[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Hubwerk zum Öffnen und Schließen eines
Werkzeugs einer Verpackungsmaschine gemäß Anspruch 1. Weiter betrifft die Erfindung
ein Verfahren zum Öffnen und Schließen eines Werkzeugs einer Verpackungsmaschine gemäß
Anspruch 9.
[0002] Hubwerke werden herkömmlicherweise an intermittierend arbeitenden Verpackungsmaschinen,
beispielsweise an Tiefziehverpackungsmaschinen, eingesetzt, um daran ausgebildete
Arbeitsstationen, beispielsweise eine Formstation, eine Siegelstation und/oder eine
Schneidstation, taktweise zu öffnen und zu schließen, um darin Bearbeitungsprozesse
an zugeführten Verpackungsmaterialien durchzuführen.
[0003] DE 42 16 207 C1 offenbart eine Verpackungsmaschine mit einer Schneideinrichtung, die mittels einer
Kolbenzylindereinrichtung geöffnet und geschlossen werden kann. Damit die beim Schneidvorgang
auftretenden Kräfte besser aufgenommen werden können, lässt sich die Kolbenzylindereinrichtung
mittels eines in deren Kolben einfahrbaren Keils vom Schneidprozess entkoppeln. Die
während des Schneidprozesses aufgebauten Schneidkräfte wirken somit nicht auf den
Kolbenhub.
[0004] Beim Anheben schwerer Werkzeugbaugruppen stößt die bekannte Kolbenzylinder-Entkopplung
allerdings an ihre Grenzen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Hubwerk zur Verfügung zu stellen, das insbesondere
zum Anheben schwerer Werkzeugbaugruppen und insbesondere zum Erzeugen großer Hubkräfte
eingesetzt werden kann. Ferner ist es die Aufgabe der Erfindung, ein dementsprechendes
Verfahren zur Verfügung zu stellen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst mittels eines Hubwerks, das die Merkmale des Anspruchs
1 aufweist. Ferner wird die Aufgabe gelöst mittels eines Verfahrens gemäß dem unabhängigen
Anspruch 9.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die jeweiligen Gegenstände
der Unteransprüche gegeben.
[0008] Die Erfindung betrifft ein Hubwerk zum Öffnen und Schließen eines Werkzeugs einer
Verpackungsmaschine, wobei das Hubwerk mindestens eine erste Hubeinrichtung und mindestens
eine zweite Hubeinrichtung aufweist, die nacheinander betätigbar sind, um das Hubwerk
aus einer geöffneten Stellung in eine geschlossene Stellung zu bewegen, wobei die
erste Hubeinrichtung von einer mittels der zweiten Hubeinrichtung zum Schließen des
Werkzeugs verursachten Lastaufnahme entkoppelt ist. Erfindungsgemäß weist das Hubwerk
zur kräftemäßigen Entkopplung der ersten Hubeinrichtung aus einem durch die zweite
Hubeinrichtung verursachten Kraftfluss mindestens einen verstellbaren Verriegelungsmechanismus
auf. Durch diesen Verriegelungsmechanismus ist es möglich, die erste Hubeinrichtung
zumindest temporär zu blockieren, während mittels der zweiten Hubeinrichtung eine
maximale Schließkraft des Werkzeugs aufgebaut wird.
[0009] Der bei der Erfindung eingesetzte Verriegelungsmechanismus sorgt dafür, dass die
erste Hubeinrichtung sozusagen als Weghubeinrichtung zum Schließen des Werkzeugs lediglich
das Gewicht eines daran ausgebildeten Werkzeugunter- und/oder Werkzeugoberteils anhebt,
jedoch zum Aufbringen des für einen Arbeitsprozess benötigten Krafthubs die zweite
Hubeinrichtung entkoppelt von der ersten Hubeinrichtung als Krafthubeinrichtung arbeitet,
d.h. die erste Hubeinrichtung durch den Einsatz des Verriegelungsmechanismus beim
Durchführen des Krafthubs unbelastet bleibt. Dies ermöglicht einen schonenden Betrieb
des Hubwerks, insbesondere der ersten Hubeinrichtung, selbst dann, wenn schwere Werkzeugkomponenten
mittels des Hubwerks zu bewegen sind und/oder hohe Werkzeugschließkräfte benötigt
werden.
