I. Anwendungsgebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Messer, insbesondere ein Slicer-Messer, für eine Schneideinheit
einer Aufschneide-Maschine, insbesondere eines Slicers, zum Abschneiden von Scheiben
von einem Produkt-Strang. Die Erfindung betrifft ferner eine Schneideinheit mit einem
derartigen Messer sowie eine Aufschneide-Maschine, insbesondere einen Slicer, mit
einer derartigen Schneideinheit.
II. Technischer Hintergrund
[0002] Gattungsgemäße Aufschneide-Maschine sind allgemein aus der Lebensmittelindustrie
bekannt und sind dazu bestimmt, Stränge eines nur geringfügig kompressiblen Produktes
wie Wurst oder Käse in Scheiben aufzuschneiden.
[0003] Da diese Stränge mit einem über ihre Länge gut formhaltigen und maßhaltigen, also
im Wesentlichen konstanten, Querschnitt hergestellt werden können, werden sie Kaliber
oder Produkt-Kaliber genannt.
[0004] Dabei werden meist mehrere Produkt-Kaliber nebeneinander gleichzeitig aufgeschnitten,
indem vom gleichen Messer, welches sich in Querrichtung zur Längsrichtung der Produkt-Kaliber
bewegt, in einem Durchgang jeweils eine Scheibe abgeschnitten wird.
[0005] Die Produkt-Kaliber werden von einem Zuförderer der Aufschneide-Maschine vorwärts
geschoben in Richtung Messer, meist auf einem schräg nach unten gerichteten Zuförderer,
und jeweils durch die Produkt-Öffnungen einer so genannten Schneidbrille geführt,
an deren vorderen Ende das darüber hinaus vorstehende Teil des Produkt-Kalibers von
dem Messer unmittelbar vor der Schneidbrille als Scheibe abgetrennt wird.
[0006] Die Scheiben fallen in aller Regel auf einen Abförderer, mittels dessen sie zur Weiterverarbeitung
abtransportiert werden.
[0007] Dabei wird ein Messer, insbesondere ein sogenanntes Slicer-Messer, quer zur Längsrichtung
des Stranges durch dessen Querschnitt hindurch bewegt und dadurch eine Scheibe abgeschnitten,
und vor dem Abschneiden der nächsten Scheibe der Strang in Längsrichtung am Messer
vorbei vorwärtsgeschoben entlang einer Auflagefläche oder entlang eines Rohres oder
auch Formrohres für einen hinsichtlich seines Querschnittes ungleichmäßigen Strang,
entweder bis zu einem Anschlag auf der bezüglich des Hauptteiles des Stranges gegenüberliegenden
Seite des Messers oder am hinteren Ende gehalten und um ein Vorschubmaß gesteuert
vorwärtsgeschoben.
[0008] Dabei sind unterschiedliche Messerformen einsetzbar, beispielsweise um eine Rotationsachse
rotierende Messer, wie ein sichelförmiges Messer, bei dem der Radius seiner Schneidkante
zu einer Rotationsachse des Messers im Verlauf der Schneidkante zunimmt. Bei dem Abschneiden
einer jeweiligen Scheibe treten dabei zwischen der Kontaktfläche des Messers und der
abzutrennenden Scheibe des Stranges Reibkräfte auf, nämlich einerseits eine in Umfangsrichtung
des Stranges wirkende Reibkraft und andererseits eine in Richtung der Auflageebene
des Stranges wirkende Reibkraft, deren Wirkung auch als "Hacken" des Messers bezeichnet
wird.
[0009] Die in Umfangsrichtung des Stranges wirkende Reibkraft führt dabei zu einem Verdrehen
der abgeschnittenen Scheibe um die Rotationsachse des Messers.
[0010] Die durch das Verdrehen bewirkte Abweichung der abgeschnittenen Scheiben muss dabei
in der Regel vor einem weiteren Verarbeiten, beispielsweise einem Verpacken, der Scheiben
mittels eines sogenannten Ausrichtbandes wieder korrigiert werden.
[0011] Zur Begegnung dieses Problems sind im Stand der Technik bereits Messer vorgeschlagen
worden, welche mit einem sogenannten Hohlschliff auf der Scheibenseite versehen sind.
Um den Messerquerschnitt nicht zu stark zu schwächen, muss dieser allerdings möglichst
wenig tief ausgebildet sein, wodurch die gewünschte Wirkung jedoch meist nur in unzureichendem
Maße erzielt wird.
III. Darstellung der Erfindung
a) Technische Aufgabe
[0012] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Messer, insbesondere ein
Slicer-Messer, der eingangs genannten Art bereitzustellen, mit welchem der Problematik
des Verdrehens der Scheiben während des Schneidvorgangs begegnet werden kann.
b) Lösung der Aufgabe
[0013] Diese Aufgabe wird durch ein Messer nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0014] Ein solches rotierendes Messer taucht zum Abschneiden einer Scheibe in Querrichtung
in den Produktstrang - zurückversetzt von dessen vorderen Ende um die gewünschte Dicke
einer Scheibe - ein und durchläuft den Strang vollständig, wodurch eine Scheibe abgetrennt
wird.
[0015] Nach der Bewegung zurück in die Ausgangsposition kann der Strang vorwärtsgeschoben
und eine weitere Scheibe abgetrennt werden.
[0016] Erfindungsgemäß umfasst das Messer eine Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen, deren
Verlaufsrichtung in Bezug auf die Rotationsachse des Messer-Grundkörpers wenigstens
teilweise in nicht-radialer Richtung verläuft. Es ist der Verdienst des Erfinders
erkannt zu haben, dass derartige Vertiefungen zu einer Reduzierung der in Umfangsrichtung
während des Schneidvorgangs wirkenden Kontaktfläche und der in Umfangsrichtung auf
die Scheibe wirkenden Kraft führen, so dass ein Verdrehen der Scheiben verhindert
oder zumindest deutlich reduziert werden kann, ohne dabei die Schneidwirkung des Messers
in unerwünschter Weise zu beeinflussen. Eine Korrektur der Scheiben mit einem nachgelagerten
Ausrichtband muss somit nur noch in geringerem Maße erfolgen und kann bestenfalls
sogar ganz entfallen.
