[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren zur Entschwadung von Prozessabluft einer Anlage
zur Herstellung oder Verarbeitung einer Faserstoffbahn nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Bei der Herstellung von Faserstoffbahnen wie Papier- oder Zellstoffbahnen entsteht
insbesondere bei der Trocknung der Bahn eine große Menge von sehr feuchter Abluft.
Wird diese direkt an die Umgebung abgegeben, kann es bei geeigneten klimatischen Verhältnissen
zur Bildung eines sichtbaren Nebels kommen.
[0003] Dieser Nebel kann in direkter Nähe der Anlage als Niederschlag niedergehen und insbesondere
im Winter zu glatten Wegen führen. Zudem kann es durch tiefhängende Nebelschwaden
zu Sichtbehinderungen im Straßenverkehr kommen.
[0004] Daher fordern gesetzliche Rahmenbedingungen oftmals von den Betreibern, dass von
den Anlagen keine sichtbaren Wasserdampffahnen emittiert werden.
[0005] Die Reduzierung des sichtbaren Nebels bedeutete in der Vergangenheit einen zusätzlichen
Energieaufwand für das Aufheizen des Abluftstroms auf einen Punkt jenseits des Kondensationspunktes,
manchmal unterstützt durch vorherige Kondensation eines Teils der Luftfeuchtigkeit.
Da dieser zusätzliche Energieaufwand nicht wirtschaftlich ist, wurde er nur selten
realisiert.
[0006] Aus dem Stand der Technik ist zur Vermeidung einer solchen Wasserdampffahne beispielsweise
das Produkt ERCS - Typ04 der Firma Scheuch GmbH in Österreich bekannt
(www.scheuch.com). Dabei wird kalte Umgebungsluft über einen Wärmetauscher vorgewärmt und anschließend
mit der feuchten Abluft vermischt.
[0007] Nachteilig am Stand der Technik ist dabei zum einen, dass der technische Aufwand
für die Entschwadung nicht unerheblich ist, da ein eigener Wärmetauscher sowie ein
Gebläse System mit geeigneter Steuerung vorgesehen sein muss.
[0008] Da eine beträchtliche Menge an Außenluft zusätzlich gefördert werden muss, erhöht
diese Entschwadung auch den Energieverbrauch der Anlage.
[0009] Schließlich kommt es durch das Abkühlen der Prozessluft zu einer Kondensation im
Inneren des Abluftsystems, was unter anderem zu verstärkter Korrosion führen kann.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein einfaches und kostengünstiges
Verfahren vorzuschlagen, dass die Nebelbildung effektiv reduziert oder verhindert.
[0011] Es ist weiter Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren vorzuschlagen, das ohne oder mit
nur geringem Zusatzaufwand an Energie und/oder baulichen Maßnahmen auskommt.
[0012] Eine Verbesserung ist in der Patentanmeldung
DE102019114467 der Anmelderin beschrieben. Dort wird ein Verfahren zur Entschwadung von Prozessabluft
einer Anlage zur Herstellung oder Verarbeitung einer Faserstoffbahn, insbesondere
einer Zellstoff-, Papier- oder Kartonbahn, beschrieben, wobei die Anlage eine Trockenpartie
umfasst, in welcher die Faserstoffbahn zumindest teilweise mittels Kontakttrocknung
getrocknet wird, wobei eine erste Abluft erzeugt wird und wobei die Anlage eine zweite
Quelle umfasst, die eine zweite Abluft erzeugt, welche mit der ersten Abluft vermischt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Abluft eine höhere Temperatur und eine
geringere relative Feuchte aufweist, als die erste Abluft.
[0013] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Alternative zu dem in der
DE102019114467 beschriebenen Verfahren anzugeben, das kostengünstig und sehr breit einsetzbar ist,
und insbesondere auch bei bestehenden Anlagen nachgerüstet werden kann.
[0014] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1. Vorteilhafte Ausführungen
sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0015] Dabei ist das Verfahren ein Verfahren zur Entschwadung von Prozessabluft einer Anlage
zur Herstellung oder Verarbeitung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Zellstoff-,
Papier- oder Kartonbahn, wobei die Anlage eine Trockenpartie umfasst, in welcher die
Faserstoffbahn zumindest teilweise mittels Kontakttrocknung getrocknet wird, wobei
der Trockenpartie eine Zuluft zugeführt und von der Trockenpartie eine Abluft abgeführt
wird, und wobei die Zuluft eine höhere Temperatur und eine geringere relative Feuchte
aufweist, als die Abluft. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass von der Zuluft ein
Teilstrom abgezweigt, und vor der Abgabe an die Umgebung mit der Abluft unter Erzeugung
der Prozessabluft vermischt wird.
