[0001] Die Erfindung betrifft ein Andruckelement für ein Schleifband einer Breitbandschleifmaschine,
bestehend zumindest aus einem Trägermaterial mit einer Polsterung und einer Gleitschicht
sowie ein Verfahren zur Herstellung des Andruckelementes und ein Verfahren zum Schleifen
von großflächigen Werkstoffen.
[0002] Zum Kalibrierschleifen großflächiger Werkstücke werden in der Industrie Bandschleifmaschinen,
insbesondere Breitbandschleifmaschinen verwendet. In diesen Bandschleifmaschinen wird
ein breites Schleifband durch mindestens zwei Walzen angetrieben, wobei das Schleifband
zwischen den Walzen auf einem Schleiftisch entlangläuft. Zum flächigen Andruck des
Schleifbandes auf das Werkstück wird in der Regel ein Andruckelement verwendet. Das
Andruckelement besteht hierbei aus einer Schleifschuhvorrichtung, welche Bestandteil
der Bandschleifmaschine ist und einem Schleifschuh. Die Schleifschuhvorrichtung besteht
aus einer Schleifschuhaufnahme, welche zur Aufnahme des Schleifschuhs dient, welcher
in der Regel in die Schleifschuhvorrichtung einschiebbar ausgebildet ist. Um den Abrieb
des Schleifbandes auf seiner Rückseite und den Gleitwiderstand zu verringern, wird
im Stand der Technik auf den Schleifschuh ein Gleitbelag aufgebracht, der es ermöglicht,
dass das Schleifband unter geringem Gleitwiderstand durch den Schleifschuh auf das
Werkstück gepresst wird. Um einen gleichmäßigen Andruck des Schleifbandes auf das
flächige Werkstück zu erreichen, wird der Schleifschuh gepolstert, wobei die Polsterschicht
zwischen Schleifschuh und Gleitbelag angeordnet ist. Durch die Polsterschicht wird
erreicht, dass der Schleifenandruck auf leichten Erhebungen des Werkstücks größer
als in geringen Vertiefungen in der Oberfläche des flächigen Werkstücks ist. Hierdurch
erreicht man eine zusätzliche Einebnung der Werkstückoberfläche. Ein weiterer Grund
eine Polsterschicht einzusetzen ist, dass der Verschluss des Schleifbandes, bedingt
durch die Verklebung an der Verschlussnaht eine unterschiedliche Materialbeschaffenheit
als der Rest des Schleifbandes aufweist. Bei der Passage des Schleifbandverschlusses
durch die Schleifzone können so mechanische Schläge entstehen, die später in der Oberflächenbeschaffenheit
des Werkstücks deutlich zu erkennen sind. Der Qualität der Polsterschicht wird daher
bei der Schleifschuhherstellung große Bedeutung beigemessen.
[0003] Im Stand der Technik werden zum Andruck des Schleifbandes auf das Werkstück breite
Schleifschuhe verwendet, auf die mit Hilfe eines Klebemittels eine Polsterschicht
aufgeklebt wird, auf deren Oberfläche wiederum ein Gewebeband aufgebracht wird, welches
auf seiner Oberfläche Graphitteilchen trägt. Um zu verhindern, dass der Gleitbelag
durch Scherkräfte, die durch den Schleifbetrieb auf die Schleifschuhvorrichtung ausgeübt
werden, vom Gleitschuh abgetragen wird, ist es hierbei notwendig, dass der Gleitbelag
an den Seiten des Schleifschuhs befestigt wird.
[0004] Beim Einsatz von Schleifmaschinen in der Oberflächenbearbeitung wird der Andruck
des Schleifbandes auf das Werkstück über eine mehr oder weniger flexible Kontaktwalze
oder über flächige, üblicherweise gepolsterte Andruckelemente bewirkt. Der Unterschied
hierbei ist die wesentlich längere Kontaktzeit des Schleifkorns beim flächigen Andruck,
welche naturgemäß zu einem besseren Schleifergebnis führt. Bei wachsenden Ansprüchen
an die Oberflächenqualität ist in allererster Linie die richtige Wahl des Andruckelementes
in Form und Polsterung für ein gutes Schleifergebnis entscheidend.
[0005] Gleichzeitig entsteht aber durch die längere Kontaktzeit auch eine erhöhte Reibung,
die zu einem Anstieg der Temperatur in der Schleifzone führt, die bis zu Verbrennen
des Schleifbandes einhergehen kann. Dieser Temperaturanstieg führt zu Problemen in
der Oberfläche und kann die Laufleistung des Schleifbandes stark herabsetzen. Auch
kommt es häufig vor, dass es durch Temperaturunterschiede zu unkontrollierbaren Ausdehnungen
in den für den Andruck wichtigen Metallteilen der Maschine kommt, was ein präzises
Arbeiten zusätzlich erschwert.
[0006] Generell wird aus diesen Gründen versucht möglichst wenig Temperatur entstehen zu
lassen bzw. dem Schleifprozess zu entziehen.
[0007] Andruckelemente bestehen im Prinzip immer aus drei Bauteilen, dem Träger, der Polsterung
und der Gleitschicht, wobei die Polsterung das entscheidende, das Schleifergebnis
beeinflussende Teil ist.
1. Der Träger:
[0008] Als Trägermaterialien eignen sich Werkstoffe die durch eigene Festigkeit tragende
Funktionen übernehmen können. Sie stützen und positionieren den in der Regel aufgeklebten
oder geklemmten Polsterbelag.
[0009] Hierzu eignen sich z.B. Metalle, Holzwerkstoffe, Kunststoffe, feste Papiere o.ä.
Bei der Auswahl der Materialien spielen neben dem Preis auch andere technische Gesichtspunkte
eine Rolle, wie z.B. Tragfähigkeit, Flexibilität, Verarbeitbarkeit, Entsorgung.
2. Die Polsterung
[0010] Die Aufgaben der Polsterschicht sind zum Einen das Abfedern von Schlägen, die durch
die Verbindungsstelle im endlosen Schleifband hervorgerufen werden und sich in der
Werkstückoberfläche als sogenannte Rattermarken abzeichnen und zum Anderen durch ihre
mehr oder weniger elastischen Eigenschaften Unebenheiten in der Werkstückoberfläche
auszugleichen. Erst dadurch wird erreicht, dass das Schleifband die gesamte Fläche
der Werkstücke erfasst, um diese auszuschleifen.
[0011] Die gängigsten Polstermaterialien sind unterschiedlich feste Filze aus Wolle oder
Synthetikfasern, Schaumstoffe und Gummi oder Schwammgummi. Auch Kombinationen aus
diesen Materialien sind üblich.
