[0001] Die Erfindung betrifft eine Flasche mit einem Flaschenkorpus aus Kunststoff und einem
Verschluss.
[0002] Eine derartige Flasche wird als Behälter für Getränke, Waschmittel und andere flüssige
Konsumgüter massenhaft in vielfältiger Weise weltweit eingesetzt. Beispielsweise ist
aus der
EP 1 176 100 A1 eine Flasche für flüssiges Waschmittel bekannt, deren Flaschenkorpus eine Schulter,
einen an der Schulter angeformten Hals mit einer Abgabeöffnung, die sich mit dem Verschluss
verschließen lässt, einen Boden sowie einen Mantelbereich aufweist, der sich zwischen
Schulter und Boden in einer Vertikalrichtung des Flaschenkorpus erstreckt.
[0003] Um Informationen über den flüssigen Inhalt zu geben bzw. für den flüssigen Inhalt
zu werben, weist die Flasche der
EP 1 176 100 eine mit einer Bedruckung oder einem Layout versehene Banderole auf, die an einer
Außenseite des Mantelbereichs anliegt. Die Banderole ist als Shrink Sleeve ausgebildet,
d. h. die Banderole ist aus einer Schrumpffolie gefertigt, die nach erfolgtem Anbringen
an dem Mantelbereich erwärmt wird und sich aufgrund des Wärmeeintrags zusammenzieht
und somit mit einer gewissen Eigenspannung eng an dem Flaschenkorpus anliegt.
[0004] Banderolen aus Schrumpffolie (Shrink Sleeve) weisen gewisse Nachteile auf: Zum Erwärmen
der Schrumpffolie wird zusätzliche Energie benötigt. Durch das Schrumpfen kann es
zu unerwünschten Verzerrungen der Bedruckung bzw. des Layout kommen. Je nach Form
des Flaschenkorpus kann es sein, dass zur Fixierung der Banderole zusätzlich ein Kleber
zwischen Banderole und Außenseite des Mantelbereichs verwendet werden muss. Der Einsatz
des Klebers bedeutet zusätzlichen Materialaufwand und kann beim Recyceln der Flasche
zu Problemen führen, wenn die Banderole von dem Flaschenkorpus getrennt werden muss.
[0005] Aus der
US 2014/0374298 A1 ist eine Flasche mit Flaschenkorpus und Verschluss bekannt, bei der der Boden eine
in den Aufnahmeraum des Flaschenkorpus ragende Stapelvertiefung aufweist. Die Stapelvertiefung
ist zur vollständigen Aufnahme des Verschlusses und des Halses einer baugleichen Flasche
geeignet. Bei einer Stapelung von einer oberen Flasche auf einer unteren Flasche ruht
dabei das Gewicht der oberen Flasche vollständig auf der Schulter der unteren Flasche.
Der Vorteil dieser Maßnahme besteht darin, dass der Verschluss und der Hals keine
Vertikalkräfte aufnehmen müssen, welche durch das Gewicht der darüber angeordneten
Flasche verursacht werden. Zudem lässt sich bei Stapelung solcher Flaschen, beispielsweise
auf einer Palette, die benötigte Stapelhöhe pro Lage und somit der Raumbedarf gering
halten.
[0006] Zusätzlich zu dem geringen Raumbedarf trägt bei, dass der Mantelbereich der Flasche
der
US 2014/0374298 A1 einen in etwa quadratischen Querschnitt aufweist, wodurch das Totraumvolumen zwischen
benachbarten Flaschen minimiert werden kann. Der quadratische Querschnitt liegt dabei
in einer Ebene senkrecht zur Vertikalrichtung. Diese Ebene wird im Folgenden als Horizontalebene
bezeichnet. Der Mantelbereich weist entsprechend eine Frontwand, eine der Frontwand
gegenüberliegende parallele Rückwand und zwei zwischen Frontwand und Rückwand verlaufende,
zueinander parallele Seitenwände auf, die senkrecht zu Frontwand und Rückwand stehen.
Im oberen Abschnitt des Mantelbereichs ist eine Einschnürung vorgesehen, wodurch sich
die Flasche leichter mit einer Hand greifen lässt. In einem unteren Abschnitt weist
der Mantelbereich Rillen bzw. Rippen auf, welche sowohl einen positiven Einfluss auf
die horizontale Steifigkeit der Flasche im Gebrauch als auch die vertikale Komprimierbarkeit
(Kollabierbarkeit) der entleerten Flasche nach Gebrauch im Zuge des Flaschenrecycling
positiv beeinflussen.
[0007] Die
US 2014/0374298 schlägt vor, um eine Gruppe von nebeneinander angeordneten Flaschen (beispielsweise
in einer Anordnung von zwei Reihen mit jeweils drei Flaschen, wie dies bei einem allgemein
bekannten Six-Pack der Fall ist) eine Schrumpffolie zu legen, sodass diese sechs Flaschen
ein stabiles Gebinde bilden. Dabei weist die Schrumpffolie obere und untere Öffnungen
auf, sodass die Hälse und die Verschlüsse im Stapel in die entsprechenden Stapelvertiefungen
der darüber liegenden Flaschen greifen können, ohne dass dabei die Schrumpffolie dabei
im Wege ist.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Flasche mit Flaschenkorpus aus Kunststoff
und Verschluss bereitzustellen, die Ressourcen schonend herstellbar ist, sich gut
stapeln lässt und einfach recycelt werden kann.
[0009] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird mit der Merkmalskombination gemäß
Anspruch 1 gelöst. Ausführungsbeispiele der Erfindung können den Unteransprüchen zu
Anspruch 1 entnommen werden.
[0010] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der Querschnitt des Flaschenkorpus, der in der
senkrecht zur Vertikalrichtung erstreckenden Horizontalebene liegt, über die gesamte
Höhe des Mantelbereichs in Form und Größe konstant ist, und dass die an der Außenseite
des Mantelbereichs anliegende Banderole als Stretch Sleeve ausgebildet ist. Der Mantelbereich
weist somit keine Einschnürungen in Vertikalrichtung oder horizontal verlaufende Rippen
oder Rillen auf. Die Banderole (Stretch Sleeve) ist aus einem elastischen Kunststoffmaterial,
welches vorzugsweise Polyethylen (PE) ist. Die Banderole lässt sich in einem vorgespannten,
d. h. gedehnten, Ausgangszustand über den Mantelbereich ziehen und wird dann durch
die elastischen Rückstellkräfte gegen die Außenseite des Mantelbereichs gedrückt.
