrichtung
gefördert wird, wobei die Schichthöhe des Aufgabematerials auf der Fördereinrichtung
mittels eines Sensor-Arrays, aufweisend eine Mehrzahl von Sensoren, ermittelt wird,
wobei die Sensoren jeweils Wellen, die an dem Aufgabematerial zumindest teilweise
entlang eines Detektionsvolumens eines jeweiligen Sensors reflektiert werden, als
Signal detektieren, und wobei die Detektionsvolumina jeweils eine Längsachse aufweisen,
die in Richtung der Längserstreckung des jeweiligen Detektionsvolumens verläuft
[0002] Die Erfindung betrifft auch eine Materialverarbeitungseinrichtung mit einer Brech-
und/oder Siebanlage, wobei ein Aufgabematerial mittels einer Fördereinrichtung in
einer Förderrichtung der Brech- und/oder Siebanlage zugefördert wird, wobei ein Sensor-Array,
aufweisend eine Mehrzahl von Sensoren, vorgesehen ist, mittels dessen eine Schichthöhe
des Aufgabematerials auf der Fördereinrichtung ermittelbar ist, wobei die Sensoren
jeweils dazu ausgebildet sind, Wellen, die an dem Aufgabematerial zumindest teilweise
entlang eines Detektionsvolumens eines jeweiligen Sensors reflektiert werden, als
Signal zu detektieren, und wobei die Detektionsvolumina jeweils eine Längsachse aufweisen,
die in Richtung der Längserstreckung des jeweiligen Detektionsvolumens verläuft.
[0003] Materialverarbeitungseinrichtungen der oben genannten Art werden beispielsweise zur
Zerkleinerung und/oder zum Sortieren von Aufgabematerial, insbesondere von Gesteinsmaterial
wie Naturstein, Beton, Ziegeln oder aber Recyclingmaterial, verwendet. Das zu bearbeitende
Material wird einer Aufgabeeinheit der Materialverarbeitungseinrichtung, beispielsweise
in Form eines Trichters, zugeführt und über eine Fördereinrichtung, beispielsweise
eine Vibrationsaufgaberinne, oder einen Bandförderer einem Brecher und/oder einem
Sieb zugeführt. Dem Brecher kann auch eine Vorabsiebung vorgeschaltet sein, beispielsweise
um einen Feinanteil oder ein Mittelkorn, welches bereits eine geeignete Korngröße
aufweist, an dem Brecher vorbeizuleiten.
[0004] Die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit derartiger Materialverarbeitungseinrichtungen
hängt maßgeblich von einer bedarfsgerechten Zuförderung des Aufgabematerials ab. So
führt beispielsweise ein zu hoher Füllstand eines Brechers zu hohen mechanischen Belastungen
und übermäßig hohem Verschleiß. Bei einem zu geringen Füllstand wird die gewünschte
Qualität des Endprodukts nicht mehr erreicht. Bei Siebanlagen nimmt hingegen mit steigender
Schichthöhe auf dem Siebbelag die Abscheideeffizienz merklich ab. Um also Materialverarbeitungseinrichtungen
und insbesondere Brech- und/oder Siebanlagen in günstigen Betriebsbereichen betreiben
zu können, ist somit eine Regelung der Zuförderung erforderlich.
[0005] Es können beispielsweise Betriebsparameter wie Brecherfüllstand, Auslastung des Antriebssystems
oder auftretende Betriebslasten am Brecher oder Sieb ermittelt werden und zur Regelung
der Zuförderung herangezogen werden. Somit kann auf eine Über- oder Unterlast reagiert
werden. Auch kann es erwünscht sein, eine Schichthöhe des geförderten Aufgabematerials
zu bestimmen.
[0006] Eine Möglichkeit zur Ermittlung der Schichthöhe ist die Verwendung von Sensoren,
die ein auf der Detektion von Wellen basiertes Messprinzip verwenden.
[0007] Aus
DE 3411540 A1 ist ein Verfahren zur Ermittlung eines Fördergutmengenstroms von Bandförderern bekannt.
Hierzu sind in einem Gehäuse, das sich oberhalb der Oberfläche eines auf einem Förderband
befindlichen Schüttguts befindet, Laser-Entfernungsmessvorrichtungen vorgesehen. Die
Laser-Entfernungsmessvorrichtungen bestehen aus je einem Sendeteil und einem Empfängerteil.
Die Sendeteile senden Laserimpulse zu der Oberfläche des Schüttguts, wo diese reflektiert
werden und so zu den Empfängerteilen gelangen. Die Entfernung zu der Oberfläche wird
anhand der Puls-Laufzeit ausgewertet. Die Laser-Entfernungsmessvorrichtungen sind
nebeneinander quer zu einer Förderrichtung des Förderbands angeordnet.
[0008] Bei Materialverarbeitungseinrichtungen sind Aufbauten oberhalb der Fördereinrichtung
oftmals unerwünscht, da sie beispielsweise die Zugänglichkeit der Fördereinrichtung
oder eventuell vorhandener Aufgabeeinheiten wie Aufgabetrichtern beeinträchtigen können.
Insbesondere bei mobilen Materialverarbeitungseinrichtungen sind zusätzliche Anforderungen
an eine geringe Bauhöhe der Anlage zu beachten.
[0009] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, mittels dessen die Schichthöhe
eines Aufgabematerials, das einer Materialverarbeitungseinrichtung zugeführt ist,
zuverlässig, mit geringem Aufwand und ohne Beeinträchtigung des Betriebs der Materialverarbeitungseinrichtung
ermittelt werden kann. Es ist weiterhin Aufgabe der Erfindung, eine Materialverarbeitungseinrichtung
bereitzustellen, die zur Durchführung eines solchen Verfahrens ausgebildet ist.
