Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht von einem Verfahren und einer Notrichtsteuereinheit zum Betreiben
eines Notrichtsystems für eine Geschützvorrichtung, einer Geschützvorrichtung und
von einem Fahrzeug nach Gattung der unabhängigen Ansprüche aus. Gegenstand der vorliegenden
Erfindung ist auch ein Computerprogramm.
[0002] Ein Hauptantrieb von Geschütztürmen wird in militärischen Fahrzeugen elektrisch oder
hydraulisch betrieben. Dabei wird die Waffe auf ein Sichtgerät nachgeführt und somit
sichergestellt, dass der Feuerleitrechner den Aufsatz und Vorhaltwinkel so einstellt,
dass das Ziel getroffen wird. Dabei bleibt das Sichtgerät stabilisiert auf dem Ziel
ausgerichtet und die Hauptantriebe führen die Waffen entsprechend nach.
[0003] Das Dokument
US 4 686 888 A offenbart ein Turmsystem für ein leichtes Militärfahrzeug.
[0004] Das Dokument
US 2004/033472 A1 offenbart ein volloptisches Simulationsverfahren und - system für das Präzisionsschießen.
[0005] Das Dokument
US 4 885 977 A offenbart ein stabilisiertes Sichtlinien-Zielsystem zur Verwendung mit Feuerleitsystemen.
[0006] Vor diesem Hintergrund werden mit dem hier vorgestellten Ansatz ein verbessertes
Verfahren und eine verbesserte Notrichtsteuereinheit zum Betreiben eines Notrichtsystems
für eine Geschützvorrichtung, eine verbesserte Geschützvorrichtung, ein verbessertes
Fahrzeug sowie schließlich ein entsprechendes Computerprogramm gemäß den Hauptansprüchen
vorgestellt. Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte
Weiterbildungen und Verbesserungen der im unabhängigen Anspruch angegebenen Vorrichtung
möglich.
[0007] Durch den hier vorgestellten Ansatz wird eine Möglichkeit vorgestellt, um eine Zeitdauer
zum Ausrichten einer Geschützeinheit unter Verwendung eines Notrichtsystems zu verringern.
[0008] Es wird ein Verfahren zum Betreiben eines Notrichtsystems für eine Geschützvorrichtung
mit zumindest einer Notrichtantriebseinheit und einer mit der Notrichtantriebseinheit
verbundenen Geschützeinheit für ein Fahrzeug vorgestellt, wobei das Notrichtsystem
zumindest bei einem Ausfall eines Hauptrichtsystems der Geschützvorrichtung betrieben
wird. Das Verfahren umfasst dazu einen Schritt des Bereitstellens eines Aktivierungssignals
an eine Schnittstelle zu einer Notrichtaktivierungseinheit, wobei das Aktivierungssignal
ausgebildet ist, um das Notrichtsystem zu aktivieren. In einem Schritt des Einlesens
wird ein Sollsignal über eine Schnittstelle zu einer Erfassungseinrichtung bzw. Feuerleitrechner
eingelesen, um aus dem Sollsignal ein Ausrichtsignal zu generieren, wobei das Ausrichtsignal
der zumindest einen Notrichtantriebseinheit eine Sollposition für eine Bewegung der
Geschützvorrichtung oder einer Waffe vorgibt. Auch umfasst das Verfahren einen Schritt
des Ausgebens mindestens eines Ausrichtsignals zum Ausrichten der zumindest einen
Notrichtantriebseinheit nach dem Schritt des Einlesens, um die Geschützeinheit zumindest
während des Ausfalls des Hauptrichtsystems mit der durch das Ausrichtsignal repräsentierten
Sollgeschwindigkeit und/oder dem Sollmoment auszurichten. Außerdem kann das Verfahren
einen Schritt des Ausgebens mindestens eines Freigabesignals zur Freigabe eines Schusses
nach dem Schritt des Einlesens umfassen, um eine Schussabgabe auf das Ziel sicher
zu ermöglichen.
[0009] Die Geschützvorrichtung kann beispielsweise für militärische Fahrzeuge, beispielsweise
Panzer, eingesetzt werden. Das Notrichtsystem kann beispielsweise automatisiert durchgeführt
werden, sodass beispielsweise ein Eingriff durch einen Nutzer keine Voraussetzung
für eine Funktionalität des Notrichtsystems ist. Die Notrichtantriebseinheit kann
beispielsweise als ein Motor ausgeformt sein, der ausgebildet sein kann, um eine Geschützeinheit
der Geschützvorrichtung zu bewegen. Die Erfassungseinrichtung kann beispielsweise
als ein Sichtgerät ausgeformt sein, das ausgebildet sein kann, um beispielsweise ein
Umfeld des Fahrzeugs zu erfassen. Die Richtposition kann beispielsweise eine Position
sein, auf welche die Geschützeinheit zielen soll. Vorteilhafterweise kann durch den
hier vorgestellten Ansatz ein erfasstes Ziel durchgehend unter Verwendung mindestens
eines Sichtgeräts selbst dann im Blick behalten werden, wenn das Hauptrichtsystem
ausfällt.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform kann das Verfahren einen Schritt des Empfangens eines
Änderungssignals vor dem Schritt des Ausgebens umfassen, wobei das Änderungssignal
eine Änderung der Richtposition durch einen Nutzer repräsentieren kann. Weiterhin
kann im Schritt des Ausgebens das Änderungssignals an die Geschützeinheit ausgegeben
werden, um die Geschützeinheit zumindest während des Ausfalls des Hauptrichtsystems
auf die durch das Änderungssignal veränderte Richtposition auszurichten. Speziell
kann dabei eine Ausrichtung der Geschützeinheit mit der durch das Ausrichtsignal repräsentierten
Sollgeschwindigkeit und/oder dem Sollmoment unterdrückt werden, wenn eine von einem
Nutzer getätigte Änderung der Richtposition erkannt wurde. Das Änderungssignal kann
beispielsweise einen durch den Nutzer manuell erfolgten Eingriff repräsentieren. Vorteilhafterweise
kann ein manueller Eingriff höher priorisiert werden als eine automatisch erfasste
Richtposition.
