[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung einer Auflast eines Baggeranbaugeräts
über einen Bagger mit einem Baggerarm, an den das Baggeranbaugerät angekoppelt ist.
[0002] Anbaugeräte sind beispielsweise in Form von Anbauverdichtern aus der
DE 10 2009 018 490 A1 und
DE 10 2008 006 211 A1 bekannt. Sie werden als Baggerzusatzgeräte insbesondere im Graben- und Rohleitungsbau
verwendet. In Verbindung mit Schnellwechseleinrichtungen und Drehköpfen bieten sie
sich als kostengünstige Wechselgeräte und dazu kosteneinsparend und zur Erhöhung der
Arbeitssicherheit an. Aus der
DE 203 07 434 U1 ist ein Anbauverdichter bekannt, der eine nicht näher definierte Messeinrichtung
zur Feststellung des Verdichtungszustandes des Bodens aufweist, damit eine Kontrolle
möglich ist, ob das zu bearbeitende Erdreich bereits den erforderlichen Verdichtungsgrad
aufweist oder erneut bearbeitet werden muss.
[0003] Die
US 5,695,298 beschreibt einen Walzenverdichter, der nicht für den Anbau an einen Bagger vorgesehen
und ausgebildet ist, wobei für diesen vorgeschlagen wird, die Erregung eines Vibrationskörpers
so zu steuern, dass eine harmonische Schwingungskomponente, die eine Frequenz aufweist,
die halb so groß ist wie die Erregerfrequenz, in einem vorgegebenen Verhältnis zur
Gesamtschwingung steht. Letztlich wird bei diesem Walzenverdichter die Vibration also
abhängig von einer einen Klirrfaktor charakterisierenden Größe ermittelt.
[0004] Weiterhin ist es aus der
DE 20 2004 015 141 U1 bekannt, den Verdichtungsgrad des Bodenuntergrundes über eine Beschleunigungsmessung
der Bodenplatte über den Verdichtungsprozess hinweg zu überwachen. Dieser Vorgang
ist allerdings verhältnismäßig aufwendig und in der Umsetzung kostenintensiver.
[0005] Ferner schlägt die
DE 10 2013 200 274 A1 eine Verdichtungsenderkennung vor. Konkret soll hier angezeigt werden, wenn im Betrieb
des Anbauverdichters keine oder zumindest keine wesentliche weitere Verdichtung des
Bodens mehr erfolgt. Hierzu wird die fortschreitende Bodenverdichtung über einem Sensor
während eines Arbeitsprozesses verfolgt.
[0006] Weiterhin ist aus der
DE 10 2016 003 387 A1 ein Verfahren bekannt, um das Ende einer Bodenverdichtung anzuzeigen. Dabei soll
eine Bestimmung lediglich in gewissen Zeitintervallen erfolgen. Der Anbauverdichter
wird auf einen zu verdichtenden Bodenuntergrund angepresst und die Anpresskraft oder
eine hiermit korrelierende Größe gemessen. Es wird dann die erforderliche Verdichtungsdauer
in Abhängigkeit von der gemessenen Anpresskraft oder der mit der Anpresskraft korrelierenden
Anpressgröße bestimmt und eine Signaleinrichtung betätigt, wenn die erforderliche
Verdichtungsdauer erreicht ist.
[0007] Ausgehend von diesem bekannten Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ein
Verfahren bereit zu stellen, das über die Bestimmung des Verdichtungsendes hinausgeht
und dabei eine weitere Bestimmung von Parametern ermöglicht.
[0008] Insbesondere soll eine Nachverfolgung und Dokumentation der aufgebrachten Auflast
ermöglicht werden.
[0009] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruch
1 sowie einen Bagger mit den Merkmalen des Anspruchs 8. Vorteilhafte Ausgestaltungen
und Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargelegt.
[0010] Die Erfindung sieht dabei vor, dass das Verfahren über die Bestimmung der Position
des Baggerarms und/oder des hydraulischen Drucks in einem oder mehreren Hydraulikzylindern
des Baggerarms eine Auflastbestimmung durchführt. Dabei wird über die Position des
Baggerarms und/oder die Kenntnis des Drucks in der Hydraulik des Baggerarms bereits
einer Erkenntnis erhalten, wie hoch der Anpressdruck am Anbauwerkzeug ist. Diese wird
in einer Verarbeitungseinrichtung über den Vergleich mit entsprechenden Werten, die
als Referenzwerte hinterlegt sind, ermittelt. Die Referenzwerte werden dabei für den
jeweiligen Bagger ermittelt und sind für diesen bzw. für seine Baureihe hinterlegt.
