[0001] Die Erfindung betrifft eine Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine mit einer
vorzugsweise ringförmigen ersten Arbeitsscheibe und einem vorzugsweise ringförmigen
Gegenlagerelement, wobei die erste Arbeitsscheibe und das Gegenlagerelement mittels
eines Drehantriebs relativ zueinander drehend antreibbar sind, und wobei zwischen
der ersten Arbeitsscheibe und dem Gegenlagerelement ein vorzugsweise ringförmiger
Arbeitsspalt zum doppelseitigen oder einseitigen Bearbeiten flacher Werkstücke, vorzugsweise
Wafer, gebildet ist, wobei die Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine eine Mehrzahl
von Sensoren umfasst, die während des Betriebs der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
Messdaten zu Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
erfassen. Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Betreiben einer solchen
Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine.
[0002] Beispielsweise in Doppelseiten-Poliermaschinen werden zwischen vorzugsweise ringförmigen
Arbeitsscheiben flache Werkstücke, wie Wafer, poliert. Zwischen den Arbeitsscheiben
ist ein vorzugsweise ringförmiger Arbeitsspalt angeordnet, in dem die flachen Werkstücke,
zum Beispiel Wafer, während der Bearbeitung gehalten sind. Dazu sind in dem Arbeitsspalt
üblicherweise sogenannte Läuferscheiben angeordnet mit Ausnehmungen, in denen die
Werkstücke schwimmend gelagert sind. Die Arbeitsscheiben werden zur Bearbeitung mittels
eines Drehantriebs relativ zueinander drehend angetrieben und die Läuferscheiben drehen
sich über üblicherweise eine Außenverzahnung der Läuferscheiben, die in eine entsprechende
Verzahnung von Stiftkränzen eingreift, ebenfalls in dem Arbeitsspalt. Dadurch werden
die Werkstücke während der Bearbeitung entlang zykloider Bahnen durch den Arbeitsspalt
gefördert. Beim Doppelseitenpolieren wird darüber hinaus ein Poliermittel, eine sogenannte
Slurry, in den Arbeitsspalt gegeben, die für die abrasive Bearbeitung sorgt. Die Arbeitsscheiben
weisen bei Doppelseiten-Poliermaschinen darüber hinaus auf ihren den Arbeitsspalt
begrenzenden Oberflächen regelmäßig Poliertücher, sogenannte Polierpads, auf.
[0003] Ziel der Bearbeitung ist eine möglichst planparallele Form der fertig bearbeiteten
Werkstücke. Hierzu ist die Arbeitsspaltgeometrie von entscheidender Bedeutung. Aus
DE 10 2006 037 490 B4 ist eine Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine bekannt mit Mitteln zum Erzeugen einer
globalen Verformung einer der Arbeitsscheiben. Insbesondere kann die obere Arbeitsscheibe
zwischen einer global konkaven und einer global konvexen Form verformt werden. Die
konkave oder konvexe Form der Arbeitsscheibe ergibt sich bei einer solchen globalen
Verformung in radialer Richtung gesehen erst über den gesamten Durchmesser der Arbeitsscheibe.
Die den Arbeitsspalt begrenzende Ringfläche der vorzugweise ringförmigen Arbeitsscheibe
bleibt dabei in sich eben, gegenüberliegende Ringabschnitte der Ringfläche sind jedoch
zueinander verformt, so dass sich insgesamt eine konkave oder konvexe Form ergibt.
[0004] Aus
DE 10 2016 102 223 A1 ist weiterhin eine Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine bekannt mit Mitteln zum Erzeugen
einer lokalen Verformung einer der Arbeitsscheiben, insbesondere zwischen einer lokal
konvexen und einer lokal konkaven Form. Bei einer solchen lokalen Verformung ergibt
sich die konvexe bzw. konkave Form in radialer Richtung zwischen dem inneren und äußeren
Rand der beispielsweise ringförmigen Arbeitsscheibe. Anders als bei einer globalen
Verformung sind bei einer lokalen Verformung also die Ringabschnitte selbst konkav
oder konvex verformt.
[0005] Die beiden vorgenannten Ausgestaltungen können in einer Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
kombiniert werden. Auf diese Weise können unterschiedlichste Arbeitsspaltgeometrien
erzeugt werden. So kann beispielsweise bei teilweisem Verschleiß der Poliertücher
oder bei sich ändernden Temperaturen der den Arbeitsspalt definierenden Komponenten
jederzeit eine möglichst planparallele Bearbeitung der Werkstücke bzw. eine für die
Werkstückqualität bevorzugte Einstellung des Arbeitsspalts, sei diese parallel oder
nicht, sichergestellt werden.
[0006] Die Geometrie des Arbeitsspalts hat entscheidenden Einfluss auf die Form und die
Ebenheit des bearbeiteten Werkstücks. Neben der Geometrie des Arbeitsspalts beeinflussen
das Bearbeitungsergebnis eine Vielzahl weiterer Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter,
zum Beispiel die Temperatur unterschiedlichster Komponenten der Maschine, die Dicke
und ein möglicher Verschleiß eines Arbeitsbelags, wie eines Poliertuchs, die Drehzahl
der relativ zueinander gedrehten Arbeitsscheibe und/oder des Gegenlagerelements sowie
von in dem Arbeitsspalt drehend gelagerten Läuferscheiben, oder beispielsweise eine
Auflast zwischen der ersten Arbeitsscheibe und dem Gegenlagerelement.
[0007] Es ist bekannt, derartige Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter während des Betriebs
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine mittels Sensoren zu überwachen. Auch
ist es bekannt als weitere Bearbeitungsparameter die Form und Dicke der in dem Arbeitsspalt
bearbeiteten flachen Werkstücke, zum Beispiel Wafer, mittels entsprechender Sensoren
zu erfassen. Aus der Vielzahl dieser Maschinen- und Bearbeitungsparameter muss für
den Betrieb der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine ein geeignetes Parameterfenster
gefunden werden, zunächst im Rahmen des Einrichtens der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
vor Beginn der Bearbeitung der flachen Werkstücke. Dabei muss die Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
auch auf die am jeweiligen Einsatzort vorherrschenden Randbedingungen, zum Beispiel
Art der Arbeitsbeläge, wie Poliertücher, gegebenenfalls eines Poliermittels und weiterer
Parametervorgaben eines Betreibers eingestellt werden. Im anschließenden Produktionsbetrieb
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine muss der Prozess mittels der Sensoren
überwacht werden. Dabei sollen Abweichungen von den vorgegebenen Zielwerten, zum Beispiel
dem GBIR- oder SFQR-Wert bearbeiteter Wafer, frühzeitig erkannt werden und gegebenenfalls
korrigierend in den Bearbeitungsprozess eingegriffen werden.
[0008] Nicht zuletzt aufgrund einer großen Zahl unterschiedlicher Bearbeitungsprozesse müssen
die Messergebnisse der Sensoren durch fachkundiges Personal interpretiert werden,
um die richtigen Schlüsse für die Anpassung des Produktionsbetriebs zu treffen. Derart
fachkundiges Personal steht nicht am Einsatzort jeder Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
zur Verfügung. Dies kann zu nachteiligen Auswirkungen auf den Produktionsprozess führen.
Darüber hinaus erfolgt oftmals nur eine Anpassung des Produktionsbetriebs mit erheblicher
Zeitverzögerung nach Auftreten etwaiger schädlicher Parameterabweichungen. Ein Grund
hierfür ist, dass es auch für fachkundiges Personal aufgrund der Vielzahl von Maschinen-
und Bearbeitungsparametern, die Einfluss auf den Produktionsprozess nehmen, schwierig
ist, frühzeitig eine relevante Abweichung der gemessenen Parameter zu erkennen. Häufig
geschieht dies erst nach Vermessen fertig hergestellter bearbeiteter Werkstücke. Wird
dann eine unerwünschte Abweichung im Produktionsprozess festgestellt, entsteht in
der Zwischenzeit eine erhebliche Menge an Ausschuss.
[0009] Ausgehend von dem erläuterten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine sowie ein Verfahren zum Betreiben
einer Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine bereitzustellen, mit denen der Produktionsprozess
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine schneller und zuverlässiger unter
Minimierung von Ausschuss überwacht werden kann.
[0010] Die Erfindung löst die Aufgabe durch die unabhängigen Ansprüche 1 und 9. Vorteilhafte
Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den
Figuren.