Wesentlich ist hierbei, dass die Banderole um den gesamten Mantelbereich umlaufend
verläuft, d. h. alle Flaschenwandabschnitte, zumindest teilweise bedeckt. Ganz besonders
bevorzugt bedeckt die Banderole komplett umlaufend den gesamten Mantelbereich vollständig.
Die Banderole wirkt dabei auf den Mantelbereich wie eine verstärkende umlaufende Ummantelung,
die den Mantelbereich mit einer gewissen Kraft nach innen drückt bzw. in Position
hält. So wirkt die Banderole einer Ausbeulung des Mantelbereichs entgegen, die stattfinden
kann, wenn die Flasche in Vertikalrichtung mit einer Druckkraft beaufschlagt, also
gestaucht wird. Die derart als Stretch-Sleeve ausgebildete Banderole sorgt somit für
eine größere vertikale Stauchfestigkeit der Flasche. Dies begünstigt die Stapelbarkeit
der Flasche, da mehrere Flaschen einschließlich Inhalt sicher übereinandergestapelt
werden können, ohne dass dabei eine Flasche beschädigt wird oder so sehr verformt
wird, dass der Stapel instabil wird.
[0011] Umgekehrt lässt sich durch die Banderole als Stretch Sleeve bei einem vorgegebenen
Mindestwert für die Stauchfestigkeit der Flasche der Materialeinsatz für den Flaschenkorpus
reduzieren. Dies führt zu einer Flasche, deren Herstellung vergleichsweise wenig Material
erfordert. Ein bevorzugtes Material für den Flaschenkorpus stellt Polyethylenterephthalat
(PET) dar. PET weist auch in Form von recyceltem PET eine hohe Transparenz auf, sodass
der in dem Aufnahmeraum des Flaschenkorpus befindliche flüssige Inhalt gut von außen
sichtbar ist.
[0012] Versuche haben gezeigt, dass sich die Stauchfestigkeit der Flasche in einer konkreten
Ausführungsform bei einem vorgegebenen Stauchweg von beispielsweise 3 mm in Vertikalrichtung
durch den Stretch Sleeve gegenüber einer Flasche ohne jegliche Banderole um ca. 20
% steigern lässt. Auch gegenüber einer Flasche, deren Banderole durch eine wärmegeschrumpfte
Folie (Shrink Sleeve) gebildet wird, lässt sich durch den Stretch Sleeve die Stauchfestigkeit
in einer gleichen Größenordnung von etwa 20 % erhöhen.
[0013] In einem ersten Ausführungsbeispiel verlaufen in einer Horizontalebene im Querschnitt
die Flaschenseitenwände geradlinig. Die Seitenwände sind somit eben und sind weder
in Vertikalrichtung noch quer dazu, d. h. horizontal, gewölbt oder gekrümmt. In einem
solchen Ausführungsbeispiel stellt der Flaschenquerschnitt des Mantelbereichs im Wesentlichen
ein Rechteck mit geraden Kanten dar.
[0014] Vorzugsweise weist die Frontwand jedoch gemäß einer weiteren Ausführungsvariante
eine nach außen gerichtete Wölbung auf, die sich über eine gesamte Breite der Frontwand
erstreckt. Die Frontwand ist somit durchgängig konvex ausgebildet und weist keine
Bereiche auf, die nach innen gewölbt sind bzw. konkav sind. In der Horizontalebene
kann die Wölbung der Frontwand über die gesamte Breite der Frontwand einem Kreisbogen
eines Kreises mit einem Radius Rw (Wölbungsradius Rw) entsprechen. Ein Winkelbereich
dieses Kreisbogens beträgt vorzugsweise 20 bis 70°, wobei ein kleinerer Winkelbereich
bei gegebener Breite der Frontwand einen größeren Wölbungsradius Rw und damit eine
weniger ausgeprägte Krümmung der Frontwand bedeutet. Der Mittelpunkt des Kreises liegt
vorzugsweise außerhalb des Aufnahmeraums des Flaschenkorpus.
[0015] Die Frontwand und die Rückwand können spiegelsymmetrisch ausgebildet sein, so dass
bei der Ausführung der Frontwand mit der nach außen gerichteten Wölbung die Rückwand
die gleiche nach außen gerichtete Wölbung aufweist. In einem solchen Ausführungsbeispiel
stellt der Flaschenquerschnitt des Mantelbereichs im Wesentlichen ein Rechteck mit
zumindest zwei nach außen gewölbten Kanten dar. Für den Fall, dass neben Front- und
Rückwand auch die dazwischen sich erstreckenden Seitenwandabschnitte nach außen gewölbt
(konvex) gestaltet sind ergibt sich ein im Wesentlichen ein rechteckiger Flaschenquerschnitt
des Mantelbereichs mit nach außen (konvex) gewölbten Kanten.
[0016] Der Mantelbereich kann in Vertikalrichtung verlaufende Kanten aufweisen, die abgerundet
sind und zwischen der Frontwand und den angrenzenden Seitenwänden bzw. zwischen der
Rückwand und den angrenzenden Seitenwänden angeordnet sind. Eine abgerundete Kante
kann im Querschnitt gesehen einen konstanten Rundungsradius R
R1 aufweisen. Der Rundungsradius R
R1 beträgt vorzugsweise weniger als 20% oder 15 % des Wölbungsradius Rw. Der Rundungsradius
R
R1 kann beispielsweise 8 bis 12 mm betragen.
[0017] Der Boden kann eine Bodenabrundung und einen Bodengrund aufweisen, wobei die Bodenabrundung
an einem unteren Rand des Mantelbereichs ansetzt und in den Bodengrund übergeht. Die
Bodenabrundung kann einen konstanten Rundungsradius R
R2 aufweisen, der in einem Ausführungsbeispiel in etwa (hier: +/- 10%) dem Rundungsradius
R
R1 der in Vertikalrichtung verlaufenden Kanten entspricht.