[0011] Insbesondere können Informationen über die Anpresskraft aus der Position des Baggerarms
ermittelt werden. Alternativ oder vorzugsweise kann ergänzend auch neben der Position
des Baggerarms aus dem Druck in einem oder mehreren Hydraulikzylindern des Baggerarms
die Anpresskraft ermittelt werden. Insbesondere wenn man beide Werte, nämlich die
Information über den Druck im Hydraulikzylinder und die Position des Baggerarms in
Relation gemeinsam auswertet, die ohnehin an die Steuereinrichtung des Baggers übermittelt
werden, lassen sich die Angaben für den Anpressdruck des Anbaugeräts in erforderlichem
Maße genau bestimmen. Hieraus können über die Zeit der Verdichtung dann Rückschlüsse
auf den erreichten Verdichtungsgrad gezogen werden.
[0012] Zusätzlich können Informationen über die Neigung oder Position des Anbaugeräts, insbesondere
eine Verdichterplatte, zum Bagger erfasst und verarbeitet werden.
[0013] Erfindungsgemäß soll nun vorgesehen sein, dass diese Daten des Anpressdrucks mit
Geodaten verknüpft werden, um eine genaue Kenntnis und Nachverfolgbarkeit der Daten
für den Anpressdruck und damit die erfolgte Verdichtung zu haben, auf diese Weise
kann die Anpresskraft auch nachträglich, aber auch während der Bodenbearbeitung genau
der Position zugeordnet werden. Die Geodaten können dabei unmittelbar vom Anbaugerät
stammen, sofern dieses entsprechend ausgerüstet ist oder vom Bagger, wobei dann die
Geodaten des Anbaugeräts aus den Geodaten des Baggers sowie der Position des Baggerarms
und den in die Baggersteuerung eingespeisten Geometriedaten des Anbaugeräts sowie
entsprechende Korrekturdaten ermittelt werden.
[0014] Es lässt sich auf diese Weise vorteilhaft auch im Nachhinein belegen, dass die erforderliche
Verdichtungsleistung überall eingehalten wurde und der Baggerfahrer aber auch der
Bauunternehmer hat so gegenüber seinem Auftraggeber einen Nachweis für seine geleistete
Arbeit. Die Qualität der Bearbeitung ist auf diese Weise dokumentierbar.
[0015] Darüber hinaus erhält der Baggerführer während der Bearbeitung auch sogleich einen
Hinweis, ob eine weitere Bearbeitung in einer bestimmten Region notwendig ist. Nach
einer bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass eine Steuerung der Auflast
anhand der vorherbestimmten Auflast und/oder oder anhand der erfassten Geodaten variiert
wird. Sofern es sich bei dem Baggeranbaugerät um einen Anbauverdichter handelt, kann
auf diese Weise die Verdichtungsleistung entweder bezüglich der Stärke oder bezüglich
des Ortes variiert und/oder gewählt werden.
[0016] Auf diese Weise bietet sich das Verfahren nicht nur für eine nachträgliche Kontrolle,
sondern auch für eine Prüfung während des eigentlichen Arbeitsvorgangs an und liefert
eine gute und einfache Kontrollmöglichkeit.
[0017] Darüber hinaus können zur Bestimmung des Verdichtungsendes weitere Sensoren vorgesehen
sein. Darüber hinaus können weitere Messgrößen, insbesondere der Klirrfaktor, bestimmt
werden. Diese Messgrößen werden dann insbesondere ebenfalls protokolliert und gespeichert.
Diese zusätzlichen weiteren Messgrößen können dann ebenfalls mit den Geodaten verknüpft
gespeichert werden. Auf diese Weise können zusätzliche Daten erfasst werden. Dabei
kann insbesondere vorgesehen sein, dass auch Messgrößen zur Bodenbeschaffenheit sowie
weitere Messgrößen, die am Anbaugerät erfasst werden, protokolliert und gespeichert
werden.
[0018] Weitere Sensoren können die Lage des Anbaugeräts bestimmen, z.B. die Neigung der
Verdichterplatte über einen Neigungssensor. Auch ein Drehwinkelsensor für das Anbaugerät
kann vorgesehen sein, um dessen Lage neben dessen Geometrie an die Baggersteuerung
als Information zu senden.
