Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft eine Solarstrahlungsempfängervorrichtung zum Aufheizen eines
Wärmeträgermediums in einem solarthermischen Kraftwerk.
[0002] Solarstrahlungsempfängervorrichtungen nach dem Stand der Technik sind bekannt als
solare Partikelempfänger für Solarturmkraftwerke. Solche Empfänger verwenden einen
rotierenden hohlzylinderförmigen Behälter, in der sich an der Innenwand des rotierenden
Zylinders ein geschlossener Film keramischer Partikel mit einem Durchmesser von typischerweise
1 mm als Wärmeträgermedium ausbildet. Dieser Partikelfilm wird mittels konzentrierter
Solarstrahlung auf über 900° C erhitzt und anschließend aus dem Zylinder abgeführt.
Die in den Partikeln gespeicherte Energie kann in einem isolierten Behälter zwischengespeichert
werden und zur Stromerzeugung und/oder in Prozessanwendungen verwendet werden.
[0003] Der Empfänger besteht üblicherweise aus drei Bereichen. Ein Partikelverteiler wird
als Zuführtrichter zu dem rotierenden Zylinder ausgeführt.
[0004] Der Trichter besteht aus einem Konus mit aufgeschweißten Leitblechen, durch welche
die Partikel auf die Innenwand des rotierenden Zylinders hin beschleunigt und verteilt
werden. Die Partikellauffläche auf der Innenwand des Hohlzylinders kann mit einem
aufgeschweißten Gitter versehen sein. Das Gitter dient zur Erhöhung der Reibung zwischen
Partikeln und Zylinderinnenwand. In einem stationären, nicht mitrotierenden Sammelring
als Abfuhreinrichtung werden die Partikel am Ende des rotierenden Zylinders wieder
aufgefangen und kontrolliert abgeführt. Der Sammelring wird gegenüber dem rotierenden
Zylinder mittels einer metallischen axialen Labyrinth-Dichtung gegen Partikelverlust
abgedichtet.
[0005] Die
DE 102014106320 A1 beschreibt eine Vorrichtung mit einem Solarstrahlungsempfänger, welche einen Behälter
umfasst, der eine Außenwand und einen von der Außenwand umgebenen Innenraum umfasst.
Die Vorrichtung umfasst eine Zufuhrvorrichtung zur Zuführung eines Wärmeträgermediums
zu dem Innenraum des Behälters. Der Behälter ist mittels einer Drehantriebsvorrichtung
der Solarstrahlungsempfängervorrichtung derart um eine Drehachse drehbar, dass das
Wärmeträgermedium unter Ausbildung eines Wärmeträgermedium-Films an einer Innenwand
des Behälters entlanggeführt wird. Dabei umfasst die Vorrichtung mindestens ein Überlaufelement
zur Ausbildung einer rotationssymmetrischen inneren Oberfläche des Wärmeträgermedium-Films.
[0006] Aus der
DE 102010062367 A1 ist eine Vorrichtung mit einem Solarstrahlungsempfänger bekannt, bei der partikelförmiges
Wärmeträgermedium in dem Behälter durch Sonnenstrahlung erhitzt wird und die Partikel
aus dem Behälter abgeführt werden.
Offenbarung der Erfindung
[0007] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine kostengünstige Solarstrahlungsempfängervorrichtung
mit erhöhtem Wirkungsgrad zu schaffen.
[0008] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs gelöst. Günstige Ausgestaltungen
und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen, der Beschreibung
und der Zeichnung.
[0009] Es wird eine Solarstrahlungsempfängervorrichtung zum Aufheizen eines Wärmeträgermediums
in einem solarthermischen Kraftwerk vorgeschlagen, umfassend einen Behälter mit zwei
sich gegenüberliegenden Enden, welcher eine Außenwand und einen von der Außenwand
umgebenen Innenraum umfasst; eine Zufuhreinrichtung zum Zuführen des Wärmeträgermediums
zu dem Innenraum des Behälters, wobei die Zufuhreinrichtung an einem der Enden des
Behälters angeordnet ist; eine Abfuhreinrichtung zum Ableiten des Wärmeträgermediums
aus dem Behälter, wobei die Abfuhreinrichtung am gleichen oder gegenüberliegenden
Ende des Behälters angeordnet ist; sowie eine Aperturöffnung für den Eintritt von
Sonnenstrahlung an einem der Enden. Der Behälter weist eine Längsachse auf, welche
parallel oder in einem spitzen Winkel kleiner 90° zur Schwerkraftrichtung orientiert
ist. Dabei ist der Behälter in einer bestimmungsgemäßen Drehrichtung mittels einer
Drehantriebsvorrichtung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung derart um eine Drehachse
drehbar, dass das Wärmeträgermedium unter Ausbildung eines Wärmeträgermedium-Films
an einer Innenwand des Behälters entlangführbar ist. Die Innenwand des Behälters weist
eine reibungsfördernde Einrichtung auf. Die Zufuhreinrichtung weist eine Vorderwand
mit einer Zuführungsöffnung und eine zum Innenraum des Behälters gerichtete Rückwand
auf.
[0010] Erfindungsgemäß weist die Abfuhreinrichtung wenigstens eine Einrichtung auf, die
einen Verlust an Wärmeträgermedium aus der Abfuhreinrichtung begrenzt.
[0011] Durch die Einrichtung zur Begrenzung eines Verlusts an Wärmeträgermedium aus der
Abfuhreinrichtung ist es möglich, die Baugröße eines sonst üblichen Sammelrings als
Abfuhreinrichtung zu reduzieren. Dadurch kann auch die Größe der nötigen Isolierung
von der Tragstruktur zu dem Wärmeträgermedium als auch zum Solarfeld hin reduziert
werden. Damit lassen sich weiter Kosten einsparen.
[0012] Ein weiterer Vorteil besteht in der Verbesserung oder Umgehung einer sonst nötigen
Dichtung zwischen rotierendem Behälter und stationärer Abfuhreinrichtung, die einen
Verlust an Wärmeträgermedium und an Wärme bei hohen Temperaturen und thermischen Dehnungen
minimiert. Erfindungsgemäß kann die übliche axiale Dichtung verbessert werden, bzw.
auf eine andere Art ausgeführt werden. Damit lässt sich ein Austrag an heißem Wärmeträgermedium,
welches Temperaturen bis zu 1000° C aufweisen kann, an Staub und/oder heißen Konvektionsströmen
vorteilhaft reduzieren.
[0013] Das Wärmeträgermedium ist durch Partikel gebildet.
[0014] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Wärmeträgermedium Partikel oder Teilchen
aus gesintertem Bauxit umfasst oder aus Partikeln oder Teilchen aus gesintertem Bauxit
gebildet ist. Die Partikel oder Teilchen können vorzugsweise einen durchschnittlichen
Teilchendurchmesser von ungefähr 250 µm bis ungefähr 1,8 mm aufweisen. Jedoch können
auch pulverförmige Medien mit sehr viel kleineren Korngrößen, wie beispielsweise Zementmehl
eingesetzt werden.
[0015] Vorzugsweise ergibt sich bei dem Wärmeträgermedium bis mindestens ungefähr 800 °C,
insbesondere bis mindestens ungefähr 1.000 °C, keine Agglomeration von Partikeln oder
Teilchen. Die Partikel weisen vorzugsweise eine hohe Sphärizität auf. Die Sphärizität,
also das Verhältnis der Oberfläche einer Kugel gleichen Volumens zur Oberfläche des
Partikels kann dabei insbesondere größer als ungefähr 0,8, insbesondere größer als
ungefähr 0,9 sein. Vorzugsweise können die Partikel oder Teilchen thermoschockbeständig
sein.
[0016] Die Drehachse der Solarstrahlungsempfängervorrichtung liegt parallel oder in einem
Winkel kleiner 90°, vorzugsweise kleiner oder gleich 80°, zur Schwerkraftrichtung
g. Insbesondere kann die Drehachse koaxial zur Längsachse des Behälters sein. Dabei
kann sich ein Wärmeträgermedium-Film auf der Innenwand des rotierenden Behälters besonders
günstig ausbilden, sodass ein möglichst gleichmäßiger Wärmeübertrag auf das Wärmeträgermedium
erreicht werden kann.
[0017] Die Einrichtung weist wenigstens ein in eine radiale Richtung abstehendes Leitelement
auf, welches am abfuhrseitigen Ende der Außenwand des Behälters am Übergang zu einem
statischen Sammelring der Abfuhreinrichtung angeordnet ist, und welches entlang seiner
Erstreckung zwischen Innenwand und Außenwand in Richtung der bestimmungsgemäßen Drehrichtung
gekrümmt ist, wobei das wenigstens eine Leitelement die Partikel umlenkt und so im
rotierenden Bezugssystem beschleunigt, dass sie im stehenden Bezugssystem eine deutlich
niedrigere Geschwindigkeit aufweisen.
[0018] Radiale Schaufeln sind so als Leitelemente am abfuhrseitigen Ende des rotierenden
Behälters am Übergang zu dem statischen Sammelring der Abfuhreinrichtung angeordnet.
Partikel des Wärmeträgermediums gleiten an der Innenwand des Behälters entlang nach
unten in den Abfuhrring der Abfuhreinrichtung.
[0019] Dadurch, dass die Leitelemente die Partikel umlenken und die Partikel so im rotierenden
Bezugssystem beschleunigen, dass sie im stehenden Bezugssystem eine deutlich niedrigere
Geschwindigkeit haben. Somit kann der Abrieb durch unvermeidbares Aneinanderprallen
der Partikel im Sammelring reduziert werden. Bei zu starkem Abrieb müssen Partikel
von Zeit zu Zeit ersetzt werden. Somit kann ein Verlust an Partikeln vermindert werden.
Je geringer der Partikelverlust an dieser Stelle ist, desto weniger Partikel müssen
dem System mit der Zeit wieder zugeführt werden.
[0020] Alternativ weist die Einrichtung eine in radialer Richtung nach außen, insbesondere
spiralförmig, von der Außenwand am abfuhrseitigen Ende des Behälters wegführenden
Sammeleinrichtung auf, wobei die Sammeleinrichtung mit einer außerhalb des Behälters
angeordneten Aufnahmeeinrichtung fest verbunden ist.
[0021] Bei dieser Ausführungsform einer Abfuhreinrichtung wird der sonst eigentlich nur
lokal erfolgende Partikelaustritt genutzt, um die Partikel dort lokal abzuführen.
Hierbei wird die natürliche Partikelflugbahn in dem rotierenden Behälter nachvollzogen,
um die Partikel aus dem Behälter abzuführen. Dadurch kann die Kollisionsgeschwindigkeit
von Partikeln zur Eintrittsöffnung eines Abführrohres als Sammeleinrichtung reduziert
werden. Auf diese Weise kann die Erosion von Partikeln und Sammeleinrichtung reduziert
und mögliche Staubbildung verringert werden. Je geringer der Partikelverlust an dieser
Stelle ist, desto weniger Partikel müssen dem System mit der Zeit wieder zugeführt
werden.