[0011] Für eine Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine der eingangs genannten Art löst
die Erfindung die Aufgabe dadurch, dass eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, die
im Betrieb der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine die durch die Sensoren
erfassten Messdaten erhält, wobei die Steuereinrichtung ein künstliches neuronales
Netz umfasst, das dazu ausgebildet ist, aus den Messdaten einen Zustandsvektor der
Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine zu erstellen und diesen mit mindestens
einem Soll-Zustandsvektor zu vergleichen.
[0012] Für ein Verfahren der eingangs genannten Art löst die Erfindung die Aufgabe dadurch,
dass das künstliche neuronale Netz durch Eingabe einer Vielzahl von zu einem akzeptablen
Bearbeitungsergebnis von flachen Werkstücken führenden Soll-Zustandsvektoren trainiert
wird.
[0013] Bei der erfindungsgemäßen Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine kann es sich
insbesondere um eine Doppel- oder Einseiten-Poliermaschine handeln. Es kann sich bei
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine aber auch um eine Doppel- oder Einseiten-Läppmaschine
oder Doppel- oder Einseiten-Schleifmaschine handeln. Die Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
weist eine vorzugweise ringförmige erste Arbeitsscheibe und ein vorzugsweise ringförmiges
Gegenlagerelement auf. Bei einer Einseiten-Bearbeitungsmaschine kann das Gegenlagerelement
zum Beispiel als einfaches Gewicht oder Druckzylinder ausgestaltet sein. Bei dem Gegenlagerelement
kann es sich bevorzugt um eine vorzugweise ringförmige zweite Arbeitsscheibe handeln.
Die erste Arbeitsscheibe und das Gegenlagerelement sind relativ zueinander drehend
antreibbar und zwischen der ersten Arbeitsscheibe und dem Gegenlagerelement ist ein
vorzugsweise ringförmiger Arbeitsspalt zum Bearbeiten flacher Werkstücke, wie Wafer,
gebildet. Insbesondere wenn es sich um eine Doppel- oder Einseiten-Poliermaschine
handelt, kann zumindest die erste Arbeitsscheibe, vorzugweise auch das Gegenlagerelement
bzw. die zweite Arbeitsscheibe, einen Polierbelag (Polierpad) auf ihrer den Arbeitsspalt
begrenzenden Oberfläche(n) aufweisen. Während der Bearbeitung kann darüber hinaus
in an sich bekannter Weise ein Prozessmedium, zum Beispiel ein Poliermittel, insbesondere
eine Polierflüssigkeit (Slurry), in den Arbeitsspalt gegeben werden. Auch können die
Arbeitsscheiben mit Temperierkanälen versehen sein, durch die im Betrieb eine Temperierflüssigkeit,
zum Beispiel Kühlwasser, zum Temperieren der Arbeitsscheibe(n) geleitet wird.
[0014] Die Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine dient insbesondere zum planparallelen
Bearbeiten flacher Werkstücke. Die Werkstücke können zur Bearbeitung in an sich bekannter
Weise in Ausnehmungen von in dem Arbeitsspalt angeordneten Läuferscheiben schwimmend
aufgenommen werden. Die erste Arbeitsscheibe und das Gegenlagerelement werden im Betrieb
relativ zueinander drehend angetrieben, beispielsweise über eine entsprechende Antriebswelle
und mindestens einen Antriebsmotor. Es ist möglich, dass nur eines von erster Arbeitsscheibe
und Gegenlagerelement drehend angetrieben wird. Es können aber auch sowohl die erste
Arbeitsscheibe als auch das Gegenlagerelement drehend angetrieben werden, dann in
der Regel gegenläufig. Beispielsweise bei einer Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
können durch eine geeignete Kinematik die Läuferscheiben im Zuge der Relativdrehung
zwischen erster Arbeitsscheibe und Gegenlagerelement ebenfalls drehend durch den Arbeitsspalt
bewegt werden, so dass in den Ausnehmungen der Läuferscheiben angeordnete Werkstücke
zykloide Bahnen in dem Arbeitsspalt beschreiben. Beispielsweise können die Läuferscheiben
an ihrem äußeren Rand eine Verzahnung aufweisen, die in eine zugeordnete Verzahnung
von Stiftkränzen eingreift. Derartige Maschinen- bilden eine sogenannte Planetenkinematik.
[0015] Die erste Arbeitsscheibe und/oder das Gegenlagerelement können jeweils von einer
Trägerscheibe gehalten werden. Wie die erste Arbeitsscheibe und das Gegenlagerelement
können auch die Trägerscheiben ringförmig ausgebildet sein oder zumindest ringförmige
Trägerabschnitte besitzen.
[0016] In an sich bekannter Weise erfassen erfindungsgemäß Sensoren, insbesondere geeignete
Messeinrichtungen, während des Betriebs der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
Messdaten zu Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine.
Es kann sich dabei insbesondere um die eingangs genannten Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter
handeln. Die Sensoren erfassen die Messdaten dabei insbesondere in bestimmten Abständen
oder kontinuierlich. Die Messdaten charakterisieren die Betriebs- und Maschinenparameter
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine und damit den Produktionsprozess.
Die durch die Sensoren erfassten Messdaten werden insbesondere ebenfalls in bestimmten
Abständen oder kontinuierlich einer Steuereinrichtung der erfindungsgemäßen Doppel-
oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine zugeleitet. Das Erfassen der Maschinen- und/oder
Bearbeitungsparameter kann in Echtzeit erfolgen. Dies gilt auch für die Weitergabe
der Messdaten an die Steuereinrichtung und die nachfolgend erläuterte Verarbeitung
der Messdaten. Die erfassten Messdaten können auch in einem Datenspeicher gespeichert
werden und aus diesem an die Steuereinrichtung weitergegeben werden, zum Beispiel
in Echtzeit oder verzögert.
[0017] Zur Verarbeitung der Messdaten umfasst die erfindungsgemäße Steuereinrichtung ein
künstliches neuronales Netz, das aus den empfangenen Messdaten einen Zustandsvektor
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine erstellt. Der Zustandsvektor setzt
sich aus den aktuellen Messdaten der Sensoren zusammen bzw. wird aus diesen aktuellen
Messdaten gebildet. Der Zustandsvektor charakterisiert also die Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine,
und insbesondere den aktuellen Produktionsprozess. Diesen Zustandsvektor vergleicht
das künstliche neuronale Netz mit mindestens einem, vorzugsweise einer Mehrzahl, insbesondere
einer Schar, von Soll-Zustandsvektoren. Die Soll-Zustandsvektoren werden dem künstlichen
neuronalen Netz gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren im Rahmen eines Trainings als
Zustandsvektoren für ein akzeptables Bearbeitungsergebnis bei der Bearbeitung von
Werkstücken in der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine vorgegeben. Die Soll-Zustandsvektoren
können dabei mit unterschiedlicher Zielsetzung definiert werden, zum Beispiel ausgerichtet
auf bestimmte Qualitätsparameter (z.B. GBIR und/oder SFQR) und/oder Produktionsdurchsatz
oder auch andere Parameter. Durch den Vergleich des aus den aktuellen Messdaten erstellten
Zustandsvektors mit den dem künstlich neuronalen Netz zur Verfügung stehenden Soll-Zustandsvektoren
kann dieses ermitteln, ob der aktuelle Zustandsvektor mit einem der als akzeptabel
trainierten Soll-Zustandsvektoren übereinstimmt oder nicht. Wird festgestellt, dass
der erfasste Zustandsvektor mit keinem der akzeptablen Soll-Zustandsvektoren ausreichend
übereinstimmt, können zum Beispiel bei einer relevanten Abweichung von den akzeptablen
Soll-Zustandsvektoren Gegenmaßnahmen getroffen werden. Beispielsweise kann durch Anpassung
von Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern in den Produktionsprozess eingegriffen
werden. Selbstverständlich können für den Vergleich definierte Toleranzen vorgegeben
werden, innerhalb derer eine erkannte geringe Abweichung von den Soll-Zustandsvektoren
als akzeptabel klassifiziert wird. Durch eine auf Grundlage des Vergleichs erfolgte
Anpassung von Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern kann der Produktionsprozess
so beeinflusst werden, dass der aktuell erstellte Zustandsvektor (wieder) ausreichend
mit mindestens einem Soll-Zustandsvektor übereinstimmt.
