[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Nachbearbeitung mindestens eines plattenförmigen
Werkstücks, das an mindestens einer Schmalseite mit einem Kantenband versehen ist.
Die Vorrichtung kann in eine Maschine zur Bearbeitung einer Möbelplatte, wie beispielsweise
einer Durchlaufmaschine integriert sein. Die Vorrichtung dient dabei insbesondere
dem Zweck der Nachbearbeitung der Innenseite eines quer zur Längserstreckung des Kantenbands
vorhandenen Restüberstands des Kantenbands.
[0002] Es ist bekannt, dass Möbelplatten aus Holz oder einem Holzwerkstoff kantenseitig
bzw. an ihrer Schmalseite mit einem sogenannten Kantenband beschichtet werden. Dies
erfolgt in modernen Möbel-Fertigungsbetrieben in der Regel mittels einer mindestens
eine Möbelplatte im Durchlauf bearbeitenden Maschine. Solche Maschinen werden auch
als Durchlaufmaschine und/oder Kantenanleimmaschine bezeichnet. Innerhalb dieser Maschine
wird die Möbelplatte beispielsweise mittels mindestens eines Förderbands (kontinuierlich)
fortschreitend von einer Bearbeitungsstation zur nächsten bewegt. Somit durchläuft
die Möbelplatte die Maschine.
[0003] Das Kantenband dient insbesondere auch dazu, die Optik der Möbelplatte zu verbessern
und ergänzt hierbei die regelmäßig auf der oberen und/oder unteren Breitseite der
Möbelplatte bereits vorhandene Dekorschicht. Darüber hinaus wird auch der hölzerne
Kern der Möbelplatte durch das Kantenband und die Dekorschichten geschützt. Das Kantenband
ist in der Regel aus polierbarem Kunststoff, wie z. B. Acryl oder dergleichen und
kann durch eine thermische Behandlung zumindest einseitig klebfähig werden, wobei
die thermische Behandlung beispielsweise mittels mindestens eines Laserstrahls oder
mittels Plasmastrahlen erfolgt. Alternativ oder kumulativ kann auf das Kantenband
und/oder die Schmalseite der Möbelplatte vor dem Anbringen ein Klebstoff aufgetragen
werden.
[0004] Beim Anbringen des Kantenbands bzw. beim Beschichten der Schmalseite der Möbelplatte
mit dem Kantenband sollte jedoch verhindert werden, dass die auf der unterseitigen
und/oder oberseitigen Breitseite der Möbelplatte bereits vorhandene Dekorschicht beschädigt
und/oder dauerhaft verunreinigt wird. In diesem Zusammenhang ist insbesondere darauf
zu achten, dass Klebstoffreste und/oder aus der Klebefuge zwischen Kantenband und
Möbelplatte heraustretendes Material (Klebstoff und/oder verflüssigter bzw. geschmolzener
Kunststoff) nicht dauerhaft an der bzw. den Dekorschicht(en) anhaften kann bzw. können.
[0005] Hierzu wird in der Regel zu Beginn des Fertigungsprozesses ein Trennmittel zumindest
auf Teilbereiche der unterseitigen und/oder oberseitigen Breitseite der Möbelplatte
aufgebracht. Das Trennmittel wird hierbei zumindest in einem dem anzubringenden Kantenband
zugeordneten Randbereich der Breitseite aufgetragen, um ein Anhaften von Klebstoff
in diesem randseitigen Teilbereich der Breitseite zu verhindern. Hierbei konnten besonders
gute Ergebnisse mit Trennmitteln erzielt werden, die relativ stark bzw. fest an der
Oberfläche der Möbelplatte haften.
[0006] Im Zusammenhang mit solchen Trennmitteln ergibt sich jedoch das Problem, dass diese,
aufgrund ihres starken bzw. festen Anhaftens an der Oberfläche der Möbelplatte, anschließend
nur schwer wieder von dieser entfernt werden können. Ein vollständiges Entfernen ist
jedoch wünschenswert und erfordert mit herkömmlichen Mitteln einen hohen zeitlichen
Aufwand, insbesondere, wenn die Möbelplatte aufgrund noch anhaftenden Trennmittels
noch einmal per Hand nachgereinigt werden muss.
[0007] Zudem ist beim Anbringen des Kantenbands an der Schmalseite der Möbelplatte zu berücksichtigen,
dass diese Werkstücke in der Regel gewisse Unebenheiten, sogenannte Dickentoleranzen,
aufweisen. Aufgrund dieser Dickentoleranzen einer jeweiligen Möbelplatte kann die
Breite des anzubringenden Kantenbands nicht von vornherein exakt an die Dicke bzw.
Höhe der Möbelplatte angepasst sein. Vielmehr wird das Kantenband regelmäßig zunächst
mit einem quer zur Längserstreckung des Kantenbands vorgesehenen Überstand an der
Schmalseite der Möbelplatte angebracht, sodass oberseitig und/oder unterseitig der
Möbelplatte nach dem Ankleben des Kantenbands ein gewisser Überstand verbleibt, um
stets eine vollständige Abdeckung der Plattenkante bzw. der Schmalseite der Möbelplatte
zu gewährleisten.
