[0001] Die Erfindung betrifft ein Spinnkops- und Hülsentransportsystem für eine mehrere
Arbeitsstellen aufweisende Spulmaschine, mit
- einer Zuführstrecke zur Zuführung von auf Transportmitteln angeordneten Spinnkopsen
zu den Arbeitsstellen,
- einer Rückführstrecke zum Abtransport der abgespulten Spinnkopse von den Arbeitsstellen,
- mehreren, jeweils einer Arbeitsstelle zugeordneten, die Zuführstrecke und die Rückführstrecke
im Bereich der Arbeitsstellen verbindenden Quertransportstrecken mit an die Zuführstrecke
angrenzenden Einlaufabschnitten und
- mehreren, jeweils einer Arbeitsstelle zugeordneten, unabhängig voneinander angetriebenen
Transporteuren zur Verstellung der Transportmittel zwischen der Zuführstrecke und
der Rückführstrecke,
wobei sich die Zuführstrecke derart entlang der Quertransportstrecken erstreckt, dass
die in Transportrichtung entlang der Zuführstrecke geförderten Transportmittel selbsttätig
in transportmittelfreie Einlaufabschnitte eintreten.
[0002] Moderne Spulmaschinen verfügen in der Regel über eine Vielzahl gleichartiger Arbeitsstellen,
an denen das bspw. auf Ringspinnmaschinen hergestellte Garn auf großvolumige Kreuzspulen
umgespult wird. Um einen kontinuierlichen Betrieb der Arbeitsstellen zu gewährleisten,
ist es erforderlich, die Arbeitsstellen ständig mit Spinnkopsen zu versorgen. Hierzu
werden Spinnkops- und Hülsentransportsysteme der eingangs genannten Art eingesetzt,
die die Spinnkopse zu den Arbeitsstellen transportieren und die entleerten Spinnkopse
abtransportieren.
[0003] Derartige Transportsysteme weisen bspw. u. a. ein entlang einer Führungsbahn geführtes
Transportband auf, auf dem die als Transportteller mit vertikal angeordneten Aufnahmedornen
zur Aufnahme von Spinnkopsen ausgebildeten Transportmittel umlaufen. Die Spinnkopse
verbleiben dabei sowohl bei der Zuführung, als auch während des Abspulens und des
anschließenden Abtransports der abgespulten Spinnkopse, d. h. der leeren Hülsen, auf
diesen Aufnahmedornen.
[0004] Das Transportsystem beinhaltet u. a. eine Zuführstrecke sowie eine Rückführstrecke
sowie mehrerer sich zwischen der Zuführstrecke und der Rückführstrecke erstreckender
Quertransportstrecken, die den einzelnen Arbeitsstellen zugeordnet sind und innerhalb
derer die Spinnkopse in der Abspulstellung angeordnet werden.
[0005] Die Zuführstrecke erstreckt sich entlang der gesamten Spulmaschine und versorgt die
einzelnen Arbeitsstellen mit abzuspulenden Spinnkopsen. Die Quertransportstrecken
gewährleisten die Zuführung der abzuspulenden Spinnkopse zu den Arbeitsstellen in
die Abspulstellung und ermöglicht eine Rückführung der abgespulten Spinnkopse über
die Rückführstrecke, welche sich analog zur Zuführstrecke entlang der Arbeitsstellen
der gesamten Spulmaschine erstreckt.
[0006] Die Zuführstrecke erstreckt sich dabei derart entlang der Quertransportstrecken,
dass in Transportrichtung entlang der Zuführstrecke geförderte Transportmittel selbsttätig
in transportmittelfreie Einlaufabschnitte der einzelnen Quertransportstrecken eintreten.
Im Falle von bereits in den Einlaufabschnitten angeordneten Transportmitteln werden
also nachfolgende Transportmittel an diesen Arbeitsstellen entlang der Transportstrecke
weiterbewegt, wobei ein in dem Einlaufabschnitt angeordnetes Transportmittel dann
als Führungselement für das nachfolgende Transportmittel dient und dessen Weitertransport
in Transportrichtung entlang der Zuführstrecke bewirkt. Die Transportmittel gelangen
somit in Transportrichtung immer in den ersten freien Einlaufabschnitt der in Transportrichtung
hintereinander angeordneten Arbeitsstellen. Innerhalb der Arbeitsstellen dient der
Transporteur dazu, die Transportmittel entlang der Quertransportstrecke zu verstellen,
insbesondere dazu, den auf dem Transportmittel angeordneten Spinnkops in der Abspulstellung
zu positionieren.
