[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verdichten von Abfällen
mit den Merkmalen der Ansprüche 1 beziehungsweise 9.
[0002] Vorrichtungen zum Verdichten von Abfällen finden sich vornehmlich auf Abfallsammelfahrzeugen.
Der Aufbau eines Abfallsammelfahrzeuges umfasst einen Sammelraum, in den durch eine
Eintragsöffnung der Abfall eingebracht wird. Das Volumen des Sammelraums soll möglichst
optimal genutzt werden, um die zur Müllabfuhr notwendigen Fahrten zu minimieren. Daher
wird der Abfall verdichtet. Ein Ladewerk fördert den Abfall beispielsweise aus einer
Ladewanne durch die Eintragsöffnung in den Sammelraum. Dabei schiebt eine durch einen
hydraulischen Antrieb bewegte Pressplatte den Abfall in den Sammelraum.
[0003] In dem Sammelraum befindet sich ein Ausstoßschild, der in Fahrzeuglängsrichtung verschoben
werden kann. Zu Beginn einer Sammelfahrt befindet sich der Ausstoßschild in der Nähe
des Hecks des Fahrzeuges. Mit zunehmender Befüllung des zur Verfügung stehenden Volumens
wird der Abfall gegen den Ausstoßschild gepresst und dadurch verdichtet. Der Ausstoßschild
wird mittels eines hydraulischen Antriebs mit einer gewissen Gegenkraft gegen den
zugeführten Abfall gedrückt. Mit zunehmender Beladung wird der Abfall immer stärker
verdichtet, die zur Verdichtung durch das Ladewerk notwendige Kraft steigt an und
auch die Wände des Sammelraums werden stark belastet. Übersteigt der durch den verdichteten
Abfall ausgeübte Druck die Gegenkraft, respektive den Gegendruck des Ausstoßschildes,
so wird dieser reduziert, indem beispielsweise ein Druckbegrenzungsventil geöffnet
wird. Dadurch kann der Ausstoßschild in Richtung der Front des Fahrzeugs zurückweichen,
so dass wieder mehr Volumen für die Aufnahme von Abfall zur Verfügung steht. Die Gegenkraft
des Ausstoßschildes bestimmt somit maßgeblich den Verdichtungsgrad des Abfalls.
[0004] Sobald der Sammelraum vollständig gefüllt ist, wird eine Heckklappe des Sammelraums
geöffnet und dieser gekippt. Durch das Verfahren des Ausstoßschildes in Richtung Heck
wird der verdichtete Müll nach draußen geschoben.
[0005] Die einzelnen Abfallfraktionen werden wegen ihrer jeweiligen Materialeigenschaften
unterschiedlich stark verdichtet. Beispielsweise ist Papier oder Kartonage hochkompressibel
so dass mit relativ hohen Kräften gearbeitet werden kann. Auch Leichtverpackungen
benötigen hohe Kräfte, um deren Ausdehnungsverhalten nach der Kompression zu überwinden.
Demgegenüber wird Biomüll weniger stark verdichtet, da bei maximaler Kompression die
Gefahr besteht, dass die maximal zulässige Zuladung des Abfallsammelfahrzeugs überschritten
wird. Außerdem wird Flüssigkeit aus dem Bioabfall gequetscht, die sich in dem Sammelraum
sammelt, was nicht erwünscht ist. Demzufolge ist es notwendig, die Gegenkraft des
Ausstoßschildes in Abhängigkeit von der Art des Abfalls einzustellen.
[0006] Eine Vorrichtung zum Verdichten von Müll wird beispielsweise in der
DE 20 2011 004 124 U1 beschrieben. Dort wird die Gegenkraft in Abhängigkeit von der Position des Ausstoßschildes
eingestellt. Zusätzlich ist eine Eingabeeinheit vorgesehen, um beispielsweise die
Art des Mülls oder den maximal zulässigen Verdichtungsgrad einzugeben.
[0007] Nachteilig ist hierbei, dass unabhängig von der Abfallfraktion durch die Bediener
ein hoher Verdichtungsgrad und/oder eine hohe Gegenkraft eingestellt werden in der
Annahme, mit möglichst hoher Verdichtung mehr Zuladung und damit weniger Fahrten zu
erreichen. In der Realität ist dies allerdings nicht zutreffend, da eine hohe Verdichtung
auch hohe Reibungskräfte zwischen Abfall und Wänden des Sammelraums mit sich bringt,
die zusätzlich durch das Ladewerk, das idealerweise mit konstanter Kraft arbeitet,
überwunden werden müssen. Dadurch wird der Abfall stark inhomogen verdichtet und staut
sich im heckseitigen Bereich nahe der Eintragsöffnung. Das Volumen des Sammelraums
wird nicht optimal ausgenutzt und auch die Achsen des Fahrzeugs werden unzulässigerweise
stark ungleichmäßig belastet. Hinzu kommt eine Zunahme des Verschleißes der beteiligten
Komponenten.
[0008] Der zu sammelnde Abfall ist nicht immer sortenrein, weil die Besitzer der zu entleerenden
Abfallbehälter den Abfall nicht korrekt trennen oder die Bestandteile beispielsweise
von Restmüll inhomogene Verdichtungseigenschaften aufweist. Also führt die Wahl einer
bestimmten Abfallsorte oder eines zugeordneten Verdichtungsgrades an einer Eingabeeinheit
nicht unbedingt zu einem optimalen Ergebnis.
