[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackungsvorrichtung und ein Verfahren zum Verpacken
von Verpackungsgut.
[0002] Einige Verpackungsgüter werden auf Verpackungsgutträgern, zum Beispiel sogenannten
Trays, abgelegt und müssen anschließend auf dem Verpackungsgutträger fixiert werden.
Im einfachsten Fall handelt es sich bei dem Verpackungsgutträger um einen flachen
Zuschnitt aus Karton oder einem anderen Material. Die angesprochene Fixierung des
Verpackungsguts auf dem Verpackungsgutträger geschieht in der Regel dadurch, dass
der Verpackungsgutträger mitsamt dem darauf angeordneten Verpackungsgut mit einer
Folie umwickelt wird. Zur weiteren Konfektionierung wird dann der Verpackungsgutträger
gegebenenfalls noch gefaltet, indem beispielsweise Seitenabschnitte aufgestellt werden,
und anschließend in einen Umkarton verbracht. Diese Verpackungstechnik dient in erster
Linie der Verpackung von Verpackungsgütern mit asymmetrischen Abmessungen oder solchen,
die über ein bestimmtes Volumen verfügen, sodass sie sich nicht etwa mit einfachen
Fixierverpackungen umhüllen lassen. Da die Verpackungsgüter unterschiedlich ausgebildet
sind, besteht der Bedarf nach Verpackungsvorrichtungen, die in der Lage sind, unterschiedlich
große Gegenstände entsprechend mit einer Folie zu umwickeln. Entsprechend voluminös
sind dann auch die apparativen Abmessungen, vor allem hinsichtlich ihrer Länge.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine kompakte Verpackungsvorrichtung und
ein Verfahren bereitzustellen, mit deren Hilfe sich Verpackungsgutträger mit darauf
angeordnetem Verpackungsgut möglichst einfach und kostengünstig umwickeln lassen.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Verpackungsvorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 15. Vorteilhafte Ausführungsformen
finden sich in den Unteransprüchen.
[0005] Eine erfindungsgemäße Verpackungsvorrichtung umfasst einen Aufgabebereich zum Auflegen
eines Verpackungsgutträgers. Der Verpackungsgutträger, auf dem mindestens ein Verpackungsgut
platziert ist, kann zwar, gerade im Randbereich, beliebig geformt sein, bevorzugt
ist er aber flach. Ebenfalls umfasst eine erfindungsgemäße Verpackungsvorrichtung
eine Wickelvorrichtung, die eine Durchführungsöffnung zum Durchführen des Verpackungsgutträgers
aufweist und dazu ausgelegt ist, den Verpackungsgutträger mit einem Wickelmaterial
zu umwickeln. Bei dem Wickelmaterial handelt es sich bevorzugt um Folie, wobei allerdings
auch andere Materialien wie beispielsweise Papier oder Gewebe zur Anwendung kommen
können. Weiterhin umfasst eine erfindungsgemäße Verpackungsvorrichtung eine in einer
Transportrichtung X bewegliche Transportvorrichtung, die dazu ausgelegt ist, einen
Abschnitt des Verpackungsgutträges zu fassen und diesen durch die Durchführungsöffnung
der Wickelvorrichtung zu transportieren. Ein Verpackungsgut, das auf einem Verpackungsgutträger
platziert ist, kann so umwickelt werden und zum einen an dem Verpackungsgutträger
fixiert und zum anderen mit einer Schutzschicht umgeben werden.
[0006] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Verpackungsvorrichtung einen Betätigungsschalter,
welcher die Transportvorrichtung und gleichzeitig die Wickelvorrichtung in Gang setzt.