[0011] Im Schritt des Bereitstellens des Aktivierungssignals kann die zumindest eine Notrichtelektronik
ansprechend auf das Aktivieren des Notrichtsystems mit einem Versorgungsnetz elektrisch
verbunden werden. Vorteilhafterweise kann dadurch ein Schaden durch beispielsweise
einen nuklearen Impuls vermieden werden, der beispielsweise aktive Versorgungsnetze
beschädigen kann.
[0012] Gemäß einer Ausführungsform kann der Schritt des Bereitstellens des Freigabesignals
ausgeführt werden, wenn sich das Fahrzeug im Stillstand befindet. Vorteilhafterweise
wird ein Zielen und beispielsweise ein Stabilisieren der Geschützeinheit während eines
Schusses verbessert. Die Geschützeinheit kann beispielsweise einen Turm und eine Waffe
umfassen.
[0013] Im Schritt des Bereitstellens des Aktivierungssignals kann das Aktivierungssignal
ansprechend auf ein den Ausfall des Hauptrichtsystems repräsentierenden Ausfallsignal
bereitgestellt werden.
[0014] Der hier vorgestellte Ansatz schafft ferner eine Notrichtsteuereinheit, die ausgebildet
ist, um die Schritte einer Variante eines hier vorgestellten Verfahrens in entsprechenden
Einrichtungen durchzuführen, anzusteuern bzw. umzusetzen. Auch durch diese Ausführungsvariante
der Erfindung in Form einer Vorrichtung kann die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe
schnell und effizient gelöst werden.
[0015] Hierzu kann die Notrichtsteuereinheit zumindest eine Recheneinheit zum Verarbeiten
von Signalen oder Daten, zumindest eine Speichereinheit zum Speichern von Signalen
oder Daten, zumindest eine Schnittstelle zu einem Sensor oder einem Aktor zum Einlesen
von Sensorsignalen von dem Sensor oder zum Ausgeben von Daten- oder Steuersignalen
an den Aktor und/oder zumindest eine Kommunikationsschnittstelle zum Einlesen oder
Ausgeben von Daten aufweisen, die in ein Kommunikationsprotokoll eingebettet sind.
Die Recheneinheit kann beispielsweise ein Signalprozessor, ein Mikrocontroller oder
dergleichen sein, wobei die Speichereinheit ein Flash-Speicher, ein EEPROM oder eine
magnetische Speichereinheit sein kann. Die Kommunikationsschnittstelle kann ausgebildet
sein, um Daten drahtlos und/oder leitungsgebunden einzulesen oder auszugeben, wobei
eine Kommunikationsschnittstelle, die leitungsgebundene Daten einlesen oder ausgeben
kann, diese Daten beispielsweise elektrisch oder optisch aus einer entsprechenden
Datenübertragungsleitung einlesen oder in eine entsprechende Datenübertragungsleitung
ausgeben kann.
[0016] Unter einer Notrichtsteuereinheit kann vorliegend ein elektrisches Gerät verstanden
werden, das Sensorsignale verarbeitet und in Abhängigkeit davon Steuer- und/oder Datensignale
ausgibt. Die Vorrichtung kann eine Schnittstelle aufweisen, die hard- und/oder softwaremäßig
ausgebildet sein kann. Bei einer hardwaremäßigen Ausbildung können die Schnittstellen
beispielsweise Teil eines sogenannten System-ASICs sein, der verschiedenste Funktionen
der Vorrichtung beinhaltet. Es ist jedoch auch möglich, dass die Schnittstellen eigene,
integrierte Schaltkreise sind oder zumindest teilweise aus diskreten Bauelementen
bestehen. Bei einer softwaremäßigen Ausbildung können die Schnittstellen Softwaremodule
sein, die beispielsweise auf einem Mikrocontroller neben anderen Softwaremodulen vorhanden
sind.
[0017] Weiterhin wird eine Geschützvorrichtung für ein Fahrzeug vorgestellt, wobei die Geschützvorrichtung
eine Geschützeinheit, zumindest eine mit der Geschützeinheit verbundene Notrichtantriebseinheit
und eine Notrichtsteuereinheit in einer zuvor genannten Variante zum Ansteuern der
Notrichtantriebseinheit und der Geschützeinheit vorgestellt.
[0018] Die Geschützvorrichtung kann beispielsweise im Kriegsfall eingesetzt werden. Die
Geschützeinheit kann beispielsweise eine Waffe und/oder einen Geschützturm aufweisen,
wobei die Waffe beweglich auf dem Turm bzw. Geschützturm angeordnet ist. Die Notrichtantriebseinheit
kann beispielsweise mindestens einen Motor aufweisen, der ausgebildet ist, um die
Waffe bzw. den Geschützturm zu bewegen.
[0019] Ferner wird Fahrzeug mit einer Geschützvorrichtung vorgestellt, wie sie hier vorgestellt
wurde.
[0020] Das Fahrzeug kann beispielsweise als ein militärisches Fahrzeug, beispielsweise als
ein Panzer ausgeformt sein.