3. Die Gleitschicht
[0012] Als Gleitschicht wird üblicherweise ein Trockenschmierstoff in Form eines Graphitgranulates
auf einem Gewebeträger eingesetzt. Dieser wird in der Regel auf die Polsterschicht
aufgeklebt selten auch geklemmt. Die Gleiteigenschaften des Graphites reduzieren die
Reibung, was zur Energieersparnis des Antriebes führt. Gleichzeitig wird auch die
Temperatur, welche aus der Reibungshitze resultiert, reduziert, um die o.g. Auswirkungen
möglichst zu minimieren.
[0013] Es gab Versuche die Temperaturen in der Maschine und hierbei speziell in der Arbeitszone
des Schleifbandes zu reduzieren, in dem man Kühlung per Luft oder Wasser zu der maschinenseitigen
Aufnahme des Andruckelementes brachte. Eine effektive Kühlung des Schleifprozesses
war damit aber nicht genügend zu erreichen, weil die verwandten o.g. Polsterstoffe
sehr gute Isolatoren darstellen und ein Durchfluss eines Kühlmediums durch diese Stoffe
naturgemäß nicht möglich ist. Auch der Versuch, das Schleifband direkt mit einem Luftpolster
an das Werkstück zu drücken schlug fehl. Das Luftpolster konnte den Andruck nicht
definiert genug weitergeben, um ein befriedigendes Schleifergebnis zu erzielen.
[0014] In der
DE 196 01 379 A1 wird eine Vorrichtung zum Andrücken eines umlaufenden Schleifbandes an die Oberfläche
eines Werkstückes offenbart. Der verwendete Druckschuh weist als Ausgleichsmaterial
eine Filzschicht auf, welche nahezu luftundurchlässig ist.
[0015] In der
DE 41 14 819 A1 wird ein Druckschuh für eine Flachbandschleifmaschine offenbart. Der Druckschuh besteht
aus einer Kombination von Filz und einem pneumatischen Luftpolster, wobei zwischen
dem pneumatischen Luftpolster und dem Filz Versteifungsplättchen angeordnet sind.
Die komplexe Lagenanordung aus pneumatischem Luftpolster, Versteifungsstäbchen und
Andruckfilz ist notwendig, damit sich der Druckschuh unter der Belastung im Einsatz
nicht verzerrt oder verformt. Gleichzeitig wird das pneumatische Luftpolster dafür
benötigt, den Andruck des Druckschuhs zu steuern. Eine Kühlung der Polsterung ist
bei dieser Ausführung ebenfalls möglich.
[0016] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabenstellung zugrunde eine neuartige Polsterung
aufzuzeigen, welche eine aktive Kühlung der Polsterung ermöglicht sowie ein Verfahren
zur Herstellung eines Andruckelementes und ein Verfahren zum Schleifen von großflächigen
Werkstoffen.
[0017] Erfindungsgemäß wird die erste Aufgabe dadurch gelöst, dass die Polsterung zumindest
teilweise aus einem Kühlmedium durchströmbaren Material besteht und von einem Kühlmittel
durchdringbar ist, welches in die Polsterung eintritt und aus der Polsterung wieder
austritt. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
[0018] Der Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass die Polsterung aus einem
Kühlmedium durchströmbaren Material besteht, welches ohne negative Beeinflussung des
Schleifvorganges das Einströmen eines Kühlmittels in die Polsterung ermöglicht. Mithilfe
des Kühlmittels wird die Polsterung gekühlt und damit die Gleitschicht, welche durch
die auftretende Reibung zwischen Gleitschicht und Schleifband erwärmt wird. Damit
entsteht der besondere Vorteil, dass die Haltbarkeit des Schleifbandes und des Andruckelementes
gesteigert werden kann.
[0019] In Ausgestaltung der Erfindung ist hierbei vorgesehen, dass die Polsterung vollständig
aus einem Kühlmedium durchströmbaren Material besteht, oder alternativ, dass die Polsterung
in Längs- und/oder Querrichtung ein Kühlmedium durchströmbares Material aufweist,
welches von Randstreifen in Längs- oder Querrichtung aus einem anderen Polstermaterial
eingefasst ist. Die Randstreifen bestehen in diesem Fall aus einem Material, welches
von dem Kühlmittel nicht durchdringt werden kann. Auf diese Weise wird eine gezielte
Strömung des Kühlmittels in der Polsterung erreicht.
[0020] In einer bevorzugten Ausführung kann das Kühlmedium durchströmbare Material aus einem
offenzelligen Schaumstoff oder einem Abstandsgewirke bestehen. Das Abstandsgewirke
kann ebenso wie ein offenzelliger Schaumstoff durch ein Kühlmittel durchströmt werden,
weil eine große Durchlässigkeit besteht. Das Kühlmedium durchströmbare Material kann
beispielsweise nur im mittleren Bereich der Polsterung angeordnet sein, während im
Außenbereich, insbesondere die Randstreifen aus einem anderen Polstermaterial bestehen
können. Durch diese Maßnahme wird erreicht, dass das Kühlmedium nur den mittleren
Bereich der Polsterung durchströmt und ein seitlicher Austritt des Kühlmediums in
Quer- oder in Längsrichtung erfolgt. Insbesondere wird durch diese Maßnahme erreicht,
dass das Kühlmedium sich vollständig innerhalb der Polsterung, soweit dieses aus einem
Kühlmedium durchströmbaren Material besteht besser verteilen kann.
[0021] In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Abstandgewirke aus zumindest
zwei offen gewebten Textilflächen besteht, welche durch Polfäden miteinander verbunden
sind. Bei der Erfindung werden sogenannte Abstandsgewirke als Polsterung eingesetzt,
die durch ihren Aufbau die Möglichkeit der Durchdringung mit einem Kühlmedium besitzen.
Die Flexibilität und Durchlässigkeit erreichen diese Materialien durch zwei offen
gewebte Textilflächen, welche über senkrecht angeordnete Fäden, den sogenannten Polfäden
miteinander verbunden sind.
[0022] Vorzugsweise kann das Abstandsgewirke aus feuchtigkeitsstabilen Kunstfasern besteht.
Durch den Einsatz feuchtigkeitsstabiler Kunstfasern sind die Abstandsgewirke unempfindlich
gegen Schwankungen bei der Luftfeuchtigkeit, welche bei hydrophilen Materialien oft
zu Problemen während des Schleifprozesses führt.
[0023] In Ausgestaltung der Erfindung ist ferner vorgesehen, dass eine Stauchhärte des Abstandsgewirkes
durch die Anzahl der Polfäden, Maschenreihen, Maschenstäbchen und Polstäbchen festlegbar
ist. Die Polfäden sind in Anzahl, Struktur, Länge und Dicke variierbar, was in vorteilhafter
Weise sehr unterschiedliche Flexibilitäten ermöglicht. Diese Flexibilitäten ermöglichen
eine Vielzahl von auf den Schleifprozess abgestimmten Stauchhärten, die zu optimierten
Schleifergebnissen führen. Die verwendeten Stauchhärten liegen bei 35 bis 60 kPa ±
15 kPa und eignen sich hervorragend für ein Andruckelement der Breitbandschleifmaschine.