[0016] Dieses Verfahren hat den großen Vorteil, dass es ohne große Zusatzkosten auch als
Nachrüstlösung in eine bestehende Anlage eingebaut werden kann. Dabei ist es im Gegensatz
zum Stand der Technik der
DE102019114467 unerheblich, ob neben der die feuchte Abluft erzeugenden Trockenpartei noch weitere
Aggregate zur Verfügung stehen. Die Schwadenreduzierung kann allein mit der für die
Trockenpartie ohnehin vorhandenen Infrastruktur vorgenommen werden. Es muss lediglich
eine Leitung für das Abzweigen des Teilstroms vorgesehen werden.
[0017] Wie erwähnt erlaubt dies die Nachrüstung einer Entschwadung auch bei bestehenden
Anlagen.
[0018] Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass so viel von dem Teilstrom der Zuluft zu der
Abluft zugemischt wird, dass der Taupunkt der Prozessabluft unterhalb der Umgebungstemperatur
der Anlage, insbesondere zumindest 5 ° unterhalb der Umgebungstemperatur der Anlage
liegt.
[0019] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die relative Feuchte [%] der
Prozessabluft um min 5%-Punkte, bevorzugt min. 10%-Punkte unterhalb der relativen
Feuchte der Abluft liegt
[0020] Vorteilhaft ist es, wenn in der Leitung der Zuluft ein Zuluftgebläse vorgesehen ist,
und der Teilstrom der Zuluft nach dem Zuluftgebläse abgezweigt wird. Dann ist für
die Förderung des Teilstroms kein eigenes Gebläse notwendig und der Teilstrom wird
mit dem ohnehin vorhandenen Zuluftgebläse gefördert.
[0021] In einer alternativen Ausführung kann vorgesehen sein, dass der Teilstrom der Zuluft
vor dem Zuluftgebläse abgezweigt wird. In diesem Fall wird zweckmäßigerweise in der
Leitung des Teilstroms der Zuluft ein zusätzlicher Schublüfter zum Fördern des Teilstroms
vorgesehen sein. Dies hat den Vorteil, dass die als Teilstrom abgeführte Menge verändert
werden kann - über eine Veränderung der Leistung des Schublüftersohne an dem Zuluftgebläse
etwas verändern zu müssen. In manchen Installationen sind nämlich beispielsweise im
Rahmen einer Taupunktregelung der Trockenhaube das Zuluftgebläse und das Abluftgebläse
miteinander gekoppelt. In solchen Fällen ist es schwierig, die Menge an Teilstrom
zu verändern ohne Störungen in der Taupunktregelung zu provozieren.
[0022] Um mittels eines Schublüfters bequem und auch verlässlich die Menge des Teilstroms
verändern zu können ist es vorteilhaft, wenn der Schublüfter frequenzgeregelt ausgeführt
ist.
[0023] Weiterhin ist bei der Verwendung eines solchen Schublüfters vorteilhaft, dass die
Position der Abzweigung des Teilstroms frei gewählt, und insbesondere auch vor dem
Zuluftgebläse vorgesehen sein kann.
[0024] Weiterhin ist es vorteilhaft, dass die Zuluft konditioniert, insbesondere erwärmt
wird, und der Teilstrom der Zuluft nach oder zwischen den einzelnen Konditionierungsstufen
abgezweigt wird. Diese Erwärmung ist für die Verwendung der Zuluft in der Trockenpartie
meist ohnehin notwendig und die Entschwadungswirkung des Teilstroms der Zuluft wird
dadurch erhöht.
[0025] Weiterhin kann es vorteilhaft sein, wenn in der Leitung der Abluft ein Abluftgebläse
vorgesehen ist, und die Vermischung der Zuluft mit der Abluft nach dem Abluftgebläse
erfolgt.
[0026] Alternativ kann es aber auch vorteilhaft sein, wenn die Vermischung der Zuluft mit
der Abluft vor dem Abluftgebläse erfolgt. Beispielsweise bei Umbauten kann es aus
den örtlichen Gegebenheiten heraus erforderlich sein, den Teilstrom der Zuluft vor
dem Abluftgebläse einzubinden. Die grundlegende Funktion des Verfahrens bleibt dabei
erhalten.