[0021] Ausführungsbeispiele des hier vorgestellten Ansatzes sind in den Zeichnungen dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Fahrzeugs mit einer Geschützvorrichtung
gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 2 ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben eines Notrichtsystems für
eine Geschützvorrichtung für ein Fahrzeug;
Fig. 3 ein Blockschaltbild einer Notrichtsteuereinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel;
und
Fig. 4 ein Ausführungsbeispiel eines Blockschaltbilds für eine Geschützvorrichtung
für ein Fahrzeug.
[0022] In der nachfolgenden Beschreibung günstiger Ausführungsbeispiele der vorliegenden
Erfindung werden für die in den verschiedenen Figuren dargestellten und ähnlich wirkenden
Elemente gleiche oder ähnliche Bezugszeichen verwendet, wobei auf eine wiederholte
Beschreibung dieser Elemente verzichtet wird.
[0023] Umfasst ein Ausführungsbeispiel eine "und/oder"-Verknüpfung zwischen einem ersten
Merkmal und einem zweiten Merkmal, so ist dies so zu lesen, dass das Ausführungsbeispiel
gemäß einer Ausführungsform sowohl das erste Merkmal als auch das zweite Merkmal und
gemäß einer weiteren Ausführungsform entweder nur das erste Merkmal oder nur das zweite
Merkmal aufweist.
[0024] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Fahrzeugs 100 mit einer Geschützvorrichtung
105 gemäß einem Ausführungsbeispiel. Das Fahrzeug 100 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel
als ein Panzer realisiert. Das Fahrzeug 100 weist dazu die Geschützvorrichtung 105
auf, die eine Geschützeinheit 110 sowie zumindest eine mit der Geschützeinheit 110
verbundene Notrichtantriebseinheit 115 aufweist. Die Geschützvorrichtung 105 weist
weiterhin eine Notrichtsteuereinheit 120 auf. Die Notrichtsteuereinheit 120 ist beispielsweise
ausgebildet, um die Notrichtantriebseinheit 115 und damit die Geschützeinheit 110
anzusteuern. Die Notrichtsteuereinheit 120 ist dabei beispielsweise als ein Steuergerät
realisiert, das ausgebildet ist, um ein Verfahren zum Betreiben eines Notrichtsystems
für die Geschützvorrichtung 105 anzusteuern oder durchzuführen, wie es in einer der
nachfolgenden Figuren näher erläutert wird. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel umfasst
das Fahrzeug 100 außerdem mindestens eine auch als Sichtgerät bezeichenbare Erfassungseinrichtung
125 zum Erfassen eines Umfelds des Fahrzeugs 100.
[0025] Ein solches militärisches Fahrzeug 100 weist in der Regel ein Hauptrichtsystem auf
sowie ein Notrichtsystem, welches dann greift, wenn das Hauptrichtsystem ausfällt.
Dadurch wird erreicht, dass die Geschützvorrichtung 105 zu jeder Zeit einsatzbereit
ist.
[0026] Der Hauptantrieb von Geschütztürmen, die hier als Geschützvorrichtung 105 bezeichnet
wird, wird in militärischen Fahrzeugen 100 elektrisch oder hydraulisch betrieben.
Dabei wird die Waffe 130 auf ein Sichtgerät, das hier als Erfassungseinrichtung 125
bezeichnet ist, nachgeführt und somit sichergestellt, dass ein Feuerleitrechner den
Aufsatz und Vorhaltwinkel derart einstellt, dass ein anvisiertes Ziel getroffen wird.
Dabei bleibt die Erfassungseinrichtung 125 stabilisiert auf dem Ziel ausgerichtet
und die Hauptantriebe führen die Waffe 130 und die Geschützeinheit 110 entsprechend
nach. Kommt es beispielsweise zu einem Ausfall eines oder beider Hauptantriebe, verfügt
die Geschützvorrichtung 105 über eine Notrichtantriebseinheit 115. Diese wird entweder
mechanisch von Richtschützen über eine manuelle Notrichtsteuereinheit 135 aktiviert
und bedient oder sie wird elektrisch angesteuert und über eine unabhängige Notrichtsteuereinheit
aktiviert. Diese Notrichtantriebseinheit 115 soll unter allen Bedingungen funktionsbereit
sein. Auch ein nuklearer Impuls soll nicht zu einer Zerstörung des Notrichtsystems
führen.
[0027] Mit Einführung von unbemannten Türmen und ferngesteuerten Lafetten ist es jedoch
nicht möglich, mechanische Notrichtantriebe in die Geschützvorrichtung 105 zu integrieren.
Aus diesem Grund werden in modernen Systemen elektrische Notrichtantriebe verbaut.
Diese sind üblicherweise zum Schutz vor einem nuklearen Impuls immer von einem Versorgungsnetz
getrennt, wenn sie gerade nicht verwendet werden. Fällt der Hauptantrieb durch einen
Fehlerfall oder durch einen nuklearen Impuls teileweise oder komplett aus, so kann
mit dem Aktivieren der Notrichtantriebseinheit die Waffe noch immer gerichtet und
Ziele bekämpft werden.
[0028] Daher wird durch den hier vorgestellten Ansatz eine Möglichkeit vorgestellt und beschrieben,
um bei einem aktiven Notrichtantrieb die Waffe 130 und die Geschützeinheit 110 weiterhin
auf die Erfassungseinrichtung 125 nachzuführen.