[0008] Dieser Überstand muss dann in einem nachfolgenden Bearbeitungsschritt wieder entfernt
werden. Hierzu kommen in der Regel geeignete Spanwerkzeuge, wie Fräser, Ziehklingen
oder dergleichen zum Einsatz. Diese Spanwerkzeuge können jedoch die sichtbare Oberfläche
des Kantenbands beeinträchtigen bzw. beschädigen. Infolge des spanenden Abtrags kann
es z. B. zu einer erhöhten Oberflächen-Rauigkeit und/oder einer Mattierung der sichtbaren
Oberfläche des Kantenbands kommen. Daher sollte sich an den spanenden Abtrag ein weiterer
Bearbeitungsschritt anschließen, der die sichtbare Oberfläche des Kantenbands gemäß
den optischen Anforderungen an eine möglichst fehlerfreie und/oder glänzende Oberfläche
des Kantenbands wieder herstellt.
[0009] Zunehmend besteht der Bedarf nach Möbelplatten, deren Dekorschicht(en) eine strukturiere
und/oder profilierte Oberfläche aufweisen. Entsprechend strukturierte bzw. profilierte
Dekorschichten können besonders vorteilhaft bei Küchenfronten zum Einsatz kommen.
Beispielsweise werden in diesem Zusammenhang Oberflächen nachgefragt, welche die Struktur
einer Schieferplatten-Oberfläche oder einer wie Echtholz gemaserten Schnittoberfläche
nachahmen. Da sich die Oberflächenstrukturen bis zum Rand erstrecken können, stellen
entsprechend dekorierte Möbelplatten vergleichsweise hohe Anforderungen an die Kantenbänder.
Eine in diesem Zusammenhang relevante Aufgabe der Kantenbänder ist beispielsweise
der Schutz und/oder die Abdichtung der gesamten Schmalseitenfläche gegenüber äußeren
Einflüssen. Um dies besonders vorteilhaft auch bei strukturierten und/oder profilierten
Oberflächen auf der Breitseite bzw. der Dekorschicht sicherstellen zu können hat sich
als vorteilhaft herausgestellt, den Überstand nicht vollständig zu entfernen, sondern
einen Restüberstand zu belassen.
[0010] Wenn man einen solchen Restüberstand belassen möchte, ist jedoch zu berücksichtigen,
dass aus der Klebefuge zwischen Kantenband und Möbelplatte heraustretendes Material
(Klebstoff und/oder verflüssigter bzw. geschmolzener Kunststoff) an der Innenseite
eines solchen Restüberstands anhaften kann. Anhaftende Reste des Fügematerials können
häufig zu einem optisch nicht den Anforderungen genügenden Ergebnis führen. Folglich
ist es erstrebenswert, das Anhaften auch in diesen Bereichen zu verhindern und/oder
eine Lösung zu schaffen, dass anhaftendes Material durch entsprechende Nachbearbeitung
wieder entfernt werden kann. Dabei ist vorzugsweise die Nachbearbeitung derart beschaffen,
dass der gewollte Restüberstand gleichwohl verbleibt.
[0011] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die mit Bezug auf den
Stand der Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise zu lösen. Insbesondere
soll eine Vorrichtung angegeben werden, die vorzugsweise auch bei Werkstücken mit
strukturierter und/oder profilierter Breitseitenoberfläche eine möglichst zuverlässige
und gleichwohl optisch möglichst ansprechende Abdeckung der Schmalseite mit einem
Kantenband ermöglicht. Insbesondere soll eine Vorrichtung angegeben werden, die ein
möglichst effizientes, kostengünstiges, maschinelles und/oder bevorzugt vollständiges
Entfernen von Resten einer Substanz zur Befestigung des Kantenbands an der Schmalseite
des Werkstücks ermöglicht. Insbesondere soll das Entfernen von solchen Resten der
Substanz ermöglicht werden, die auf der Innenseite eines Restüberstands des Kantenbands
anhaften.
[0012] Diese Aufgaben werden gelöst mit einer Vorrichtung gemäß den Merkmalen des Anspruchs
1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der hier vorgeschlagenen Lösung sind in den
abhängigen Ansprüchen angegeben. Es ist darauf hinzuweisen, dass die in den abhängigen
Ansprüchen einzeln aufgeführten Merkmale in beliebiger, technologisch sinnvoller,
Weise miteinander kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen der Erfindung
definieren. Darüber hinaus werden die in den Ansprüchen angegebenen Merkmale in der
Beschreibung näher präzisiert und erläutert, wobei weitere bevorzugte Ausgestaltungen
der Erfindung dargestellt werden.
[0013] Hierzu trägt eine Vorrichtung zur Nachbearbeitung mindestens eines plattenförmigen
Werkstücks, insbesondere einer Möbelplatte, das bzw. die an mindestens einer Schmalseite
mit einem Kantenband versehen bzw. beschichtet ist, bei, wobei die Vorrichtung in
einer Maschine zur Bearbeitung des Werkstücks so anordenbar ist, dass mittels der
Vorrichtung eine Nachbearbeitung im Bereich eines quer zur Längserstreckung des Kantenbands
vorhandenen Restüberstands des Kantenbands durchführbar ist, wobei die Vorrichtung
mindestens ein Bürstaggregat mit mindestens einem Bürstwerkzeug umfasst, wobei das
Bürstwerkzeug mindestens eine Tellerbürste hat, die um eine auf der Werkstückebene
stehende Rotationsachse rotierbar ist, wobei die Rotationsachse um mindestens eine
Schwenkachse in einem Einstellwinkelbereich von 45° bis 90° relativ zur Werkstückebene
neigbar ist.