[0009] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Verfügung zu stellen,
bei dem das Volumen des Sammelraumes optimal genutzt wird und Fehleinstellungen vermieden
werden. Es ist ebenfalls die Aufgabe der Erfindung eine entsprechende Vorrichtung
zur Verfügung zu stellen.
[0010] Der verfahrensmäßige Teil der Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche 2 bis 8. Der vorrichtungsbezogene Teil der Aufgabe wird gelöst durch eine
Vorrichtung mit den Merkmalen des Patenanspruchs 9, besondere Ausgestaltungen der
Erfindung sind Gegenstand der Ansprüche 10 bis 12.
[0011] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verdichten von Abfällen in einem Sammelraum,
mit einem Ladewerk und einem in dem Sammelraum in einer Längsrichtung beweglichen
Ausstoßschild mit folgenden Schritten:
- Fördern von Abfall mit dem Ladewerk in den Sammelraum,
- Bestimmen von abfalltypischen Parametern,
- automatisches Einstellen von auf Abfalleigenschaften angepassten Betriebsparametern
auf Basis der abfalltypischen Parameter durch eine Steuerung.
[0012] Der Abfall wird üblicherweise in eine Ladewanne geleert und über ein hydraulisch
angetriebenes Ladewerk in den Sammelraum gefördert. Ein Ladewerk umfasst üblicherweise
eine Tragplatte und eine Pressplatte, wobei die Pressplatte den Abfall in den Sammelraum
fördert und die Ladekraft aufbringt, um den Abfall gegen den Ausstoßschild zu verpressen.
[0013] In dem Sammelraum befindet sich der Ausstoßschild, der in Längsrichtung des Sammelraums
verfahrbar ist. Die Längsrichtung entspricht der Erstreckung des Sammelraums zu seiner
Eintragsöffnung hin, durch die der Abfall in den Sammelraum gefördert wird. Bei einem
auf einem Fahrzeug angeordneten Sammelraum entspricht das üblicherweise der Fahrzeuglängsrichtung
von Front zum Heck des Fahrzeugs. Der Abfall wird gegen den Schild verdichtet.
[0014] Wie vorstehend beschrieben, müssen unterschiedliche Abfallsorten bei der Sammelfahrt
unterschiedlich behandelt werden, um eine optimale Verdichtung sicherzustellen. Gleichzeitig
unterscheiden sich einzelne Sorten von Abfall in abfalltypischen Parametern, etwa
in ihren physikalischen Eigenschaften oder in ihrem Verhalten während der Verdichtung.
Es ist die Idee der Erfindung, während des Sammelvorgangs bestimmte abfalltypische
Parameter zu bestimmen und auf deren Basis die Betriebsparameter festzulegen, mit
denen die Verdichtungsvorrichtung betrieben wird, so dass die Verdichtung des Abfalls
möglichst optimal erfolgt.
[0015] Betriebsparameter sind diejenigen Einstellungen im System der Vorrichtung, die auf
die Verdichtung des Abfalls Einfluss nehmen.
[0016] Das bedeutet, dass zwar indirekt eine Abfallfraktion bestimmt wird, da die abfalltypischen
Parameter auf die Eigenschaften von einzelnen Abfallsorten hindeuten. Es ist dabei
aber nicht notwendig, eine sortenreine Abfallfraktion konkret zu bestimmen. Vielmehr
reagiert das System auf die typischen Eigenschaften des aktuell gesammelten Abfalls,
so dass diese aktuelle Abfallzusammensetzung in optimaler Weise hinsichtlich Verpressung
und Volumenausnutzung verarbeitet wird.
[0017] Damit können die Betriebsparameter passend für die vorliegende Sammelumgebung automatisch
eingestellt werden, um eine optimale Verdichtung des Abfalls und damit eine optimale
Ausnutzung des Sammelvolumens zu gewährleisten. Gleichzeitig ist die Vorrichtung unabhängig
von fehlerbehafteten Eingaben des Bedieners. Außerdem wird die Zeit für eine manuelle
Einstellung oder Programmierung eingespart.
[0018] Für die Bestimmung der abfalltypischen Parameter können Sensoren verwendet werden,
die sich ohnehin an Bord eines Abfallsammelfahrzeugs etwa im Bereich des Ladewerks
oder des Antriebs für den Ausstoßschild befinden. Dies sind beispielsweise Drucksensoren
in den hydraulischen Komponenten oder Wiegevorrichtungen oder Sensoren zur Bestimmung
der Position des Ausstoßschildes.
[0019] Die abfalltypischen Parameter können einmal zu Beginn einer Sammelfahrt bestimmt
werden und die daraus resultierenden Einstellungen der Betriebsparameter für die gesamte
Fahrt beibehalten werden. Alternativ kann auch zu festgelegten Zeitpunkten, nach einer
festgelegten zurückgelegten Strecke, abhängig von der Position des Abfallsammelfahrzeugs,
zwischen zwei Einzeletappen einer Sammelfahrt oder kontinuierlich die abfalltypischen
Parameter bestimmt werden und die Betriebsparameter bei Bedarf abgeändert werden.
Dies hat den Vorteil, dass stets eine optimale Verdichtung des Abfalls erfolgt.
[0020] Vorteilhafterweise werden abfalltypische Parameter und diesen zugeordnete, auf Abfalleigenschaften
angepasste Betriebsparameter in einer Speichereinheit hinterlegt.