[0027] Meist ist der Druck, der durch das Zuluftgebläse erzeugt wird, höher als der Druck,
den das Abluftgebläse erzeugt. Dadurch ist gewährleistet, dass der Teilstrom der Zuluft
sicher in den Abluftstrom eingemischt wird. Ein unerwünschtes Rückströmen der Abluft
in die Leitung des Teilstroms der Zuluft kann dadurch vermieden werden.
[0028] Es kann vorteilhaft sein, wenn in der Abluft und/oder der Zuluft und/oder in der
Prozessabluft die Temperatur gemessen wird.
[0029] Es kann alternativ oder zusätzlich vorteilhaft sein, wenn in der Abluft und/oder
der Zuluft und/oder in der Prozessabluft die Feuchte gemessen wird.
[0030] In einer bevorzugten Ausführung kann vorgesehen sein, dass Mittel, insbesondere einstellbare
Klappen, vorgesehen sind, um die Menge des Teilstroms der Zuluft zur Abluft zu verändern.
[0031] Alternativ oder zusätzlich können diese Mittel auch dadurch realisiert sein, dass
ein frequenzgeregelter Schublüfter in der Teilstromleitung vorgesehen ist, und über
diese Regelung die Menge des Teilstroms verändert wird. Diese Einstellung über einen
frequenzgeregelten Lüfter ist üblicherweise verlässlicher und genauer als über eine
geregelte Klappe.
[0032] Der abgezweigte Teilstrom, der zur Entschwadung benötigt wird, umfasst meist zwischen
5% und 20 % der gesamten Zuluftmenge. Je nach Wetterlage kann aber zeitweise auch
überhaupt keine Zugabe von Zuluft (=0%) zur Abluft notwendig sein. Mittels der einstellbaren
Klappen oder anderer geeigneter Mittel kann der abgezweigte Teilstrom angepasst werden.
[0033] In sehr vorteilhaften Ausführungen kann vorgesehen sein, dass die Menge des Teilstroms
der Zuluft zur Abluft über die Fördermenge des Schublüfters gesteuert bzw. geregelt
wird, wobei insbesondere die Förderleistung des Schublüfters in Abhängigkeit von der
Förderleistung des Abluftgebläses erhöht oder gesenkt wird.
[0034] Dabei kann es zweckmäßig sein, dass bei einer Reduzierung der Förderleistung des
Abluftgebläses die Förderleistung des Schublüfters erhöht wird, bzw. bei einer Erhöhung
der Förderleistung des Abluftgebläses die Förderleistung des Schublüfters reduziert
wird. Eine Reduzierung der pro Zeiteinheit geförderten Abluftmenge aus der Trockenpartie
führt bei ansonsten konstanten Produktionsbedingungen in der Konsequenz nämlich dazu,
dass sich die Feuchtigkeit der Abluft erhöht. Die Erfinder haben überaschenderweise
erkannt, dass in diesem Fall trotz der geringeren Menge an Abluft oft eine größere
Menge an trockener Zuluft zugemischt werden sollte, um eine Schwadenbildung zu vermeiden.
[0035] Darüber hinaus ermöglicht dieses Verfahren eine Steigerung der Ausblasgeschwindigkeit
der Prozessabluft am Abluftaustritt über Dach. In besonders vorteilhaften Ausführungen
kann dieses Verfahren genutzt werden, eine konstante Ausblasgeschwindigkeit wie zuvor
beschrieben zu ermöglichen. Dies ist häufig in Bezug auf die Emissionsgutachten von
besonderer Relevanz.
[0036] In besonders vorteilhaften Ausführungen kann vorgesehen sein, dass bis zu einem bestimmten
Schwellwert des Abluftgebläses (z.B. bei maximaler Leistung des Abluftgebläses) der
Schublüfter ganz ausgeschaltet ist, oder auf einer Minimaldrehzahl betrieben wird.
Wird die Leistung des Abluftgebläses unter diesen Schwellwert gesenkt, wird die Leistung
des Schublüfters erhöht.
[0037] Für den exakten Zusammenhang zwischen Reduzierung des Abluftgebläses und Steigerung
des Schublüfters können geeignete Kurven hinterlegt werden. Diese können jeweils anlagenabhängig
ermittelt werden.
[0038] Es ist beispielsweise eine ,Bang-Bang' Steuerung möglich, bei der der Schublüfter
auf maximale Leistung gefahren wird, sobald die Leistung des Abluftgebläses einen
Schwellwert unterschreitet.