[0014] Bei dem Werkstück kann es sich beispielsweise um eine Möbelplatte mit einer insbesondere
zumindest teilweise strukturierten Oberfläche handeln. Die strukturierte Oberfläche
ist dabei in der Regel an mindestens einer Breitseite (Oberseite und/oder Unterseite)
der Möbelplatte vorgesehen. Die Struktur der Oberfläche kann beispielsweise einer
Schieferplatten-Oberfläche oder einer wie Echtholz gemaserten Schnittoberfläche nachempfunden
sein. Das Kantanband kann zumindest teilweise mit Kunststoff gebildet sein. An der
Innenseite kann das Kantenband zumindest teilweise eine (ggf. hierzu aktivierbare)
klebefähige Schicht aufweisen. Bei der Maschine kann es sich beispielsweise um eine
Durchlaufmaschine oder eine CNC-Maschine handeln.
[0015] Beispielsweise kann die Vorrichtung in einer das Werkstück im Durchlauf bearbeitenden
Maschine und in Durchlaufrichtung betrachtet nachfolgend zu einem einen quer zur Längserstreckung
des Kantenbandes vorhandenen Überstand des Kantenbandes zumindest teilweise (oder
nur teilweise) abtragenden Spanwerkzeug der Maschine anordenbar bzw. angeordnet sein.
Die Vorrichtung kann dabei auch nachfolgend zu einem Trennmittelauftragssystem anordenbar
bzw. angeordnet sein. Die Vorrichtung kann in Durchlaufrichtung (unmittelbar oder
mittelbar) vor einer oder mehrerer Bürsteinrichtungen angeordnet sein, die beispielsweise
ein Bürstenband oder eine Walze umfassen können. Die eine oder mehrere Bürsteneinrichtungen
können dabei beispielhaft zu Aufnahme von Trennmittel und/oder zum Polieren eines
Bereichs der Oberfläche des Werkstücks und/oder des Kantenbands vorgesehen und eingerichtet
sein.
[0016] Die Rotationsachse kann um mindestens eine parallel zur Längserstreckung des Kantenbands
ausgerichteten Schwenkachse in einem Einstellwinkelbereich von 45° bis 90° relativ
zur Werkstückebene neigbar sein. Dies kann mit anderen Worten insbesondere auch so
beschrieben werden, dass mindestens eine Schwenkachse bzw. mindestens eine der Schwenkachsen
parallel zur Längserstreckung des Kantenbands ausgerichtet ist. Die Schwenkachse kann
beispielhaft (auch) parallel zur Durchlaufrichtung ausgerichtet sein. Eine entsprechende
Neigbarkeit kann in vorteilhafter Weise dazu beitragen, dass die Tellerbürste besonders
gut in Kontakt mit einer Innenseite des Restüberstands des Kantenbands gelangen kann.
[0017] Die Vorrichtung kann beispielhaft zwei Bürstaggregate haben. Die Vorrichtung kann
weiterhin mindestens eine Stelleinrichtung haben, wobei ein insbesondere vertikaler
Relativabstand der zwei Bürstaggregate zueinander mittels der Stelleinrichtung einstellbar
sein kann. Die mindestens eine Stelleinrichtung kann mindestens einen Spindeltrieb
und/oder mindestens eine, insbesondere elektronisch antreibbare Gewindespindel oder
Bewegungsschraube umfassen. Die Bürstwerkzeuge der Bürstaggregate können windschief
zueinander ausrichtbar sein.
[0018] Das mindestens eine Bürstwerkzeug kann zur zumindest teilweisen Entfernung von Resten
einer Substanz zur Befestigung des Kantenbands an der Schmalseite, die auf einer hin
zu dem Werkstück weisenden Innenseite des Restüberstands des Kantenbands anhaften,
eingerichtet und angeordnet (und/oder ausgerichtet) sein. Bei den Resten der Substanz
kann es sich beispielsweise um Leimreste oder Klebstoffreste handeln. Diese können
beim Andrücken des Kantenbands aus der sogenannten Leimfuge bzw. Klebefuge austreten
und so an die Innenseite des Restüberstands des Kantenbands gelangen. In besonders
vorteilhafter Weise kann die hier beschriebene Einstellbarkeit der Neigung der Tellerbürste
um die Schwenkachse dazu beitragen, dass entsprechende Leimreste oder Klebstoffreste
möglichst gut von der Innenseite des Restüberstands des Kantenbands entfernt werden
können, insbesondere ohne dabei darüber hinausgehende, insbesondere spanende und/oder
polierende Bearbeitungen an dem Werkstück und/oder dem Kantenband durchzuführen.
[0019] Die Beschaffenheit der Borsten der Tellerbürste kann so gestaltet sein, dass diese
zur Entfernung von Resten einer Substanz zur Befestigung des Kantenbands an der Schmalseite
vorgesehen und eingerichtet sind. Beispielhaft können die Borsten mit bzw. aus Kunststoff
gebildet sein. Die Borsten können eine im Wesentlichen glatte Oberfläche aufweisen.
Insbesondere sind die Borsten nicht dazu ausgelegt, dass fluide Mittel, wie etwa Trennmittel
daran anhaften. Die Borsten sind insbesondere nicht dazu ausgelegt eine Oberfläche
des Werkstücks und/oder des Kantenbands zu polieren.
[0020] Die Rotationsachse kann um mindestens eine Schwenkachse in einem Einstellwinkelbereich
von 75° bis 90° relativ zur Werkstückebene neigbar sein. Die Schwenkachse kann parallel
zur Längserstreckungsrichtung des Kantenbands und/oder der Durchlaufrichtung ausgerichtet
sein. Der angegebene Einstellwinkelbereich ist besonders vorteilhaft, um Reste der
Substanz möglichst gut und/oder vollständig von der Innenseite des Restüberstands
des Kantenbands entfernen zu können.