[0018] Ein künstliches neuronales Netz kann anders als eine Bedienperson aus einer Vielzahl
von Messdaten und damit Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern sehr schnell einen
Zustandsvektor erstellen und diesen ebenfalls sehr schnell mit mindestens einem, vorzugsweise
einer Vielzahl von Soll-Zustandsvektoren vergleichen. Damit kann eine unzulässige
Abweichung des Produktionsprozesses von einem akzeptablen Prozess schnell und zuverlässig
erkannt werden, insbesondere auch wenn am Produktionsort der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
kein ausreichend geschultes oder erfahrenes Personal zur Verfügung steht. Die Erfindung
macht sich dabei zunutze, dass bei einem optimalen Produktionsprozess die messbaren
Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter in einem festen Verhältnis zueinander stehen.
Ein künstliches neuronales Netz, das mit den Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern
eines optimalen Prozesses trainiert ist, kann somit schnell und zuverlässig Abweichungen
des aktuellen Prozesses vom optimalen Prozess erkennen. Das künstliche neuronale Netz
bildet einen Anomaliedetektor, der eine unzulässige Abweichung (Anomalie) im Produktionsprozess
identifiziert. Eine Prozessoptimierung ist somit auch beim Anfahren des Produktionsprozesses
nach einem initialen Einrichtvorgang (Setup) wesentlich schneller und mit einer wesentlich
geringeren Anzahl an Testproduktionsprozessen möglich. Im besten Fall ist nur ein
einziger Testproduktionsversuch erforderlich, der keine externe nachgelagerte Vermessung
der bearbeiteten Werkstücke erfordert. Die Überwachung des Produktionsprozesses auch
im Zuge des Beginns der Produktion ist damit einfacher und schneller und unter Minimierung
von Ausschuss möglich. Insbesondere kann die Produktion von Werkstücken in der Doppel-
oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine, die nicht innerhalb gewünschter Toleranzen liegen,
reduziert oder bestenfalls vollständig vermieden werden.
[0019] Nach einer Ausgestaltung kann die Steuereinrichtung dazu ausgebildet sein, bei einer
Abweichung des erstellten Zustandsvektors von dem mindestens einen Soll-Zustandsvektor
eine Warnmeldung auszugeben. Die Warnmeldung kann für eine Bedienperson der Doppel-
oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine ausgegeben werden, zum Beispiel über eine Bedienoberfläche
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine. Im einfachsten Fall erhält die Bedienperson
eine Warnmeldung, dass Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter unzulässig von für
einen optimalen Produktionsprozess akzeptablen Werten abweichen. Die Bedienperson
kann auf dieser Grundlage manuell in den Prozess eingreifen, insbesondere gezielt
Maschinen- und/ oder Bearbeitungsparameter anpassen, so dass der aus den aktuellen
Messdaten gebildete Zustandsvektor (wieder) mindestens einem Soll-Zustandsvektor entspricht.
[0020] In einer weiteren Variante kann die Warnmeldung bereits einen Anpassungsvorschlag
zur Anpassung bestimmter Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter umfassen. Dieser
Anpassungsvorschlag kann durch die Steuereinrichtung auf Grundlage einer in der Steuereinrichtung
hinterlegten Anpassungsvorschrift ausgegeben werden. Eine solche Anpassungsvorschrift
kann vorab durch eine Bedienperson für die Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
erstellt worden sein. Die Bedienperson kann den Anpassungsvorschlag dann bewerten
und gegebenenfalls ausführen. Durch eine Kombination festgestellter Abweichungswerte
zwischen dem Zustandsvektor und dem mindestens einen Soll-Zustandsvektor mit formalisierten
Kausalitäten der Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
kann die Steuereinrichtung also automatisch Vorschläge zur Änderung von Maschinen-
und/oder Bearbeitungsparametern erstellen.
[0021] Nach einer weiteren Ausgestaltung kann die Steuereinrichtung weiterhin eine Regeleinrichtung
umfassen, die dazu ausgebildet ist, bei einer durch den Vergleich festgestellten Abweichung
des erstellten Zustandsvektors von dem mindestens einen Soll-Zustandsvektor die Doppel-
oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine, insbesondere Maschinen- und/oder Betriebsparameter
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine, so anzusteuern, dass der erstellte
Zustandsvektor mit mindestens einem Soll-Zustandsvektor übereinstimmt. Die Regeleinrichtung
kann dazu insbesondere Aktoren zum Beeinflussen der Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter
ansteuern. Durch die Regeleinrichtung wird eine weitere Automatisierung erreicht,
indem diese die Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine selbständig auf Grundlage
des durchgeführten Vergleichs ansteuert, so dass der aus den aktuellen Messdaten erstellte
Zustandsvektor (wieder) mindestens einem des oder der Soll-Zustandsvektoren entspricht.
Die Regeleinrichtung kann dabei in die Steuereinrichtung integriert sein.
[0022] Die Regeleinrichtung kann dazu ausgebildet sein, die Maschinen- und/oder Betriebsparameter
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine auf Grundlage einer in der Regeleinrichtung
hinterlegten Anpassungsvorschrift anzusteuern. Die Anpassungsvorschrift kann der Regeleinrichtung
insbesondere bestimmte Steuervorschriften zu bestimmten ermittelten Abweichungen des
Zustandsvektors vorgeben. Wiederum kann die Anpassungsvorschrift zum Beispiel vorab
durch eine Bedienperson erstellt worden sein. Auf dieser Grundlage ist eine automatisierte
Regelung auf Grundlage von vorab in Form der Anpassungsvorschrift hinterlegten Steuervorgaben
möglich, insbesondere ohne Eingriff einer Bedienperson.
[0023] Nach einer weiteren Ausgestaltung kann ein weiteres künstliches neuronales Netz vorgesehen
sein, das dazu ausgebildet ist, durch maschinelles Lernen die Messdaten zu den Maschinen-
und/oder Bearbeitungsparametern zu bewerten und auf Grundlage der Bewertung die Doppel-
oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine, insbesondere Maschinen- und/oder Betriebsparameter
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine, anzusteuern und/oder eine in einer
Regeleinrichtung hinterlegte Anpassungsvorschrift zu erstellen und/oder zu verändern.
Dieses weitere künstliche neuronale Netz kann ein weiteres künstliches neuronales
Netz sein, zusätzlich zu dem vorgenannten, den Anomaliedetektor bildenden ersten künstlichen
neuronalen Netz. Es wäre aber auch denkbar, dass das weitere künstliche neuronale
Netz mit dem vorgenannten, den Anomaliedetektor bildenden künstlichen neuronalen Netz
integriert ausgebildet ist. Die Regeleinrichtung kann dabei in das weitere künstliche
neuronale Netz integriert sein.
[0024] Das vorgesehene weitere künstliche neuronale Netz kann insbesondere ein sogenanntes
Learning Classifier System (LCS/Lernendes Klassifikatorsystem) umfassen, also ein
System der künstlichen Intelligenz. Solche Systeme basieren auf festgelegten Wenn-Dann-Beziehungen
und können Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
in Abhängigkeit von Anomaliewerten, also durch das (erste) künstliche neuronale Netz
erfassten Abweichungen zwischen dem aktuellen Zustandsvektor und dem mindestens einen
Soll-Zustandsvektor ändern. Das LCS erstellt aus Eingabedaten und Regeln Ausgabedaten.
Die Steuereinrichtung kann auch einen Speicher umfassen, in dem in der Vergangenheit
gewonnene Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter einschließlich Daten zu bearbeitenden
Werkstücken, gespeichert sind. Die gespeicherten Daten können dem künstlichen neuronalen
Netz, insbesondere dem LCS zur Verfügung gestellt werden, das diese Daten bei der
Bewertung der Messdaten und den daraus resultierenden Steuerdaten für die Doppel-
oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine berücksichtigt. Das vorzugsweise als LCS ausgebildete
künstliche neuronale Netz kann dann bereits während eines Produktionsprozesses erkennen,
mit welcher Wahrscheinlichkeit das Bearbeitungsergebnis der Werkstücke, beispielsweise
charakteristische Werte wie GBIR, SFQR, von vorgegebenen Zielwerten abweichen. Auf
dieser Grundlage kann dieses künstliche neuronale Netz bereits während des Produktionsprozesses
oder spätestens in einem Folgeproduktionsprozess durch Ansteuern von zum Beispiel
Aktoren für bestimmte Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter eingreifen, um etwaigen
Ausschuss zu vermeiden. Durch das künstliche neuronale Netz unter Nutzung von maschinellem
Lernen kann auch eine beispielsweise zunächst von einer Bedienperson erstellte Anpassungsvorschrift
anhand weiterer Erfahrungen aus Produktionsprozessen verbessert werden. Dazu kann
das künstliche neuronale Netz eine in einer Regeleinrichtung hinterlegte Anpassungsvorschrift
verändern. Auch denkbar wäre es, dass diese Anpassungsvorschrift durch das künstliche
neuronale Netz erstellt wird und dann gegebenenfalls anhand weiterer Prozessdaten
optimiert wird. Durch die vorgenannte Ausgestaltung ist eine weitestgehende Automatisierung
des Produktionsprozesses ohne erforderlichen Eingriff von Bedienpersonen möglich.