[0029] Genauer gesagt wird ein elektrisches Notrichtantriebssystem beschrieben, das einen
Betriebszustand beherrscht, der es erlaubt, die Waffe 130 mit der Notrichtantriebseinheit
115 der Erfassungseinrichtung 125 nachzuführen. Hierzu verfügt die elektrische Notrichtantriebseinheit
115 über zwei Wege, auf welche sie aktiviert werken kann. Beide Wege führen erst bei
Bedarf zu einer Versorgung einer Notrichtantriebseinheit, um einem Schaden durch einen
nuklearen Impuls vorzubeugen. In einem ersten Weg wird die Elektronik über die manuelle
Notrichtsteuereinheit 135 erst dann aktiviert, wenn der Richtschütze einen Schalter
oder den Notrichtgriff der manuelle Notrichtsteuereinheit 135 betätigt. Der zweite
Weg beschreibt, dass eine übergeordnete Notrichtsteuereinheit über einen weiteren
Eingang ohne einen Bediener die Notrichtantriebseinheit einschalten kann.
[0030] Der erste Fall beschreibt den altbewährten Notrichtbetrieb, bei dem die Erfassungseinrichtung
125 der Waffe 130 folgt. Hierdurch verliert man jedoch die stabilisierte Sicht auf
das Ziel. Im zweiten Fall jedoch ist es möglich, bei einem Ausfall der Hauptrichtantriebe
und/oder Elektroniken weiterhin mit der Erfassungseinrichtung 125 auf dem Ziel zu
bleiben. Hierzu wird die Notrichtelektronik durch die Notrichtsteuereinheit wie ein
Hauptrichtsystem oder dem Feuerleitrechner 401 eingeschaltet. Anschließend wird eine
Kommunikation aufgebaut und der Notrichtantriebseinheit 115 kann derart angesteuert
werden, dass die Waffe 130 der Erfassungseinrichtung 125 folgt. Für den Richtschützen
ändert sich nichts im Vergleich zur Bedienung der Geschützvorrichtung 105 mit vollfunktionsfähigen
Richtantrieben. Er kann mit allen Sichtgeräten der Erfassungseinrichtung 125 auch
in der Fahrt aufklären und Ziele anvisieren. Zum Bekämpfen soll jetzt lediglich das
Fahrzeug 100 kurz angehalten werden, weil die Notrichtantriebe nicht genügend Leistung
für eine Stabilisierung der Waffe in der Fahrt haben. Ist das Fahrzeug 100 stehen
geblieben, läuft die Waffe 130 mit Hilfe der Notrichtantriebseinheit auf die Erfassungseinrichtung
125 ein und es kann unmittelbar ein Schuss auf das Ziel erfolgen.
[0031] Da das Notrichten auch in der Fahrt aktiv ist, verkürzt sich die Zeit bis zum Einlaufen
auf die Erfassungseinrichtung 125, weil schon während der Fahrt die Waffe 130 immer
in Richtung Erfassungseinrichtung 125 gerichtet wird. Durch diesen Ansatz zur Einbindung
eines elektrischen Notrichtantriebes ist es möglich, bei Ausfällen des Hauptrichtantriebes
das Ziel durchgehend mit der Erfassungseinrichtung 125 im Blick zu behalten und die
Standzeiten, die man zum Anrichten auf das Ziel mit Hilfe des Notrichtantriebes braucht,
auf ein Minimum zu reduzieren. Sollte ein manueller Eingriff des Richtschützen notwendig
sein, kann jederzeit mit Hilfe einer manuellen Notrichtsteuereinheit 135 das Nachführen
auf die Erfassungseinrichtung 125 unterbunden werden. Hierdurch kann der Richtschütze
in Zusammenarbeit mit dem Fahrer die Waffe 130 schon in grobe Ausrichtung bringen,
bevor die Waffe 130 endgültig auf die Erfassungseinrichtung 125 einläuft. Die Bedienung
über den manuellen Notrichtsteuereinheit 135 hat somit immer höchste Priorität und
stellt sicher, dass der Richtschütze auch in anderen Fehlerfällen immer auf eine sichere
Notrichtfunktion zugreifen kann.
[0032] Fig. 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 200 zum Betreiben eines Notrichtsystems
für eine Geschützvorrichtung 105 für ein Fahrzeug. Das Verfahren 200 ist beispielsweise
in einem Fahrzeug 100 durchführbar, wie es in Fig. 1 beschrieben wurde. Das Notrichtsystem
wird zumindest bei einem Ausfall eines Hauptrichtsystems der Geschützvorrichtung 105
betrieben, sodass die Geschützvorrichtung 105 jederzeit einsatzbereit ist. Das Notrichtsystem
wird automatisiert von der Notrichtsteuereinheit 120 angesteuert, wie sie beispielsweise
in Fig. 1 beschrieben wurde. Das Verfahren 200 umfasst einen Schritt 205 des Bereitstellens
eines Aktivierungssignals an eine Schnittstelle zu einer Notrichtaktivierungseinheit,
wobei das Aktivierungssignal ausgebildet ist, um das Notrichtsystem zu aktivieren.
In einem Schritt 210 des Einlesens wird über eine Schnittstelle die Position der Erfassungseinrichtung
125 entsprechend eingelesen, um daraus ein Sollsignal zu berechnen. Das Sollsignal
gibt dabei der zumindest einen Notrichtantriebseinheit eine oder mehrere in Bezug
auf eine Bewegung der Geschützeinheit und/oder der Waffe Sollmomente oder Sollgeschwindigkeiten
vor. Weiterhin umfasst das Verfahren 200 einen Schritt 215 des Ausgebens mindestens
eines Ausrichtsignals oder Ansteuersignals zum Ausrichten der zumindest einen Notrichtantriebseinheit
nach dem Schritt 210 des Einlesens, um die Geschützeinheit zumindest während des Ausfalls
des Hauptrichtsystems auf die durch das Sollsignal repräsentierte Richtgeschwindigkeit
oder mit dem Sollmoment zu bewegen.