[0017] Die Erstreckung in nicht-radialer Richtung kann dabei derart ausgestaltet sein, dass
die Verlaufsrichtung einer jeweiligen Vertiefung über wenigstens einen Abschnitt der
Vertiefung in nicht-radialer Richtung verläuft. Beispielsweise kann dieser Abschnitt
eine Verlaufsrichtung aufweisen, deren Richtungsvektor in Bezug auf die Rotationsachse
- sowohl eine Komponente in radialer Richtung als auch eine Komponente in Umfangsrichtung
oder
- nur eine Komponente in Umfangsrichtung aufweist.
[0018] Die Verlaufsrichtung kann dabei die Richtung einer in Bezug auf eine Öffnung einer
rinnenförmigen Vertiefung mittig verlaufenden Linie sein.
[0019] Bevorzugt ist der Messer-Grundkörper plattenförmig ausgebildet. Der Begriff plattenförmig
bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Messer-Grundkörper bis auf den radial äußeren
Bereich eine im Wesentlichen gleichbleibende Dicke aufweisen kann. Der Schneidkantenbereich
kann dabei ein sich in Umfangsrichtung des Messer-Grundkörpers erstreckender Bereich
sein, innerhalb welchem der Messer-Grundkörper geschliffen ausgebildet ist.
[0020] Grundsätzlich kann der oben beschriebene Effekt beispielsweise dadurch erreicht werden,
dass mindestens eine der Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen wenigstens einen Abschnitt
aufweist, entlang welchem der Abstand der rinnenförmigen Vertiefung zu der Rotationsachse
des Messer-Grundkörpers in Umfangsrichtung kontinuierlich zunimmt oder konstant ist.
Dabei ist bevorzugt, dass mindestens eine Vertiefung sowohl einen Abschnitt, entlang
welchem der Abstand der rinnenförmigen Vertiefung zu der Rotationsachse des Messer-Grundkörpers
in Umfangsrichtung kontinuierlich zunimmt, als auch einen weiteren Abschnitt aufweist,
entlang welchem der Abstand der rinnenförmigen Vertiefung zu der Rotationsachse des
Messer-Grundkörpers in Umfangsrichtung konstant ist.
[0021] Um die in Umfangsrichtung wirkende Kraft während des Schneidvorgangs auf ein Minimum
zu reduzieren, kann sich gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung mindestens
eine der Mehrzahl von Vertiefungen entlang eines Umfangs eines Kreises erstrecken,
welcher zur Rotationsachse konzentrisch ist, d.h. sich um die Rotationsachse erstreckt.
[0022] Zusätzlich oder alternativ ist es je nach gewünschter Beeinflussung der auf die Scheiben
in Radial- und/oder in Umfangsrichtung wirkenden Reibkraft auch denkbar, dass die
Verlaufsrichtung mindestens einer rinnenförmigen Vertiefung der Mehrzahl rinnenförmiger
Vertiefungen entlang eines Umfangs einer Spirale verläuft, welche einen in Umfangsrichtung
zunehmenden Abstand zu der Rotationsachse des Messer-Grundkörpers aufweist. Dabei
sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass im Sinne der vorliegenden Erfindung der
Begriff der "Spirale" nicht notwendigerweise gemäß der allgemein bekannten geometrischen
Definition, sondern derart auszulegen ist, dass als Spirale jegliche gekrümmte Linie
zu verstehen ist, welche sich um die Rotationsachse windet und in Umfangsrichtung
einen, insbesondere kontinuierlich, zunehmenden Abstand zu der Rotationsachse aufweist.
[0023] Dabei kann die Verlaufsrichtung mindestens einer der Vertiefungen in Richtung der
Rotationsachse, d.h. in axialer Richtung, betrachtet entlang einer geraden oder einer
gekrümmten Linie oder einer Kombination davon verlaufen. Es ist also durchaus denkbar,
dass eine Vertiefung sowohl einen geraden als auch einen gekrümmten Abschnitt aufweist.
[0024] Zusätzlich oder alternativ kann mindestens eine der rinnenförmigen Vertiefungen wenigstens
einen Abschnitt, welcher einen ersten Krümmungsradius, insbesondere in Bezug auf die
Rotationsachse, aufweist, sowie wenigstens einen weiteren Abschnitt aufweisen, welcher
einen von dem ersten Krümmungsradius verschiedenen zweiten Krümmungsradius, insbesondere
in Bezug auf die Rotationsachse aufweist. Die mindestens eine Vertiefung kann also
aus mehreren bogenförmigen Abschnitten zusammengesetzt sein.
[0025] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann sich dabei mindestens eine rinnenförmige Vertiefung
der Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen in Bezug auf die Rotationsachse in Umfangsrichtung
über einen Winkel von wenigstens 30°, vorzugsweise von wenigstens 45°, und/oder von
höchstens 360°, vorzugsweise von höchstens 270° erstreckt/erstrecken. Grundsätzlich
ist es allerdings auch denkbar, dass sich die Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen
in Bezug auf die Rotationsachse in Umfangsrichtung über einen Winkel von mehr als
360° erstreckt.
[0026] Neben der Verlaufsrichtung der Vertiefungen bei Betrachtung in axialer Richtung,
kann auch die Querschnittsform der Vertiefungen Einfluss auf das Reibungsverhalten
des Messers nehmen. Dabei kann die Vertiefung, betrachtet im Querschnitt des Messer-Grundkörpers
in radialer Richtung, einen im Wesentlichen bogenförmigen, insbesondere halbkreisförmigen,
oder rechteckigen oder V-Förmigen, d.h. kerbenförmigen, Querschnitt aufweisen.
[0027] Je nachdem welche Art von Strang, beispielsweise Wurst oder Käse, aufgeschnitten
wird, kann im Bereich des Übergangs zwischen einer jeweiligen Vertiefung und der ansonsten
auf der dem Strang abgewandten Seite mit Ausnahme des radial äußeren im Wesentlichen
ebenen Fläche des Messer-Grundkörpers eine Abschabwirkung auftreten. Um zu verhindern,
dass diese Abschabwirkung die in Radial- oder in Umfangsrichtung auf die Scheiben
wirkende Reibkraft in unerwünschter Weise beeinflusst, ist es bevorzugt, dass, betrachtet
in dem Querschnitt des Messer-Grundkörpers in radialer Richtung, Flanken des V-förmigen
Querschnitts mit einer Schneid-Ebene des Messer-Grundkörpers, welche sich im Wesentlichen
orthogonal zur axialen Richtung erstreckt, an der Öffnung der Vertiefung einen möglichst
geringen Winkel, insbesondere einen Winkel von 45° oder weniger, einschließen. Als
Folge hiervon wird ein sanfter Übergang zwischen der jeweiligen Vertiefung und dem
an die Vertiefung angrenzenden Bereich des Messer-Grundkörpers geschaffen.
