Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Trockner, insbesondere einen Haushaltswäschetrockner.
Dieser umfasst eine Trommel zur Aufnahme von Textilien, eine Wärmepumpe, ein Luftzirkulationssystem
und eine Steuerung. Die Wärmepumpe umfasst einen Kompressor, einen Kondensator, einen
Verdampfer, ein Expansionsorgan und einen Zusatzwärmetauscher. Zwischen diesen Komponenten
strömt in einem Kältemittelkreislauf ein Kältemittel. Prozessluft strömt im Luftzirkulationssystem,
durch die Trommel, den Kondensator und den Verdampfer, um in der Trommel angeordnete
Textilien zu trocknen.
Hintergrund
[0002] Trockner, insbesondere Wäschetrockner oder Waschtrockner, dienen dem Trocknen von
Textilien. Der Trocknungsprozess kann vereinfacht in eine Aufheiz- und in eine stationäre
Phase unterteilt werden. Während der Aufheizphase erwärmen sich der Trockner und die
in der Trommel angeordneten Textilien. Sobald das Kältemittel innerhalb der Wärmepumpe
eine bestimmte Betriebstemperatur erreicht hat, darf die Temperatur des Kältemittels
nicht mehr weiter steigen. Zu hohe Temperaturen des Kältemittels würden die Lebensdauer
des Kältekreislaufes negativ beeinflussen und damit dem Trockner schaden. Daher wird
in die stationäre Phase gewechselt und ein Kühlluftventilator betrieben, welcher Umgebungsluft
in den Trockner führt.
[0003] Der Kühlluftventilator kann aufgrund von Lärmemissionen nur bis zu einer bestimmten
Drehzahl betrieben werden. Aus diesem Grunde ist als Bestandteil der Wärmepumpe ein
Zusatzwärmetauscher vorgesehen, welcher dem Kondensator nachgeschaltet ist. Der Kühlluftventilator
fördert Luft zum Kondensator. Es handelt sich um einen Luft/Kältemittel-Wärmetauscher.
Für eine detailliertere Beschreibung wird auf
EP2034084 verwiesen.
[0004] Der Einsatz eines Zusatzwärmetauschers hat seine Nachteile. Zum einen erhöht der
Zusatzwärmetauscher das innere Volumen des gesamten Kältemittelkreislaufes. Da das
Kältemittel im Kältemittelkreislauf ein maximales Volumen nicht überschreiten darf,
müssen andere Komponenten der Wärmepumpe, z.B. der Kondensator und der Verdampfer,
verkleinert werden. Die Leistung des Trockners wird dadurch reduziert.
[0005] Zum anderen werden während der Aufheizphase schwankende Temperaturen und ein Hin-
und Herbewegen des Kältemittels im Kältemittelkreislauf beobachtet. Das Kältemittel
pendelt bzw. schwingt innerhalb des Kältemittelkreislaufes. Ein solch unkontrolliertes
Verhalten reduziert die Lebensdauer der Wärmepumpe, insbesondere des Kompressors,
und ist unerwünscht. Nachfolgend wird dieser nachteilige Effekt als Kältemittelverlagerung
bezeichnet.
Darstellung der Erfindung
[0006] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Lebensdauer eines Trockners zu
erhöhen.
[0007] Diese Aufgabe wird durch einen Trockner gemäss dem unabhängigen Anspruch gelöst.
Demnach umfasst der Trockner, insbesondere ein Haushaltswäschetrockner oder ein Haushaltswaschtrockner,
- eine Trommel zur Aufnahme von Textilien;
- eine Wärmepumpe mit einem Kompressor, einem Kondensator, einem Verdampfer, einem Expansionsorgan
und einem Zusatzwärmetauscher. Diese Komponenten der Wärmepumpe sind über ein Kältemittelkreislauf
miteinander verbunden. Kältemittel strömt im Kältemittelkreislauf von einer Komponente
zur nächsten.
- ein Luftzirkulationssystem zur Zirkulation von Prozessluft durch die Trommel, den
Kondensator und den Verdampfer zur Trocknung der Textilien in der Trommel;
- eine Steuerung, zur Steuerung der Wärmepumpe und weiterer Komponenten des Trockners.