[0021] Die Zuordnung kann im Vorfeld über Testrehen mit unterschiedlichen Abfallzusammensetzungen
erarbeitet werden. Die Steuerung kann die bestimmten abfalltypischen Parameter mit
den hinterlegten Daten abgleichen und so automatisiert die passenden Betriebsparameter
wählen.
[0022] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Betriebsparameter
für das Ausstoßschild und/oder das Ladewerk eingestellt werden, insbesondere eine
Gegenkraft des Ausstoßschildes und/oder die Ladekraft des Ladewerkes. Wesentlich für
die optimale Verdichtung des Abfalls sind das Verhalten des Ausstoßschildes und des
Ladewerks. Der Abfall wird durch das Ladewerk in den Sammelraum gefördert und gegen
das Ausstoßschild verdichtet. Die dabei wirkenden Kräfte oder Drücke stellen wesentliche
Größen für den Verdichtungsgrad dar. Je höher die Gegenkraft des Ausstoßschildes oder
die Ladekraft des Ladewerks, desto höher ist der Verdichtungsgrad.
[0023] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht folgende Verfahrensschritte vor:
- Positionierung des Ausstoßschilds in einer festgelegten Position, insbesondere einer
Startposition,
- Bestimmung des Gewichtes des zugeladenen Abfalls, sobald das so definierte Volumen,
insbesondere Startvolumen, gefüllt ist,
- Bestimmung des spezifischen Gewichts des zugeladenen Abfalls,
- Einstellen von Betriebsparametern auf Basis des bestimmten spezifischen Gewichts.
[0024] Ein möglicher abfalltypischer Parameter, der eine Abfallfraktion beschreibt, ist
das spezifische Gewicht des Abfalls. Dieses ist definiert als das Verhältnis der Gewichtskraft
des Abfalls zu seinem Volumen. Durch die Positionierung des Ausstoßschildes in einer
festgelegten Position wird zwischen dem Ausstoßschild, den Wänden des Sammelraums
und den Komponenten des Ladewerks ein Volumen definiert. Das erfolgt bevorzugt zu
Beginn einer Sammelfahrt, wenn der Ausstoßschild in der Nähe der heckseitigen Eintragsöffnung
des Sammelraums positioniert ist, so dass durch diese Startposition ein Startvolumen
definiert wird.
[0025] Sobald dieses Volumen befüllt ist, wird das Gewicht des zugeladenen Abfalls bestimmt.
Hierfür können vorteilhafterweise die verbauten Wiegeeinheiten zur Bestimmung der
Achslast verwendet werden. Der Quotient aus Gewichtskraft und Volumen ergibt das spezifische
Gewicht.
[0026] Nun kann auf Basis des spezifischen Gewichts auf die Art des gesammelten Abfalls
zurückgeschlossen werden und entsprechend die Betriebsparameter gewählt werden.
[0027] So deutet ein hohes spezifisches Gewicht auf Biomüll oder Rest- oder Sperrmüll hin.
In diesem Fall wird eine lediglich geringe Gegenkraft für den Ausstoßschild angewählt.
Gegebenenfalls kann sogar gar keine weitere Verdichtung außer durch die Ladekraft
des Ladewerks erwünscht sein. Dann wird der Ausstoßschild ganz nach vorne in Richtung
Fahrzeugfront gefahren und der Abfall ohne Gegenkraft in den Sammelraum gefördert.
Ein relativ geringes spezifisches Gewicht deutet auf Kartonage, Papier oder Leichtverpackung
hin, die mit höherer Gegenkraft verdichtet werden können.
[0028] Bevorzugt wird das spezifische Gewicht zu Beginn einer Sammelfahrt bestimmt und darauf
basierend werden die Betriebsparameter eingestellt. Der Ausstoßschild wird dann in
einer Startposition positioniert und so ein Startvolumen definiert. Die Startposition
des Ausstoßschildes darf nicht zu nahe an der Eintragsöffnung des Sammelraums liegen,
damit der Müll beim Einfördern nicht zurück in die Ladewanne fällt. Gleichermaßen
soll sie nicht zu weit entfernt von der Heckwand des Sammelraums liegen, da sonst
die Befüllung des Startvolumens und damit die Bestimmung der abfalltypischen Parameter
zu lange dauert. Die Einstellung der Betriebsparameter soll aber möglichst frühzeitig
erfolgen, um von Anfang an einen optimalen Verdichtungsgrad zu erzielen.
[0029] Bevorzugt beträgt daher das Startvolumen 5% bis 30%, bevorzugt 7% bis 15%, besonders
bevorzugt 9% bis 11% des Gesamtvolumen des Sammelraums.
[0030] Grundsätzlich kann das spezifische Gewicht auch zu späteren Zeitpunkten erneut bestimmt
werden, indem ein anderes durch die Position des Ausstoßschildes definiertes Volumen
als Grundlage genommen wird.
[0031] In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der Ladedruck
des Ladewerks gemessen und die Befüllung des Volumens, insbesondere des Startvolumens,
erfasst wird, indem der Anstieg des Ladedrucks mindestens um ein festgelegtes Druckintervall
Δp innerhalb eines festgelegten Zeitintervalls Δt festgestellt wird und/oder die Überschreitung
eines festgelegten Schwelldrucks durch den Ladedruck festgestellt wird.