[0010] Die Schichthöhe kann dabei die Ausdehnung des geförderten Aufgabematerials beispielsweise
in Schwerkraftrichtung oder in einer Richtung senkrecht zu einer Auflagefläche der
Fördereinrichtung sein, auf der das Aufgabematerial aufliegt. Aus der Schichthöhe
kann beispielsweise in Verbindung mit der Fördergeschwindigkeit ein Fördervolumen
bestimmt werden.
[0011] Die das Verfahren betreffende Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Längsachsen der
Detektionsvolumina zumindest teilweise in und/oder entgegengesetzt zur Förderrichtung
F verlaufen. Die Richtung der Längsachsen der Detektionsvolumina weist somit zumindest
eine Komponente in Richtung der und/oder entgegengesetzt zu der Förderrichtung auf.
Unter der Förderrichtung kann die mittlere Bewegungsrichtung des von der Fördereinrichtung
geförderten Materials zu verstehen sein. Bei der Verwendung von Förderbändern kann
die Förderrichtung somit weitgehend der Bewegungsrichtung des Förderbands entsprechen.
[0012] Als Wellen können beispielsweise Druckwellen wie Schall- oder Ultraschallwellen,
oder elektromagnetischen Wellen, wie beispielsweise Licht, Radar-, Röntgen-, radioaktive
oder UV- oder Infrarot-Strahlung zum Einsatz kommen.
[0013] Unter Sensoren können einerseits Detektoren verstanden werden, die dazu ausgebildet
sind, Wellen zu detektieren, wie beispielsweise Kameras bzw. Kamerachips oder Mikrofone.
Andererseits können unter Sensoren auch Einheiten verstanden werden, die sowohl Sender
als auch Detektor umfassen und somit Wellen sowohl aussenden als auch detektieren
können. Insbesondere können auch Entfernungsmessgeräte und/oder Geschwindigkeitsmessgeräte
als Sensoren aufgefasst werden.
[0014] Detektiert werden können Wellen, die an dem Aufgabematerial reflektiert und/oder
gestreut und in Richtung des Sensors geworfen werden. Den Sensor können dabei insbesondere
Wellen erreichen, die entlang gerader Linien von dem Aufgabematerial zu dem Sensor
gelangen können. Die Gesamtheit dieser geraden Linien wird von einem Detektionsvolumen
des Sensors umfasst. Das Detektionsvolumen kann einem Zylinder mit geringem Durchmesser,
näherungsweise einer Linie entsprechen, die von dem Aufgabematerial zu dem Sensor
führt, beispielsweise bei Verwendung eines Lasers. In diesem Falle fällt eine Längsachse
des Detektionsvolumens näherungsweise mit dem Detektionsvolumen zusammen. Das Detektionsvolumen
kann aber auch andersartig geformt sein, insbesondere wie ein Kegel oder eine Keule,
wie beispielsweise als Radarkeule. Wenn das Detektionsvolumen wie ein Kegel ausgebildet
ist, entspricht die Längsachse des Detektionsvolumens der Mittellängsachse des Kegels.
[0015] Wenn die Längsachsen der Detektionsvolumina zumindest teilweise in und/oder entgegengesetzt
zur Förderrichtung F verlaufen, müssen die Sensoren nicht oberhalb der Fördereinrichtung
angebracht werden. Generell wird eine größere Freiheit in der Positionierung der Sensoren
gewonnen. So können diese beispielsweise in einer größeren Distanz in oder entgegen
der Förderrichtung von der Fördereinrichtung und/oder der Sieb- und/oder Brechanlage
positioniert werden. Somit können die Sensoren dort untergebracht werden, wo sie einerseits
den Betrieb der Materialverarbeitungseinrichtung möglichst wenig beeinträchtigen,
und wo sie andererseits vor Verschmutzungen, vor mechanischer Zerstörungsgefahr durch
zu bearbeitendes Material oder vor Vibrationen zumindest teilweise oder weitgehend
geschützt sind. Darüber hinaus wird die Komponente in Förderrichtung für die Messungen
zugänglich gemacht. Beispielsweise kann diese Komponente zu Geschwindigkeitsmessungen
herangezogen werden.
[0016] Die Ansteuerung der Sensoren des Sensor-Arrays kann beispielsweise durch eine Steuerungseinrichtung
der Materialverarbeitungseinrichtung oder eine Steuerungseinrichtung des Sensor-Arrays
durchgeführt werden. Die Auswertung der Signale kann beispielsweise durch eine Auswerteeinrichtung
durchgeführt werden. Es ist jedoch auch denkbar, dass die Auswertung der Signale durch
die Sensoren durchführbar ist, insbesondere wenn diese als Messgeräte wie Geschwindigkeits-
oder Entfernungsmessgeräte vorliegen.
[0017] Prädiktive Prozessparameter wie die Schichthöhe des zugeführten Aufgabematerials
können beispielsweise für eine Regelung herangezogen werden, um bereits das Auftreten
von Über- und/oder Unterlastsituationen zumindest weitgehend zu verhindern. Auf diese
Weise können der Produktionsprozess und damit die Maschinenauslastung, die Kraftstoffeffizienz
sowie die Qualität von Zwischen- und Endprodukten verbessert werden.