[0021] Die Tellerbürste kann einen kreisförmigen bzw. zylinderförmigen Bürstenkopf aufweisen.
Die Tellerbürste kann mindestens einen (kreisförmigen) Borstenkranz aufweisen. Der
mindestens eine Borstenkranz kann eine Vielzahl von um einen Umfang verteilt angeordneten
Borstenbündel aufweisen. Die Tellerbürste kann zwei Borstenkränze aufweisen. Die zwei
Borstenkränze können in einer radialen Richtung zueinander beabstandet sein. Eine
entsprechende Anordnung der Borsten der Tellerbürste ist besonders vorteilhaft, um
Reste der Substanz möglichst gut und/oder vollständig von der Innenseite des Restüberstands
des Kantenbands entfernen zu können.
[0022] Das Bürstaggregat kann auch einen das Bürstwerkzeug im Betrieb antreibenden Antriebsmotor
umfassen. Beispielsweise kann jedem Bürstwerkzeug ein eigener Antriebsmotor zugeordnet
sein. Die Bürstwerkzeuge können (somit) insbesondere individuell antreibbar sein bzw.
angetrieben werden. Dies kann in vorteilhafter Weise zu einer möglichst einfachen
Integrierbarkeit und/oder Nachrüstbarkeit in eine Maschine zur Nachbearbeitung einer
Möbelplatte beitragen. Insbesondere kann jedes Bürstaggregat genau einen bzw. nur
einen Antriebsmotor umfassen. Beispielsweise kann (genau) ein frequenzgeregelter Antrieb
pro Werkzeug vorgesehen sein.
[0023] Die Tellerbürste kann mit einer Drehzahl von 50 bis 4000 Umdrehungen pro Minute antreibbar
sein. Der Drehzahlbereich ist besonders vorteilhaft, um Reste der Substanz möglichst
gut und/oder vollständig von der Innenseite des Restüberstands des Kantenbands entfernen
zu können. Jede der Tellerbürsten kann mit einer individuell anpassbaren Drehzahl
antreibbar sein. Das Bürstaggregat kann auch ein Steuergerät umfassen. Es kann jedem
Bürstwerkzeug ein eigenes Steuergerät zugeordnet sein. Das Steuergerät kann beispielsweise
zur Drehzahlanpassung eingerichtet sein.
[0024] Das Bürstaggregat kann mindestens eine Schwenkeinrichtung zum Schwenken der Rotationsachse
um die mindestens eine Schwenkachse in dem Einstellwinkelbereich aufweisen. Es kann
jedem Bürstwerkzeug mindestens eine eigene Schwenkeinrichtung zugeordnet sein. Es
können mehrere Schwenkeinrichtungen vorgesehen sein. Insbesondere ist für jede vorgesehene
Schwenkachse eine Schwenkeinrichtung vorhanden. Beispielsweise kann mindestens eine
Schwenkeinrichtung eine Kulissenführung aufweisen. Die Kulissenführung kann in vorteilhafter
Weise dazu beitragen, den Einstellwinkelbereich zu definieren, insbesondere diesen
zu begrenzen. Die Schwenkeinrichtung mit der Kulissenführung kann beispielsweise vorgesehen
und eingerichtet sein, um die parallel zur Längserstreckungsrichtung des Kantenbands
und/oder der Durchlaufrichtung ausgerichtete Schwenkachse zu definieren.
[0025] In einer zu der Längserstreckungsrichtung des Kantenbands und/oder der Durchlaufrichtung
parallelen Erstreckungsrichtung kann die Vorrichtung ein besonders vorteilhaftes Einbaumaß
von 200 mm [Millimeter] oder weniger, insbesondere von 150 mm oder weniger aufweisen.
Das vorteilhaft geringe Einbaumaß kann dazu beitragen, dass die Vorrichtung besonders
gut zum Nachrüsten einer bestehenden Maschine geeignet ist und/oder möglichst platzsparend
in eine Maschine integrierbar ist.
[0026] Nach einem weiteren Aspekt wird auch eine Maschine zur Bearbeitung eines Werkstücks
angegeben, mit einer hier beschrieben Vorrichtung, die so angeordnet ist, dass mittels
der Vorrichtung eine Nachbearbeitung im Bereich eines quer zur Längserstreckung des
Kantenbands vorhandenen Restüberstands des Kantenbands durchführbar ist.
[0027] Die vorstehend im Zusammenhang mit der Vorrichtung erörterten Details, Merkmale und
vorteilhaften Ausgestaltungen können entsprechend auch bei der hier vorgestellten
Maschine auftreten und umgekehrt. Insoweit wird auf die dortigen Ausführungen zur
näheren Charakterisierung der Merkmale vollumfänglich Bezug genommen.
[0028] Die Erfindung, sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der Figuren
näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Erfindung durch die gezeigten
Ausführungsbeispiele nicht beschränkt werden soll. Insbesondere ist, soweit nicht
explizit anders dargestellt, auch möglich, Teilaspekte der in den Figuren erläuterten
Sachverhalte zu extrahieren und mit anderen Bestandteilen und/oder Erkenntnissen aus
anderen Figuren und/oder der vorliegenden Beschreibung zu kombinieren. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1:
- ein Beispiel für eine ein Werkstück im Durchlauf bearbeitende Maschine in frontaler
Ansicht,
- Fig. 2:
- eine beispielhafte Veranschaulichung einer vorteilhaften Einstellbarkeit einer hier
beschriebenen Vorrichtung,
- Fig. 3:
- ein Beispiel für eine hier beschriebene Vorrichtung zur Nachbearbeitung mindestens
eines plattenförmigen Werkstücks in Seitenansicht, und
- Fig. 4:
- die Vorrichtung aus Fig. 3 in einer perspektivischen Detailansicht.