[0008] Der Kältemittelkreislauf weist eine Verbindung zwischen dem Kondensator und dem Verdampfer
auf, wobei der Zusatzwärmetauscher nicht auf dieser Verbindung angeordnet ist. Insbesondere
ist auf dieser Verbindung kein Zusatzwärmetauscher angeordnet.
[0009] Mit anderen Worten muss das aus dem Kondensator strömende Kältemittel nicht durch
den Zusatzwärmetauscher strömen, um in den Verdampfer zu gelangen. Auf dieser Verbindung
der Kältemittelleitung zwischen dem Kondensator und dem Verdampfer sind insbesondere
das Expansionsorgan und/oder ein Filtertrockner angeordnet. Jedoch ist auf dieser
Verbindung nicht der Zusatzwärmetauscher angeordnet.
[0010] Bei dieser Ausgestaltung der Wärmepumpe konnte beobachtet werden, dass die eingangs
beschriebenen Kältemittelverlagerungen reduziert bzw. vollständig vermieden sind.
[0011] Dieses Ergebnis lässt sich wie folgt erklären. Durchströmt das Kältemittel während
der Aufheizphase gemäss dem Stand der Technik nach Austritt aus dem Kondensator den
Zusatzwärmetauscher und anschliessend den Verdampfer, treten Kältemittelverlagerungen
auf. Denn zu Beginn des Prozesses strömt gasförmiges Kältemittel aus dem Kondensator
und gelangt in den Zusatzwärmetauscher. Im Kondensator wird vom Kältemittel Wärme
abgeführt, wobei das Kältemittel im Zusatzwärmetauscher nach einer bestimmten Zeit
in ein Nassdampf-Zustand wechselt und noch später unterkühlt. Die Phasengrenze bzw.
der Beginn der Flüssigsäule des Kältemittels bewegt sich vom Zusatzwärmetauscher zurück
zum Kondensator, wobei nach einer bestimmten Zeit das Kältemittel bereits schon im
Kondensator unterkühlt. Das unterkühlte Kältemittel gelangt in den Zusatzwärmetauscher
und strömt durch das Expansionsorgan, welches bei stärkerer Unterkühlung mehr Massenstrom
in den Verdampfer einführt. Ein sich ändernder Massenstrom im Verdampfer führt zu
ändernden Sauggasdichten am Eintritt des Kompressors, was wiederum zu Änderungen im
Massenstrom führt. Diese Änderungen propagieren durch den gesamten Kältemittelkreislauf
bis sie am Zusatzwärmetauscher wieder ankommen. Die Flüssigsäule des Kältemittels
beginnt zu pendeln. Die erwähnten Kältemittelverlagerungen können zyklisch beobachtet
werden.
[0012] Bei der vorliegenden Erfindung wird das aus dem Kondensator austretende Kältemittel
ohne dazwischengeschalteter Zusatzwärmetauscher in den Verdampfer eingespritzt. Kältemittelverlagerungen
können deshalb verhindert bzw. reduziert werden.
[0013] In einer ersten besonderen Ausführungsform steht der Zusatzwärmetauscher über den
Kältemittelkreislauf nur mit dem Kondensator in Verbindung. Insbesondere führt der
Kältemittelkreislauf das Kältemittel vom Kondensator, insbesondere direkt in den Zusatzwärmetauscher
und vom Zusatzwärmetauscher, insbesondere direkt, zurück in den Kondensator. "Direkt"
bedeutet, dass zwischen Kondensator und Zusatzwärmetauscher keine weiteren Komponenten
der Wärmepumpe, ausser Kältemittelleitungen, angeordnet sind. Dies hat zur Folge,
dass das aus dem Zusatzwärmetauscher strömende Kältemittel erneut in den Kondensator
gelangt, bevor es durch den Verdampfer strömt.
[0014] Insbesondere ist der Kondensator in einen ersten und in einen zweiten Abschnitt unterteilt.
Der Kältemittelkreislauf führt das Kältemittel nach Austritt aus dem ersten Abschnitt
zum Zusatzwärmetauscher und nach Austritt aus dem Zusatzwärmetauscher zum zweiten
Abschnitt. Der erste Abschnitt und der zweite Abschnitt sind nur über den Zusatzwärmetauscher
miteinander verbunden, d.h. das Kältemittel muss nach dem ersten Abschnitt den Zusatzwärmetauscher
durchströmen, bevor es in den zweiten Abschnitt gelangt. Der erste und der zweite
Abschnitt können unabhängige Bauteil bzw. unabhängige Kondensatoren sein.