[0019] Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die Verdichtung über die Setzungstiefe
und Materialbeschaffenheit des zu verdichtenden Materials ermittelt wird.
[0020] Insbesondere kann auch vorgesehen sein, dass die Auflastdaten zu den entsprechenden
Geodaten visualisiert angezeigt werden können. Sofern weitere Messgrößen erfasst werden,
können auch diese visualisiert angezeigt werden und insbesondere mit den Auflastdaten
und/oder den Geodaten verknüpft werden. Die Anzeige kann dabei direkt am Bagger an
einem hier vorgesehenen Anzeigegerät, aber auch extern an weiteren Anzeigegeräten
erfolgen, insbesondere auch später in einer Auswertung über ein Computersystem. Grundsätzlich
ist sowohl eine synchrone als auch eine asynchrone Verarbeitung, Auswertung und/oder
Darstellung möglich.
[0021] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass eine Aktion veranlasst wird, insbesondere ein
Signal ausgegeben wird, wenn ein bestimmter Grenzwert erreicht wird. Dieser Grenzwert
kann in einer bestimmten Auflast oder auch in einer bestimmten Verdichtungszeit bestehen,
so dass der Baggerfahrer eine Information erhält, dass er eine entsprechende Region
hinreichend verdichtet hat.
[0022] Des Weiteren betrifft die Erfindung einen Bagger zum Verbinden mit einem Baggeranbaugerät,
insbesondere einem Anbauverdichter mit einer schwingenden Verdichterplatte, wobei
Sensoren vorgesehen sind, die die Position des Baggerarms und/oder den Druck in einem
oder mehreren Hydraulikzylindern des Baggerarms bestimmen. Dabei werden die Signale
der Sensoren an eine Verarbeitungseinrichtung geleitet, die die Signale entsprechend
dem vorstehend beschriebenen Verfahren verarbeitet.
[0023] Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn weitere Sensoren an einem angekuppelten Anbaugerät,
insbesondere an einem Anbauverdichter und/oder zwischen einem angekuppelten Anbaugerät,
insbesondere einem Anbauverdichter und dem Bagger angeordnet sind. Diese Sensoren
können unter anderem Neigung und Drehwinkel des Anbaugerätes, aber auch andere Daten
zur Erfassung von Messgrößen und Bestimmung von Parametern, wie z.B. dem Klirrfaktor,
erfassen.
[0024] Zum Beispiel können einer oder mehrere Sensoren mit der Verdichterplatte starr gekoppelt
sein. Es kann vorgesehen sein, dass mit einem Sensor die Amplitude und Frequenz der
Schwingungen der Verdichterplatte in einer oder mehreren Richtungen orthogonal zur
Ebene der Verdichterplatte erfasst werden können. Von den auf der Verdichterplatte
angeordneten einem oder mehreren Sensoren können zusätzlich auch Bewegungen ermittelt
und weitergegeben werden. Hieraus können weitere Informationen über die erfolgte Verdichtung
abgeleitet werden.
[0025] Ferner kann vorgesehen sein, dass der Bagger an geeigneter Stelle über entsprechende
Erfassungseinrichtungen, beispielsweise in Form von Sensoren verfügt, sowie über mindestens
eine Speichereinrichtung, Verarbeitungseinrichtung, Energieversorgung und/oder Eingabeeinrichtung
zur manuellen Eingabe von Daten sowie Anzeigeeinrichtung zur Anzeige der ermittelten
Daten etc.
[0026] Zur Erkennung der Stellung des Anbauverdichters zum Trägergerät, zum Beispiel dem
Bagger 2, kann auch an der Drehvorrichtung des Verdichters ein Sensor vorgesehen sein,
der die Ausrichtung der Verdichterplatte zum Trägergerät misst und diese Daten beispielsweise
an eine in der Baggerkabine (Führerstand) platzierte Anzeigevorrichtung weitergibt.
Weiterhin kann, wie ausgeführt, die Neigung des Anbaugerätes bestimmt werden, da dieses
Einfluss auf das Verdichtungsergebnis hat.