[0024] Gewirke oder Wirkwaren zeichnen sich dadurch aus, dass eine Vielzahl von Maschen
in einem Schritt gebildet werden, in dem eine Anzahl von Nadeln gleichzeitig den Faden
vielfach ergreifen und jeweils in Schleifen durch die Schlaufen schlingen. Vorzugsweise
wird ein solches Verfahren maschinell durchgeführt. Der Vorteil der Gewirke oder Wirkwaren
besteht in einer höheren Elastizität des Textilgewebes. Damit verbunden ist zwar eine
geringe Formstabilität und eine geringere Festigkeit, demgegenüber sind die Wirkwaren
laufmaschenfest und weisen eine wesentlich erhöhte Elastizität auf. Durch die Verwendung
von elastischen Fasern im Gewirke kann zudem die Elastizität beeinflusst werden.
[0025] Spezifische Eigenschaften der Abstandsgewirke bestehen beispielsweise darin, dass
ein Flächengewicht von 500 bis 700 g/m
2 ± 70 % verwendet werden kann, wobei eine Dicke von 5,0 bis 6,0 ± 0,4 mm vorliegt,
sodass eine geringe Dickentoleranz vorhanden ist. Die Eigenschaften des Abstandsgewirkes
können im weiteren dadurch beeinflusst werden, dass die Maschenreihen auf 1 cm variiert
werden, und zwar ca. 5 bis 10 Maschenreihen auf 1 cm. Ebenso besteht die Möglichkeit
die Anzahl der Maschenstäbchen auf 1 cm zu verändern, beispielsweise 3,5 bis 8 ± 1
Maschenstäbchen. Ferner besteht die Möglichkeit die Polstäbchen auf 1 cm
2 zu variieren, und zwar in einem Bereich von 40 bis 170 Polstäbchen ±40 auf 1 cm
2. Eine besondere Eigenschaft des Abstandsgewirkes besteht in der dynamischen Dehnung,
welche in Längsrichtung von 3 bis 4 % ± 2 % bei 25 N, 5 bis 6 % ± 3 % bei 50 N und
7 bis 9 % ± 3 % bei 100 N liegt. Demgegenüber liegt die dynamische Dehnung in Querrichtung
bei 2,5 bis 74 % ± 15 % bei 25 N, 4 bis 100 % ± 25 % bei 50 N und 7 bis 135 % ± 30
% bei 100 N. Durch Veränderung dieser Parameter kann nachhaltig Einfluss auf deren
spezifischen Eigenschaften des Abstandsgewirkes genommen werden, um einen ausreichenden
Andruck für die Polsterschicht auf das Schleifband zu erhalten. Die vorgenannten Parameter
können jeweils einzeln, aber auch gemeinsam variiert werden.
[0026] Die vorgenannten Parameter wirken sich direkt auf den Schleifprozess und das Schleifergebnis
dadurch aus, dass naturgemäß der Druck innerhalb einer dickeren Zone durch erhöhte
Kompression des Materials grösser als in einer dünneren Zone in angrenzenden Bereichen
des Polsters ist. Während übliche Polstermaterialien wie Zellkautschuk, Gummi, Schwammgummi,
Schaumstoffe o.ä. fertigungsbedingte Dickentoleranzen von +/- 0,1 bis 0,2 mm oder
mehr in einem Teilbereich aufweisen können, sind die Dickentoleranzen bei hydrophilen
Werkstoffen, wie z.B. Wollfilze durch Wasseraufnahme/abgabe noch weitaus höher. Um
die Dickentoleranz so eng wie möglich zu halten bieten sich daher die Abstandsgewirke
mit einer geringen Dickentoleranz an.
[0027] Bei den Abstandsgewirken, welche aus zwei offen gewebten Textilflächen und Polfäden
bestehen, kann sichergestellt werden, dass eine geringe Dickentoleranz vorliegt. Die
Polfäden bestimmen hierbei den Abstand der beiden Textilflächen des Abstandsgewirkes,
sodass eine direkte Einflussnahme auf die Höhe der Polsterung möglich ist.
[0028] Durch den Aufbau der Abstandsgewirke mit zwei offen gewebten Textilflächen, welche
durch die Polfäden miteinander verbunden sind ist eine Durchdringung mit einem Kühlmedium
möglich, welches beispielsweise durch ein durchbrochenes Trägerelement von der Unterseite
her an die Polsterschicht herangeführt wird. Das Kühlmedium, beispielsweise ein Gas,
besonders bevorzugt Luft kann an den Polfäden vorbei bis direkt an die Gleitschicht
herangeführt werden, sodass das Kühlmedium für die Kühlung bis an die Gleitschicht
in unmittelbarer Nähe der Schleifzone gelangt. Auf diese Weise kann das Kühlmedium
unmittelbar auf die Polsterung und die entstehende Temperatur während des Schleifprozesses
sowohl in der Polsterung als auch teilweise auf das Schleifband einwirken und die
Temperatur deutlich reduzieren.
[0029] Das verwendete Kühlmittel kann hierzu beispielsweise durch zumindest einen Durchbruch
des Trägermaterials eintreten und aus dem Kühlmedium durchströmbaren Material seitlich
austreten, sodass eine gute Durchströmung des Materials und damit eine ausgezeichnete
Kühlung entsteht.
[0030] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Kühlmedium über
eine erste Kammer des Schleifschuhträgers der Breitbandschleifmaschine durch zumindest
einen ersten Durchbruch in das Kühlmittel durchströmbare Material eindringt und nach
dem Durchströmen des Materials durch zumindest einen zweiten Durchbruch und eine weitere
Kammer des Schleifschuhträgers austritt. Die Durchbrüche in dem Schleifschuhträger
werden hierbei so angeordnet, dass ein vollständiges Durchströmen der Polsterung durch
das Kühlmittel gewährleistet ist. Zu diesem Zweck kann zur Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit
das Kühlmittel unter Druck durch die erste Kammer zugeführt werden. Die Kammern befinden
sich hierbei in dem Schleifschuhträger, welcher in der Regel aus einem Aluminiumprofil
mit mehreren zur Aussteifung vorgesehenen Streben besteht. Die Streben des Schleifschuhträgers
bilden hierbei die Kammern, sodass diese in optimaler Weise dazu benutzt werden können,
um das Kühlmedium einströmen zu lassen. Vorzugsweise wird das Kühlmedium derart zugeführt,
dass das Abstandsgewirke in Längs- und/oder Querrichtung durchströmt wird.