[0032] Wenn ein Volumen vollständig gefüllt ist, setzt der in dem Volumen befindliche Abfall
dem neu hinzugeförderten Abfall einen zusätzlichen Widerstand entgegen, so dass zum
weiteren Komprimieren des Abfalls eine höhere Kraft notwendig ist. Der Druck, der
notwendig ist, um die durch das Ladewerk aufgewendete Kraft zu erzeugen, kann einfach
bestimm werden, beispielsweise durch entsprechende Druckmesseinheiten im hydraulischen
Antrieb des Ladewerks. Steigt dieser Druck in kurzer Zeit stark an oder übersteigt
er einen festgelegten Schwellwert ist dies ein Hinweis darauf, dass das durch den
Ausstoßschild und die Wände definierte Volumen, insbesondere das Startvolumen, vollständig
gefüllt ist.
[0033] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens sieht folgende Verfahrensschritte
vor:
- Positionieren des Ausstoßschildes in einer festgelegten Position, insbesondere Startposition,
- Halten der Ladekraft des Ladewerks, sobald das so definierte Volumen, insbesondere
Startvolumen, gefüllt ist,
- Reduzieren der Gegenkraft des Ausstoßschildes, so dass dieses durch die Expansionskraft
des zugeladenen Abfalls in eine neue Position gebracht wird,
- Bestimmen des Ausweichweges des Ausstoßschildes,
- Einstellen von Betriebsparametern auf Basis des Ausweichwegs.
[0034] Dieses Vorgehen basiert darauf, dass Abfallfraktionen unterschiedliches Expansionsverhalten
nach vorangegangener Kompression zeigen. Wird der Abfall komprimiert, ist diese Verformung
abhängig von der Sorte zumindest teilweise elastisch. Das heißt, der Abfall dehnt
sich wieder aus und übt dabei eine Expansionskraft auf seine Umgebung aus. Sobald
das durch den Ausstoßschild und die Wände des Sammelraums definierte Volumen gefüllt
ist, wird die von dem Ladewerk auf den Abfall ausgeübte Ladekraft gehalten, so dass
der Abfall in seinem komprimierten Zustand gehalten wird. Sodann wird die Gegenkraft
des Ausstoßschildes reduziert und weicht unter der Expansionskraft zurück. Der Abfall
dehnt sich in das neu zur Verfügung stehende Volumen aus, bis wieder ein Kräftegleichgewicht
zwischen Ausstoßschild und Abfall entsteht. Vorzugsweise wird die Gegenkraft so weit
reduziert, dass sich der Abfall so weit wie notwendig, jedoch nicht vollständig entspannen
kann. Der Ausweichweg, um den der Ausstoßschild zurückweicht, entspricht dem Expansionsvermögen
des Abfalls und ist damit typisch für eine Abfallsorte oder eine Abfallzusammensetzung.
Der Ausweichweg kann folglich ebenfalls als Grundlage für die Einstellung der Betriebsparameter
verwendet werden.
[0035] Beispielsweise weist Papier oder Kartonage ein geringeres Expansionsvermögen auf
als Leichtverpackungen, so dass diese Abfallsorten auf diesem Weg differenziert werden
können.
[0036] Der Ausweichweg kann über Wegmesssensoren in einem den Ausstoßschild bewegenden Zylinder
bestimmt werden. Auch Laser- oder Ultraschallmesseinrichtungen oder dergleichen können
zur Bestimmung der Position des Ausstoßschildes verwendet werden. Ebenso kann der
Ausstoßschild zeitgesteuert verfahren werden.
[0037] Wie vorstehend beschrieben sollen die Betriebsparameter möglichst frühzeitig eingestellt
werden, um während der gesamten Sammelfahrt eine optimale Verdichtung des Abfalls
sicherzustellen. Daher ist es vorteilhaft, die Bestimmung des Ausweichweges bei einem
Startvolumen durchzuführen, wie es ebenfalls vorstehend erläutert wurde.
[0038] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung beinhaltet, dass die Betriebsparameter
auf Basis des Druckverlaufs des Ladedrucks des Ladewerks bei der Befüllung eines Volumens,
insbesondere Startvolumens, eingestellt werden. Aufgrund der physikalischen, insbesondere
elastischen, Eigenschaften des Abfalls ist der Verlauf des Ladedrucks beim Befüllen
eines Volumens typisch für die Abfallsorte. Wie weiter oben beschrieben, kann der
Ladedruck auf einfache Weise bestimmt werden. Wird der Abfall in einem vorbestimmten
Volumen durch Krafteinwirkung des Ladewerks gegen den Ausstoßschild komprimiert, so
übt er durch seine elastischen Eigenschaften eine gegen das Ladewerk wirkende Kraft
aus. Das bedeutet, dass sich der Ladedruck etwa in einem hydraulischen System während
des Komprimierens ändert, er in kurzer Zeit stark ansteigt, und dieser quantitative
Druckverlauf ist typisch für die Abfallsorte oder Abfallzusammensetzung, ist also
ein abfalltypischer Parameter, und kann wiederum zur Einstellung passender Betriebsparameter
verwendet werden.
[0039] Auch hier ist es vorteilhaft, den Druckverlauf bei der Befüllung eines Startvolumens
zu bestimmen, so dass frühzeitig ein optimaler Verdichtungsgrad für den Abfall erzielt
werden kann.
[0040] Die vorstehend vorgestellten Möglichkeiten zur Bestimmung von abfalltypischen Parametern
können separat oder unabhängig voneinander aber auch kombiniert eingesetzt werden.