[0007] Diese Ausgestaltung des Spinnkops- und Hülsentransportsystems erlaubt keine selektive
Zuordnung einzelner Spinnkopse zu einzelnen Arbeitsstellen. Die sich aus dem Stand
der Technik ergebende zwangsweise Verarbeitung der in die freien Einlaufabschnitte
eingefahrenen Spinnkopse an den einzelnen Arbeitsstellen erlaubt somit bspw. keine
sortenreine Verarbeitung von Spinnkopsen an einer oder mehreren Arbeitsstellen. Auch
die Verarbeitung von speziellen Kopstypen an hierfür vorgesehene Arbeitsstellen kann
mittels der bekannten Spinnkops- und Hülsentransportsystemen nicht durchgeführt werden.
[0008] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Spinnkops- und Hülsentransportsystem
bereitzustellen, das eine aktive Zuordnung von einzelnen Spinnkopsen zu einzelnen
Arbeitsstellen entlang der Spulmaschine ermöglicht.
[0009] Die Erfindung löst die Aufgabe durch ein Spinnkops- und Hülsentransportsystem mit
den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in
den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0010] Kennzeichnend für das erfindungsgemäße Spinnkops- und Hülsentransportsystem ist,
dass der zur Verstellung der Transportmittel zwischen der Zuführstrecke und der Rückführstrecke
vorgesehene Transporteur derart ausgebildet ist, dass dieser in einer ersten Ruhestellung
den Einlaufabschnitt der Quertransportstrecke gegenüber der Zuführstrecke freigibt
und in einer zweiten Ruhestellung den Einlaufabschnitt derart gegenüber der Zuführstrecke
absperrt, dass die Transportmittel in Transportrichtung weitergeleitet werden.
[0011] Die grundsätzliche Funktion des Transporteurs besteht darin, die Transportmittel
mit den darauf angeordneten Spinnkopsen im Bereich zwischen der Zuführstrecke und
der Rückführstrecke zu verstellen. D. h. mittels des Transporteurs wird ein in einem
Einlaufabschnitt der Quertransportstrecke befindliches Transportmittel in die Abspulstellung
bewegt und nach dem Abspulvorgang aus der Abspulstellung in die Rückführstrecke überführt.
Erfindungsgemäß lässt sich der Transporteur in zwei Ruhestellungen anordnen und ist
dabei so ausgebildet, dass dieser in der ersten Ruhestellung einen an die Zuführstrecke
angrenzende Einlaufabschnitt der Querstrecke freigibt. D. h., ein entlang der Zuführstrecke
in Transportrichtung bewegtes Transportmittel gelangt dann selbsttätig in den freigegebenen
Einlaufabschnitt, von wo aus der Transporteur das Transportmittel innerhalb der Querstrecke
verstellen kann. Ferner ist der Transporteur so ausgebildet, dass dieser in der zweiten
Ruhestellung den Einlaufabschnitt gegenüber der Zuführstrecke absperrt, sodass in
der Folge der Einlaufabschnitt dieser Querstrecke von dem auf der Zuführstrecke in
Transportrichtung bewegten Transportmittel passiert wird, wobei der Transporteur dabei
das Transportmittel in der zweiten Ruhestellung in Transportrichtung weiterleitet.
[0012] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Spinnkops- und Hülsentransportsystem ermöglicht
eine selektive Auswahl der an den einzelnen Arbeitsstellen zu verarbeitenden Spinnkopse.
Durch den in der zweiten Ruhestellung anordbaren Transporteur besteht an den einzelnen
Arbeitsstellen die Möglichkeit, das Transportmittel auch für den Fall weiterzuleiten,
in dem der Einlaufabschnitt nicht durch ein Transportmittel belegt ist. Somit besteht
die Möglichkeit, bestimmte Arbeitsstellen nur für die Verarbeitung bestimmter Spinnkopse
zu verwenden, sodass das erfindungsgemäße Spinnkops- und Hülsentransportsystem die
Verarbeitung unterschiedlicher Spinnkopse an hierfür vorgesehenen Arbeitsstellen einer
Spulmaschine ermöglicht.