[0028] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel kann sich mindestens eine der rinnenförmigen
Vertiefungen wenigstens teilweise in dem radial äußeren Bereich des Messerumfanges,
vorzugsweise über den gesamten radial äußeren Bereich des Messerumfanges, erstrecken
und/oder bis zu einer Schneidkante des Messer-Grundkörpers erstrecken. Also Folge
hiervon wird eine Art "Soft-Verzahnung" geschaffen, welche zu einem gegenüber glatten
Messern verbesserten Schneidverhalten führt, dabei jedoch weniger Schneidstaub als
eine herkömmliche Verzahnung aufweist.
[0029] Der Messer-Grundkörper kann, betrachtet in einem Querschnitt des Messer-Grundkörpers
in radialer Richtung, ausgehend von einer Schneidkante des Messer-Grundkörpers eine
Schlifffläche, eine Schneidfläche und optional eine Druckfläche aufweisen, wobei sich
mindestens eine der rinnenförmigen Vertiefungen wenigstens teilweise über die Schneidfläche
und/oder die Schlifffläche und/oder die Druckfläche erstrecken kann. Dabei kann der
Messer-Grundkörper beispielsweise nur einseitig angeschliffen sein, nämlich auf der
dem Strang abgewandten Scheibenseite, so dass die dem Strang zugewandte Rückseite
des Messers eine Messer-Ebene darstellt, entlang der der Abtrennvorgang durchgeführt
wird. Die optional vorzusehende Druckfläche weist dabei einen gegenüber der Schneidfläche
steileren Winkel gegenüber der Messer-Ebene des Messer-Grundkörpers auf, um eine abzutrennende
Scheibe während des Schneidvorgangs in axialer Richtung von dem Messer-Grundkörper
wegdrücken zu können.
[0030] Die Tiefe der rinnenförmigen Vertiefungen in axialer Richtung sollte so gewählt sein,
dass sie einerseits mindestens so tief ist, dass die gewünschte Wirkung hinsichtlich
der vorstehend beschriebenen Reibungsreduzierung erzielt wird, und andererseits höchstens
so tief, dass der Messer-Grundkörper eine ausreichende Stabilität aufweist. Der Messer-Grundkörper
mit einer, insbesondere reibungsmindernden, Beschichtung, beispielsweise einer Teflon-Schicht,
beschichtet sein, wodurch das Verdrehen der Scheiben noch weiter reduziert oder sogar
ganz verhindert werden kann, ohne dabei die Schneidwirkung des Messers in unerwünschter
Weise zu beeinflussen. Die Beschichtung ist dabei vorzugsweise auch in den Vertiefungen
aufgebracht. Auch ist ggf. zu berücksichtigen, dass die Tiefe der Vertiefungen in
axialer Richtung abnehmen kann, wenn das Messer nach Ausbildung der Vertiefungen zusätzlich
mit der optionalen Beschichtung, insbesondere der reibungsmindernden Beschichtung,
versehen wird.
[0031] Alternativ ist es allerdings auch denkbar, die Vertiefungen erst nach der Beschichtung
des Messer-Grundkörpers auszubilden. Dies hat den Vorteil, dass der Beschichtungsvorgang
selbst durch die Vertiefungen nicht negativ beeinflusst werden kann und eine gleichmäßige
Schicht mit ausreichender Haftung, Härte und Schichtdicke an dem Messer-Grundkörper
ausgebildet werden kann, ohne dass hierfür der Beschichtungsprozess an die durch die
Vertiefungen teilweise veränderte Oberfläche des Messer-Grundkörpers angepasst werden
muss.
[0032] Die vorbestimmte Tiefe der rinnenförmigen Vertiefungen in axialer Richtung kann dementsprechend
in einem Bereich von 0,01 mm bis 2 mm, vorzugsweise von 300 µm bis 1000 µm, liegen.
[0033] Zusätzlich oder alternativ kann die vorbestimmte Tiefe der rinnenförmigen Vertiefungen
in axialer Richtung höchstens 20 %, vorzugsweise höchstens 5 %, einer Dicke des Messer-Grundkörpers
betragen.
[0034] Auch die Breite der Vertiefungen hat einen signifikanten Einfluss auf die Größe der
mit den Scheiben in Kontakt stehenden Reibfläche, wobei vorschlagen wird, dass eine
orthogonal zur Verlaufsrichtung der rinnenförmigen Vertiefungen gemessene Breite der
rinnenförmigen Vertiefungen im Bereich von 0,1 mm bis 5 mm, vorzugsweise im Bereich
von 500 µm bis 2000 µm liegt.
[0035] In diesem Zusammenhang ist es auch denkbar eine oder mehrere Gruppen rinnenförmiger
Vertiefungen vorzusehen, welche jeweils mit einem vorbestimmten Abstand orthogonal
zu ihrer Verlaufsrichtung voneinander beabstandet sind. So kann beispielsweise eine
Mehrzahl von Vertiefungen mit geringer Breite nebeneinander angeordnet sein und in
Summe nahezu wie eine einzelne breitere Vertiefung wirken, welche in ihrer Breite
der Summe der Breiten der Mehrzahl von Vertiefungen einschließlich ihrer jeweiligen
Abstände entspricht. Der Abstand orthogonal zur Verlaufsrichtung zwischen benachbarten
Vertiefungen kann dabei in etwa der Hälfte der Breite der rinnenförmigen Vertiefungen
entsprechen und/oder in einem Bereich von 0,05 mm bis 2,5 mm, vorzugsweise im Bereich
von 250 µm bis 1000 µm liegen.
[0036] Gemäß einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist das Messer als ein sichelförmiges
Messer ausgebildet. Ein sichelförmiges Messer zeichnet sich in der Regel dadurch aus,
dass der Radius einer Schneidkante des Messers in Bezug auf die Rotationsachse im
Verlauf der Schneidkante des Messers zunimmt.
[0037] Handelt es sich bei dem Messer um ein solches sichelförmiges Messer, kann bevorzugt
ein Abstand wenigstens einer der Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen zu der Rotationsachse
in einer Umfangsrichtung um die Rotationsachse, insbesondere kontinuierlich, zunehmen,
während der Radius der Schneidkante des Messers in derselben Umfangsrichtung, insbesondere
kontinuierlich, abnehmen kann. Der Verlauf der Vertiefungen kann also gegenläufig
zur Zunahme des Radius des sichelförmigen Messers sein.