[0010] Vorzugsweise ist der Verriegelungsmechanismus zur kräftemäßigen Entkopplung der ersten
Hubeinrichtung von dem durch die zweite Hubeinrichtung verursachten Kraftfluss von
mindestens einer an der ersten Hubeinrichtung ausgebildeten Komponente einklemmbar.
Vorstellbar ist es, dass der Verriegelungsmechanismus mindestens ein linear oder rotierbar
verstellbares Blockadeelement aufweist, das mit der ersten Hubeinrichtung derart koppelbar
bzw. in Eingriff zu bringen ist, dass sich eine durch die zweite Hubeinrichtung erzeugte
Kraft von der ersten Hubeinrichtung abschirmen lässt.
[0011] Eine Variante sieht vor, dass der Verriegelungsmechanismus einen von der ersten und
der zweiten Hubeinrichtung separat ansteuerbaren Verstellantrieb aufweist. Ein solcher
Verstellantrieb könnte beispielsweise als pneumatisch betriebener Linearantrieb oder
als pneumatisch betriebener Schwenkantrieb vorliegen.
[0012] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung weist das Hubwerk mindestens eine von einer
Zugstange getragene und mittels der ersten Hubeinrichtung entlang der Zugstange verstellbar
gelagerte Grundplatte auf. Die zum Tragen der Grundplatte einsetzbare Zugstange kann
mittels einer Halterung, beispielsweise mittels eines gebogenen Halteblechs oder einer
Schiene, an einem Maschinengestell der Verpackungsmaschine befestigt sein.
[0013] Vorstellbar ist es, dass die Grundplatte zum Tragen eines Werkzeugunterteils, beispielsweise
einer Siegelbrille, konfiguriert ist. Dieses Werkzeugunterteil könnte als Schalenaufnahme
zur Aufnahme eines vorbestimmten Formats vorgefertigter Verpackungsunterteile konfiguriert
sein.
[0014] Bevorzugt ist die zweite Hubeinrichtung zwischen der Grundplatte und dem Werkzeugunterteil
angeordnet, wobei sich das Werkzeugunterteil mittels der zweiten Hubeinrichtung von
der Grundplatte anheben lässt, um den Krafthub, also eine Vorspannung zwischen dem
Werkzeugunterteil und einem darüber positionierten Werkzeugoberteil, aufzubauen.
[0015] Eine konstruktiv einfach herstellbare Bauweise ergibt sich dadurch, dass das Hubwerk
mindestens einen höhenverstellbaren Anschlag zum Stoppen einer Hubbewegung einer durch
eine zum Tragen des Werkzeugoberteils eingesetzte Werkzeugaufnahme umfasst. Damit
kann die erste Hubeinrichtung vor allem von einem Gewicht des Werkzeugoberteils entlastet
werden, sobald die dafür bereitgestellte Werkzeugaufnahme auf dem Anschlag sitzt.
Insbesondere kann während eines Schließvorgangs des Hubwerks zu dem Zeitpunkt, an
dem die Werkzeugaufnahme auf dem Anschlag aufsetzt, eine Oberhubbewegung des Werkzeugoberteils
stoppen und ein Lastwechsel stattfinden. Dieser Lastwechsel führt dazu, dass ab dem
Zeitpunkt, zu dem die Oberhubbewegung des Werkzeugoberteils stoppt, das Werkzeugunterteil,
welches auf der Grundplatte positioniert ist, angehoben wird, wodurch sich das Werkzeug
insgesamt schließt. Die Werkzeugteile können damit nacheinander gesenkt und angehoben
werden, wobei die von den Werkzeugteilen hervorgerufenen Gewichtskräfte jeweils einzeln
auf die erste Hubeinrichtung wirken.