[0031] Alternativ kann das Kühlmittel über zumindest eine Kammer vorzugsweise mehrere Kammern
des Schleifschuhträgers der Breitbandschleifmaschine zugeführt werden und seitlich
aus dem Kühlmedium durchströmbaren Material austreten.
[0032] In einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante ist vorgesehen, dass die Luft
durch die Saugkraft des sich bewegenden Schleifbandes in die Polsterung gedrückt und/oder
abgesaugt wird, die Polsterung durchdringt und seitlich aus der Polsterung austritt.
Hierbei kann vorzugsweise als Polsterung ein offenporiger Schaumstoff, aber ebenso
das Abstandsgewirke als Kühlmedium durchströmbares Material eingesetzt werden. Es
hat sich gezeigt, dass durch die Bewegung des Schleifbandes eine Saugwirkung entsteht,
sodass die Luft die Polsterung durchströmen kann und somit zu einer nachhaltigen Kühlung
der Polsterung und der Gleitschicht und damit auch des Schleifbandes führt. Hierbei
besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass die Luft in Bewegungsrichtung des Schleifbandes
seitlich in die Polsterung gedrückt wird und auf der gegenüberliegenden Seite durch
das sich bewegende Schleifband abgesaugt wird, sodass eine ständige Strömung der Luft
durch die Polsterung vorliegt. In einem solchen Fall besteht keine Notwendigkeit Durchbrüche
beim Trägermaterial oder beim Schleifschuhträger, welcher Bestandteil der Breitbandschleifmaschine
ist, vorzusehen.
[0033] Zur Lösung der ersten Verfahrensaufgabe zur Herstellung eines Andruckelementes für
ein Schleifband einer Breitbandschleifmaschine, bestehend zumindest aus einem Trägermaterial
mit einer Polsterung und einer Gleitschicht sind folgende Schritte vorgesehen:
- Dimensionierung eines Kühlmedium durchströmbaren Materials als Polsterung
- Vorbenetzen der Kontaktflächen und/oder der Seitenflächen des Kühlmedium
durchströmenden Materials mit einem Kleber
- Verkleben des Kühlmedium durchströmenden Materials mit dem Trägermaterial.
[0034] Entscheidend ist die Dimensionierung des Kühlmedium durchströmbaren Materials sowie
das Vorbenetzen der Kontaktflächen und/oder der Seitenflächen des Kühlmediums durchströmbaren
Materials mit einem Kleber. Danach wird das Kühlmedium durchströmbare Material mit
dem Trägermaterials verklebt. Soweit ein Abstandsgewirke zur Anwendung gelangt, ist
das Vorbenetzen der Kontaktflächen und/oder der Seitenflächen von Bedeutung, weil
das Abstandsgewirke leider dazu neigt seitlich auszufransen. Der zum Vorbenetzen der
Kontaktflächen verwendete Kleber könnte gleichzeitig auch zum Verkleben mit dem Trägermaterial
verwendet werden. Es besteht aber ohne weiteres die Möglichkeit, dass ein erster Kleber
zum Vorbenetzen verwendet wird, während ein zweiter Kleber zum Aufkleben mittels Druck
und/oder Temperatur auf das Trägermaterial zur Anwendung gelangt. Der besondere Vorteil
des Verfahrens liegt im weiteren darin, dass eine ohne große Schwierigkeiten durchführbare
Verbindung des Trägermaterials mit der Polsterung und mit der Gleitschicht erfolgen
kann und kostengünstige Materialien verwendet werden können.
[0035] Die Anfertigung von Durchbrüchen des Schleifschuhträgers und/oder des Trägermaterials
für das Andruckelement kann wahlweise durchgeführt werden, wenn beispielsweise das
Kühlmittel zugeführt werden soll. Wenn demgegenüber durch die Bewegung des Schleifbandes
das Kühlmittel angesaugt wird, kann auf diesen Schritt verzichtet werden.
[0036] Zur Lösung der zweiten Verfahrensaufgabe zum Schleifen von großflächigen Werkstoffen,
insbesondere Holz- oder Holzersatzwerkstoffen unter Verwendung eines Andruckelementes
für ein Schleifband ist vorgesehen, dass eine Kühlung des Andruckelementes während
des Schleifprozesses durch ein Kühlmedium erfolgen kann, welches die Polsterung beziehungsweise
das Kühlmedium durchströmbare Material des Andruckelementes durchströmt und somit
zu einer Herabsetzung der entstehende Reibungswärme führt.
[0037] Die Kühlung des Andruckelementes steht hierbei im Vordergrund und führt zu deutlich
verbesserten Schleifergebnissen. Hierbei ist eine aktive Kühlung der Polsterung möglich,
wobei das Kühlmedium nahezu vollständig in die Polsterung eindringen kann, weil die
Polsterung beispielsweise aus einem Abstandsgewirke mit zwei offen gewebten Textilflächen
besteht, die durch Polfäden miteinander verbunden sind. Durch die Verwendung eines
Kühlmediums, welches bis direkt an die Gleitschicht herangeführt werden kann, ist
somit nicht nur die Kühlung der Polsterung, sondern auch die Kühlung der Gleitschicht
in unmittelbarer Nähe der Schleifzone in vorteilhafter Weise gewährleistet.
[0038] Um den Aufwand zum Transport des Kühlmediums so gering wie möglich zu halten, kann
beispielsweise das Kühlmittel über den Schleifschuhträger zugeführt und abgeführt
werden. Dies ist dadurch möglich, weil der Schleifschuhträger in der Regel aus einem
Aluminiumprofil mit einzelnen Kammern besteht, die durch innenliegende Streben begrenzt
sind. Eine dieser Kammern kann zur Zuführung des Kühlmediums verwendet werden, während
eine zweite Kammer zur Abführung des Kühlmittels eingesetzt werden kann.
[0039] Besonders vorteilhaft ist, wenn das Kühlmittel unter Druck zu- und abgeführt wird,
sodass eine kontrollierte Strömung des Kühlmittels gewährleistet wird und diese durch
Erhöhung des Druckes je nach Schleifprozess variiert werden kann. Im Vordergrund steht
hierbei die Zirkulation oder Strömung des Kühlmittels über den Schleifschuhträger
durch die Polsterung hindurch.
