Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung von Korrekturwerten für eine
Lagekorrektur eines Gleises, wobei eine Ist-Geometrie eines Gleisabschnitts mittels
einer an einem Messfahrzeug angeordneten inertialen Messeinrichtung während des Befahrens
des Gleises erfasst wird und wobei von der inertialen Messeinrichtung Messdaten des
erfassten Gleisabschnitts an eine Auswerteeinrichtung ausgegeben werden. Zudem betrifft
die Erfindung ein System zur Durchführung des Verfahrens.
Stand der Technik
[0002] Bei einem Schottergleis wird durch Befahren und durch Witterungseinflüsse ein im
Schotterbett gelagerter Gleisrost in seiner örtlichen Lage beeinflusst. Zur Überprüfung
einer aktuellen Ist-Geometrie (Linienführung des Gleises) und insbesondere vor Instandsetzungsarbeiten
erfolgen deshalb regelmäßig Messungen mittels eines eigens dafür vorgesehenen Messwagens.
Auch eine entsprechend ausgestattete Gleisbaumaschine kann als Messwagen zum Einsatz
kommen. In der Regel ist die Gleisgeometrie durch die horizontale Lage (Richtung)
und die vertikale Lage (Gleisneigung) definiert. Für die Festlegung einer absoluten
Gleisgeometrie ist zudem die Position gegenüber einem externen Referenzsystem erforderlich.
[0003] Bekannte Messmethoden nutzen neben dem Gleis befindliche externe Referenzpunkte,
die an fixen Einrichtungen wie Elektromasten angebracht sind. Solche externen Referenzpunkte
können als Vermarkungsbolzen oder sonstige Markierungsobjekte festgelegt sein. Die
vorgesehene Lage jedes externen Referenzpunktes zum Gleis ist in Verzeichnissen dokumentiert.
Auf diese Weise ist auf Eisenbahn-Hauptstrecken die absolute Gleisgeometrie exakt
definiert (=Designgeometrie des Gleises).
[0004] Zudem ist eine Soll-Geometrie des Gleises mittels interner Referenzen festlegbar.
Dabei wird die Trassierung durch eine Abfolge von Trassierungselementen hinsichtlich
ihrer Länge und Größe angegeben. Bei Geraden ist die Angabe einer Länge ausreichend.
Übergangsbögen und Bögen werden jeweils durch die Angabe einer Länge und einer Bogengröße
festgelegt. Sogenannte Gleishauptpunkte geben einen Wechsel zwischen unterschiedlichen
Trassierungselementen an, insbesondere für Kreis- und Übergangsbögen sowie Neigungsbrüche.
[0005] Somit setzt sich die horizontale Lage des Gleises aus der Gleiskrümmung als Folge
von geraden Abschnitten, Übergangsbögen und Kreisbögen zusammen. Die vertikale Lage
des Gleises wird durch die Angabe der Neigung sowie Neigungswechsel samt deren Ausrundungsradien
bestimmt. Der Überhöhungsverlauf des Gleises definiert sich durch deren Überhöhungsfolge
inklusive Überhöhungsrampen. Bei der Festlegung der Gleisgeometrie werden Überhöhung
und Richtung des Gleises entsprechend den Trassierungsrichtlinien (z.B. EN 13803)
aufeinander abgestimmt.
[0006] Die Wiederherstellung einer gewünschten Gleislage mit hoher Qualität lässt sich mit
dem sogenannten Präzisionsverfahren erreichen. Bei diesem Verfahren ist die exakte,
absolute Gleisgeometrie (Designgeometrie) durch eine Abfolge definierter Trassierungselemente
und durch die geothetische Position der Gleishauptpunkte bekannt. Vor einem Instandhaltungsvorgang
werden die bestehende Gleisgeometrie und die Gleisposition relativ zu definierten
Referenzpunkten (Festpunkten, Fixpunkten) gemessen. Das Messergebnis wird mit der
Designgeometrie verglichen, wobei aus einer ermittelten Differenz Hebe- und Richtwerte
für eine Gleislagekorrektur bestimmt werden. Dieses Verfahren ist sehr genau und eignet
sich für Hochgeschwindigkeitsstrecken, die eine optimierte Instandhaltung erfordern.
Dabei müssen die Geometrieparameter prozesssicher verarbeitet und die geothetischen
Referenzpunkte regelmäßig nachgemessen werden.
[0007] Aus Kostengründen wird bei Strecken mit geringeren Anforderungen das sogenannte Ausgleichsverfahren
angewandt. Dieses Verfahren ist ohne bekannte Designgeometrie des Gleises durchführbar.
Genutzt wird beispielsweise ein Messsystem einer Gleisstopfmaschine, bei dem Messsehnen
(Wandersehnen) zwischen auf dem Gleis geführten Messwägen gespannt sind und als Bezugssystem
dienen. Verschiedene Ausprägungen dieses Wandersehnen-Messprinzips finden sich beispielsweise
in der
DE 10 2008 062 143 B3 oder in der
DE 103 37 976 A1. Vorhandene Gleislagefehler werden dabei im Verhältnis der Spannweiten der Messsehnen
zum Längsabstand der Messwägen verkleinert. Bei 4-Punktverfahren wird die bestehende
relative Gleisgeometrie durch eine zusätzliche Messsehne erfasst. Eine entsprechende
Maschine und ein Verfahren sind in der
AT 520 795 A1 offenbart.