[0038] Die Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen kann durch Fräsen oder Schleifen oder mittels
eines Lasers hergestellt sein. Insbesondere die Ausbildung mittels Laser hat dabei
den Vorteil, dass Vertiefungen mit besonders geringer Tiefe bei gleichzeitig hoch
präziser und schneller Fertigung realisiert werden können. Eine geringe Tiefe der
Vertiefungen vereinfacht zudem einen nachträglichen Beschichtungsvorgang des Messers,
da im Bereich der Vertiefungen und um diesen Bereich herum ein gleichmäßiges Schichtwachstum
begünstig werden kann, was zu einem besseren Haften der Schicht und damit zu einer
verbesserten Haltbarkeit der Schicht führen kann.
[0039] Werden die rinnenförmigen Vertiefungen erst nach Aufbringen der Beschichtung ausgebildet,
so ist ebenfalls die Ausbildung mittels Laser vorteilhaft, da auch eine geringe Schichtdicke
von beispielweise etwa 100 µm bis 300 µm noch ausreichend Spielraum für die Herstellung
entsprechender Vertiefungen mit einem Laser lässt.
[0040] Ferner wird die obige Aufgabe gelöst durch eine
Schneideinheit, welche ein erfindungsgemäßes Messer umfasst. Hinsichtlich der Vorteile und Wirkungen
der erfindungsgemäßen Schneideinheit sei zunächst auf die vorstehenden Ausführungen
zum erfindungsgemäßen Messer verwiesen.
[0041] In der Regel umfasst die Schneideinheit ein Grundgestell, an dem das Messer beweglich
angeordnet ist, insbesondere drehbar um seine Rotationsachse.
[0042] Bei einem nur von einer der Hauptseiten des Messers her angeschliffenen Schneide
ist die Messer-Ebene diejenige Hauptfläche des Messers, die nicht angeschliffen ist,
ansonsten die lotrecht zur Rotationsachse liegende Ebene, die durch die Schneidenspitze
des Querschnitts der Schneide, also die Schneidkante, verläuft.
[0043] Schließlich wird die obige Aufgabe gelöst durch eine
Aufschneide-Maschine, insbesondere Slicer, zum Abschneiden von Scheiben von einem Produkt-Strang mit einer
Schneideinheit und einer Steuerung, die bewegliche Teile der Aufschneide-Maschine
ansteuert.
[0044] Die diesbezügliche Steuerung kann ausgebildet sein, um beispielsweise die Scheibendicke
und dergleichen während des Aufschneide-Betriebes zu verstellen.
[0045] Hinsichtlich der weiteren Vorteile und Wirkungen der erfindungsgemäßen Aufschneide-Maschine
wird auf die Ausführungen zum erfindungsgemäßen Messer sowie zur erfindungsgemäßen
Schneideinheit verwiesen.
c) Ausführungsbeispiele
[0046] Ausführungsformen gemäß der Erfindung sind im Folgenden beispielhaft näher beschrieben.
Es zeigen:
- Figuren 1a, b:
- eine Aufschneide-Maschine in Form eines Slicers gemäß dem Stand der Technik in unterschiedlichen
perspektivischen Ansichten, mit in die Aufschneidestellung hochgeklapptem Zufuhrband.
- Figur 2a:
- eine vereinfachte Seitenansicht der Aufschneide-Maschine, beladen mit einem Produkt-Kaliber,
- Figur 2b:
- eine Seitenansicht gemäß Figur 2a, aber mit in die Beladestellung herabgeklapptem Zufuhrband und bis auf einen KaliberRest
aufgeschnittenen Produkt-Kaliber,
- Figur 3a:
- eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Messer gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
- Figur 3b:
- eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Messer gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
- Figur 4a - c:
- Beispiele rinnenförmiger Vertiefungen in einem Querschnitt des Messer-Grundkörpers
in radialer Richtung, und
- Figur 5:
- eine Teilquerschnittsansicht des Messer-Grundkörpers in radialer Richtung.
[0047] Die
Figuren 1a, 1b zeigen unterschiedliche perspektivische Ansichten eines mehrspurigen Slicers 1 zum
gleichzeitigen Aufschneiden von mehreren Produkt-Kalibern K auf jeweils einer Spur
SP1 bis SP4 nebeneinander und Ablegen in geschindelten Portionen P aus je mehreren
Scheiben S mit einer generellen Durchlaufrichtung 10* durch den Slicer 1 von rechts
nach links.
[0048] Figur 2a zeigt - ohne und mit eingelegtem Kaliber K - eine Seitenansicht dieses Slicers 1
unter Weglassen für die Erfindung nicht relevanter Abdeckungen und anderer Teile,
die ebenso wie alle anderen Einheiten am Grundgestell 2 befestigt sind, sodass die
funktionalen Teile, vor allem die Förderbänder, besser zu erkennen sind. Die Längsrichtung
10 ist die Zufuhrrichtung der Kaliber K zur Schneideinheit 7 und damit auch die Längsrichtung
der im Slicer 1 liegenden Kaliber K.
[0049] Dabei ist zu erkennen, dass der Grundaufbau eines Slicers 1 nach dem Stand der Technik
darin besteht, dass einer Schneideinheit 7 mit um eine Messerachse 3` rotierenden
Messer 3, etwa einem Sichelmesser 3, mehrere, in diesem Fall vier, quer zur Zufuhrrichtung
10 nebeneinander auf einem Zuförderer 4 liegende Produkt-Kaliber K mit Abstandshaltern
15 des Zuförderers 4 dazwischen von dieser Zufuhreinheit 20 zugeführt werden, von
deren vorderen Enden das rotierende Messer 3 mit seiner Schneidkante 3a jeweils in
einem Arbeitsgang, also fast gleichzeitig, eine Scheibe S abtrennt.
[0050] Für das Aufschneiden der Produkt-Kaliber K befindet sich der Zuförderer 4 in der
in den
Figuren 1a - 2a dargestellten, in der Seitenansicht schrägen AufschneideStellung mit tiefliegendem
schneidseitigem, vorderen Ende und hochliegendem, hinteren Ende, aus der er um eine
in seiner Breitenrichtung, der ersten Querrichtung 11, verlaufende Schwenkachse 20',
die sich in der Nähe der Schneideinheit 7 befindet, herabgeklappt werden kann in eine
etwa horizontale Belade-Stellung, wie sie in
Figur 2b dargestellt ist.