[0040] In besonders vorteilhafter Weise ist vorgesehen, dass das Kühlmittel durch die Saugkraft
des sich bewegenden Schleifbandes durch einen ersten Durchbruch des Schleifschuhträgers
und/oder des Trägermaterials angesaugt und das Kühlmedium durchströmende Material
durchströmt und seitlich der Polsterung austritt. Alternativ besteht die Möglichkeit,
dass das Kühlmedium durch die Saugkraft des sich bewegenden Schleifbandes direkt in
die Polsterung gedrückt und auf der gegenüberliegenden Seite abgesaugt wird. Aufgrund
der hohen Geschwindigkeit des Schleifbandes wird zumindest eine teilweise Kühlung
der Polsterung und damit des Gleitbelages sowie des Schleifbandes erreicht. Diese
Kühlung kann im Weiteren dadurch unterstützt werden, dass zusätzlich ein Kühlmittel,
beispielsweise Luft, unter Druck über den Schleifschuhträger zugeführt wird, wodurch
der Kühlungseffekt gesteigert wird. Vorgenannte Möglichkeiten zur Kühlung der Polsterung
können entweder einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. Erste durchgeführte
Probeläufe zeigten eine sehr gute Kühlwirkung für sämtliche Kühlmethoden.
[0041] Die vorliegende Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass an sich bekannte Andruckelemente
für Schleifbänder zur Verwendung bei Breitbandschleifmaschinen durch Verwendung eines
geeigneten Polstermaterials die Möglichkeit bietet, die Polsterung während des Schleifprozesses
zu kühlen. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass ein Abstandsgewirke
verwendet wird, welches aus zwei offen gewebten Textilflächen besteht, die mittels
Polfäden miteinander verbunden sind. Ein solches Abstandsgewirke ist somit für ein
Kühlmittel extrem durchlässig und führt zu einer gleichmäßigen Durchströmung des Kühlmediums
durch die Polsterung, um auf diese Weise über die gesamte Länge des Andruckelementes
für eine ausreichende Kühlung der Polsterung beziehungsweise des Schleifbandes zu
sorgen. Das Kühlmittel kann hierbei mit Druck zu der Polsterung zugeführt werden,
beispielsweise ein Gas oder Luft. Besonders vorteilhaft kann die Polsterung aber durch
Luft gekühlt werden aufgrund der hohen Geschwindigkeit des Schleifbandes. Das sich
bewegende Schleifband drückt die Luft in die Polsterung aus dem Abstandsgewirke ein
und saugt diese auf der gegenüberliegenden Seite heraus, sodass eine extrem stabile
Luftströmung durch die Polsterung vorhanden ist und damit für eine besonders hohe
Kühlung nicht nur der Polsterung, sondern auch der Gleitschicht und des Schleifbandes
führt, wodurch eine höhere Standzeit erreicht wird.
[0042] Die Erfindung wird im Weiteren anhand der Figuren näher beschrieben.
[0043] Es zeigt
- Fig. 1
- eine geschnittene Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels eines Andruckelementes,
- Fig. 2
- in einer perspektivischen Ansicht das Andruckelement mit Schleifband,
- Fig. 3
- in einer geschnittenen Darstellung eine weitere alternative Ausführungsform des Andruckelementes
mit geänderter Strömung des Kühlmittels und
- Fig. 4
- in einer geschnittenen Darstellung eine weitere alternative Aus-führungsform des Andruckelementes
mit geänderter Strömung des Kühlmittels.
[0044] Figur 1 zeigt beispielhaft ein Ausführungsbeispiel eines Andruckelement 1 mit einem
Schleifschuhträger 2, einer Polsterung 3 und einer Gleitschicht 4.
[0045] Der Schleifschuhträger 2 besitzt einen nahezu rechtförmigen Querschnitt mit zwei
Abschrägungen 5, 6 und eine obere T-förmige Nut 7 auf der gegenüberliegenden Seite
der Abschrägungen 5, 6. Zwischen den Abschrägungen 5, 6 befindet sich eine zweite
T-förmige Nut 9, welche zur Verbindung mit einer nicht dargestellten Schleifmaschine
vorgesehen ist. Die T-förmige Nut 7 hingegen dient zur Aufnahme eines Trägermaterials
10. Das Trägermaterial 10 ist auf der Oberseite, welche aus dem Schleifschuhträger
2 herausragt zunächst mit einer Polsterung 3 versehen, auf die im weiteren eine Gleitschicht
4 aufgetragen ist. Die Gleitschicht 4 kann beispielsweise aus einer Graphitschicht
oder einem Graphitgewebe bestehen. Das Trägermaterial 10 kann beispielsweise aus Holz,
Kunststoff oder Metall bestehen. Die untere Fläche des Trägermaterials 10 weist zwei
Zungen 27, 28 auf, die in die Nut 7 des Schleifschuhträgers 2 eingreifen. Durch die
T-Nut 7 und die beiden Zungen 27, 28 wird eine feste Verbindung zwischen dem Trägermaterial
10 und dem Schleifschuhträger 2 erzielt, wobei die auftretenden Kräfte durch den Schleifvorgang
durch die Nut 7 aufgefangen werden.
[0046] Gemäß der vorliegenden Erfindung besteht die Polsterung 3 aus einem Abstandgewirke
mit zwei offenen gewebten Textilflächen 11, 12, welche durch Polfäden miteinander
verbunden sind, sodass das Abstandsgewirke für ein Kühlmedium durchlässig ist.
[0047] Der Schleifschuhträger 2 weist ferner mehrere Kammern 13, 14, 15, 16, 17 auf, welche
durch das stranggepresste Profil vorgegeben sind, wobei die Kammer 14 zur Zuführung
eines Kühlmediums und die Kammer 16 zur Ableitung des Kühlmediums verwendet werden
kann. Das Kühlmedium strömt gemäß der Pfeilstruktur 18 von der Kammer 14 durch zumindest
einen Durchbruch 19,20 des Schleifschuhträgers 2 und wenigstens einen Durchbruch 23,
24 des Trägermaterials 10 in die Polsterung 3 und von dieser über wenigstens einen
Durchbruch 25, 26 des Trägermaterials 10 und mindestens einen Durchbruch 21, 22 in
die Kammer 16, sodass eine fortlaufende Strömung des Kühlmediums durch die Polsterung
3 besteht und eine Kühlung der Polsterung 3 und der Gleitschicht 4 während des Schleifprozesses
möglich ist.
[0048] Figur 2 zeigt in einer perspektivischen Ansicht das Andruckelement 1 in Verbindung
mit einem Schleifband 30. Es handelt sich um eine schematische Ansicht, um die Anordnung
der einzelnen Komponenten besser darzustellen, wobei insbesondere das Schleifband
30 eine wesentlich größere Breite besitzt und zum besseren Verständnis in der Breite
reduziert dargestellt ist, um die Position des Andruckelementes 1 mit den weiteren
Komponenten zu verdeutlichen. Das Schleifband 30 ist als Endlosband ausgebildet und
wird über Umlenkrollen 31, 32 geführt und von diesen angetrieben. Auf der nach außen
weisenden Seite ist das Schleifband 30 mit einem abrasiven Material, wie beispielsweise
Korund beschichtet, um die nicht dargestellten Werkstücke zu bearbeiten. Die perspektivische
Ansicht zeigt in diesem Fall eine Anordnung, bei der das Schleifband 30 von unten
gegen das Werkstück gedrückt wird, wobei in einer Breitbandschleifmaschine zwei solcher
Schleifbänder zum Einsatz kommen können, die das Werkstück gleichzeitig von oben und
unten bearbeiten können.
