[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Bündeln mehrerer Kabel, durch die elektrische
Geräte miteinander verbunden werden. Beispielhaft sei die Bestückung eines Schaltschrankes
genannt, der werksseitig konfektioniert und in Funktion mit damit elektrisch korrespondierenden
weiteren Gerätschaften verbunden werden.
[0002] Je nach Bedarf finden unterschiedliche Kabel Verwendung, die zur Identifizierung
jeweils mit einem entsprechenden Hinweis, üblicherweise einem Hinweisschild versehen
werden.
[0003] Allerdings gestaltet sich die Bestückung des besagten Schaltschrankes mit den verschiedenen
Kabeln insofern problematisch, als die einzelnen Kabel separat montiert werden müssen,
was nur mit einem relativ hohen Arbeitsaufwand möglich ist.
[0004] Bei einer größeren Anzahl von Kabeln, die an derselben Gerätschaft angeschlossen
werden sollen, werden diese Kabel mitunter durch Kabelverbinder zu einem Bündel zusammengefasst.
Dies ist naturgemäß ebenfalls sehr aufwändig und kostenintensiv und steht einer ständig
geforderten Kostenoptimierung entgegen.
[0005] In der
DE 10 2018 131 439 A1, ebenso in der
DE 10 2018 131 444 A1, die jeweils ein modulares Kabelverarbeitungscenter thematisieren, ist zwar als weiterer
Bestandteil eine Bündeleinheit vorgeschlagen, jedoch ohne konstruktive Angaben, so
dass diese Druckschriften keine Hinweise geben, die eine vereinfachte Bündelung von
mehreren Kabeln ermöglichen würden.
[0006] Aus der
US 5 878 489 A ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines Flachkabels für einen
Kabelbaum bekannt, bei dem eine Mehrzahl von einzelnen Kabeln durch ein Verstärkungsband
fixiert sind, das mit den Kabeln mittels Harz verklebt wird.
[0007] Naturgemäß ist dieses Flachkabel in seiner Verwendung begrenzt, da die einzelnen
Kabel relativ eng beieinander liegen, so dass dieses Flachkabel nur dort eingesetzt
werden kann, wo auch die jedem einzelnen Kabel zugeordneten Anschlüsse entsprechend
eng beieinander liegen.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der gattungsgemäßen Art
so weiterzuentwickeln, dass ein einfaches Bündeln von mehreren Kabeln möglich ist
und die Handhabung des Bündels einfacher wird.
[0009] Diese Aufgabe wird durch eine Einrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Zunächst einmal zeichnet sich die neue Einrichtung durch ihren einfachen Aufbau aus,
durch den die Einrichtung äußerst kostengünstig herstellbar ist. Überdies führt der
einfache Aufbau zu einer geringen Störanfälligkeit, d.h. zu einer hohen Standzeit
und einer einfachen Bedienbarkeit.
[0011] Dabei kann die Einrichtung im Alleinbetrieb eingesetzt werden, aber auch als Funktionsteil
in dem zum Stand der Technik genannten Kabelverarbeitungscenter, nach der
DE 10 2018 131 439 A1. D.h., die darin genannte Bündeleinheit ist nunmehr entsprechend der Erfindung konfiguriert.
[0012] Vorzugsweise erfolgt die Bedienung der Einrichtung, vornehmlich das Einlegen der
einzelnen Kabel in die Einkerbungen, manuell, ebenso wie der Antrieb der Klebstreifenrollen
durch einfaches Drehen des Zuführrades mittels des in die Einkerbung eingelegten Kabels,
wodurch die Klebstreifenrollen sozusagen mitgeschleppt werden.
[0013] In einer einfachsten Ausführungsvariante ist lediglich ein drehbares Zuführrad vorgesehen
mit dem unmittelbar benachbarten Widerlager, das, wie nach einem weiteren Gedanken
der Erfindung, als Rolle ausgebildet ist und gleichdrehend mit dem Zuführrad daran
unmittelbar benachbart angeordnet ist.
[0014] Bevorzugt sind jedoch zwei zueinander verdrehfeste Zuführräder vorgesehen, deren
Einkerbungen in axialer Richtung deckungsgleich sind, wobei das Widerlager zwischen
diesen beiden Zuführrädern angeordnet ist.