[0025] Nach einer weiteren Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Sensoren Messeinrichtungen
umfassen zum Messen des Arbeitsspalts, insbesondere der Form und/oder Weite des Arbeitsspalts,
weiter insbesondere eines Abstands zwischen der ersten Arbeitsscheibe und dem Gegenlagerelement,
und/oder zum Messen einer Temperatur der ersten Arbeitsscheibe und/oder des Gegenlagerelements
und/oder von weiteren Maschinenkomponenten der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
und/oder zum Messen einer Temperatur und/oder einer Durchflussmenge eines zur Bearbeitung
der Werkstücke in den Arbeitsspalt zugeführten Bearbeitungsmittels, und/oder zum Messen
einer Drehzahl der ersten Arbeitsscheibe und/oder des Gegenlagerelements und/oder
von in dem Arbeitsspalt drehend gelagerten Läuferscheiben und/oder zum Messen einer
Auflast zwischen erster Arbeitsscheibe und Gegenlagerelement und/oder zum Messen einer
Drehzahl und/oder eines Drehmoments und/oder einer Temperatur des Drehantriebs und/oder
zum Messen eines Drucks und/oder einer Kraft von Mitteln zum Erzeugen einer Verformung
der ersten Arbeitsscheibe und/oder des Gegenlagerelements und/oder zum Messen der
Dicke eines Arbeitsbelags der ersten Arbeitsscheibe und/oder des Gegenlagerelements
und/oder zum Messen der Dicke und/oder Form von in der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
bearbeiteten Werkstücken. Die genannten Messeinrichtungen können gemeinsam oder in
beliebigen Kombinationen miteinander vorliegen. Bearbeitungsmittel können zum Beispiel
Poliermittel, insbesondere Polierflüssigkeiten, wie Slurry, sein. Die genannten Messeinrichtungen
erfassen für den Produktionsprozess relevante Maschinen- und Bearbeitungsparameter,
einschließlich zum Beispiel Umgebungsdaten, der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine.
[0026] Sofern auf Grundlage einer durch den Vergleich festgestellten Abweichung des erstellten
Zustandsvektors von dem mindestens einen Soll-Zustandsvektor die Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine,
insbesondere Maschinen- und/oder Betriebsparameter der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine,
angesteuert werden, kann dies insbesondere das Ansteuern von Aktoren umfassen zum
Beeinflussen des Arbeitsspalts, insbesondere der Form und/oder Weite des Arbeitsspalts,
weiter insbesondere eines Abstands zwischen der ersten Arbeitsscheibe und dem Gegenlagerelement,
und/oder zum Beeinflussen einer Temperatur der ersten Arbeitsscheibe und/oder des
Gegenlagerelements und/oder von weiteren Maschinenkomponenten der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
und/oder zum Beeinflussen einer Temperatur und/oder einer Durchflussmenge eines zur
Bearbeitung der Werkstücke in den Arbeitsspalt zugeführten Bearbeitungsmittels, und/oder
zum Beeinflussen einer Drehzahl der ersten Arbeitsscheibe und/oder des Gegenlagerelements
und/oder von in dem Arbeitsspalt drehend gelagerten Läuferscheiben und/oder zum Beeinflussen
einer Auflast zwischen erster Arbeitsscheibe und Gegenlagerelement und/oder zum Beeinflussen
einer Drehzahl und/oder eines Drehmoments und/oder einer Temperatur des Drehantriebs
und/oder zum Beeinflussen eines Drucks und/oder einer Kraft von Mitteln zum Erzeugen
einer Verformung der ersten Arbeitsscheibe und/oder des Gegenlagerelements und/oder
zum Beeinflussen der Dicke eines Arbeitsbelags der ersten Arbeitsscheibe und/oder
des Gegenlagerelements und/oder zum Beeinflussen der Dicke und/oder Form von in der
Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine bearbeiteten Werkstücken. Die genannten
Beeinflussungen bzw. Ansteuerungen der Aktoren können gemeinsam oder in beliebigen
Kombinationen miteinander erfolgen. Bearbeitungsmittel können zum Beispiel Poliermittel,
insbesondere Polierflüssigkeiten, wie Slurry, sein. Die anzusteuernden Aktoren beeinflussen
also für den Produktionsprozess relevante Maschinen- und Bearbeitungsparameter, einschließlich
zum Beispiel Umgebungsdaten, der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine.
[0027] Nach einer weiteren Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass das Gegenlagerelement
durch eine vorzugsweise ringförmige zweite Arbeitsscheibe gebildet ist, wobei die
erste und zweite Arbeitsscheibe koaxial zueinander angeordnet und durch den Drehantrieb
relativ zueinander drehend antreibbar sind, wobei zwischen den Arbeitsscheiben der
Arbeitsspalt zum doppelseitigen oder einseitigen Bearbeiten flacher Werkstücke gebildet
ist.
[0028] Die Erfindung betrifft auch ein System umfassend mindestens zwei erfindungsgemäße
Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen, wobei weiterhin ein übergeordnetes künstliches
neuronales Netz vorgesehen ist, das mit den künstlichen neuronalen Netzen der mindestens
zwei Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen verbunden ist, wobei das übergeordnete
künstliche neuronale Netz dazu ausgebildet ist, auf Grundlage von von den künstlichen
neuronalen Netzen der mindestens zwei Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen
erhaltenen Daten mindestens ein künstliches neuronales Netz der mindestens zwei Doppel-
oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen durch Eingabe von zu einem akzeptablen Bearbeitungsergebnis
von flachen Werkstücken führenden Zustandsvektoren zu trainieren.
[0029] Bei dieser Ausgestaltung ist ein System aus mindestens zwei, insbesondere mehr als
zwei erfindungsgemäßen Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen vorgesehen. Weiterhin
ist ein übergeordnetes künstliches neuronales Netz vorgesehen, das mit den künstlichen
neuronalen Netzen der mindestens zwei Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen
verbunden ist. Das übergeordnete künstliche neuronale Netz ist dazu ausgebildet, auf
Grundlage der von den künstlichen neuronalen Netzen der mindestens zwei Doppel- oder
Einseiten-Bearbeitungsmaschinen erhaltenen Daten mindestens ein künstliches neuronales
Netz der mindestens zwei Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen zu trainieren.
Das übergeordnete künstliche neuronale Netz bildet also eine übergeordnete Struktur,
in die ähnliche Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen eingebunden sein können.
Es kann dann weiterhin ein anlagenübergreifender Speicher vorgesehen sein, der Daten
sämtlicher Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen des Systems erhält und diese
Daten auch an das übergeordnete künstliche neuronale Netz gibt. Auf diese Weise kann
gegebenenfalls unter Berücksichtigung der in dem Speicher hinterlegten Daten eine
Optimierung der einzelnen Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen des Systems
unter gegenseitiger Nutzung individueller Daten der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen
des Systems erfolgen. Durch die vorgenannte Ausgestaltung lassen sich vorteilhafte
Effekte realisieren zum Beispiel in Hinblick auf Produktionsplanung, Flottenmanagement
oder Wartungsvorhersage (Predicitive Maintenance).
[0030] Die erfindungsgemäße Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine kann zum Durchführen
des erfindungsgemäßen Verfahrens ausgebildet sein. Entsprechend kann das erfindungsgemäße
Verfahren mit der erfindungsgemäßen Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine ausgeführt
werden.
[0031] Wie bereits erläutert, wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren das künstliche neuronale
Netz durch Eingabe einer Vielzahl von zu einem akzeptablen Bearbeitungsergebnis von
flachen Werkstücken führenden Zustandsvektoren trainiert. Das Training kann erfolgen,
indem durch eine Bedienperson Produktionsprozesse mit der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
mit unterschiedlichen Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern durchgeführt werden
und abhängig von dem Bearbeitungsergebnis dem künstlichen neuronalen Netz zu den jeweiligen
Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern vorgegeben wird, ob der Produktionsprozess
zu einem akzeptablen Bearbeitungsergebnis geführt hat. In diesem Fall werden die zugehörigen
Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter als ein Soll-Zustandsvektor in dem künstlichen
neuronalen Netz hinterlegt. Dieses Starttraining erfolgt in der Regel vor Beginn der
regulären Bearbeitung von flachen Werkstücken mit der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine.