Insbesondere im Einzelbetrieb kann ein Bediener den Verpackungsgutträger auf den Aufgabebereich
auflegen, an die Transportvorrichtung schieben und mit einem Bedienschalter den weiteren
Verpackungsvorgang auslösen. So wird die Verpackungsvorrichtung nur dann in Betrieb
genommen, wenn ein Verpackungsgutträger zur Verpackung ansteht. Da der Verpackungsvorgang
nach dem Auslösen des Betätigungsschalters automatisch abläuft, kann ein Bediener
in der Zeit des Verpackungsvorgangs andere vor- oder nachbereitende Tätigkeiten, wie
bspw. Karton aufrichten, Papiere herrichten oder ähnliches, durchführen. Ein weiterer
Vorteil ist, dass der Verpackungsgutträger mit dem Verpackungsgut an der gleichen
Stelle wieder aufgenommen wird, an der es abgelegt worden ist. Dies erspart dem Bediener
Laufarbeit, insbesondere dann, wenn eine Vielzahl von Verpackungsvorgängen durchgeführt
werden muss Dadurch wird der Verpackungsvorgang deutlich schneller und ist höchst
effizient.
[0007] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann das Auslösen per Betätigungsschalter
per Umschalter in einen Automatikmodus gebracht werden. Gerade bei einer, zumindest
zeitweiligen, kontinuierlichen Auslastung ist der Automatikmodus sehr effizient, insbesondere
dann, wenn der Bediener mit den Abläufen an der Verpackungsvorrichtung vertraut ist.
[0008] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Transportvorrichtung auf der dem Aufgabebereich
abgewandten Seite der
[0009] Wickelvorrichtung angeordnet ist. Diese Anordnung macht den Aufgabebereich frei.
Die Wickelvorrichtung und die Transportvorrichtung sind vom Bediener aus gesehen hinter
dem Aufgabebereich angeordnet, so dass ein Bediener den Verpackungsgutträger gut in
der Nähe der Durchführungsöffnung der Wickelvorrichtung platzieren kann.
[0010] Von Vorteil ist es, wenn im Aufgabebereich eine Positionierhilfe zur Positionierung
und Führung des Verpackungsgutträgers angeordnet ist. Dabei kann auch mehr als eine
Positionshilfe angeordnet werden. Die Positionshilfe erleichtert dem Bediener, den
Verpackungsgutträger gut ausgerichtet zur Transportvorrichtung und damit auch zur
Wickelvorrichtung zu platzieren. Besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn
die Positionierhilfe auf das Format, insbesondere die Breite b, des Verpackungsgutträgers
einstellbar ausgebildet ist. Gerade die seitliche Führung hat sich als hilfreich für
die Positionierung des Verpackungsgutträgers gegenüber der Transportvorrichtung erwiesen.
[0011] In einer ebenfalls vorteilhaften Ausführungsform weist diese auf der dem Aufgabebereich
abgewandten Seite der Wickelvorrichtung eine Ablage auf. Die Ablage dient der Unterstützung
von größeren Verpackungsgutträgern, wenn diese von der Transportvorrichtung durch
die Wickelvorrichtung gezogen werden. Auf der anderen Seite kann die Verpackungsvorrichtung
in eine Verpackungsline oder ähnlichem integriert werden, so dass die Transportvorrichtung
einen eingewickelten Verpackungsgutträger auf der Ablage ablegen kann, damit er von
dort aus weiter transportiert werden kann. Hierbei hat es sich als vorteilhaft erwiesen,
dass die Transportvorrichtung an der Ablage geführt ist. Eine an der Ablage geführte
Transportvorrichtung ist damit gleichzeitig vor Verschmutzung und eventuell herabfallenden
Verpackungsgutträgern bzw. herabfallendem Verpackungsgut geschützt und ein Bediener,
der in dem Bereich arbeitet, wird davor geschützt, versehentlich in sich bewegende
Teile der Transportvorrichtung zu greifen und sich zu verletzen.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Transportvorrichtung und die
Wickelvorrichtung elektrisch angetrieben. Gerade wenn die Verpackungsvorrichtung als
einzeln stehende Vorrichtung betrieben wird, die nicht kontinuierlich genutzt wird,
hat es sich als vorteilhaft erwiesen, zur Inbetriebnahme eine kurze Vorlaufzeit zu
haben. Diese ist bei einem elektrischen Antrieb der Transportvorrichtung und der Wickelvorrichtung
gegeben, denn die können unmittelbar, z.B. nach der Betätigung des Betätigungsschalters,
ihre Funktion aufnehmen.