[0015] Dabei sind das Widerlager und die Drückrolle in einer in Funktionsstellung vertikalen
Ebene angeordnet. Die Dicke der Drückrolle, ebenso die des Widerlagers, wenn dies
als Rolle zwischen den beiden Zuführrädern angeordnet ist, entspricht dem lichten
Abstand der beiden Zuführräder zueinander, wodurch eine seitliche Führung der Klebstreifen
erreicht wird.
[0016] Der Radius des als Rolle ausgebildeten Widerlagers entspricht dem Radius des Zuführrades
bis zum Grund der Einkerbung. D.h., das Widerlager fluchtet mit der Einkerbung an
deren tiefster Stelle.
[0017] Der Abstand der einzelnen Einkerbungen zueinander bestimmt den Abstand der Kabel
in gebündelter Stellung, wobei das mindestens eine Zuführrad auswechselbar sein kann,
um so die Abstände zwischen den gebündelten Kabeln im Bedarfsfall zu variieren. Des
Weiteren können unterschiedlich viele Einkerbungen in unterschiedlicher Gestaltung
an den Zuführrädern vorgesehen sein.
[0018] Im Übrigen sind die Einkerbungen keilförmig ausgebildet und in der umfänglichen Breite
des Grundes so bemessen, dass in jedem Fall das eingelegte Kabel aufliegt.
[0019] Neben dem benannten manuellen Antrieb der drehbaren Komponenten besteht auch die
Möglichkeit eines motorischen Antriebs, wobei dies vor allem bei einer automatisierten
Bündelung bevorzugt ist.
[0020] Zum Anpressen der beiden in Funktion mit ihren einander zugewandten Klebflächen geführten
Klebstreifen einerseits und zum Überfahren des zu fixierenden Kabels, ist die Druckrolle
federnd gelagert, so dass sie selbsttätig einen entsprechenden Hub vollführen kann.
[0021] Die Anzahl der zu bündelnden Kabel ist frei wählbar und nur abhängig von der Vorgabe.
Es können demnach ein oder mehrere Kabel in eine Einkerbung der Zuführräder eingelegt
werden.
[0022] Bevorzugt finden Klebstreifen Verwendung, die abschnittsweise leicht händisch abzureißen
sind. Abweichend davon kann zur Trennung auch eine Schneideinrichtung vorgesehen sein.
[0023] Zur Federbelastung der Druckrolle ist ein Kraftspeicher vorgesehen, vorzugsweise
in Form einer Druckfeder, wie einer Schraubenfeder.
[0024] Im Übrigen weist die Einrichtung ein Traggestell auf, an dem die Funktionsteile also
das Zuführrad, das Widerlager, die Druckrolle sowie die Rollenaufnahmen, befestigt
sind. Damit ist eine Baueinheit geschaffen, die werksseitig vormontiert werden kann
und als kompakte Einheit entweder als Modul eines Kabelverarbeitungscenters eingesetzt
werden kann oder alleinstehend am Ort der Konfektionierung des Kabelbündels.
[0025] Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0026] Es zeigen:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Einrichtung in einer perspektivischen Ansicht
- Figur 2
- die Einrichtung nach Figur 1 in einer Seitenansicht
- Figur 3
- die Einrichtung in einer Draufsicht
- Figuren 4a - 4d)
- ein weiteres Ausführungsbeispiel der Einrichtung nach der Erfindung, jeweils in unterschiedlichen
Funktionsstellungen
- Figur 5
- einen Ausschnitt der Einrichtung in einer Vorderansicht
- Figur 6
- den Ausschnitt nach Figur 5 in einer Seitenansicht
- Figur 7
- eine Einzelheit der Einrichtung in schaubildlicher Darstellung
- Figur 8
- die Anordnung der Einrichtung nach der Erfindung an einem modularen Kabelverarbeitungscenter
[0027] In den Figuren ist eine Einrichtung zum Bündeln mehrerer Kabel 14 (Figur 4) dargestellt,
die ein formstabiles Traggestell 1 aufweist, an dem in den Beispielen zwei Zuführräder
3, eine Druckrolle 2, ein Widerlager 5 sowie zwei abständig zueinander angeordnete
Rollenaufnahmen 6 gehalten sind. Auf diese Rollenaufnahmen 6 ist jeweils eine Klebstreifenrolle
7 abrollbar befestigt zur Abwicklung eines Klebstreifens 8.
[0028] Die Zuführräder 3, die als Einzelheit in der Figur 7 abgebildet sind, weisen umfänglich
mehrere Einkerbungen 4 auf, in die jeweils mindestens ein Kabel 14 einlegbar ist,
wobei die Zuführräder 3 durch Druck auf das/oder die eingelegte(n) Kabel 14 verdreht
werden in Richtung der Druckrolle 2.