[0008] Bei einem Ausgleichsverfahren mit vorheriger Gleismessung wird die bestehende relative
Ist-Geometrie des Gleises mit einer Vorabfahrt der Gleisstopfmaschine oder eines Messwagens
gemessen. Zu diesem Zweck kommt bei modernen Gleismessfahrzeugen eine sogenannte inertiale
Messeinheit (Inertial Measurement Unit, IMU) zum Einsatz. Ein Inertial-Messsystem
ist in der Fachzeitschrift Eisenbahningenieur (52) 9/2001 auf den Seiten 6-9 beschrieben.
Auch die
DE 10 2008 062 143 B3 offenbart ein Inertial-Messprinzip zur Erfassung einer Gleislage. Basierend auf dieser
Messung erfolgt eine Ausgleichsberechnung, bei der auf Basis der Ist-Geometrie eine
zuvor unbekannte Soll-Geometrie berechnet wird.
[0009] In der Regel wird die Ist-Geometrie des Gleises in Form eines Pfeilhöhen- und Längshöhenverlaufs
sowie einer Abfolge von Überhöhungswerten erfasst. Anhand dieser Aufzeichnung berechnet
eine Reicheneinheit unter Berücksichtigung einer zuvor festgelegten Geschwindigkeitsklasse
des Gleises sowie vorgegebener Obergrenzen für Verschiebe- und Hebewerte einen elektronischen
Pfeilhöhenausgleich. Dabei werden die gemessenen Pfeilhöhen geglättet, um einen für
die gegebenen Bedingungen möglichst idealen Verlauf zu erhalten. Die Lage der Übergangspunkte
zwischen den Trassierungselementen (Gleishauptpunkte) ergibt sich im Zuge der Ausgleichsberechnung.
[0010] In einem nächsten Schritt werden aus den Pfeilhöhen durch Anwendung eines digitalen
Filters die resultierenden Verschiebungen und Hebungen berechnet, um die das Gleis
berichtigt werden muss, damit sich der berechnete Pfeilhöhenverlauf einstellen kann.
Ergebnisse dieser weiteren Berechnungen sind somit Hebe- und Richtwerte (Korrekturwerte)
für die Lagekorrektur des Gleises mittels der Gleisstopfmaschine.
[0011] Eine wiederholte Anwendung des Ausgleichsverfahrens hat den Nachteil, dass die Gleishauptpunkte
von ihren ursprünglichen Positionen (gemäß der ursprünglich festgelegten Designgeometrie)
wegdriften. Somit führt die Alterung eines Gleises trotz Korrekturen mittels Ausgleichsverfahren
zu einer zunehmenden Abweichung von der ursprünglichen Designgeometrie.
[0012] Kleinere Lageveränderungen der Gleishauptpunkte sind in der Regel unproblematisch.
Oft lässt die Trassengestaltung einen ausreichenden Spielraum für die Festlegung der
Gleislage. Schwierigkeiten ergeben sich jedoch bei sogenannten Zwangspunkten oder
Zwangslagen wie zum Beispiel Brücken, Tunnel oder Bahnübergängen. Dort ist kein Spielraum
für eine Verlagerung des Gleises gegeben. Deshalb ist es nach dem Stand der Technik
üblich, die Verschiebewerte an diesen Stellen bei der Ausgleichsberechnung auf null
zu setzen.
Darstellung der Erfindung
[0014] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
in der Weise zu verbessern, dass eine Ermittlung von Korrekturwerten für eine Gleislagekorrektur
in effizienter Weise auf Basis von ermittelten Messwerten einer inertialen Messeinrichtung
durchführbar ist. Weiter ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein entsprechendes System
anzugeben.
[0015] Erfindungsgemäß werden diese Aufgaben gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1
und ein System gemäß Anspruch 8. Abhängige Ansprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung an.
[0016] Dabei ist vorgesehen, dass mittels einer Simulationseinrichtung eine virtuelle inertiale
Messung desselben Gleisabschnitts mit einer Soll-Geometrie berechnet wird, um simulierte
Messdaten für die Soll-Geometrie zu erhalten, wobei mittels einer Recheneinheit Korrekturwerte
zur Lagekorrektur des Gleises ermittelt werden, indem die simulierten Messdaten von
den Messdaten der inertialen Messeinrichtung subtrahiert werden.
[0017] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren werden Korrekturwerte direkt auf Basis der Messdaten
der inertialen Messeinrichtung mit ausreichender Genauigkeit ermittelt. Bei den Messdaten
der inertialen Messeinrichtung handelt es sich um formtreue Messdaten, welche die
Gleislagefehler direkt wiedergeben. Mit den simulierten Messdaten liegen unmittelbar
Vergleichswerte für die Bestimmung der Korrekturdaten zur Verfügung. Somit führt die
erfindungsgemäße Simulation insgesamt zu einer deutlichen Vereinfachung des Datenverarbeitungsprozesses.
[0018] Dabei ist es von Vorteil, wenn der Simulationseinrichtung die Soll-Geometrie als
Abfolge geometrischer Trassierungselemente vorgegeben wird. Beispielsweise wird eine
bekannte absolute Gleisgeometrie (Designgeometrie) herangezogen. Dabei geben Gleishauptpunkte
einen Wechsel unterschiedlicher Trassierungselemente an. Solche Trassierungselemente
sind insbesondere Geraden, Kreisbögen, Übergangsbögen und Neigungsbrüche. Zum Abgleich
der Ist-Geometrie mit der Soll-Geometrie wird beispielsweis ein ortsfestes Koordinatensystem
mit dem Startpunkt einer Messfahrt als Ursprung gewählt. Selbstverständlich sind auch
andere Koordinatensysteme zur Georeferenzierung nutzbar.