[0039] Alternativ ist auch eine stufenweise Steigerung beim Erreichen weiterer Schwellwerte
möglich.
[0040] Wiederum alternativ kann ein funktionaler Zusammenhang, zum Beispiel ein linearer
oder quadratischer Zusammenhang zwischen Abnahme der Reduzierung des Abluftgebläses
und Steigerung des Schublüfters hinterlegt sein.
[0041] Wiederum alternativ kann ein funktionaler Zusammenhang angepasst auf eine ggf. erforderliche
Einbindung des Teilstromes der Zuluft vor dem Abluftgebläse hinterlegt sein.
[0042] Weiterhin ist es zweckmäßig, wenn die Menge des Teilstroms der Zuluft, die mit der
Abluft vermischt wird in Abhängigkeit der Temperatur und/oder Feuchte der Abluft und/oder
Prozessabluft und/oder Zuluft und/oder der Umgebung eingestellt wird.
[0043] Um eine gute Durchmischung der Abluft und des Teilstroms der Zuluft zu gewährleisten
kann vorgesehen sein, dass der Teilstrom der Zuluft und die Abluft mittels eines statischen
Mischers vermischt werden.
[0044] Häufig wird die Prozessabluft in einer Höhe von mehr als 40m, insbesondere 60m oder
mehr über dem Grund an die Umgebung abgegeben.
[0045] Im Folgenden wird die Erfindung anhand schematischer Figurenweiter erläutert. Die
Erfindung ist dabei nicht auf diese Ausführungsform beschränkt.
Figur 1 zeigt ein Schema für ein Verfahren gemäß einem Aspekt der Erfindung.
Figur 2 zeigt ein Schema für ein Verfahren gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung.
Figur 3 zeigt ein Schema für ein Verfahren gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung.
[0046] Die Trockenpartie 1 einer Maschine zur Herstellung einer Papier- oder Zellstoffbahn
ist üblicherweise von einer Haube umschlossen. Die Luft in der Haube muss das aus
der Papierbahn entfernte Wasser aufnehmen können. Um zu vermeiden, dass diese das
Wasser aufgrund der Sättigung nicht mehr aufnehmen kann, wird kontinuierlich ein Teil
der Haubenluft als Abluft 2 abgeführt. Da in dieser warmen Abluft 2 noch einige Energie
steckt, wird die Abluft 2 über einen oder mehrere Wärmetauscher 3, 4 abgekühlt. In
der in Figur 1 gezeigten Ausführung ist ein Luft/Luft-Wärmetauscher 3 zum Vorwärmen
von Umgebungsluft 8 sowie ein Luft/Wasser 4 Wärmetauscher 4 zum Vorwärmen bspw. Von
Prozesswässern vorgesehen. Danach ist ein Abluftgebläse 5 angeordnet, das die Abluft
in Richtung z.B. eines Kamins etc. fördert.
[0047] Zugleich wird der Haube, bzw. der Trockenpartie 1 stetig frische Zuluft 12 zugeführt.
Diese Zuluft 12 soll möglichst warm und trocken sein. Zu diesem Zweck wird Versorgungsluft
8 -üblicherweise Umgebungsluft 8- durch ein Zuluftgebläse 11 angesaugt, und über eine
oder mehrere Stufen konditioniert. In Figur 1 ist hierzu exemplarisch ein Wärmetauscher
3 vorgesehen, der die Umgebungsluft 8 mittels der Abluft 2 vorwärmt. Zusätzlich sind
hier noch ein erste Heizung 9 und eine zweite Heizung 10 vorgesehen, die die Luft
weiter mittels Kondensat, Dampf oder anderer geeigneter Heizmedien weiter aufwärmen.
Die Konditioniereinrichtungen 3, 9, 10 sind in Figur 1 alle vor dem Zuluftgebläse
11 angeordnet. Zwischen dem Zuluftgebläse und der Trockenpartie 1 wird nun ein Teilstrom
der Zuluft 13 von der Zuluft abgezweigt. Dieser Teilstrom 13 wird dann der Abluft
2 vermischt. Die dadurch entstehende Prozessabluft 7 wird - meist über einen Schalldämpfer
6 und einen geeigneten Kamin an die Umgebung abgegeben. Um die Menge des Teilstroms
13 einstellen bzw. dosieren zu können, kann eine einstellbare Klappe 14 oder andere
geeignete Mittel 14 vorgesehen sein.