[0051] Das hintere Ende jedes in der Zufuhreinheit 20 liegenden Kalibers K ist gemäß
Figur 2a jeweils von einem Greifer 14a - d formschlüssig mit Hilfe von Greiferklauen 16 gehalten.
Diese hinsichtlich der Stellung der Greiferklauen 16 aktivierbaren und deaktivierbaren
Greifer 14a - 14d sind an einem gemeinsamen Greifer-Schlitten 13 befestigt, welche
entlang einer Greifer-Führung 18 in Zufuhrrichtung 10 nachgeführt werden kann.
[0052] Dabei ist sowohl der Vorschub des Greifer-Schlitten 13 als auch des Zuförderers 4
gesteuert antreibbar, wobei jedoch die konkrete Zufuhrgeschwindigkeit der Kaliber
K durch eine ebenfalls gesteuert angetriebene, sogenannte obere und untere Produkt-Führung
8, 9 bewirkt wird, die an der Oberseite und Unterseite der aufzuschneidenden Kaliber
K in deren vorderen Endbereichen nahe der Schneideinheit 7 angreifen:
Die vorderen Enden der Kaliber K werden jeweils durch eine sogenannte Brillen-öffnung
6a - d einer plattenförmigen Schneidbrille 5 geführt, wobei unmittelbar vor der vorderen,
schräg nach unten weisenden Stirnfläche der Schneidbrille 5 die Schneidebene 3" verläuft,
in der das Messer 3 mit seiner Schneidkante 3a rotiert und damit den Überstand der
Kaliber K aus der Schneidbrille 5 als Scheibe S abtrennt. Die Schneidebene 3" verläuft
lotrecht zum Obertrum des Zuförderers 4 und/oder wird von den beiden Querrichtungen
11, 12 zur Zufuhrrichtung 10 aufgespannt.
[0053] Dabei dient der Innenumfang der Brillenöffnungen 6a - d der Schneidkante 3a des Messers
3 als Gegenschneide.
[0054] Da beide Produktführungen 8, 9 gesteuert antreibbar sind, insbesondere unabhängig
voneinander und/oder eventuell für jede Spur SP1 bis SP4 separat, bestimmen diese
die - kontinuierliche oder getaktete - Vorschubgeschwindigkeit der Kaliber K durch
die Schneidbrille 5.
[0055] Die obere Produktführung 8 ist in der zweiten Querrichtung 12 - die lotrecht zur
Fläche des Obertrums des Zuförderers 4 verläuft - verlagerbar zur Anpassung an die
Höhe H des Kalibers K in dieser Richtung. Ferner kann mindestens eine der Produktführungen
8, 9 um eine ihrer Umlenkrollen verschwenkbar ausgebildet sein, um die Richtung des
am Kaliber K anliegenden Trumes ihres Führungsbandes begrenzt verändern zu können.
[0056] Die bei Abtrennung schräg im Raum stehenden Scheiben S fallen auf eine unterhalb
der Schneidbrille 5 beginnende und in Durchlaufrichtung 10* verlaufende Abförder-Einheit
17, die in diesem Fall aus in Durchlaufrichtung 10* mehreren mit ihren Obertrumen
etwa fluchtend hintereinander angeordneten Abförderern 17a, b, c besteht, von denen
der in Durchlaufrichtung 10 erste Abförderer 17a als Portionierband 17a ausgebildet
sein kann und/oder einer auch als Wiegeeinheit ausgebildet sein kann.
[0057] Die Scheiben S können einzeln und in Durchlaufrichtung 10* beabstandet zueinander
auf der Abförder-Einheit 17 auftreffen oder durch entsprechende Steuerung des Portionierbandes
17a der Abförder-Einheit 17 - dessen Bewegung wie fast alle beweglichen Teile von
der Steuerung 1* gesteuert wird - geschindelte oder gestapelte Portionen P bilden,
durch schrittweise Vorwärtsbewegung des Portionierbandes 17a.
[0058] Unterhalb der Zuförder-Einheit 20 befindet sich meist ein etwa horizontal verlaufender
Resteförderer 21, welcher mit seinem vorderen Ende unterhalb der Schneidbrille 5 und
unmittelbar unter oder hinter der Abförder-Einheit 17 beginnt und mit seinem Obertrum
dort darauf - mittels des Antriebes eines der Abförderer 17 entgegen der Durchlaufrichtung
10 - fallende Reste nach hinten abtransportiert.
[0059] In
Figur 3a, welche eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Messer gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
darstellt, ist das erfindungsgemäße Messer allgemein durch das Bezugszeichen 3 gekennzeichnet.
[0060] Das Messer 3 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel umfasst einen Messer-Grundkörper
3.1, welcher eine Rotationsachse 3' aufweist. Eine Außenkante 3.1a des Messer-Grundkörpers
3.1 ist in Richtung der Rotationsachse 3' betrachtet über einen Schneidkantenbereich
3A als Schneide 3a ausgebildet. Der Schneidkantenbereich 3A ist dabei ein in sich
Umfangsrichtung 10` des Messer-Grundkörpers 3.1 erstreckender Bereich, innerhalb welchem
der Messer-Grundkörper 3.1 geschliffen ausgebildet ist. Der Messer-Grundkörper 3.1
umfasst eine Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen 3.2, welche jeweils eine Verlaufsrichtung
3.2' aufweisen.
[0061] Erfindungsgemäß verläuft dabei die Verlaufsrichtung 3.2' jeder der rinnenförmigen
Vertiefungen 3.2 in Bezug auf die Rotationsachse 3` des Messer-Grundkörpers 3.1 wenigstens
teilweise in nicht-radialer Richtung. Die Erstreckung in nicht-radialer Richtung kann
dabei derart ausgestaltet sein, dass die Verlaufsrichtung 3.2' einer jeweiligen Vertiefung
3.2 über wenigstens einen Abschnitt der Vertiefung in nicht-radialer Richtung verläuft.
Beispielsweise kann dieser Abschnitt eine Verlaufsrichtung 3.2' aufweisen, deren Richtungsvektor
in Bezug auf die Rotationsachse 3`
- sowohl eine Komponente in radialer Richtung R als auch eine Komponente in Umfangsrichtung
10`
oder
- nur eine Komponente in Umfangsrichtung 10' aufweist.
[0062] Die Verlaufsrichtung ist dabei in dem dargestellten Ausführungsbeispiel die Richtung
einer in Bezug auf eine Öffnung einer rinnenförmigen Vertiefung mittig verlaufenden
Linie M (siehe beispielsweise
Figuren 4a -
4c).