[0018] In einem Ausführungsbeispiel weist die Schulter einen stufenförmigen Absatz mit einer
im Wesentlichen in der Horizontalebene liegenden Auflagefläche und mit einem Absatzrand
auf, der eine im Wesentlichen in Vertikalrichtung verlaufende Verriegelungsfläche
ausbildet. Der Boden kann eine Verriegelungsvertiefung zur Aufnahme des stufenförmigen
Absatzes aufweisen, wobei die Verriegelungsvertiefung mit einer Abstützfläche und
einem Vertiefungsrand ausgestattet ist, der eine im Wesentlichen in Vertikalrichtung
verlaufende Gegenfläche ausbildet. Bei der Stapelung von der oberen Flasche auf der
unteren Flasche liegt Abstützfläche der oberen Flasche auf der Auflagefläche der unteren
Flasche vorzugsweise flächig auf. Durch diese definiert flächige Auflage ergibt sich
eine besonders günstige Übertragung vertikaler Druckkräfte innerhalb des Flaschenkorpus,
was selbstverständlich die vertikale Stauchfestigkeit der Flasche positiv beeinflusst.
Die Verriegelungsfläche der unteren Flasche und die Gegenfläche der oberen Flasche
liegen dabei aneinander an. Durch diese Anlage von Verriegelungsfläche und Gegenfläche
wird zwischen oberer Flasche und unterer Flasche einen Formschluss in der Horizontalebene
erzeugt. Dieser Formschluss bewirkt, dass die obere Flasche gegenüber der unteren
Flasche im Stapel ausgerichtet ist und nicht verrutschen kann, wodurch der Stapel
stabiler wird. Zu Präsentationszwecken im Regal lassen sich somit mehrere Flaschen
in einfacher Weise übereinander stapeln, wodurch die Ausrichtung der gestapelten Flaschen
durch den Formschluss zwischen Verrieglungsfläche und Gegenfläche geschieht.
[0019] Zwischen Gegenfläche und Verriegelungsfläche kann ein Spiel vorgesehen sein, wodurch
beim Stapeln der Flaschen sich die Verriegelungsvertiefung leichter auf den stufenförmigen
Absatz setzen lässt. Alternativ kann es sich auch um eine spiellose Passung zwischen
Gegenfläche und Verriegelungsfläche handeln, sodass die Ausrichtung und die Positionierung
der oberen Flasche im Bezug zur unteren Flasche sehr exakt erfolgt. Zudem ist es denkbar,
dass Gegenfläche und Verriegelungsfläche eine Presspassung ausbilden, sodass die Gegenfläche
in der Horizontalebene gesehen mit einer gewissen Horizontalkraft gegen die Verriegelungsfläche
gedrückt wird. In einem Ausführungsbeispiel bilden Gegenfläche und Verriegelungsfläche
in Vertikalrichtung gesehen einen Hinterschnitt aus, sodass beim vertikalen Aufsetzen
der oberen Flasche auf die untere Flasche eine gewisse Gegenkraft überwunden werden
muss und Gegenfläche und Verriegelungsfläche einen Schnappverschluss bilden. Bei geschlossenem
Schnappverschluss, also bei in Vertikalrichtung gesehen verriegelter Position von
Gegenfläche und Verriegelungsfläche, können sich beide Flächen mit und ohne Spiel
gegenüberstehen.
[0020] Die Auflagefläche des stufenförmigen Absatzes muss nicht exakt in der Horizontalebene
liegen, sondern kann dazu einen kleinen Neigungswinkel aufweisen bzw. kann gegenüber
der Horizontalebene leicht gewölbt sein. Der Neigungswinkel kann für unterschiedliche
Richtungen in der Horizontalebene unterschiedlich sein und ist vorzugsweise für alle
Richtungen kleiner als 5°. Die Abstützfläche der Verriegelungsvertiefung des Bodens
kann korrespondierende Neigungswinkel aufweisen, sodass die Abstützfläche vollflächig
auf der Auflagefläche zur Anlage kommen kann.
[0021] In einem Ausführungsbeispiel ist der Absatzrand geschlossen bzw. bildet einen umlaufenden
Rand. Der Absatzrand ist vorzugsweise unrund, sodass das Zusammenwirken von Verriegelungsfläche
und Gegenfläche sowohl zu einer Zentrierung als auch zu einer Ausrichtung der oberen
Flasche in Bezug auf die untere Flasche führt. Der Absatzrand und der korrespondierende
Verriegelungsrand können so ausgebildet sein, dass sich die obere Flasche nur genau
in einer Position und Ausrichtung auf die untere Flasche setzen lässt. Alternativ
kann vorgesehen sein, dass im Stapel die obere Flasche nur genau zwei Positionen in
Bezug zur unteren Flasche einnehmen kann: Entweder mit einer Ausrichtung von 0° (Frontfläche
der oberen Flasche und Frontfläche der unteren Flasche stehen genau übereinander)
oder von 180° (Frontfläche der oberen Flasche und Rückwand der unteren Flasche stehen
übereinander).
[0022] Der Absatzrand kann im Wesentlichen rechteckig sein und zwei längere Randabschnitte
und zwei kürzere Randabschnitten aufweisen. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
sind der Querschnitt des Mantelbereichs und der Absatzrand des stufenförmigen Absatzes
(entspricht dem Querschnitt des stufenförmigen Absatzes) im Wesentlichen ähnlich zueinander.
Ähnlichkeit bedeutet hier, dass die Form (aber nicht zwangsläufig die Abmessungen/Größe)
des Rands des stufenförmigen Absatzes grundsätzlich dem Querschnitt des Mantelbereichs
entspricht.