[0019] In einer weitergebildeten Variante des Verfahrens werden die Messdaten der inertialen
Messeinrichtung mittels eines Filteralgorithmus gefiltert, wobei in der Simulationseinrichtung
die simulierten Messdaten mit demselben Filteralgorithmus gefiltert werden. Das ist
insbesondere bei inertialen Messeinrichtungen mit integrierter Datenfilterung sinnvoll.
In diesen Fällen liegen die Ausgabedaten der Messeinrichtung bereits als gefilterte
Messdaten vor. Deshalb werden auch die simulierten Messdaten als gefilterte Daten
bereitgestellt, um durch einen direkten Datenvergleich Korrekturwerte zu erhalten.
[0020] Eine weitere Verbesserung sieht vor, dass in der inertialen Messeinrichtung die Messdaten
auf Basis einer virtuellen Ausgleichsgerade mit einer Länge zwischen 100m und 300m
ermittelt werden, insbesondere mit einer Länge von 200m. Diese Datenermittlung erlaubt
den Einsatz des Verfahrens für Hochgeschwindigkeitsstrecken, weil auch langwellige
Lagefehler sicher erkannt werden.
[0021] Zur Steigerung der Datenqualität ist es sinnvoll, wenn mittels der inertialen Messeinrichtung
entlang eines Messweges in Abständen zwischen 15cm und 50cm Messdaten erfasst werden,
insbesondere in einem jeweiligen Abstand von 25cm. Damit wird eine genaue dreidimensionale
Trajektorie der entlang des Gleises bewegten inertialen Messeinrichtung abgebildet,
wobei auch sehr kurzwellige Lagefehler erfasst werden.
[0022] Für eine verbesserte Georeferenzierung ist es von Vorteil, wenn mittels einer am
Messfahrzeug angeordneten GNSS-Empfangseinrichtung Messstellen am Gleis als Ortsdaten
erfasst werden und wenn die Messdaten der inertialen Messeinrichtung mit den Ortsdaten
verknüpft werden. Auf diese Weise werden ortsbezogenen Messdaten automatisiert erfasst.
Diese ortsbezogenen Messdaten der inertialen Messeinrichtung sind ohne weitere Bearbeitung
mit den simulierten Messdaten abgleichbar. Eine Erfassung weiterer Ortsdaten (zum
Beispiel mittels eines Odometers) ist nicht erforderlich.
[0023] In einer Weiterbildung des Verfahrens werden aus den ermittelten Korrekturwerten
zur Lagekorrektur mittels der Recheneinheit horizontale Richtwerte und in vertikale
Hebewerte des Gleises abgeleitet. Diese aufbereiteten Korrekturwerte sind direkt zur
Ansteuerung eines Hebe-/Richtaggregats einer Gleisbaumaschine nutzbar, um das Gleis
in eine vorgegebene Lage zu bringen.
[0024] Das erfindungsgemäße System zur Durchführung eines der beschriebenen Verfahren umfasst
ein Messfahrzeug zum Befahren eines Gleises, mit einer inertialen Messeinrichtung
zum Erfassen einer Ist-Geometrie eines Gleisabschnitts, wobei eine Auswerteeinrichtung
zur Verarbeitung von Messdaten der inertialen Messeinrichtung eingerichtet ist, wobei
eine Simulationseinrichtung zur Simulation einer virtuellen inertialen Messung desselben
Gleisabschnitts auf Basis einer Soll-Geometrie eingerichtet ist und wobei eine Recheneinheit
zur Subtraktion der simulierten Messdaten von den Messdaten der inertialen Messeinrichtung
eingerichtet ist, um Korrekturwerte zur Lagekorrektur des Gleises zu ermitteln. Das
System ermöglicht eine direkte Bestimmung von Korrekturwerten bei hohen Messgeschwindigkeiten.
Messungenauigkeiten und Verzerrungen durch Pendel- oder Sehnenmessungen werden vermieden.
Es sind keine Übertragungsfunktionen notwendig, um die mittels der inertialen Messeinrichtung
erfassten Daten mit der Soll-Geometrie zu vergleichen. Es müssen auch keine Trajektorien-Koordinaten
errechnet werden, weil die simulierten Messdaten von den originären Messdaten der
inertialen Messeinrichtung subtrahiert werden.
[0025] Die inertiale Messeinrichtung umfasst eine sogenannte inertiale Messeinheit (Inertial
Measurement Unit, IMU), die auf einer Messplattform des Messfahrzeugs angeordnet ist.
Die genaue Lage der Messplattform gegenüber den Schienen des Gleises wird mittels
berührungsloser Lagemesseinrichtungen bestimmt. Beim Einsatz einer inertialen Messeinheit
kann es vorkommen, dass insbesondere in Kurvenfahrten in den Messdaten Artefakte auftreten.
Diese Artefakte resultieren aus spezifischen Merkmalen des verwendeten inertialen
Messverfahrens. Wenn nun auf die Soll-Geometrie dasselbe inertiale Messverfahren in
virtueller Form angewandt wird, treten dieselben Artefakte auf. Durch die anschließende
Subtraktion der Messdaten zur Ermittlung der Korrekturwerte heben sich die Artefakte
gegenseitig auf. Damit sinkt insgesamt die notwendige Rechenleistung, weil die mitunter
aufwendige digitale Filterung der Messdaten entfällt.
[0026] Eine Verbesserung des Systems sieht vor, dass das Messfahrzeug eine GNSS-Empfangseinrichtung
zur Erfassung von Ortsdaten umfasst. Auf diese Weise sind die erfassten Messdaten
automatisiert mit GNSS-Daten verknüpfbar, um einen ortsbezogenen Abgleich mit den
simulierten Messdaten durchzuführen. Konkret werden mittels der GNSS-Empfangseinrichtung
die Messpunkte, an welchen die Messwerte erfasst werden, in einem geodätischen Referenzsystem
bestimmt.