[0013] Die Positionierung des Transporteurs in der ersten oder zweiten Ruhestellung und
damit die Auswahl der aufzunehmenden Transportmittel mit den darauf angeordneten Spinnkopsen
kann dabei grundsätzlich in beliebiger Weise erfolgen. So kann bspw. im Falle einer
regelmäßigen Zuführung unterschiedlicher Spinnkopse über eine zentrale Steuereinrichtung
eine entsprechende Positionierung der einzelnen Transporteure an den einzelnen Arbeitsstellen
vorgenommen werden, wodurch gewährleistet ist, dass diese selektiv den einzelnen Arbeitsstellen
zugeführt werden.
[0014] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass
an den Arbeitsstellen jeweils eine mit einer Steuereinheit des Transporteurs verbundene
erste Spinnkopsidentifizierungseinheit zur Positionierung des Transporteurs in der
ersten oder zweiten Ruhestellung angeordnet ist.
[0015] Gemäß dieser Weiterbildung der Erfindung erfolgte eine Identifizierung der sich den
einzelnen Arbeitsstellen nähernden Spinnkopse über die erste Spinnkopsidentifizierungseinheit.
Erkennt die erste Spinnkopsidentifizierungseinheit, dass ein sich entlang der Transportstrecke
nähernder Spinnkops nicht an der Arbeitsstelle zur Verarbeitung vorgesehen ist, dann
bewirkt die eine Antriebseinheit des Transporteurs steuernde Steuereinheit eine Anordnung
des Transporteurs in der zweiten Ruhestellung, sodass dieser Spinnkops die entsprechende
Arbeitsstelle passiert und entlang der Transportstrecke weitertransportiert wird.
[0016] Erkennt die erste Spinnkopsidentifizierungseinheit hingegen einen an der entsprechenden
Arbeitsstelle zu verarbeitenden Spinnkops, erfolgt mittels der Steuereinheit eine
Positionierung des Transporteurs in der ersten Ruhestellung, sodass der Spinnkops
in den Einlaufabschnitt der Querstrecke gelangt, von wo aus dieser dann über den Transporteur
bis in die Abspulstellung verlagert werden kann. Diese Ausgestaltung der Erfindung
erlaubt es in besonders zuverlässiger Weise, die den jeweiligen Arbeitsstellen zugeordneten
Spinnkopse zu identifizieren und diese entsprechend in die Arbeitsstelle einzuleiten.
[0017] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist ferner vorgesehen,
dass die ersten Spinnkopsidentifizierungseinheiten und die Transporteure mit einer
zentralen Steuereinrichtung zur Verstellung der Transporteure verbunden sind. Gemäß
dieser Ausgestaltung der Erfindung erfolgt eine Positionierung der Transporteure in
der ersten oder zweiten Ruhestellung sowie deren anschließende Ansteuerung zur Verlagerung
des Spinnkops bzw. der Transportmittel innerhalb der Querstrecke über eine zentrale
Steuereinrichtung der Spulmaschine, welche zur Ansteuerung der Antriebe der einzelnen
Transporteure in Abhängigkeit von der über die ersten Spinnkopsidentifizierungseinheiten
gelieferten Identifikationsdaten ausgebildet ist. Die zentrale Steuereinrichtung,
die Spinnkopsidentifizierungseinheiten und die Antriebseinheiten der Transporteure
sind dabei über geeignete Datenleitungen miteinander verbunden. Die Verwendung einer
zentralen Steuereinrichtung erlaubt es dabei in besonders zuverlässiger Weise, eine
selektive Zuordnung der einzelnen Spinnkopse zu den einzelnen Arbeitsstellen zu gewährleisten.
[0018] Die Anordnung der ersten Spinnkopsidentifizierungseinheit an der einzelnen Arbeitsstelle
kann dabei grundsätzlich in beliebiger Weise erfolgen. Nach einer besonders vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass diese im Bereich des Einlaufabschnitts
angeordnet ist, sodass in besonders zuverlässiger Weise eine Erfassung der sich den
jeweiligen Arbeitsstellen nähernden Spinnkopse und somit die Identifizierung der zur
Verarbeitung vorgesehenen Spinnkopse erfolgen kann.
[0019] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist ferner eine zweite Spinnkopsidentifizierungseinheit
vorgesehen, die im Bereich einer Abspulstellung der Arbeitsstellen angeordnet ist.