[0023] Die Banderole kann eine Bedruckung aufweisen, die auf einer Innenseite der Banderole
aufgetragen ist. Die Bedruckung kann dabei den Reibwert zwischen der Banderole und
dem Flaschenkorpus günstig beeinflussen. Ist der Reibwert klein, so lässt sich die
Banderole leichter in Vertikalrichtung auf den Flaschenkorpus ziehen. Auf der anderen
Seite sollte der Reibwert auch nicht zu klein sein, da ansonsten die aufgezogene Banderole,
die aufgrund ihrer Elastizität mit einer gewissen Kraft senkrecht zur Vertikalrichtung
gegen die Außenseite des Mantelbereichs bedrückt wird, sich möglicherweise zu leicht
in Vertikalrichtung entlang der glatten, ohne Einschnürungen oder Vertiefungen/Erhöhungen
versehene Außenseite des Mantelbereichs verschieben lässt. Eine günstige Materialpaarung
stellt PET für den Flaschenkorpus und PE für die Banderole dar. Zudem sorgt PE für
eine gute Griffigkeit, wenn der Benutzer die Flasche mit einer Hand greifen und bei
geöffneter Ausgabeöffnung einen Teil des Inhalts der Flasche ausdosieren möchte
[0024] In einem Ausführungsbeispiel sind mindestens 90 % der umlaufenden Außenseite des
Mantelbereichs mit der Banderole bedeckt. Somit lässt sich die Außenseite des Mantelbereichs
(nahezu) vollständig als Werbefläche oder Informationsfläche nutzen, wenn die Banderole
bedruckt ist und entsprechend Werbung/Information enthält. Besonders bevorzugt bedeckt
die komplett umlaufende Banderole den Mantelbereich vollständig. Dies erhöht nicht
nur die vertikale Faschen-Stauchfestigkeit sondern vergrößert auch die nutzbare Kommunikationsfläche
im Falle einer entsprechend bedruckten Banderole Die Banderole kann auch über den
unteren Rand des Mantelbereichs hinausgehen und somit einen Teil des Bodens abdecken,
beispielsweise zumindest teilweise die Bodenabrundung.
[0025] Eine Foliendicke der Banderole kann 20 bis 80 µm oder 20 bis 70 µm betragen. In einem
Ausführungsbeispiel beträgt die Foliendicke zwischen 30 und 60 µm. Das Streckverhältnis
des Materials für die Banderole kann 10 bis 35 % betragen. Bei der hülsenförmigen
Banderole bedeutet dies, dass sich die ihr Umfang ausgehend von einem unbelasteten
Zustand um bis zu 10 bis 35 % verlängern oder ausweiten lässt, ohne dass bei der Verformung
der elastische Bereich verlassen wird.
[0026] Der Aufnahmeraum des Flaschenkorpus kann ein Volumen von 200 bis 2000 ml aufweisen.
In einem Ausführungsbeispiel beträgt das Volumen 400 bis 500 ml.
[0027] Ein Verhältnis einer Breite des Flaschenkorpus zu einer Tiefe des Flaschenkorpus
kann zwischen 1,0 und 2,0 betragen. Der Flaschenkorpus ist vorzugsweise so geformt,
dass dessen (maximale) Breite und dessen (maximale) Tiefe durch den Mantelbereich
bestimmt werden. Die Breite des Mantelbereichs setzt sich zusammen aus der Breite
der Front- oder Rückwand und aus der Breite etwaiger in Vertikalrichtung verlaufender
Kanten zwischen Frontwand und den Seitenwänden bzw. zwischen Rückwand und den Seitenwänden.
Die Tiefe des Flaschenkorpus setzt sich zusammen aus der Breite der Seitenwände und
der Ausdehnung etwaiger in Vertikalrichtung verlaufender Kanten in entsprechender
Seitenansicht. Bei einem Verhältnis von 1,0 entspricht die Breite des Flaschenkorpus
der Tiefe des Flaschenkorpus. Dies führt zu einem in etwa quadratischen Querschnitt
des Flaschenkorpus, wodurch sich ein kleines Oberflächen-Volumenverhältnis des Flaschenkorpus
erreichen lässt. Ein kleines Oberflächen-Volumenverhältnis führt bei konstanter Wanddicke
zu einem geringen Materialeinsatz bezogen auf das eingeschlossene Volumen. In einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel beträgt das Verhältnis Breite des Flaschenkorpus zu
Tiefe des Flaschenkorpus 1,2 bis 1,6. Zwar führte ein solches Verhältnis von 1,2 bis
1,6 nicht zu optimalen Oberflächen-Volumenverhältnissen, doch lassen sich damit andere
Anforderungen an die Flasche (Handhabbarkeit, Stapelbarkeit) besser erfüllen.
[0028] Ein Verhältnis einer Breite des Flaschenkorpus zu einer Höhe des Flaschenkorpus (einschließlich
Hals) beträgt 0,5 und 1 beträgt. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass die Höhe des
Flaschenkorpus zwischen der einfachen Breite des Flaschenkorpus und der zweifachen
Breite des Flaschenkorpus liegt. Insgesamt lässt sich dadurch ein Flaschenkorpus bereitstellen,
der mit relativ geringem Materialeinsatz (bei gegebener Wanddicke proportional zur
Oberfläche des Flaschenkorpus) ein vergleichsweise großes Volumen umschließen kann.
[0029] Eine Wanddicke des Mantelbereichs kann zwischen 20 bis 60 µm betragen. Die Wanddicke
kann dabei für Frontwand, Rückwand und die beiden Seitenwänden unterschiedlich groß
sein. In einem Ausführungsbeispiel ist die Wanddicke der Frontwand (gemessen in einem
mittigen Bereich der Frontwand) um den Faktor 1,1 bis 1,5, vorzugsweise 1,2 bis 1,4
größer als die Wanddicke der Seitenwand (gemessen in einem mittigen Bereich der Seitenwand).
Diese Materialaufteilung führt zu einem Flaschenkorpus, der eine hohe Stauchfestigkeit
aufweist und sich trotzdem dazu eignet, an Frontwand und Rückwand zusammengedrückt
zu werden, um einen Teil des Inhalts aus dem Aufnahmeraum auszudosieren. Bei dem Ausführungsbeispiel
für den Flaschenkorpus, der bezüglich einer Mittelebene, die im Wesentlichen parallel
zur Frontwand und Rückwand verläuft, spiegelsymmetrisch aufgebaut ist, gelten die
obigen Ausführungen zur Frontwand sinngemäß auch für die Rückwand. Der Flaschenkorpus
kann spiegelsymmetrisch zur Mittelebene und gleichzeitig spiegelsymmetrisch zu einer
Ebene quer dazu sein.
[0030] Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Flaschenkorpus der erfindungsgemäßen Flasche in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 2
- den Flaschenkorpus mit einer Banderole von vorne;
- Figur 3
- den Flaschenkorpus mit Banderole von der Seite;
- Figur 4
- den Flaschenkorpus von unten;
- Figur 5
- einen Schnitt entlang der Linie A-A in Figur 4;
- Figur 6
- zwei Flaschen mit Verschluss im Stapel; und
- Figur 7
- in einem vergrößerten Maßstab den kreisförmigen Ausschnitt A in Figur 6.