[0015] Mit Vorteil ist das Kältemittel im ersten Abschnitt entweder gasförmig oder im Nassdampf-Zustand,
und im zweiten Abschnitt entweder flüssig oder im Nassdampf-Zustand. Insbesondere
weist der erste Abschnitt eine gesamte Wärmetauschfläche auf, welche maximal dreifach
so gross, insbesondere maximal doppelt so gross, insbesondere maximal 1.5-fach so
gross, ist, wie eine gesamte Wärmetauschfläche des zweiten Abschnitts.
[0016] Mit Vorteil ist bei aktivierter Wärmepumpe das Kältemittel innerhalb des Zusatzwärmetauschers
im Nassdampf-Zustand, insbesondere ab einem Zeitpunkt 45 Minuten, insbesondere 15
Minuten, insbesondere 5 Minuten, insbesondere 1 Minute, nach Aktivierung der Wärmepumpe.
[0017] Ist das Kältemittel im Zusatzwärmetauscher im Nassdampf-Zustand und erfolgt eine
Unterkühlung erst im zweiten Abschnitt des Kondensators, können Kältemittelverlagerungen
vermieden werden. Das System ist stabil und die Lebensdauer des Trockners kann erhöht
werden. Aus diesem Grund sollten der erste und der zweite Abschnitt des Kondensators
derart dimensioniert werden, dass im Zusatzwärmetauscher keine Unterkühlung stattfindet.
[0018] Ein Nassdampf-Gemisch im Zusatzwärmetauscher, welches eine geringere Dichte im Vergleich
zu flüssigem Kältemittel aufweist, führt dazu, dass der Zusatzwärmetauscher eine geringere
Masse an Kältemittel aufnimmt. Diese Einsparung an Kältemittel kann zur Optimierung
der gesamten Wärmepumpe genutzt werden. Beispielsweise kann die Unterkühlung im Kondensator
erhöht werden, was thermodynamisch sinnvoll sein kann, oder es können grössere Rohrquerschnitte
verwendet werden, um den Druckverlust zu reduzieren.
[0019] In einer zweiten besonderen Ausführungsform weist der Kältemittelkreislauf eine erste
und eine zweite Verbindung zwischen Kondensator und Verdampfer auf. Die erste Verbindung
ist eine Verbindung zwischen Kondensator und Verdampfer, auf welcher der Zusatzwärmetauscher
nicht angeordnet ist, insbesondere auf welcher kein Zusatzwärmetauscher angeordnet
ist. D.h. strömt das Kältemittel vom Kondensator zum Verdampfer, durchströmt es auf
dieser ersten Verbindung den Zusatzwärmetauscher nicht. Die zweite Verbindung ist
eine Verbindung vom Kondensator zum Zusatzwärmetauscher und vom Zusatzwärmetauscher
zum Verdampfer. D.h. strömt das Kältemittel vom Kondensator zum Verdampfer, durchströmt
es auf dieser zweiten Verbindung den Zusatzwärmetauscher.
[0020] Die erste und die zweite Verbindung zwischen Kondensator und Verdampfer sind somit
zumindest abschnittsweise parallel geführt. Die erste Verbindung stellt ein Bypass
zum Zusatzwärmetauscher dar.
[0021] Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, dass während der Aufheizphase das Kältemittel
durch die erste Verbindung und während der stationären Phase durch die zweite Verbindung
geführt werden kann. Kältemittelverlagerungen während der Aufheizphase können dadurch
vermieden werden.
[0022] Mit Vorteil kann durch Umschalten eines Umschaltventils das Kältemittel entweder
durch die erste Verbindung oder durch die zweite Verbindung geströmt werden.
[0023] Insbesondere ist die Steuerung derart ausgestaltet, das Kältemittel in einer zeitlich
ersten Phase, insbesondere während einer Aufheizphase, eines Trocknungsprogramms durch
die erste Verbindung, und in einer zeitlichen zweiten Phase, insbesondere während
einer stationären Phase, eines Trocknungsprogramms durch die zweite Verbindung strömen
zu lassen. Dadurch können Kältemittelverlagerungen während der Aufheizphase vermieden
werden.
[0024] Vorteilhaft ist der Zusatzwärmetauscher ein Luft/Kältemittel-Wärmetauscher. Unter
einem Wärmetauscher ist eine Vorrichtung zu verstehen, welche für den Wärmetausch
optimiert ist.
