Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Stopfen eines Gleises, das einen in einem
Schotterbett gelagerten Gleisrost aus Schwellen und darauf befestigten Schienen aufweist,
wobei das Gleis mit einer ein Hebe-/Richtaggregat und ein Stopfaggregat umfassenden
Stopfmaschine befahren wird, wobei während eines Stopfzyklus der Gleisrost mittels
des Hebe-/Richtaggregats in eine Soll-Lage gehoben wird und wobei zumindest eine Schwelle
mittels des Stopfaggregats unterstopft wird. Zudem betrifft die Erfindung eine Stopfmaschine
zur Durchführung des Verfahrens.
Stand der Technik
[0002] Stopfmaschinen sind seit langem bekannt und dienen zur Herstellung oder Instandsetzung
einer vorgegebenen Gleislage eines in einem Schotterbett gelagerten Gleisrostes. Im
Betrieb wird das Gleis mit der Stopfmaschine befahren, wobei ein Hebe-/Richtaggregat
einen zwischen zwei Schienenfahrwerken befindlichen Gleisrostabschnitt anhebt. Dabei
wird die vollzogene Hebung und seitliche Ausrichtung des Gleisrostes mittels eines
maschineneigenen Messsystems erfasst. Fixiert wird der gehobene und gerichtete Gleisrost
mittels eines Stopfaggregats. Sowohl das Hebe-/Richtaggregat als auch das Stopfaggregat
umfassen in der Regel hydraulische Antriebe. Die Ansteuerung dieser Antriebe erfolgt
mittels einer Maschinensteuerung.
[0003] Die Verfahrensschritte zum Stopfen eines Gleises laufen nach dem Stand der Technik
in einer festgelegten Reihenfolge ab. Zuerst wird die Stopfmaschine mit dem Stopfaggregat
über der zu unterstopfende Schwelle positioniert. Dann wird der Gleisrost mit dem
Hebe-/Richtaggregat gehoben und seitlich gerichtet. Nach diesem Hebe- und Richtvorgang
wird die neue Gleislage mittels des Stopfaggregats fixiert. Dabei tauchen beidseits
einer Schwelle mit Vibration beaufschlagte Stopfpickel in das Schotterbett ein. Mit
einer Beistellbewegung werden die bezüglich der Schwelle gegenüberliegenden Stopfpickel
zueinander bewegt, wodurch Schotter unter die angehobene Schwelle geschoben wird.
Die Verdichtung des verlagerten Schotters erfolgt durch die auf den Schotter einwirkende
Vibration der Stopfpickeln. Ein solcher Verfahrensablauf wird beispielsweise in der
EP 1 817 463 A1 beschrieben. Nachteilig kann bei dem bekannten Verfahren eine ungleichmäßige zeitliche
Verteilung der benötigten Energie zur Durchführung eines Stopfzyklus sein.
Darstellung der Erfindung
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
dahingehend zu verbessern, dass für den Hebevorgang und den Stopfvorgang eine effiziente
Energieversorgung ermöglicht wird. Zudem soll eine entsprechende Stopfmaschine angegeben
werden.
[0005] Erfindungsgemäß werden diese Aufgaben gelöst durch die Merkmale der unabhängigen
Ansprüche 1 und 7. Abhängige Ansprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
an.
[0006] Dabei werden mit Vibration beaufschlagte Stopfpickel des Stopfaggregats vor dem Heben
des Gleisrostes in das Schotterbett abgesenkt, wobei nach erfolgter Hebung mittels
des Hebe-/Richtaggregats die Stopfpickel bei gehobenem Gleisrost zueinander beigestellt
werden. Auf diese Weise wird die energieaufwendige Vibrationsbeaufschlagung der Stopfpickel
in zwei Phasen aufgeteilt, wobei dazwischen die Hebung und das Richten des Gleisrostes
erfolgt. Bei einem elektrischen oder hydraulischen Vibrationsantrieb ist während des
Hebe-/Richtvorgangs ein elektrischer oder hydraulischer Akkumulator wieder aufladbar.