[0032] Es ist weiterhin möglich, dass das auf diese Weise trainierte künstliche neuronale
Netz im Betrieb der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine durch Eingabe weiterer
zu einem akzeptablen Bearbeitungsergebnis von flachen Werkstücken führenden Soll-Zustandsvektoren
weiter trainiert wird. Durch dieses weitere Training im Zuge von Produktionsprozessen
mit der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine erfolgt eine weitergehende Optimierung
der Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter.
[0033] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann im Betrieb der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
mit dem trainierten künstlichen neuronalen Netz ein weiteres künstliches neuronales
Netz durch Eingabe einer Vielzahl von zu einem akzeptablen Bearbeitungsergebnis von
flachen Werkstücken führenden Soll-Zustandsvektoren trainiert werden. Dieses weitere
künstliche neuronale Netz kann untrainiert sein oder bereits (vor-)trainiert. Beispielsweise
kann das weitere künstliche neuronale Netz eine Kopie des trainierten künstlichen
neuronalen Netzes sein und auf dieser Grundlage weiter trainiert werden. Dies kann
zum Beispiel nützlich sein, wenn das trainierte künstliche neuronale Netz ein generisches
neuronales Netz ist, das auf einen bestimmten Typ einer Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
trainiert ist, aber noch nicht auf eine spezielle Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
spezialisiert wurde, insbesondere hinsichtlich der jeweils individuellen Bearbeitungsparameter
vor Ort. Hierdurch kann eine spezialisierte Version des trainierten künstlichen neuronalen
Netzes generiert werden, die das trainierte künstliche neuronale Netz letztendlich
ablösen kann. Ein möglicher Anwendungsfall ist, dass Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen
mit einem trainierten künstlichen neuronalen Netz ausgeliefert werden, wobei das Training
auf Basis von Versuchen bzw. Labordaten eines Herstellers der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
erfolgt und dann mit dem weiteren kürzlichen neuronalen Netz eine weitere Spezialisierung
auf den individuellen Fertigungsprozess des Kunden erfolgt. Dies erfordert ein geringeres
Verständnis des Produktionsprozesses am Installationsort der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine.
[0034] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand von Figuren näher erläutert.
Es zeigen schematisch:
- Figur 1
- einen Teil einer erfindungsgemäßen Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine in
einer Schnittansicht in einem ersten Betriebszustand,
- Figur 2
- die Ansicht aus Figur 1 in einem zweiten Betriebszustand,
- Figur 3
- die Ansicht aus Figur 1 in einem dritten Betriebszustand,
- Figur 4
- eine schematische Darstellung der Funktion der erfindungsgemäßen Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
nach einem ersten Ausführungsbeispiel,
- Figur 5
- eine schematische Darstellung der Funktion der erfindungsgemäßen Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
nach einem weiteren Ausführungsbeispiel,
- Figur 6
- eine schematische Darstellung der Funktion der erfindungsgemäßen Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
nach einem weiteren Ausführungsbeispiel,
- Figur 7
- eine schematische Darstellung der Funktion der erfindungsgemäßen Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
nach einem weiteren Ausführungsbeispiel,
- Figur 8
- eine schematische Darstellung der Funktion der erfindungsgemäßen Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
nach einem weiteren Ausführungsbeispiel,
- Figur 9
- eine schematische Darstellung der Funktion der erfindungsgemäßen Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
nach einem weiteren Ausführungsbeispiel, und
- Figur 10
- ein erfindungsgemäßes System in einer schematischen Darstellung.
[0035] Soweit nichts anderes angegeben ist, bezeichnen in den Figuren gleiche Bezugszeichen
gleiche Gegenstände.
[0036] Die in den Figuren 1 bis 3 lediglich beispielhaft dargestellte Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
weist eine ringförmige obere Trägerscheibe 10 und eine ebenfalls ringförmige untere
Trägerscheibe 12 auf. An der oberen Trägerscheibe 10 ist eine erste, ringförmige obere
Arbeitsscheibe 14 befestigt und an der unteren Trägerscheibe 12 ist eine zweite, ebenfalls
ringförmige Arbeitsscheibe 16 befestigt. Zwischen den ringförmigen Arbeitsscheiben
14, 16 ist ein ebenfalls ringförmiger Arbeitsspalt 18 gebildet, in dem im Betrieb
flache Werkstücke, beispielsweise Wafer, beidseitig bearbeitet werden. Bei der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
kann es sich beispielsweise um eine Poliermaschine, eine Läppmaschine oder eine Schleifmaschine
handeln.
[0037] Die obere Trägerscheibe 10 und mit ihr die obere Arbeitsscheibe 14 und/oder die unter
Trägerscheibe 12 und mit ihr die untere Arbeitsscheibe 16 können durch eine geeignete
Antriebseinrichtung, umfassend beispielsweise eine obere Antriebswelle und/oder eine
untere Antriebswelle sowie mindestens einen Antriebsmotor relativ zueinander drehend
angetrieben werden. Die Antriebseinrichtung ist an sich bekannt und aus Gründen der
Übersichtlichkeit nicht näher dargestellt. In ebenfalls an sich bekannter Weise können
die zu bearbeitenden Werkstücke schwimmend in Läuferscheiben in dem Arbeitsspalt 18
gehalten werden. Durch eine geeignete Kinematik, beispielsweise eine Planentenkinematik,
kann sichergestellt werden, dass sich die Läuferscheiben im Zuge der Relativdrehung
der Trägerscheiben 10, 12 bzw. Arbeitsscheiben 14, 16 ebenfalls durch den Arbeitsspalt
18 drehen. In der oberen Arbeitsscheibe 14 oder der oberen Trägerscheibe 10 und ggf.
auch der unteren Arbeitsscheibe 16 oder der unteren Trägerscheibe 12 können Temperierkanäle
ausgebildet sein, durch die im Betrieb ein Temperierfluid, beispielsweise eine Temperierflüssigkeit
wie Wasser, geleitet werden kann. Dies ist ebenfalls an sich bekannt und nicht näher
dargestellt.
[0038] Die in den Figuren 1 bis 3 gezeigte Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine umfasst darüber
hinaus an sich ebenfalls bekannte Abstandsmesseinrichtungen als Sensoren. Die Sensoren
können beispielsweise optisch oder elektromagnetisch (z.B. Wirbelstromsensoren) arbeiten.
In dem dargestellten Beispiel sind beispielsweise drei Abstandsmesseinrichtungen 20,
22, 24 vorgesehen, die an drei radial beabstandeten Positionen des Arbeitsspalts 18
den Abstand zwischen der oberen Arbeitsscheibe 14 und der unteren Arbeitsscheibe 16
messen, wie in Figur 1 durch Pfeile veranschaulicht. Wie zu erkennen, misst die Abstandsmesseinrichtung
20 den Abstand zwischen der oberen Arbeitsscheibe 14 und der unteren Arbeitsscheibe
16 im Bereich des radial äußeren Rands des Arbeitsspalts 18. Die Abstandsmesseinrichtung
24 misst den Abstand zwischen der oberen Arbeitsscheibe 14 und der unteren Arbeitsscheibe
16 im Bereich des radial inneren Rands des Arbeitsspalts 18. Die Abstandsmesseinrichtung
22 misst den Abstand zwischen der oberen Arbeitsscheibe 14 und der unteren Arbeitsscheibe
16 in der Mitte des Arbeitsspalts 18.
[0039] In den Figuren 2 und 3 sind die Abstandsmesseinrichtungen 20, 22, 24 aus Gründen
der Übersichtlichkeit nicht dargestellt. Die Messdaten der Abstandsmesseinrichtungen
20, 22, 24 liegen an einer Steuereinrichtung 34 an.