[0031] Figur 1 zeigt einen Flaschenkorpus, der mit dem Bezugszeichen 10 versehen ist. Figur
1 ist eine perspektivische Ansicht des Flaschenkorpus 10. Der Flaschenkorpus 10 ist
Teil einer erfindungsgemäßen Flasche 1, die neben dem Flaschenkorpus 10 eine Banderole
60 (in den Figuren 2 und 3 durch eine Schraffur schematisch dargestellt) und einen
Verschluss 70 (siehe Figuren 6 und 7) umfasst. Der Flaschenkorpus 10 ist aus Kunststoff,
wobei Polyethylenterephthalat (PET) einen bevorzugten Kunststoff darstellt. Der Flaschenkorpus
10 lässt sich beispielsweise durch ein Spritz-Streckblasformen herstellen.
[0032] Der Flaschenkorpus 10 weist einen Mantelbereich 11, einen Boden 12, eine Schulter
13 sowie einen Hals 14 auf. Der Mantelbereich 11 erstreckt sich von dem Boden 12 in
Richtung der Schulter 13. An der Schulter 13 ist mittig der Hals 14 angeformt, der
eine Abgabeöffnung 15 umschließt. An einer Außenseite des Halses 14 ist ein Außengewinde
16 vorgesehen, durch das sich der als Schraubverschluss ausgebildeter Verschluss 70
(siehe Figuren 6 und 7) schrauben lässt, um die Abgabeöffnung 14 zu verschließen.
Vorzugsweise ist der Verschluss 70 aus Polypropylen (PP).
[0033] In den Figuren 2 und 3 ist eine Mittelachse 17 des Flaschenkorpus 10 bzw. der kreisrunden
Abgabeöffnung 15 eingezeichnet. Die Mittelachse 17 verläuft dabei in einer Vertikalrichtung
des Flaschenkorpus 10. Entsprechend erstreckt sich der Mantelbereich 10 in Vertikalrichtung
von dem Boden 12 bis zur Schulter 13.
[0034] Der Flaschenkorpus 10 weist eine leicht nach außen gewölbte Frontwand 18, eine leicht
nach außen gewölbte Rückwand 19 (in Figur 1 und 2 verdeckt, jedoch in Figur 3 und
4 sichtbar) und zwei Seitenwände 20, 21 auf. Zwischen der Frontwand 18 und der Seitenwand
20 ist eine in Vertikalrichtung verlaufende Vertikalkante 22 vorgesehen, die eine
runden Übergang von der Frontwand 18 zu der Seitenwand 20 darstellt, die, sieht man
von der Wölbung der Frontwand 18 ab, genau senkrecht zur Frontwand 18 verläuft. In
Figur 4, die den Flaschenkorpus 10 von unten zeigt, sind Frontwand 18 und Seitenwand
20 sowie die dazwischen angeordnete abgerundete Vertikalkante 22 ebenfalls erkennbar.
Der Mantelbereich 11 weist drei weitere Vertikalkanten 23, 24, 25 auf, die zwischen
der Frontwand 18 und den Seitenwänden 20, 21 bzw. zwischen der Rückwand 19 und den
Seitenwand 20, 21 angeordnet sind. Aus Figur 4 wird deutlich, dass die Vertikalkante
24 (dies gilt sinngemäß auch für die anderen Vertikalkanten) durch einen Rundungsradius
R
R1 gekennzeichnet sein kann, der beispielsweise 8 bis 12 mm betragen kann.
[0035] Über die gesamte Höhe des Mantelbereichs 11, also von einer umlaufenden unteren Kante
26 bis zu einer umlaufenden oberen Kante 27 des Mantelbereichs 11 ist ein Querschnitt
des Mantelbereichs 11 in Form und Größe konstant. Der Querschnitt liegt dabei in einer
Horizontalebene, die sich senkrecht zu der Vertikalrichtung bzw. zu der Mittelachse
17 des Flaschenkorpus 10 erstreckt. Wenn der Flaschenkorpus mit seinem Boden 12 auf
einem horizontalen Untergrund steht, fällt die Horizontalebene mit der Horizontalen
zusammen. In Figur 4 sind Zeichenebene und Horizontalebene parallel zueinander. Aufgrund
des konstanten Querschnitts über die gesamte Höhe des Mantelbereichs 11 verlaufen
Frontwand 18, Rückwand 19, die Seitenwände 20, 21 sowie die Vertikalkanten 22 , 23,
24, 25 in jedem Punkt des Querschnitts geradlinig und parallel zur Vertikalrichtung.
Entsprechend gibt es im Mantelbereich 11 auch keine unterschiedlichen Querschnitte,
die sich ergeben würden, wenn der Mantelbereich 11 horizontal verlaufende Rillen oder
dergleichen aufweist. Auch weist in Vertikalrichtung gesehen der Mantelbereich 11
keine Einschnürungen, Griffmulden oder dergleichen auf, durch die sich der Querschnitt
des Mantelbereichs mit der Höhe ändern würde.
[0036] Insbesondere aus Figur 4 wird deutlich, dass die Seitenwände 20, 21 im Querschnitt
gradlinig verlaufen. Über die gesamte Breite der Frontwand 19 (d.h. von der Vertikalkante
22 bis zur Vertikalkante 25) erstreckt sich nur eine einzige Wölbung, d. h. es gibt
keine vertikal verlaufenden Rillen oder Vorsprünge. In dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel
entspricht die Wölbung der Frontwand einem Kreisbogen eines Kreises mit dem Radius
Rw (Wölbungsradius). Ein Mittelpunkt 28 dieses Kreises liegt außerhalb des Flaschenkorpus,
wobei ein Winkelbereich 29 des Kreisbogens rund 65° beträgt. Je weiter der Mittelpunkt
von der Mitte des Flaschenkorpus 10 bzw. des Halses 14 entfernt ist desto weniger
ist die Frontwand 18 gewölbt und desto kleiner ist der Winkelbereich des Kreisbogens.
Da der Flaschenkorpus zu der Linie A-A in Figur 4 spiegelsymmetrisch sein soll, gelten
die obigen Ausführungen sinngemäß auch für die Rückwand 19.