[0041] So könnte beispielsweise in einem ersten Schritt das spezifische Gewicht des Abfalls
in einem Startvolumen bestimmt werden, was eine erste Differenzierung zwischen schwereren
Abfallfraktionen, etwa Bioabfall, und leichteren Fraktionen wie Papier und Leichtverpackungen
ermöglicht. In einem zweiten Schritt könnte der Ausweichweg des Ausstoßschildes bestimmt
werden und damit die leichteren Fraktionen, mit ähnlichem spezifischem Gewicht, aber
unterschiedlichem elastischen Verhalten differenziert werden.
[0042] Aber auch Restmüll kann abhängig von seiner Zusammensetzung unterschiedliche Betriebsparameter
für die Verdichtungsvorrichtung benötigen. So können über die Bestimmung des spezifischen
Gewichtes und die Messung des Druckverlaufs des Ladedrucks als abfalltypische Parameter
die auf die Abfalleigenschaften des Restmülls angepassten Betriebsparameter eingestellt
werden. Man wählt also nicht nur einen Parametersatz für den Abfalltyp "Restmüll",
sondern man ist in der Lage einen auf die konkrete Zusammensetzung des Abfalls angepasste
Betriebsparamater einzustellen.
[0043] Ergänzend zu den vorbeschriebenen Verfahrensschritten können auch bereits bekannte
Daten für eine Sammelfahrt verwendet werden, um eine Voreinstellung der Betriebsparameter
vorzunehmen oder einen Wertebereich für die Betriebsparameter vorzugeben. Sammelfahrten
werden in der Regel wiederholend im selben Gebiet durchgeführt. Dadurch ist es möglich,
Erfahrungswerte zu abfallspezifischen Parametern des zu sammelnden Abfalls einer spezifischen
Sammelfahrt zu erhalten. Das können beispielsweise Gesamtvolumen und Gesamtgewicht
oder Abfallsorte sein, die einer Voreinstellung oder einem Wertebereich der Betriebsparameter
zu Grunde gelegt werden.
[0044] Indem bereits zu erwartende Betriebsparameter voreingestellt sind, erfolgt vorteilhafterweise
bereits zu Beginn der Sammelfahrt eine sehr gute Verdichtung des Abfalls, was die
Effizienz des Betriebs verbessert.
[0045] Indem ein Wertebereich für Betriebsparameter vorgegeben wird, kann beispielsweise
die Verdichtungsrate begrenzt werden, indem beispielsweise die Gegenkraft des Ausstoßschildes
auf einen Maximalwert begrenzt wird. Das hat zur Folge, dass das Abfallsammelfahrzeug
nur bis zu einem gewissen Volumen kleiner als das maximal mögliche Volumen befüllt
wird. Dadurch kann die Gesamtmenge des Abfalls einer Sammelfahrt gleichmäßig auf mehrere
Teilfahrten aufgeteilt werden. Dadurch wird einerseits die Effizienz gesteigert, da
nicht die Energie für eine maximale Verdichtung benötigt wird. Außerdem können Lenk-
und Ruhezeiten der Fahrer besser berücksichtigt werden, da von vorneherein eine bessere
Planung der Sammelfahrt möglich ist.
[0046] Die bekannten Daten für eine Sammelfahrt können aus früheren Fahrten statistisch
ermittelt werden. Alternativ können sie für eine konkrete Sammelfahrt auch geplant
werden.
[0047] Die Betriebsparameter auf Basis bekannter Daten können der Steuerung durch manuelle
Eingabe, mittels eines Datenträgers oder per Fernübertragung übergeben werden,
[0048] Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum Verdichten von Abfällen mit einem
Sammelraum mit einer Eintragsöffnung einem Ladewerk zum Fördern von Abfall in den
Sammelraum, einem in dem Sammelraum angeordneten Ausstoßschild, das in einer Längsrichtung
verfahrbar ist, Sensoren zum Bestimmen abfalltypischer Parameter sowie einer Steuerung,
die dazu eingerichtet ist, auf der Basis von abfalltypischen Parametern auf Abfalleigenschaften
angepasste Betriebsparameter einzustellen.
[0049] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist vorzugsweise zur Verwendung auf einem Abfallsammelfahrzeug
vorgesehen.
[0050] Insbesondere ist die Vorrichtung, insbesondere zur Durchführung des vorstehend beschriebenen
Verfahrens, vorgesehen.
[0051] Der Abfall wird üblicherweise in eine Ladewanne gefüllt und über ein Ladewerk durch
eine Eintragsöffnung in einen Sammelraum gefördert. Das Ladewerk umfasst vorzugsweise
einen hydraulischen Antrieb.
[0052] In dem Sammelraum befindet sich ein in Längsrichtung verfahrbarer Ausstoßschild,
gegen den der Abfall verdichtet wird. Die Längsrichtung entspricht der Erstreckung
des Sammelraums zu seiner Eintragsöffnung hin, durch die der Abfall in den Sammelraum
gefördert wird. Bei einem auf einem Fahrzeug angeordneten Sammelraum entspricht das
üblicherweise der Fahrzeuglängsrichtung von Front zum Heck des Fahrzeugs.
[0053] Weiterhin sind Sensoren vorgesehen, um abfalltypische Parameter zu bestimmen. Es
wird exemplarisch auf die vorstehenden Ausführungen zu den abfalltypischen Parametern
wie das spezifische Gewicht des Abfalls, den Ausweichweg des Ausstoßschildes oder
den Verlauf des Ladedrucks verwiesen.