[0040] Die untere Arbeitsscheibe 16 ist vorliegend nur im Bereich ihres äußeren Randes und
im Bereich ihres inneren Randes an der unteren Trägerscheibe 12 befestigt, beispielsweise
jeweils entlang eines Teilkreises verschraubt, wie in Figur 1 bei den Bezugszeichen
26 und 28 veranschaulicht. Zwischen diesen Befestigungsorten 26 und 28 ist die untere
Arbeitsscheibe 16 dagegen nicht an der unteren Trägerscheibe 12 befestigt. Vielmehr
befindet sich zwischen diesen Befestigungsorten 26, 28 zwischen der unteren Trägerscheibe
12 und der unteren Arbeitsscheibe 16 ein ringförmiges Druckvolumen 30. Das Druckvolumen
30 ist über eine Staudruckleitung 32 mit einem in den Figuren nicht näher dargestellten
Druckfluidreservoir, beispielsweise einem Flüssigkeitsreservoir, insbesondere einem
Wasserreservoir, verbunden. In der Staudruckleitung 32 können eine Pumpe und ein Steuerventil
angeordnet sein, die von der Steuereinrichtung 34 angesteuert werden können. Auf diese
Weise kann durch in das Druckvolumen 30 eingeleitetes Fluid ein gewünschter Druck
in dem Druckvolumen 30 aufgebaut werden, der dann auf die untere Arbeitsscheibe 16
wirkt. Über eine nicht näher dargestellte Druckmesseinrichtung kann der in dem Druckvolumen
30 herrschende Druck gemessen werden. Die Messdaten der Druckmesseinrichtung als weiterer
Sensor können ebenfalls an der Steuereinrichtung 34 anliegen, so dass die Steuereinrichtung
34 einen vorgegebenen Druck in dem Druckvolumen 30 einstellen kann.
[0041] Aufgrund ihrer Bewegungsfreiheit zwischen den Befestigungsorten 26, 28 kann die untere
Arbeitsscheibe 16 durch Einstellen eines ausreichend hohen Drucks in dem Druckvolumen
30 lokal in eine konvexe Form gebracht werden, wie in Figur 2 gestrichelt bei dem
Bezugszeichen 36 angedeutet. Geht man in dem Betriebszustand der Figur 1, in dem die
untere Arbeitsscheibe 16 eine plane Form besitzt, von einem Druck po in dem Druckvolumen
30 aus, so kann die in Figur 2 bei 36 gezeigte konvexe Verformung der unteren Arbeitsscheibe
16 erreicht werden, indem ein Druck p
1>p
0 eingestellt wird. Andererseits kann durch Einstellen eines Ducks p
2<p
0 in dem Druckvolumen 30 eine lokale konkave Verformung der unteren Arbeitsscheibe
16 erreicht werden., wie in Figur 3 bei dem Bezugszeichen 38 gestrichelt veranschaulicht.
[0042] Erkennbar ist dabei, dass die untere Arbeitsscheibe 16 in radialer Richtung gesehen
zwischen ihrem inneren Rand, im Bereich des Befestigungsorts 26, und ihrem äußeren
Rand, im Bereich des Befestigungsorts 28, eine lokal konvexe Form (Figur 2) bzw. eine
lokal konkave Form (Figur 3) annehmen kann.
[0043] Zusätzlich zu dieser lokalen radialen Verformung der unteren Arbeitsscheibe 16 können
Mittel zur globalen Verformung der oberen Arbeitsscheibe 14 vorgesehen sein. Diese
Mittel können ausgestaltet sein, wie oben erläutert, bzw. in der
DE 10 2006 037 490 B4 beschrieben. Dabei wird die obere Trägerscheibe 10 und mit ihr die an dieser befestigte
obere Arbeitsscheibe 14 global verformt, so dass sich über den gesamten Querschnitt
der oberen Arbeitsscheibe 14 eine global konkave oder global konvexe Form der Arbeitsfläche
der oberen Arbeitsscheibe 14 ergibt. Zwischen ihrem radial inneren Rand und ihrem
radial äußeren Rand kann die obere Arbeitsscheibe 14 dagegen plan bleiben oder in
der oben erläuterten Weise durch das Druckvolumen 30 lokal verformt werden. Auch die
Mittel zum Verstellen der Form der oberen Arbeitsscheibe 14 können durch die Steuereinrichtung
34 angesteuert werden.
[0044] Die Abstandsmesseinrichtungen 20, 22, 24 bilden Sensoren, die während des Betriebs
der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine Messdaten zu Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern
der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine erfassen, vorliegend insbesondere die Dicke
und Geometrie des Arbeitsspalts 18. Vorzugsweise umfasst die Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
eine Mehrzahl weiterer Sensoren mit entsprechenden weiteren Messeinrichtungen. Dabei
kann es sich insbesondere um Messeinrichtungen der oben erläuterten Art handeln. Diese
Messeinrichtungen erfassen während des Betriebs der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
weitere Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter.
[0045] Die durch die Sensoren erfassten Messdaten werden der Steuereinrichtung 34 zugeleitet.
Aus diesen Messdaten erstellt die Steuereinrichtung 34 mittels eines in diese integrierten
künstlichen neuronalen Netzes 34 einen Zustandsvektor der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
und vergleicht diesen mit mindestens einem Soll-Zustandsvektor, vorzugsweise einer
Schar von Soll-Zustandsvektoren, die im Rahmen eines Trainings einem akzeptablen Produktionsprozess
zugeordnet wurden.
[0046] Anhand von Figur 4 soll das Training des künstlichen neuronalen Netzes 34 näher erläutert
werden. In Figur 4 ist die erfindungsgemäße Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine bei
dem Bezugszeichen 40 gezeigt. Ihr werden unbearbeitete Werkstücke 42, beispielsweise
unbearbeitete Wafer, zur Bearbeitung zugeführt und durch die Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
40 werden fertig bearbeitete Werkstücke 44 insbesondere bearbeitete Wafer 44 ausgegeben.
Dabei ist ein Datenspeicher 46 vorgesehen, dem beispielsweise durch die Sensoren erfasste
Messdaten zu Maschinen- und Bearbeitungsparametern zugeführt werden, wobei diese Daten
einer Bedienperson 48 zur Verfügung gestellt werden, wie in Figur 4 bei 50 veranschaulicht.
Weiterhin werden dem Datenspeicher 46 als weitere Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter
Messdaten zu beispielsweise der Geometrie der bearbeiteten Werkstücke zugeleitet,
wobei auch diese Daten der Bedienperson 48 zugeleitet werden, wie in Figur 4 bei 52
veranschaulicht. Schließlich stehen dem Datenspeicher auch externe Umgebungsdaten
zur Verfügung, wie bei 54 veranschaulicht. Auch diese externen Umgebungsdaten können
der Bedienperson 48 zugeleitet werden. Die Bedienperson 48 führt auf dieser Grundlage
eine Bewertung des den jeweiligen Daten zugrundeliegenden Produktionsprozesses dahingehend
durch, ob das Bearbeitungsergebnis akzeptabel ist. Diese Bewertung stellt die Bedienperson
48 dem künstlichen neuronalen Netz 34 der Steuereinrichtung 34 zur Verfügung, wie
in Figur 4 bei 56 dargestellt. Die entsprechenden Zustandsvektoren werden durch das
künstliche neuronale Netz 34 als Soll-Zustandsvektoren abgelegt.
[0047] In Figur 5 ist dargestellt, wie auf dieser Grundlage der Betrieb der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
erfolgen kann. In diesem Fall werden die Prozessdaten zu den Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern
direkt dem künstlichen neuronalen Netz 34 der Steuereinrichtung 34 zugeführt, wie
in Figur 5 bei 58 veranschaulicht. Durch das künstliche neuronale Netz 34 wird aus
den erhaltenen Messdaten zu den Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern ein Zustandsvektor
erstellt und dieser mit den hinterlegten Soll-Zustandsvektoren verglichen. Wird hierbei
eine unzulässige Abweichung bzw. Nichtübereinstimmung festgestellt, gibt die Steuereinrichtung
34 eine entsprechende Warnmeldung an die Bedienperson 48, wie in Figur 5 bei 60 dargestellt.
Auf dieser Grundlage und gegebenenfalls unter Berücksichtigung der über 52 zur Verfügung
gestellten Messdaten der bearbeiteten Werkstücke 44 kann die Bedienperson 48 die Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
40, insbesondere Aktoren zum Beeinflussen von Maschinen- und/oder Betriebsparametern
ansteuern, wie in Figur 5 bei 62 gezeigt, um den laufend überwachten und erstellten
Zustandsvektor mit mindestens einem Soll-Zustandsvektor in Übereinstimmung zu bringen.
In diesem Fall entscheidet die Bedienperson 48 also über die Konsequenzen aus der
Bewertung der empfangenen Daten. Die Bedienperson 48 wird hierbei durch die Steuereinrichtung
34 als Anomaliedetektor unterstützt.