[0013] Von Vorteil ist es, wenn die Transportvorrichtung eine Aufnahme zum Aufnehmen eines
Abschnitts eines Verpackungsgutträgers aufweist. Mit einer derartigen Aufnahme ist
ein definierter Kontakt zwischen Verpackungsgutträger und Transportvorrichtung vorgegeben,
insbesondere wenn der Verpackungsgutträger ebenfalls mit einer Positionierhilfe ausgerichtet
worden ist.
[0014] Es hat sich ebenfalls als vorteilhaft erwiesen, dass die Transportvorrichtung eine
Fixiereinrichtung zum Fixieren eines Abschnitts eines Verpackungsgutträgers aufweist,
wobei die Fixiereinrichtung aus einer Nichtfixierstellung in eine Fixierstellung und
umgekehrt verstellbar ist. Wird der Verpackungsgutträger zur Transportvorrichtung
geführt, wird der Verpackungsgutträger an der Transportvorrichtung fixiert. Somit
ist es möglich, den Verpackungsgutträger sowohl zu schieben als auch zu ziehen. Besonders
vorteilhaft ist diese Fixierung, wenn die Transportvorrichtung über eine Aufnahme
verfügt. In der Aufnahme kann ein Sensor platziert werden, der die Anwesenheit eines
Verpackungsgutträgers erfasst und die Fixiereinrichtung aus der Nichtfixierstellung
in die Fixierstellung verstellt.
[0015] Als besonders vorteilhaft hat sich dabei erwiesen, dass die Fixiereinrichtung ein,
bevorzugt um eine Achse (A) schwenkbares, Klemmelement umfasst. Der Übergang aus einer
Nichtfixierstellung in eine Fixierstellung und umgekehrt erfolgt dann mittels einer
Kippbewegung des Klemmelements. Eine solche Kippbewegung kann auf vielfache Weise
durchgeführt werden. Ebenfalls besonders vorteilhaft ist es, wenn das Klemmelement
durch ein Vorspannelement in Richtung der Fixierstellung vorgespannt ist. So kann
beispielsweise die Fixierung des Verpackungsgutträgers mit einer Feder unterstützt
werden. In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist die Fixiereinrichtung
einen Hubmechanismus auf, um das Klemmelement von der Fixierstellung in die Nichtfixierstellung
zu verbringen. Dies kann durch mechanische Hebel, elektrische oder magnetische Hilfsmittel
oder durch andere bekannte Mechanismen, die gegen das, bevorzugt ein Federkraft ausübendes,
Spannelement wirken und das Klemmelement von dem Verpackungsgutträger abheben.
[0016] Als vorteilhaft hat es sich dabei erwiesen, dass der Hubmechanismus ein Schubelement
umfasst, welches an der Transportvorrichtung verschieblich geführt ist und mit einem
Ende das Klemmelement kontaktiert und am anderen Ende ein Gleit- oder Rollelement
umfasst, wobei der Hubmechanismus weiter eine an der Verpackungseinrichtung angebrachte
Steuerkurve aufweist, an welcher das Gleit- oder Rollelement während zumindest eines
Teils der Bewegung der Transportvorrichtung in Transportrichtung X entlanggeführt
ist. Eine solche Vorrichtung ist von Vorteil besonders bei Ausführungen, bei denen
der Aufnahmeort und der Abgabeort des Verpackungsgutträgers durch die Transportvorrichtung
definiert sind. So kann beim Verlassen des Aufnahmeortes die Fixierstellung des Klemmelements
erreicht werden, die erst wieder verlassen wird, wenn die Transportvorrichtung den
Abgabeort erreicht. Während des Transports ist die Fixierstellung des Klemmelements
gesichert. Dabei kann der Aufnahme- und Abgabeort durchaus identisch sein.