[0027] In einer vorteilhaften Weiterbildung des Systems ist ein Kommunikationssystem zur
Übertragung der Korrekturdaten an eine Gleisbaumaschine eingerichtet, wobei eine Steuerungseinrichtung
der Gleisbaumaschine zur Verarbeitung der Korrekturwerte eingerichtet ist, um das
Gleis mittels eines angesteuerten Hebe-/Richtaggregats in die vorgegebene Soll-Geometrie
zu bringen. Dieses System umfasst alle Komponenten, um eine Ist-Geometrie zu erfassen,
Korrekturwerte bereitzustellen und die Gleislage zu korrigieren. Auf diese Weise ist
eine durchgängige Instandhaltung eines Gleises durchführbar.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0028] Die Erfindung wird nachfolgend in beispielhafter Weise unter Bezugnahme auf die beigefügten
Figuren erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- Messfahrzeug auf einem Gleis
- Fig. 2
- Blockdiagramm zur Bestimmung von Korrekturwerten
- Fig. 3
- Diagramme eines Gleisverlaufs und ungefilterte Messdaten
- Fig. 4
- Diagramme eines Gleisverlaufs und gefilterte Messdaten
Beschreibung der Ausführungsformen
[0029] Fig. 1 zeigt ein Messfahrzeug 1 mit einem Fahrzeugrahmen 2, auf dem ein Wagenkasten
3 aufgebaut ist. Das Messfahrzeug 1 ist mittels Schienenfahrwerke 4 auf einem Gleis
5 verfahrbar. Zur besseren Veranschaulichung ist der Fahrzeugrahmen 2 samt Wagenkasten
3 von den Schienenfahrwerken 4 abgehoben dargestellt. Das Fahrzeug 1 kann auch als
Gleisbaumaschine, insbesondere als Stopfmaschine ausgebildet sein. In diesem Fall
ist nur eine Maschine zum Aufmessen und zur Korrektur des Gleises 5 erforderlich.
[0030] Die Schienenfahrwerke 4 sind vorzugsweise als Drehgestelle ausgebildet. Eine Messplattform
6 ist als Messrahmen mit den Radachsen des Drehgestells verbunden, sodass Bewegungen
der Räder ohne Federwirkung auf den Messrahmen 6 übertragen werden. Gegenüber dem
Gleis 5 ergeben sich somit lediglich Seitwärts- bzw. Pendelbewegungen des Messrahmens
6. Diese Bewegungen werden mittels am Messrahmen 6 angeordneter Lagemesseinrichtungen
7 erfasst. Diese sind beispielsweise als Laserlinienschnittsensoren ausgebildet.
[0031] Die Lagemesseinrichtungen 7 sind Komponenten einer auf der Messplattform 6 aufgebauten
inertialen Messeinrichtung 8, die eine inertiale Messeinheit 9 umfasst. Mit der inertialen
Messeinheit 9 werden während einer Messfahrt Messdaten einer Ist-Geometrie 10 des
Gleises 5 erfasst, wobei Relativbewegungen der inertialen Messeinheit 9 gegenüber
dem Gleis 5 mittels der Daten der Lagemesseinrichtungen 7 kompensiert werden. Mittels
der Messergebnisse der Lagemesseinrichtungen 7 sind zudem die Messdaten der inertialen
Messeinheit 9 auf eine jeweilige Schiene 11 des Gleises 5 transformierbar. Ergebnis
ist eine Ist-Geometrie 10 für jede Schiene 11.
[0032] Das Messfahrzeug 1 umfasst des Weiteren eine GNSS-Empfangseinrichtung 12, mit dem
eine jeweils aktuelle Position des Messfahrzeugs 1 erfassbar ist. Aufgrund der bekannten
Lage des Messfahrzeugs 1 gegenüber dem Gleis 5 sind damit auch der Ortskoordinaten
der aktuell befahrenen Gleisstelle erfassbar. Die erfassten Gleisstellen entsprechen
dabei einer Abfolge von Messstellen, an welchen die inertiale Messeinrichtung 8 Messdaten
sammelt.
[0033] Beispielsweise ist die GNSS-Empfangseinrichtung 12 über einen Träger 13 starr mit
dem Fahrzeugrahmen 2 verbunden ist. Dabei umfasst die GNSS-Empfangseinrichtung 12
mehrere zueinander ausgerichtete GNSS-Antennen 14 für eine genaue Erfassung von GNSS-Positionen
des Messfahrzeugs 1. Um Pendelbewegungen des Fahrzeugrahmens 2 gegenüber dem Gleis
5 zu erfassen, sind am Fahrzeugrahmen 2 weitere Lagemesseinrichtungen 7 angeordnet.
Auch hier kommen beispielsweise Laserlinienschnittsensoren zum Einsatz. Für eine einfache
Ausführung der Erfindung ist eine GNSS-Antenne 14 ausreichend. Auf diese Weise werden
laufend Ist-Positionen am Gleis 5 bzw. entlang einer Gleichsachse 15 erfasst.
[0034] Alternativ oder ergänzend erfolgt die Ortserfassung mittels eines Odometers, mit
dem eine Kilometrierung entlang des gemessenen Gleisabschnitts bestimmbar ist. Resultat
sind in jedem Fall Ortsdaten, die mit den Messdaten der inertialen Messeinrichtung
verknüpft werden. Über diesen Ortsbezug ist in weiterer Folge ein Abgleich mit einer
bekannten Soll-Geometrie 16 des Gleises 5 durchführbar.