[0025] Insbesondere umfasst der Zusatzwärmetauscher, insbesondere der Luft/Kältemittel-Wärmetauscher,
einen Lüfter. Insbesondere fördert dieser an eine Anströmfläche des Zusatzwärmetauschers.
Der Lüfter kann stromaufwärts oder stromabwärts zum Zusatzwärmetauscher angeordnet
sein.
[0026] Insbesondere umfasst der Zusatzwärmetauscher einen schlangenförmigen Verlauf, Rippen,
und/oder Bleche. Insbesondere ist der Zusatzwärmetauscher ein LamellenWärmetauscher
oder ein Micro-Channel-Wärmetauscher.
[0027] Mit Vorteil weist der Zusatzwärmetauscher einen Lüfter auf, welcher
- frühestens zwei Minuten, insbesondere frühestens 15 Minuten, insbesondere frühestens
30 Minuten, insbesondere frühestens 45 Minuten, nach Aktivierung der Wärmepumpe aktiviert
wird, oder
- erst bei Überschreitung einer bestimmten Temperatur des Kältemittels an einem bestimmten
Ort im Kältemittelkreislauf, insbesondere am Auslass des Zusatzwärmetauschers oder
am Auslass des Kompressors, gestartet oder seine Leistung erhöht wird, insbesondere
wobei die bestimmte Temperatur mindestens 40°C, insbesondere mindestens 50°C, insbesondere
mindestens 60°C, insbesondere mindestens 90°C, ist. Insbesondere wird die Leistung
des Lüfters in Abhängigkeit verschiedener Temperaturstufen mehrfach erhöht.
[0028] Die Aktivierung des Zusatzwärmetauschers ist erst erforderlich, nachdem der Trockner
eine bestimmte Betriebstemperatur erreicht hat.
[0029] Insbesondere entzieht der Verdampfer der Prozessluft Wärme und der Kondensator gibt
an die Prozessluft Wärme ab.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0030] Weitere Ausgestaltungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen und aus der nun folgenden Beschreibung anhand der Figuren.
Dabei zeigen:
Fig. 1 ein Blockdiagramm der wichtigsten Komponenten eines Wäschetrockners gemäss
dem Stand der Technik;
Fig. 2 ein Blockdiagramm der wichtigsten Komponenten eines Wäschetrockner in einer
ersten Ausführungsform der Erfindung; und
Fig. 3 ein Blockdiagramm der wichtigsten Komponenten eines Wäschetrockner in einer
zweiten Ausführungsform der Erfindung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0031] Der Wäschetrockner nach Fig. 1 besitzt eine Trommel 1 zur Aufnahme der zu trocknenden
Textilien. Es ist ein Prozessluftkreislauf vorgesehen (welcher in Fig. 1 mit durchgezogenen
Linien dargestellt ist), in welchem erwärmte Prozessluft durch die Trommel 1 geleitet,
sodann abgekühlt und danach wieder aufgeheizt und zurück in die Trommel 1 geführt
wird.
[0032] Im Prozessluftkreislauf, insbesondere vor der Trommel 1, kann eine optionale elektrische
Zusatzheizung (Startheizung) 2 vorgesehen sein, welche es erlaubt, der Prozessluft
gezielt Wärme zuzuführen, z.B. beim Starten des Geräts, oder sie kann verwendet werden,
um das Temperaturniveau im Prozessluftkreislauf allgemein anzuheben. Ein Lüfter 3
dient zum Fördern der Prozessluft.
[0033] Weiter ist eine Wärmepumpe mit einem Kältemittelkreislauf vorgesehen (wobei der Pfad
des im Kältemittelkreislaufs geförderten Kältemittels in Fig. 1 mit gepunkteten Linien
dargestellt ist). Das Kältemittel wird von einem Kompressor 4 zu einem Kondensator
5, dann zu einem Zusatzwärmetauscher 6, zu einem Expansionsorgan 7, z.B. in Form einer
Kapillaren oder eines Expansionsventils, zu einem Verdampfer 8 und dann wieder zurück
zum Kompressor 4 gefördert. Der Verdampfer 8 dient dazu, die Prozessluft abzukühlen
und ihr auf diese Weise Wasser zu entziehen, während der Kondensator 5 dazu dient,
die Prozessluft wieder zu erwärmen, so dass sie neues Wasser aufnehmen kann. Eine
Steuerung 9 steuert den Lüfter 3 und den Kompressor 4.