[0063] In
Figur 3a sind die rinnenförmigen Vertiefungen 3.2 dabei derart hergestellt, dass ein Abstand
zwischen einer jeweiligen rinnenförmigen Vertiefung 3.2 und der Rotationsachse 3`
des Messer-Grundkörpers 3.1 in Umfangsrichtung 10' konstant ist. In dem in Figur 3a
dargestellten Ausführungsbeispiel erstrecken sich die rinnenförmigen Vertiefungen
3.2 dabei jeweils entlang eines Umfangs eines Kreises, welcher mit der Rotationsachse
3` konzentrisch ist.
[0064] Wie in
Figur 3a ebenfalls zu erkennen ist, sind die Vertiefungen 3.2 kontinuierlich ausgebildet,
d.h. sie erstrecken sich jeweils in Umfangsrichtung 10' über den gesamten Umfang des
Messer-Grundkörpers 3.1. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Alternativ ist
es nämlich auch denkbar, die Vertiefungen 3.2 derart herzustellen, dass sie lediglich
in dem radial äußeren Bereich 3.1b des MesserGrundkörpers 3, jedoch nicht außerhalb
hiervon verlaufen. Auch müssen die Vertiefungen 3.2 dann nicht über den gesamten radial
äußeren Bereich 3.1b ausgebildet sein, sondern können sich auch nur über einen Teilbereich
des radial äu-ßeren Bereichs 3.1b erstrecken.
[0065] In
Figur 3b ist eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Messer 3 gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
dargestellt. Wie das Messer gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel umfasst das Messer
3 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel einen Messer-Grundkörper 3.1 und ist mit Ausnahme
der Gestaltung der rinnenförmigen Vertiefungen 3.2 wie das Messer gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel ausgebildet.
[0066] Die rinnenförmigen Vertiefungen 3.2 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel sind derart
ausgebildet, dass deren Verlaufsrichtung 3.2' jeweils entlang eines Umfangs einer
Spirale verläuft, welche einen in Umfangsrichtung 10' zunehmenden Abstand zu der Rotationsachse
3' aufweist. Dabei ist zu beachten, dass der Begriff "Spirale" nicht notwendigerweise
gemäß der allgemein bekannten geometrischen Definition, sondern derart auszulegen
ist, dass als Spirale jegliche gekrümmte Linie zu verstehen ist, welche sich um die
Rotationsachse 3` windet und in Umfangsrichtung 10' einen, insbesondere kontinuierlich,
zunehmenden Abstand zu der Rotationsachse 3' aufweist.
[0067] In
Figur 3b sind die rinnenförmigen Vertiefungen 3.2 dabei nur in dem radial äu-ßeren Bereich
3.1b des Messer-Grundkörpers 3.1 ausgebildet. Alternativ ist es analog zu
Figur 3a auch möglich, dass sie in Umfangsrichtung 10` kontinuierlich ausgebildet sind, d.h.
sie sich jeweils ausgehend von dem radial äußeren Bereich 3.1b über den Messer-Grundkörper
3.1 entlang einer in
Figur 3b strichliert angedeuteten Linie erstrecken.
[0068] Mit Bezug auf beide Ausführungsbeispiele der
Figuren 3a und
3b sei angemerkt, dass sich die rinnenförmigen Vertiefungen 3.2 bis zu einer Außenkante
3.1a, insbesondere der Schneidkante 3a, des Messergrundkörpers 3.1 erstrecken können.
[0069] Die Figuren Figur 4a - c zeigen Beispiele rinnenförmiger Vertiefungen 3.2 in einem
Querschnitt des Messer-Grundkörpers 3.1 in radialer Richtung R.
[0070] Wie in
Figur 4a dargestellt, können die Mehrzahl von Vertiefungen 3.2 betrachtet in dem Querschnitt
des Messer-Grundkörper 3.1 in radialer Richtung R einen im Wesentlichen V-förmigen
Querschnitt 3.2a aufweisen. Dabei können betrachtet in diesem Querschnitt Flanken
des V-förmigen Querschnitts 3.2a an der Öffnung der jeweiligen Vertiefung 3.2 mit
der Schneid-Ebene 3" des Messer-Grundkörpers 3.1 einen Winkel α, insbesondere von
70° oder weniger, einschließen. Dabei können die rinnenförmigen Vertiefungen 3.2 in
axialer Richtung 10 eine vorbestimmte Tiefe T sowie eine orthogonal zur Verlaufsrichtung
3.2' gemessene vorbestimmte Breite B aufweisen.
[0071] Um ein Verdrehen der Scheiben S noch weiter reduzieren oder sogar ganz verhindern
zu können, ohne dabei die Schneidwirkung des Messers 3 in unerwünschter Weise zu beeinflussen,
kann der Messer-Grundkörper 3.1 mit einer reibungsmindernden Beschichtung 3.3 beschichtet
sein, welche vorzugsweise auch in der Vertiefung 3.2 aufgebracht sein kann, wie in
Figur 4a dargestellt.
[0072] Figur 4b zeigt ein Beispiel einer Vertiefung 3.2, welche einen rechteckigen Querschnitt 3.2b
aufweist, während
Figur 4c ein Beispiel einer Vertiefung mit einem bogenförmigen Querschnitt 3.2c aufweist.
[0073] Wie der V-förmige Querschnitt 3.2a gemäß
Figur 4a kann auch der rechteckigen Querschnitt 3.2b gemäß
Figur 4b und/oder der bogenförmige Querschnitt 3.2c gemäß
Figur 4c eine vorbestimmte Tiefe T und/oder eine vorbestimmte Breite B und/oder eine reibungsmindernde
Beschichtung 3.3 (in
Figuren 4b und
4c nicht dargestellt) aufweisen.
[0074] Die Flanken des bogenförmigen Querschnitts 3.2b können dabei ebenfalls einen vorbestimmten
Winkel α, insbesondere von 70° oder weniger, mit der Schneid-Ebene 3" einschließen.
[0075] Figur 5 zeigt eine Teilquerschnittsansicht des Messer-Grundkörpers 3.1 in radialer Richtung.
10'. Wie in dieser Teilquerschnittsansicht erkennbar, weist das Messer 3 in diesem
Ausführungsbeispiel ausgehend von der Schneidkante 3a eine Schlifffläche 3.4, eine
Schneidfläche 3.5 und eine Druckfläche 3.6 auf.