[0049] Querverlaufend zum Schleifband 30 verläuft das Andruckelement 1 mit Schleifschuhträger
2, Polsterung 3 und Gleitschicht 4. Sowohl die Polsterung 3 als auch die Gleitschicht
4 sind zur Veranschaulichung nur teilweise dargestellt. Normalerweise erstrecken sich
die Polsterung 3 und die Gleitschicht 4 über die gesamte Länge des Andruckelementes
1, um das Schleifband gegen das Werkstück großflächig anzudrücken. Der Aufbau des
Andruckelementes 1 entspricht dem gemäß Figur 1, wobei aus der perspektivischen Ansicht
der Durchbruch 19, 20, 21, 22 des Schleifschuhträgers 2, welche über die gesamte Länge
des Schleifenandruckelementes 1 verteilt angeordnet und deutlich erkennbar sind. Ferner
sind die Durchbrüche 23, 24, 25, 26 des Trägermaterials 10 erkennbar, welche mit den
Durchbrüchen 19, 20, 21, 22 korrespondieren. Über die Kammer 14 des Schleifschuhträgers
2 kann das Kühlmedium zugeführt und über die Kammer 16 abgeführt werden, wobei das
Kühlmedium aus der Kammer 14 über die Durchbrüche 19, 20 und Durchbrüche 23, 24 in
die Polsterung 3 gelangt und über die weiteren Durchbrüche 25, 26 und Durchbrüche
21, 22 in die Kammer 16 des Schleifschuhträgers 2 gelangt, sodass unter Druck das
Kühlmedium, beispielsweise Luft, durch die Polsterung 3 strömen kann. Die Strömungsgeschwindigkeit
kann durch entsprechende Maßnahmen, wie beispielsweise druckerhöhende Vorrichtungen
beschleunigt werden.
[0050] Die Polsterung 3 weist selbst keine Durchbrüche auf und ist durch die Gleitschicht
nach außen hin soweit abgedichtet, dass eine Strömung nur innerhalb der Polsterung
3 erfolgen kann.
[0051] Das gezeigte Ausführungsbeispiel geht davon aus, dass das Kühlmittel beispielsweise
durch Druck über die Durchbrüche 19, 20 und 21, 22 des Trägermaterials in die Polsterung
gelangt.
[0052] Figur 3 zeigt beispielhaft ein zweites Ausführungsbeispiel eines Andruckelements
1 mit einem Schleifschuhträger 2, einer Polsterung 3 und einer Gleitschicht 4. Das
Andruckelement 1 weist einen identischen Aufbau zur Figur 1 auf, mit einem Unterschied.
Die Zufuhr des Kühlmittels erfolgte in diesem Fall durch die beiden Kammern 14, 16
des Andruckelementes 1. Hierzu werden die Durchbrüche 19, 20 und 21, 22 verwendet,
um das Kühlmittel gegebenenfalls unter Druck einzublasen. Das Kühlmittel durchdringt
die Polsterung 3 und kann seitlich aus der Polsterung austreten. Durch die Zufuhr
des Kühlmittels kann beispielsweise eine höhere Strömungsrate erzielt werden, weil
das Kühlmittel durch die beiden Kammern 14, 16 zugeführt werden kann. Darüber hinaus
wird durch den seitlichen Austritt des Kühlmittels aus der Polsterung 3 sichergestellt,
dass die gesamte Polsterung 3 von dem Kühlmittel durchströmt wird.
[0053] Figur 4 zeigt ein Andruckelement 40 mit einem Schleifschuhträger 41, welcher einen
nahezu identischen Aufbau wie der Schleifschuhträger 2 aufweist. Der Unterschied besteht
darin, dass auf die Durchbrüche 19, 20 und 21, 22 verzichtet wurde und somit die beiden
Kammern 14, 16 zur Zuführung des Kühlmittels nicht verwendet werden. Bei dieser Lösung
für das Andruckelement 40 wird das Kühlmittel, beispielsweise Luft, durch das sich
bewegende Schleifband in die Polsterung 44 gedrückt, und zwar auf der Seite des Zulaufs
des Schleifbands, während auf der gegenüberliegenden Seite eine Sogwirkung entsteht,
sodass das Kühlmittel aus der Polsterung 44 herausgesaugt wird. Eingangsseitig der
Polsterung 44 entsteht hierbei ein Überdruck, während ausgangsseitig der Polsterung
44 ein Unterdruck entsteht. Die Polsterung 44 ist wie bei den übrigen Ausführungsbeispielen
mit einer Gleitschicht 45 versehen und mit dem Trägermaterial 46 verbunden. Das Trägermaterial
46 weist wie die anderen Ausführungsvarianten im Randbereich Zungen 47, 48 auf, welche
in der Nut 49 des Schleifschuhträgers 41 einliegen. Der linksseitige Pfeil 50 zeigt
den Eintritt des Kühlmittels, in diesem Fall Luft, und der rechtsseitige Pfeil 51
zeigt den Austritt des Kühlmittels. Die kleineren Pfeile 52 zeigen die Strömungsrichtung
durch die Polsterung 44.
[0054] Soweit beispielsweise ein Abstandsgewirke verwendet wird, welches im Seitenbereich
luftdurchlässig ist, reicht bereits die Bewegung des Schleifbandes aus, um eine ausreichende
Luftströmung durch die Polsterung 44 zu bewirken. Eingangsseitig der Polsterung 44
entsteht hierbei ein Überdruck, während ausgangsseitig der Polsterung 44 durch das
sich bewegende Schleifband ein Unterdruck erzielt, sodass eine gleichmäßige Durchströmung
der Luft durch die Polsterung 44 gewährleistet ist.
Bezugszeichenliste
[0055]
- 1
- Andruckelement
- 2
- Schleifschuhträger
- 3
- Polsterung
- 4
- Gleitschicht
- 5
- Abschrägung
- 6
- Abschrägung
- 7
- Nut
- 8
- Schmalseite
- 9
- Nut
- 10
- Trägermaterial
- 11
- Textilfläche
- 12
- Textilfläche
- 13
- Kammer
- 14
- Kammer
- 15
- Kammer
- 16
- Kammer
- 17
- Kammer
- 18
- Pfeilstruktur
- 19
- Durchbruch
- 20
- Durchbruch
- 21
- Durchbruch
- 22
- Durchbruch
- 23
- Durchbruch
- 24
- Durchbruch
- 25
- Durchbruch
- 26
- Durchbruch
- 27
- Zunge
- 28
- Zunge
- 30
- Schleifband
- 31
- Umlenkrolle
- 32
- Umlenkrolle
- 40
- Andruckelement
- 41
- Schleifschuhträger
- 44
- Polsterung
- 45
- Gleitschicht
- 46
- Trägermaterial
- 47
- Zunge
- 48
- Zunge
- 49
- Nut
- 50
- linksseitiger Pfeil
- 51
- rechtsseitiger Pfeil
- 52
- Pfeile
1. Andruckelement (1, 40) für ein Schleifband (30) einer Breitbandschleifmaschine, bestehend
zumindest aus einem Trägermaterial (10, 46) mit einer Polsterung (3, 44) und einer
Gleitschicht (4, 45),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Polsterung (3, 44) zumindest teilweise aus einem Kühlmedium durchströmbaren Material
besteht und von einem Kühlmittel durchdringbar ist, welches in die Polsterung (3,
44) eintritt und aus der Polsterung (3, 44) wieder austritt.