[0034] Der Zusatzwärmetauscher 6 ist ein Luft/Kältemittel-Wärmetauscher, mit welchem Wärme
dem Kältemittel entzogen und an die Umgebung abgegeben wird. Der Zusatzwärmetauscher
6 umfasst einen Lüfter 61, mit welchem die Umgebungsluft durch den Zusatzwärmetauscher
6 geführt wird, um diesen zu kühlen. Die vom Zusatzwärmetauscher 6 dem Kältemittel
entzogene Wärmeleistung wird über die Drehzahl des Lüfters 61 festgelegt. Diese Drehzahl
wird von einer Steuerung 9 des Geräts bestimmt. In einer Anfangsphase des Trocknungsprozesses
ist der Lüfter 61 deaktiviert. Das System heizt sich auf. Erst zu einem späteren Zeitpunkt
wird der Lüfter 61 aktiviert, beispielsweise sobald das Kältemittel am Auslass des
Kompressors 4 eine Temperatur von über 90°C aufweist. Diese Temperatur kann mittels
des Temperatursensors 18 ermittelt werden.
[0035] Der Zusatzwärmetauscher 6 ist zwischen dem Kondensator 5 und dem Verdampfer 8 angeordnet.
D.h. das Kältemittel strömt vom Kondensator 5 in den Zusatzwärmetauscher 6 und anschliessend
in den Verdampfer 8. Das Kältemittel kann nicht in dem Verdampfer 8 gelangen, ohne
zuerst den Zusatzwärmetauscher 6 zu durchströmen.
[0036] Wie eingangs erwähnt, führt diese Anordnung der Komponenten der Wärmepumpe während
der Aufheizphase regelmässig zu Kältemittelverlagerungen innerhalb des Kältemittelkreislaufes.
Die Lebensdauer des Trockners ist dadurch reduziert.
[0037] Fig. 2 zeigt eine erste Ausführungsform der Erfindung. Zwischen dem Kondensator 5
und dem Verdampfer 8 weist der Kältemittelkreislauf eine Verbindung 11 auf, auf welcher
der Zusatzwärmetauscher 6 nicht angeordnet ist. Der Zusatzwärmetauscher 6 steht über
den Kältemittelkreislauf lediglich mit dem Kondensator 5 in Verbindung. D.h. der mit
gepunkteter Linie markierte Kältemittelkreislauf führt Kältemittel über die Verbindung
12 vom Kondensator 5 zum Zusatzwärmetauscher 6 und über die Verbindung 13 vom Zusatzwärmetauscher
6 zurück zum Kondensator 5. Zwischen dem Kondensator 5 und dem Zusatzwärmetauscher
6 sind keine weiteren Komponenten der Wärmpumpe angeordnet. Lediglich die Kältemittelleitung
führt Kältemittel zwischen Kondensator 5 und Zusatzwärmetauscher 6.
[0038] Das Kältemittel strömt in seinem Kreislauf zwingend durch den Zusatzwärmetauscher
6. Hierfür ist der Kondensator 5 in einen ersten Abschnitt 51 und in einen zweiten
Abschnitt 52 aufgeteilt. Die beiden Abschnitte 51 und 52 stehen strömungstechnisch
nur über den Zusatzwärmetauscher 6 in Verbindung. Eine direkte Strömung von Kältemittel
vom ersten Abschnitt 51 zum zweiten Abschnitt 52 ohne Durchströmung des Zusatzwärmetauschers
6 ist nicht möglich.
[0039] Mit anderen Worten strömt das Kältemittel in den ersten Abschnitt 51 des Kondensators
5 ein und strömt über die Verbindung 12 des Kältemittelkreislaufs zum Zusatzwärmetauscher
6. Das Kältemittel strömt vom Zusatzwärmetauscher 6 über die Verbindung 13 des Kältemittelkreislaufs
in den zweiten Abschnitt 52 des Kondensators 5. Sodann verlässt das Kältemittel den
Kondensator 5 über die Verbindung 11 in Richtung des Verdampfers 8.