[0029] Fig. 1 zeigt schematisch ein Beispiel für eine ein Werkstück 2 im Durchlauf bearbeitende
Maschine 5. Das plattenförmige Werkstück 2 ist hier beispielhaft eine Möbelplatte
mit einer insbesondere zumindest teilweise strukturierten Oberfläche. An der Schmalseite
3 des Werkstücks 2 wird mittels der Maschine 5 ein Kantenband 4 angebracht. Hierzu
durchläuft das Werkstück 2 die Maschine 5 in einer Durchlaufrichtung 15, wobei die
Maschine 5 hier beispielhaft zwei Förderbänder 27 hat, zwischen denen das Werkstück
2 fortschreitend im Durchlauf bewegbar ist. Das Kantenband 4 ist hier beispielhaft
zumindest teilweise mit Kunststoff gebildet.
[0030] In der Durchlaufrichtung 15 betrachtet wird hier beispielhaft zunächst ein Trennmittel
mittels Sprüheinrichtungen 28 eines Trennmittelauftragssystems auf die Breitseiten
29 des plattenförmigen Werkstücks 2 aufgebracht. Das Trennmittel soll ein Anhaften
von adhäsiven Mitteln, beispielsweise eines Klebstoffs, auf den Breitseiten 29 des
Werkstücks 2 verhindern. Ein adhäsives Mittel wird jedoch regelmäßig auf den Schmalseiten
3 des Werkstücks 2 benötigt, um das Kantenband 4 stoffschlüssig mit dem Werkstück
2 zu verbinden.
[0031] In der Durchlaufrichtung 15 betrachtet, sind dem Trennmittelauftrag mittels der Sprüheinrichtungen
28 verschiedene, das Werkstück 2 im Durchlauf bearbeitende, Bearbeitungsstationen
nachgeordnet. Zunächst werden die noch unbeschichteten Kanten an der Schmalseite 3
des Werkstücks 2 mit Formatfräsern 30 bearbeitet. Nachfolgend wird mittels einer Andruckrolle
31 ein beispielsweise zuvor erwärmtes Kantenband 4 an die Schmalseite 3 des Werkstücks
2 angedrückt, wobei eine stoffschlüssige Verbindung des Kantenbands 4 mit der Schmalseite
3 des Werkstücks 2 vorzugsweise durch Laser- oder Plasmastrahlen erfolgt, mit denen
das beispielhaft zumindest einseitig klebfähige Kantenband 4 bis zur Klebeaktivierung
erwärmt werden kann.
[0032] Um Unebenheiten des Werkstücks 2 berücksichtigen zu können, wird das Kantenband 4
in der Regel mit einem nach oben und unten über das Werkstück 2 hinausragenden Überstand
an der Schmalseite 3 befestigt. Dieser Überstand wird anschließend zunächst grob,
mittels Kappeinrichtungen 32, wie beispielsweise Kappsägen, und anschließend präzise,
mittels Spanwerkzeugen 16, insbesondere mittels Kantenfräsern, die in Abhängigkeit
der lokalen Dicke (Höhe) des Werkstücks 2 nachgeführt werden, auf das gewünschte Niveau
entfernt bzw. abgetragen. Insbesondere bei Möbelplatten mit einer zumindest teilweise
strukturierten bzw. profilierten Oberfläche kann zum ausreichenden Schutz und/oder
zur Abdichtung der gesamten Schmalseitenfläche gegenüber äußeren Einflüssen vorgesehen
sein, dass der Überstand nicht vollständig bzw. nur teilweise entfernt bzw. abgetragen
wird, sodass ein Restüberstand 6 (vgl. Fig. 2) verbleibt.
[0033] Unmittelbar oder mittelbar nach dem (teilweisen) Abtragen der quer zur Längserstreckung
des Kantenbandes 4 vorhandenen Überstände des Kantenbands 4 erfolgt hier eine Nachbearbeitung
mittels einer hier vorgestellten Vorrichtung 1. Die Vorrichtung 1 ist hier so in der
Maschine 5 zur Bearbeitung des Werkstücks 2 angeordnet, dass mittels der Vorrichtung
1 eine Nachbearbeitung im Bereich des quer zur Längserstreckung des Kantenbands 4
vorhandenen Restüberstands 6 des Kantenbands 4 durchführbar ist. Die Vorrichtung 1
umfasst hier beispielhaft zwei Bürstaggregate 7 mit jeweils einem Bürstwerkzeug 8.
Das Bürstwerkzeug 8 umfasst jeweils eine Tellerbürste 9.
[0034] Vor oder nach der Nachbearbeitung durch die Vorrichtung 1 kann ein Entfernen des
Trennmittels von dem Werkstück 2 und/oder ein Schleifen und/oder Polieren zumindest
eines Teilbereichs des Werkstücks 2 und/oder des Kantenbands 4 erfolgen. Zur Trennmittelaufnahme
können vorteilhaft Bürstenbänder (hier nicht dargestellt) eingesetzt werden. Zum Schleifen
und/oder Polieren können Werkzeuge mit entsprechend gestalteten Walzen (hier nicht
dargestellt) zum Einsatz kommen. Mit Walzen und/oder Bändern kann auch der Radius
des Kantenbands 4 bearbeitet werden. Mit der hier beschriebenen Vorrichtung 1 soll
demgegenüber die gegenüberliegende Seite, die Innenseite 19 des Kantenbands 4 nachbearbeitet,
insbesondere gesäubert werden.