2. Andruckelement (1, 40) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Polsterung (3, 44) vollständig aus einem Kühlmedium durchströmenden Material
besteht, oder dass die Polsterung (3, 44) in Längs- und/oder Querrichtung ein Kühlmedium
durchströmbares Material aufweist, welches von Randstreifen in Längs- oder Querrichtung
aus einem anderen Polstermaterial eingefasst ist.
3. Andruckelement (1, 40) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlmedium durchströmbare Material aus einem offenzelligen Schaumstoff oder einem
Abstandsgewirke besteht.
4. Andruckelement (1, 40) nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Abstandgewirke aus zumindest zwei offen gewebten Textilflächen (11, 12) besteht,
welche durch Polfäden miteinander verbunden sind, und/oder dass das Abstandsgewirke
aus feuchtigkeitsstabilen Kunstfasern, wie Polyester oder Polyamid besteht.
5. Andruckelement (1, 40) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Stauchhärte des Abstandsgewirkes durch die Anzahl der Polfäden, Maschenreihen,
Maschenstäbchen und Polstäbchen festlegbar ist, und/oder dass die Stauchhärte bei
35 bis 60 kPa ± 15 kPa liegt.
6. Andruckelement (1, 40) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Abstandsgewirke ein Flächengewicht von 500 bis 700 g/m2 ± 70 %, eine Dicke von 5,0 bis 6,0 ± 0,4 mm, 5,0 bis 10 ± 1 Maschenreihen auf 1 cm,
3,5 bis 8,0 ± 1 Maschenstäbchen auf ein 1 cm, 40 bis 170 ± 40 Polstäbchen auf 1 cm2, eine dynamische Dehnung in Längsrichtung von 3 bis 4 % ± 2 % bei 25 N, 5 bis 6 %
± 3 % bei 50 N und 7 bis 9 % ± 3 % bei 100 N, und/oder eine dynamische Dehnung in
Querrichtung von 2,5 bis 74 % ± 15 % bei 25 N, 4 bis 100 % ± 25 % bei 50 N und 7 bis
135 % ± 30 % bei 100 N aufweist
7. Andruckelement (1, 40) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Kühlmedium ein Gas oder Luft einsetzbar ist, wobei das Kühlmedium das Kühlmittel
durchströmbare Material in Längs- und/oder Querrichtung durchdringt.
8. Andruckelement (1, 40) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlmedium über eine erste Kammer (14) des Schleifschuhträgers (2) der Breitbandschleifmaschine
durch zumindest einen ersten Durchbruch (19, 20) in das Kühlmedium durchströmbare
Material eindringt und nach dem Durchströmen des Materials durch zumindest einen zweiten
Durchbruch (21, 22) in eine weitere Kammer (16) des Schleifschuhträgers (2) austritt,
oder dass das Kühlmittel über zumindest eine Kammer (14, 16) vorzugsweise mehrere
Kammern (14, 16) des Schleifschuhträgers (2) der Breitbandschleifmaschine eindringt
und seitlich aus dem Kühlmedium durchströmbaren Material austritt.
9. Andruckelement (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Luft als Kühlmedium durch die Saugkraft des sich bewegenden Schleifbandes in
die Polsterung (44) gedrückt und/oder abgesaugt wird, die Polsterung (44) durchdringt
und seitlich aus der Polsterung (44) austritt.
10. Verfahren zur Herstellung eines Andruckelementes (1, 40) für ein Schleifband einer
Breitbandschleifmaschine, bestehend zumindest aus einem Trägermaterial (10, 46) mit
einer Polsterung (3, 44) und einer Gleitschicht (4, 45), umfassend die Schritte:
- Dimensionierung eines Kühlmedium durchströmbaren Materials als Polsterung (3, 44)
- Vorbenetzen der Kontaktflächen und/oder der Seitenflächen des Kühlmedium durchströmbaren
Materials mit einem Kleber
- Verkleben des Kühlmedium durchströmbaren Materials mit dem Trägermaterial (10, 46).
11. Verfahren nach Anspruch 10,
gekennzeichnet durch die Verwendung eines ersten Klebers zum Vorbenetzen des Kühlmedium durchströmbaren
Materials und eines zweiten Klebers zum Aufkleben mittels Druck und/oder Temperatur
auf das Trägermaterial (10, 46).
12. Verfahren zum Schleifen von großflächigen Werkstoffen, insbesondere Holz- oder Holzersatzwerkstoffen
unter Verwendung eines Andruckelementes (1, 40) für ein Schleifband (30),
gekennzeichnet durch eine Kühlung des Andruckelementes (1, 40)) während des Schleifprozesses durch ein Kühlmedium, welches die Polsterung (3, 44) des Andruckelementes (1, 40) durchströmt.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Strömung des Kühlmediums über den Schleifschuhträger (2, 41) und/oder das Trägermaterial
(10, 46) durch die Polsterung (3, 44) erfolgt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlmedium über den Schleifschuhträger (2) zugeführt und abgeführt wird, und/oder
dass das Kühlmedium unter Druck zugeführt wird, und/oder dass ein ständiger Zufluss
des Kühlmediums durch wenigstens eine erste Kammer (14) des Schleifschuhträgers (2)
in die Polsterung (3) und die Ableitung des Kühlmediums durch zumindest eine zweite
Kammer (16) des Schleifschuhträgers (2) erfolgt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12, 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlmedium durch die Saugkraft des sich bewegenden Schleifbandes durch den Schleifschuhträger
(2, 41) und/oder durch einen ersten Durchbruch (14, 16) des Trägermaterials (10) angesaugt
und durch die Polsterung (3) strömt und seitlich aus der Polsterung (3) austritt,
oder dass das Kühlmedium durch das sich bewegende Schleifband in die Polsterung (44)
gedrückt und/oder abgesaugt wird, die Polsterung (44) durchdringt und seitlich aus
der Polsterung (44) austritt.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Andruckelement (1, 40) für ein Schleifband (30) einer Breitbandschleifmaschine, bestehend
zumindest aus einem Trägermaterial (10, 46) mit einer Polsterung (3, 44) und einer
Gleitschicht (4, 45),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Polsterung (3, 44) zumindest teilweise aus einem Kühlmedium durchströmbaren Material
besteht und von einem Kühlmittel durchdringbar ist, wobei das Kühlmittel durch das
sich bewegende Schleifband in die beidseitig offene Polsterung (3, 44) gedrückt, die
Polsterung (3, 44) durchdringt und aus der Polsterung (3, 44) wieder austritt.