[0018] Erfindungsgemäß kann es auch vorgesehen sein, dass jedem Sensor ein Schichthöhenbereich
zugeordnet ist, und dass mittels der Sensoren ermittelt wird, ob sich in den jeweiligen
Schichthöhenbereichen Aufgabematerial befindet. Beispielsweise können mindestens zwei,
bevorzugt mindestens drei, besonders bevorzugt mindestens vier, weiter bevorzugt fünf,
insbesondere sechs Schichthöhenbereiche vorgesehen sein. Die Schichthöhenbereiche
können beispielsweise jeweils 100 mm umfassen, sodass ein erster Schichthöhenbereich
beispielsweise den Bereich < 100 mm, ein zweiter Schichthöhenbereich 100-200 mm, etc.
umfassen kann. Vorzugsweise kann jedem Schichthöhenbereich ein Sensor zugeordnet sein.
Es kann aber auch vorgesehen sein, dass einigen Schichthöhenbereichen, bspw. < 100
mm kein Sensor zugeordnet ist. Auch ist es denkbar, für einen oder mehrere Schichthöhenbereiche
mehr als einen Sensor vorzusehen. Die Sensoren müssen somit nicht unbedingt in der
Lage sein, Entfernung zu messen, sondern müssen lediglich feststellen, ob sich in
einem jeweiligen Schichthöhenbereich Aufgabematerial befindet. Wenn somit mittels
eines Sensors festgestellt wird, dass sich in einem jeweiligen Schichthöhenbereich
Material befindet, so lässt sich hieraus auf die Schichthöhe des Aufgabematerials
schließen.
[0019] Wenn vorgesehen ist, dass von den Sensoren und/oder einer Auswerteschaltung nur Aufgabematerial
berücksichtigt wird, das sich innerhalb einer eingestellten Messdistanz von den Sensoren
befindet, dann kann die Schichthöhe des Aufgabematerials besonders zuverlässig ermittelt
werden. Insbesondere, wenn die Längsrichtung der Messvolumina nicht parallel zu der
Förderrichtung ist, können sich andernfalls durch berücksichtigtes Material außerhalb
der eingestellten Messdistanz verfälschte Schichthöhen ergeben. Die Messdistanz kann
dabei eine Distanz beispielsweise in Förderrichtung und/oder in horizontaler Richtung
sein. Beispielsweise kann nur ein Signal ausgewertet werden, das etwa anhand einer
Laufzeitmessung einem Bereich innerhalb der Messdistanz zugeordnet wird.
[0020] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die
Sensoren quer zur Förderrichtung, in Schwerkraftrichtung übereinander, vorzugsweise
zumindest teilweise senkrecht zu der Förderrichtung F, angeordnet sind, insbesondere
mittelbar oder unmittelbar zumindest teilweise senkrecht zu der Förderrichtung F aneinandergereiht
sind. Auf diese Weise ergibt sich ein kompakter Aufbau des Sensor-Arrays. Die Sensoren
können dabei parallel zueinander ausgerichtet sein derart, dass die Längsachsen der
Detektionsvolumina der Sensoren parallel sind. Bevorzugt sind die Sensoren so ausgerichtet,
dass die Längsachsen der Sensoren divergieren, wobei vorzugsweise vorgesehen sein
kann, dass die Sensoren in einer konvexen, insbesondere kreisbogenförmigen Sensoranordnung
ausgerichtet sind.
[0021] Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, dass die Längsachsen der Detektionsvolumina
gegenüber der Förderrichtung F in einem Winkel α von kleiner als 45°, vorzugsweise
kleiner als 30°, besonders bevorzugt kleiner als 15° verlaufen.
[0022] Eine Variante der Erfindung kann dadurch gekennzeichnet sein, dass die Sensoren Radarsensoren
und/oder Ultraschallsensoren und/oder Laserdistanzsensoren und/oder Laser-Doppler-Vibrometer
sind. Derartige Sensoren sind kostengünstig verfügbar und ausreichend robust für den
Einsatz unter gegebenenfalls rauen Einsatzbedingungen, wie sie bei Materialverarbeitungseinrichtungen
vorherrschen können. Darüber hinaus kann mit derartigen Sensoren Aufgabematerial zuverlässig
detektiert werden. Insbesondere bei der Verwendung von Radarsensoren und/oder Ultraschallsensoren
und/oder Laser-Doppler-Vibrometern können auch Geschwindigkeiten des Aufgabematerials
gemessen werden.
[0023] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die
Messvolumina sich innerhalb der eingestellten Messdistanz nicht überlappen, insbesondere,
dass die Detektionsvolumina vertikale Öffnungswinkel β aufweisen, die geringer sind
als 10°, bevorzugt geringer als 7.5°, besonders bevorzugt geringer als 5°. Somit lässt
sich eine sichere Zuordnung detektierten Aufgabematerials zu den Messvolumina der
Sensoren verwirklichen. Insbesondere kann detektiertes Aufgabematerial zuverlässig
einem jeweiligen Schichthöhenbereich zugeordnet werden. Es kann alternativ hierzu
auch vorgesehen sein, dass sich die Messvolumina innerhalb der eingestellten Messdistanz
nur geringfügig überlappen. Insbesondere können auch die Winkel γ zwischen den Messvolumina
so ausgelegt sein, dass innerhalb der Messdistanz keine oder nur eine geringfügige
Überlappung auftritt.