[0016] Vorstellbar wäre es, dass der Anschlag höhenverstellbar montiert ist, beispielsweise
als Bolzen mit einem Außengewinde am Maschinengestell angeschraubt ist. Dies ermöglicht
den Einsatz verschiedener Werkzeugteile.
[0017] Vorzugsweise weist die erste Hubeinrichtung mindestens einen Hubzylinder mit einem
ausfahrbaren Kolben auf, der sowohl zum Verstellen des Werkzeugoberteils als auch
zum Verstellen des Werkzeugunterteils ansteuerbar ist. Vorstellbar ist es, dass umfangsseitig
des Hubwerks gleich mehrere derartige Hubzylinder, beispielsweise vier Hubzylindermodule,
vorgesehen sind.
[0018] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist die zweite Hubeinrichtung
mindestens eine aufblasbare Membran zum Anheben des Werkzeugunterteils auf. Diese
aufblasbare Membran kann zwischen dem Werkzeugunterteil und der darunter positionierten
Grundplatte positioniert sein, um im Anschluss an die kräftemäßige Entkopplung der
ersten Hubeinrichtung durch den Verriegelungsmechanismus das Werkzeugunterteil auf
der Grundplatte anzuheben, um den Krafthub für einen vorbestimmten Arbeitsprozess
auszuführen. Die Grundplatte wird dabei durch den Verriegelungsmechanismus fixiert,
sodass von ihr keine Kraft auf den oder die Hubzylinder übertragbar ist.
[0019] Die Erfindung betrifft des Weiteren eine Verpackungsmaschine, die insbesondere in
Form einer Tiefziehverpackungsmaschine oder in Form einer Schalenverschließmaschine
ausgebildet ist, wobei mindestens ein Hubwerk der zuvor beschriebenen Art daran gelagert
ist. Beispielsweise könnte ein dementsprechendes Hubwerk an einer Formstation, einer
Siegelstation und/oder einer Schneidstation der Tiefziehverpackungsmaschine vorliegen,
um die daran eingesetzten Werkzeuge zu bewegen. Alternativ dazu kann das Hubwerk an
einer Siegelstation der Schalenverschließmaschine eingesetzt werden.
[0020] Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Öffnen und Schließen eines Werkzeugs
einer Verpackungsmaschine mittels eines daran ausgebildeten Hubwerks. Gemäß diesem
Verfahren werden zum Verstellen des Hubwerks aus einer geöffneten Stellung in eine
geschlossene Stellung nacheinander eine erste Hubeinrichtung und eine zweite Hubeinrichtung
betätigt, wobei die erste Hubeinrichtung von einer mittels der zweiten Hubeinrichtung
zum Schließen des Werkzeugs verursachten Lastaufnahme entkoppelt wird. Hierfür wird
ein Verriegelungsmechanismus zwischen eine mittels der ersten Hubeinrichtung verstellbare
Grundplatte des Hubwerks und eine Zylinderplatte eines an der ersten Hubeinrichtung
ausgebildeten Hubzylinders verstellt. Damit lässt sich die erste Hubeinrichtung derart
blockieren, dass sie von einer daran anschließenden, mittels der zweiten Hubeinrichtung
durchgeführten Hubbewegung zum Erzeugen eines Krafthubs isoliert ist, also von mittels
des Krafthubs aufgebauten Kräften nicht belastet wird.