[0037] Eine Breite B des Flaschenkorpus 10, die sich aus der Breite der Frontwand 18 sowie
aus der Breite der angrenzenden Vertikalkanten 32, 25 zusammensetzt, ist um den Faktor
1,3 bis 1,5 größer als eine Tiefe T des Flaschenkorpus 10. In einer konkreten Ausführung
betragen die Breite B 90 mm und die Tiefe T 64 mm. Der Faktor beträgt in diesem Fall
1,41 (90/64).
[0038] Die Breite B und die Tiefe T des Flaschenkorpus werden durch die Ausmaße des Querschnitts
des Mantelbereichs 11 festgelegt. Weder der Boden 12 noch die Schulter 13 oder der
Hals 14 ragen in der Darstellung der Figur 4 über den Querschnitt des Mantelbereichs
11 hinaus.
[0039] Wie insbesondere der Figur 1 entnommen werden kann, umfasst die Schulter einen stufenförmigen
Absatz 30. Der stufenförmige Absatz 30 weist eine im Wesentlichen in der Horizontalebene
liegende, flache Auflagefläche 31 und einen umlaufenden Absatzrand 32 auf, der die
Auflagefläche 31 begrenzt. Aus den Figuren 2 und 3 wird deutlich, dass die Auflagefläche
31 nicht vollständig eben ist, sondern von der Mittelachse 17 aus gesehen vom Hals
14 leicht abfällt. Der Absatzrand 32 setzt sich aus zwei länglichen Randabschnitten
33, 34, zwei dazu im Wesentlichen senkrecht verlaufenden kürzeren Randabschnitte 35,
36 sowie vier abgerundeten Ecken 37 zusammen. Die Form des umlaufenden Absatzrands
32 entspricht in etwa der Form des Querschnitts des Mantelbereichs 11. Der Absatzrand
bildet eine sich im Wesentlichen in Vertikalrichtung erstreckende Verriegelungsfläche
aus. Der stufenförmigen Absatz 30 stellt eine Verstärkungsstruktur dar, durch die
die Schulter 13 versteift wird. Zudem trägt der stufenförmigen Absatz 30 zu einer
Verbesserung der Stapelbarkeit der Flasche 1 bei, bei dem insbesondere die Verriegelungsfläche
eine Rolle spielt, was weiter unten näher beschrieben wird.
[0040] Der Boden 12 umfasst eine umlaufende Bodenabrundung 38 und einen in der Grundform
flachen Bodengrund 39. Die Bodenabrundung 38 setzt an der unteren Kante 26 des Mantelbereichs
11 an und geht in den flachen Bodengrund 39 über. Von dem Bodengrund 39 erstreckt
sich in Richtung eines Aufnahmeraums 40 eine Stapelvertiefung, die in den Figuren
4 bis 7 dargestellt ist und dort mit dem Bezugszeichen 41 versehen ist. Wie insbesondere
den Figuren 6 und 7 zu entnehmen ist, dient die Stapelvertiefung 41 zur Aufnahme des
Halses 14 und dem darauf aufgeschraubten Verschluss 70 einer unteren Flasche ein 1a,
wenn die Flasche 1 bzw. eine obere Flasche 1b im Stapel auf die untere Flasche 1a
gesetzt wird. Die topfförmige und um die Mittelachse 17 rotationssymmetrische Stapelvertiefung
41 ist so dimensioniert, dass bei Stapelung der oberen Flasche 1b auf die untere Flasche
1a auf den Verschluss 70 und auf den Hals 14 keine Gewichtskräfte der oberen Flasche
1b wirken. Dies hat zum einen den Vorteil, dass bei der Auslegung von Hals 14 und
Verschluss 70 entsprechende Festigkeitskriterien nicht berücksichtigt werden müssen.
Auch führt diese Maßnahme zu einer geringen Stapelhöhe der Flasche 1, so dass bei
einer Stapelung das vorhandene Raumangebot effektiv genutzt wird. Zur Herstellung
der Stapelvertiefung 41 kann beim Spritz-Streckblasformen die Blasform einen verschiebbaren
Kolben aufweisen, der während oder nach dem Blasvorgang in den Boden 12 die Stapelvertiefung
41 ausformt (active mould).
[0041] Der Boden 12 umfasst des Weiteren eine Verriegelungsvertiefung 42 auf, die eine im
Wesentlichen in der Horizontalebene liegende Abstützfläche 43 und einen umlaufenden
Vertiefungsrand 44 aufweist. Der Vertiefungsrand 44 weist eine Form auf, die der Form
des Absatzrands 34 entspricht. In der gestapelten Anordnung (siehe Figur 6) stützt
sich die obere Flasche 1b mit ihrer Abstützfläche 43 auf der Auflagefläche 31 der
unteren Flasche 1a ab. Die Verriegelungsfläche 45, gebildet durch den umlaufenden
Absatzrand 32 und sich im Wesentlichen in Vertikalrichtung erschreckend, steht einer
im Wesentlichen in Vertikalrichtung verlaufenden Gegenfläche 46 des Bodens 12 der
oberen Flasche 1b gegenüber, sodass die obere Flasche 1b gegenüber der unteren Flasche
1a weder verdreht noch verschoben werden kann. Das Zusammenspiel der Verriegelungsfläche
45 und die Gegenfläche 46 führen zu einem Formschluss zwischen den übereinander gestarteten
Flaschen 1a, 1b und dienen somit dem Verdrehschutz und der Positionierung der Flaschen
im Stapel. Zwischen der Gegenfläche 46 und der Verriegelungsfläche 45 kann ein Spiel
vorgesehen sein, wodurch beim Stapeln der Flaschen 1a, 1b das Einsetzen des stufenförmigen
Absatzes 30 in die Verriegelungsvertiefung 42 erleichtert wird.