[0035] Fig. 2 zeigt schematisch eine beispielhafte Veranschaulichung einer vorteilhaften
Einstellbarkeit der hier beschriebenen Vorrichtung 1. Die Vorrichtung 1 umfasst hier
beispielhaft zwei Bürstaggregate 7 mit jeweils einem Bürstwerkzeug 8. Das Bürstwerkzeug
8 umfasst jeweils eine Tellerbürste 9, die um eine auf der Werkstückebene 10 stehende
Rotationsachse 11 rotierbar ist. Die Werkstückebene 10 beschreibt die Ebene, in der
das Werkstück 2 während der Bearbeitung liegt. Beispielhaft beschreibt die Werkstückebene
10 die Ebene, in der das Werkstück 2 im Durchlauf befördert wird. Die Rotationsachse
11 ist um mindestens eine Schwenkachse 12, 13 in einem Einstellwinkelbereich 14 von
45° bis 90° relativ zur Werkstückebene 10 neigbar.
[0036] Dies kann in vorteilhafter Weise zum Entfernen von Leim- oder Klebstoffresten auf
der Innenseite 19 des Restüberstands 6 des Kantenbands 4, der aus Abdichtungsgründen
verbleibt, beitragen. Das Kantenband 4 wird hier also insbesondere nicht exakt auf
Höhe der Plattenoberfläche runtergeschliffen, um auch bei Platten mit strukturierter
und/oder profilierter Oberflächen auf der Breitseite 29 eine ausreichende Abdichtung
erreichen zu können.
[0037] Hier sind beispielhaft zwei Schwenkachsen 12, 13 gezeigt. Die erste Schwenkachse
12 (hier senkrecht auf der Zeichenebene stehend) ist parallel zur Längserstreckung
des Kantenbands 4 bzw. parallel zur Durchlaufrichtung 15 ausgerichtet. Dies stellt
ein Beispiel dafür dar, dass und ggf. wie die Rotationsachse 11 um mindestens eine
parallel zur Längserstreckung des Kantenbands 4 ausgerichteten Schwenkachse 12 in
einem Einstellwinkelbereich 14 von 45° bis 90° relativ zur Werkstückebene 10 neigbar
ist. So können die Tellerbürsten 9 vorteilhaft mit ihren jeweiligen Borstenbündeln
nach vorne geneigt sein, um auch die Innenseite 19 des Kantenbands 4 besonders gut
bearbeiten zu können.
[0038] Die zweite Schwenkachse 13 ist quer zur Längserstreckung des Kantenbands 4 bzw. parallel
zur Durchlaufrichtung 15 ausgerichtet. Die Rotationsachsen 11 können alternativ oder
vorzugsweise kumulativ auch die zweite Schwenkachse 13 in einem Einstellwinkelbereich
14 von 45° bis 90° relativ zur Werkstückebene 10 neigbar sein. Aufgrund der beschriebenen,
vorteilhaft verschiedenen Einstellmöglichkeiten kann die Vorrichtung 1 besonders fein
an die Gegebenheiten der jeweiligen Möbelwerkstücke angepasst werden und insbesondere
in fast jede Richtung gedreht bzw. geneigt werden. In diesem Zusammenhang veranschaulicht
Fig. 2 auch ein Beispiel dafür, dass die Bürstwerkzeuge 8 der Bürstaggregate 7 windschief
zueinander ausrichtbar sind.
[0039] Fig. 3 zeigt ein Beispiel für eine hier beschriebene Vorrichtung 1 zur Nachbearbeitung
mindestens eines plattenförmigen Werkstücks 2. Die Vorrichtung 1 hat beispielhaft
zwei Bürstaggregate 7. Weiterhin hat die Vorrichtung beispielsweise eine Stelleinrichtung
17, mittels welcher ein vertikaler Relativabstand 18 der zwei Bürstaggregate 7 zueinander
einstellbar, insbesondere an die Gegebenheiten des Werkstücks 2 nachführbar, ist.
Zum Beispiel kann die Stelleinrichtung 17 mindestens einen Spindeltrieb und/oder mindestens
eine, insbesondere elektronisch antreibbare Gewindespindel oder Bewegungsschraube
umfassen. Beispielhaft kann die Vorrichtung 1 auch ein Gestell 34 mit Schlitten 35
zum Heranfahren der Bürstaggregate 7 an das Werkstück 2 aufweisen. Weiterhin beispielhaft
kann die Vorrichtung 1 einen Antrieb, wie beispielsweise eine Pneumatik (hier nicht
dargestellt) für eine horizontale Außerbetriebsetzung aufweisen.
[0040] Beispielhaft weist hier jedes Bürstaggregat 7 auch einen das Bürstwerkzeug 8 im Betrieb
antreibenden Antriebsmotor 23 auf. Es ist beispielsweise jedem Bürstwerkzeug 8 ein
eigener Antriebsmotor 23 zugeordnet. Mittels der Antriebsmotoren 23 sind die Tellerbürsten
9 jeweils mit einer Drehzahl von 50 bis 4000 Umdrehungen pro Minute antreibbar. Die
(relative) Bearbeitungsgeschwindigkeit kann somit höher sein als bei den anderen Nachbearbeitungsaggregaten,
wie etwa solchen zum Abnehmen von Trennmittel. Insbesondere ist jede der Tellerbürsten
9 mit einer individuell anpassbaren Drehzahl antreibbar. Die Anpassung kann beispielsweise
über entsprechende Steuergeräte 24 erreicht werden. In Fig. 3 ist zu erkennen, dass
jedes Bürstaggregat 7 auch ein Steuergerät 24 umfasst. Insbesondere ist in diesem
Zusammenhang gezeigt, dass jedem Bürstwerkzeug 8 ein eigenes Steuergerät 24 zugeordnet
sein kann.