[0021] Vorstellbar ist es, dass der Verriegelungsmechanismus zur kräftemäßigen Entkopplung
der ersten Hubeinrichtung von einem durch die zweite Hubeinrichtung verursachten Kraftfluss
zwischen der Grundplatte und der Zylinderplatte eingeklemmt wird. Beispielsweise könnte
ein am Verriegelungsmechanismus ausgebildetes Blockadeelement derart mit der ersten
Hubeinrichtung in Eingriff gebracht werden, dass dadurch die Grundplatte relativ zur
Zylinderplatte fixiert ist. Vorstellbar wäre es, dass dabei das Blockadeelement zwischen
die Grundplatte und die Zylinderplatte linear verstellt oder geschwenkt wird.
[0022] Die Erfindung wird anhand der folgenden Figuren genauer erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer Tiefziehverpackungsmaschine,
- Fig. 2
- eine perspektivische schematische Darstellung einer Schalenverschließmaschine,
- Fig. 3
- ein erfindungsgemäßes Hubwerk in seiner geöffneten Stellung,
- Fig. 4
- das Hubwerk aus Fig. 3 mit gesenktem Werkzeugoberteil,
- Fig. 5
- das Hubwerk aus Fig. 4 mit angehobenem Werkzeugunterteil,
- Fig. 6
- das Hubwerk aus Fig. 5 mit aktiviertem Verriegelungsmechanismus, und
- Fig. 7
- das Hubwerk aus Fig. 6 beim Durchführen eines Krafthubs.
[0023] Gleiche Komponenten sind in den Figuren durchgängig mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0024] Fig. 1 zeigt eine Verpackungsmaschine 100A, die als eine intermittierend arbeitende
Tiefziehverpackungsmaschine 20 konfiguriert ist. Diese Tiefziehverpackungsmaschine
20 weist eine Formstation 21, eine Siegelstation 22, eine Querschneideeinrichtung
23 und eine Längsschneideeinrichtung 24 auf, die in dieser Reihenfolge in einer Produktionsrichtung
R an einem Maschinengestell 25 angeordnet sind. Eingangsseitig befindet sich an dem
Maschinengestell 25 eine Zufuhrrolle 26, von der eine Unterfolie 27 abgezogen wird.
Ferner weist die Tiefziehverpackungsmaschine 20 eine Transportkette 28 auf, die die
Unterfolie 27 ergreift und diese pro Hauptarbeitstakt in Produktionsrichtung R weiter
transportiert.
[0025] In der dargestellten Ausführungsform ist die Formstation 21 als eine Tiefziehstation
ausgebildet, in der durch Tiefziehen, beispielsweise mittels Druckluft und/oder Vakuum,
Mulden M in die Unterfolie 27 geformt werden. Dabei kann die Formstation 21 derart
ausgebildet sein, dass in der Richtung senkrecht zur Produktionsrichtung R mehrere
Mulden M nebeneinander gebildet werden.
[0026] In Produktionsrichtung R hinter der Formstation 21 ist eine Einfüllstrecke bzw. ein
Einlegebereich 29 vorgesehen, entlang welcher die Verpackungsmulden M mit Produkten
befüllt werden. Das Befüllen der Verpackungsmulden M kann von einem Bediener manuell
oder durch einen Picker maschinell durchgeführt werden.
[0027] Die Siegelstation 22 verfügt über eine hermetisch verschließbare Kammer 22a, in der
die Atmosphäre in den Verpackungsmulden M vor dem Versiegeln mit einer von einer Folienaufnahme
30 abgegebenen Oberfolie 31 z.B. evakuiert und/oder durch Gasspülen mit einem Austauschgas
oder mit einem Gasgemisch ersetzt werden kann.
[0028] Die Querschneideeinrichtung 23 kann als Stanze ausgebildet sein, die die Unterfolie
27 und die Oberfolie 31 in einer Richtung quer zur Produktionsrichtung R zwischen
benachbarten Verpackungsmulden M durchtrennt. Dabei arbeitet die Querschneideeinrichtung
23 derart, dass die Unterfolie 27 nicht über die gesamte Breite aufgetrennt wird,
sondern zumindest in einem Randbereich nicht durchtrennt wird. Dies ermöglicht einen
kontrollierten Weitertransport durch die Transportkette 28.