[0024] Eine Erfindungsvariante kann dergestalt sein, dass das Sensor-Array aus separaten
Sensoren gebildet ist. Alternativ kann aber auch vorgesehen sein, dass das Sensor-Array
als Baueinheit von mehreren Sensoren ausgebildet ist. Somit kann eine vereinfachte
Montage des Sensor-Arrays erreicht werden. Darüber hinaus kann mittels einer Baueinheit
eine höhere mechanische Stabilität und somit eine robustere Konstruktion sowie eine
geringere Fehleranfälligkeit der Messung erreicht werden. Insbesondere, wenn die Baueinheit
ein Gehäuse aufweist, und die Sensoren zumindest teilweise in dem Gehäuse untergebracht
sind, sind die Sensoren vor äußeren Einflüssen besonders gut geschützt.
[0025] Weiterhin ist es denkbar, dass mittels einer Geschwindigkeits-Messeinrichtung eine
Geschwindigkeit des Aufgabematerials ermittelt wird. Als Geschwindigkeits- Messeinrichtung
kommen dabei beispielsweise inkrementelle Messwertgeber wie Messräder oder auch auf
berührungslosen Verfahren beruhende Geschwindigkeits-Messeinrichtungen in Betracht.
[0026] Bevorzugt kann es vorgesehen sein, dass die Geschwindigkeitsmesseinrichtung von zumindest
einem der Sensoren gebildet ist, insbesondere, dass die Geschwindigkeitsmesseinrichtung
von mehreren der Sensoren gebildet ist und dass vorzugsweise mittels der mehreren
Sensoren eine mittlere Geschwindigkeit des Aufgabematerials ermittelt wird. Auf diese
Weise müssen keine zusätzlichen Sensoren eingesetzt werden, um die Geschwindigkeit
des Aufgabematerials zu ermitteln. Eine Mittelwertbildung von mittels mehrerer Sensoren
ermittelten Geschwindigkeiten ermöglicht hierbei ein genaueres Ergebnis, da beispielsweise
Ausreißer, die beispielsweise durch rollendes Aufgabematerial ausgelöst werden können,
weniger stark auf das Messergebnis einwirken.
[0027] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung kann dadurch gekennzeichnet sein, dass
aus der Geschwindigkeit des Aufgabematerials, der Schichthöhe des Aufgabematerials
und der Geometrie des Förderers ein Volumenstrom des Aufgabematerials ermittelt wird.
Insbesondere kann der Volumenstrom des Aufgabematerials als prädiktive Größe für die
Regelung des Materialflusses herangezogen werden.
[0028] Gemäß einer Erfindungsvariante kann es vorgesehen sein, dass mittels der Sensoren
eine Beschaffenheit, insbesondere eine Gesteinsart und/oder eine Aufgabegröße, des
Aufgabematerials ermittelt wird, vorzugsweise, dass die Beschaffenheit des Aufgabematerials
anhand der Reflexionseigenschaften des Aufgabematerials ermittelt wird. So kann beispielsweise
die Intensität des Signalechos, beispielsweise eines Radarechos, Aufschluss geben
über Gesteinsgröße und/oder Gesteinsart. Mit diesen zusätzlichen Informationen kann
beispielsweise eine Sollfördergeschwindigkeit des Aufgabematerials korrigiert werden,
da sich die Materialbeschaffenheit maßgeblich auf die Verarbeitungsdauer in der Anlage
auswirkt.
[0029] Vorteilhaft kann auch vorgesehen sein, dass der Volumenstrom des Aufgabematerials
zur Regelung des Förderers herangezogen wird, insbesondere zur Regelung einer effektiven
Fördergeschwindigkeit des Förderers und/oder einer Ansteuerung eines Vorsiebs herangezogen
wird. Somit kann eine Vergleichmäßigung des Verarbeitungsprozesses erreicht werden,
da frühzeitig die Fördergeschwindigkeit zurückgeregelt werden kann, wenn beispielsweise
ein zu hoher Füllstand des Brechers und/oder Siebs droht. Ebenso kann die Fördergeschwindigkeit
erhöht werden, wenn die Anlagenauslastung und der vorhergesagte Volumenstrom dies
zulassen. Auf diese Weise können Über- und Unterlastsituationen weitgehend vermieden
werden. Somit kann sich eine verbesserte Anlagenauslastung und somit eine Zeit-, Kosten-
und/oder Energieersparnis ergeben.
[0030] Alternativ oder zusätzlich ist es denkbar, dass der Volumenstrom auch zur Einstellung
anderer Parameter herangezogen wird, wie beispielsweise zur Einstellung eines Brechspalts,
einer Rotorgeschwindigkeit eines Prallbrechers, einer Anregungsfrequenz und- oder
amplitude einer Siebanlage und/oder eines Vorsiebs.
[0031] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die
Beschaffenheit des Aufgabematerials zur Regelung des Förderers herangezogen wird,
insbesondere, dass aus der Beschaffenheit und dem Volumenstrom des Aufgabematerials
eine voraussichtliche Verweildauer des Aufgabematerials in der Brech- und/oder Siebanlage
ermittelt wird, und dass die voraussichtliche Verweildauer zur Regelung der effektiven
Fördergeschwindigkeit des Förderers und/oder einer Ansteuerung eines Vorsiebs herangezogen
wird.
[0032] Die die Materialverarbeitungseinrichtung betreffende Aufgabe wird dadurch gelöst,
dass die Sensoren derart ausgebildet und/oder ausgerichtet sind, dass die Längsachsen
der Detektionsvolumina zumindest teilweise in und/oder entgegengesetzt zur Förderrichtung
F verlaufen.
[0033] Eine erfindungsgemäße Materialverarbeitungseinrichtung kann dadurch gekennzeichnet
sein, dass die Sensoren in und/oder entgegen der Förderrichtung beabstandet zu der
Fördereinrichtung angeordnet sind.