[0022] Die Abfuhreinrichtung weist eine entgegen der bestimmungsgemäßen Drehrichtung des
Behälters ausgerichtete Eintrittsöffnung auf, welche zum Abführen des aufgeheizten
Wärmeträgermediums ausgebildet ist. Dadurch kann die Kollisionsgeschwindigkeit von
Partikeln zu Eintrittsöffnung eines Abführrohres reduziert werden. Auf diese Weise
kann die Erosion von Partikeln und Sammelvorrichtung reduziert und mögliche Staubbildung
verringert werden.
[0023] Nach einer günstigen Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung kann das
Leitelement spiralförmig von der Innenwand nach radial außen verlaufend ausgebildet
sein. Durch die spiralförmige Ausgestaltung des Leitelements können Partikel des Wärmeträgermediums
besonders günstig abgebremst werden, um den Abrieb durch Aneinanderprallen beim Abführen
der Partikel zu reduzieren. Je geringer der Partikelverlust an dieser Stelle ist,
desto weniger Partikel müssen dem System mit der Zeit wieder zugeführt werden.
[0024] Nach einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
kann die Einrichtung ein Rohr aufweisen, welches mit einer außerhalb des Behälters
angeordneten Aufnahmeeinrichtung fest verbunden ist. Dabei kann das Rohr am abfuhrseitigen
Ende des Behälters mit einer Rohröffnung entgegen der bestimmungsgemäßen Drehrichtung
des Behälters angeordnet sein und zur Aufnahme des aufgeheizten Wärmeträgermediums
ausgebildet sein.
[0025] Die Partikel des Wärmeträgermediums verlassen in dieser Ausführungsform den rotierenden
Teil des Behälters nicht wie im Stand der Technik über die einfache axiale Weiterbewegung
über das untere Ende des zylindrischen rotierenden Behälters und einem Sammeln der
Partikel in einem umlaufenden Ring.
[0026] Die Partikel werden vielmehr über von einem gegenüber der Umgebung feststehenden
Rohr aufgenommen. Dieses ist tangential am unteren Ende des rotierenden Behälters
angeordnet.
[0027] Nach einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
kann der Behälter am abfuhrseitigen Ende eine von der Außenwand nach radial außen
gerichtete, auf einem Umfang des Behälters umlaufende Ausbuchtung aufweisen, in welche
die Rohröffnung hineinragt.
[0028] Die Ausführungsform mit tangential angeordneten Rohr kann weiter verbessert werden,
indem am Ende der Außenwand des rotierenden Behälters eine radial nach außen ragende
Ausbuchtung angebracht wird. In diese Ausbuchtung hinein ragt das feststehende Rohr.
Durch die Ausbuchtung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass alle Partikel
den Behälter über das Rohr verlassen.
[0029] Nach einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
kann das Rohr mit einer Saugeinrichtung verbunden sein, sodass das aufgeheizte Wärmeträgermedium
in die Rohröffnung gesaugt wird. Dabei können die Partikel des Wärmeträgermediums
mit Unterdruck absaugt werden.
[0030] Eine übliche Abfuhreinrichtung in Form eines Sammelrings kann vorteilhaft durch ein
einfaches, insbesondere tangential angeordnetes Rohr ersetzt werden, welches die Partikel
des Wärmeträgermediums mit Unterdruck absaugt.
[0031] Hierdurch können die Fertigungskosten gesenkt werden, da wesentlich weniger Isolierung
und hitzebeständiges Material benötigt wird.
[0032] Weiterhin kann durch die Absaugung auch Staub abgesaugt und abgeschieden werden,
wodurch sowohl optische Strahlungsverluste durch Staub in der Luft minimiert werden
können als auch, dass weniger Staub an die Umwelt abgegeben wird.
[0033] Ferner wird damit die thermische Masse der Sammelvorrichtung reduziert, die sich
im laufenden Betrieb erwärmen würde und den Partikeln Energie entziehen kann. Auf
diese Weise können Anfahrprozesse mit sonst geringerem Wirkungsgrad aufgrund der Erwärmung
der Bauteile zeitlich verkürzt und optimiert werden.
[0034] Nach einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
kann eine auf die Rohröffnung gerichtete Fluidströmung, insbesondere Druckluft, vorgesehen
sein, welche zum Transport des aufgeheizten Wärmeträgermediums in die Rohröffnung
ausgebildet ist.
[0035] Dabei können die Partikel des Wärmeträgermediums mittels Druckluft gezielt in ein,
insbesondere tangential angeordnetes Rohr geblasen werden. Dies kann auch in Kombination
mit dem Ansaugen der Partikel durch Unterdruck erfolgen. Ein Vorteil besteht in einer
Kostenreduktion der Konstruktion des Sammelrings der Abfuhreinrichtung.
[0036] Nach einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
kann die Einrichtung einen durch einen Abfuhrring und eine radial außen begrenzende
Ringstruktur gebildeten Kanal als Sammelring aufweisen, wobei die Ringstruktur eine
Abführungsöffnung zum Austritt des aufgeheizten Wärmeträgermediums aufweist. Der Kanal
dient zum Sammeln der Partikel des Wärmeträgermediums. Dabei können die Partikel über
die Abführungsöffnung nach außen abgeleitet werden.
[0037] Nach einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
kann der Abfuhrring mit dem Kanal und der Ringstruktur mit einer als Strahlungsschutz
ausgebildeten Platte verbunden sein. Insbesondere kann der Abfuhrring mit dem Kanal
und der Ringstruktur in eine als Strahlungsschutz ausgebildete Platte integriert ist.
[0038] Im Stand der Technik sind Sammelring der Abfuhreinrichtung und Strahlungsschutz verschiedene
Komponenten. Dies sorgt für Mehraufwand bei der Montage als auch bei der Fertigung.
Bei der vorgeschlagenen Ausführungsform kann die Ringstruktur der Abfuhreinrichtung
mit dem Strahlungsschutz in einer Basisplatte integriert sein, wodurch Fertigungskosten
und Montageaufwand reduziert werden können.
[0039] Nach einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
kann die Platte wenigstens auf einer Seite mit einer Isolierung und/oder mit einer
Fluidkühleinrichtung ausgebildet sein.
[0040] Die Platte der mit dem Strahlungsschutz integrierten Abfuhreinrichtung kann vorteilhaft
beidseitig isoliert und beispielsweise aktiv über eine Fluidkühleinrichtung gekühlt
sein, damit die Trägerstruktur nicht versagt. Auf der einen Seite der Platte kann
die Ringstruktur als Sammelring aufgebracht sein, während die andere Seite der Platte
direkt als Strahlenschutzisolierung ausgebildet sein kann. Hierdurch könnten die Fertigungskosten
der Abfuhreinrichtung weiter reduziert werden.
[0041] Nach einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
kann die Einrichtung eine am abfuhrseitigen Ende des Behälters angeordnete, in radialer
Richtung wirkende Abdeckung aufweisen.
[0042] Bei diesem Ausführungsbeispiel kann die übliche axiale Abdichtung von Behälter und
Abfuhreinrichtung durch eine Abdeckung ersetzt werden, welche beispielsweise als eine
radiale Labyrinth-Dichtung aus Blech ausgebildet sein kann. Dadurch kann die Abdichtung
der Abfuhreinrichtung verbessert werden und einem Partikelverlust durch aus der Abfuhreinrichtung
austretende Partikel vorgebeugt werden. Je geringer der Partikelverlust an dieser
Stelle ist, desto weniger Partikel müssen dem System mit der Zeit wieder zugeführt
werden. Somit könnten die Kosten im Betrieb weiter gesenkt werden.
[0043] Nach einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
kann die Außenwand des Behälters am abfuhrseitigen Ende einen radial nach außen gerichteten
Absatz aufweisen, welcher von der Abdeckung in Form einer Labyrinth-Abdeckung umgeben
ist. Die Labyrinth-Abdeckung kann dabei auch als mehrstufiges Labyrinth ausgebildet
sein. Der Absatz stellt vorteilhaft eine weitere Verbesserung der Abdichtung zwischen
der feststehenden Abfuhreinrichtung und der Außenwand des rotierenden Behälters dar.
[0044] Nach einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
kann die Abdeckung eine in radialer Richtung wirkende und/oder in axialer Richtung
wirkende thermische Isolierung aufweisen. Die thermische Isolierung liefert vorteilhaft
weiteres Potential für einen höheren Wirkungsgrad beim Einsatz der erfindungsgemäßen
Solarstrahlungsempfängervorrichtung.
[0045] Nach einer günstigen Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung kann am
abfuhrseitigen Ende der Außenwand ein auf einem Umfang der Außenwand umlaufender Abfuhrring
angeordnet sein, in welchen die Sammeleinrichtung mit ihrer Eintrittsöffnung mündet.
Ein reduziert ausgeführter Abfuhrring als Sammelring für die Partikel kann weiterhin
umlaufend eingesetzt werden, um sonstigen Partikelaustrag, beispielsweise bei Änderung
des Betriebsmodus oder bei Auftreten von Wind, abzuführen.
[0046] Nach einer günstigen Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung kann die
Innenwand des Behälters verteilt angeordnete Leitstrukturen, insbesondere schaufelartige
Leitstrukturen aufweisen, welche zum Fördern des Wärmeträgermediums bei rotierendem
Behälter in Richtung des zufuhrseitigen oder abfuhrseitigen Endes ausgebildet sind.
[0047] Die Partikelbewegung des Wärmeträgermediums im Behälter erfolgt im Wesentlichen durch
die Schwerkraft. Der Behälter ist üblicherweise mit der Aperturöffnung nach unten
geneigt. Die höchsten Temperaturen treten typischerweise nahe der Aperturöffnung auf.
Durch Umkehr der Partikelströmungsrichtung kann das Temperaturprofil im Innenraum
des Behälters so verändert werden, dass die höchsten Temperaturen nahe der Rückwand
tief im Inneren des Behälters auftreten. Dadurch können die thermischen Verluste durch
thermische Strahlung und Konvektion vorteilhaft reduziert werden.
[0048] So können eine Vielzahl von schaufelartigen Leitstrukturen verwendet werden, die
fest im Behälter so verbaut sind, dass jeweils eine Oberschicht der zugeführten Partikel
abgehoben und um etwa einen Schaufelabstand in axialer Richtung schräg zum ersten
Ende versetzt wieder abgelegt wird.
[0049] Nach einer günstigen Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung kann im
Innenraum des Behälters wenigstens eine parallel oder leicht geneigt, insbesondere
kleiner 10°, bevorzugt kleiner 5° geneigt zur Längsachse und benachbart zur Innenwand
verlaufende Fördervorrichtung, insbesondere ein Rohr angeordnet sein, welches über
seine Länge verteilt angeordnete Leitstrukturen, insbesondere schaufelartige Leitstrukturen,
aufweist, welche zum Fördern des Wärmeträgermediums bei rotierendem Behälter in Richtung
des ersten oder zweiten Endes ausgebildet sind.
[0050] Dabei kann die Fördervorrichtung mit einer außerhalb des Behälters angeordneten Aufnahmeeinrichtung
fest verbunden sein.