[0054] Die Steuerung ist dazu eingerichtet, Betriebsparameter, die an Abfalleigenschaften
angepasst sind, auf Basis der durch die Sensoren bestimmten abfalltypischen Parameter
einzustellen.
[0055] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht die automatisierte Einstellung Betriebsparametern
basierend auf den unmittelbaren Eigenschaften des Abfalls. Der Betrieb ist nicht mehr
beschränkt auf einen eingeschränkten Betriebsparametersatz für eine starre Kategorisierung
des Abfalls. Vielmehr kann auch auf eine Abfallzusammensetzung reagiert werden und
die für eine optimale Verdichtung des Abfalls geeigneten Betriebsparameter gewählt
werden. Außerdem werden die optimalen Betriebsparameter unabhängig von möglicherweise
fehlerhaften Eingaben des Bedieners festgelegt. Im Resultat erhält man eine optimale
Ausnutzung des Sammelvolumens durch einen angepassten Verdichtungsgrad, was Verschleiß
und unnötigen Energie- und Zeitbedarf vermeidet.
[0056] Vorteilhafterweise ist eine Antriebseinheit vorgesehen, um den Ausstoßschild mit
einer Gegenkraft zu beaufschlagen, die auf Basis von abfalltypischen Parametern eingestellt
wird. Der Abfall wird durch das Ladewerk in den Sammelraum gefördert und gegen den
Ausstoßschild verdichtet. Dafür muss der Ausstoßschild mit einer Gegenkraft gegen
den Abfall respektive die Ladekraft des Ladewerks arbeiten. Die Gegenkraft ist ein
wesentlicher Wert für den Verdichtungsgrad des Abfalls, denn dieser wird so lange
in den Sammelraum gefördert, bis das zur Verfügung stehende Volumen gefüllt ist und
die durch den Abfall auf den Ausstoßschild ausgeübte Kraft die Gegenkraft überschreitet.
Dann weicht der Schild zurück und es steht neues Volumen zum Befüllen zur Verfügung.
Je höher also die Gegenkraft gewählt wird, desto stärker wird der Abfall verdichtet.
[0057] Bei der Antriebseinheit für den Ausstoßschild handelt es sich vorzugsweise um eine
hydraulische Zylinderanordnung.
[0058] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist eine Antriebseinheit
vorgesehen, um das Ladewerk mit einer Ladekraft zu beaufschlagen, die auf Basis von
abfalltypischen Parametern eingestellt wird. Neben der Gegenkraft des Ausstoßschildes
wirkt auch die Reibungskraft zwischen Abfall und den Wänden des Sammelraums gegen
das Ladewerk. Daher ist auch die durch das Ladewerk ausgeübte Ladekraft auf den Abfall
von Bedeutung und nimmt Einfluss auf den Verdichtungsgrad des Abfalls. Auch bei der
Antriebseinheit für das Ladewerk handelt es sich vorzugsweise um eine hydraulische
Zylinderanordnung.
[0059] Vorzugsweise ist auch eine Speichereinheit vorgesehen, in der abfalltypische Parameter
und diesen zugeordnete, auf Abfalleigenschaften angepasste Betriebsparameter hinterlegt
sind. Die Zuordnung kann im Vorfeld über Testrehen mit unterschiedlichen Abfallzusammensetzungen
erarbeitet werden. Die Steuerung kann die bestimmten abfalltypischen Parameter mit
den hinterlegten Daten abgleichen und so automatisiert die passenden Betriebsparameter
wählen.
[0060] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der Figur und der zugehörigen Beschreibung.
Es zeigt
- Figur 1
- ein Aufbau für ein Abfallsammelfahrzeug mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
[0061] Die Figur zeigt eine Vorrichtung zum Verdichten von Abfällen, die als Aufbau 1 für
ein Abfallsammelfahrzeug ausgebildet ist. Die Vorrichtung weist einen Sammelraum 2
mit einer Eintragsöffnung 4 an seinem heckseitigen Ende auf. Am heckseitigen Ende
des Sammelraums ist eine Schüttung 10 angeordnet, die eine Ladewanne 9 sowie das Ladewerk
enthält.
[0062] Das Ladewerk umfasst eine in dieser Darstellung nicht sichtbare Tragplatte und eine
Pressplatte 6, die sich hier in der sogenannten geschlossenen Position befindet und
den Sammelraum 2 abschließt. In dem Sammelraum 2 ist ein Ausstoßschild 3 angeordnet,
der mit Hilfe von Hydraulikzylindern 5 einer Antriebseinheit in einer Längsrichtung
L verfahrbar ist. Mit Hilfe des Ladewerks, insbesondere der Pressplatte 6, wird Abfall
aus einer Ladewanne 9 durch die Eintragsöffnung 4 in den Sammelraum 2 gefördert.
[0063] Der Abfall wird dabei gegen den Ausstoßschild 3 gepresst und dabei verdichtet. Der
Ausstoßschild 3 muss mit einer entsprechend angepassten Gegenkraft einen Gegendruck
aufbauen, um die Verdichtung zu erreichen.