Über die Verwendung einer zweiten Spinnkopsidentifizierungseinheit besteht die Möglichkeit,
eine Verifizierung der der Arbeitsstelle zugeführten Spinnkopse durchzuführen, sodass
besonders zuverlässig gewährleistet werden kann, dass nur solche Spinnkopse an der
Arbeitsstelle verarbeitet werden, welche an der Arbeitsstelle zur Verarbeitung vorgesehen
sind. Fehlererfassungen durch die erste Spinnkopsidentifizierungseinheit können somit
durch die zweite Spinnkopsidentifizierungseinheit korrigiert werden, wodurch eine
hohe Zuverlässigkeit bei der Erfassung der zu verarbeiteten Spinnkopse erreicht wird.
[0020] Sollte tatsächlich durch die zweite Spinnkopsidentifizierungseinheit ein nicht zu
verarbeitender Spinnkops identifiziert werden, dann besteht die Möglichkeit, diesen
Spinnkops mittels des Transporteurs wieder aus der Quertransportstrecke in die Zuführstrecke
zu überführen, wobei hierzu nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
die Steuereinheit und/oder die Steuereinrichtung sowohl zur in Richtung auf die Rückführstrecke
als auch in Richtung auf die Zuführrichtung gerichteten Verstellung des Transporteurs
ausgebildet ist. Durch eine entgegen der in Richtung auf die Rückführstrecke gerichteten
Verstellung des Transporteurs besteht somit die Möglichkeit, den fehlerhaft der Arbeitsstelle
zugeleiteten Spinnkops wieder der Zuführstrecke zuzuführen, über die dieser dann an
die zur Verarbeitung vorgesehene Arbeitsstelle gelangt.
[0021] Die Ausgestaltung der Spinnkopsidentifizierungseinheiten ist dabei grundsätzlich
frei wählbar. Besonders bevorzugt weisen diese eine RFID-Leseeinheit auf, welche eine
besonders zuverlässige Identifizierung ermöglicht.
[0022] Die Ausgestaltung des Transporteurs ist grundsätzlich frei wählbar. Nach einer besonders
vorteilhaften Ausgestaltung ist jedoch vorgesehen, dass der Transporteur ein Transportrad
mit mindestens einem, bevorzugt mindestens drei, besonders bevorzugt sechs Mitnehmern
aufweist, die im Bereich der Quertransportstrecke in Richtung auf die Rückführstrecke
offenen Transporttaschen zur Aufnahme der Transportmittel, insbesondere von Führungssockeln
von als Transporttellern ausgebildeten Transportmitteln aufweisen. Die Ausgestaltung
des Transporteurs als Transportrad ermöglicht eine besonders einfache und kompakte
Ausgestaltung des Transporteurs, wobei durch das Verdrehen des Transportrads im Zusammenwirken
der Transporttaschen mit den Transportmitteln diese zuverlässig entlang der Quertransportstrecke
verstellt werden. Die Transporttaschen sind dabei in ihrer Form an die Ausgestaltung
der Transportmittel bzw. deren Kontaktbereich mit den Transporttaschen angepasst.
So können die Transporttaschen bspw. Öffnungen aufweisen, welche an die Form der Führungssockel
der Transportteller angepasst sind, sodass eine zuverlässige Verstellung der Transportmittel
innerhalb der Querstrecke und insbesondere die Positionierung in der Abspulstellung
gewährleistet ist.
[0023] Die Ausgestaltung des Transporteurs derart, dass dieser in einer ersten Ruhestellung
den Einlaufabschnitt gegenüber der Zuführstrecke freigibt und in einer zweiten Ruhestellung
den Einlaufabschnitt gegenüber der Zuführstrecke absperrt, ist grundsätzlich frei
wählbar. Für den Fall der vorteilhafterweise vorgesehenen Ausgestaltung des Transporteurs
als Transportrad ist nach einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die Mitnehmer
an den den Transporttaschen gegenüberliegenden Rückseiten eine in der zweiten Ruhestellung
die Zuführstrecke im Bereich der Einlaufabschnitte begrenzende Führungsfläche aufweisen.
Die Rückseiten der Transporttaschen sind demnach nicht beliebig ausgestaltet, sondern
derart geformt, dass sie in der zweiten Ruhestellung den Einlaufabschnitt absperren
und dabei gleichzeitig eine Führungsfläche bilden, an der die die Arbeitsstelle passierenden
Transportmittel abgleiten und somit zuverlässig entlang der Transportrichtung an der
Arbeitsstelle vorbeigeführt werden.