[0034] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- in einer seitlichen, teilweise geschnittenen schematischen Darstellung eine Materialverarbeitungseinrichtung
und
- Figur 2
- eine schematische Darstellung eines Sensor-Arrays aus mehreren Sensoren mit ihren
jeweiligen Detektionsvolumina.
[0035] Figur 1 zeigt in einer seitlichen, teilweise geschnittenen schematischen Darstellung
eine Materialverarbeitungseinrichtung 10. Die Materialverarbeitungseinrichtung 10
kann als mobile Anlage mit einem Chassis 11 und beispielsweise einem Kettenantrieb
13 ausgebildet sein. Die Materialverarbeitungseinrichtung 10 kann eine Brechanlage
50 und/oder eine Siebanlage 30 aufweisen.
[0036] An der Materialverarbeitungseinrichtung 10, insbesondere an einer Aufgabeeinheit
20 kann ferner ein Trichter 21 vorgesehen sein, der Trichterwände 22 aufweisen kann.
Der Trichter 21 kann dazu dienen, Aufgabematerial 70 von einer vorgeschalteten Förderanlage,
beispielsweise einem Bagger, einem Radlader oder einem Band, zu empfangen und auf
eine Fördereinrichtung 23 zu leiten.
[0037] Der Brechanlage 50 und/oder der Siebanlage 30 kann mittels der Fördereinrichtung
23 Aufgabematerial 70 in einer Förderrichtung F zur Verarbeitung zugeführt werden.
Vorliegend ist die Fördereinrichtung 23 als Vibrationsaufgaberinne ausgestaltet. Es
sind jedoch auch andere Ausgestaltungen einer Fördereinrichtung 23, insbesondere als
Förderband, vorstellbar.
[0038] Die Siebanlage 30 kann beispielsweise als Vorabsiebung der Brechanlage 50 vorgeschaltet
sein. Die Vorabsiebung kann ein Doppeldecker-Schwerstücksieb 31 aufweisen, das ein
als gröberes Sieb ausgebildetes Oberdeck 32 und ein als feineres Sieb ausgebildetes
Unterdeck 34 aufweisen kann. Es kann von einem Antrieb 33 in Kreisschwingung versetzt
werden. Das Oberdeck 32 kann einen Feinanteil 71 und ein Mittelkorn 72 von dem zu
brechenden Material 73 trennen. Das Unterdeck 34 kann den Feinanteil 71 von dem Mittelkorn
72 trennen. Der Feinanteil 71 kann wahlweise aus der Materialzerkleinerungsanlage
10 geleitet oder beispielsweise durch entsprechende Stellung einer Bypassklappe dem
Mittelkorn 72 zugeführt werden. Das Mittelkorn 72 kann über einen Bypass an dem Brecher
50 vorbei zu einem Brecherabzugsband 40 geführt werden. Das zu brechende Material
73 wird am Ende der Vorabsiebung dem Brecher 50 über einen Brechereinlauf zugeführt.
[0039] Die Materialverarbeitungseinrichtung 10 kann eine als Backenbrecher ausgebildete
Brechanlage 50 aufweisen. Es ist jedoch auch denkbar, andere Typen von Brechanlage
50 vorzusehen, beispielsweise Prallbrecher, Walzenbrecher oder Kegelbrecher. Die Brechanlage
50 kann eine feste Brechbacke 51 und eine bewegte Brechbacke 52 aufweisen, die schräg
aufeinander zulaufend ausgerichtet sein können, sodass zwischen ihnen ein sich konisch
verjüngender Schacht ausgebildet ist. Der Schacht kann in einem Brechspalt 56 münden.
Die Brechanlage 50 kann beispielsweise über eine mit einem Exzenter 54 verbundene
Antriebswelle 55 von einer Antriebseinheit 12 angetrieben werden.
[0040] Durch den Exzenter 54 wird die bewegte Brechbacke 52 in einer elliptischen Bewegung
auf die feste Brechbacke 51 zu- und von dieser wegbewegt. Während eines solchen Hubes
ändert sich auch der Abstand zwischen den Brechbacken 51, 52 im Bereich des Brechspalts
56. Durch die Bewegung der bewegten Brechbacke 52 wird das zu brechenden Material
73 entlang des konischen Schachtes immer weiter zerkleinert, bis es eine Korngröße
erreicht hat, die es ihm ermöglicht, den Schacht durch den Brechspalt 56 zu verlassen.
Das zerkleinerte Material 74 fällt auf das Brecherabzugsband 40 und wird über dieses
weiter gefördert. Dabei kann es beispielsweise auch vorgesehen sein, dass es an einem
Magnetabscheider 41 vorbeigeführt wird, der ferromagnetische Bestandteile von dem
zerkleinerten Material 74 trennt und seitlich auswirft.
[0041] Wie aus der Figur 1 weiter hervorgeht, kann der Brechanlage 50 ein Füllstandsensor
61 zugeordnet sein. Dieser kann als Ultraschallsensor ausgebildet sein. Es ist jedoch
auch denkbar, andere Sensortypen zu verwenden, beispielsweise optische Sensoren (beispielsweise
ein Kamerasystem) oder mechanisch wirkende Sensoren. Der Füllstandsensor 61 kann den
Füllstand des Brechers 50 mit zu brechendem Material 73 überwachen. Er kann Teil einer
kontinuierlichen Beschickungsregelung der Materialverarbeitungseinrichtung 10 sein.