Auf diese Weise ist eine begrenzte Kapazität des Akkumulators beziehungsweise eines
elektrischen oder hydraulischen Versorgungssystems optimierbar. Besonders vorteilhaft
ist dieses Verfahren bei bestehenden Stopfmaschinen, die mit einem leistungsstärkeren
Stopfaggregat nachgerüstet werden. Daraus resultieren während eines Stopfvorgangs
höhere Leistungsspitzen, deren zeitliche Abstände zueinander jedoch durch die neue
Abfolge von Eintauchvorgang, Hebevorgang und Beistellvorgang verlängert werden. Damit
bleibt mehr Zeit, einen elektrischen oder hydraulischen Akkumulator mittels einer
bestehenden Kraftquelle - beispielsweise eines Verbrennungsmotors - wieder aufzufüllen,
bevor die nächste Leistungsspitze auftritt.
[0007] Vorteilhafterweise werden das Stopfaggregat und das Hebe-/Richtaggregat zur Ausführung
von Bewegungsvorgängen mittels einer gemeinsamen Maschinensteuerung angesteuert, wobei
der Maschinensteuerung ausgeführte Bewegungsvorgänge des Stopfaggregats und des Hebe-Richtaggregats
mittels Sensoren rückgemeldet werden. Damit sind die Bewegungsabläufe des Stopfaggregats
und des Hebe-/Richtaggregats exakt aufeinander abgestimmt. Durch die Rückmeldung jeder
Bewegungsausführung ist sichergestellt, dass es bei der vorgegebenen Reihenfolge von
Aktionen zu keinen zeitlichen Überschneidungen kommt, die zu unerwünschten Leistungsspitzen
führen könnten.
[0008] Zur Optimierung des Energieverbrauchs wird in einer Weiterbildung des Verfahrens
die Vibration der Stopfpickel während des Hebens des Gleisrostes abgeschaltet. Die
Abschaltung der Vibration ist insbesondere mit vollhydraulischen Stopfaggregaten möglich,
entsprechend den Ausführungen in der
AT 500972 B1. Bei Exzenterantrieben, die wie in der
AT 517999 A1 zur Vibrationserzeugung dienen, erfolgt keine vollständige Abschaltung des Vibrationsantriebs,
sondern eine Nullstellung der Exzentrizität. Der rotatorische Antrieb befindet sich
währenddessen im Leerlauf.
[0009] In einer bevorzugten Variante werden hydraulische Antriebe des Stopfaggregats und
des Hebe-/Richtaggregats mittels eines gemeinsamen Hydrauliksystems oder mittels eines
jeweiligen Hydrauliksystems versorgt, wobei zumindest eine Hydrauliksystemzustandsgröße
mittels eines Sensors überwacht wird und wobei mittels der Maschinensteuerung die
Bewegungsabläufe des Stopfaggregats und/oder des Hebe-/Richtaggregats in Abhängigkeit
der überwachten Hydrauliksystemzustandsgröße vorgegeben werden. In diesem Zusammenhang
gilt auch das Aussetzen der Vibrationsbeaufschlagung als Bewegungspause des Stopfaggregats.
Auf diese Weise wird beispielsweise ein Abfallen eines Hydraulikdrucks unter eine
vorgegebene Schwelle vermieden, wodurch eine durchgehende Prozesssicherheit besteht.
[0010] Vorteilhafterweise wird Hydraulikflüssigkeit in einem Hydraulikspeicher gespeichert,
wobei das Hebe-/Richtaggregat und/oder das Stopfaggregat in Abhängigkeit eines überwachten
Füllzustands des Hydraulikspeichers angesteuert werden. Bei der Dimensionierung der
Hydraulikpumpe und des Hydraulikspeichers wird die erfindungsgemäße Vermeidung von
Lastspitzen berücksichtigt. Das verringert den Platzbedarf und die Belastungen des
entsprechenden Hydrauliksystems.