[0051] Die Partikelzufuhr kann prinzipiell auch durch die Aperturöffnung erfolgen oder alternativ
über eine als Rohr ausgebildete Fördervorrichtung von dem entgegengesetzten Ende zu
der Aperturöffnung. Üblicherweise erfolgt die Partikelzufuhr in den Behälter jedoch
von dem der Aperturöffnung abgewandten Ende des Behälters. Schaufelartige Leitstrukturen
können dazu vorteilhaft an dem Rohr angeordnet sein.
[0052] Nach einer günstigen Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung kann die
Fördervorrichtung zum Weiterleiten des am ersten Ende des Behälters über die Zufuhreinrichtung
zugeführten Wärmeträgermediums zum zweiten Ende ausgebildet sein. Der Transport des
Wärmeleitmediums kann vorteilhaft über die schaufelartigen Leitstrukturen erfolgen.
Dadurch können die Partikel mit niedriger Temperatur dem abfuhrseitigen zweiten Ende
des Behälters zugeführt werden. Damit kann gleichzeitig eine Kühlung des Rohrs erfolgen.
[0053] Nach einer günstigen Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung kann die
Fördervorrichtung zum Weiterleiten des aufgeheizten Wärmeträgermediums vom zweiten
Ende zum ersten Ende ausgebildet sein. Alternativ können auch die aufgeheizten Partikel
des Wärmeträgermediums dem der Aperturöffnung abgewandten Ende des Behälters zugeführt
werden.
[0054] Nach einer günstigen Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung kann die
Fördervorrichtung in bestimmungsgemäßem Gebrauchszustand bezüglich einer Schwerkraftrichtung
in einem oberen Bereich des Innenraums angeordnet sein.
[0055] Vorteilhaft kann durch die Nutzung von ortsfesten schaufelartigen Leitstrukturen
eine fest definierte Partikelunterschicht des Wärmeträgermedium-Films erzeugt werden,
wobei die sich darüber ablagernden Partikel abgehoben und befördert werden. Dadurch
können für die Innenwand des Behälters wesentlich größere Toleranzen zugelassen werden,
die durch die stationäre Partikelunterschicht ausgeglichen werden.
[0056] Bei einer Anordnung der Fördervorrichtung mit schaufelartigen Leitstrukturen im oberen
Bereich des Innenraums wirken Schwerkraft und Zentrifugalkraft auf die Partikel in
entgegengesetzter Richtung. Damit ist das Partikelbett des Wärmeträgermediums in diesem
Bereich am lockersten und lässt ein Abheben und Befördern vorteilhaft zu. Außerdem
trifft in diesem Bereich hauptsächlich die konzentrierte solare Strahlung von Heliostaten
auf, die nahe am Turm stehen und damit vergleichsweise kleine Brennflecke erzeugen,
die über eine Zielpunktstrategie etwas zur Seite verschoben werden können. Dadurch
lässt sich die Belastung auf die Haltevorrichtung reduzieren.
[0057] Nach einer günstigen Ausgestaltung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung kann die
reibungsfördernde Einrichtung an der Innenwand des Behälters mittels eines additiven
Fertigungsverfahrens gefertigt und mit der Außenwand verbunden sein. Insbesondere
kann die reibungsfördernde Einrichtung an der Innenwand des Behälters gitterförmig
ausgebildet sein.
[0058] Ein als reibungsfördernde Einrichtung üblicherweise aufgeschweißtes Gitter auf der
Innenwand des Behälters kann durch Strukturierung mittels eines additiven Fertigungsverfahrens
wie beispielsweise 3D-Druck vorteilhaft ersetzt werden.
[0059] Die durch 3D-Druck gefertigte Einrichtung kann vor oder nach der Fertigung des Behälters
aufgebracht werden. Ein Vorteil des Einsatzes von 3D-Druck besteht beispielsweise
darin, dass flexibel jede Art von Strukturierung aufgebracht werden kann. Beispielsweise
können für verschiedene Partikeldurchmesser oder zur Beeinflussung der Bewegung in
bestimmten Abschnitten des Behälters unterschiedliche Strukturen oder Maschenweiten
einer gitterförmigen Struktur an unterschiedlichen Bereichen der Innenwand des Behälters
angeordnet werden. Ferner kann die reibungsfördernde Einrichtung als Strukturierung
fest mit der Innenwand des Behälters verbunden werden, sodass sie nicht abheben kann.
[0060] Durch diese Art einer reibungsfördernden Einrichtung als Strukturierung mittels eines
additiven Fertigungsverfahrens kann ein homogener Partikelfilm zuverlässiger aufrechterhalten
werden und somit ein zuverlässig hoher Wirkungsgrad der Energieaufnahme der Partikel
im Prozess erreicht werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, durch 3D-Druck die
Fertigungskosten zu senken, da der Fertigungsprozess automatisiert ablaufen kann.
Zeichnung
[0061] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In den Figuren
sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Figuren, die Beschreibung
und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird
die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren
Kombinationen zusammenfassen.
Es zeigen beispielhaft:
[0062]
- Fig. 1
- in schematischer Darstellung vereinfacht die Funktionsweise eines solarthermischen
Kraftwerks;
- Fig. 2
- eine Solarstrahlungsempfängervorrichtung nach dem Stand der Technik mit einer Zufuhreinrichtung
mit geraden Leitelementen und einem Behälter in einer isometrischen Darstellung;
- Fig. 3
- eine Solarstrahlungsempfängervorrichtung nach dem Stand der Technik mit einer Zufuhreinrichtung
mit geraden Leitelementen, einem Behälter und einer Abfuhreinrichtung in einer transparenten
Darstellung;
- Fig. 4
- die Solarstrahlungsempfängervorrichtung nach Figur 3 in einem Längsschnitt;
- Fig. 5
- eine Zufuhreinrichtung einer Solarstrahlungsempfängervorrichtung nach dem Stand der
Technik in einer Explosionsdarstellung;
- Fig. 6
- einen Längsschnitt durch ein Ende eines Behälters mit einer Abfuhreinrichtung nach
dem Stand der Technik;
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf eine Rückwand einer Zufuhreinrichtung mit gekrümmten Leitelementen
nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 8
- eine Draufsicht auf eine Rückwand einer Zufuhreinrichtung mit einem spiralförmig gekrümmten
Leitelement nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 9
- einen Längsschnitt durch eine Zufuhreinrichtung mit einer verkürzten Rückwand nach
einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 10
- eine Draufsicht auf eine Zufuhreinrichtung mit einer flachen Rückwand und gekrümmten
Leitelementen nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 11
- einen Längsschnitt durch eine Solarstrahlungsempfängervorrichtung mit einer Zufuhreinrichtung
mit einer flachen Rückwand und gekrümmten Leitelementen nach Figur 10;
- Fig. 12
- einen weiteren Längsschnitt durch einen Behälter mit einer Fördervorrichtung und daran
angeordneten schaufelartigen Leitstrukturen nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
- Fig. 13
- einen Längsschnitt durch den Behälter nach Figur 12;
- Fig. 14
- einen Querschnitt durch den Behälter nach Figur 12;
- Fig. 15
- eine Draufsicht auf eine Innenwand eines Behälters mit einer darauf angeordneten reibungsfördernden
Einrichtung nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 16
- eine vergrößerte Darstellung der reibungsfördernden Einrichtung in der Draufsicht
nach Figur 15;
- Fig. 17
- einen Querschnitt durch eine Abfuhreinrichtung nach der Erfindung mit schaufelartigen
Leitelementen;
- Fig. 18
- einen Längsschnitt durch die Abfuhreinrichtung nach Figur 17;
- Fig. 19
- eine nicht von der Erfindung umfasste Ausgestaltung als Längsschnitt durch ein Ende
eines Behälters mit einer Abfuhreinrichtung nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung mit einem Rohr zum Ausleiten des Wärmeträgermediums;
- Fig. 20
- eine nicht von der Erfindung umfasste Ausgestaltung als isometrische Darstellung einer
Abfuhreinrichtung nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einem
in einen Strahlungsschutz integrierten Abfuhrring;
- Fig. 21
- eine nicht von der Erfindung umfasste Ausgestaltung als Längsschnitt durch eine Abfuhreinrichtung
nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einer Abdeckung als radiale
Labyrinth-Dichtung;
- Fig. 22
- einen Querschnitt durch eine Abfuhreinrichtung nach einem alternativen Ausführungsbeispiel
der Erfindung mit einer radial das Wärmeträgermedium abführenden Sammeleinrichtung;
- Fig. 23
- einen vergrößerten Längsschnitt durch die Abfuhreinrichtung nach Figur 22.
Ausführungsformen der Erfindung
[0063] In den Figuren sind gleichartige oder gleichwirkende Komponenten mit gleichen Bezugszeichen
beziffert. Die Figuren zeigen lediglich Beispiele und sind nicht beschränkend zu verstehen.
[0064] Im Folgenden verwendete Richtungsterminologie mit Begriffen wie "links", "rechts",
"oben", "unten", "davor" "dahinter", "danach" und dergleichen dient lediglich dem
besseren Verständnis der Figuren und soll in keinem Fall eine Beschränkung der Allgemeinheit
darstellen. Die dargestellten Komponenten und Elemente, deren Auslegung und Verwendung
können im Sinne der Überlegungen eines Fachmanns variieren und an die jeweiligen Anwendungen
angepasst werden.
[0065] In den Figuren 1 bis 6 wird die Wirkungsweise einer Solarstrahlungsempfängervorrichtung
110 anhand des Standes der Technik erläutert, wie er beispielsweise aus der
DE 10 2010 062 367 A1 bekannt ist.
[0066] Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung die grundsätzliche Funktionsweise eines
solarthermischen Kraftwerks 100.
[0067] Das solarthermische Kraftwerk 100 umfasst ein Heliostatenfeld 102 mit einer Mehrzahl
von Heliostaten 104. Ein Heliostat 104 hat eine Spiegelfläche 106, welche sich um
mindestens zwei Achsen ausrichten lässt. Solarstrahlung 108 lässt sich über die Spiegelflächen
106 des Heliostatenfelds 102 insbesondere gebündelt auf eine Solarstrahlungsempfängervorrichtung
110 richten. Auf die Solarstrahlungsempfängervorrichtung 110 gerichtete Solarstrahlung
ist in Fig. 1 mit dem Bezugszeichen 112 angedeutet.
[0068] Das solarthermische Kraftwerk 100 umfasst mindestens einen Turmreceiver 114, bei
welchem die Solarstrahlungsempfängervorrichtung 110 an einem Turm 116 beabstandet
zu einem Boden 118 (bezogen auf die Schwerkraftrichtung g) angeordnet ist, das heißt
erhöht angeordnet ist. Die Heliostaten 104 sind ebenfalls an dem Boden 118 angeordnet.