[0048] Die Vermischung des Teilstroms der Zuluft 13 mit der Abluft 2 erfolgt nach dem Abkühlen
durch die Wärmetauscher 3, 4, sowie nach dem Abluftgebläse 5. Da das Zuluftgebläse
11 in der Regel einen größeren Druck erzeugt als das Abluftgebläse 5, kann ein Strömen
der Abluft 2 ,in die falsche Richtung', als in die Leitung des Teilstroms 13 hinein,
weitgehend ausgeschlossen werden.
[0049] Die Figur 1 zeigt noch einmal sehr gut, wie einfach das vorgeschlagene Entschwadungsverfahren
in eine vorhandene Anlage eingebaut werden kann. Es ist lediglich die - strichliert
gezeichnete- Leitung für den Teilstrom der Zuluft 13 zu installieren, sowie gegebenenfalls
eine einstellbare Klappe 14 zur Dosierung des Teilstroms 13. Zudem ist diese Lösung
mit Ausnahme der Klappe 14 nahezu wartungsfrei.
[0050] Das Volumen des Teilstroms 13 ist relativ gering, und zwar sowohl verglichen mit
der gesamten Zuluft 12, als auch verglichen mit der Abluft 2 und umfasst meist zwischen
5% und 20 %, oftmals zwischen 10% und 15% der gesamten Zuluftmenge und/oder Abluftmenge.
Je nach Wetterlage kann aber zeitweise auch überhaupt keine Zugabe von Zuluft (=0%)
zur Abluft notwendig sein.
[0051] Für die verschiedenen Luftströme können beispielhaft die folgenden Werte angenommen
werden:
Tabelle 1:Mögiche Parameter der Luftströme
| Luft |
Temperatur |
Rel. Feuchte |
| Abluft |
75-95 [°C], |
|
| (aus Haube) |
z.B. 85 [°C] |
|
| Abluft |
50-65 [°C] |
90%- 98% |
| (nach Wärmetauschern) |
z.B. [58°C] |
z.B. 96% |
| Zuluft sowie |
100-120 [°C] |
1%-5% |
| Teilstrom d. Zuluft |
z.B. 110 [°C] |
z.B. 2% |
| Prozessabluft |
55-70 [°C] |
70%-80% |
| |
z.B. 6 [°C] |
z.B. 78% |
[0052] In einer typischen Anwendung fördert das Abluftgebläse 5 ca. 156.000 m
3/h Abluft 2 mit einer Temperatur von 58°C und einer relativen Feuchte von 96%. Würde
man diese Abluft 2 direkt in die Umgebung abgeben, käme es nahezu sicher zur Schwaden-
bzw. Nebelbildung.
[0053] Vermischt man diese Abluft 2 mit einem Teilstrom 13 der Zuluft von ca. 11.000 m
3/m bei einer Temperatur von 110°C und einer relativen Feuchte von 2%, so ergibt sich
daraus eine Prozessabluft 7 von ca. 167.000 m
3/h mit einer Temperatur von 61°C und einer relativen Feuchte von nur noch 78%. Die
Neigung zur Schwadenbildung ist dadurch massiv reduziert worden.
[0054] Die Ausführung in Figur 2 unterscheidet sich von der Variante in Figur 1 dadurch,
dass der Teilstrom 13 der Zuluft 12 bereits vor dem Zuluftgebläse 11 abgezweigt wird.
Um den Teilstrom 13 fördern zu können, ist in der Leitung ein zusätzlicher Schublüfter
15 vorgesehen. Dieser Schublüfter 15 kann insbesondere frequenzgeregelt sein. In diesem
Fall kann die Menge des Teilstroms 13 alternativ oder zusätzlich zu einer Klappe 14
direkt über den Schublüfter 15 verändert werden. Insbesondere kann das Zuluftgebläse
11 auch bei einer Veränderung der Teilstrommenge 13 unverändert betrieben werden.
Bei der Ausführung in Figur 2 wird der Teilstrom 13 unmittelbar vor dem Zuluftgebläse
abgeführt. Es kann alternativ auch vorgesehen sein, diese Abzweigung weiter vorne,
beispielsweise zwischen den Heizungen 9 und 10, oder nach dem Wärmetauscher 3 anzuordnen.