[0042] Die Gewichtskraft der oberen Flasche 1b wird über deren Abstützfläche 43 und über
die Auflagefläche 31 der unteren Flasche 1a in die untere Flasche 1a geleitet. Die
Gewichtskraft wird dabei von der Schulter 13 in den Mantelbereich 11 der unteren Flasche
1a geleitet. Je höher die Stauchfestigkeit der Flasche, desto mehr Flaschen können
übereinandergestapelt werden. Die an der Außenseite des Mantelbereichs 11 unter elastischer
Vorspannung anliegende Banderole 60, welche vorzugsweise aus Polyethylen ist, ist
als Stretch Sleeve ausgebildet und wirkt somit als Verstärkung für den Mantelbereich
11. Ist die auf die untere Flasche 1a von oben wirkende Gewichtskraft der darüber
angeordneten Flaschen sehr groß, verhindert die Banderole 60, dass der Mantelbereich
11 nach außen ausbeult oder wegknickt. In diesem Fall würde der Stretch Sleeve, der
bereits mit einer gewissen Vorspannung in Umfangsrichtung an dem Mantelbereich 11
anliegt, durch das Ausbeulen des Mantelbereichs in Umfangsrichtung entgegen seiner
Vorspannung noch weiter auf Zug beansprucht werden 11. Der vorgespannte Stretch Sleeve
stellt somit eine effektive Maßnahme dar, die Stauchfestigkeit der Flasche 1 zu erhöhen.
Wenn nur ein bestimmter Grenzwert für Stauchfestigkeit erreicht werden muss, sorgt
der Stretch Sleeve für Spielraum, die Wandstärke Mantelbereich 11 zu reduzieren und
somit Material für den Flaschenkorpus einzusparen. Durch entsprechendes Zusammenspiel
von Flaschenkorpus und Stretch-Sleeve entsteht somit eine besonders vertikal stauchfeste
Flaschengestaltung. Dies schließt selbstverständlich sowohl die geeignete konstruktive
Ausführung von Flaschenkorpus und Banderole als auch die geeignete Materialauswahl
von Flaschenkorpus und Banderole ein.
[0043] In Figur 2 ist eine Höhe H des Flaschenkorpus 10 eingetragen, die von dem Bodengrund
39 bis zum oberen Rand des Halses 15 reicht. Die Höhe H setzt zusammen aus einer Höhe
des Schraubabschnitts des Halses bzw. des Außengewinde H
G und einer Höhe des Aufnahmeraums H
A. Die Höhe H
G beträgt zwischen 10 und 10 % der Höhe H. Die Höhe H
A ist um den Faktor 1,2 bis 1,3 größer als die Breite B, was in der Darstellung der
Figur 2 (Vorderansicht) zu einer quadratischen Grundform der Frontwand 18 führt. Die
Höhe des Bodens und die Höhe der Schulter einschließlich des Halses machen in Summe
ungefähr 30 bis 40 % der Höhe H aus. Im Stapel erscheint die Flasche, wobei Hals und
Verschluss durch die darüber angeordnete Flasche verdeckt sind, in der Vorderansicht
als handliches Quadrat. Bei einer Vielzahl von Flaschen bzw. nebeneinander angeordneten
Stapeln ergibt sich somit ein Gesamtbild, welches sich aus vielen kleinen Quadraten
zusammensetzt und sich für Präsentationszwecke gut nutzen lässt.
[0044] Die in Umfangsrichtung geschlossene Banderole 60 überdeckt den Mantelbereich 11 vollständig.
Auf diesem Wege wird die bestmögliche Unterstützung des Flaschenkorpus-Mantelbereichs
11 durch die Banderole 60 erreicht, was auch eine besonders ausgeprägte Steigerung
der vertikalen Flaschenstauchfestigkeit bedeutet. Zum Boden 12 hin erstreckt sich
die Banderole 60 über die untere Kante 27 hinaus und überdeckt auch einen oberen Teil
der Bodenabrundung 38. Die Banderole 60 geht auch über die obere Kante 27 des Mantelbereichs
11 hinaus und überdeckt einen unteren Teil der Schulter 13.
[0045] Bei der hier beschriebenen Grundform des Flaschenkorpus (Ha ungefähr gleich B; H
um Faktor 1,3 bis 1,5 größer als B; versteifte Schulter durch stufenförmigen Absatz;
versteifter Boden durch Stapelvertiefung und Verriegelungsvertiefung, leicht nach
außen gewölbte Front- und Rückwand, Wandstärke des PET-Flaschenkorpus ca. 35 bis 50
µm) ergibt sich bei Druck auf die Front- und Rückwand, beispielsweise durch eine die
Frontwand 18 und die Rückwand 19 umgreifende Hand, ein besonderes elastisches Verhalten,
welches gezielt für das Ausdosieren des Inhalts verwendet werden kann. Die Frontwand
18 und die Rückwand 19 lassen sich bis zu einer spürbaren Widerstandsschwelle mit
einer Druckkraft zusammendrücken, welche mit dem Verformungsweg in etwa linear ansteigt,
dh. die elastische Verformung ist bis zu diesem Widerstandspunkt durch eine konstante
Steigung bzw. Federkonstante geprägt. Über den Widerstandspunkt hinaus ist für eine
weitere Verformung ein deutlich größerer Kraftaufwand notwendig. Der bis zu der spürbaren
Widerstandsschwelle zurückgelegte Verformungsweg führt zu einer Verkleinerung des
Volumens ΔV des Aufnahmeraums, die ca. 4 % des Volumen V des Aufnahmeraums 40 entspricht.
Damit lassen sich durch das einmalige Zusammendrücken von Frontwand 18 und Rückwand
19 bis zu dem Widerstandspunkt in guter Näherung jeweils 4 % des Inhalts aus dem Aufnahmeraum
40 ausdosieren. Somit können näherungsweise 25 gleichgroße Dosiereinheiten erzeugt
werden. In einem Ausführungsbeispiel weist der Hals Mittel auf, die erst ab einem
bestimmten Innendruck die Ausgabeöffnung freigeben. Diese Mittel können ein geschlitzte
Membran umfassen, sodass kein Inhalt aus dem Aufnahmeraum 40 durch die Ausgabeöffnung
15 tritt, wenn die Flasche 1 durch den Benutzer gedreht wird und der Hals 14 nach
unten zeigt, jedoch noch kein Druck auf Frontwand 18 und Rückwand 19 ausgeübt wird.