[0041] In Fig. 3 ist weiterhin gezeigt, dass jedes Bürstaggregat 7 mindestens eine Schwenkeinrichtung
25, 26 zum Schwenken der Rotationsachse 11 um die mindestens eine Schwenkachse 12,
13 in dem Einstellwinkelbereich 14 aufweisen kann. Beispielhaft sind hier zwei Schwenkeinrichtungen
25, 26 gezeigt. In diesem Zusammenhang ist auch veranschaulicht, dass jedem Bürstwerkzeug
8 mindestens eine eigene Schwenkeinrichtung 25, 26 zugeordnet sein kann. Die erste
Schwenkeinrichtung 25 dient zum Einstellen um die erste Schwenkachse 12 (vgl. Fig.
2). Insbesondere zur möglichst definierten Einstellung und/oder möglichst präzisen
Eingrenzung der Einstellbarkeit weist die erste Schwenkeinrichtung 25 beispielhaft
eine Kulissenführung 33 auf. Die zweite Schwenkeinrichtung 26 dient zum Einstellen
um die zweite Schwenkachse 13 (vgl. Fig. 2).
[0042] Die Kulissenführung 33 kann beispielsweise dazu beitragen, den Einstellwinkelbereich
14 derart zu begrenzen, dass die Rotationsachse 11 um die Schwenkachse 12, 13 in einem
Einstellwinkelbereich 14 von 75° bis 90° relativ zur Werkstückebene 10 neigbar ist.
[0043] Fig. 4 zeigt die Vorrichtung aus Fig. 3 in einer perspektivischen Detailansicht.
Der Blick ist hierbei auf das untere Bürstaggregat 7 gerichtet. Das so besser zu erkennende
Bürstwerkzeug 8 ist zur zumindest teilweisen Entfernung von Resten einer Substanz
zur Befestigung des Kantenbands 4 an der Schmalseite 3, die auf einer hin zu dem Werkstück
2 weisenden Innenseite 19 des Restüberstands 6 des Kantenbands 4 anhaften, eingerichtet
und anordenbar.
[0044] Die Tellerbürste 9 weist beispielhaft einen kreisförmigen Bürstenkopf 20 auf. Die
Tellerbürste 9 weist weiterhin mindestens einen Borstenkranz 21 auf. Der Borstenkranz
21 ist auf dem Bürstenkopf 20 angeordnet. Die Borsten weisen beispielhaft im Wesentlichen
senkrecht von dem Bürstenkopf 20 weg. Die Tellerbürste 9 weist hier beispielhaft zwei
Borstenkränze 21 auf, die in einer radialen Richtung zueinander beabstandet sind.
Jeder der Borstenkränze 21 weist eine Vielzahl von um einen Umfang verteilt angeordneten
Borstenbündel 22 auf.
[0045] Die Beschaffenheit der Borsten der Tellerbürste 9 ist hier insbesondere so gestaltet,
dass diese zur Entfernung von Resten einer Substanz (Leim oder Klebstoff) zur Befestigung
des Kantenbands 4 an der Schmalseite 3 vorgesehen und eingerichtet sind. Insbesondere
sind die Borsten hier nicht dazu bestimmt, den Restüberstand 6 abzutragen oder einen
Weißbruch an der zugeschnittenen Kante des Kantenbands 4 beizuschleifen.
[0046] Weiterhin ist in Fig. 4 beispielhaft veranschaulicht, dass die Vorrichtung 1 beispielsweise
auch einen Drehmechanismus 36 aufweisen kann. Mittels des Drehmechanismus 36 kann
vorteilhaft auch die Ausrichtung des mindestens einen Bürstaggregats 7 um die vertikale
Achse eingestellt werden.
[0047] In einer zu der Längserstreckungsrichtung des Kantenbands 4 und/oder der Durchlaufrichtung
15 parallelen Erstreckungsrichtung kann die Vorrichtung 1 ein besonders vorteilhaftes
Einbaumaß von 200 mm [Millimeter] oder weniger aufweisen. Dadurch kann die Vorrichtung
1 vorteilhaft einfach und/oder platzsparend in eine Maschine 5 intergiert und/oder
nachgerüstet werden.
[0048] Somit wird hier eine Vorrichtung angegeben, welche die mit Bezug auf den Stand der
Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise lösen kann. Insbesondere kann eine
Vorrichtung angegeben werden, die vorzugsweise auch bei Werkstücken mit strukturierter
und/oder profilierter Breitseitenoberfläche eine möglichst zuverlässige und gleichwohl
optisch möglichst ansprechende Abdeckung der Schmalseite mit einem Kantenband ermöglicht.
Insbesondere kann eine Vorrichtung angegeben werden, die ein möglichst effizientes,
kostengünstiges, maschinelles und/oder bevorzugt vollständiges Entfernen von Resten
einer Substanz zur Befestigung des Kantenbands an der Schmalseite des Werkstücks ermöglicht.