[0024] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Transportrad
derart ausgebildet und/oder an der Arbeitsstelle angeordnet ist, dass es mit einem
in der Abspulstellung angeordneten Transportmittel außer Eingriff ist. Durch diese
Ausgestaltung der Erfindung wird gewährleistet, dass nach einer erfolgten Anordnung
des Transportmittels in der Abspulstellung auch im Falle einer Rückverlagerung des
Transportrads dieses nicht zu einer Verlagerung des in der Abspulstellung angeordneten
Spinnkops führt. Somit besteht nach einer Anordnung des Spinnkops in der Abspulstellung
die Möglichkeit, weitere Spinnkopse aufzunehmen und diese als Reservespinnkopse in
der Arbeitsstelle zu bevorraten, bzw. fehlerhaft eingefahrene Spinnkopse in die Zuführstrecke
zurückzufördern, ohne dass hierbei die Position des sich in der Abspulstellung befindlichen
Spinnkops verändert wird.
[0025] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass ein sich zwischen
der Abspulstellung und der Rückführstrecke erstreckender Ausleitabschnitt derart ausgebildet
ist, dass mittels eines in die Abspulstellung bewegten Transportmittels ein in der
Abspulstellung angeordnetes Transportmittel in die Zuführstrecke überführt wird. Diese
Ausgestaltung der Erfindung gewährleistet in besonders zuverlässiger Weise, dass mittels
eines nachfolgenden Transportmittels ein Transportmittel mit einem entleerten Spinnkops
zuverlässig über den Transporteur über den Ausleitabschnitt in die Rückführstrecke
überführt wird.
[0026] Ein Ausführungsbeispiel wird nachstehend mit Bezug auf die Zeichnungen erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Ausschnitts eines Spinnkops- und Hülsentransportsystems
und
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht eines Ausschnitts des Spinnkops- und Hülsentransportsystem
von Figur 1 mit auf Transportmitteln angeordneten Spinnkopsen.
[0027] In Figur 1 ist in einer perspektivischen Ansicht ein Abschnitt eines Spinnkops- und
Hülsentransportsystems 1 einer hier nicht dargestellten Spulmaschine dargestellt.
Das Spinnkops- und Hülsentransportsystem 1 weist mehrere den einzelnen Spulstellen
der Spulmaschine zugeordnete Arbeitsstellen 5 auf, an denen die Spinnkopse 11 in einer
Abspulstellung 12 abgespult und der Faden auf eine hier nicht dargestellte Kreuzspule
der Spulstelle aufgespult wird.
[0028] Zur Versorgung der einzelnen Arbeitsstellen 5 weist das Spinnkops- und Hülsentransportsystem
1 eine Zuführstrecke 3 auf. Entlang der Zuführstrecke 3 werden die Spinnkopse 11 auf
den Transportmitteln 9 an den einzelnen Arbeitsstellen 5 vorbeigeführt. Die Arbeitsstellen
5 grenzen dabei jeweils derart mit einer Quertransportstrecke 6 an die Zuführstrecke
3 an, dass in Transportrichtung T auf der Zuführstrecke 3 bewegte Transportmittel
9 über einen freien Einlaufabschnitt 7 der Quertransportstrecke 6 in die Quertransportstrecke
6 gelangen, innerhalb derer die Transportmittel 9 mittels eines als Transportrad 8
ausgebildeten Transporteurs verstellt werden, insbesondere in die Abspulstellung 12
transportiert werden können.
[0029] Zur Verlagerung der in den Quertransportstrecken 6 angeordneten Transportmittel 9
weist der als Transportrad 8 ausgebildeter Transporteur mehrere Mitnehmer 13 auf,
mittels derer die Transportmittel 9 mit ihren darauf angeordneten Spinnkopsen 11 entlang
der Quertransportstrecke 6 verstellt werden. Zur Verlagerung der Transportmittel 9
weisen die Mitnehmer 13 Transporttaschen 14 auf, welche eine an einen Führungssockel
15 angepasste Form aufweisen. Der Führungssockel 15 ist dabei Bestandteil eines als
Transportteller 16 ausgebildeten Transportmittels 9 und dient ferner zur drehbaren
Lagerung der Spinnkopse 11 an dem Transportmittel 9.