[0027] Es versteht sich, dass die einzelnen Verarbeitungseinrichtungen, die zur Ausführung
in dem oben erwähnten Verfahren bei einem Bagger mit einem Baggeranbaugerät vorgesehen
sind, als Softwaremodule auf einem Computersystem, beispielweise auf einem Notebook
oder Tablet-PC ausgebildet sein können. Es versteht sich ferner, dass beispielsweise
Sensoren am Baggeranbaugerät angeordnet werden können, wohin entgegen die Speichereinrichtung,
Verarbeitungseinrichtung, Eingabeeinrichtung oder Anzeigeeinrichtung, etc. sowohl
innerhalb des Baggers als auch außerhalb des Baggers angeordnet sein können. Im Bagger
können sie insbesondere im Führerstand eines Baggers angeordnet sein.
[0028] Die Übertragung der von den Erfassungseinrichtungen, hier den Sensoren, zur Bestimmung
der Position des Baggerarms und/oder des Drucks in einem oder mehreren Hydraulikzylindern
der vom Baggerarm erfassten Daten sowie von Daten von weiteren Sensoren kann entweder
drahtgebunden oder drahtlos an die Verarbeitungseinrichtung, Speichereinrichtung,
etc. erfolgen.
[0029] Ein entsprechendes Baggeranbaugerät kann eine eigene Stromversorgung aufweisen, welche,
sofern hier Sensoren vorgesehen sind, diese mit Strom versorgt. Alternativ kann dies
über den Bagger erfolgen.
[0030] Die Versorgung der Sensoren zur Bestimmung der Position des Baggerarms und/oder des
Drucks eines oder mehrerer der Hydraulikzylinder wird in der Regel über den Bagger
erfolgen. Ebenso wird die Stromversorgung der Verarbeitungseinrichtung, Speicher-,
Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung etc. über den Bagger erfolgen.
[0031] Dabei ist vorgesehen, dass die Geodaten beispielsweise über ein satellitengestütztes
Positionsbestimmungssystem, beispielhaft ein GPS-System, bestimmt werden, welches
insbesondere die aktuelle Position des Baggers bestimmt und speichert, sofern der
Bagger einen entsprechenden GPS-Empfänger aufweist. Aus den Daten des Baggers können
dann die Geodaten des Anbaugeräts über die Position des Baggerarms sowie Korrekturdaten
und Informationen über die Geometrie und Art des Anbaugerätes ermittelt werden, sowie
erforderlichenfalls über die Lage des Anbaugerätes. Diese Daten mit den Auflastdaten
gekoppelt werden können. Die Daten des Positionsbestimmungssystems zur Bestimmung
der Geodaten können z. B. drahtlos an ein Computersystem des Baggers umfassend die
Speicher-, Verarbeitungs-, Anzeigeund/oder Eingabeeinrichtung etc. übermittelt werden.
[0032] Alternativ kann auch das Anbaugerät einen eigenen GPS-Empfänger aufweisen, so dass
die Geodaten nach Korrektur unmittelbar zur Verfügung stehen.
[0033] Ferner kann vorgesehen sein, dass das Anbaugerät, hier der Verdichter, über eine
Werkzeugerkennung auf einer Anzeigeeinrichtung des Trägergerätes (Baggers) automatisch
erkannt, dargestellt und zugeordnet werden kann.
[0034] Insbesondere kann eine Anzeigeeinrichtung in der Kabine des Trägergerätes (Baggers)
auch durch eine Brille für den Geräteführer realisiert sein, die die Ergebnisse der
Verdichtung sowie auch andere gemessene Parameter bis hin zur Werkzeugerkennung darstellt.
[0035] Die Erfindung wird im folgendem anhand einer Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt
die einzige Figur einen Bagger (Trägergerät) 14 mit einem angekoppelten Baggeranbaugerät
10, das im vorliegenden Fall ein Anbauverdichter 16 ist, der an einem Arm 14 des Baggers
14 angekuppelt ist. Der Anbauverdichter 10 ist dabei über einen Schnellwechsler 12
und eine Dreheinrichtung 14 mit vertikaler Drehachse 16 mit dem Baggerarm 11 des Baggers
14 verbunden. Der Anbauverdichter 10 umfasst in der Figur unterhalb vom Schnellwechsler
12 eine Drehvorrichtung 16, deren Unterseite mit einem Oberteil 18 verbunden ist,
welches über elastisches Koppelelemente 20 mit einem Unterteil verbunden ist. Das
Unterteil 22 umfasst wiederrum ein schwingendes Unterteil in Form einer Verdichterplatte
24, auf der eine Antriebseinheit 26 angeordnet ist. Diese umfasst einen nicht näher
dargestellten hydraulischen Antriebsmotor.