[0064] Zu Beginn eine Sammelfahrt befindet sich der Ausstoßschild 3 im heckseitigen Bereich
des Sammelraums 2 in der Nähe der Eintragsöffnung 4 in einer Startposition S. Durch
Ausstoßschild 3, die Wände des Sammelraums 2 sowie die Komponenten des Ladewerks mit
der Pressplatte 6 in ihrer geschlossenen Position wird ein Startvolumen 7 definiert,
welches zunächst befüllt wird.
[0065] Die Positionsbestimmung für den Ausstoßschild 3 erfolgt über eine Laserdistanzmessung.
[0066] Die vollständige Befüllung des Startvolumens 7 lässt sich am Druck in dem hydraulischen
Antrieb des Ladewerks ablesen. Denn bei vollständiger oder fast vollständiger Befüllung
des Startvolumens 7 bewirkt der bereits im Sammelraum 2 befindliche Abfall eine zusätzliche
Gegenkraft, die durch das Ladewerk überwunden werden muss. Der zum Aufbringen der
für die Verdichtung notwendigen Ladekraft benötigte Ladedruck steigt rapide an und
übersteigt einen vorgesehenen Schwellenwert. Der Ladedruck kann durch einen Drucktransmitter
11 an dem Hydrauliksteuerblock 12 ermittelt werden. Wesentlich ist dabei der Druck
in dem die Pressplatte 6 antreibenden Hydraulikzylinder 8. Beim Verpressen bewegt
sich die Pressplatte 6 nach oben und der durch den Drucktransmitter 11 bestimmte Hauptdruck
in dem Hydrauliksteuerblock 12 entspricht dann dem Ladedruck in dem Hydraulikzylinder
8 der Pressplatte 6.
[0067] Sobald das Startvolumen 7 gefüllt ist, wird durch die Wiegeeinrichtungen zur Bestimmung
der Achslast, das Gewicht des in dem Startvolumen 7 befindlichen Abfalls bestimmt.
Der Quotient aus Gewichtskraft und Volumen ergibt das spezifische Gewicht des Abfalls.
Dieser abfalltypische Parameter lässt bereits erste Rückschlüsse auf die physikalischen
Eigenschaften des Abfalls zu. Beispielsweise deutet ein sehr hohes spezifisches Gewicht
beispielsweise auf sperrmüllartigen Abfall hin, der nicht weiter komprimierbar ist.
Dann ist es auch nicht nötig, diesen Abfall gegen den Ausstoßschild 3 zu verpressen
und dieser wird zum frontseitigen Ende des Sammelraums verfahren. Leichtverpackungen
oder Papier haben hingegen ein geringeres spezifisches Gewicht und sind zudem gut
kompressibel. Sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihres Verhaltens nach der
Kompression.
[0068] Nachdem das Startvolumen vollständig gefüllt ist, wird die Gegenkraft, die der Ausstoßschild
3 ausübt, reduziert. Gleichzeitig wird die Ladekraft des Ladewerks gehalten, das heißt
die Pressplatte 6 bleibt in ihrer Position. Das bedeutet, dass sich der komprimierte
Abfall je nach seinen elastischen Eigenschaften mehr oder weniger stark ausdehnen
kann und dabei den Ausstoßschild 3 vor sich herschiebt bis wieder ein Kräftegleichgewicht
zwischen der Gegenkraft des Ausstoßschildes 3 und der Expansionskraft des Abfalls
hergestellt ist. Der Ausstoßschild 3 befindet sich dann in einer Endposition E. Der
zwischen Startposition S und Endpostion E zurückgelegte Ausweichweg A ist ein Maß
für das Expansionsvermögen des Abfalls nach der Verdichtung und damit für die Abfallsorte.
Im Beispiel würde ein größerer Ausweichweg A auf Leichtverpackungen hindeuten, ein
geringerer Ausweichweg A auf Kartonage oder Papier.
[0069] Auf Basis dieser abfalltypischen Parameter kann nun die geeignete Gegenkraft des
Ausstoßschildes 3 als Betriebsparameter eingestellt werden, um für die zugeladene
Abfallsorte den optimalen Verdichtungsgrad und damit eine optimale Ausnutzung des
Sammelraums 2 und der möglichen Zuladung zu erreichen.
[0070] In einer nicht näher dargestellten Speichereinheit sind Betriebsparameter verknüpft
mit abfalltypischen Parametern hinterlegt. Eine nicht näher dargestellte Steuerung
ist damit in der Lage, auf Basis der ermittelten abfalltypischen Parameter die dazu
passenden Betriebsparameter automatisch einzustellen. Das bedeutet für die gezeigte
Ausführungsform der Erfindung, dass die Steuerung die Signale der Sensoren zum Bestimmen
des Drucks in dem hydraulischen Antrieb des Ladewerks und zur Bestimmung der Position
des Ausstoßschildes 3 verarbeitet und auf Basis der hinterlegten Daten die Gegenkraft
des Ausstoßschildes 3 einstellt.
[0071] Das hat zur Folge, dass die Vorrichtung und das Verfahren unabhängig von möglicherweise
fehlerhaften Einstellungen durch das Bedienpersonal sind. Das zur Verfügung stehende
Volumen wird optimal genutzt, es entfallen überflüssige Leerungen und/oder Fahrten
und der Verschleiß der Komponenten wird minimiert.