[0040] Aus Stabilitätsgründen ist es von Vorteil, wenn im Zusatzwärmetauscher 6 keine Unterkühlung
stattfindet, sondern das Kältemittel lediglich kondensiert. Hierfür müssen die Grössen
der Abschnitte 51 und 52 des Kondensators 5 entsprechend gewählt werden. Beispielsweise
weist der erste Abschnitt 51 eine gesamte Wärmetauschfläche auf, welche doppelt so
gross ist wie eine gesamte Wärmetauschfläche des zweiten Abschnitts 52.
[0041] Der erste Abschnitt 51 enthitzt und kondensiert das Kältemittel. Der Zusatzwärmetauscher
6 kondensiert das Kältemittel. Beide, der erste Abschnitt 51 und der Zusatzwärmetauscher
6 unterkühlen das Kältemittel nicht. Eine Unterkühlung erfolgt erst im zweiten Abschnitt
52 des Kondensators. Mit anderen Worten befindet sich das Kältemittel im ersten Abschnitt
51 des Kondensators 5 im gasförmigen- oder im Nassdampf-Zustand. Im zweiten Abschnitt
52 befindet sich das Kältemittel im flüssigen oder Nassdampf-Zustand. Innerhalb des
Zusatzwärmetauschers 6 ist das Kältemittel nicht flüssig, sondern während dem grössten
Teil des Trocknungsprozesses im Nassdampf-Zustand.
[0042] Die Fig. 3 zeigt eine zweite Ausführungsform der Erfindung. Zwischen dem Kondensator
5 und dem Verdampfer 8 weist der Kältemittelkreislauf zwei parallel geführte Verbindungen
14, 16 und 15, 16 auf. Auf der ersten Verbindung 14, 16 ist der Zusatzwärmetauscher
6 nicht angeordnet. Auf der zweiten Verbindung 15, 16 ist der Zusatzwärmetauscher
6 angeordnet. Die erste Verbindung 14, 16 und die zweite Verbindung 15, 16 sind zumindest
teilweise parallel geführt.
[0043] Ein Umschaltventil 17 ist vorgesehen, um das Kältemittel entweder durch die erste
Verbindung 14, 16 oder durch die zweite Verbindung 15, 16 zu führen. Das Umschaltventil
ist von der Steuerung 9 gesteuert. Vorgesehen ist, dass das Kältemittel während einer
Aufheizphase durch die erste Verbindung 14, 16 und während einer anschliessenden stationären
Phase durch die zweite Verbindung 15, 16 geführt wird. So können während der Aufheizphase
Kältemittelverlagerungen vermieden werden.
[0044] Während in der vorliegenden Anmeldung bevorzugte Ausführungen der Erfindung beschrieben
sind, ist klar darauf hinzuweisen, dass die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist
und in auch anderer Weise innerhalb des Umfangs der folgenden Ansprüche ausgeführt
werden kann.
1. Trockner, insbesondere ein Haushaltswäschetrockner, umfassend
- eine Trommel (1) zur Aufnahme von Textilien,
- eine Wärmepumpe mit einem Kompressor (4), einem Kondensator (5), einem Verdampfer
(8), einem Expansionsorgan (7) und einem Zusatzwärmetauscher (6), wobei in der Wärmepumpe
ein Kältemittel in einem Kältemittelkreislauf strömt,
- ein Luftzirkulationssystem zur Zirkulation von Prozessluft durch die Trommel (1),
den Verdampfer (8) und den Kondensator (5) zur Trocknung der Textilien in der Trommel
(1),
- eine Steuerung (9),
dadurch gekennzeichnet, dass der Kältemittelkreislauf eine Verbindung (11, 14, 16) zwischen dem Kondensator (5)
und dem Verdampfer (8) aufweist, auf welcher der Zusatzwärmetauscher (6) nicht angeordnet
ist.
2. Trockner nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Zusatzwärmetauscher (6)
über den Kältemittelkreislauf nur mit dem Kondensator (5) in Verbindung steht.
3. Trockner nach einem der vorangehenden Ansprüche, derart ausgestaltet, dass der Kältemittelkreislauf
das Kältemittel vom Kondensator (5) in den Zusatzwärmetauscher (6) und vom Zusatzwärmetauscher
(6) zurück in den Kondensator (5) führt,
insbesondere wobei zwischen dem Kondensator (5) und dem Zusatzwärmetauscher (6) keine
weiteren Komponenten der Wärmpumpe, ausser Kältemittelleitungen, angeordnet sind.