Dazu können die materialzuführenden Komponenten der Materialverarbeitungseinrichtung
10, insbesondere die Fördereinrichtung 23, entsprechend den Signalen des Füllstandsensors
61 angesteuert sein. Damit kann beispielsweise der Volumenstrom des dem Brecher 50
zugeführten, zu brechenden Materials 73 geregelt sein.
[0042] Wie in Figur 1 weiter zu sehen ist, kann an der Materialverarbeitungseinrichtung
10 ein Sensor-Array 105 aus mehreren Sensoren 101 vorgesehen sein. Mittels des Sensor-Arrays
105 kann eine Schichthöhe des Aufgabematerials 70 ermittelt werden. In dem dargestellten
Ausführungsbeispiel besteht das Sensor-Array 105 aus drei Einzelsensoren 101, die
übereinander in Schwerkraftrichtung aneinander anschließend angeordnet sind. Es sind
selbstverständlich auch andere Anordnungen und insbesondere abweichende Anzahlen von
Sensoren 101 denkbar. Ferner muss es sich bei dem Sensor-Array 105 nicht um Einzelsensoren
101 handeln, sondern das Sensor-Array 105 kann vielmehr auch als Baueinheit ausgebildet
sein. Insbesondere kann die Baueinheit ein Gehäuse aufweisen, das die Baueinheit zumindest
teilweise aufnimmt.
[0043] Das Sensor-Array 105 kann mittels einer Sensor-Haltevorrichtung 110 an der Materialverarbeitungseinrichtung
10 gehalten sein. Bei der Sensor-Haltevorrichtung 110 kann es sich um einen Mast handeln,
an dem das Sensor-Array 105 befestigt ist. Das Sensor-Array 105 kann mit einer Sensor-Justiervorrichtung
111 mittelbar oder unmittelbar an der Materialverarbeitungseinrichtung 10 befestigt
sein. Vorliegend ist das Sensor-Array 105 mittelbar mit einer Sensor-Justiervorrichtung
111 über die Sensor-Haltevorrichtung 110 an der Materialverarbeitungseinrichtung 10
befestigt. Die Sensor-Justiervorrichtung 111 kann beispielsweise eine gelenkige Anbindung
an die Sensor-Haltevorrichtung 110 ermöglichen, sodass das Sensor-Array 105 verschwenkt
werden kann, beispielsweise um verschiedene Ausrichtungen des Sensor-Array 105 zu
ermöglichen. Es ist auch denkbar, das Sensor-Array 105 höhenverstellbar an der Materialverarbeitungseinrichtung
10 und/oder der Sensor-Haltevorrichtung 110 zu befestigen.
[0044] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel handelt es sich bei den Sensoren 101 um Radarsensoren.
Es sind jedoch auch andere Sensoren, insbesondere Ultraschallsensoren, Laserdistanzsensoren
und/oder Laser-Doppler-Sensoren, insbesondere Laser-Doppler-Vibrometer denkbar. Die
Sensoren 101 können Wellen, vorliegend Radarwellen, beispielsweise innerhalb eines
Detektionsvolumens 103, aussenden. Befindet sich innerhalb des Detektionsvolumens
103 eines Sensors 101 Material, insbesondere Aufgabematerial 70, so können die Wellen
an diesem reflektiert werden. Ein Teil der reflektierten Wellen wird entlang des Detektionsvolumens
103 zu dem jeweiligen Sensor 101 zurückgeworfen und kann von diesem detektiert werden.
[0045] Wie in der Figur 1 zu sehen ist, kann die Förderrichtung F beispielsweise horizontal
ausgerichtet sein. Es sind jedoch aber auch geneigte Förderrichtungen F denkbar, beispielsweise,
wenn die Fördereinrichtung 23 eine Neigung aufweist. Wie die Figur 2 zeigt, können
die Detektionsvolumina 103 keulenförmig und/oder kegelig ausgebildet sein. Vorliegend
sind sie als Radarkeulen ausgebildet. Es sind jedoch auch abweichende Geometrien der
Detektionsvolumina 103 denkbar. Jedes Detektionsvolumen 103 kann eine Längsachse 107
aufweisen. Die Längsachse 107 kann dabei die Winkelhalbierende eines vertikalen Öffnungswinkels
β des Detektionsvolumen 103 sein.
[0046] Die Detektionsvolumina 103 sind mit ihrer Längsachse 107 zumindest teilweise in Richtung
der Förderrichtung F und/oder entgegengesetzt zu dieser ausgerichtet. Wie der Figur
2 zu entnehmen ist, schließen die Längsachse 107 jeweils einen Winkel α mit der Förderrichtung
F ein. Je kleiner dieser Winkel α ist, umso größer ist betragsmäßig die Komponente
der Richtung der Längsachse 107 eines jeweiligen Detektionsvolumens 103 in Richtung
und/oder entgegen der Richtung der Förderrichtung F.
[0047] Die Sensoren 101 und/oder deren Detektionsvolumina 103 können so ausgerichtet sein,
dass die Längsachsen 107 benachbarter Detektionsvolumina 103 miteinander einen Winkel
γ einschließen, wie dies weiter in der Figur 2 zu sehen ist. Vorliegend ergeben sich
aus den Winkeln γ divergierende Längsachsen 107. Dies kann beispielsweise dadurch
erreicht werden, dass die Sensoren 101 in einer konvex gewölbten Sensoranordnung 106
angeordnet sind.