[0011] Sinnvoll ist eine entsprechende Überwachung sowohl bei einem gemeinsamen Hydrauliksystem
als auch bei zwei separaten Hydrauliksystemen, die mittels einer gemeinsamen Kraftquelle
versorgt werden. Dabei ist die Kraftquelle mit einer Hydraulikpumpe des jeweiligen
Hydrauliksystems gekoppelt. Ein erstes Hydrauliksystem versorgt das Hebe-/Richtaggregat
und ein zweites Hydrauliksystem versorgt das Stopfaggregat. In beiden Hydrauliksystemen
ist ein jeweiliger Hydraulikspeicher angeordnet, wobei die Hydraulikspeicher mittels
der gemeinsamen Kraftquelle über die zugeordneten Hydraulikpumpen zeitversetzt befüllt
werden.
[0012] Bei einer weiteren bevorzugten Variante werden die Stopfpickel mittels eines elektrischen
Antriebs mit Vibration beaufschlagt, wobei elektrische Energie zur Versorgung des
elektrischen Antriebs in einem elektrischen Speicher gespeichert wird. Die Aggregate
der Stopfmaschine werden dabei mit der jeweils optimalen Antriebsart betrieben. Rotatorische
Vibrationsantriebe sind als Elektromotoren ausgebildet. Mittels Hydraulikzylinder
werden Hebe- und Beistellkräfte erzeugt, insbesondere für eine sogenannte asynchrone
Gleichdruckstopfung.
[0013] Die erfindungsgemäße Stopfmaschine zum Stopfen eines Gleises umfasst einen auf Schienenfahrwerken
verfahrbaren Maschinenrahmen, an dem ein Hebe-/Richtaggregat und ein Stopfaggregat
angeordnet sind, und eine Maschinensteuerung zur Generierung von Steuersignalen, wobei
die Maschinensteuerung zur Durchführung eines der oben beschriebenen Verfahren eingerichtet
ist. In der Maschinensteuerung ist somit ein Steuerungsprogramm installiert, mittels
dem während eines Stopfzyklus zuerst das Stopfaggregat aktiviert wird. Infolgedessen
tauchen zunächst die Stopfpickel in das Schotterbett ein und nachfolgend wird das
Hebe-/Richtaggregat aktiviert. Eine Bestellbewegung der Stopfpickel erfolgt bei gehobenem
und gerichtetem Gleisrost.
[0014] In einer Weiterbildung ist ein Energieversorgungssystem mit einer Speichereinrichtung
angeordnet, wobei ein Überwachungssignal der Speichereinrichtung der Maschinensteuerung
zugeführt ist. Auf diese Weise ist die mittels der Maschinensteuerung vorgegebene
Aktivierungsabfolge der Aggregate auf den aktuellen Speicherzustand anpassbar. Damit
ist sichergestellt, dass immer genügend Energie zur Durchführung eines nächstfolgenden
Verfahrensschritts zur Verfügung steht.
[0015] Bei einer vorteilhaften Ausführung mit hoher Prozesssicherheit umfasst das Stopfaggregat
zur Vibrationserzeugung einen Exzenterantrieb mit verstellbarer Exzentrizität. Einerseits
wird damit auch bei hohen Widerständen im Schotterbett eine Vibrationsamplitude aufrechterhalten.
Andererseits ist durch die Verstellbarkeit der Exzentrizität jederzeit eine Vibrationspause
mit geringem Energieverbrauch möglich.
[0016] In einer Alternative umfasst das Stopfaggregat einen Hydraulikzylinder zur Vibrationserzeugung.
Insbesondere werden vorhandene Beistellzylinder zusätzlich zur Vibrationserzeugung
genutzt. Ein hoher Energieverbrauch während der Vibrationserzeugung wird durch die
Abschaltung der Vibration während des Hebe-/Richtvorgangs ausgeglichen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend in beispielhafter Weise unter Bezugnahme auf die beigefügten
Figuren erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- Stopfmaschine auf einem Gleis
- Fig. 2
- Blockschaltbild mit einem gemeinsamen Hydrauliksystem
- Fig. 3
- Blockschaltbild mit zwei Hydrauliksystemen
Beschreibung der Ausführungsformen
[0018] Die in Fig. 1 dargestellte Stopfmaschine 1 umfasst einen Maschinenrahmen 2, der auf
Schienenfahrwerken 3 abgestützt auf einem Gleis 4 verfahrbar ist. Das Gleis 4 weist
einen aus Schwellen 5 und darauf befestigten Schienen 6 gebildeten Gleisrost 7 auf,
der in einem Schotterbett 8 gelagert ist. Am Maschinenrahmen 2 der Stopfmaschine 1
sind ein Hebe-/Richtaggregat 9 und ein Stopfaggregat 10 angeordnet. Gegebenenfalls
dient eine Zusatzhebevorrichtung 11 als Erweiterung des Hebe-/Richtaggregats 9 zum
Heben eines abzweigenden Strangs in einer Weiche.