[0036] Über den Schnellwechsler wird der Anbauverdichter nicht nur mechanisch mit dem Arm
11 des Baggers 14 verbunden, sondern auch mit den hydraulischen Versorgungsleitungen
des Baggers 14. Über diese wird zum einen die Drehvorrichtung 16 angesteuert und zum
anderen die Exzentereinrichtung 26 angesteuert. Durch die Drehvorrichtung 16 können
im Betrieb des Anbauverdichters 10 Oberteil 18 und Unterteil 22 um eine zur Ebene
der Verdichterplatte 24 orthogonale Drehachse 28 verdreht werden. Die Drehung wird
durch einen Drehwinkelsensor 39a sowie einen Neigungssensor 39b bestimmt. Durch einen
Betrieb der Exzentereinrichtung 26 wird auf die Verdichterplatte 24 eine sinusförmige
und zur Ebene der Verdichterplatte 24 orthogonale Kraftkomponente erzeugt. Indem der
Maschinenführer den Anbauverdichter 10 in Betrieb nimmt und über den Baggerarm 11
auf einen zu verdichtenden Boden 30 an einer Stelle 32 drückt, wird der unterhalb
der Verdichterplatte 24 liegende Raumbereich 34 verdichtet.
[0037] Insbesondere im Kanalbau und im Erdbau sowie bei Hinterfüllungen kommt der in der
Figur dargestellte Anbauverdichter 10 zum Einsatz. In diesen Benutzungssituationen
ist es besonders wichtig, einen bestimmten Verdichtungsgrad des Raumbereichs 34 sicherzustellen.
Oft ist dabei eine maximal mögliche Verdichtung gewünscht. Weiterhin werden oft bei
diesen Einsatzszenarien Böden verwendet, die beispielsweise für den Straßenoberbau
nicht verwendbar sind, beispielsweise nicht frostsichere oder wenig scherfeste Böden
insbesondere feinkörnig oder gemischtkörnige bindige Böden, sowie Steinschüttungen.
[0038] Um dem Maschinenführer des Baggers 14 anzuzeigen, dass ein wenigstens im Wesentlichen
maximal möglicher Verdichtungszustand in dem Raumbereich 34 erreicht ist, verfügt
der Anbauverdichter 10 vorzugsweise über eine zusätzliche Vorrichtung, welche dem
Maschinenführer anzeigt, wenn die besagte maximal mögliche Verdichtung erreicht ist.
Diese trägt das Bezugszeichen 36 und ist hier am Anbauverdichter 10 vorgesehen. Sie
kann alternativ im Bagger 14 als Teil einer allgemeinen Anzeigevorrichtung oder als
gesonderte Anzeigevorrichtung ausgebildet sein.
[0039] Weiterhin können Sensoren vorgesehen sein, zum Beispiel ein oder mehrere Sensoren
38, der oder die mit der Verdichterplatte 24 starr gekoppelt sind, und mit dem die
Amplitude und Frequenz der Schwingungen der Verdichterplatte 24 in einer oder mehreren
Richtungen orthogonal zur Ebene der Verdichterplatte 24 erfasst werden können. Von
den auf der Verdichterplatte 24 angeordneten mindestens einem Sensor 38 können zusätzlich
auch Bewegungen ermittelt und weitergegeben werden. Hieraus können weitere Informationen
über die erfolgte Verdichtung abgeleitet werden.
[0040] Zur Erkennung der Stellung des Anbauverdichters 10 zum Trägergerät, hier dem Bagger
14, wird über den an der Drehvorrichtung 16 des Verdichters 10 vorgesehenen Sensor
39a die Ausrichtung der Verdichterplatte 24 zum Trägergerät 14 gemessen und diese
Daten an eine in der Baggerkabine (Führerstand) 44 platzierte Anzeigevorrichtung (nicht
dargestellt) weitergeben. Weitere erfasste Daten sind die Neigung des Verdichters
10 über dem Sensor 39b.