[0069] Die Solarstrahlungsempfängervorrichtung 110 ist als eine Partikel-Solarstrahlungsempfängervorrichtung
ausgebildet, welche mit Partikeln als Wärmeträgermedium betrieben wird. Die Partikel
sind beispielsweise Keramikpartikel. Bei einer Ausführungsform werden Bauxit-Partikel
mit typischen Durchmessern von ungefähr 250 µm bis ungefähr 1,8 mm eingesetzt. Jedoch
ist der Einsatz von größeren oder kleineren Partikeln grundsätzlich auch möglich.
Das für den Transport der von dem Heliostatenfeld 102 empfangenen und in die Solarstrahlungsempfängervorrichtung
110 des Turmreceivers 114 eingespeisten Wärme benutzte Wärmeträgermedium 210 ist generell
fließfähig oder rieselfähig.
[0070] Das solarthermische Kraftwerk 100 umfasst einen ersten Kreislauf 120, welcher ein
Partikelkreislauf ist. In diesem ersten Kreislauf 120 werden Partikel durch einen
Wärmeübertrager 122 hindurchgeführt. Der erste Kreislauf 120 weist einen Hochtemperaturzweig
124 und einen Niedertemperaturzweig 126 auf. Der Niedertemperaturzweig 126 führt von
einem Ausgang 128 des Wärmeübertragers 122 zu einem Eingang 130 der (Partikel-)Solarstrahlungsempfängervorrichtung
110. Der Hochtemperaturzweig 124 führt von einem Ausgang 132 der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
110 zu einem Eingang 134 des Wärmeübertragers 122. Partikel lassen sich dadurch über
den Niedertemperaturzweig 126 der Solarstrahlungsempfängervorrichtung 110 zuführen
und werden dort über Solarstrahlung aufgeheizt. Aufgeheizte Partikel lassen sich über
den Hochtemperaturzweig 124 dem Wärmeübertrager 122 zuführen und können dort Wärme
an einen zweiten Kreislauf 136 abgeben.
[0071] In dem Niedertemperaturzweig 126 ist optional ein Wärmespeicher 138 (Niedertemperatur-Wärmespeicher)
angeordnet.
[0072] In dem Hochtemperaturzweig 124 ist optional ein Wärmespeicher 140 (Hochtemperatur-Wärmespeicher)
angeordnet.
[0073] Der zweite Kreislauf 136 ist ein Turbinenkreislauf. In ihm ist eine Turbine 142,
insbesondere eine Dampfturbine, angeordnet, welche zur Erzeugung von elektrischer
Energie an einen elektrischen Generator 144 gekoppelt ist.
[0074] Der zweite Kreislauf 136 umfasst einen Hochtemperaturzweig 146, welcher von einem
Ausgang 148 des Wärmeübertragers 122 zu der Turbine 142 führt. Ferner umfasst der
zweite Kreislauf 136 einen Niedertemperaturzweig 150, welcher von der Turbine 142
oder einem der Turbine nachgeschalteten Kondensator 152 zu einem Eingang 154 des Wärmeübertragers
122 führt.
[0075] In dem Niedertemperaturzweig 150 ist eine Pumpe 156 angeordnet, welche ein Fluid
durch den zweiten Kreislauf 136 fördert.
[0076] An dem Wärmeübertrager 122 wird das Wasser des zweiten Kreislaufs 136 erhitzt und
hierdurch Dampf erzeugt. Dieser Dampf wird über den Hochtemperaturzweig 146 der Turbine
142 zugeführt und darin entspannt. Hierdurch wird die thermische Energie in mechanische
Energie gewandelt, welche den elektrischen Generator 144 zur Stromerzeugung antreibt.
[0077] Der Dampf wird entspannt und kondensiert schließlich an dem Kondensator 152 zu Wasser.
Dieses Kondensat wird in dem Niedertemperaturzweig 150 dem Wärmeübertrager 122 zur
erneuten Dampferzeugung zurückgeführt. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine
einstufige Turbinenanordnung gezeigt. Es ist auch möglich, dass die Turbinenanordnung
mehrstufig ist.
[0078] Alternativ oder zusätzlich zur Stromerzeugung ist es beispielsweise auch möglich,
dass eine Solarstrahlungsempfängervorrichtung 110 eingesetzt wird, um Prozesswärme
zu erzeugen oder chemische Umwandlungen zu bewirken oder Brennstoffe herzustellen.
Auch weitere Anwendungen sind denkbar.
[0079] Figur 2 zeigt die Solarstrahlungsempfängervorrichtung 110 nach dem Stand der Technik
in einer isometrischen Darstellung, während in Figur 3 eine solche Solarstrahlungsempfängervorrichtung
110 in transparenter Darstellung gezeigt ist. In Figur 4 ist die Solarstrahlungsempfängervorrichtung
110 von Figur 3 in einem Längsschnitt dargestellt.
[0080] Die in den Figuren 2 bis 4 dargestellte bekannte Solarstrahlungsempfängervorrichtung
110 umfasst einen Behälter 200, welcher mittels einer nicht dargestellten Drehantriebsvorrichtung
um eine Drehachse 216 drehbar ist, sowie eine Zufuhreinrichtung 300 zum Zuführen des
Wärmeträgermediums 210 zu einem Innenraum 208 des Behälters 200 und eine Abfuhreinrichtung
400 zum Ableiten des Wärmeträgermediums 210 aus dem Behälter 200, (in den Figuren
3 und 4 erkennbar), welche beide mit diesem Behälter 200 verbunden sind.
[0081] Der Behälter 200 weist eine Längsachse 214 auf, welche parallel oder in einem spitzen
Winkel von typischerweise kleiner oder gleich 80° zur Schwerkraftrichtung g, die in
der Figur durch einen senkrechten Pfeil symbolisiert ist, orientiert ist.
[0082] Der Behälter 200 umfasst insbesondere einen hohlzylindrischen Grundkörper, welcher
den von einer Außenwand 206 umgebenen kreiszylinderförmigen Innenraum 208 umfasst.
Beabstandet zur Außenwand 206 ist eine Innenwand 218 angeordnet, die den Innenraum
208 umgibt. Der Behälter 200 weist zwischen der außen liegenden Außenwand 206 und
der Innenwand 218 eine thermische Isolation 220 auf.
[0083] Die Drehachse 216 schließt mit der Schwerkraftrichtung g einen Winkel 222 von typischerweise
ungefähr 45° ein, wobei die Längsachse 214 zweckmäßigerweise koaxial zu der Drehachse
216 ausgerichtet ist.
[0084] Ein bezüglich der Schwerkraftrichtung g unteres Ende 204 des Behälters 200 ist offen
ausgebildet, so dass eine Aperturöffnung 416 des Behälters 200 gebildet ist, durch
welche Solarstrahlung 112 in den Innenraum 208 des Behälters 200 eintreten kann.
[0085] Zur Aufnahme der mittels der Solarstrahlung 112 übertragenen Wärme wird die Innenwand
218 des Behälters 200 mit einem Wärmeträgermedium 210 versehen, welches über die Zufuhreinrichtung
300 durch die Zuführungsöffnung 304 zugeführt wird.
[0086] Aufgrund der Rotation des Behälters 200 um die Drehachse 216 breitet sich das Wärmeträgermedium
210 auf der Innenwand 218 aus und bildet hierdurch einen Wärmeträgermedium-Film 212
(siehe Figur 4).
[0087] Das Wärmeträgermedium 210 wird über die Zufuhreinrichtung 300, welche am oberen Ende
202 des Behälters 200 angeordnet ist, in den Innenraum 208 des Behälters 200 zugeführt.
[0088] Das Wärmeträgermedium 210 ist von dem Ende 202, an dem es zugeführt wird, zu einem
diesem Ende 202 gegenüberliegenden Ende 204 des Behälters 200, an welchem die Aperturöffnung
416 angeordnet ist, entlang der Innenwand 218 transportierbar, insbesondere förderbar,
um einen kontinuierlichen Strom von Wärmeträgermedium 210 mit Solarstrahlung 112 zu
beaufschlagen und somit zu erhitzen.
[0089] Die Zufuhreinrichtung 300 ist aus einer konusförmigen Vorderwand 302 und einer konusförmigen,
zum Innenraum 208 des Behälters 200 gerichteten Rückwand 308 gebildet, welche koaxial
und in axialer Richtung übereinander angeordnet sind. Ein Konuswinkel 316 kann beispielsweise
zwischen 30° und 90°, bevorzugt zwischen 45° und 80° liegen.
[0090] Zwischen der Vorderwand 302 und der Rückwand 308 sind Leitelemente 310 in radialer
Richtung 238 ausgerichtet angeordnet, welche mit der Rückwand 308 verbunden sind.
Die Leitelemente 310 können in anderen Ausführungsbeispielen auch mit der Innenwand
218 oder überlappend abwechselnd mit der Rückwand 308 und der Innenwand 218 verbunden
sein. Im Stand der Technik sind diese Leitelemente 310 gerade ausgebildet.
[0091] Das Wärmeträgermedium 210 wird dabei über eine in einer Spitze der konusförmigen
Vorderwand 302 angeordnete Zufuhröffnung 304 in die Zufuhreinrichtung 300 eingeführt
und zwischen Leitelementen 310 in radialer Richtung 238 nach außen an die Innenwand
218 der des Behälters 200 geleitet.
[0092] Das Wärmeträgermedium 210 wird bei der Rotation des Behälters 200 in Drehrichtung
236 auf der Innenwand 218 verteilt und durch die Schwerkraft g nach unten in Richtung
Abfuhreinrichtung 400 geleitet.
[0093] Die Innenwand 218 des Behälters 200 weist üblicherweise eine reibungsfördernde Einrichtung
234 auf, damit das Wärmeträgermedium 210 möglichst gut an der Innenwand 218 haftet
und so eine genügend lange Verweildauer im Innenraum 208 aufweist, um genügend Wärme
von der Solarstrahlung 112 aufzunehmen.
[0094] Das erhitzte Wärmeträgermedium 210 steht dann zur weiteren Verwendung, beispielsweise
zur Stromerzeugung in dem solarthermischen Kraftwerk 100 (Figur 1), zur Verfügung.
[0095] Insbesondere zur Erzeugung eines gleichmäßigen Wärmeträgermedium-Films 212 in der
Solarstrahlungsempfängervorrichtung 110 werden in den Figuren 7 bis 11 mehrere Ausführungsbeispiele
zur Beeinflussung der Bewegung der Partikel entlang der Innenwand 218 des Behälters
200 vorgeschlagen. In den Figuren 12 bis 16 sind günstige Ausgestaltungen des Behälters
200 beschrieben. Vorteilhaft kann damit eine Vergleichmäßigung der Temperaturverteilung
in dem Behälter 200 stattfinden.
[0096] Die Abfuhreinrichtung 400 zum Ableiten des Wärmeträgermediums 210 aus dem Behälter
200 ist am gegenüberliegenden Ende 204 des Behälters 200 angeordnet und umschließt
die Aperturöffnung 416, welche als Eintritt für die Solarstrahlung 112 dient.