[0048] Wie der Figur 2 weiter zu entnehmen ist, kann jedem Sensor 101 ein Schichthöhenbereich
120 zugeordnet sein. Der Schichthöhenbereich 120 eines Sensors 101 kann beispielsweise
ein Bereich zwischen einer unteren und einer oberen zu detektierenden Schichthöhe
sein, der im Bereich einer eingestellten Messdistanz 108 im Detektionsvolumen 103
des Sensor 101 vorliegt.
[0049] Hierzu kann vorgesehen sein, dass ein Sensor 101 beispielsweise nur ein Signal auswertet,
das aus einem Bereich innerhalb der eingestellten Messdistanz 108 detektiert wird.
Dies kann beispielsweise mittels eines Puls-Laufzeitverfahrens ermittelt werden. Zur
Auswertung der Puls-Laufzeiten kann beispielsweise eine Auswerteeinrichtung vorgesehen
sein, die nicht in den Figuren dargestellt ist.
[0050] Eine eingestellte Messdistanz kann dabei beispielsweise entlang der Förderrichtung
F bemessen sein.
[0051] Wie in Figur 2 weiter zu sehen ist, können die Detektionsvolumen 103 der Sensoren
101 derart ausgestaltet und/oder ausgerichtet sein, dass sie sich innerhalb der eingestellten
Messdistanz 108 sich nicht oder nur geringfügig überlappen. Insbesondere können zu
diesem Zweck die Winkel α, β, γ sowie die eingestellte Messdistanz 108 entsprechend
aufeinander abgestimmt sein.
[0052] Wenn nun beispielsweise während des Betriebs der Materialverarbeitungseinrichtung
10 die Schichthöhe des Aufgabematerials 70 ermittelt werden soll, können die Sensoren
101 Messwellen, insbesondere Radarwellen, aussenden, die an dem Aufgabematerial 70
zumindest reflektiert werden. Die reflektierten Messwellen werden dann von dem Sensor
101, entlang dessen Detektionsvolumen 103 sie reflektiert werden, detektiert. Selbstverständlich
können auch andere Wellen als Radarwellen Verwendung finden. Ferner wird bevorzugt
nur Signal detektiert und/oder ausgewertet, das von dem Aufgabematerial 70 reflektiert
wird, das sich innerhalb der eingestellten Messdistanz 108 befindet.
[0053] Beispielsweise kann ein Sensor 101 dann das Vorliegen von Aufgabematerial 70 detektieren,
wenn überhaupt Wellen als Signal zu dem Sensor 101 reflektiert werden. Denkbar ist
auch, einen Schwellwert für eine Intensität des Signals festzulegen, ab dem das Vorliegen
von Aufgabematerial 70 zu erwarten ist. Die Auswertung des Signals kann beispielsweise
mittels einer Auswerteeinrichtung ausgeführt werden, die nicht in den Figuren dargestellt
ist. Die Auswertung kann aber auch durch die Sensoren 101 selbst ausführbar sein.
[0054] Jeder Sensor 101 kann somit detektierten, ob sich innerhalb der eingestellte Messdistanz
108 und innerhalb des dem Sensor 101 zugeordneten Schichthöhenbereich 120 Aufgabematerial
70 befindet. Aus der Information aus mehreren Sensoren 101 lässt sich folglich auf
die Belegung mehrerer Schichthöhenbereiche 120 mit Aufgabematerial 70 und somit auf
die Schichthöhe des Aufgabematerials 70 schließen.
[0055] Mittels jedes Sensors 101 kann, insbesondere wenn sich in dem ihm zugeordneten Schichthöhenbereich
120 Aufgabematerial 70 befindet, die Geschwindigkeit des Aufgabematerials 70 ermittelt
werden. Hierzu kann beispielsweise eine Doppler-Geschwindigkeitsmessung Anwendung
finden. Die Auswertung von Messignalen zur Geschwindigkeitsermittlung kann von den
Sensoren 101 oder von einer Auswerteeinrichtung durchgeführt werden.
[0056] Mittels der Geometrie der Fördereinrichtung 23, der Schichthöhe des Aufgabematerial
70 und der Geschwindigkeit des Aufgabematerial 70 kann ein Materialstrom, insbesondere
ein Volumenstrom des Aufgabematerial 70 ermittelt werden. Es kann vorgesehen sein,
den Volumenstrom des Aufgabematerial 70 bei einer Regelung der Materialverarbeitungseinrichtung
10, insbesondere bei der Regelung eines zugeführten Materialstroms, heranzuziehen.
Hierzu kann eine Regeleinrichtung an der Materialverarbeitungseinrichtung 10 vorgesehen
sein, die in den Figuren nicht dargestellt ist.