[0029] Die Längsschneideeinrichtung 24 kann als eine Messeranordnung ausgebildet sein, mit
der die Unterfolie 27 und die Oberfolie 31 zwischen benachbarten Verpackungsmulden
M und am seitlichen Rand der Unterfolie 27 in Produktionsrichtung R durchtrennt werden,
so dass hinter der Längsschneideeinrichtung 24 vereinzelte Verpackungen V vorliegen.
[0030] Die Tiefziehverpackungsmaschine verfügt ferner über eine Steuereinrichtung 32. Sie
hat die Aufgabe, die in der Tiefziehverpackungsmaschine 20 ablaufenden Prozesse zu
steuern und zu überwachen. Eine Anzeigevorrichtung 33 dient zum Visualisieren bzw.
Beeinflussen der Prozessabläufe in der Tiefziehverpackungsmaschine 20 für bzw. durch
einen Bediener.
[0031] Fig. 2 zeigt eine weitere Verpackungsmaschine 100B, die als Schalenverschließmaschine
40 vorliegt. Eine derartige Schalenverschließmaschine 40 wird in Fachkreisen auch
Traysealer genannt. Die Schalenverschließmaschine 40 weist ein Zuführband 41 auf,
auf welchem vorgefertigte Schalenteile 42 transportiert werden. Ferner verfügt die
Schalenverschließmaschine 40 über eine Greifereinrichtung 43. Mittels der Greifereinrichtung
43 können die auf dem Zuführband 41 bereitgestellten Schalenteile 42 abgeholt und
für einen Siegelprozess einer Siegelstation 44 der Schalenverschließmaschine 40 übergeben
werden. Darin aufgenommene Schalenteile 42 werden mit einer durch die Siegelstation
44 geführten Oberfolie 45 versiegelt. Die versiegelten Schalenteile 42 werden nach
dem Siegelprozess mittels der Greifereinrichtung 43 aufgenommen und an ein Abführband
46 der Schalenverschließmaschine 40 übergeben.
[0032] Fig. 3 zeigt ein Hubwerk 100 sowie ein damit verstellbares Werkzeug 50 in einer geöffneten
Stellung S1. Das Hubwerk 100 verfügt über eine Grundplatte 1, die sich in der geöffneten
Stellung S1 mittels einer Zugstange 2 und einem Halteblech 3 auf einem Maschinengestell,
beispielsweise dem Maschinengestell 25 aus Fig. 1, abstützt. Auf der Grundplatte 1
ist eine Hubplatte 4, in die mindestens eine Membran 5 integriert ist, montiert. Darauf
befindet sich ein Werkzeugunterteil 6, das beispielsweise als Siegelbrille konfiguriert
ist.
[0033] An der Grundplatte 1 ist ein Zylinderkolben 7a eines Hubzylinders 7 angebracht, welcher
sich in der geöffneten Stellung S1 gemäß Fig. 3 im eingefahrenen Zustand befindet.
Der Hubzylinder 7 hebt mittels einer daran ausgebildeten Zylinderplatte 8 und mindestens
einer darauf stehenden Zugstange 9 eine Werkzeugaufnahme 10, auf welcher ein Werkzeugoberteil
11, beispielsweise ein Siegelwerkzeugoberteil, montiert ist.
[0034] Zusätzlich werden in Fig. 3 ein Anschlag 12 und ein Verriegelungsmechanismus 13 gezeigt.
Deren Funktion wird im weiteren Verlauf im Zusammenhang mit den Fig. 4 - 7 beschrieben.
[0035] Um das Werkzeug 50 zu schließen, wird der Hubzylinder 7 zunächst aus der in Fig.