[0048] In Figur 6 ist eine weiter automatisierte Variante der in Figur 5 dargestellten Vorgehensweise
dargestellt. Bei dieser Ausgestaltung umfasst die Steuereinrichtung 34, insbesondere
ihr künstliches neuronales Netz 34, weiterhin eine mit dieser verbundene Regeleinrichtung
64, , wie in Figur 6 bei 66 dargestellt. Bei einer durch den Vergleich festgestellten
Abweichung des erstellten Zustandsvektors von dem mindestens einen Soll-Zustandsvektor
erfolgt insbesondere ohne Eingriff der Bedienperson 48 ein Regeleingriff durch die
Regeleinrichtung 64 auf Aktoren der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine 40. Dadurch
wird eine Anpassung der erfassten Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
40 bewirkt, wie in Figur 6 bei 68 veranschaulicht. Sämtliche der zugehörigen Daten
können in dem Datenspeicher 46 abgelegt werden. Die zum Beispiel integriert ausgebildete
Steuer- und Regeleinrichtung 34, 64 kann die Maschinen- und/oder Betriebsparameter
der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine 40 auf Grundlage einer zum Beispiel in der Regeleinrichtung
64 hinterlegten Anpassungsvorschrift ansteuern. Diese kann zum Beispiel durch eine
Bedienperson 48 erstellte bestimmte Steueranweisungen für bestimmte festgestellte
Abweichungen der Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter enthalten, nach denen die
Steuer- und Regeleinrichtung 34, 64 Aktoren ansteuert.
[0049] In Figur 7 ist eine weitere Ausgestaltung der zu Figur 6 erläuterten Vorgehensweise
dargestellt. Bei dieser Ausgestaltung ist weiterhin die Bedienperson 48 eingebunden.
Diese erhält ebenfalls die Prozessdaten zu den erfassten Maschinen- und Bearbeitungsparameter,
wie in Figur 7 bei 70 dargestellt und außerdem die Prozessdaten zu den bearbeiteten
Werkstücken, wie bei 52 dargestellt. Schließlich erhält die Bedienperson 48 auch die
von der Steuereinrichtung 34 vorgenommenen Steuerbefehle, wie in Figur 7 bei 72 dargestellt.
Auf dieser Grundlage kann durch die Bedienperson 48 eine Überwachung der jeweils durchgeführten
Regelung erfolgen und gegebenenfalls die Regelung der Regeleinrichtung 64 in geeigneter
Weise angepasst werden, wie in Figur 7 bei 74 dargestellt.
[0050] Figur 8 stellt eine weitere Ausgestaltung eines möglichen Trainings von künstlichen
neuronalen Netzen als Anomaliedetektoren dar. Dabei wird ausgegangen von der Steuereinrichtung
34 mit einem bereits vortrainierten künstlichen neuronalen Netz 34, trainiert beispielsweise
wie oben zu Figur 4 erläutert. Diese Steuereinrichtung 34 gibt etwaige Abweichungen
bzw. Anomaliedaten an die Bedienperson 48, wie in Figur 8 bei 60 gezeigt und oben
zu Figur 5 erläutert. Auf dieser Grundlage kann die Bedienperson 48 ein weiteres künstliches
neuronales Netz 76 trainieren, indem diesem weiteren künstlichen neuronalen Netz 76
im Betrieb der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine 40 (weitere) Soll-Zustandsvektoren
zu akzeptablen Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
40 zugeleitet werden, wie in Figur 8 bei 78 dargestellt. Das weitere künstliche neuronale
Netz 76 kann ein untrainiertes künstliches neuronales Netz 76 sein. Es kann sich aber
auch um ein bereits (vor-) trainiertes künstliches neuronales Netz 76 handeln, beispielsweise
ein Duplikat des neuronalen Netzes 34 der Steuereinrichtung 34. Auf dieser Grundlage
kann auf Grundlage des zum Beispiel für den generischen Typ der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
40 (vor-) trainierten künstlichen neuronalen Netzes 34 der Steuereinrichtung 34 im
beginnenden Produktionsbetrieb ein spezialisiertes Training des weiteren künstlichen
neuronalen Netzes 76 für die jeweiligen individuellen Prozessparameter des Anwendungsfalls
der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine 40 trainiert werden. Es ist dabei möglich, dass
nach Abschluss dieses Trainings das weitere künstliche neuronale Netz 76 das zuvor
trainierte künstliche neuronale Netz 34 der Steuereinrichtung 34 ersetzt.
[0051] Anhand der Figuren 9 und 10 soll eine weitere Ausgestaltung der Erfindung erläutert
werden, umfassend insbesondere ein weiteres künstliches neuronales Netz 86, ausgebildet
zum maschinellen Lernen. Es kann sich um ein Learning Classifier System (LCS) handeln,
also um ein System der künstlichen Intelligenz. Bei der in Figur 9 gezeigten Ausgestaltung
werden Messdaten der Sensoren zu Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern einerseits
dem Datenspeicher 46 und andererseits der Steuereinrichtung 34 zugeführt, wie in Figur
9 bei 80 gezeigt. Werkstückdaten, insbesondere Messdaten zur Geometrie der bearbeiteten
Werkstücke, werden ebenfalls sowohl dem Datenspeicher 46 als auch der Steuereinrichtung
34 zugeführt, wie in Figur 9 bei 82 dargestellt. Die Steuereinrichtung 34 steht außerdem
im Austausch mit dem Datenspeicher 46, wie in Figur 9 bei 84 gezeigt. In Figur 9 ist
ein weiteres künstliches neuronales Netz 86 gezeigt, das ebenfalls der Steuereinrichtung
34 zugehörig ist. Dieses weitere künstliche neuronale Netz 86 kann auch mit dem künstlichen
neuronalen Netz 34 der Steuereinrichtung 34 kombiniert sein. Dieses weitere künstliche
neuronale Netz 86 ist zum maschinellen Lernen ausgebildet und bildet insbesondere
ein Learning Classifier System (LCS).
[0052] Dem LCS 86 werden über 82 ebenfalls die Messdaten zur Geometrie der bearbeiteten
Werkstücke 44 zugeleitet. Wird durch die Steuereinrichtung 34, insbesondere ihr künstliches
neuronales Netz 34, im Betrieb der Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine 40 eine unzulässige
Abweichung zwischen dem aktuell erfassten Zustandsvektor und den als Soll-Zustandsvektoren
hinterlegten akzeptablen Werten der Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter festgestellt,
wird ein entsprechendes Anomaliesignal an das LCS 86 gegeben, wie in Figur 9 bei 88
dargestellt. Dem LCS 86 können dabei auch Messdaten aus der Vergangenheit aus dem
Datenspeicher 46 zur Verfügung stehen. Auf dieser Grundlage kann das LCS 86 selbstständig
Entscheidungen über die Veränderung bestimmter Prozessparameter, insbesondere das
Ansteuern von Aktoren zum Beeinflussen der erfassten Maschinen- und/oder Bearbeitungsparameter
treffen und die Aktoren entsprechend ansteuern, wie in Figur 9 bei 90 gezeigt. Auf
diese Weise kann eine weitestgehende Automatisierung und Selbstständigkeit erreicht
werden.
[0053] In Figur 10 ist eine weitere Ausgestaltung der in Figur 9 gezeigten Variante dargestellt.
Insbesondere zeigt Figur 10 ein erfindungsgemäßes System mit mindestens zwei Doppelseiten-Bearbeitungsmaschinen
40. Selbstverständlich könnte das System auch mehr als zwei Doppelseiten-Bearbeitungsmaschinen
40 umfassen, was in Figur 10 durch drei Punkte veranschaulicht ist. In Figur 10 sind
zur Veranschaulichung in gestrichelten Blöcken zwei Anlagen 92i dargestellt, die hinsichtlich
ihrer Ausgestaltung und Funktion jeweils der Ausgestaltung nach Figur 9 entsprechen
können. Die Anlagen 92i können dabei auch unterschiedlich ausgestaltet sein, zum Beispiel
zum Erreichen unterschiedlicher Ziele ausgebildet sein, zum Beispiel optimale Waferqualität,
maximaler Output etc. Sie stehen über 80, 84 mit einem gemeinsamen Datenspeicher 46
in Verbindung. Außerdem ist bei dem in Figur 10 dargestellten System ein übergeordnetes
künstliches neuronales Netz 94, umfassend beispielsweise wiederum ein LCS, vorgesehen,
das außerdem mit einer Bedienperson 48 in Verbindung stehen kann. Das übergeordnete
künstliche neuronale Netz 94 steht ebenfalls mit dem Datenspeicher 46 in Verbindung,
wie bei 96 gezeigt. Außerdem erhält das übergeordnete künstliche neuronale Netz 96
die durch die LCS 86 jeweils ausgeführten Steuerbefehle, wie in Figur 10 bei 98 dargestellt.