4. Trockner nach Anspruch 3, wobei der Kondensator (5) in einen ersten Abschnitt (51)
und in einen zweiten Abschnitt (52) unterteilt sind, derart, dass der Kältemittelkreislauf
das Kältemittel nach Austritt aus dem ersten Abschnitt (51) zum Zusatzwärmetauscher
(6) führt und nach Austritt aus dem Zusatzwärmetauscher (6) zum zweiten Abschnitt
(52) des Kondensators führt,
insbesondere wobei der erste Abschnitt (51) und der zweite Abschnitt (52) nur über
den Zusatzwärmetauscher (6) miteinander verbunden sind.
5. Trockner nach Anspruch 4, wobei das Kältemittel
- im ersten Abschnitt (51) entweder gasförmig oder im Nassdampf-Zustand ist, und
- im zweiten Abschnitt (52) entweder flüssig oder im Nassdampf-Zustand ist.
6. Trockner nach einem der Ansprüche 4 oder 5, wobei der erste Abschnitt (51) eine gesamte
Wärmetauschfläche aufweist, welche maximal dreifach so gross, insbesondere maximal
doppelt so gross, insbesondere maximal 1.5-fach so gross, ist, wie eine gesamte Wärmetauschfläche
des zweiten Abschnitts (52).
7. Trockner nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei bei aktivierter Wärmepumpe
das Kältemittel innerhalb des Zusatzwärmetauschers (6) im Nassdampf-Zustand ist, insbesondere
ab einem Zeitpunkt 45 Minuten, insbesondere 15 Minuten, insbesondere 5 Minuten, insbesondere
1 Minute, nach Aktivierung der Wärmepumpe.
8. Trockner nach Anspruch 1, wobei der Kältemittelkreislauf eine erste Verbindung (14,
16) und eine zweite Verbindung (15, 16) zwischen Kondensator (5) und Verdampfer (8)
aufweist, wobei
- die erste Verbindung (14, 16) eine Verbindung ist, auf welcher der Zusatzwärmetauscher
(6) nicht angeordnet ist, und
- die zweite Verbindung (15, 16) eine Verbindung vom Kondensator (5) zum Verdampfer
(8) ist, auf welcher der Zusatzwärmetauscher (6) angeordnet ist.
9. Trockner nach Anspruch 8, wobei die Steuerung dazu ausgestaltet ist, durch Umschalten
eines Umschaltventils (17) das Kältemittel entweder durch die erste Verbindung (14,
16) oder durch die zweite Verbindung (15, 16) strömen zu lassen.
10. Trockner nach Anspruch 9, wobei die Steuerung dazu ausgestaltet ist, das Kältemittel
in einer zeitlich ersten Phase eines Trocknungsprogramms durch die erste Verbindung
(14, 16), und in einer zeitlich zweiten Phase eines Trocknungsprogramms durch die
zweite Verbindung (15, 16) strömen zu lassen.
11. Trockner nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Zusatzwärmetauscher (6)
ein Luft/Kältemittel-Wärmetauscher ist.
12. Trockner nach Anspruch 11, wobei der Zusatzwärmetauscher (6) einen Lüfter (61) aufweist
und die Steuerung (9) derart ausgestaltet ist, dass der Lüfter (61)
- frühestens zwei Minuten, insbesondere frühestens 15 Minuten, insbesondere frühestens
30 Minuten, insbesondere frühestens 45 Minuten, nach Aktivierung der Wärmepumpe aktiviert
wird, oder
- erst bei Überschreitung einer bestimmten Temperatur des Kältemittels an einem bestimmten
Ort im Kältemittelkreislauf, insbesondere am Auslass des Zusatzwärmetauschers (6)
oder am Auslass des Kompressors (4), gestartet wird, insbesondere wobei die bestimmte
Temperatur mindestens 40°C, insbesondere mindestens 50°C, insbesondere mindestens
60°C, insbesondere mindestens 90°C, ist.
13. Trockner nach Anspruch 12, wobei die Leistung des Lüfters bei Überschreitung verschiedener
Temperaturen des Kältemittels an einem bestimmten Ort im Kältemittelkreislauf in mehreren
Schritten erhöht wird.
14. Trockner nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Verdampfer (8) der Prozessluft
Wärme entzieht und der Kondensator (5) der Prozessluft Wärme abgibt.