[0033] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel wird das Aktivierungssignal im Schritt 205 des Bereitstellens
ansprechend auf ein den Ausfall des Hauptrichtsystems repräsentierendes Ausfallsignal
bereitgestellt. Weiterhin optional wird die Notrichtantriebseinheit im Schritt 205
des Bereitstellens mit einem Versorgungsnetz ansprechend auf das Aktivieren des Notrichtsystems
elektrisch verbunden. Dadurch wird beispielsweise sichergestellt, dass die Geschützvorrichtung
einsatzbereit bleibt. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel umfasst das Verfahren 200 einen
Schritt 220 des Einlesens eines Änderungssignals vor dem Schritt 215 des Ausgebens.
Das Änderungssignal repräsentiert dabei eine Änderung des Sollsignals durch einen
Nutzer, der beispielsweise den Notrichtgriff der manuellen Notrichtsteuereinheit des
Fahrzeugs betätigt. Das bedeutet, dass die Änderung lediglich optional manuell initiiert
wird.
[0034] Das Ausrichtsignal wird dabei unter Verwendung des Änderungssignals ausgegeben, um
die Geschützeinheit zumindest während des Ausfalls des Hauptrichtsystems mit der durch
das Änderungssignal veränderten Geschwindigkeit der Waffe auszurichten. Dabei weist
ein solcher manueller Eingriff durch den Nutzer eine höhere Priorität auf als die
unter Verwendung des Sichtgeräts vorgegebenen Sollgeschwindigkeiten oder Sollmomente.
Weiterhin umfasst das Verfahren 200 einen Schritt 225 des Bereitstellens eines Freigabesignals
für eine Schussabgabe der Geschützeinheit, wenn die Waffe richtig ausgerichtet ist
und das Fahrzeug sich nicht mehr bewegt.
[0035] Der hier vorgestellte Ansatz beschreibt in anderen Worten ausgedrückt ein Verfahren
200 zur Waffennachführung mit Hilfe von Notrichtantrieben mit der Freigabe zur Schussabgabe
bei stehendem Fahrzeug.
[0036] Fig. 3 zeigt ein Blockschaltbild einer Notrichtsteuereinheit 120 gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Die Notrichtsteuereinheit 120 ist entspricht dabei beispielsweise der in Fig. 1 beschriebenen
Notrichtsteuereinheit 120 und ist beispielsweise ausgebildet, um ein Verfahren zum
Betreiben eines Notrichtsystems für eine Geschützvorrichtung für ein Fahrzeug anzusteuern,
wie es beispielsweise in Fig. 2 beschrieben wurde. Die Notrichtsteuereinheit 120 weist
dazu eine Bereitstelleinheit 305, eine Einleseeinheit 310 sowie eine Ausgabeeinheit
315 auf. Die Bereitstelleinheit 305 ist dabei ausgebildet, um ein Aktivierungssignal
320 an eine Schnittstelle zu einer Notrichtaktivierungseinheit 325 zu bewirken, wobei
das Aktivierungssignal 320 ausgebildet ist, um das Notrichtsystem zu aktivieren. Die
Einleseeinheit 310 ist ausgebildet, um ein Sollsignal 330 über eine Schnittstelle
zu einer Feuerleitrechner oder Stabilisierungsrechner 401 einzulesen, wobei das Sollsignal
330 dem zumindest eine Notrichtantriebseinheit eine eine Sollgeschwindigkeit oder
ein Sollmoment für eine Änderung der Geschützeinheit und/oder der Waffe anzeigt. Die
Ausgabeeinheit 315 ist ausgebildet, um mindestens ein Ausrichtsignal 335 zum Ausrichten
der zumindest einen Notrichtantriebseinheit 115 nach dem Einlesen des Sollsignals
330 auszugeben. Dadurch wird die Geschützeinheit zumindest während des Ausfalls des
Hauptrichtsystems mit der durch das Ausrichtsignal 335 repräsentierte Sollgeschwindigkeit
und/oder dem Sollmoment ausgerichtet.
[0037] Ferner ist anzumerken, dass die Notrichtsteuereinheit Bestandteil eins Stabilisierungseinheit
bzw. eines Feuerleitrechners sein kann. Diese gibt dann beispielsweise der als Notrichtsteuereinheit
Drehzahl bzw. Momenten-Sollwerte vor, die dazu führen, dass die Waffe 130 unter Berücksichtigung
der Aufsatz- und Vorhaltewinkel dem Sichtgerät 125 folgt. Drückt der Richtschütze
den Taster am Richtgriff kann jetzt der Schütze jederzeit diese Vorgaben unterbinden
und selbst Geschwindigkeitsvorgaben an die Notrichtsteuereinheit vorgeben. Eine Stabilisierungseinheit
bzw. Feuerleitrechner wird damit durch den Richtschützen übersteuert.