[0029] Diese Druckrolle 2 ist in Richtung des als Rolle ausgebildeten Widerlagers 5 federbelastet
gehalten, wobei die Drehachse der Druckrolle 2 ebenso wie die der Zuführräder 3 und
des Widerlagers 5 in Hubrichtung der Druckrolle 2 in einer Ebene angeordnet sind.
[0030] Die Druckrolle 2 ist dabei in einem Rollenhalter 9 drehbar gehalten, der mittels
einer Druckfeder 10 verschieblich am Traggestell 1 befestigt ist und der eine Führungsbahn
für den Klebstreifen 8 aufweist. Die Druckfeder 10 stützt sich einerseits am Rollenhalter
9 und andererseits am Traggestell 1 ab.
[0031] Die Klebstreifen 8 der jeweiligen Klebstreifenrolle 7 sind nach der Erfindung so
geführt, dass sie in Funktion der Einrichtung mit ihren einander zugewandten Klebflächen
zwischen dem Widerlager 5 und der Druckrolle 2 verlaufen, wobei zwischen den beiden
Klebstreifen 8 das Kabel 14 klebend gehalten ist, während die benachbarten Bereiche
der Klebstreifen 8 miteinander ebenfalls verklebt sind.
[0032] Zum Schutz des unteren Klebstreifens 8 ist ein Schutzblech 11 an einem am Traggestell
1 befestigten Schwenktisch 12 angeschlossen, der, wie insbesondere die Figur 3 wiedergibt,
in axialer Richtung des Zuführrades 3 verschwenkbar an einem Support 13 gehalten ist.
Durch die Verschwenkbarkeit des Schwenktisches 12 ergibt sich eine vergrößerte Ablagemöglichkeit
für längere Kabel.
[0033] Während die Figuren 1-3 eine Einrichtung wiedergeben, die alleinstehend einsetzbar
ist, ist das in den Figuren 4 und 8 dargestellte Beispiel einer Einrichtung so konfiguriert,
dass sie an einem modularen Kabelverarbeitungscenter 17 angeschlossen werden kann,
wobei in der Figur 8 die an einem verfahrbaren Gestell 18 befestigte Einrichtung montiert
dargestellt ist.
[0034] Das modulare Kabelverarbeitungscenter 17, entsprechend der
DE 10 2018 131 439 A1, weist mehrere Kabelrollen 19, einen Ablängautomaten 20, ein Markierungssystem 21,
einen Crimpautomaten 22 sowie ein Trommelmagazin 23 auf.
[0035] Zur Befestigung der Einrichtung ist mit dem Traggestell 1 eine Stange 15 verbunden,
die mittels einer Rohrschelle 16 an dem Gestell 18 befestigt ist. In den Figuren 4a)
- 4d) ist jeweils die Einrichtung mit in die Zuführräder 3 eingelegten Kabeln 14 dargestellt,
und zwar in unterschiedliche Drehpositionen der Zuführräder 3.
[0036] So zeigt die Figur 4a) eine Situation, in der ein Kabel 14 in eine Einkerbung 4 eingelegt
ist, bevor dieses Kabel 14 durch Verdrehen der Zuführräder 3 in den Wirkbereich der
Druckrolle 2 und des Widerlagers 5 gelangt, wie dies in der Figur 4b) erkennbar ist.
[0037] Im weiteren Verlauf, in dem das zunächst eingefügte Kabel 14 durch die miteinander
verklebten Klebstreifen 8 fixiert ist, ist in die in Drehrichtung davor liegende Einkerbung
4 ein weiteres Kabel 14 eingelegt, entsprechend der Abbildung in der Figur 4c). Die
Figur 4d) schließlich zeigt die Situation, in der das nachgeführte Kabel 14 ebenfalls
in den Wirkbereich der Druckrolle 2 und des Widerlagers 5 geführt ist.
[0038] Die Figur 5 zeigt in einem Ausschnitt in einer Vorderansicht die Anordnung der Zuführräder
3, die mit zwei Kabeln 14 in ihren Einkerbungen bestückt sind. Es ist zu erkennen,
dass der Abstand zwischen den Zuführrädern 3, der Dicke des Widerlagers 5, das zwischen
den beiden Zuführrädern 3 angeordnet ist und der maximalen Breite des Klebstreifens
8 entspricht, so dass die beiden aneinander liegenden Klebstreifen 8 exakt aufeinander
liegen, wenn sie miteinander verklebt sind. Dabei bilden die beiden Zuführräder 3
mit ihren einander zugewandten Flächen praktisch eine Führung für die Klebstreifen
8.