2. Andruckelement (1, 40) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Polsterung (3, 44) vollständig aus einem Kühlmedium durchströmenden Material
besteht, oder dass die Polsterung (3, 44) in Längs- und/oder Querrichtung ein Kühlmedium
durchströmbares Material aufweist, welches von Randstreifen in Längs- oder Querrichtung
aus einem nicht durchdringbaren Polstermaterial eingefasst ist.
3. Andruckelement (1, 40) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlmedium durchströmbare Material aus einem offenzelligen Schaumstoff oder einem
Abstandsgewirke besteht.
4. Andruckelement (1, 40) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Abstandgewirke aus zumindest zwei offen gewebten Textilflächen (11, 12) besteht,
welche durch Polfäden miteinander verbunden sind, und/oder dass das Abstandsgewirke
aus feuchtigkeitsstabilen Kunstfasern, wie Polyester oder Polyamid besteht.
5. Andruckelement (1, 40) nach Anspruche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Stauchhärte des Abstandsgewirkes durch die Anzahl der Polfäden, Maschenreihen,
Maschenstäbchen und Polstäbchen festlegbar ist, und/oder dass die Stauchhärte bei
35 bis 60 kPa ± 15 kPa liegt.
6. Andruckelement (1, 40) nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Abstandsgewirke ein Flächengewicht von 500 bis 700 g/m2 ± 70 %, eine Dicke von 5,0 bis 6,0 ± 0,4 mm, 5,0 bis 10 ± 1 Maschenreihen auf 1 cm,
3,5 bis 8,0 ± 1 Maschenstäbchen auf ein 1 cm, 40 bis 170 ± 40 Polstäbchen auf 1 cm2, eine dynamische Dehnung in Längsrichtung von 3 bis 4 % ± 2 % bei 25 N, 5 bis 6 %
± 3 % bei 50 N und 7 bis 9 % ± 3 % bei 100 N, und/oder eine dynamische Dehnung in
Querrichtung von 2,5 bis 74 % ± 15 % bei 25 N, 4 bis 100 % ± 25 % bei 50 N und 7 bis
135 % ± 30 % bei 100 N aufweist
7. Verfahren zur Herstellung eines Andruckelementes (1, 40) für ein Schleifband einer
Breitbandschleifmaschine, bestehend zumindest aus einem Trägermaterial (10, 46) mit
einer Polsterung (3, 44) und einer Gleitschicht (4, 45), umfassend die Schritte:
- Dimensionierung eines Kühlmedium durchströmbaren Materials als Polsterung (3, 44)
- Vorbenetzen der Kontaktflächen und/oder der Seitenflächen des Kühlmedium durchströmbaren
Materials mit einem Kleber
- Verkleben des Kühlmedium durchströmbaren Materials mit dem Trägermaterial (10, 46).
8. Verfahren nach Anspruch 7,
gekennzeichnet durch die Verwendung eines ersten Klebers zum Vorbenetzen des Kühlmedium durchströmbaren
Materials und eines zweiten Klebers zum Aufkleben mittels Druck und/oder Temperatur
auf das Trägermaterial (10, 46).
9. Verfahren zum Schleifen von großflächigen Werkstoffen, insbesondere Holz- oder Holzersatzwerkstoffen
unter Verwendung eines Andruckelementes (1, 40) für ein Schleifband (30), bestehend
aus zumindest einem Trägermaterial (10, 46) mit einer Polsterung (3, 44) und einer
Gleitschicht (4, 45),
gekennzeichnet durch eine Kühlung des Andruckelementes (1, 40) während des Schleifprozesses durch ein Kühlmedium, welches die Polsterung (3, 44) zumindest teilweise aus einem Kühlmittel
durchströmbaren Material des Andruckelementes (1, 40) durchströmt, wobei das Kühlmedium
durch das sich bewegende Schleifband in die Polsterung (3, 44) gedrückt und/oder abgesaugt
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Strömung des Kühlmediums über den Schleifschuhträger (2, 41) und/oder das Trägermaterial
(10, 46) durch die Polsterung (3, 44) erfolgt.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Kühlmedium ein Gas oder Luft einsetzbar ist, wobei das Kühlmedium das Kühlmittel
durchströmbare Material in Längs- und/oder Querrichtung durchdringt.
12. Verfahren nach Anspruch 9, 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlmedium über eine erste Kammer (14) des Schleifschuhträgers (2) der Breitbandschleifmaschine
durch zumindest einen ersten Durchbruch (19, 20) in das Kühlmedium durchströmbare
Material eindringt und nach dem Durchströmen des Materials durch zumindest einen zweiten
Durchbruch (21, 22) in eine weitere Kammer (16) des Schleifschuhträgers (2) austritt,
oder dass das Kühlmittel über zumindest eine Kammer (14, 16) vorzugsweise mehrere
Kammern (14, 16) des Schleifschuhträgers (2) der Breitbandschleifmaschine eindringt
und seitlich aus dem Kühlmedium durchströmbaren Material austritt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Luft als Kühlmedium durch die Saugkraft des sich bewegenden Schleifbandes in
die Polsterung (44) gedrückt und/oder abgesaugt wird, die Polsterung (44) durchdringt
und seitlich aus der Polsterung (44) austritt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlmedium über den Schleifschuhträger (2) zugeführt und abgeführt wird, und/oder
dass das Kühlmedium unter Druck zugeführt wird, und/oder dass ein ständiger Zufluss
des Kühlmediums durch wenigstens eine erste Kammer (14) des Schleifschuhträgers (2)
in die Polsterung (3) und die Ableitung des Kühlmediums durch zumindest eine zweite
Kammer (16) des Schleifschuhträgers (2) erfolgt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlmedium durch die Saugkraft des sich bewegenden Schleifbandes durch den Schleifschuhträger
(2, 41) und/oder durch einen ersten Durchbruch (14, 16) des Trägermaterials (10) angesaugt
und durch die Polsterung (3) strömt und seitlich aus der Polsterung (3) austritt,
oder dass das Kühlmedium durch das sich bewegende Schleifband in die Polsterung (44)
gedrückt und/oder abgesaugt wird, die Polsterung (44) durchdringt und seitlich aus
der Polsterung (44) austritt.