[0097] In Figur 5 ist eine Zufuhreinrichtung 300 einer Solarstrahlungsempfängervorrichtung
110 nach dem Stand der Technik in einer Explosionsdarstellung dargestellt. Die konusförmige
Vorderwand 302 mündet in der Spitze des Konus in die hohlzylinderförmig ausgebildete
Zuführungsöffnung 304. Die ebenfalls konusförmige Rückwand 308 weist eine Vielzahl
von Leitelementen 310 auf, welche in radialer Richtung 238 nach außen verlaufen. Vorderwand
302 und Rückwand 308 sind in bestimmungsgemäßem Montagezustand auf einem Montagekranz
330 angeordnet.
[0098] Figur 6 zeigt einen Längsschnitt durch ein Ende 204 eines Behälters 200 mit einer
Abfuhreinrichtung 400 nach dem Stand der Technik. Die Abfuhreinrichtung 400 weist
einen ortsfest angeordneten Abfuhrring 408 auf, in dem sich der Behälter 200 um seine
Drehachse 216 in Drehrichtung 236 dreht. Das Wärmeträgermedium 210 gleitet an der
Innenwand 218 des Behälters 200 in Schwerkraftrichtung g nach unten und wird von dem
Abfuhrring 408 aufgenommen.
[0099] Aus dem Abfuhrring 408 kann das Wärmeträgermedium 210 wieder in geeigneter Weise,
beispielsweise über ein Rohr im Boden des Abfuhrrings 408, ausgeleitet werden (nicht
dargestellt). Damit kein Wärmeträgermedium 210 zwischen der Außenwand 206 und dem
Abfuhrring 408 in radialer Richtung 238 nach außen gelangt, weisen Außenwand 206 und
Abfuhreinrichtung 400 eine Art Labyrinth-Dichtung 406 auf.
[0100] In den Figuren 17 bis 23 sind einige Ausführungsbeispiele vorgeschlagen, welche den
Verlust von Partikeln beim Abführen aus dem Behälter 200 vermindern.
[0101] In den Figuren 7 bis 11 werden Ausführungsbeispiele von Zufuhreinrichtungen 300 beschrieben.
In den Figuren 17 bis 23 werden Ausführungsbeispiele von Abfuhreinrichtungen 400 beschrieben.
Die beschriebenen Zufuhreinrichtungen 300 und Abfuhreinrichtungen 400 können in beliebiger
Kombination miteinander bei einer Solarstrahlungsempfängervorrichtung 110 eingesetzt
werden. Selbstverständlich können die Zufuhreinrichtungen 300 mit bekannten Abfuhreinrichtungen
kombiniert werden. Ebenso können die Abfuhreinrichtungen 400 mit bekannten Zufuhreinrichtungen
kombiniert werden. Ferner können die vorgeschlagenen Zufuhreinrichtungen 300 und Abfuhreinrichtungen
400 mit den in den Figuren 12 bis 16 beschriebenen günstigen Ausgestaltungen des Behälters
200 beliebig kombiniert werden oder auch mit Ausgestaltungen des Behälters 200 aus
dem Stand der Technik.
[0102] Die in den Figuren 7 bis 11 beschriebenen Ausführungsbeispiele von Zufuhreinrichtungen
300 weisen jeweils eine äußere Vorderwand 302 und eine innere Rückwand 308 auf.
[0103] Die Vorderwand 302 schließt an die äußere Außenwand 206 des Behälters 200 an. Vorteilhaft
ist mit den Zufuhreinrichtungen 300 eine erfindungsgemäße Vergleichmäßigung einer
räumlichen Verteilung des Wärmeträgermediums 210, insbesondere der Partikel, möglich.
[0104] Der grundsätzliche funktionale Aufbau der Solarstrahlungsempfängervorrichtung 110
mit Zufuhreinrichtung 300, Behälter 200, Abfuhreinrichtung 400 entspricht weitgehend
dem bekannten Aufbau wie vorstehend beschrieben. Es wird zur Vermeidung unnötiger
Wiederholungen bei den bekannten Elementen auf die vorangegangenen Figurenbeschreibungen
verwiesen.
[0105] Figur 7 zeigt eine Zufuhreinrichtung 300 nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
in Draufsicht auf eine Rückwand 308, auf der gekrümmte Leitelemente 310 angeordnet
sind.
[0106] Zwischen Vorderwand 302 und Rückwand 308 der Zufuhreinrichtung 300 sind eine Vielzahl
sich in radialer Richtung 238 erstreckende gekrümmte Leitelemente 310 angeordnet.
[0107] Die mit dem Behälter 200 (Figur 2, 3) mitrotierende Rückwand 308 weist dabei von
der Rückwand 308 in Richtung Vorderwand 302 abstehende, insbesondere senkrecht zur
Rückwand 308 stehende, Leitelemente 310 auf, die beispielsweise als aufgeschweißte
Bleche ausgeführt sind. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Leitelemente
310 sichelförmig ausgestaltet. Insbesondere sind die Leitelemente 310 entgegen der
Drehrichtung 236 gekrümmt, d.h. die Leitelemente 310 weisen demzufolge beim Durchlaufen
in radialer Richtung 238 von radial innen nach radial außen eine Richtungsänderung
auf, welche der Drehrichtung 236 entgegensteht. Die Partikel des Wärmeträgermediums
210 werden durch die Zuführungsöffnung 304 zentral zugeführt.
[0108] Durch die gekrümmten Leitelemente 310 wird die Geschwindigkeit des Wärmeträgermediums
210 in radialer Richtung 238 reduziert und hierdurch die Aufenthaltsdauer im Bereich
der Leitelemente 310 erhöht. Während dieser Zeit nehmen die Partikel über die Rückwand
308 und die Leitelemente 310 Wärme auf und kühlen damit gleichzeitig die Rückwand
308.
[0109] Die Leitelemente 310 sind vorteilhaft so gekrümmt, dass die Partikel im radial äußeren
Bereich so umgelenkt werden, dass die radiale, nach außen gerichtete Geschwindigkeitskomponente
reduziert wird. Die Krümmung kann dabei in Drehrichtung 236 oder gegen die Drehrichtung
238 erfolgen.
[0110] Vorzugsweise weisen die Leitelemente 310 einen guten thermischen Kontakt mit der
Rückwand 308 auf.
[0111] Die Leitbleche 310 und die Rückwand 308 werden vorteilhaft so ausgeführt, dass die
Partikel einen möglichst guten und langen Kontakt mit diesen Flächen haben, um zur
Kühlung der Rückwand 308 und zur Vorheizung der Partikel möglichst viel Wärme aufzunehmen.
[0112] Die Leitelemente 310 sind auf der Rückwand 308 der Zufuhreinrichtung 300 angeordnet.
Die Leitelemente 310 können jedoch in anderen Ausführungsbeispielen auch mit der Innenwand
206 oder überlappend abwechselnd mit der Rückwand 308 und der Innenwand 206 verbunden
sein. Insbesondere kann dabei eine Höhe 312 (siehe Definition der Höhe 312 in Figur
2) des jeweiligen Leitelements 310 wenigstens teilweise und/oder abschnittsweise einem
Abstand 328 (Figur 2) zwischen Vorderwand 302 und Rückwand 308 entsprechen.
[0113] Die Leitelemente 310 können so eine begrenzte Höhe 312 haben. In diesem Fall können
Partikel bei hohen Massenströmen von Partikeln über die Leitelemente 310 schneller
in radialer Richtung 238 nach außen fließen.
[0114] An einem radialen Außenrand der Rückwand 308 ist eine Verteilungseinrichtung 322
angeordnet, welche zur Vergleichmäßigung der räumlichen Verteilung des Wärmeträgermediums
210 ausgebildet ist. Die Partikel des Wärmeträgermediums 210 können möglichst gleichmäßig
über die Innenwand des Behälters 200 verteilt eintreten.
[0115] Die Verteilungseinrichtung 322 kann als Zylindersegment, beispielsweise aus einem
Lochblech ausgebildet sein. Die Verteilungseinrichtung 322 hat dabei die Funktion,
die Partikel selbst dann gleichmäßig über den Umfang ausströmen zu lassen, wenn die
vorangegangenen Auslässe, durch einen Austritt aus den Leitblechen, örtlich begrenzt
sind.
[0116] In Figur 8 ist eine Draufsicht auf eine Rückwand 308 einer Zufuhreinrichtung 300
nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Das Leitelement
310 verläuft dabei spiralförmig von der Zuführungsöffnung 304 in radialer Richtung
238 nach radial außen. Auch in diesem Fall ist das Leitelement 310 entgegen der Drehrichtung
236 spiralförmig um die Drehachse 214 gekrümmt und verlangsamt damit die Geschwindigkeit
der Partikel des Wärmeträgermediums 210.
[0117] Das Leitelement 310 ist bevorzugt spiralförmig ausgeführt, sodass die Partikel langsam
entlang des Leitelements 310 und der Rückwand 308 nach unten rutschen. Eine solche
Funktion kann auch über mehrere spiralförmig verlaufende Leitelemente 310 ausgeführt
werden.
[0118] Vorzugsweise weisen die Leitelemente 310 einen guten thermischen Kontakt mit der
Rückwand 308 auf.
[0119] Die spiralförmige Ausführung des Leitelements 310 bewirkt, dass die Partikel erst
nach mehreren Umdrehungen der Rückwand 308 die Verteilungseinrichtung 322 erreichen.
[0120] Durch die lange Aufenthaltszeit kann ein hoher Wärmeaustausch zwischen Rückwand 308,
Leitelement 310 und Partikeln zur Kühlung der Rückwand 308 und Vorheizung der Partikel
erreicht werden.
[0121] Die Verteilungseinrichtung 322 kann als Zylindersegment, beispielsweise aus einem
Lochblech, ausgebildet sein. Die Verteilungseinrichtung 322 hat dabei die Funktion,
die Partikel selbst dann gleichmäßig über den Umfang ausströmen zu lassen, wenn die
vorangegangenen Auslässe, durch einen Austritt aus den Leitblechen, örtlich begrenzt
sind.
[0122] Figur 9 zeigt einen Längsschnitt durch eine Zufuhreinrichtung 300 mit einer äußeren
Vorderwand 302 und einer inneren Rückwand 308 nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung, bei dem die Rückwand 308 in axialer Richtung gegenüber der Vorderwand
302 verkürzt ist. Die konisch ausgebildete Vorderwand 302 schließt an ihrem maximalen
Durchmesser an die Außenwand 206 des Behälters 200 an.
[0123] Die Außenwand 206 und Innenwand 218 sind vereinfacht ohne thermische Isolierung dargestellt.
[0124] Ein maximaler Durchmesser 314 der konisch ausgebildeten Rückwand 308 der Zufuhreinrichtung
300 ist dabei kleiner als ein Innendurchmesser 224 der Innenwand 218 des Behälters
200.
[0125] Insbesondere kann der Durchmesser 314 der Rückwand 308 höchstens 95%, bevorzugt höchstens
60%, des Innendurchmessers 224 der Innenwand 218 des Behälters 200 betragen. Die Vorderwand
302 und die Rückwand 308 der Zufuhreinrichtung 300 sind konusförmig ausgebildet. Insbesondere
kann ein Konuswinkel 316 zwischen 30° und 90°, bevorzugt zwischen 45° und 80° liegen.