[0035] Beispielsweise dient zur Georeferenzierung der Messergebnisse ein ortfestes Koordinatensystem,
das seinen Ursprung am Startpunkt der Messfahrt hat. Die X-Achse zeigt am Startpunkt
in Richtung des zu messenden Gleises 5. Die Y-Achse ist quer dazu horizontal ausgerichtet.
Auf der Z-Achse ergibt sich die Höhenlage des Gleises 5. Während der Messfahrt wird
zudem ein Weg s erfasst, der neben einem Zeitstempel zur Synchronisation von Messergebnissen
der unterschiedlichen Systeme 8, 12 dienen kann. Entlang eines gemessenen Gleisabschnitts
befinden sich sogenannte Gleishauptpunkte 17. Diese Gleishauptpunkte markieren jeweils
eine Grenze zwischen geometrischen Trassierungselementen (z.B. Gerade, Übergangsbogen
Kreisbogen bzw. Vollbogen).
[0036] Das Blockdiagramm in Fig. 2 veranschaulicht ein beispielhaftes Schema der beteiligten
Systemkomponenten. Die von der inertialen Messeinrichtung 8 erfassten Messdaten 18
sind einer Auswerteeinrichtung 19 zugeführt. Vorteilhafterweise ist in der Auswerteeinrichtung
19 ein Datenintegrations-Algorithmus eingerichtet, mittels dem die Messdaten 18 der
inertialen Messeinrichtung 8 sowie GNSS-Daten bzw. Ortsdaten 20 der GNSS-Empfangseinrichtung
12 und/oder eines Odometers 21 verknüpft werden. Dabei ist darauf zu achten, dass
alle Koordinaten auf ein gemeinsames Koordinatensystem bezogen sind. Mittels eines
Systemprozessors erfolgt eine gemeinsame Auswertung der von den GNSS-Antennen 19 empfangenen
Signalen und eine Kompensation der Relativbewegungen gegenüber dem Gleis 5.
[0037] In einer Variante der Erfindung gibt die inertiale Messeinrichtung 8 ungefilterte
Messdaten 18 der inertialen Messeinheit 9 aus, wobei Relativbewegungen der Messplattform
6 gegenüber den Schienen 11 kompensiert werden. Die mittels der Auswerteeinrichtung
19 bereitgestellten ortsbezogene Messdaten 22 sind einer Recheneinheit 23 zugeführt.
[0038] Neben dieser Erfassung der Ist-Geometrie 10 bildet die bekannte Soll-Geometrie 16
die Ausgangsbasis für die weiteren Verfahrensschritte. Dabei ist die Soll-Geometrie
16 als optimaler virtueller Gleisverlauf einer Simulationseinrichtung 24 vorgegeben.
Die Simulationseinrichtung 24 ist beispielsweise ein separater Computer, der zur Verarbeitung
virtueller Szenarien eingerichtet ist. Zur Optimierung der Hardware kann es auch sinnvoll
sein, die Auswerteeinrichtung 19, die Recheneinheit 23 und die Simulationseinrichtung
24 in einem integrierten Computersystem zusammenzufassen.
[0039] In der Simulationseinrichtung 24 ist eine virtuelle inertiale Messeinrichtung eingerichtet,
welche dieselben Eigenschaften aufweist wie die auf der Messplattform 6 aufgebaute
inertiale Messeinrichtung 8. Mittels dieser virtuellen inertialen Messeinrichtung
erfolgt eine virtuelle Messung des Gleisverlaufs auf Basis der vorgegebenen Soll-Geometrie
16. Herangezogen wird derselbe Gleisabschnitt, für den auch die Ist-Geometrie 10 erfasst
wird. Dabei nutzen die reale und die virtuelle Messeinrichtung dasselbe inertiale
Messverfahren. Resultat der virtuellen Messung sind simulierte Messdaten 25, die vorteilhafterweise
einen Ortsbezug aufweisen, um einen direkten Abgleich mit den realen ortsbezogenen
Messdaten 22 durchzuführen.
[0040] In der Recheneinheit 23 erfolgt eine ortsbezogene Subtraktion der simulierten Messdaten
25 von den Messdaten 18 der realen inertialen Messeinrichtung 8. Ergebnis dieser Subtraktion
sind Korrekturwerte 26 für das Gleis 5, um die erfasste Ist-Geometrie 10 in die gewünschte
Soll-Geometrie 16 überzuführen. Dabei ist es von Vorteil, wenn aus den Korrekturwerten
26 mittels der Recheneinheit 23 horizontale Richtwerte und vertikale Hebewerte des
Gleises 5 abgeleitet werden. Beispielsweise erfolgt eine Projektion der Korrekturwerte
26 in eine XY-Ebene und in eine Z-Richtung des zugrunde gelegten Koordinatensystems.
Für die Vorgabe einer Überhöhung sind jeder Schiene 11 eigene Hebewerte zugeordnet.
[0041] In weiterer Folge dienen die Hebe- und Richtwerte zur Ansteuerung eines Hebe-/Richtaggregats
einer an sich bekannten Gleisbaumaschine, beispielsweise einer Strecken- oder Universalstopfmaschine.
Vorteilhafterweise ist ein drahtloses Kommunikationssystem eingerichtet, um die mittels
des Messfahrzeugs 1 ermittelten Korrekturdaten 26 direkt auf die Gleisbaumaschine
zu übertragen. In einer anderen Ausprägung umfasst die Gleisbaumaschine auch alle
Funktionen des hier beschriebenen Messfahrzeugs 1.