3 gezeigten Einstellung ausgefahren. Dies wird in Fig. 4 gezeigt. Der Hubzylinder
7 stützt sich dabei an der Grundplatte 1 ab. Beim Ausfahren des Hubzylinders 7 werden
die Zylinderplatte 8 und die Zugstange 9 in Richtung F1 gesenkt, wodurch die Werkzeugaufnahme
10 mit dem Anschlag 12 in Kontakt gerät. Der Anschlag 12 kann so eingestellt werden,
dass das Werkzeugoberteil 11 dann stoppt, wenn es bündig auf der Oberfolie 31, 45
aufsetzt.
[0036] Zu dem Zeitpunkt, an dem die Werkzeugaufnahme 10 auf dem Anschlag 12 aufsetzt, stoppt
eine Oberhubbewegung des Werkzeugoberteils 11 entlang der Richtung F1 und es findet
ein Lastwechsel statt, sprich eine Unterhubbewegung des Werkzeugunterteils 6 startet.
Dies wird in Fig. 5 gezeigt. Die Zugstange 2 wird dabei entlastet und der Anschlag
12 mit der Gewichtskraft des gesamten Hubwerks 100 belastet. Über den Lastwechsel
hinaus wird der Hubzylinder 7 in Richtung F2 ausgefahren, bis die Grundplatte 1 zusammen
mit dem Werkzeugunterteil 6 am Werkzeugoberteil 11 ansteht.
[0037] In Fig. 5 sind das Werkzeugoberteil 11 und das Werkzeugunterteil 6 maximal mittels
des Hubzylinders 7 aufeinander zu bewegt. In dieser Stellung wird der Verriegelungsmechanismus
13, insbesondere ein daran ausgebildetes Blockadeelement 13a, mittels einer Linear-
oder Schwenkbewegung zwischen der Grundplatte 1 und der Zylinderplatte 8 positioniert.
Dies wird in Fig. 6 gezeigt.
[0038] Um Vorspannung zwischen dem Werkzeugunterteil 6 und dem Werkzeugoberteil 11 aufzubauen,
wird mindestens eine in der Hubplatte 4 enthaltene Membran 5 mit Druck beaufschlagt,
so dass diese die Grundplatte 1 auf den Verriegelungsmechanismus 13 spannt. Dabei
stützt sich die Hubplatte 4 in Richtung F3 von der Grundplatte 1 ab, wodurch das Hubwerk
100 eine geschlossene Stellung S2 gemäß Fig. 6 erreicht, um einen Arbeitsprozess,
beispielsweise einen Siegelvorgang, durchzuführen.
[0039] Der Kraftfluss erfolgt nach dem Verspannen des Verriegelungsmechanismus 13 gegen
die Zylinderplatte 8 zwischen der Membran 5, der Hubplatte 4, dem Werkzeugunterteil
6, dem Werkzeugoberteil 11, der Werkzeugaufnahme 10, den Zugstangen 9, der Zylinderplatte
8, dem Verriegelungsmechanismus 13 und der Grundplatte 1. Der Hubzylinder 7 erzeugt
dabei keinen Anteil an der sich dabei aufbauenden Schließkraft des Hubwerks 100, bleibt
sozusagen vom Krafthub entkoppelt. Auf dem Anschlag 12 ruht die Gewichtskraft des
Hubwerks 100.
[0040] Das Hubwerk 100 bietet den Vorteil, dass der Krafthub und der Weghub entkoppelt voneinander
stattfinden. Dies hat zur Folge, dass die Hubzylinder 7 lediglich die Gewichtskräfte
bewegen müssen und der Krafthub nur einen sehr kurzen Weg zurücklegen muss, wodurch
eine optimale Ausnutzung der Membran 5 erreichbar ist. Damit ist es möglich, die Hubzylinder
7 kräftemäßig verhältnismäßig gering zu belasten, wodurch diese konstruktiv kleiner
ausführbar und dementsprechend auch mit einem geringen Energieverbrauch ansteuerbar
sind. Dies führt insgesamt zu einer kostengünstigen Ausführung und Arbeitsweise der
Hubzylinder 7.