[0038] Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Blockschaltbilds für eine Geschützvorrichtung
105 für ein Fahrzeug 100. Das hier dargestellte Blockschaltbild zeigt gemäß diesem
Ausführungsbeispiel einen schematischen Aufbau von Komponenten, die zum Durchführen
und/oder Ansteuern eines Verfahrens zum Betreiben eines Notrichtsystems 400, wie es
in Fig. 3 beschrieben wurde, verwendet werden. Die Geschützvorrichtung 105 weist beispielsweise
einen Feuerleitrechner 401 auf, der ausgebildet ist, um die Sollsignale 415 der Erfassungseinrichtung
125 um balistische Sollwerte ergänzt und diese neuen Sollsignale 330 einem Notrichtsteuereinheit
zuzuführen. Die Notrichtsteuereinheit 120 beinhaltet einen Stabilisierungsrecher,
der so ausgebildet die Geschützturmeinheit 110 und die Waffe 130 den Sollwerten 330
nachzuführen, indem er beispielsweise ein Hauptrichtsystem 402 unter Verwendung eines
Steuerungssignals 403 steuert.
[0039] Hierbei berechnet der Feuerleitrechner 401 Aufsatz und Vorhalt und gibt übergeordnete
Betriebsarten vor. Die Notrichtsteuereinheit 120, der als Stabilisierungsregeleinheit
arbeitet, führt dann die Ansteuerung unter Ausgabe des Aktivierungssignals 320, des
Ausrichtsignals 335 und Berücksichtigung weitere Signale und Sensorwerte, beispielsweise
das Ausfallsignal 455 oder das Sollsignal 330, durch. Die Notrichtsteuereinheit 120
weist dazu ein Notrichtsteuergerät 404 sowie eine Notrichtelektronikeinheit 325 auf,
die die Ansteuerung der Notrichtmotoren 450 regelt und umsetzt.
[0040] Die Notrichtsteuereinheit 120 ist dabei ausgebildet, um die Notrichtantriebseinheit
115 unter Verwendung eines Aktivierungssignals 320 und einer Notrichtaktivierungseinheit
325 zu aktivieren. Weiterhin ist die Notrichtantriebseinheit 115 ausgebildet, um ein
Ausrichtssignal 335 über eine Schnittstelle zur Notrichtsteuereinheit 120 ansprechend
auf das Aktivierungssignal 320 einzulesen. Aus dem Sollsignal 330 berechnet die Notrichtsteuereinheit
120 für zumindest einen Notrichtantriebseinheit 115 ein Ausrichtssignal 335. Ansprechend
darauf gibt die Notrichtsteuereinheit 120 mindestens ein Ausrichtssignal 335 zum Ausrichten
der zumindest einen Notrichtantriebseinheit 115 aus, um die Geschützeinheit 110 zumindest
während des Ausfalls des Hauptrichtsystems 402, das beispielsweise auch als ein Hauptrichtantrieb
ausgeformt ist, mit der durch das Ausrichtssignal 335 repräsentierten Sollgeschwindigkeit
und/oder dem Sollmoment auszurichten. Weiterhin kann über die manuelle Notrichtsteuereinheit
135 ein Änderungssignal 430 vom Richtschützen der Notrichteinheit 115 vorgegeben werden,
welches das Ausrichtssignal 335 übersteuert. Das Änderungssignals 430 repräsentiert
dabei beispielsweise eine manuelle Änderung der Richtposition durch einen Nutzer.
Weiterhin ist die Notrichtsteuereinheit 120 ausgebildet, um zumindest ein Freigabesignal
340 an den Feuerleitrechner 401 bereitzustellen. Die Geschützeinheit 110 weist beispielsweise
eine Waffe 130 und einen Turm 445, die von der Notrichtantriebseinheit 115 angesteuert
werden. Die Notrichtantriebseinheit 115 umfasst beispielsweise mindestens einen Motor
450 der von der Notrichtelektronik 460 über Motoransteuersignale 435 angetrieben wird.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 100
- Fahrzeug
- 105
- Geschützvorrichtung
- 110
- Geschützeinheit/Turm
- 115
- Notrichtantriebseinheit
- 120
- Notrichtsteuereinheit
- 125
- Erfassungseinrichtung
- 130
- Waffe
- 135
- manuelle Notrichtsteuereinheit
- 200
- Verfahren
- 205
- Bereitstellen Aktivierungssignal
- 210
- Einlesen Sollsignal
- 215
- Ausgeben
- 305
- Bereitstellungseinheit
- 310
- Einleseeinheit
- 315
- Ausgebeeinheit
- 320
- Aktivierungssignal
- 325
- Notrichtaktivierungseinheit
- 330
- Sollsignal
- 335
- Ausrichtssignal
- 340
- Freigabesignal
- 400
- Notrichtsystems
- 401
- Feuerleitrechner
- 402
- Hauptrichtsystems
- 403
- Steuerungssignals
- 404
- Notrichtsteuergerät
- 415
- Sollsignal
- 430
- Änderungssignals
- 435
- Ansteuersignal
- 445
- Turm
- 450
- Notrichtmotoren
- 455
- Ausfallsignal
- 460
- Notrichtelektronik
1. Verfahren (200) zum Betreiben eines Notrichtsystems (400) für eine Geschützvorrichtung
(105) mit zumindest einer Notrichtantriebseinheit (115) und einer mit der Notrichtantriebseinheit
(115) verbundenen Geschützeinheit (110) für ein Fahrzeug (100), wobei das Notrichtsystem
(400) zumindest bei einem Ausfall eines Hauptrichtsystems (402) der Geschützvorrichtung
(105) betrieben wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren (200) die folgenden Schritte umfasst:
- Bereitstellen (205) eines Aktivierungssignals (320) an eine Schnittstelle zu einer
Notrichtelektronikeinheit (325), wobei das Aktivierungssignal (320) ausgebildet ist,
um das Notrichtsystem (400) zu aktivieren, wobei das Aktivierungssignal (320) ansprechend
auf ein den Ausfall des Hauptrichtsystems (402) repräsentierendes Ausfallsignal (455)
bereitgestellt wird;
- Einlesen (210) eines Sollsignals (330) über eine Schnittstelle zu einem Feuerleitrechner
(401), um aus dem Sollsignal (330) ein Ausrichtsignal (335) zu generieren, wobei das
Ausrichtsignal (335) der zumindest einen Notrichtantriebseinheit (115) eine Sollgeschwindigkeit
und/oder ein Sollmoment bezüglich einer Änderung der Geschützvorrichtung (105) vorgibt;
und
- Ausgeben (215) mindestens eines Ausrichtsignals (335) zum Ausrichten der zumindest
einen Notrichtantriebseinheit (115) nach dem Schritt (210) des Einlesens, um die Geschützeinheit
(110) zumindest während des Ausfalls des Hauptrichtsystems (402) mit der durch das
Ausrichtsignal (335) repräsentierten Sollgeschwindigkeit und/oder dem Sollmoment auszurichten.