1. Verfahren zur Ermittlung der Schichthöhe eines Aufgabematerials (70), das einer Brech-
(50) und/oder Siebanlage (30) einer Materialverarbeitungseinrichtung (10) zugefördert
wird, wobei das Aufgabematerial (70) mittels einer Fördereinrichtung (23) in einer
Förderrichtung F gefördert wird, wobei die Schichthöhe des Aufgabematerials (70) auf
der Fördereinrichtung (23) mittels eines Sensor-Arrays (105), aufweisend eine Mehrzahl
von Sensoren (101), ermittelt wird, wobei die Sensoren (101) jeweils Wellen, die an
dem Aufgabematerial (70) zumindest teilweise entlang eines Detektionsvolumens (103)
eines jeweiligen Sensors (101) reflektiert werden, als Signal detektieren,
und wobei die Detektionsvolumina (103) jeweils eine Längsachse (107) aufweisen, die
in Richtung der Längserstreckung des jeweiligen Detektionsvolumens (103) verläuft,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Längsachsen (107) der Detektionsvolumina (103) zumindest teilweise in und/oder
entgegengesetzt zur Förderrichtung F verlaufen.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass jedem Sensor (101) ein Schichthöhenbereich (120) zugeordnet ist, und dass mittels
der Sensoren (101) ermittelt wird, ob sich in den jeweiligen Schichthöhenbereichen
(120) Aufgabematerial (70) befindet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass von den Sensoren (101) und/oder einer Auswerteschaltung nur Aufgabematerial (70)
berücksichtigt wird, das sich innerhalb einer eingestellten Messdistanz (108) von
den Sensoren (101) befindet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoren (101) quer zur Förderrichtung, in Schwerkraftrichtung übereinander,
vorzugsweise zumindest teilweise senkrecht zu der Förderrichtung (F) angeordnet sind,
insbesondere mittelbar oder unmittelbar zumindest teilweise senkrecht zu der Förderrichtung
(F) aneinandergereiht sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Längsachsen (107) der Detektionsvolumina (103) gegenüber der Förderrichtung F
in einem Winkel α von kleiner als 45°, vorzugsweise kleiner als 30°, besonders bevorzugt
kleiner als 15°, verlaufen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoren (101) Radarsensoren und/oder Ultraschallsensoren und/oder Laserdistanzsensoren
und/oder Laser-Doppler-Vibrometer sind.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messvolumina (103) sich innerhalb der eingestellten Messdistanz (108) nicht überlappen,
insbesondere, dass die Detektionsvolumina (103) vertikale Öffnungswinkel β aufweisen,
die geringer sind als 10°, bevorzugt geringer als 7.5°, besonders bevorzugt geringer
als 5°.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sensor-Array (105) aus separaten Sensoren (101) gebildet ist, oder dass das Sensor-Array
(105) als Baueinheit von mehreren Sensoren (101) ausgebildet ist, insbesondere, dass
die Baueinheit ein Gehäuse aufweist, und dass die Sensoren (101) zumindest teilweise
in dem Gehäuse untergebracht sind.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels einer Geschwindigkeits-Messeinrichtung eine Geschwindigkeit des Aufgabematerials
(70) ermittelt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Geschwindigkeitsmesseinrichtung von zumindest einem der Sensoren (101) gebildet
ist, insbesondere, dass die Geschwindigkeitsmesseinrichtung von mehreren der Sensoren
(101) gebildet ist, und dass mittels der mehreren Sensoren (101) eine Geschwindigkeit,
vorzugsweise die mittlere Geschwindigkeit, des Aufgabematerials (70) ermittelt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass aus der Geschwindigkeit des Aufgabematerials (70), der Schichthöhe des Aufgabematerials
(70) und der Geometrie des Förderers (23) ein Volumenstrom des Aufgabematerials (70)
ermittelt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels der Sensoren (101) eine Beschaffenheit, insbesondere eine Gesteinsart und/oder
eine Aufgabegröße, des Aufgabematerials (70) ermittelt wird, vorzugsweise, dass die
Beschaffenheit des Aufgabematerials (70) anhand der Reflexionseigenschaften des Aufgabematerials
(70) ermittelt wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Volumenstrom des Aufgabematerials (70) zur Regelung des Förderers (23) herangezogen
wird, insbesondere zur Regelung einer effektiven Fördergeschwindigkeit des Förderers
(23) und/oder einer Ansteuerung eines Vorsiebs herangezogen wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Beschaffenheit des Aufgabematerials (70) zur Regelung des Förderers (23) herangezogen
wird, insbesondere, dass aus der Beschaffenheit und dem Volumenstrom des Aufgabematerials
(70) eine voraussichtliche Verweildauer des Aufgabematerials in der Brech- (50) und/oder
Siebanlage (30) ermittelt wird, und dass die voraussichtliche Verweildauer zur Regelung
der effektiven Fördergeschwindigkeit des Förderers (23) und/oder einer Ansteuerung
eines Vorsiebs herangezogen wird.
15. Materialverarbeitungseinrichtung (10) mit einer Brech- (50) und/oder Siebanlage (30),
wobei ein Aufgabematerial (70) mittels einer Fördereinrichtung (23) in einer Förderrichtung
F der Brech- (50) und/oder Siebanlage (30) zugefördert wird, wobei ein Sensor-Array
(105), aufweisend eine Mehrzahl von Sensoren (101), vorgesehen ist, mittels dessen
eine Schichthöhe des Aufgabematerials (70) auf der Fördereinrichtung (23) ermittelbar
ist, wobei die Sensoren (101) jeweils dazu ausgebildet sind, Wellen, die an dem Aufgabematerial
(70) zumindest teilweise entlang eines Detektionsvolumens (103) eines jeweiligen Sensors
(101) reflektiert werden, als Signal zu detektieren, und wobei die Detektionsvolumina
(103) jeweils eine Längsachse (107) aufweisen, die in Richtung der Längserstreckung
des jeweiligen Detektionsvolumens (103) verläuft,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoren (101) derart ausgebildet und/oder ausgerichtet sind, dass die Längsachsen
(107) der Detektionsvolumina (103) zumindest teilweise in und/oder entgegengesetzt
zur Förderrichtung F verlaufen.
16. Materialverarbeitungseinrichtung (10) nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoren (101) in und/oder entgegen der Förderrichtung F beabstandet zu der Fördereinrichtung
(23) angeordnet sind.
17. Materialverarbeitungseinrichtung (10) nach einem der Ansprüche 15 oder 16, gekennzeichnet durch einen der Ansprüche 1 bis 14.