Die Zuführungsöffnung 304 ist bevorzugt in einer Spitze des Konus angeordnet. Die
Zuführungsöffnung 304 kann dabei exzentrisch angeordnet sein.
[0126] Der als Rückwand 308 ausgebildete innere Konus der Zufuhreinrichtung 300 kann somit
kürzer als im Stand der Technik üblich gebaut werden. In Abhängigkeit des Designpunktes
und der Mindestdrehzahl des Behälters 200 kann die radiale Position der Partikel des
Wärmeträgermediums 210 bestimmt werden, ab welcher diese nicht mehr über die Rückwand
308 gleiten, sondern durch die Zentrifugalkraft zunächst an den äußeren Konus der
Vorderwand 302 der Zufuhreinrichtung 300 gedrückt werden, von wo sie auf die Innenwand
218 des Behälters 200 geleitet werden. Die Strömung des Wärmeträgermediums 210 ist
in der Figur als wellenförmiger Pfeil 324 dargestellt, der andeutet, dass die Partikel
von der Zufuhröffnung 304 zunächst auf die Außenseite der Rückwand 308 gelangen, von
dort ab einem bestimmten Abhebepunkt 325 zu einem Auftreffpunkt 327 auf der Innenseite
der Vorderwand 302 wechseln und von dort schließlich auf die Innenfläche 218 gelangen.
Ein Teil des inneren Konus der Rückwand 308 im Bereich zwischen dem Abhebepunkt 325
der Partikel von der Rückwand 308 und der Innenwand 218 kann eingespart werden. Stattdessen
ist dort ein ringförmiger Spalt 326 ausgebildet. Dies ermöglicht eine frühzeitige
solare Bestrahlung der Partikel bereits in der Zuführung. Hierdurch können Fertigungskosten
der Zufuhreinrichtung 300 gesenkt werden. Weiterhin kann die Erwärmung der Partikel
verbessert werden. Folglich können kürzer bauende Behälter 200 eingesetzt werden.
[0127] In Figur 10 ist eine Draufsicht auf eine Ausgestaltung einer Zufuhreinrichtung 300
nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, während in Figur
11 ein Längsschnitt der Zufuhreinrichtung 300 gezeigt ist.
[0128] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die Rückwand 308 der Zufuhreinrichtung 300 nicht
konisch, sondern als ebene Fläche ausgebildet, welche schräg, bevorzugt senkrecht,
zur Längsachse 214 ausgerichtet ist.
[0129] Dabei ist in der Längsachse 214 ein mit einer Kegelspitze 320 zur Zuführungsöffnung
304 gerichteter Kegel 318 zur Verteilung des Wärmeträgermediums 210 angeordnet. Ebenso
kann auch die Vorderwand 302 nicht konisch, sondern als ebene Fläche ausgeführt sein.
[0130] Vorteilhaft wird bei diesem Ausführungsbeispiel der übliche konusförmige Aufbau der
Zufuhreinrichtung 300 mit bis zu 45° Konuswinkel vereinfacht als flacher Trichter
ohne Neigungswinkel ersetzt. Es können zur Beschleunigung der Partikel des Wärmeträgermediums
210 in radialer Richtung 238 nach außen weiterhin Leitelementen 310 wie beispielsweise
auf der Außenseite der Rückwand 308 angeschweißte Führungsbleche angeordnet sein.
Diese können beispielsweise vorgebogen eingesetzt werden und nur an den Enden in radialer
Richtung 238 angeschweißt sein. Durch die Vorbiegung ist die Beulrichtung bei thermischer
Längenausdehnung der Leitelemente 310 vorgegeben. Die Vorbiegung der Leitelemente
310 weist weiterhin den Vorteil auf, dass damit der Abgabepunkt der Partikel von der
Zufuhreinrichtung 300 an die Innenwand 218 des Behälters 200 günstig näher zur Zufuhreinrichtung
300 verschoben werden kann.
[0131] Im Mittelpunkt des flachen Trichters ist der Kegel 318 angeordnet, der die zugeführten
Partikel aus einem stationären Rohr als Zufuhröffnung in radiale Richtung 238 schonend
umlenkt. Die Partikel können beispielsweise im oberen Viertel des Kegels 318 zugeführt
werden, sodass diese möglichst am unteren Umfang an die Innenwand 218 des Behälters
200 abgeben werden können. Durch diese Ausführung können die Komponenten kostengünstiger
und platzsparender ausgeführt werden.
[0132] Figur 12 zeigt einen Längsschnitt durch einen Behälter 200 mit einer Fördervorrichtung
230 und daran angeordneten schaufelartigen Leitstrukturen 228 nach einem weiteren
Ausführungsbeispiel der Erfindung. In Figur 13 ist ein weiterer Längsschnitt durch
den Behälter 200, und in Figur 14 ein Querschnitt durch den Behälter 200 dargestellt.
[0133] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist im Innenraum 208 des Behälters 200 wenigstens
eine parallel oder leicht geneigt, insbesondere kleiner 10°, bevorzugt kleiner 5°,
geneigt zur Längsachse 214 und benachbart zur Innenwand 218 verlaufende Fördervorrichtung
230 angeordnet, welche über seine Länge verteilt angeordnete Leitstrukturen 228, insbesondere
schaufelartige Leitstrukturen 228, aufweist. Die Leitstrukturen 228 sind zum Fördern
des Wärmeträgermediums 210 bei rotierendem Behälter 200 in Richtung des ersten Endes
202 oder des zweiten Endes 204 des Behälters 200 ausgebildet. Die Fördervorrichtung
230 ist ortsfest mit einer außerhalb des Behälters 200 angeordneten, nicht dargestellten
Aufnahmeeinrichtung fest verbunden.
[0134] Die Fördervorrichtung 230, welche beispielsweise eine Haltevorrichtung aufweist,
die als Rohr oder Gitter ausgebildet sein kann, kann bevorzugt an beiden Enden nicht
mitrotierend, d.h. fest gehaltert angeordnet sein. Die Fördervorrichtung 230 kann
vorzugsweise, ebenso wie die Leitstrukturen 228, hochtemperaturbeständig, beispielsweise
aus Siliziumkarbid, ausgebildet sein.
[0135] Bei einer Ausführung als Rohr kann die Haltevorrichtung zur Partikelzufuhr über die
Rückwand 308 genutzt werden. Dann kann am unteren Ende des Rohrs eine geeignete Ausleitvorrichtung
angebracht sein, beispielsweise so, dass die Partikel in Drehrichtung der Zylinderwand
206 ausströmen.
[0136] Alternativ können die Partikel des Wärmeträgermediums 210 auch über den Randbereich
der Aperturöffnung 416 am zweiten Ende 204 des Behälters 200 zugeführt werden.
[0137] Die schaufelartigen Leitstrukturen 228 sind so ausgebildet, die Partikel der Wärmeträgermediums
210, die sich mit der rotierenden Behälterwand 206 an den Schaufeln 228 vorbeibewegen,
bei einer Umdrehung um etwa eine Schaufelhöhe in Richtung der Rotationsachse 216 versetzt
werden, beispielsweise in Richtung Rückwand 308, alternativ auch in Richtung Aperturöffnung
416.
[0138] Vorteilhaft kann durch die Nutzung von im Behälter angeordneten schaufelartigen Leitstrukturen
228 eine fest definierte Partikelunterschicht des Wärmeträgermedium-Films 212 erzeugt
werden, wobei die sich darüber ablagernden Partikel abgehoben und befördert werden.
Dadurch können für die Innenwand 218 des Behälters 200 wesentlich größere Toleranzen
zugelassen werden, die durch die stationäre Partikelunterschicht ausgeglichen werden.
[0139] In einer alternativen Ausführungsform kann die Fördervorrichtung 230 auch zum Weiterleiten
des am zufuhrseitigen ersten Ende 202 des Behälters 200 über die Zufuhreinrichtung
300 zugeführten Wärmeträgermediums 210 zum abfuhrseitigen zweiten Ende 204 ausgebildet
sein.
[0140] Dabei wird das Wärmeträgermedium 210 mit niedriger Temperatur dem Ende 204 des Behälters
200, an dem aufgeheiztes Wärmeträgermedium 210 vorliegt, zugeführt.
[0141] Die Partikelzufuhr kann prinzipiell auch durch die Aperturöffnung 416 erfolgen oder
alternativ über die Fördervorrichtung 230 von dem entgegengesetzten Ende 202 zu der
Aperturöffnung 416.
[0142] Üblicherweise erfolgt die Partikelzufuhr jedoch in den Behälter 200 von dem der Aperturöffnung
416 abgewandten Ende 202 des Behälters 200. Schaufelartige Leitstrukturen 228 können
dazu vorteilhaft an der Fördervorrichtung 230 angeordnet sein.
[0143] Durch die Fördervorrichtung 230 können die Partikel mit niedriger Temperatur dem
abfuhrseitigen Ende 204 des Behälters 200 zugeführt werden. Damit kann gleichzeitig
eine Kühlung der Fördervorrichtung 230 erfolgen.
[0144] In einer weiteren alternativen Ausführungsform kann die Fördervorrichtung 230 auch
zum Weiterleiten des aufgeheizten Wärmeträgermediums 210 vom aperturseitigen zweiten
Ende 204 zum der Aperturöffnung 416 abgewandten ersten Ende 202 ausgebildet sein.
Auf diese Weise kann eine Vergleichmäßigung der Temperaturverteilung in dem Behälter
200 stattfinden. Eine Abführung der Partikel kann beispielsweise durch einen Überlauf
am zufuhrseitigen Ende 202 des Behälters 200 erfolgen.
[0145] Wie in dem in Figur 14 dargestellten Ausführungsbeispiel erkennbar, kann die Fördervorrichtung
230 in bestimmungsgemäßem Gebrauchszustand bezüglich einer Schwerkraftrichtung g in
einem bezogen auf die Schwerkraftrichtung g oberen Bereich 232 des Innenraums 208
des Behälters 200 angeordnet sein.
[0146] Vorteilhaft kann, insbesondere bei einem liegenden Behälter 200, die Fördervorrichtung
auch auf einem von der Solarstrahlung nicht bestrahlten Bereich der Innenseite 218
des Behälters 200, also auf einer bezüglich der Schwerkraftrichtung g unten liegenden
Seite angeordnet sein. Eine solche Anordnung kann bei bestimmten Granulaten möglicherweise
vorteilhaft sein, obwohl die Partikel fester zusammenhalten.
[0147] Bei einer Anordnung der Fördervorrichtung 230 mit schaufelartigen Leitstrukturen
228 im oberen Bereich 232 des Innenraums 208 wirken Schwerkraft und Zentrifugalkraft
auf die Partikel in entgegengesetzter Richtung. Damit sind die Partikel im Wärmeträgermedium-Film
212 nur relativ gering verpresst und lassen ein Abheben vom Wärmeträgermedium-Film
212 und ein weiteres Befördern vorteilhaft zu. Außerdem trifft in diesem Bereich 232
hauptsächlich die konzentrierte solare Strahlung von Heliostaten 104 (Figur 1) auf,
die nahe am Turmreceiver 114 (Figur 1) stehen und damit vergleichsweise kleine Brennflecke
erzeugen, die über eine Zielpunktstrategie etwas zur Seite verschoben werden können.