[0030] Das Transportrad 8 kann in einer ersten und einer zweiten Ruhestellung angeordnet
werden. In Figur 1 sind die Transporträder 8 in einer zweiten Ruhestellung angeordnet,
in der diese den Einlaufabschnitt 7 der einzelnen Quertransportstrecken 6 verschließen,
wobei eine an einer Rückseite 17 der Mitnehmer 13 angeordnete Führungsfläche 18 die
Zuführstrecke 3 derart im Bereich der Einlaufabschnitte 7 begrenzt, dass in Transportrichtung
T bewegte Transportmittel 9 an den Führungsflächen 18 abgleiten und an den einzelnen
Arbeitsstellen 5 vorbeigeführt werden, in denen sich das Transportrad 8 in der zweiten
Ruhestellung befindet.
[0031] In einer hier nicht dargestellten ersten Ruhestellung sind die Mitnehmer 13 hingegen
derart angeordnet, dass der Einlaufabschnitt 7 gegenüber der Zuführstrecke 3 freigegeben
ist, sodass in Transportrichtung T bewegte Transportmittel 9 in die freigegebenen
Einlaufabschnitte 7 einlaufen, von wo aus diese dann durch eine Rotation des Transportrads
8 bis in die Abspulstellung 12 befördert werden.
[0032] Eine Festlegung der Position des Transportrads 8 in der ersten oder zweiten Ruhestellung
erfolgt dabei über Einzelantriebe der einzelnen Transporträder 8, welche jeweils mit
einer hier nicht dargestellten zentralen Steuereinrichtung verbunden sind. Die Positionierung
der Transporträder 8 erfolgt dabei über die Signaleingänge von hier ebenfalls nicht
dargestellten, mit der Steuereinrichtung verbundenen Spinnkopsidentifizierungseinheiten,
welche den der jeweiligen Arbeitsstelle 5 zulaufenden Spinnkops 11 erkennen. In Abhängigkeit
von der Identifikation bewirkt dann die Steuereinrichtung über eine Ansteuerung der
Einzelantriebe eine Anordnung des Transportrads 8 in der ersten oder zweiten Ruhestellung.
[0033] Im Falle der Identifizierung eines zur Bearbeitung vorgesehenen Spinnkopses 11 wird
das Transportrad 8 in die erste Ruhestellung bewegt, sodass der Spinnkops 11 in den
Einlaufabschnitt 7 gelangt. Handelt es sich bei dem zulaufenden Spinnkops 11 hingegen
um ein nicht zur Bearbeitung an der Arbeitsstelle 5 vorgesehenen Spinnkops 11, dann
wird das Transportrad 8 in der zweiten Ruhestellung angeordnet, sodass der Spinnkops
11 die Arbeitsstelle 5 passiert.
[0034] Nach Beendigung des Abspulvorgangs des Spinnkopses 11 in der Abspulstellung 12 wird
über das Transportrad 8 durch eine Verdrehung ein nachfolgendes Transportmittel 9
mit einem Spinnkops 11 in Richtung auf das sich in der Abspulstellung 12 befindenden
Transportmittel 9 bewegt, wobei im Zusammenwirken des nachgeförderten Transportmittels
9 das in der Abspulstellung befindliche Transportmittel 9 über einen Ausleitabschnitt
10 auf die Rückführstrecke 4 befördert wird, über die der entleerte Spinnkops 11 dann
aus der Spulmaschine ausgeleitet wird.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- Spinnkops- und Hülsentransportsystem
- 3
- Zuführstrecke
- 4
- Rückführstrecke
- 5
- Arbeitsstelle
- 6
- Quertransportstrecke
- 7
- Einlaufabschnitt
- 8
- Transporteur/Transportrad
- 9
- Transportmittel
- 10
- Ausleitabschnitt
- 11
- Spinnkops
- 12
- Abspulstellung
- 13
- Mitnehmer
- 14
- Transporttasche
- 15
- Führungssockel
- 16
- Transportteller
- 17
- Rückseite
- 18
- Führungsfläche
- T
- Transportrichtung
1. Spinnkops- und Hülsentransportsystem (1) für eine mehrere Arbeitsstellen (5) aufweisende
Spulmaschine, mit
- einer Zuführstrecke (3) zur Zuführung von auf Transportmitteln (9) angeordneten
Spinnkopsen (11) zu den Arbeitsstellen (5),
- einer Rückführstrecke (4) zum Abtransport der abgespulten Spinnkopse (11) von den
Arbeitsstellen (5),
- mehreren, jeweils einer Arbeitsstelle (5) zugeordneten, die Zuführstrecke (3) und
die Rückführstrecke (4) im Bereich der Arbeitsstellen (5) verbindenden Quertransportstrecken
(6) mit an die Zuführstrecke (3) angrenzenden Einlaufabschnitten (7) und