[0042] Zum Korrigieren der Gleislage wird das Gleis 5 nach dem Vormessen mittels der Gleisbaumaschine
befahren. Entsprechend den vorgegebenen Korrekturwerten 26 wird der Gleisrost mittels
des Hebe-/Richtaggregats in seine gewünschte Lage gebracht und dort mittels eines
Stopfaggregats fixiert. Zur Überprüfung der Gleislage dient ein Sehnenmesssystem,
das auf der Gleisbaumaschine aufgebaut ist. Bei einer integrierten Maschine 1 umfasst
ein sogenannter Gleisgeometrie-Leitcomputer (auch Automatischer Leitcomputer ALC genannt)
die Recheneinheit 23 und die Auswerteeinrichtung 19. Der Leitcomputer dient dabei
als zentrale Einheit zur Bestimmung der Korrekturwerte 26 und zur Steuerung der Gleisbaumaschine.
[0043] Fig. 3 zeigt im obersten Diagramm ein Ortsbild eines Gleisabschnitts in einem ortsfesten
Koordinatensystem. Die Abszisse entspricht der X-Koordinate und die Ordinate entspricht
der Y-Koordinate. Der dargestellte Gleisabschnitt beginnt mit einer Geraden und geht
dann in einen Übergangsbogen mit steigender Krümmung über, bis die Krümmung in einem
anschließenden ersten Kreisbogen (Vollbogen) konstant bleibt. Daran anschließend umfasst
der Gleisabschnitt einen Übergangsbogen mit fallender Krümmung, einen zweiten Kreisbogen,
einen weiteren Übergangsbogen und eine Gerade.
[0044] Die für die Simulation vorgegebene Soll-Geometrie 16 des Gleisabschnitts ist mit
einer dicken durchgehenden Linie dargestellt. Dabei grenzen die einzelnen Trassierungselemente
an Gleishauptpunkten 17 aneinander. Mit einer absoluten Verortung der Gleishauptpunkte
17 wird diese optimale Gleislage auch als Designgeometrie des Gleises 5 bezeichnet.
Bei der Vorgabe einer relativen Soll-Geometrie 16 ist gegebenenfalls die Festlegung
von Zwangspunkten von Vorteil, um die Gleislage an Bahnübergängen, Brücken, Tunnel
oder ähnlichen Zwangseinrichtungen festzulegen. Eine dünne durchgehende Linie zeigt
die mittels der inertialen Messeinrichtung 8 erfasste Ist-Geometrie 10.
[0045] Unter dem dargestellten Ortsbild ist eine Seitenlage einer mittels der inertialen
Messeinrichtung 8 erfassten Raumkurve dargestellt. Dabei handelt es sich um ungefilterte
Messdaten 18, wodurch der Verlauf annähernd einem Krümmungsdiagramm (Krümmungsbild)
entspricht. Auf der Abszisse ist der Weg s aufgetragen. Die Ordinate zeigt die aktuelle
Amplitude a (Krümmung) über dem Weg s an. Für die Datenerfassung kommt ein an sich
bekannter Raumkurvenalgorithmus zum Einsatz. Das trifft auch auf das Inertial-Messsystem
der Firma Applanix zu, das im eingangs erwähnten Artikel in der Fachzeitschrift Eisenbahningenieur
(52) 9/2001 auf den Seiten 6-9 beschrieben ist. Beispielsweise wird eine 200m lange
Ausgleichsgerade gewählt, um an einer aktuellen Messstelle eine Amplitude a zu berechnen.
Dabei erfolgt entlang des Gleises 5 alle 25cm eine Neuberechnung, sodass sich ein
genauer und nahezu durchgängiger Verlauf der erfassten Messdaten 18 ergibt.
[0046] Im untersten Diagramm ist eine Seitenlage einer Raumkurve des idealisierten, virtuellen
Gleises 5 dargestellt. Hier sind auf der Ordinate die simulierten Messdaten 25 aufgetragen,
die sich bei einer Messsimulation mit der in der Simulationseinrichtung 24 eingerichteten
virtuellen Messeinrichtung ergeben. Auch für diese simulierte Messung wird eine Ausgleichsgerade
mit 200m Länge und ein Messintervall von 25cm zugrunde gelegt. Das in der Simulation
gemessene virtuelle Gleis weist die vorgegebenen Soll-Geometrie 16 auf.
[0047] Für die anschließende Ermittlung der Korrekturwerte 26 werden Messdaten 18, 25 für
denselben Gleisabschnitt herangezogen. Ein örtlicher Abgleich erfolgt dabei entweder
anhand einer Kilometrierung oder auf Basis von GNSS-Daten. Die Korrekturwerte 26 ergeben
sich dann unmittelbar durch eine Subtraktion der beiden dargestellten Raumkurven.
[0048] In einer anderen Variante werden gefilterte Messdaten der inertialen Messeinrichtung
8 herangezogen (Fig. 4). Bei der virtuellen Messung werden die simulierten Messdaten
25 in gleicher Weise gefiltert. Beispielsweise kommt ein FIR-Filter (Finite Impulse
Response Filter) zum Einsatz. Vorgaben finden sich in der europäischen Norm EN 13848.
Laut dieser Norm müssen für Strecken mit einer Streckenhöchstgeschwindigkeit von mehr
als 250km/h auch Fehleramplituden im Wellenlängenbereich von 70m bis 200m beurteilt
werden. In den Diagrammen in Fig. 4 sind das Messsignal der inertialen Messeinrichtung
8 (dünne Linie) und das simulierte Messsignal (dicke Linie) mit einem Bandbassfilter
mit einem Wellenlängenbereich von 3m bis 70m gefiltert.