Der Teilstrom 13 der Zuluft hat dann gegebenenfalls eine etwas geringere Temperatur
als der Hauptstrom der Zuluft 12. Dies kann aber für die gewünschte Entschwadung ausreichend
sein, und man kann sich so Kosten für die Heizung 9 und/oder 10 sparen.
[0055] Das in Figur 3 gezeigte Schema ist besonders geeignet zur Durchführung eines Verfahrens,
bei dem die Menge des Teilstroms der Zuluft 13 zur Abluft 2 über die Fördermenge des
Schublüfters 15 gesteuert bzw. geregelt wird, wobei die Förderleistung des Schublüfters
15 in Abhängigkeit von der Förderleistung des Abluftgebläses 5 erhöht oder gesenkt
wird. Bei derartigen Verfahren kann bisweilen die Leistung des Schublüfters 15 derart
weit zurückgenommen werden -ggf. sogar ausgeschaltet werden-, dass der Teilstrom der
Zuluft 13 nur noch mit einem sehr geringen Druck gefördert wird. Liegt dieser Druck
unterhalb des Drucks, der in der Leitung der Abluft 2 herrscht, kann dies dazu führen,
dass die feuchte Abluft 2 durch die Leitung des Teilstroms der Zuluft 13 bzw. er Zuluft
12 wieder zurück in die Trockenhaube der Trockenpartie 1 gedrückt wird. Um dies zu
vermeiden, ist es, wie in Figur 3 gezeigt, generell vorteilhaft, wenn eine Klappe
14a vorgesehen ist, um eine derartige Rückströmung zu verhindern. Da die Klappe 14a
im Gegensatz zu der in Figur 1 gezeigten Ausführung nicht zum Einstellen der Durchflussmenge
eingesetzt wird, muss sie auch nicht als verstellbare Klappe 14 ausgeführt sein. Es
ist vollkommen ausreichend, wenn die Klappe 14a zwischen den Stellungen "auf" und
"zu" schalten kann.
Bezugszeichen
[0056]
- 1
- Trockenpartie
- 2
- Abluft
- 3
- Wärmetauscher (Luft/Luft)
- 4
- Wärmetauscher (Luft/Wasser)
- 5
- Abluftgebläse
- 6
- Schalldämpfer
- 7
- Prozessabluft
- 8
- Versorgungsluft/Umgebungsluft
- 9
- erste Heizung
- 10
- zweite Heizung
- 11
- Zuluftgebläse
- 12
- Zuluft
- 13
- Teilstrom der Zuluft
- 14
- verstellbare Klappe
- 14a
- Klappe
- 15
- Schublüfter
1. Verfahren zur Entschwadung von Prozessabluft (7) einer Anlage zur Herstellung oder
Verarbeitung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Zellstoff-, Papier- oder Kartonbahn,
wobei die Anlage eine Trockenpartie (1) umfasst, in welcher die Faserstoffbahn zumindest
teilweise mittels Kontakttrocknung getrocknet wird, wobei der Trockenpartie (1) eine
Zuluft (12) zugeführt und von der Trockenpartie (1) eine Abluft (2) abgeführt wird,
und wobei die Zuluft (12) eine höhere Temperatur und eine geringere relative Feuchte
aufweist, als die Abluft (2), dadurch gekennzeichnet, dass von der Zuluft (12) ein Teilstrom (13) abgezweigt, und vor der Abgabe an die Umgebung
mit der Abluft (2) unter Erzeugung der Prozessabluft (7) vermischt wird
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass so viel von dem Teilstrom der Zuluft (13) zu der Abluft (2) zugemischt wird, dass
der Taupunkt der Prozessabluft (7) unterhalb der Umgebungstemperatur der Anlage, insbesondere
zumindest 5 ° unterhalb der Umgebungstemperatur der Anlage liegt.
3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Leitung der Zuluft (12) ein Zuluftgebläse (11) vorgesehen ist, und der Teilstrom
der Zuluft (13) nach dem Zuluftgebläse (11) abgezweigt wird.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Leitung der Zuluft (12) ein Zuluftgebläse (11) vorgesehen ist, und der Teilstrom
der Zuluft (13) vor dem Zuluftgebläse (11) abgezweigt wird und wobei in der Leitung
des Teilstroms der Zuluft (13) ein zusätzlicher Schublüfter (15) vorgesehen ist.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuluft (12) konditioniert, insbesondere erwärmt wird, und der Teilstrom der Zuluft
(13) nach der Konditionierung abgezweigt wird.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Leitung der Abluft (2) ein Abluftgebläse (5) vorgesehen ist, und die Vermischung
der Zuluft (13) mit der Abluft (2) nach dem Abluftgebläse (5) erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Abluft (2) und/oder der Zuluft (12,13) und/oder in der Prozessabluft (7) die
Temperatur gemessen wird.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Abluft (112) und/oder der Zuluft (12,13) und/oder in der Prozessabluft (7)
die die Feuchte gemessen wird.