- mehreren, jeweils einer Arbeitsstelle (5) zugeordneten, unabhängig voneinander angetriebenen
Transporteuren (8) zur Verstellung der Transportmittel (9) zwischen der Zuführstrecke
(3) und der Rückführstrecke (4),
wobei sich die Zuführstrecke (3) derart entlang der Quertransportstrecken (6) erstreckt,
dass die in Transportrichtung entlang der Zuführstrecke (3) geförderten Transportmittel
(9) selbsttätig in transportmittelfreie Einlaufabschnitte (7) eintreten,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Transporteur (8) derart ausgebildet ist, dass dieser in einer ersten Ruhestellung
den Einlaufabschnitt (7) gegenüber der Zuführstrecke (3) freigibt und in einer zweiten
Ruhestellung den Einlaufabschnitt (7) derart gegenüber der Zuführstrecke (3) absperrt,
dass die Transportmittel (9) in Transportrichtung (T) weitergeleitet werden.
2. Spinnkops- und Hülsentransportsystem (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an den Arbeitsstellen (5) jeweils eine mit einer Steuereinheit des Transporteurs
(8) verbundene erste Spinnkopsidentifizierungseinheit zur Positionierung des Transporteurs
(8) in der ersten oder zweiten Ruhestellung angeordnet ist.
3. Spinnkops- und Hülsentransportsystem (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Spinnkopsidentifizierungseinheiten und die Transporteure (8) mit einer
zentralen Steuereinrichtung zur Verstellung der Transporteure (8) verbunden sind.
4. Spinnkops- und Hülsentransportsystem (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Spinnkopsidentifizierungseinheit im Bereich des Einlaufabschnitts (7) angeordnet
ist.
5. Spinnkops- und Hülsentransportsystem (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, gekennzeichnet durch eine zweite im Bereich einer Abspulstellung (12) des Spinnkops (11) angeordnete Spinnkopsidentifizierungseinheit.
6. Spinnkops- und Hülsentransportsystem (1) nach einem oder mehreren der voergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Spinnkopsidentifizierungseinheit eine RFID Leseeinheit zur Spinnkopsidentifizierung
aufweist.
7. Spinnkops- und Hülsentransportsystem (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit und/oder die Steuereinrichtung zur in Richtung auf die Rückführstrecke
(4) und die Zuführstrecke (3) gerichteten Verstellung des Transporteurs (8) ausgebildet
ist.
8. Spinnkops- und Hülsentransportsystem (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Transporteur ein Transportrad (8) mit mindestens einem, bevorzugt mindestens
drei, besonders bevorzugt sechs Mitnehmern (13) aufweist, die im Bereich der Quertransportstrecke
(6) in Richtung auf die Rückführstrecke (4) offene Transporttaschen (14) zur Aufnahme
der Transportmittel (9), insbesondere von Führungssockeln (15) von Transporttellern
(16) aufweisenden Transportmitteln (9) aufweisen.
9. Spinnkops- und Hülsentransportsystem (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer (13) an den den Transporttaschen (14) gegenüberliegenden Rückseiten
(17) eine in der zweiten Ruhestellung die Zuführstrecke (3) im Bereich des Einlaufabschnitts
(7) begrenzende Führungsfläche (18) aufweisen.
10. Spinnkops- und Hülsentransportsystem (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Transportrad (8) derart ausgebildet und/oder an der Arbeitsstelle (5) angeordnet
ist, dass es mit einem in der Abspulstellung (12) angeordneten Transportmittel (9)
außer Eingriff ist.
11. Spinnkops- und Hülsentransportsystem (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein sich zwischen der Abspulstellung (12) und der Rückführstrecke (4) erstreckende
Ausleitabschnitt (10) derart ausgebildet ist, dass mittels eines in die Abspulstellung
(12) bewegten Transportmittels (9) ein in der Abspulstellung (12) angeordnetes Transportmittel
(9) in die Rückführstrecke (4) überführt wird.