[0049] Sowohl bei der realen als auch bei der virtuellen Messung können verfahrensbedingt
Artefakte auftreten. In den dargestellten Diagrammen der gefilterten Messwerte sind
solche Artefakte an den Übergängen zwischen den Trassierungselementen sichtbar. Durch
Subtraktion der erhaltenen Messdaten der Ist-Geometrie 10 und der Soll-Geometrie 16
heben sich diese Artefakte auf. Als Resultat ergeben sich die Korrekturwerte 26 für
den entsprechenden Gleisabschnitt. Durch eine unmittelbare Subtraktion der Messdaten
18, 25 besteht keine Notwendigkeit, 3D-Trajektorien in Form von XYZ-Koordinaten zu
bestimmen. Damit ergibt sich trotz der erforderlichen Simulation insgesamt ein einfacheres
und genaueres Verfahren zur Bestimmung der Korrekturwerte 26.
1. Verfahren zur Ermittlung von Korrekturwerten (26) für eine Lagekorrektur eines Gleises
(5), wobei eine Ist-Geometrie (10) eines Gleisabschnitts mittels einer an einem Messfahrzeug
(1) angeordneten inertialen Messeinrichtung (8) während des Befahrens des Gleises
(5) erfasst wird und wobei von der inertialen Messeinrichtung (5) Messdaten (18) des
erfassten Gleisabschnitts an eine Auswerteeinrichtung (19) ausgegeben werden, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Simulationseinrichtung (24) eine virtuelle inertiale Messung desselben
Gleisabschnitts mit einer Soll-Geometrie (16) berechnet wird, um simulierte Messdaten
(25) für die Soll-Geometrie (16) zu erhalten, und dass mittels einer Recheneinheit
(23) Korrekturwerte (26) zur Lagekorrektur des Gleises (5) ermittelt werden, indem
die simulierten Messdaten (25) von den Messdaten (18) der inertialen Messeinrichtung
(8) subtrahiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Simulationseinrichtung (24) die Soll-Geometrie (16) als Abfolge geometrischer
Trassierungselemente vorgegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Messdaten (18) der inertialen Messeinrichtung (8) mittels eines Filteralgorithmus
gefiltert werden und dass in der Simulationseinrichtung (24) die simulierten Messdaten
(25) mit demselben Filteralgorithmus gefiltert werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der inertialen Messeinrichtung (8) die Messdaten (18) auf Basis einer virtuellen
Ausgleichsgerade mit einer Länge zwischen 100m und 300m ermittelt werden, insbesondere
mit einer Länge von 200m.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der inertialen Messeinrichtung (8) entlang eines Messweges (s) in Abständen
zwischen 15cm und 50cm Messdaten (18) erfasst werden, insbesondere in einem jeweiligen
Abstand von 25cm.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer am Messfahrzeug (1) angeordneten GNSS-Empfangseinrichtung (12) Messstellen
am Gleis (5) als Ortsdaten (20) erfasst werden und dass die Messdaten (18) der inertialen
Messeinrichtung (8) mit den Ortsdaten (20) verknüpft werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass aus den ermittelten Korrekturwerten (26) zur Lagekorrektur mittels der Recheneinheit
(23) horizontale Richtwerte und vertikale Hebewerte des Gleises (5) abgeleitet werden.
8. System zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7, mit einem
Messfahrzeug (1) zum Befahren eines Gleises (5), umfassend eine inertiale Messeinrichtung
(8) zum Erfassen einer Ist-Geometrie (10) eines Gleisabschnitts, wobei eine Auswerteeinrichtung
(19) zur Verarbeitung von Messdaten (18) der inertialen Messeinrichtung (8) eingerichtet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Simulationseinrichtung (24) zur Simulation einer virtuellen inertialen Messung
desselben Gleisabschnitts auf Basis einer Soll-Geometrie (16) eingerichtet ist und
dass eine Recheneinheit (23) zur Subtraktion der simulierten Messdaten (25) von den
Messdaten (18) der inertialen Messeinrichtung (8) eingerichtet ist, um Korrekturwerte
(26) zur Lagekorrektur des Gleises (5) zu ermitteln.
9. System nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Messfahrzeug (1) eine GNSS-Empfangseinrichtung (12) zur Erfassung von Ortsdaten
(20) umfasst.
10. System nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kommunikationssystem zur Übertragung der Korrekturdaten (26) an eine Gleisbaumaschine
eingerichtet ist und dass eine Steuerungseinrichtung der Gleisbaumaschine zur Verarbeitung
der Korrekturwerte (26) eingerichtet ist, um das Gleis (5) mittels eines angesteuerten
Hebe-/Richtaggregats in die vorgegebene Soll-Geometrie (16) zu bringen.
1. A method for determining correction values (26) for correcting the position of a track
(5), with an actual geometry (10) of a track section being recorded by means of an
inertial measurement device (8) arranged on a track inspection vehicle (1) while the
track (5) is being travelled on, and with measuring data (18) of the recorded track
section being output by the inertial measurement device (5) to an evaluation device
(19), characterised in that a virtual inertial measurement of the same track section with a target geometry (16)
is calculated by means of a simulation device (24) in order to obtain simulated measuring
data (25) for the target geometry (16), and that correction values (26) for correcting
the position of the track (5) are determined by subtracting the simulated measuring
data (25) from the measuring data (18) of the inertial measurement device (8) by means
of a computing unit (23).
2. A method according to claim 1, characterised in that the target geometry (16) is given to the simulation device (24) as a sequence of
geometric track alignment design elements.
3. A method according to claim 1 or 2, characterised in that the measuring data (18) of the inertial measurement device (8) are filtered by means
of a filter algorithm and that the simulated measuring data (25) are filtered with
the same filter algorithm in the simulation device (24).
4. A method according to one of the claims 1 to 3, characterised in that in the inertial measurement device (8), the measuring data (18) are determined on
the basis of a virtual regression line with a length between 100m and 300m, in particular
with a length of 200m.