[0019] Die Hebung eines Gleisabschnitts bzw. einer Weiche durch das Hebe-/Richtaggregat
9 erfolgt in Bezug zu einem maschineneignen Messsystem 12. Im einfachsten Fall umfasst
dieses Messsystem 12 mehrere Drahtsehnen 13, die zwischen am Gleis 4 geführten Messradachsen
14 gespannt sind. Mittels eines Messwertgebers 15 wird die Höhenlage des Gleisrostes
7 im Bereich des Hebe-/Richtaggregats 9 erfasst. Beispielsweise ist eine weitere Messradachse
14 angeordnet, mit der über Gestänge Abstandsänderungen der Schienen 6 relativ zu
den als Bezugselemente dienenden Drahtsehnen 13 bestimmt werden.
[0020] Für das vorliegende Verfahren sind auch andere Messsysteme 12 einsetzbar, insbesondere
optische Messsysteme, die optische Messsehnen sowie Kamerasysteme mit Mustererkennung
aufweisen. Dabei umfasst der Messwertgeber 15 beispielsweise einen Bildsensor zur
Auswertung von optischen Signalen. Die seitliche Lage des Gleisrostes 7 wird ebenfalls
gegenüber dem jeweiligen Bezugssystem erfasst.
[0021] Zur Ansteuerung des Hebe-/Richtaggregats 9 und des Stopfaggregats 10 ist eine Maschinensteuerung
16 vorgesehen. Damit werden beispielsweise Proportionalventile angesteuert, die hydraulischen
Hebeantrieben 17 und Richtantrieben 18 des Hebe-/Richtaggregats 9 zugeordnet sind.
Zur Hebung und zum seitlichen Richten eines Gleisabschnitts bzw. einer Weiche ist
ein Regelkreis eingerichtet. Dabei bildet das System aus Gleis 4 bzw. Weiche und der
Hebeanordnung eine Regelstrecke, auf die verschiedene Störgrößen einwirken können.
[0022] Das Stopfaggregat 10 umfasst einen hydraulischen Höhenstellantrieb 19, mittels dem
ein Werkzeugträger 20 mit daran befestigten Stopfwerkzeugen höhenverstellbar ist.
Am unteren Ende der Stopfwerkzeuge sind Stopfpickel 21 angeordnet, die beim Absenken
des Werkzeugträgers 20 zwischen den Schwellen 5 in das Schotterbett 8 eintauchen.
Die oberen Enden der Stopfwerkzeuge sind mit hydraulischen Beistellantrieben 22 verbunden.
Ausfahrende Kolbenstangen dieser Beistellantriebe 22 bewirken eine Beistellbewegung
der Stopfpickel 21.
[0023] In einer Variante sind die Beistellantriebe 22 zusätzlich zur Vibrationserzeugung
eingerichtet. Dabei werden eine kolbenseitige Druckkammer und eine stangenseitige
Druckkammer alternierend mit erhöhtem Druck beaufschlagt. Die auf diese Weise erzeugte
Vibrationsbewegung ist der Beistellbewegung überlagerbar.
[0024] Eine bevorzugte Variante umfasst einen eigenen Vibrationsantrieb 23, an den die Beistellantriebe
22 angeschlossen sind. Beispielsweise umfasst der Vibrationsantrieb 23 eine Exzenterwelle
mit verstellbaren Exzentrizitäten. Der jeweils an einen exzentrischen Abschnitt angeschlossene
Beistellantrieb 22 wird bei rotierender Exzenterwelle in Vibration versetzt. Diese
Vibration überträgt sich über den Beistellantrieb 22 auf den zugeordneten Stopfpickel
21. Bei Nullstellung der Exzentrizitäten läuft ein Rotationsantrieb im Leerlauf und
es wirken keine Vibrationen auf die Beistellantriebe 22.