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen sind, um die Menge des Teilstroms der Zuluft (13) zur Abluft (2)
zu verändern, wobei die Mittel insbesondere als einstellbare Klappen (14) oder als
Frequenzregelung des Schublüfters (15) ausgeführt sein können.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des Teilstroms der Zuluft (13), die mit der Abluft (2) vermischt wird in
Abhängigkeit der Temperatur und/oder Feuchte der Abluft und/oder Prozessabluft und/oder
Zuluft eingestellt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des Teilstroms der Zuluft (13) zur Abluft (2) über die Fördermenge des
Schublüfters (15) gesteuert bzw. geregelt wird, wobei die Förderleistung des Schublüfters
(15) in Abhängigkeit von der Förderleistung des Abluftgebläses (5) erhöht oder gesenkt
wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Reduzierung der Förderleistung des Abluftgebläses (5) die Förderleistung
des Schublüfters (15) erhöht wird, bzw. bei einer Erhöhung der Förderleistung des
Abluftgebläses (5) die Förderleistung des Schublüfters (15) reduziert wird.
13. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilstrom der Zuluft (13) und die Abluft (2) mittels eines statischen Mischers
vermischt werden.
14. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Prozessabluft (7) in einer Höhe von mehr als 40m, insbesondere 60m oder mehr
über dem Grund an die Umgebung abgegeben wird.
1. Method for demisting process exhaust air (7) of an installation for producing or processing
a fibrous web, in particular a pulp, paper or board web, the installation comprising
a drying section (1) in which the fibrous web is at least partially dried by means
of contact drying, wherein a supply air (12) is supplied to the drying section (1)
and an exhaust air (2) is discharged from the drying section (1), and wherein the
supply air (12) has a higher temperature and a lower relative humidity than the exhaust
air (2), characterized in that a partial flow (13) is branched off from the supply air (12) and is mixed with the
exhaust air (2) to produce the process exhaust air (7) before being discharged to
the environment
2. Method according to claim 1, characterized in that so much of the partial flow of the supply air (13) is added to the exhaust air (2)
that the dew point of the process exhaust air (7) is below the ambient temperature
of the system, in particular at least 5 ° below the ambient temperature of the system.
3. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a supply air blower (11) is provided in the supply air line (12), and the partial
flow of supply air (13) is branched off downstream of the supply air blower (11).
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a supply air fan (11) is provided in the supply air line (12), and the partial flow
of supply air (13) is branched off upstream of the supply air fan (11), and an additional
pusher fan (15) is provided in the line of the partial flow of supply air (13).
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the supply air (12) is conditioned, in particular heated, and the partial flow of
the supply air (13) is diverted after conditioning.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that an exhaust air blower (5) is provided in the duct of the exhaust air (2), and the
mixing of the supply air (13) with the exhaust air (2) takes place downstream of the
exhaust air blower (5).
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the temperature is measured in the exhaust air (2) and/or the supply air (12, 13)
and/or in the process exhaust air (7).
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the humidity is measured in the exhaust air (112) and/or the supply air (12, 13)
and/or in the process exhaust air (7).
9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that means are provided to change the quantity of the partial flow of the supply air (13)
to the exhaust air (2), wherein the means can be designed in particular as adjustable
flaps (14) or as frequency control of the pusher fan (15).
10. Method according to claim 9, characterized in that the quantity of the partial flow of the supply air (13), which is mixed with the
exhaust air (2), is adjusted as a function of the temperature and/or humidity of the
exhaust air and/or process exhaust air and/or supply air.
11. Method according to one of claims 9 or 10, characterized in that the quantity of the partial flow of the supply air (13) to the exhaust air (2) is
controlled or regulated via the delivery rate of the pusher fan (15), the delivery
rate of the pusher fan (15) being increased or decreased as a function of the delivery
rate of the exhaust air fan (5).
12. Method according to claim 11, characterized in that when the delivery rate of the exhaust air fan (5) is reduced, the delivery rate of
the pusher fan (15) is increased, or when the delivery rate of the exhaust air fan
(5) is increased, the delivery rate of the pusher fan (15) is reduced.
13. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the partial flow of the supply air (13) and the exhaust air (2) are mixed by means
of a static mixer.
14. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the process exhaust air (7) is discharged to the environment at a height of more
than 40 m, in particular 60 m or more above the ground.
1. Procédé de désembuage de l'air d'échappement de processus (7) d'une installation de
production ou de traitement d'une bande fibreuse, en particulier d'une bande de pâte
à papier, de papier ou de carton, l'installation comprenant une section de séchage
(1) dans laquelle la bande fibreuse est au moins partiellement séchée par séchage
par contact, un air d'alimentation (12) étant amené à la section de séchage (1) et
un air d'échappement (2) étant évacué de la section de séchage (1), et l'air d'alimentation
(12) ayant une température plus élevée et une humidité relative plus faible que l'air
d'échappement (2), caractérisé en ce qu'un flux partiel (13) est dérivé de l'air d'alimentation (12) et est mélangé à l'air
d'échappement (2) pour produire l'air d'échappement de processus (7) avant d'être
évacué dans l'environnement
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait qu'une telle quantité du flux partiel de l'air d'alimentation (13) est ajoutée à l'air d'évacuation
(2) que le point de rosée de l'air d'évacuation du processus (7) est inférieur à la
température ambiante du système, en particulier au moins 5 ° en dessous de la température
ambiante du système.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait qu'une soufflerie d'air d'alimentation (11) est prévue dans la conduite d'air d'alimentation
(12), et que le flux partiel d'air d'alimentation (13) est dérivé en aval de la soufflerie
d'air d'alimentation (11).
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait qu'un ventilateur de soufflage (11) est prévu dans la conduite de soufflage (12), que
le flux partiel de soufflage (13) est dérivé en amont du ventilateur de soufflage
(11) et qu'un ventilateur de poussée supplémentaire (15) est prévu dans la conduite
du flux partiel de soufflage (13).
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait que l'air d'alimentation (12) est conditionné, en particulier chauffé, et que le flux
partiel de l'air d'alimentation (13) est détourné après le conditionnement.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait qu'une soufflerie d'air vicié (5) est prévue dans le conduit d'air vicié (2), et que
le mélange de l'air d'alimentation (13) avec l'air vicié (2) a lieu en aval de la
soufflerie d'air vicié (5).
7. Méthode selon l'une des revendications précédentes, caractérisée par le fait que la température est mesurée dans l'air d'échappement (2) et/ou l'air d'alimentation
(12, 13) et/ou dans l'air d'échappement du processus (7).
8. Méthode selon l'une des revendications précédentes, caractérisée par le fait que l'humidité est mesurée dans l'air extrait (112) et/ou l'air d'alimentation (12, 13)
et/ou dans l'air extrait du processus (7).
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des moyens sont prévus pour modifier la quantité du flux partiel de l'air d'alimentation
(13) vers l'air d'échappement (2), les moyens pouvant être conçus en particulier comme
des volets réglables (14) ou comme une commande de fréquence du ventilateur de poussée
(15).
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé par le fait que la quantité du flux partiel de l'air d'alimentation (13), qui est mélangé à l'air
d'évacuation (2), est ajustée en fonction de la température et/ou de l'humidité de
l'air d'évacuation et/ou de l'air d'évacuation du procédé et/ou de l'air d'alimentation.
11. Procédé selon l'une des revendications 9 ou 10, caractérisé par le fait que la quantité du flux partiel de l'air d'alimentation (13) vers l'air d'échappement
(2) est contrôlée ou régulée par le débit du ventilateur de poussée (15), le débit
du ventilateur de poussée (15) étant augmenté ou diminué en fonction du débit du ventilateur
d'air d'échappement (5).
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé par le fait que lorsque le débit du ventilateur d'extraction (5) est réduit, le débit du ventilateur
de poussée (15) est augmenté, ou lorsque le débit du ventilateur d'extraction (5)
est augmenté, le débit du ventilateur de poussée (15) est réduit.
13. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait que les flux partiels de l'air d'alimentation (13) et de l'air d'évacuation (2) sont
mélangés au moyen d'un mélangeur statique.
14. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait que l'air d'échappement du procédé (7) est rejeté dans l'environnement à une hauteur
supérieure à 40 m, en particulier à 60 m ou plus au-dessus du sol.