[0039] In der Figur 6 ist der Ausschnitt nach Figur 5 in einer Seitenansicht abgebildet.
Darin ist deutlich die Positionierung der beiden Kabel 14 erkennbar, von denen eines
bereits durch die miteinander verklebten Klebstreifen 8 fixiert ist, während das vordere
in die Einkerbungen 4 eingefügt ist, bevor es in den Wirkbereich der Druckrolle 2
mit dem Widerlager 5 gelangt.
[0040] Die Figur 7 schließlich zeigt die Einheit Zuführräder 3 und Widerlager 5, die praktisch
eine Funktionseinheit bilden, und zwar derart, dass sie gleich drehend sind, wobei
die Einkerbungen 4 der sich gegenüberliegenden Zuführräder 3 deckungsgleich sind.
Die Flanken der Einkerbungen 4 sind so gestaltet, dass die jeweils der Drehrichtung
abgewandte Flanke konvex ausgebildet ist, um so ein leichteres Einlegen des jeweiligen
Kabels 14 zu ermöglichen.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 1
- Traggestell
- 2
- Druckrolle
- 3
- Zuführrad
- 4
- Einkerbung
- 5
- Widerlager
- 6
- Rollenaufnahme
- 7
- Klebstreifenrolle
- 8
- Klebstreifen
- 9
- Rollenhalter
- 10
- Druckfeder
- 11
- Schutzblech
- 12
- Schwenktisch
- 13
- Support
- 14
- Kabel
- 15
- Stange
- 16
- Rohrschelle
- 17
- Modulares Kabelverarbeitungscenter
- 18
- Gestell
- 19
- Kabelrolle
- 20
- Ablängautomat
- 21
- Markierungssystem
- 22
- Crimpautomat
- 23
- Trommelmagazin
1. Einrichtung zum Bündeln mehrerer Kabel (14),
gekennzeichnet durch
- mindestens ein drehbares Zuführrad (3), das umfänglich mehrere Einkerbungen (4)
zur Aufnahme von jeweils mindestens einem Kabel (14) aufweist,
- eine federbelastet gegen ein Widerlager (5) drückbare Druckrolle (2) sowie
- zwei abständig zueinander angeordnete Rollenaufnahmen (6) zur Halterung von jeweils
einer Klebstreifenrolle (7) mit einem abwickelbaren Klebstreifen (8)
- wobei in Funktion die Klebstreifen (8) mit ihren einander zugewandten Klebflächen
zwischen dem Widerlager (5) und der Druckrolle (2) geführt werden.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei abständig zueinander angeordnete zueinander verdrehfeste Zuführräder (3) vorgesehen
sind, zwischen denen das Widerlager (5) angeordnet ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Widerlager (5) als Rolle ausgebildet ist.
4. Einrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen den Zuführrädern (3) und damit die Dicke des Widerlagers (5)
der maximalen Breite des Klebstreifens (8) entspricht, so dass der Klebstreifen (8)
problemlos eingeführt werden kann und frei zwischen den Zuführrädern (3) geführt wird.
5. Einrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einkerbungen (4) der beiden sich gegenüberliegenden Zuführräder (3) deckungsgleich
sind.
6. Einrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckrolle (2) an einem Rollenhalter (9) befestigt ist, der in Hubrichtung der
Druckrolle (2) verschieblich an einem Traggestell (1) befestigt ist.
7. Einrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich an dem Rollenhalter (9) eine Druckfeder (10) abstützt, die andererseits an dem
Traggestell (1) anliegt.
8. Einrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Traggestell (1) ein Schwenktisch (12) gehalten ist, der in axialer Richtung
des Zuführrades (3) verschwenkbar an einem Support (13) gelagert ist und je nach Schwenkstellung
arretierbar ist.
9. Einrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Klebstreifenrolle (7) auf die zugeordnete Rollenaufnahme (6) aufsteckbar ist.
10. Anordnung einer Einrichtung nach Anspruch 1 an einem modularen Kabelverarbeitungscenter,
mit mehreren Kabelrollen (19), und/oder einem Ablängautomaten (20), und/oder einem
Markierungssystem (21), und/oder einen Crimpautomaten (22) und/oder einem Trommelmagazin
(23).