[0025] Erfindungsgemäß erfolgt die Aktivierung der einzelnen Antriebe 17, 18, 19, 22, 23
in der Weise, dass keine Leistungsspitzen mit besonders hohem Energieverbrauch auftreten.
Im Fokus stehen zwei Verfahrensschritte, während derer die Stopfpickel 21 sowohl mit
Vibration beaufschlagt als auch im Schotterbett 8 bewegt werden. Das ist der Eintauchvorgang
und der Beistellvorgang. Zwischen diesen beiden Vorgängen mit besonders hoher Leistung
ist eine Pause vorgesehen.
[0026] In dieser Pause wird ein gegebenenfalls vorhandener Energiespeicher wieder aufgeladen.
Insbesondere ein hydraulischer Vibrationsantrieb 23 erfordert hohe Durchflussmengen
an Hydraulikflüssigkeit, was zu einem raschen Druckabfall in einem Hydrauliksystem
24 führen kann. Genutzt wird die Dauer der Pause für das Heben und Richten des Gleisrostes
7. Auf diese Weise bleibt die Gesamtdauer eines Stopfzyklus gegenüber einer bekannten
Bewegungsabfolge annähernd unverändert.
[0027] In den Figuren 2 und 3 sind Energieversorgungssysteme der Stopfmaschine 1 schematisch
dargestellt. Das Energieversorgungssystem in Fig. 1 umfasst ein gemeinsames Hydrauliksystem
24, mit dem sowohl das Hebe-/Richtaggregat 9 als auch das Stopfaggregat 10 versorgt
werden. Die Variante in Fig. 2 umfasst zwei separate Hydrauliksysteme 24, die über
Hydraulikpumpen 25 und ein Pumpenverteilgetriebe 26 mit einem gemeinsamen Antriebsmotor
27 gekoppelt sind.
[0028] Die Funktionsweise wird anhand eines Hydrauliksystems 24 erläutert. Ein elektrisches
Energieversorgungssystem oder ein Hybridsystem funktioniert in entsprechender Weise.
Im Betrieb baut die Hydraulikpumpe 25 im Hydrauliksystem 24 einen Betriebsdruck auf,
der mittels eines Hydraulikspeichers 28 (Akkumulator) gehalten wird. Bei einem elektrischen
oder hybriden System ist gegebenenfalls ein elektrischer Energiespeicher angeordnet.
[0029] An das Hydrauliksystem sind die Antriebe 17, 18, 19, 22, 23 des Hebe-/Richtaggregats
9 und des Stopfaggregats 10 angeschlossen. Die aus den Antrieben 17, 18, 19, 22, 23
abfließende Hydraulikflüssigkeit wird in einem Hydrauliktank 29 gefiltert und erneut
der Hydraulikpumpe 25 zugeführt.
[0030] Die Aktivierung des Vibrationsantriebs 23 führt zu einem hohen Durchfluss der Hydraulikflüssigkeit,
weil eine Vibrationsamplitude (einige Millimeter) mit hoher Vibrationsfrequenz (35Hz
bis 45Hz) aufrechterhalten werden soll. Das gilt besonders für kombinierte hydraulische
Antriebe, die sowohl die Vibration als auch die Beistellbewegung im jeweiligen Beistellhydraulikzylinder
22 erzeugen. Somit führt die Vibrationsbeaufschlagung zu einer erhöhten Belastung
des Hydrauliksystems 24, wobei insbesondere ein Druckabfall im Hydraulikspeicher 28
problematisch ist.
[0031] Die Senk-, Hebe-, Richt- und Beistellbewegungen der entsprechenden hydraulischen
Antriebe 17, 18, 19, 22 bewirken einen geringen Durchfluss der Hydraulikflüssigkeit,
weil ein Stellweg pro Zeiteinheit im Vergleich zur Vibrationsbewegung geringer ist.
Die Senk-, Hebe-, Richt- und Beistellbewegungen führen somit zu keinem raschen Druckabfall
im Hydrauliksystem 24.