Bezugszeichenliste
[0046]
- 1
- Flasche (1a baugleiche Flasche, untere Flasche; 1b obere Flasche)
- 10
- Flaschenkorpus
- 11
- Mantelbereich
- 12
- Boden
- 13
- Schulter
- 14
- Hals
- 15
- Ausgabeöffnung
- 16
- Außengewinde
- 17
- Mittelachse
- 18
- Frontwand
- 19
- Rückwand
- 20
- Seitenwand
- 21
- Seitenwand
- 22
- Vertikalkante
- 23
- Vertikalkante
- 24
- Vertikalkante
- 25
- Vertikalkante
- 26
- untere Kante
- 27
- obere Kante
- 28
- Mittelpunkt
- 29
- Winkelbereich
- 30
- Absatz
- 31
- Auflagefläche
- 32
- Absatzrand
- 33
- längerer Randabschnitt
- 34
- längerer Randabschnitt
- 35
- kürzerer Randabschnitt
- 36
- kürzerer Randabschnitt
- 37
- Ecke
- 38
- Bodenabrundung
- 39
- Bodengrund
- 40
- Aufnahmeraum
- 41
- Stapelvertiefung
- 42
- Verriegelungsvertiefung
- 43
- Abstützfläche
- 44
- Vertiefungsrand
- 45
- Verriegelungsfläche
- 46
- Gegenfläche
- 60
- Banderole
- 70
- Verschluss
- B
- Breite
- T
- Tiefe
- H
- Höhe
- HG
- Höhe des Außengewindes
1. Flasche (1) mit einem Flaschenkorpus (10) aus Kunststoff und einem Verschluss (70),
wobei der Flaschenkorpus (10) umfasst:
- eine Schulter (13),
- einen an der Schulter angeformten Hals (14) mit einer Abgabeöffnung (15), die sich
mit dem Verschluss (70) verschließen lässt,
- einen Boden (12), der eine in einen Aufnahmeraum (40) des Flaschenkorpus (10) ragende
Stapelvertiefung (41) aufweist, die zur vollständigen Aufnahme des Verschlusses (70)
und des Halses (14) einer baugleichen Flasche (1a) geeignet ist, sodass bei einer
Stapelung von einer oberen Flasche (1b) auf einer unteren Flasche (1a) das Gewicht
der oberen Flasche (1b) vollständig auf der Schulter (13) der unteren Flasche (1a)
ruht,
- einen Mantelbereich (11), der sich zwischen Schulter (13) und Boden (12) in einer
Vertikalrichtung des Flaschenkorpus (10) erstreckt und eine Frontwand (18), eine der
Frontwand (18) gegenüberliegende Rückwand (19) und zwei zwischen Frontwand (18) und
Rückwand (19) angeordnete Seitenwände (20, 21) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Querschnitt des Flaschenkorpus (10), der in einer senkrecht zur Vertikalrichtung
erstreckenden Horizontalebene liegt, über die gesamte Höhe des Mantelbereichs (11)
in Form und Größe konstant ist, wobei an einer Außenseite des Mantelbereich (11) eine
als Stretch Sleeve ausgebildete Banderole anliegt.
2. Flasche (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Horizontalebene im Querschnitt
- die Seitenwände (20, 21) in der Horizontalebene geradlinig verlaufen, und
- die Frontwand (18) eine nach außen gerichtete Wölbung aufweist, die sich über eine
gesamte Breite der Frontwand (18) erstreckt.
3. Flasche (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Horizontalebene die Wölbung der Frontwand (18) einem Kreisbogen eines Kreis
mit einem Radius R entspricht.
4. Flasche (1) nach einem der Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wölbung der Frontwand (18) der Wölbung der Rückwand (19) entspricht.
5. Flasche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Mantelbereich (11) in Vertikalrichtung verlaufende Kanten aufweist, die abgerundet
sind und zwischen der Frontwand (18) und den angrenzenden Seitenwänden (20, 21) bzw.
zwischen der Rückwand (19) und den angrenzenden Seitenwänden (20, 21) angeordnet sind.
6. Flasche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (12) eine Bodenabrundung (38) und einen Bodengrund (39) aufweist, wobei
die Bodenabrundung (38) an einer unteren Kante (26) des Mantelbereichs (11) ansetzt
und in den Bodengrund (39) übergeht.
7. Flasche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schulter (13) einen stufenförmigen Absatz (30) aufweist, der eine im Wesentlichen
in der Horizontalebene liegende Auflagefläche (31) und einen Absatzrand (32) mit einer
im Wesentlichen in Vertikalrichtung verlaufenden Verriegelungsfläche (42) aufweist,
und dass der Boden (12) eine Verriegelungsvertiefung (42) zur Aufnahme des stufenförmigen
Absatzes (30) aufweist, wobei die Verriegelungsvertiefung (42) eine Abstützfläche
(43) und einen Vertiefungsrand (44) mit einer im Wesentlichen in Vertikalrichtung
verlaufende Gegenfläche (46) aufweist, sodass bei der Stapelung von der oberen Flasche
(1b) auf der unteren Flasche (1a) die Abstützfläche (43) der oberen Flasche (1b) auf
der Auflagefläche (31) der unteren Flasche (1a) aufliegt und die Verriegelungsfläche
(45) der unteren Flasche (1a) und die Gegenfläche (46) der oberen Flasche (1b) aneinander
anliegen und zwischen oberer Flasche (1b) und unterer Flasche (1a) einen Formschluss
in der Horizontalebene erzeugen.
8. Flasche (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Absatzrand (32) des stufenförmigen Absatzes (30) im Wesentlichen rechteckig ist
und zwei längere Randabschnitte (33, 34) und zwei kürzere Randabschnitten (35, 36)
aufweist.
9. Flasche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Banderole (60) auf Polyethylen (PE) und der Flaschenkorpus aus PET ist.
10. Flasche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Banderole (60) eine Bedruckung aufweist, die auf einer Innenseite der Banderole
(60) aufgetragen ist.
11. Flasche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens 90 % der Außenseite des Mantelbereichs (11) mit der Banderole (60) bedeckt
sind.
12. Flasche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Dicke der Banderole (60) 30 bis 100 µm beträgt.
13. Flasche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verhältnis einer Breite (B) des Flaschenkorpus (11) zu einer Tiefe (T) des Flaschenkorpus
zwischen 1,0 und 2,0 beträgt.
14. Flasche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verhältnis einer Breite (B) des Flaschenkorpus zu einer Höhe (H) des Mantelbereichs
(11) zwischen 0,5 und 1 beträgt.
15. Flasche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Wanddicke des Mantelbereichs (11) zwischen 20 bis 60 µm beträgt.