[0041] Erfindungsgemäß ist ferner eine elektronische Verarbeitungseinrichtung 40, die bei
der vorliegenden Ausführungsform im Führerhaus 44 des Baggers 14 angeordnet ist, vorgesehen,
die neben weiteren Signalen auch das Signal des Sensors 38 und der Sensoren 39a, b
erhält und verarbeitet. Hierzu verfügt die Verarbeitungseinrichtung 40 über ein Speichermedium,
auf dem ein Computerprogramm gespeichert ist, welches zur Ausführung des besagten
Verfahrens programmiert ist. Elektrische Energie bezieht die Verarbeitungseinrichtung
40 über den Bagger 14. Eine Anzeigeeinrichtung 42 ist im Bagger 14 angeordnet und
mit der Verarbeitungseinrichtung 40 verbunden.
[0042] Es kann dabei lediglich der Sensor 38 und/oder die Sensoren 39a, b der Vorrichtung
am Anbauverdichter 10 angeordnet sein. Die Verarbeitungseinrichtung 40 dagegen ist
ebenso wie die Anzeigeeinrichtung direkt im Führerstand 44 des Baggers 14 angeordnet.
Das Signal des Sensors 38 und/oder der Sensoren 39a, b wird in diesem Falle drahtlos
zur Verarbeitungseinrichtung 40 übertragen.
[0043] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Position des Baggerarms 11, die durch die
Baggersensoren (nicht dargestellt) erfasst und angesteuert wird und/oder der hydraulische
Druck entweder in allen oder in einigen der Hydraulikzylinder 11a, 11b, 11c des Baggers
14 erfasst wird und aus diesen Werten nämlich der Position sowie dem Druck der Hydraulikzylinder
11a, 11b, 11c des Baggerarms 11 eine Auflast durch die Verarbeitungseinrichtung 40
durch Vergleich mit Referenzwerten bestimmt wird. Vorzugsweise werden beide Werte,
nämlich die Position des Baggerarms 11 und der hydraulische Druck der Hydraulikzylinder
11a, 11b und 11c ermittelt und verarbeitet. Hierdurch wird die Genauigkeit verbessert.
[0044] Darüber hinaus ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass an dem Bagger 14 oder dem
Anbauverdichter 10 ein satellitengestütztes Positionsbestimmungssystem (nicht dargestellt),
beispielhaft ein GPS-System vorgesehen ist, welches die aktuelle Position des Anbauverdichters
10 und/oder des Baggers 14 erfasst und anzeigt und diese Daten in dem Computersystem
zum Beispiel des Baggers 14 speichert und mit den Auflastdaten sowie gegebenenfalls
weiteren für den Anbauverdichter 10 und/oder Bagger 14 ermittelten Daten, z.B. des
Sensors 38 verknüpft und speichert. Sofern das GPS-Signal des Baggers 14 erfasst wird,
da dieser einen Empfänger aufweist, wird mittels der Position des Baggerarms sowie
der hinterlegten Geometrie des Anbaugeräts 10 die Position des Anbaugeräts ermittelt.
Dabei werden in üblicher Weise zusätzliche Korrekturdaten verwendet.
[0045] Das Computersystem kann dabei eine Verarbeitungseinrichtung (z.B. die Verarbeitungseinrichtung
40), eine Anzeigeeinrichtung (z.B. die Anzeigeeinrichtung 42), eine Eingabeeinrichtung
und/oder eine Speichereinrichtung aufweisen.
[0046] Dabei können die Signale der Sensoren 38, 39a, b sowie des GPS drahtlos an das Computersystem
des Baggers 14 übermittelt werden, wobei es sich hierbei beispielsweise um ein PC,
ein Notebook, ein Tablet-PC oder ähnliches handeln kann. Die Verwendung von Tablet-PCs,
die vom Baggerfahrer im Bagger 14 verwendet werden können und hier in einer Halterung
angebracht werden können, ist dabei besonders vorteilhaft, da sich mit diesem auf
besonders einfacher Weise die Daten später auch außerhalb des Baggers auswerten lassen.
[0047] Das Computersystem verfügt dabei über einen Datenspeicher sowie einen Prozessor (beides
nicht dargestellt), wobei auf dem Speicher ein Computerprogramm abgespeichert ist,
welches vom Prozessor ausgeführt wird. Hierdurch werden auf Softwarebasis verschiedene
Speicher- und Verarbeitungseinrichtungen realisiert. Das Computersystem verfügt auch
über eine Anzeigeeinrichtung, beispielsweise in Form eines Bildschirms (Anzeigeeinrichtung
42), sowie eine Eingabeeinrichtung, beispielweise in Form einer Tastatur, einer Spracheingabeeinrichtung
oder einer sonstigen haptischen Eingabeeinrichtung.