[0072] Die Erfindung ist dabei nicht darauf beschränkt, eine konkrete Abfallsorte zu bestimmen
und lediglich darauf abgestimmte Betriebsparameter abzurufen und einzustellen. Vielmehr
werden abfalltypische Parameter bestimmt, die die physikalischen Eigenschaften des
aktuell gesammelten Abfalls abbilden, wodurch für jede Sammelfahrt oder auch zu mehreren
Zeitpunkten während einer Sammelfahrt jeweils die besten Betriebsparameter gewählt
werden. Damit ist eine viel feinere Einstellung der Betriebsparameter möglich als
bei einer unflexiblen Zuordnung einer Abfallsorte zu einem Betriebsparameterwert oder
-satz. Damit kann besser auf die konkrete Zusammensetzung des Abfalls reagiert werden,
die durch mangelhafte Mülltrennung oder saisonbedingt hervorgerufen wird.
Bezugszeichen
[0073]
- 1
- Aufbau
- 2
- Sammelraum
- 3
- Ausstoßschild
- 4
- Eintragsöffnung
- 5
- Hydraulikzylinder von 3
- 6
- Pressplatte
- 7
- Startvolumen
- 8
- Hydrulikzylinder von 6
- 9
- Ladewanne
- 10
- Schüttung
- 11
- Drucktransmitter
- 12
- Hydrauliksteuerblock
- L
- Längsrichtung
- S
- Startposition
- E
- Endposition
- A
- Ausweichweg
1. Verfahren zum Verdichten von Abfällen in einem Sammelraum (2), mit einem Ladewerk
und einem in dem Sammelraum (2) in einer Längsrichtung L beweglichen Ausstoßschild
(3) mit folgenden Schritten:
• Fördern von Abfall mit dem Ladewerk in den Sammelraum (2),
• Bestimmen von abfalltypischen Parametern,
• automatisches Einstellen von auf Abfalleigenschaften angepassten Betriebsparametern
auf Basis der abfalltypischen Parameter durch eine Steuerung.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass abfalltypische Parameter und diesen zugeordnete, auf Abfalleigenschaften angepasste
Betriebsparameter in einer Speichereinheit hinterlegt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Betriebsparameter für das Ausstoßschild (3) und/oder das Ladewerk eingestellt
werden, insbesondere eine Gegenkraft des Ausstoßschildes (3) und/oder die Ladekraft
des Ladewerkes (6).
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3
dadurch gekennzeichnet durch folgende Schritte
• Positionierung des Ausstoßschildes (3) in einer festgelegten Position, insbesondere
einer Startposition S,
• Bestimmung des Gewichtes des zugeladenen Abfalls, sobald das so definierte Volumen,
insbesondere Startvolumen (7), gefüllt ist,
• Bestimmung des spezifischen Gewichts des zugeladenen Abfalls
• Einstellen von Betriebsparametern auf Basis des bestimmten spezifischen Gewichts.
5. Verfahren nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass ein Startvolumen (7) 5% bis 30%, bevorzugt 7% bis 15%, besonders bevorzugt 9% bis
11% des Gesamtvolumen des Sammelraums (2) beträgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, dass der Ladedruck des Ladewerks gemessen wird und die Befüllung des Volumens, insbesondere
Startvolumens (7), erfasst wird, indem der Anstieg des Ladedrucks mindestens um ein
festgelegtes Druckintervall Δp innerhalb eines festgelegten Zeitintervalls Δt festgestellt
wird und/oder die Überschreitung eines festgelegten Schwelldrucks durch den Ladedruck
festgestellt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6
dadurch gekennzeichnet durch folgende Schritte
• Positionieren des Ausstoßschildes (3) in einer festgelegten Position, insbesondere
Startposition S,
• Halten der Ladekraft des Ladewerks, sobald das so definierte Volumen, insbesondere
Startvolumen, gefüllt ist,
• Reduzieren der Gegenkraft des Ausstoßschildes (3), so dass dieses durch die Expansionskraft
des zugeladenen Abfalls in eine neue Position E gebracht wird,
• Bestimmen des Ausweichweges A des Ausstoßschildes (3),
• Einstellen von Betriebsparametern auf Basis des Ausweichwegs A.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass die Betriebsparameter auf Basis des Druckverlaufs des Ladedrucks des Ladewerks bei
der Befüllung eines Volumens, insbesondere Startvolumens (7), eingestellt werden.
9. Vorrichtung zum Verdichten von Abfällen mit einem Sammelraum (2) mit einer Eintragsöffnung
(4), einem Ladewerk zum Fördern von Abfall in den Sammelraum (2), einem in dem Sammelraum
(2) angeordneten Ausstoßschild (3), der in einer Längsrichtung L verfahrbar ist, Sensoren
zum Bestimmen abfalltypischer Parameter sowie einer Steuerung, die dazu eingerichtet
ist, auf der Basis von abfalltypischen Parametern auf Abfalleigenschaften angepasste
Betriebsparameter einzustellen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9 dadurch gekennzeichnet, dass eine Antriebseinheit vorgesehen ist, um den Ausstoßschild (3) mit einer Gegenkraft
zu beaufschlagen, die auf Basis von abfalltypischen Parametern eingestellt wird.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10 dadurch gekennzeichnet, dass eine Antriebseinheit vorgesehen ist, um das Ladewerk mit einer Ladekraft zu beaufschlagen,
die auf Basis von abfalltypischen Parametern eingestellt wird.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11 dadurch gekennzeichnet, dass eine Speichereinheit vorgesehen ist, in der abfalltypische Parameter und diesen zugeordnete
auf Abfalleigenschaften angepasste Betriebsparameter hinterlegt sind.