2. Verfahren (200) gemäß Anspruch 1, mit einem Schritt (220) des Einlesen eines Änderungssignals
(430) vor dem Schritt (225) des Ausgebens, wobei das Änderungssignal (430) eine Änderung
der Richtposition durch einen Nutzer repräsentiert, wobei das Änderungssignal eine
Änderung des Sollsignals durch den Nutzer repräsentiert und wobei im Schritt (225)
des Ausgebens das Änderungssignals (430) an die Geschützeinheit (110) ausgegeben wird,
um die Geschützeinheit (110) zumindest während des Ausfalls des Hauptrichtsystems
(402) auf die durch das Änderungssignal (430) veränderte Richtposition auszurichten,
insbesondere wobei eine Ausrichtung der Geschützeinheit (110) mit der durch das Ausrichtsignal
(335) repräsentierten Sollgeschwindigkeit und/oder dem Sollmoment unterdrückt wird,
wenn eine von einem Nutzer beabsichtigte Änderung der Richtposition erkannt wurde.
3. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die zumindest eine
Notrichtantriebseinheit (115) im Schritt (205) des Bereitstellens des Aktivierungssignals
(320) mit einem Versorgungsnetz ansprechend auf das Aktivieren des Notrichtsystems
(400) elektrisch verbunden wird.
4. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einem Schritt (225)
des Bereitstellens eines Freigabesignals (340) für eine Schussabgabe der Geschützeinheit
nach dem Schritt (215) des Ausgebens.
5. Verfahren (200) gemäß Anspruch 4, wobei der Schritt (225) des Bereitstellens des Freigabesignals
(340) ausgeführt wird, wenn sich das Fahrzeug (100) im Stillstand befindet.
6. Notrichtsteuereinheit (120), die eingerichtet ist, um die Schritte des Verfahrens
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 in einer Bereitstelleinheit (305), einer Einleseeinheit
(310) odereiner Ausgabeeinheit (315) auszuführen und/oder anzusteuern.
7. Computerprogramm, das dazu eingerichtet ist, die Schritte des Verfahrens gemäß einem
der Ansprüche 1 bis 5 mit einer Notrichtsteuereinheit (120) gemäß Anspruch 6 auszuführen
und/oder anzusteuern.
8. Maschinenlesbares Speichermedium, auf dem das Computerprogramm nach Anspruch 7 gespeichert
ist.
9. Geschützvorrichtung (105) für ein Fahrzeug (100), wobei die Geschützvorrichtung (105)
die folgenden Merkmale aufweist:
- eine Geschützeinheit (110);
- zumindest eine mit der Geschützeinheit (110) verbundene Notrichtantriebseinheit
(115); und
- eine Notrichtsteuereinheit (120) gemäß Anspruch 6 zum Ansteuern der Notrichtantriebseinheit
(115) und der Geschützeinheit (110).
10. Fahrzeug (100) mit einer Geschützvorrichtung (105) gemäß Anspruch 9.
1. A method (200) of operating a back-up aiming system (400) for an artillery device
(105) having at least one back-up aiming drive unit (115) and an artillery unit (110)
for a vehicle (100) connected to the back-up aiming drive unit (115), the back-up
aiming system (400) being operated at least in the event of a failure of a main aiming
system (402) of the artillery device (105),
characterized in that the method (200) comprises the steps of:
- providing (205) an activation signal (320) to an interface to a back-up aiming electronics
unit (325), wherein the activation signal (320) is configured to activate the back-up
aiming system (400), wherein the activation signal (320) is provided in response to
a failure signal (455) representing the failure of the main aiming system (402);
- reading (210) a setpoint signal (330) via an interface to a fire control computer
(401) to generate an alignment signal (335) from the setpoint signal (330), the alignment
signal (335) providing the at least one back-up aiming drive unit (115) with a setpoint
speed and/or a setpoint torque with respect to a change of the artillery device (105);
and
- outputting (215) at least one alignment signal (335) for aligning the at least one
back-up aiming drive unit (115) after the step (210) of reading to align the artillery
unit (110) with the setpoint speed and/or the setpoint torque represented by the alignment
signal (335) at least during the failure of the main alignment system (402).
2. The method (200) according to claim 1, comprising a step (220) of reading a change
signal (430) before the step (225) of outputting, wherein the change signal (430)
represents a change of the aiming position by a user, wherein the change signal represents
a change of the setpoint signal by the user, and wherein in the step (225) of outputting,
the change signal (430) is output to the artillery unit (110) to align the artillery
unit (110) with the aiming position changed by the change signal (430) at least during
the failure of the main aiming system (402), in particular wherein alignment of the
artillery unit (110) with the setpoint speed and/or the setpoint torque represented
by the alignment signal (335) is suppressed if a change of the aiming position intended
by a user has been detected.