Dadurch lässt sich die Belastung auf eine Haltevorrichtung der Solarstrahlungsempfängervorrichtung
200 reduzieren.
[0148] In einer nicht dargestellten Ausführungsform kann die Innenwand 218 des Behälters
200 eine Vielzahl von verteilt angeordneten Leitstrukturen 228, insbesondere schaufelartigen
Leitstrukturen 228, aufweisen, welche zum Fördern des Wärmeträgermediums 210 bei rotierendem
Behälter 200 in Richtung des zufuhrseitigen Endes 202 ausgebildet sind. Eine solche
Anordnung entspricht einem sogenannten Drehrohr-Receiver mit mitbewegten Leitstrukturen
228, die eine Förderung mit oder entgegen der Schwerkraft bewirken. Dabei liegt das
Wärmeträgermedium 210 jeweils nur in einem Teilbereich des Behälters 200 vor und wird
beim Nachrutschen durch die Leitstrukturen 228 versetzt.
[0149] Die Partikelbewegung des Wärmeträgermediums 210 im Behälter 200 erfolgt im Wesentlichen
durch die Schwerkraft. Der Behälter 200 ist dabei mit der Aperturöffnung 416 nach
unten geneigt. Die höchsten Temperaturen treten nahe der Aperturöffnung 416 auf.
[0150] Durch Umkehr der Partikelströmungsrichtung im Behälter 200 von unten nach oben kann
das Temperaturprofil im Innenraum des Behälters 200 so verändert werden, dass die
höchsten Temperaturen nahe der Rückwand 308 tief im Inneren des Behälters 200 auftreten.
Dadurch können die thermischen Verluste durch thermische Strahlung und Konvektion
vorteilhaft reduziert werden.
[0151] Figur 15 zeigt eine Draufsicht auf eine Innenwand 218 eines Behälters 200 mit einer
darauf angeordneten reibungsfördernden Einrichtung 234 nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung. In Figur 16 ist die reibungsfördernde Einrichtung 234 in einer vergrößerten
Darstellung erkennbar.
[0152] Vorteilhaft kann die reibungsfördernde Einrichtung 234 an der Innenwand 218 des Behälters
200 mittels eines additiven Fertigungsverfahrens gefertigt und direkt mit der Innenwand
208 des Behälters 200 verbunden sein. In einer optionalen Ausführungsform kann die
reibungsfördernde Einrichtung 234 damit beispielsweise gitterförmig ausgebildet sein,
jedoch können auch andere Strukturierungen an der Innenwand 218 des Behälters vorteilhaft
sein.
[0153] Ein als reibungsfördernde Einrichtung üblicherweise aufgeschweißtes Gitter auf der
Innenwand 218 des Behälters 200 kann durch Strukturierung mittels eines additiven
Fertigungsverfahrens wie beispielsweise 3D-Druck vorteilhaft ersetzt werden. Die durch
3D-Druck gefertigte Einrichtung kann vor oder nach der Fertigung des Behälters 200
aufgebracht werden.
[0154] Der Einsatz von 3D-Druck weist mehrere Vorteile auf. Beispielsweise kann flexibel
jede Art von Strukturierung aufgebracht werden.
[0155] Beispielsweise können für verschiedene Partikeldurchmesser oder zur Beeinflussung
der Bewegung der Partikel in bestimmten Abschnitten des Behälters 200 unterschiedliche
Strukturen oder Maschenweiten einer gitterförmigen Struktur an unterschiedlichen Bereichen
der Innenwand 218 des Behälters 200 angeordnet werden. Ferner kann die reibungsfördernde
Einrichtung 234 als Strukturierung fest mit der Innenwand 218 des Behälters 200 verbunden
werden, sodass sie nicht abheben kann.
[0156] Die in den Figuren 17 bis 23 beschrieben Ausführungsbeispiele von Abfuhreinrichtungen
400 sind jeweils am abfuhrseitigen Ende 204 des Behälters 200 angeordnet.
[0157] Der grundsätzliche funktionale Aufbau der Solarstrahlungsempfängervorrichtung 110
mit Zufuhreinrichtung 300, Behälter 200, Abfuhreinrichtung 400 entspricht weitgehend
dem bekannten Aufbau wie vorstehend beschrieben. Es wird zur Vermeidung unnötiger
Wiederholungen bei den bekannten Elementen auf die vorangegangenen Figurenbeschreibungen
verwiesen. Vorteilhaft ermöglichen die vorgeschlagenen Zufuhreinrichtungen 300 erfindungsgemäß
eine Verminderung des Risikos, Partikel beim Abführen aus dem Behälter 200 zu verlieren.
[0158] Figur 17 zeigt einen Querschnitt durch eine Abfuhreinrichtung 400 nach der Erfindung
mit einer Einrichtung 402 mit schaufelartigen Leitelementen 410. In Figur 18 ist ein
Längsschnitt durch die Abfuhreinrichtung 400 dargestellt.
[0159] Die Einrichtung 402 weist eine Vielzahl von in eine radiale Richtung 238 abstehenden
Leitelementen 410 auf, welche am abfuhrseitigen Ende 204 des Behälters 200 zwischen
Außenwand 206 und Abfuhreinrichtung 400 angeordnet sind.
[0160] Die Einrichtung 402 rotiert mit dem Behälter 200 mit und greift mit den Leitelementen
410 in den feststehenden Abfuhrring 408 ein. Die Leitelemente 410 sind entlang ihrer
Erstreckung zwischen Innenwand 218 und Außenwand 206 in Richtung der bestimmungsgemäßen
Drehrichtung 236 gekrümmt. Es können eine Mehrzahl von äquidistant angeordneten Leitelementen
410 vorgesehen sein, die beispielsweise sichelartig gekrümmt ausgebildet sind.
[0161] Radiale Schaufeln sind so als Leitelemente 410 am abfuhrseitigen Ende 204 des rotierenden
Behälters 200 am Übergang zu dem statischen Sammelring 408 der Abfuhreinrichtung 400
angeordnet. Partikel des Wärmeträgermediums 210 gleiten an der Innenwand 218 des Behälters
200 entlang nach unten in den Abfuhrring 408 der Abfuhreinrichtung 400. Die Leitelemente
410 lenken die Partikel um und beschleunigen die Partikel so im rotierenden Bezugssystem,
dass sie im stehenden Bezugssystem eine deutlich niedrigere Geschwindigkeit haben.
Somit kann der Abrieb durch unvermeidbares Aneinanderprallen der Partikel im Sammelring
408 reduziert werden. Der Abrieb am Sammelring 408 kann insbesondere dadurch stark
reduziert werden, dass die Auftreffgeschwindigkeit der Partikel kleiner wird. Bei
zu starkem Abrieb müssen Partikel von Zeit zu Zeit ersetzt werden. Weiter kann ein
Verlust an Partikeln vermindert werden. Je geringer der Partikelverlust an dieser
Stelle ist, desto weniger Partikel müssen dem System mit der Zeit wieder zugeführt
werden.
[0162] Die Leitelemente 410 können auch spiralförmig von der Innenwand 218 nach radial außen
verlaufend ausgebildet sein. Durch die spiralförmige Ausgestaltung der Leitelemente
410 können Partikel des Wärmeträgermediums 210 günstig abgebremst werden, um den Abrieb
durch Aneinanderprallen beim Abführen der Partikel zu reduzieren. Je geringer der
Partikelverlust an dieser Stelle ist, desto weniger Partikel müssen dem System mit
der Zeit wieder zugeführt werden.
[0163] Figur 19 zeigt eine nicht von der Erfindung umfasste Ausgestaltung als Längsschnitt
durch ein Ende eines Behälters 200 mit einer Abfuhreinrichtung 400 nach einem weiteren
Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einem Rohr 412 am abfuhrseitigen Ende 204 des
Behälters 200 zum Ausleiten des Wärmeträgermediums 210 aus dem Behälter 200.
[0164] Das Rohr 412 ist mit einer außerhalb des Behälters 200 angeordneten Aufnahmeeinrichtung
(nicht dargestellt) fest verbunden. Das Rohr 412 ist am abfuhrseitigen Ende 204 des
Behälters 200 mit einer Rohröffnung 414 entgegen der bestimmungsgemäßen Drehrichtung
236 des Behälters 200 angeordnet und ist zur Aufnahme des aufgeheizten Wärmeträgermediums
210 ausgebildet.
[0165] Der Behälter 200 weist am abfuhrseitigen Ende 204 eine von der Außenwand 206 nach
radial außen gerichtete, auf einem Umfang des Behälters 200 umlaufende Ausbuchtung
432 auf, in welche die Rohröffnung 414 hineinragt.
[0166] Dabei kann das Rohr 412 am abfuhrseitigen Ende 204 des Behälters 200 mit der Rohröffnung
414 entgegen der bestimmungsgemäßen Drehrichtung 236 des Behälters 200 angeordnet
sein.
[0167] Die Partikel des Wärmeträgermediums 210 verlassen in dieser Ausführungsform den rotierenden
Teil des Behälters 200 nicht wie im Stand der Technik über die einfache axiale Weiterbewegung
über das untere Ende 204 des zylindrischen rotierenden Behälters 200, wo die Partikel
in einem umlaufenden Ring gesammelt werden. Die Partikel werden vielmehr bei diesem
Ausführungsbeispiel über von einem gegenüber der Umgebung feststehenden Rohr 412 aufgenommen.
Dieses ist tangential am unteren Ende 204 des rotierenden Behälters 200 angebracht.
[0168] Optional kann wie abgebildet am Ende 204 der Außenwand 206 des rotierenden Behälters
200 eine radial nach außen ragende Ausbuchtung 432 angebracht sein, in welche das
feststehende Rohr 412 hineinragt. Durch die Ausbuchtung 432 erhöht sich die Wahrscheinlichkeit
deutlich, dass alle Partikel den Behälter 200 über das Rohr 412 verlassen.
[0169] Das Rohr 412 kann bei einer alternativen, nicht dargestellten Ausführungsform mit
einer Saugeinrichtung verbunden sein, sodass das aufgeheizte Wärmeträgermedium in
die Rohröffnung 414 gesaugt wird. Dabei können die Partikel des Wärmeträgermediums
210 mit Unterdruck absaugt werden.
[0170] Hierdurch können die Fertigungskosten gesenkt werden, da wesentlich weniger Isolierung
und hitzebeständiges Material benötigt wird. Weiterhin kann durch die Absaugung auch
Staub abgesagt und abgeschieden werden, wodurch sowohl optische Strahlungsverluste
durch Staub in der Luft im Innenraum 208 des Behälters 200 minimiert werden können
als auch, dass weniger Staub an die Umwelt abgegeben wird.
[0171] Ferner wird damit die thermische Masse der Sammelvorrichtung reduziert, die sich
im laufenden Betrieb erwärmen würde und den Partikeln Energie entziehen kann. Auf
diese Weise können Anfahrprozesse mit sonst geringerem Wirkungsgrad aufgrund der Erwärmung
der Bauteile zeitlich verkürzt und optimiert werden.