Auf dieser Grundlage kann das übergeordnete LCS 94 basierend auf Daten der Anlagen
92i die LCS 86 der Anlagen 92i weiter optimieren oder spezialisieren, beispielsweise
durch Vorgabe von kollektiven oder individuellen Steuervorschriften und/oder Soll-Zustandsvektoren
für die einzelnen Anlagen 92i.
Bezugszeichenliste
[0054]
- 10
- obere Trägerscheibe
- 12
- untere Trägerscheibe
- 14
- oberen Arbeitsscheibe
- 16
- unteren Arbeitsscheibe
- 16
- Gegenlagerelement
- 18
- Arbeitsspalt
- 20, 22, 24
- Abstandsmesseinrichtung, Sensoren
- 26
- Befestigungsort
- 28
- Befestigungsort
- 30
- Druckvolumen
- 32
- Staudruckleitung
- 34
- Steuereinrichtung, künstliches neuronales Netz
- 36, 38, 50
- Pfeil
- 52, 54, 56
- Pfeil
- 58,60, 62
- Pfeil
- 66, 68, 70
- Pfeil
- 72, 74, 78
- Pfeil
- 80, 82, 84
- Pfeil
- 88, 90, 96
- Pfeil
- 98
- Pfeil
- 40
- Doppelseiten-Bearbeitungsmaschine
- 42
- unbearbeitete Werkstücke
- 44
- bearbeitete Werkstücke
- 46
- Datenspeicher
- 48
- Bedienperson
- 64
- Regeleinrichtung
- 76, 86, 94
- künstliches neuronales Netz
- 92i
- Anlagen
1. Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine mit einer vorzugsweise ringförmigen ersten
Arbeitsscheibe (14) und einem vorzugsweise ringförmigen Gegenlagerelement (16), wobei
die erste Arbeitsscheibe (14) und das Gegenlagerelement (16) mittels eines Drehantriebs
relativ zueinander drehend antreibbar sind, und wobei zwischen der ersten Arbeitsscheibe
(14) und dem Gegenlagerelement (16) ein vorzugsweise ringförmiger Arbeitsspalt (18)
zum doppelseitigen oder einseitigen Bearbeiten flacher Werkstücke (42, 44), vorzugsweise
Wafer, gebildet ist, wobei die Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine eine Mehrzahl
von Sensoren (20, 22, 24) umfasst, die während des Betriebs der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
Messdaten zu Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
erfassen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinrichtung (34) vorgesehen ist, die im Betrieb der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
die durch die Sensoren (20, 22, 24) erfassten Messdaten erhält, wobei die Steuereinrichtung
(34) ein künstliches neuronales Netz (34) umfasst, das dazu ausgebildet ist, aus den
Messdaten einen Zustandsvektor der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine zu
erstellen und diesen mit mindestens einem Soll-Zustandsvektor zu vergleichen.
2. Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (34) dazu ausgebildet ist, bei einer Abweichung des erstellten
Zustandsvektors von dem mindestens einen Soll-Zustandsvektor eine Warnmeldung auszugeben.
3. Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (34) weiterhin eine Regeleinrichtung (64) umfasst, die dazu
ausgebildet ist, bei einer durch den Vergleich festgestellten Abweichung des erstellten
Zustandsvektors von dem mindestens einen Soll-Zustandsvektor die Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine,
insbesondere Maschinen- und/oder Betriebsparameter der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine,
so anzusteuern, dass der erstellte Zustandsvektor mit mindestens einem Soll-Zustandsvektor
übereinstimmt.
4. Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung (64) in die Steuereinrichtung (34) integriert ist.
5. Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung (64) dazu ausgebildet ist, die Maschinen- und/oder Betriebsparameter
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine auf Grundlage einer in der Regeleinrichtung
(64) hinterlegten Anpassungsvorschrift anzusteuern.
6. Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein weiteres künstliches neuronales Netz (86) vorgesehen ist, das dazu ausgebildet
ist, durch maschinelles Lernen die Messdaten zu den Maschinen- und/oder Bearbeitungsparametern
zu bewerten und auf Grundlage der Bewertung die Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine,
insbesondere Maschinen- und/oder Betriebsparameter der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine,
anzusteuern und/oder eine in einer Regeleinrichtung (64) hinterlegte Anpassungsvorschrift
zu erstellen und/oder zu verändern.
7. Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung (64) in das weitere künstliche neuronale Netz (86) integriert
ist.
8. Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren (20, 22, 24) Messeinrichtungen (20, 22, 24) umfassen zum Messen des
Arbeitsspalts (18), insbesondere eines Abstands zwischen der ersten Arbeitsscheibe
(14) und dem Gegenlagerelement (16), und/oder zum Messen einer Temperatur der ersten
Arbeitsscheibe (14) und/oder des Gegenlagerelements (16) und/oder von weiteren Maschinenkomponenten
der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine und/oder zum Messen einer Temperatur
und/oder einer Durchflussmenge eines zur Bearbeitung der Werkstücke (42, 44) in den
Arbeitsspalt (18) zugeführten Bearbeitungsmittels, und/oder zum Messen einer Drehzahl
der ersten Arbeitsscheibe (14) und/oder des Gegenlagerelements (16) und/oder von in
dem Arbeitsspalt (18) drehend gelagerten Läuferscheiben und/oder zum Messen einer
Auflast zwischen erster Arbeitsscheibe (14) und Gegenlagerelement (16) und/oder zum
Messen einer Drehzahl und/oder eines Drehmoments und/oder einer Temperatur des Drehantriebs
und/oder zum Messen eines Drucks und/oder einer Kraft von Mitteln zum Erzeugen einer
Verformung der ersten Arbeitsscheibe (14) und/oder des Gegenlagerelements (16) und/oder
zum Messen der Dicke eines Arbeitsbelags der ersten Arbeitsscheibe (14) und/oder des
Gegenlagerelements (16) und/oder zum Messen der Dicke und/oder Form von in der Doppel-
oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine bearbeiteten Werkstücken (44).
9. Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenlagerelement (16) durch eine vorzugsweise ringförmige zweite Arbeitsscheibe
(16) gebildet ist, wobei die erste und zweite Arbeitsscheibe (14, 16) koaxial zueinander
angeordnet und durch den Drehantrieb relativ zueinander drehend antreibbar sind, wobei
zwischen den Arbeitsscheiben (14, 16) der Arbeitsspalt (18) zum doppelseitigen oder
einseitigen Bearbeiten flacher Werkstücke (42, 44) gebildet ist.
10. Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sie zum Durchführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 12 bis 14 ausgebildet
ist.
11. System umfassend mindestens zwei Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen nach
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin ein übergeordnetes künstliches neuronales Netz (94) vorgesehen ist, das
mit den künstlichen neuronalen Netzen (34, 86) der mindestens zwei Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen
verbunden ist, wobei das übergeordnete künstliche neuronale Netz (94) dazu ausgebildet
ist, auf Grundlage von von den künstlichen neuronalen Netzen (34, 86) der mindestens
zwei Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen erhaltenen Daten mindestens ein
künstliches neuronales Netz (34, 86) der mindestens zwei Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschinen
durch Eingabe von zu einem akzeptablen Bearbeitungsergebnis von flachen Werkstücken
(42, 44) führenden Zustandsvektoren zu trainieren.
12. Verfahren zum Betreiben einer Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das künstliche neuronale Netz (34) durch Eingabe einer Vielzahl von zu einem akzeptablen
Bearbeitungsergebnis von flachen Werkstücken (42, 44) führenden Soll-Zustandsvektoren
trainiert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das trainierte künstliche neuronale Netz (34) im Betrieb der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine
durch Eingabe weiterer zu einem akzeptablen Bearbeitungsergebnis von flachen Werkstücken
(42, 44) führenden Soll-Zustandsvektoren weiter trainiert wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass im Betrieb der Doppel- oder Einseiten-Bearbeitungsmaschine mit dem trainierten künstlichen
neuronalen Netz (34) ein weiteres künstliches neuronales Netz (76) durch Eingabe einer
Vielzahl von zu einem akzeptablen Bearbeitungsergebnis von flachen Werkstücken (42,
44) führenden Soll-Zustandsvektoren trainiert wird.