Insbesondere kann das Entfernen von solchen Resten der Substanz ermöglicht werden,
die auf der Innenseite eines Restüberstands des Kantenbands anhaften.
Bezugszeichenliste
[0049]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Werkstück
- 3
- Schmalseite
- 4
- Kantenband
- 5
- Maschine
- 6
- Restüberstand
- 7
- Bürstaggregat
- 8
- Bürstwerkzeug
- 9
- Tellerbürste
- 10
- Werkstückebene
- 11
- Rotationsachse
- 12
- Schwenkachse
- 13
- Schwenkachse
- 14
- Einstellwinkelbereich
- 15
- Durchlaufrichtung
- 16
- Spanwerkzeug
- 17
- Stelleinrichtung
- 18
- Relativabstand
- 19
- Innenseite
- 20
- Bürstenkopf
- 21
- Borstenkranz
- 22
- Borstenbündel
- 23
- Antriebsmotor
- 24
- Steuergerät
- 25
- Schwenkeinrichtung
- 26
- Schwenkeinrichtung
- 27
- Förderband
- 28
- Sprüheinrichtung
- 29
- Breitseite
- 30
- Formatfräser
- 31
- Andruckrolle
- 32
- Kappeinrichtung
- 33
- Kulissenführung
- 34
- Gestell
- 35
- Schlitten
- 36
- Drehmechanismus
1. Vorrichtung (1) zur Nachbearbeitung mindestens eines plattenförmigen Werkstücks (2),
das an mindestens einer Schmalseite (3) mit einem Kantenband (4) versehen ist, wobei
die Vorrichtung (1) in einer Maschine (5) zur Bearbeitung des Werkstücks (2) so anordenbar
ist, dass mittels der Vorrichtung (1) eine Nachbearbeitung im Bereich eines quer zur
Längserstreckung des Kantenbands (4) vorhandenen Restüberstands (6) des Kantenbands
(4) durchführbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung (1) mindestens ein Bürstaggregat (7) mit mindestens einem Bürstwerkzeug
(8) umfasst, wobei das Bürstwerkzeug (8) mindestens eine Tellerbürste (9) hat, die
um eine auf der Werkstückebene (10) stehende Rotationsachse (11) rotierbar ist, wobei
die Rotationsachse (11) um mindestens eine Schwenkachse (12, 13) in einem Einstellwinkelbereich
(14) von 45° bis 90° relativ zur Werkstückebene (10) neigbar ist.
2. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch 1, wobei die Vorrichtung (1) in einer
das Werkstück (2) im Durchlauf bearbeitenden Maschine (5) und in Durchlaufrichtung
(15) betrachtet nachfolgend zu einem einen quer zur Längserstreckung des Kantenbandes
(4) vorhandenen Überstand des Kantenbandes (4) zumindest teilweise abtragenden Spanwerkzeug
(16) der Maschine (5) anordenbar ist.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Rotationsachse (11)
um mindestens eine parallel zur Längserstreckung des Kantenbands (4) ausgerichteten
Schwenkachse (12) in einem Einstellwinkelbereich (14) von 45° bis 90° relativ zur
Werkstückebene (10) neigbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Vorrichtung (1) zwei
Bürstaggregate (7) hat.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei die Vorrichtung (1) weiterhin mindestens eine Stelleinrichtung
(17) hat, wobei ein insbesondere vertikaler Relativabstand (18) der zwei Bürstaggregate
(7) zueinander mittels der Stelleinrichtung (17) einstellbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 oder 5, wobei die Bürstwerkzeuge (8) der Bürstaggregate
(7) windschief zueinander ausrichtbar sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens eine Bürstwerkzeug
(8) zur zumindest teilweisen Entfernung von Resten einer Substanz zur Befestigung
des Kantenbands (4) an der Schmalseite (3), die auf einer hin zu dem Werkstück (2)
weisenden Innenseite (19) des Restüberstands (6) des Kantenbands (4) anhaften, eingerichtet
und anordenbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Beschaffenheit der
Borsten der Tellerbürste (9) so gestaltet ist, dass diese zur Entfernung von Resten
einer Substanz zur Befestigung des Kantenbands (4) an der Schmalseite (3) vorgesehen
und eingerichtet sind.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Rotationsachse (11)
um mindestens eine Schwenkachse (12, 13) in einem Einstellwinkelbereich (14) von 75°
bis 90° relativ zur Werkstückebene (10) neigbar ist
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Bürstaggregat (7) auch
einen das Bürstwerkzeug (8) im Betrieb antreibenden Antriebsmotor (23) umfasst.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jede der Tellerbürsten
(9) mit einer individuell anpassbaren Drehzahl antreibbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Bürstaggregat (7) mindestens
eine Schwenkeinrichtung (25, 26) zum Schwenken der Rotationsachse (11) um die mindestens
eine Schwenkachse (12, 13) in dem Einstellwinkelbereich (14) aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, wobei jedem Bürstwerkzeug (8) mindestens eine eigene
Schwenkeinrichtung (25, 26) zugeordnet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, wobei mindestens eine Schwenkeinrichtung (25)
eine Kulissenführung (33) aufweist.
15. Maschine (5) zur Bearbeitung eines Werkstücks (2), mit einer Vorrichtung (1) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Vorrichtung (1) so angeordnet ist, dass
mittels der Vorrichtung (1) eine Nachbearbeitung im Bereich eines quer zur Längserstreckung
des Kantenbands (4) vorhandenen Restüberstands (6) des Kantenbands (4) durchführbar
ist.