[0076] Der Messer-Grundkörper 3.1 ist dabei beispielsweise nur einseitig angeschliffen,
nämlich auf der dem Produkt-Kaliber K abgewandten Scheibenseite, so dass die dem Produkt-Kaliber
K zugewandte Rückseite des Messers 3 die Messer-Ebene 3" darstellt, entlang der der
Abtrennvorgang durchgeführt wird. Die Druckfläche 3.6 weist dabei einen gegenüber
der Schneidfläche 3.5 steileren Winkel gegenüber der Messer-Ebene 3" des Messer-Grundkörpers
3.1 auf, um eine abzutrennende Scheibe S während des Schneidvorgangs in axialer Richtung
10 von dem Messer-Grundkörper 3.1 wegdrücken zu können.
[0077] Wie ebenfalls
Figur 5 erkennbar, erstreckt sich in dem dargestellten Ausführungsbeispiel die rinnenförmige
Vertiefung 3.2 über die Schlifffläche 3.4, die Schneidfläche 3.5 und die Druckfläche
3.6. Auch dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Die rinnenförmige Vertiefung
3.2 kann sich abweichend von
Figur 5 auch nur über eine oder zwei, insbesondere benachbarte, aus der Schlifffläche 3.4,
der Schneidfläche 3.5 und der Druckfläche 3.6 erstrecken.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0078]
- 1
- Aufschneide-Maschine, Slicer
- 1*
- Steuerung
- 2
- Grundgestell
- 3
- Messer
- 3.1
- Messer-Grundkörper
- 3.1a
- Außenkante
- 3.1b
- radial äußerer Bereich des Messer-Umfangs
- 3.2
- rinnenförmige Vertiefung
- 3.2a
- V-förmiger Querschnitt
- 3.2'
- Verlaufsrichtung
- 3.3
- reibungsmindernde Beschichtung
- 3.4
- Schlifffläche
- 3.5
- Schneidfläche
- 3.6
- Druckfläche
- 3`
- Rotationsachse
- 3"
- Schneidebene, Messer-Ebene
- 3A
- Schneidkantenbereich
- 3a
- Schneidkante
- 4
- Zuförderer, Zufuhr-Band
- 5
- Schneidbrille
- 6a - d
- Brillen-Öffnung
- 7
- Schneideinheit
- 8
- obere Produktführung, oberes Führungsband
- 8.1
- Kontakt-Trum, Unter-Trum
- 8a
- Brillen-seitige Umlenkrolle
- 8b
- Brillen-abgewandte Umlenkrolle
- 9
- untere Produktführung, unteres Führungsband
- 8.1
- Kontakt-Trum, Ober-Trum
- 9a
- Brillen-seitige Umlenkrolle
- 9b
- Brillen-abgewandte Umlenkrolle
- 10
- Transportrichtung, Längsrichtung, axiale Richtung
- 10*
- Durchlaufrichtung durch Maschine
- 10`
- Umfangsrichtung
- R
- radiale Richtung
- 11
- 1. Querrichtung (Breite Slicer)
- 12
- 2. Querrichtung (Höhen-Richtung Kaliber)
- 12*
- Vertikale
- 13
- Greifer-Einheit, Greifer-Schlitten
- 14,14 a - d
- Greifer
- 15
- Quersteg
- 15'
- Auflagefläche
- 16
- Greifer-Klaue
- 17
- Abförder-Einheit
- 17a, b, c
- Portionier-Band, Abförder-Band U.
- 18
- Greifer-Führung
- 19
- Höhen-Sensor
- 20
- Zufuhreinheit
- 21
- Reststück-Förderer
- 22
- Spreiz-Band
- 23
- Waage
- 24
- Wiege-Band
- 25
- Ausrichte-Band
- 26
- Zeilen-Band
- 30
- Einlege-Zufuhreinheit, Einlege-Linie
- 40
- Puffer
- 40.1 - 40.6
- Puffer-Band, Etage
- 40A
- Etagenabstand Puffer
- 40H
- Hubvorrichtung, Führung
- 41
- Puffer-Einlegeeinheit
- 41.1 - 41.3
- Einlege-Band
- 41A
- Etagenabstand Einlegeeinheit
- 41H
- Hubvorrichtung, Führung
- 42
- Puffer-Entnahmeeinheit
- 42.1,42.2
- Entnahme-Band
- 42A
- Etagenabstand Entnahmeeinheit
- 42H
- Hubvorrichtung, Führung
- 43
- Einlege-Band
- A
- Artikel
- F
- Format, Formatsatz
- K
- Produkt, Produkt-Kaliber
- KR
- Reststück
- S
- Scheibe
- P
- Portion
1. Messer (3), insbesondere Slicer-Messer, für eine Schneideinheit (7) einer Aufschneide-Maschine
(1), insbesondere eines Slicers (1), zum Abschneiden von Scheiben (101) von einem
Produkt-Strang (100) mit
- einem, insbesondere plattenförmigen, Messer-Grundkörper (3.1), welcher eine Rotationsachse
(3') aufweist,
- wobei eine Außenkante (3.1a) des Messer-Grundkörpers (3.1), in Richtung der Rotationsachse
(3'), d.h. in axialer Richtung (10), betrachtet, über einen Schneidkantenbereich (3A)
als Schneide (3a) ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Messer-Grundkörper (3.1) eine Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen (3.2) mit
einer Verlaufsrichtung (3.2') aufweist, wobei die rinnenförmigen Vertiefungen (3.2)
eine vorbestimmte Tiefe in axialer Richtung (10) aufweisen,
- wobei die Verlaufsrichtung (3.2') jeder der rinnenförmigen Vertiefungen (3.2) in
Bezug auf die Rotationsachse (3') des Messer-Grundkörpers (3) wenigstens teilweise
in nicht-radialer Richtung verläuft.
2. Messer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine der Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen (3.2)
- wenigstens einen Abschnitt aufweist, entlang welchem der Abstand der rinnenförmigen
Vertiefung zu der Rotationsachse (3') des Messer-Grundkörpers (3.1) in Umfangsrichtung
(10') kontinuierlich zunimmt oder konstant ist,
insbesondere
- sowohl einen Abschnitt, entlang welchem der Abstand der rinnenförmigen Vertiefung
(3.2) zu der Rotationsachse (3`) des Messer-Grundkörpers (3.1) in Umfangsrichtung
(10') kontinuierlich zunimmt, als auch einen weiteren Abschnitt aufweist, entlang
welchem der Abstand der rinnenförmigen Vertiefung (3.2) zu der Rotationsachse (3')
des Messer-Grundkörpers (3.1) in Umfangsrichtung (10`) konstant ist.
3. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- sich mindestens eine der Mehrzahl von Vertiefungen (3.2) entlang eines Umfangs eines
Kreises erstreckt, welcher insbesondere mit der Rotationsachse (3') konzentrisch ist,
und/oder
- mindestens eine der Mehrzahl von Vertiefungen (3.2) nicht-parallel zur Schneidkante
(3a) verläuft.
4. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verlaufsrichtung (3.2') mindestens einer rinnenförmigen Vertiefung (3.2) der Mehrzahl
rinnenförmiger Vertiefungen entlang eines Umfangs einer Spirale verläuft, welche einen
in Umfangsrichtung (10') zunehmenden Abstand zu der Rotationsachse (3') des Messer-Grundkörpers
(3.1) aufweist.
5. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Verlaufsrichtung mindestens einer der rinnenförmigen Vertiefungen (3.2) in Richtung
der Rotationsachse (3'), d.h. in axialer Richtung (10), betrachtet entlang einer geraden
oder einer gekrümmten Linie oder einer Kombination davon verläuft,
und/oder
- mindestens eine der rinnenförmigen Vertiefungen wenigstens einen Abschnitt, welcher
einen ersten Krümmungsradius, insbesondere in Bezug auf die Rotationsachse (3'), aufweist,
sowie wenigstens einen weiteren Abschnitt (3') aufweist, welcher einen von dem ersten
Krümmungsradius verschiedenen zweiten Krümmungsradius, insbesondere in Bezug auf die
Rotationsachse (3'), aufweist.
6. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich mindestens eine rinnenförmige Vertiefung (3.2) der Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen
in Bezug auf die Rotationsachse (3') in Umfangsrichtung (10') über einen Winkel von
wenigstens 30°, vorzugsweise von wenigstens 45°, und/oder von höchstens 360°, vorzugsweise
von höchstens 270° erstreckt/erstrecken.
7. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Mehrzahl von Vertiefungen (3.2), betrachtet in einem Querschnitt des Messer-Grundkörpers
in radialer Richtung (R), einen im Wesentlichen V-förmigen (3.2a) oder rechteckigen
(3.2b) oder bogenförmigen, insbesondere halbkreisförmigen (3.2c), Querschnitt aufweisen,
wobei insbesondere
- betrachtet in dem Querschnitt des Messer-Grundkörpers in radialer Richtung (R) Flanken
des V-förmigen oder bogenförmigen Querschnitts (3.2a) an der Öffnung der Vertiefung
(3.2) mit einer Schneid-Ebene (3") des Messer-Grundkörpers (3), welche sich im Wesentlichen
orthogonal zur axialen Richtung (10) erstreckt, einen Winkel (α) von 70° oder weniger
einschlie-ßen.
8. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich mindestens eine der rinnenförmigen Vertiefungen (3.2)
- wenigstens teilweise einem radial äußeren Bereich (3.1b) des Messerumfanges, vorzugsweise
über den gesamten radial äußeren Bereich (3.1b), erstreckt
und/oder
- bis zu einer Außenkante (3.1a), insbesondere der Schneidkannte (3a), des Messer-Grundkörpers
(3.1) erstreckt.
9. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Messer-Grundkörper (3.1) betrachtet in einem Querschnitt des Messer-Grundkörpers
(3.1) in radialer Richtung (R), ausgehend von einer Außenkante (3.1a) des Messer-Grundkörpers
eine Schlifffläche (3.4), eine Schneidfläche (3.5) und optional eine Druckfläche (3.6)
aufweist, wobei sich mindestens eine der rinnenförmigen Vertiefungen (3.2) wenigstens
teilweise über die Schneidfläche (3.4) und/oder die Schlifffläche (3.5) und/oder die
Druckfläche (3.6) erstreckt.
10. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die vorbestimmte Tiefe (T) der rinnenförmigen Vertiefungen (3.2) in axialer Richtung
(10) in einem Bereich von 0,01 mm bis 2 mm, vorzugsweise von 300 µm bis 1000 µm, liegt,
und/oder
- die vorbestimmte Tiefe (T) der rinnenförmigen Vertiefungen (3.2) in axialer Richtung
(10) höchstens 20 %, vorzugsweise höchstens 5 %, einer Dicke des Messer-Grundkörpers
(3.1) in axialer Richtung (10) beträgt,
und/oder
- eine orthogonal zur Verlaufsrichtung (3.2`) der rinnenförmigen Vertiefungen (3.2)
gemessene Breite (B) der rinnenförmigen Vertiefungen (3.2) im Bereich von 0,1 mm bis
5 mm, vorzugsweise im Bereich von 500 µm bis 2000 µm liegt.
11. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- wobei das Messer (3) als ein sichelförmiges Messer (3) ausgebildet ist, bei welchem
insbesondere der Radius einer Schneidkante (3a) des Messers (3) in Bezug auf die Rotationsachse
(3') im Verlauf der Schneidkante (3a) des Messers (3) zunimmt,
wobei insbesondere
- ein Abstand wenigstens einer der Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen (3.2) zu der
Rotationsachse (3') in einer Rotationsrichtung um die Rotationsachse (3'), insbesondere
kontinuierlich, zunimmt, während der Radius der Schneidkante (3a) des Messers (3)
in derselben Rotationsrichtung abnimmt.
12. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Messer-Grundkörper (3) mit einer, insbesondere reibungsmindernden, Beschichtung
(3.3) beschichtet ist,
wobei die Beschichtung (3.3) vorzugsweise
- auch in den Vertiefungen (3.2) aufgebracht ist
und/oder
- vor oder nach einer Ausbildung der rinnenförmigen Vertiefungen (3.2) auf dem Messer-Grundkörper
(3.1) aufgebracht wird.
13. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Mehrzahl rinnenförmiger Vertiefungen (3.2) durch Fräsen oder Schleifen oder
mittels eines Lasers ausgebildet sind.
14. Schneideinheit (7) zum Abschneiden von Scheiben (101) von einem Produkt-Strang (100) mit
- einem Messer (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, und
- einer Antriebseinheit zum rotierenden Antreiben des Messers um die Rotationsachse
(3').
15. Aufschneide-Maschine (1), insbesondere Slicer (1), zum Abschneiden von Scheiben (101)
von einem Produkt-Strang (100) mit
- einer Schneideinheit (7) nach Anspruch 14 und
- einer Steuerung (1*), die zumindest bewegliche Teile der Aufschneide-Maschine ansteuert.