[0032] Zur Überwachung des gemeinsamen oder des jeweiligen Hydrauliksystems 24 ist ein Sensor
30 angeordnet, beispielsweise im Hydraulikspeicher 28. Bei der Variante in Fig. 3
wird zumindest der dem Stopfaggregat 10 zugeordnete Hydraulikspeicher 28 überwacht.
Ein Messsignal des Sensors 30 ist der Maschinensteuerung 16 zugeführt. Damit wird
ein vorteilhaftes Verfahren ermöglicht, bei dem die Aggregate 9, 10 in Abhängigkeit
einer Systemzustandsgröße (z.B. Druck oder Füllstand des Speichers 28) des überwachten
Hydrauliksystems 24 angesteuert werden. Der Antriebsmotor 27 und die jeweilige Hydraulikpumpe
25 werden dabei durchgehend in einem optimalen Leistungsbereich betrieben, wobei Leistungsspitzen
der Aggregate 9, 10 mittels des gemeinsamen oder des jeweiligen Hydraulikspeichers
28 abgedeckt werden. Die Durchflussmenge der jeweiligen Hydraulikpumpe 25 bleibt im
Wesentlichen konstant. Das Ziel ist eine ausgeglichene Energiebilanz über die Dauer
eines Stopfvorgangs hinweg.
[0033] Der jeweilige Stopfvorgangs beginnt mit der Positionierung des Stopfaggregats 10
über der zu unterstopfenden Schwelle 5. Erfindungsgemäß wird im nächsten Schritt der
Werkzeugträger 20 mit den Stopfwerkzeugen abgesenkt. Dabei tauchen die mit Vibration
beaufschlagten Stopfpickel 21 in das Schotterbett 8 ein. Während dieses Vorgangs leert
sich der zugeordnete Hydraulikspeicher 28, weil der Hydraulikflüssigkeitsverbrauch
der Vibrationserzeugung die Durchflussmenge der Hydraulikpumpe 25 übersteigt.
[0034] Im nächsten Verfahrensschritt pausiert das Stopfaggregat 10 und der Gleisrost 7 wird
mittels des Hebe-/Richtaggregats 9 gehoben und seitlich gerichtet. Bei einem gemeinsamen
Hydraulikspeicher 28 erfolgt ein Füllvorgang, weil der Hydraulikflüssigkeitsverbrauch
der Hebe- und Richtantriebe 17, 18 unter der Durchflussmenge der Hydraulikpumpe 25
liegt (Fig. 2). Bei separaten Hydrauliksystemen 24 erfolgt ohnedies eine Befüllung
des Hydraulikspeichers 28, der dem pausierenden Stopfaggregat 10 zugeordnet ist (Fig.
3).
[0035] Mittels des Sensors 30 wird eine Füllmenge des jeweiligen Hydraulikspeichers 28 oder
ein aktueller Systemdruck mit einem in der Maschinensteuerung 16 hinterlegten Schellenwert
abgeglichen. Auf diese Weise wird das Stopfaggregat 10 erst dann aktiviert, wenn die
gespeicherte Energie für den nachfolgenden Beistellvorgang ausreicht.
[0036] Während des Beistellvorgangs leert sich der Hydraulikspeicher 28 aufgrund der Vibrationsbeaufschlagung
der Stopfpickel 21 wieder. Aufgrund der Pause zwischen dem Eintauchvorgang und dem
Beistellvorgang ist jedoch sichergestellt, dass die Versorgung durch das Hydrauliksystem
24 durchgehende aufrechterhalten bleibt.
[0037] Ein entsprechendes Verfahren ist für einen elektrisch betriebenen Vibrationsantrieb
23 vorgesehen. Ein elektrisches Energieversorgungssystem umfasst einen elektrischen
Speicher, der durchgängig aufgeladen wird. Während eines Eintauchvorgangs der vibrierenden
Stopfpickel 21 wird mehr Energie verbraucht, als zugeführt wird. Eine Aufladung des
elektrischen Speichers erfolgt während des Hebe-Richtvorgangs, sodass beim nachfolgenden
Beistellvorgang wieder genügend Energie für die Vibrationsbeaufschlagung zur Verfügung
steht.