1. Hubwerk (100) zum Öffnen und Schließen eines Werkzeugs (50) einer Verpackungsmaschine
(100A, 100B), wobei das Hubwerk (100) mindestens eine erste Hubeinrichtung und mindestens
eine zweite Hubeinrichtung aufweist, die nacheinander betätigbar sind, um das Hubwerk
(100) aus einer geöffneten Stellung (S1) in eine geschlossene Stellung (S2) zu bewegen,
wobei die erste Hubeinrichtung von einer mittels der zweiten Hubeinrichtung zum Schließen
des Werkzeugs (50) verursachten Lastaufnahme entkoppelt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubwerk (100) zur kräftemäßigen Entkopplung der ersten Hubeinrichtung aus einem
durch die zweite Hubeinrichtung verursachten Kraftfluss mindestens einen verstellbaren
Verriegelungsmechanismus (13) aufweist.
2. Hubwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungsmechanismus (13) zur kräftemäßigen Entkopplung der ersten Hubeinrichtung
aus dem durch die zweite Hubeinrichtung verursachten Kraftfluss von mindestens einer
an der ersten Hubeinrichtung ausgebildeten Komponente einklemmbar ist.
3. Hubwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungsmechanismus (13) einen von der ersten und der zweiten Hubeinrichtung
separat ansteuerbaren Verstellantrieb aufweist.
4. Hubwerk nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubwerk (100) mindestens eine von einer Zugstange (2) getragene und mittels der
ersten Hubeinrichtung entlang der Zugstange verstellbar gelagerte Grundplatte (1)
aufweist.
5. Hubwerk nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubwerk (100) mindestens einen höhenverstellbaren Anschlag (12) zum Stoppen einer
Hubbewegung einer zum Tragen eines Werkzeugoberteils (11) eingesetzten Werkzeugaufnahme
(10) umfasst.
6. Hubwerk nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Hubeinrichtung mindestens einen Hubzylinder (7) mit einem ausfahrbaren
Kolben (7a) aufweist, der zum Schlie-ßen des Werkzeugs (50) sowohl zum Verstellen
des Werkzeugoberteils (11) als auch zum Verstellen eines Werkzeugunterteils (6) ansteuerbar
ist.
7. Hubwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Hubeinrichtung mindestens eine aufblasbare Membran (5) zum Anheben des
Werkzeugunterteils (6) aufweist.
8. Verpackungsmaschine (100A, 100B), die in Form einer Tiefziehverpackungsmaschine (20)
oder in Form einer Schalenverschließmaschine (40) ausgebildet ist, umfassend mindestens
ein Hubwerk (100) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche.
9. Verfahren zum Öffnen und Schließen eines Werkzeugs (50) einer Verpackungsmaschine
(100A, 100B) mittels eines daran ausgebildeten Hubwerks (100), wobei zum Verstellen
des Hubwerks (100) aus einer geöffneten Stellung (S1) in eine geschlossene Stellung
(S2) nacheinander eine erste Hubeinrichtung und eine zweite Hubeinrichtung betätigt
werden, wobei die erste Hubeinrichtung von einer mittels der zweiten Hubeinrichtung
zum Schließen des Werkzeugs (50) verursachten Lastaufnahme entkoppelt wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verriegelungsmechanismus zwischen eine mittels der ersten Hubeinrichtung verstellbare
Grundplatte (1) des Hubwerks (100) und eine Zylinderplatte (8) eines an der ersten
Hubeinrichtung ausgebildeten Hubzylinders (7) verstellt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungsmechanismus (13) zur kräftemäßigen Entkopplung der ersten Hubeinrichtung
aus einem durch die zweite Hubeinrichtung verursachten Kraftfluss zwischen der Grundplatte
(1) und der Zylinderplatte (8) eingeklemmt wird.