3. Method (200) according to any one of the preceding claims, wherein the at least one
back-up aiming drive unit (115) is electrically connected to a supply network in the
step (205) of providing the activation signal (320) in response to activating the
back-up aiming system (400).
4. Method (200) according to any one of the preceding claims, comprising a step (225)
of providing a release signal (340) for firing the artillery unit after said step
(215) of outputting.
5. Method (200) according to claim 4, wherein the step (225) of providing the release
signal (340) is performed when the vehicle (100) is stationary.
6. Back-up aiming control unit (120), configured to execute and/or control the steps
of the method according to any one of claims 1 to 5 in a providing unit (305), a reading
unit (310) or an output unit (315).
7. Computer program configured to execute and/or control the steps of the method according
to any one of claims 1 to 5 with a back-up aiming control unit (120) according to
claim 6.
8. Machine-readable storage medium, on which the computer program according to claim
7 is stored.
9. Artillery device (105) for a vehicle (100), the artillery device (105) comprising:
- an artillery unit (110);
- at least one back-up aiming drive unit (115) connected to the artillery unit (110);
and
- a back-up aiming control unit (120) according to claim 6 for controlling the back-up
aiming drive unit (115) and the artillery unit (110).
10. Vehicle (100) comprising an artillery device (105) according to claim 9.
1. Procédé (200) pour faire fonctionner un système de direction d'urgence (400) pour
un dispositif d'artillerie (105) comprenant au moins une unité d'entraînement de direction
d'urgence (115) et une unité d'artillerie (110) reliée à l'unité d'entraînement de
direction d'urgence (115) pour un véhicule (100), le système de direction d'urgence
(400) étant actionné au moins lors d'une défaillance d'un système de direction principal
(402) du dispositif d'artillerie (105),
caractérisé en ce que le procédé (200) comprend les étapes suivantes :
- fournir (205) un signal d'activation (320) à une interface avec une unité électronique
de secours (325), le signal d'activation (320) étant adapté pour activer le système
de direction d'urgence (400), le signal d'activation (320) étant fourni en réponse
à un signal de défaillance (455) représentant la défaillance du système de direction
principal (402);
- lire (210) un signal de consigne (330) par l'intermédiaire d'une interface avec
un ordinateur de conduite de tir (401) pour générer un signal d'alignement (335) à
partir du signal de consigne (330), le signal d'alignement (335) prescrivant à la
au moins une unité d'entraînement de direction d'urgence (115) une vitesse de consigne
et/ou un couple de consigne par rapport à une modification du dispositif d'artillerie
(105); et
- émettre (215) au moins un signal d'alignement (335) pour aligner la au moins une
unité d'entraînement de direction d'urgence (115) après l'étape (210) de lire, afin
d'aligner l'unité d'artillerie (110) avec la vitesse cible et/ou le couple cible représentés
par le signal d'alignement (335) au moins pendant la défaillance du système de direction
principal (402).
2. Procédé (200) selon la revendication 1, comprenant une étape (220) de lecture d'un
signal de changement (430) avant l'étape (225) de délivrance, dans lequel le signal
de changement (430) représente un changement de la position de pointage par un utilisateur,
dans lequel le signal de changement représente un changement du signal de consigne
par l'utilisateur, et dans lequel, à l'étape (225) de délivrance, le signal de changement
(430) est délivré à l'unité d'artillerie (110), pour aligner l'unité d'artillerie
(110) sur la position de pointage modifiée par le signal de modification (430) au
moins pendant la défaillance du système de pointage principal (402), en particulier
dans lequel un alignement de l'unité d'artillerie (110) avec la vitesse de consigne
et/ou le couple de consigne représentés par le signal de pointage (335) est supprimé
lorsqu'une modification de la position de pointage voulue par un utilisateur a été
détectée.
3. Procédé (200) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel,
à l'étape (205) de fourniture du signal d'activation (320), ladite au moins une unité
d'entraînement de direction d'urgence (115) est connectée électriquement à un réseau
d'alimentation en réponse à l'activation du système de direction d'urgence (400).
4. Procédé (200) selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant une
étape (225) de fourniture d'un signal de libération (340) d'un tir de l'unité de tir
après l'étape (215) d'émettre.
5. Procédé (200) selon la revendication 4, dans lequel l'étape (225) de fourniture du
signal de libération (340) est réalisée lorsque le véhicule (100) est à l'arrêt.
6. Unité de commande de message d'urgence (120) agencée pour exécuter et/ou commander
les étapes du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5 dans une unité
de fourniture (305), une unité de lecture (310) ou une unité de sortie (315).
7. Programme d'ordinateur adapté pour exécuter et/ou commander les étapes du procédé
selon l'une quelconque des revendications 1 à 5 avec une unité de commande de message
d'urgence (120) selon la revendication 6.
8. Support de stockage lisible par machine sur lequel est stocké le programme informatique
selon la revendication 7.
9. Dispositif d'artillerie (105) pour un véhicule (100), le dispositif d'artillerie (105)
comprenant les caractéristiques suivantes :
- une unité d'artillerie (110);
- au moins une unité d'entraînement de direction d'urgence (115) reliée à l'unité
d'artillerie (110); et
- une unité de commande de message d'urgence (120) selon la revendication 6 pour commander
l'unité d'entraînement de direction d'urgence (115) et l'unité d'artillerie (110).
10. Véhicule (100) comprenant un dispositif d'artillerie (105) selon la revendication
9.