[0048] Durch das vorliegende beschriebene Verfahren sowie die beschriebene Vorrichtung ist
es besonders einfach möglich, eine Verdichtung zu protokolieren und die Daten für
spätere Überprüfungen und Qualitätssicherungsmaßnahmen der Verdichtung qualifiziert
aufzubereiten.
[0049] Das Anbaugerät, hier der Verdichter 10, kann über eine Werkzeugerkennung auf der
Anzeigeeinrichtung 42 des Trägergerätes 14 automatisch erkannt, dargestellt und zugeordnet
werden. Alternativ kann dies auch durch einen Anwender erfolgen.
[0050] Die Anzeigeeinrichtung 42 in der Kabine des Trägergerätes kann auch eine Brille für
den Geräteführer sein, die die Ergebnisse der Verdichtung sowie auch andere gemessene
Parameter bis hin zur Werkzeugerkennung darstellt.
1. Verfahren zur Bestimmung einer Auflast eines Baggeranbaugeräts (10) über einen Bagger
(14) mit einem Baggerarm (11), an den das Baggeranbaugerät (10) angekoppelt ist, mit
folgenden Schritten:
a. Bestimmen der Position des Baggerarms (11) und/oder des Drucks in einem oder mehreren
Hydraulikzylindern (11a, b, c) des Baggerarms (11),
b. Ermitteln der Auflast auf das Baggeranbaugerät (10) mittels der bestimmten Position
des Baggerarms (11) und/oder des bestimmten Drucks des einen oder mehreren Hydraulikzylindern
(11a, b, c),
c. Verknüpfen der bestimmten Auflast mit Geodaten zur Positionsbestimmung des Baggeranbaugerätes
und
d. Protokollieren und Speichern der ermittelten Auflastdaten und der zugeordneten
Geodaten.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflast anhand der ermittelten Auflast und/oder anhand der erfassten Geodaten
variiert werden kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestimmung eines Verdichtungsendes mittels weiterer über zugeordnete Sensoren
(38, 39a, b) bestimmbare Messgrößen, insbesondere den Klirrfaktor erfolgen und die
Messgrößen protokolliert und gespeichert werden.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflastdaten mit den zugehörigen Geodaten visualisiert auf einer Anzeigeeinrichtung
(42) angezeigt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtung über die Setzungstiefe und Materialbeschaffenheit des zu verdichtenden
Materials ermittelt wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei Messgrößen zur Bodenbeschaffenheit
mittels Sensoren erfasst und protokolliert werden.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Position des Baggeranbaugerätes
(10) aus den Positionsdaten des Baggers (14) mittels der Position des Baggerarms (11)
und Korrekturdaten ermittelbar ist.
8. Bagger (14) zum Verbinden mit einem Baggeranbaugerät, insbesondere einem Anbauverdichter
(10) mit einer schwingenden Verdichterplatte (24), wobei Sensoren vorgesehen sind,
die die Position des Baggerarms (11) und/oder den Druck in einem oder mehreren Hydraulikzylindern
(11a,b, c) des Baggerarms (11) und wobei eine Positionsbestimmungseinrichtung zur
Position des Baggeranbaugerätes (10) vorgesehen ist sowie eine Verarbeitungseinrichtung,
die die Signale der Sensoren an eine Verarbeitungseinrichtung (40) geleitet, die die
Signale entsprechend dem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7 verarbeitet.
9. Bagger (14) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass weitere Sensoren (38, 39) an einem angekuppelten Anbaugerät (10), insbesondere an
einem Anbauverdichter und/oder zwischen einem angekuppelten Anbaugerät (10), insbesondere
einem Anbauverdichter, und dem Bagger (14) angeordnet sind.
10. Bagger (14) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass weitere Erfassungseinrichtungen, insbesondere Sensoren vorgesehen sind, sowie jeweils
mindestens eine Speichereinrichtung, Verarbeitungseinrichtung (40), Energieversorgung
und/oder Eingabeeinrichtung zur manuellen Eingabe von Daten sowie Anzeigeeinrichtung
(42) zur Anzeige der ermittelten Daten.
11. Bagger (14) mit einem Baggeranbaugerät (10), insbesondere einem Anbauverdichter zur
Ausführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7.