[0038] Zur weiteren Verbesserung des Verfahrens sind die Aggregate 9, 10 der Stopfmaschine
1 mit Bewegungs- oder Positionssensoren 31 ausgestattet. Mittels dieser Sensoren 31
werden aktuelle Stellung von Rollzangen oder Hebehaken des Hebe-/Richtaggregats 9
sowie der Stopfwerkzeuge an die Maschinensteuerung 16 gemeldet. Damit sind die einzelnen
Bewegungsvorgänge optimal aufeinander abstimmbar.
1. Verfahren zum Stopfen eines Gleises (4), das einen in einem Schotterbett (8) gelagerten
Gleisrost (7) aus Schwellen (5) und darauf befestigten Schienen (6) aufweist, wobei
das Gleis (4) mit einer ein Hebe-/Richtaggregat (9) und ein Stopfaggregat (10) umfassenden
Stopfmaschine (1) befahren wird, wobei während eines Stopfzyklus der Gleisrost (7)
mittels des Hebe-/Richtaggregats (9) in eine Soll-Lage gehoben wird und wobei zumindest
eine Schwelle (5) mittels des Stopfaggregats (10) unterstopft wird, dadurch gekennzeichnet, dass mit Vibration beaufschlagte Stopfpickel (21) des Stopfaggregats (10) vor dem Heben
des Gleisrostes (7) in das Schotterbett (8) abgesenkt werden und dass die Stopfpickel
(21) bei gehobenem Gleisrost (7) zueinander beigestellt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Stopfaggregat (10) und das Hebe-/Richtaggregat (9) zur Ausführung von Bewegungsvorgängen
mittels einer gemeinsamen Maschinensteuerung (16) angesteuert werden und dass der
Maschinensteuerung (16) ausgeführte Bewegungsvorgänge des Stopfaggregats (10) und
des Hebe-Richtaggregats (9) mittels Sensoren (31) rückgemeldet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vibration der Stopfpickel (21) während des Hebens des Gleisrostes (7) abgeschaltet
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass hydraulische Antriebe (17, 18, 19, 22, 23) des Stopfaggregats (10) und des Hebe-/Richtaggregats
(9) mittels eines gemeinsamen Hydrauliksystems (24) oder mittels eines jeweiligen
Hydrauliksystems (24) versorgt werden, dass zumindest eine Systemzustandsgröße mittels
eines Sensors (30) überwacht wird und dass mittels der Maschinensteuerung (16) die
Bewegungsabläufe des Stopfaggregats (10) und/oder des Hebe-/Richtaggregats (9) in
Abhängigkeit der überwachten Systemzustandsgröße vorgegeben werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass Hydraulikflüssigkeit in einem Hydraulikspeicher (28) gespeichert wird und dass das
Hebe-/Richtaggregat (9) und/oder das Stopfaggregat (10) in Abhängigkeit eines überwachten
Füllzustands des Hydraulikspeichers (28) angesteuert werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stopfpickel (21) mittels eines elektrischen Antriebs (23) mit Vibration beaufschlagt
werden und dass elektrische Energie zur Versorgung des elektrischen Antriebs (23)
in einem elektrischen Speicher gespeichert wird.
7. Stopfmaschine (1) zum Stopfen eines Gleises (4), mit einem auf Schienenfahrwerken
(3) verfahrbaren Maschinenrahmen (2), an dem ein Hebe-/Richtaggregat (9) und ein Stopfaggregat
(10) angeordnet sind und mit einer Maschinensteuerung (16) zur Generierung von Steuersignalen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Maschinensteuerung (16) zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 6 eingerichtet ist.
8. Stopfmaschine (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Energieversorgungssystem mit einer Speichereinrichtung (28) angeordnet ist und
dass ein Überwachungssignal der Speichereinrichtung (28) der Maschinensteuerung (16)
zugeführt ist.
9. Stopfmaschine (1) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Stopfaggregat (10) zur Vibrationserzeugung einen Exzenterantrieb mit verstellbarer
Exzentrizität umfasst.
10. Stopfmaschine (1) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Stopfaggregat (10) einen Hydraulikzylinder zur Vibrationserzeugung umfasst.