5. A method according to one of the claims 1 to 4, characterised in that the inertial measurement device (8) records measuring data (18) along a measuring
path (s) at distances between 15cm and 50cm, in particular at a respective distance
of 25cm.
6. A method according to one of the claims 1 to 5, characterised in that measuring points on the track (5) are recorded as location data (20) by means of
a GNSS receiving device (12) arranged on the track inspection vehicle (1) and if the
measuring data (18) of the inertial measurement device (8) are linked to the location
data (20).
7. A method according to one of the claims 1 to 6, characterised in that horizontal lining values and vertical lifting values of the track (5) are derived
from the determined correction values (26) for correcting the position by means of
the computing unit (23).
8. A system for carrying out the method according to one of the claims 1 to 7, with a
track inspection vehicle (1) for travelling on a track (5), comprising an inertial
measurement device (8) for recording an actual geometry (10) of a track section, with
an evaluation device (19) being set up for processing measuring data (18) of the inertial
measurement device (8), characterised in that a simulation device (24) is set up for simulating a virtual inertial measurement
of the same track section on the basis of a target geometry (16), and that a computing
unit (23) is set up for subtracting the simulated measuring data (25) from the measuring
data (18) of the inertial measurement device (8) in order to determine correction
values (26) for correcting the position of the track (5).
9. A system according to claim 8, characterised in that the track inspection vehicle (1) comprises a GNSS receiving device (12) for recording
location data (20).
10. A system according to claim 8 or 9, characterised in that a communication system is adapted to transmit correction values (26) to a track maintenance
machine, and that a control device of the track maintenance machine is adapted to
process the correction values (26) in order to place the track (5) into the predefined
target geometry (16) by means of a controlled lifting and lining unit.
1. Procédé de détermination de valeurs de correction (26) pour une correction d'assiette
d'une voie ferrée (5), dans lequel une géométrie réelle (10) d'une section de voie
est détectée au moyen d'un dispositif de mesure inertielle (8) disposé sur un véhicule
de mesure (1) pendant le parcours de la voie ferrée (5) et dans lequel des données
de mesure (18) de la section de voie détectée sont émises par le dispositif de mesure
inertielle (5) vers un dispositif d'évaluation (19), caractérisé en ce qu'une mesure inertielle virtuelle de la même section de voie est calculée avec une géométrie
de consigne (16) au moyen d'un dispositif de simulation (24) pour obtenir des données
de mesure simulées (25) pour la géométrie de consigne (16), et que des valeurs de
correction (26) sont déterminées au moyen d'une unité de traitement (23) pour la correction
d'assiette de la voie ferrée (5) en ce que les données de mesure simulées (25) sont soustraites des données de mesure (18) du
dispositif de mesure inertielle (8).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la géométrie de consigne (16) est prédéfinie en tant que succession d'éléments de
tracé géométriques vers le dispositif de simulation (24).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les données de mesure (18) du dispositif de mesure inertielle (8) sont filtrées au
moyen d'un algorithme de filtre et que les données de mesure simulées (25) sont filtrées
avec le même algorithme de filtre dans le dispositif de simulation (24).
4. Procédé selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les données de mesure (18) sont déterminées sur la base d'une droite d'ajustement
virtuelle avec une longueur comprise entre 100 m et 300 m, notamment avec une longueur
de 200 m, dans le dispositif de mesure inertielle (8).
5. Procédé selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que des données de mesure (18) sont détectées au moyen du dispositif de mesure inertielle
(8) le long d'un trajet de mesure (s) à des écarts compris entre 15 cm et 50 cm, notamment
à un écart respectif de 25 cm.
6. Procédé selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que des points de mesure sont détectés sur la voie ferrée (5) en tant que données d'emplacement
(20) au moyen d'un dispositif de réception GNSS (12) disposé sur le véhicule de mesure
(1) et que les données de mesure (18) du dispositif de mesure inertielle (8) sont
reliées aux données d'emplacement (20).
7. Procédé selon une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que des valeurs d'alignement horizontal et des valeurs de levage vertical de la voie
ferrée (5) sont dérivées des valeurs de correction déterminées (26) pour la correction
d'assiette au moyen de l'unité de traitement (23).
8. Système de réalisation du procédé selon une des revendications 1 à 7, avec un véhicule
de mesure (1) pour le parcours d'une voie ferrée (5), comprenant un dispositif de
mesure inertielle (8) pour la détection d'une géométrie réelle (10) d'une section
de voie, dans lequel un dispositif d'évaluation (19) est configuré pour le traitement
de données de mesure (18) du dispositif de mesure inertielle (8), caractérisé en ce qu'un dispositif de simulation (24) est configuré pour la simulation d'une mesure inertielle
virtuelle de la même section de voie sur la base d'une géométrie de consigne (16)
et qu'une unité de traitement (23) est configurée pour la soustraction des données
de mesure simulées (25) des données de mesure (18) du dispositif de mesure inertielle
(8) pour déterminer des valeurs de correction (26) pour la correction d'assiette de
la voie ferrée (5).
9. Système selon la revendication 8, caractérisé en ce que le véhicule de mesure (1) comprend un dispositif de réception GNSS (12) pour la détection
de données d'emplacement (20).
10. Système selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce qu'un système de communication est configuré pour la transmission des données de correction
(26) à une machine de pose de voie et qu'un dispositif de commande de la machine de
pose de voie est configuré pour le traitement des valeurs de correction (26) pour
amener la voie ferrée (5) au moyen d'un module de levage/alignement commandé dans
la géométrie de consigne prédéfinie (16).