[0172] Alternativ oder zusätzlich kann eine auf die Rohröffnung 414 gerichtete Fluidströmung,
insbesondere Druckluft, vorgesehen sein, welche zum Transport des aufgeheizten Wärmeträgermediums
210 in die Rohröffnung 414 ausgebildet ist. Dabei können die Partikel des Wärmeträgermediums
210 mittels Druckluft gezielt in das tangential angeordnete Rohr 412 geblasen werden.
Dies kann auch in Kombination mit dem Ansaugen der Partikel durch Unterdruck erfolgen.
[0173] In Figur 20 ist eine nicht von der Erfindung umfasste Ausgestaltung als isometrische
Darstellung eines Ausschnitts einer Abfuhreinrichtung 400 nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung mit einem in einen Strahlungsschutz integrierten Abfuhrring 408 dargestellt.
[0174] Die Einrichtung 402 weist einen durch einen Abfuhrring 408 und eine radial außen
begrenzende Ringstruktur 436 gebildeten Kanal 409 als Sammelring auf, wobei die Ringstruktur
436 eine Abführungsöffnung 434 zum Austritt des aufgeheizten Wärmeträgermediums 210,
d.h. der Partikel, aufweist. Die Abfuhrring 408 mit Kanal 409 und Ringstruktur 436
ist mit einer als Strahlungsschutz gegen die auftreffende Solarstrahlung 112 ausgebildeten
Platte 418 verbunden. Die Platte 418 kann wenigstens auf einer Seite 442 mit einer
Isolierung und/oder mit einer Fluidkühleinrichtung ausgebildet sein.
[0175] Der Kanal 409 dient zum Sammeln der Partikel des Wärmeträgermediums 210. Dabei können
die Partikel über die Abführungsöffnung 434 nach außen abgeleitet werden.
[0176] Bei der in Figur 20 dargestellten Ausführungsform kann der Abfuhrring 408 mit dem
Kanal 409 und der Ringstruktur 436 der Abfuhreinrichtung 400 in die als Strahlungsschutz
ausgebildete Platte 418 integriert sein, wodurch Fertigungskosten und Montageaufwand
reduziert werden kann.
[0177] Die Platte 418 der in den Strahlungsschutz integrierten Abfuhreinrichtung 400 kann
vorteilhaft beidseitig isoliert und beispielsweise aktiv über eine Fluidkühleinrichtung
gekühlt sein, damit die Trägerstruktur nicht versagt. Auf der einen Seite 438 der
Platte 418 können der Abfuhrring 408 mit Kanal 409 und Ringstruktur 436 als Sammelring
aufgebracht sein, während die andere Seite 442 der Platte 418 direkt als Strahlungsschutzisolierung
ausgebildet sein kann. Hierdurch können Fertigungskosten der Abfuhreinrichtung 400
weiter reduziert werden.
[0178] Figur 21 zeigt eine nicht von der Erfindung umfasste Ausgestaltung als Längsschnitt
durch eine Abfuhreinrichtung 400 nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung
mit einer Abdeckung 420, die als radiale Labyrinth-Dichtung ausgebildet ist.
[0179] Die Abfuhreinrichtung 400 umfasst eine Einrichtung 402, die eine am abfuhrseitigen
Ende 204 des Behälters 200 angeordnete, in radialer Richtung wirkende Abdeckung 420
aufweist. Ferner weist die Einrichtung 402 einen am abfuhrseitigen Ende 204 der Wandung
des Behälters 200 radial nach außen gerichteten Absatz 440 auf, der die Außenwand
206 radial nach außen überragt. Der Absatz 440 ist von der Abdeckung 420 in Form einer
Labyrinth-Abdeckung umgeben. Weiter ist die Abdeckung 420 von einer in radialer Richtung
238 wirkenden und in axialer Richtung 214 wirkenden thermischen Isolierung 424 umgeben.
[0180] Die Abdeckung 420 kann beispielsweise als radiale Labyrinth-Dichtung aus Blech ausgebildet
sein. Dadurch kann die Abdichtung der Abfuhreinrichtung 400 verbessert werden und
einem Partikelverlust durch aus der Abfuhreinrichtung 400 austretende Partikel vorgebeugt
werden. Je geringer der Partikelverlust an dieser Stelle ist, desto weniger Partikel
müssen dem System mit der Zeit wieder zugeführt werden. Somit könnten die Kosten im
Betrieb weiter gesenkt werden.
[0181] Der am abfuhrseitigen Ende 204 der Wandung des Behälters 200 angeordneter Absatz
440 stellt vorteilhaft eine weitere Verbesserung der Abdichtung zwischen der feststehenden
Abfuhreinrichtung 400 und der Außenwand 206 des rotierenden Behälters 200 dar.
[0182] Eine thermische Isolierung 424, welche die Abdeckung 420 nach außen umgibt, kann
vorteilhaft weiteres Potential für einen höheren Wirkungsgrad beim Einsatz der erfindungsgemäßen
Solarstrahlungsempfängervorrichtung 110 liefern.
[0183] Figur 22 zeigt einen Querschnitt durch eine Abfuhreinrichtung 400 nach einem alternativen
Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einer radial das Wärmeträgermedium 210 abführenden
Sammeleinrichtung 426. In Figur 23 ist ein vergrößerter Längsschnitt durch die Abfuhreinrichtung
400 dargestellt.
[0184] Die Abfuhreinrichtung 400 umfasst eine Einrichtung 402, die eine in radialer Richtung
238 nach außen, insbesondere spiralförmig, von der Außenwand 206 am abfuhrseitigen
Ende 204 des Behälters 200 wegführende Sammeleinrichtung 426 aufweist. Die Sammeleinrichtung
426, welche als Teil eines Abfuhrrings ausgebildet ist, ist mit einer außerhalb des
Behälters 200 angeordneten Aufnahmeeinrichtung fest verbunden, ist also ortsfest installiert.
[0185] Die Sammeleinrichtung 426 weist eine entgegen der bestimmungsgemäßen Drehrichtung
236 des Behälters 200 zum Behälter 200 hin ausgerichtete Eintrittsöffnung 430 auf,
welche zum Abführen des aufgeheizten Wärmeträgermediums 210 dient. Am abfuhrseitigen
Ende 204 des Behälters 200 kann ein auf einem Umfang der Außenwand 206 umlaufender,
nicht dargestellter, Abfuhrring 408 angeordnet sein, in welchen die Sammeleinrichtung
426 mit ihrer Eintrittsöffnung 430 mündet. Das Ende der Eintrittsöffnung 429 liegt
etwa in dem Bereich, in dem die Sammeleinrichtung 426 von der Wand 206 des Behälters
200 weg geführt ist.
[0186] Der Austrittsbereich 428, in dem die Partikel des Wärmeträgermediums 210 den Behälter
verlassen, liegt im vorderen Bereich der Abfuhreinrichtung 400, beginnend bei der
Eintrittsöffnung 430.
[0187] Bei dieser Ausführungsform einer Abfuhreinrichtung 400 wird der eigentlich nur lokal
erfolgende Partikelaustritt genutzt, um die Partikel dort lokal abzuführen. Hierbei
wird die natürliche Partikelflugbahn in dem rotierenden Behälter 200 nachvollzogen,
um die Partikel aus dem Behälter 200 abzuführen. Dadurch kann die Kollisionsgeschwindigkeit
von Partikeln zur Eintrittsöffnung 430 eines Abführrohres als Sammeleinrichtung 426
reduziert werden. Auf diese Weise kann die Erosion von Partikeln und Sammeleinrichtung
426 reduziert und mögliche Staubbildung verringert werden. Je geringer der Partikelverlust
an dieser Stelle ist, desto weniger Partikel müssen dem System mit der Zeit wieder
zugeführt werden.
[0188] Eine reduziert ausgeführte ringförmige Sammeleinrichtung 426 für die Partikel kann
weiterhin umlaufend eingesetzt werden, um sonstigen Partikelaustrag, beispielsweise
bei Änderung des Betriebsmodus oder bei Auftreten von Wind, durchzuführen.
Bezugszeichen
[0189]
- 100
- solarthermisches Kraftwerk
- 102
- Heliostatenfeld
- 104
- Heliostat
- 106
- Spiegelfläche
- 108
- Solarstrahlung
- 110
- Solarstrahlungsempfängervorrichtung
- 112
- Solarstrahlung
- 114
- Turmreceiver
- 116
- Turm
- 118
- Boden
- 120
- erster Kreislauf
- 122
- Wärmeübertrager
- 124
- Hochtemperaturzweig
- 126
- Niedertemperaturzweig
- 128
- Ausgang
- 130
- Eingang
- 132
- Ausgang
- 134
- Eingang
- 136
- zweiter Kreislauf
- 138
- Wärmespeicher
- 140
- Wärmespeicher
- 142
- Turbine
- 144
- elektrischer Generator
- 146
- Hochtemperaturzweig
- 148
- Ausgang
- 150
- Niedertemperaturzweig
- 152
- Kondensator
- 154
- Eingang
- 156
- Pumpe
- 200
- Behälter
- 202
- erstes Ende
- 204
- zweites Ende
- 206
- Außenwand
- 208
- Innenraum
- 210
- Wärmeträgermedium
- 212
- Wärmeträgermedium-Film
- 214
- Längsachse
- 216
- Drehachse
- 218
- Innenwand
- 220
- Isolation
- 222
- Winkel
- 224
- Innendurchmesser Behälter
- 226
- Lagerung
- 228
- Leitstruktur
- 230
- Fördervorrichtung
- 232
- oberer Bereich
- 234
- reibungsfördernde Einrichtung
- 236
- Drehrichtung
- 238
- radiale Richtung
- 300
- Zufuhreinrichtung
- 302
- Vorderwand
- 304
- Zuführungsöffnung
- 308
- Rückwand
- 310
- Leitelement
- 312
- Höhe
- 314
- Durchmesser Rückwand
- 316
- Konuswinkel
- 318
- Kegel
- 320
- Kegelspitze
- 322
- Verteilungseinrichtung
- 324
- Strömung Wärmeträgermedium
- 325
- Abhebepunkt
- 326
- Bescheinbare Fläche
- 327
- Abhebepunkt
- 328
- Abstand
- 330
- Montagekranz
- 400
- Abfuhreinrichtung
- 402
- Einrichtung
- 406
- axiale Dichtung
- 408
- Abfuhrring
- 409
- Kanal
- 410
- Leitelement
- 412
- Rohr
- 414
- Rohröffnung
- 416
- Aperturöffnung
- 418
- Platte
- 420
- Abdeckung
- 422
- Verschraubung
- 424
- Isolierung
- 426
- Sammeleinrichtung
- 428
- Austrittsbereich
- 429
- Ende Eintrittsöffnung
- 430
- Eintrittsöffnung
- 432
- Ausbuchtung
- 434
- Abführungsöffnung
- 436
- Ringstruktur
- 438
- Seite
- 440
- Absatz
- 442
- Seite