[0017] Der mit der Verpackungsvorrichtung durchgeführte Verpackungsvorgang kann je nach
Einsatzgebiet unterschiedlich ablaufen. Im Einzelbetrieb kann ein Bediener einen Verpackungsgutträger
auf den Aufgabebereich auflegen und durch die Durchführungsöffnung der Wickelvorrichtung
zur Transportvorrichtung schieben. Der Wickelvorgang wird anschließend vom Bediener
am Betätigungsschalter ausgelöst. Die Transportvorrichtung erfasst den Verpackungsgutträger
und zieht ihn durch die Durchführungsöffnung. Die Wickelvorrichtung startet und umwickelt
den Verpackungsgutträger, auf dem das Verpackungsgut liegt. Während des Umwickelns
schiebt die Transportvorrichtung den Transportgutträger wieder in Richtung Aufgabebereich
zurück, wobei die Vorschubgeschwindigkeit von der Breite der Umwickelfolie und der
Umwickelgeschwindigkeit abhängt. Wenn die Folie die Transportvorrichtung erreicht,
wird der Wickelvorgang beendet und der Verpackungsgutträger wird zur Entnahme freigegeben.
Dabei kann sich die Transportvorrichtung nach dem Beenden des Wickelvorgangs durchaus
noch weiter in Richtung Aufgabebereich bewegen, um den Verpackungsgutträger freier
zugänglich zu machen.
[0018] In einer bevorzugten Ausführung ist erfindungsgemäß ein Verfahren zum Verpacken eines
Verpackungsguts unter Verwendung einer oben beschriebenen Verpackungseinrichtung vorgesehen.
Das Verfahren umfasst folgende Schritte:
- i) Bereitstellen eines, bevorzugt flachen, Verpackungsgutträgers;
- ii) Anordnen eines Verpackungsguts auf dem Verpackungsgutträger;
- iii) Auflegen des Verpackungsgutträgers mit dem darauf angeordneten Verpackungsgut
auf dem Aufgabebereich;
- iv) Fassen des Verpackungsgutträgers durch die Transportvorrichtung und Bewegen der
Transportvorrichtung derart, dass der Verpackungsgutträgers mit dem darauf angeordneten
Verpackungsgut in einer ersten Richtung durch die Durchführungsöffnung der Wickelvorrichtung
bewegt wird,
- v) Bewickeln des Verpackungsgutträgers mit dem darauf angeordneten Verpackungsgut
mit dem Wickelmaterial und gleichzeitiges Durchführen des Verpackungsgutträgers mit
dem darauf angeordneten Verpackungsgut in einer der ersten Richtung entgegengesetzten
zweiten Richtung zurück zum Aufgabebereich;
- vi) nach dem Bewickeln: Durchtrennen des Wickelmaterials und Entnahme des verpackten
Verpackungsgutes vom Aufgabebereich.
[0019] Ist die Verpackungsvorrichtung in einer Fertigungslinie integriert, kann der Verpackungsgutträger
automatisch der Transportvorrichtung zugeführt werden, wobei ein Sensor das korrekte
Einlegen des Verpackungsgutträgers erfasst und den Wickelvorgang, wie oben bereits
beschrieben, auslöst. Nach dem Ende des Bewicklungsvorgangs und nach der Freigabe
des Verpackungsgutträgers durch die Transportvorrichtung wird der Verpackungsgutträger
automatisch von dem Aufgabebereich abgeholt. Es ist auch möglich, dass nach der Abgabe
des Verpackungsgutträgers an die Transportvorrichtung diese vom Aufgabebereich, an
dem die Übergabe stattfindet, durch die Durchführungsöffnung der Wickelvorrichtung
geführt wird und auf der gegenüberliegenden Seite auf der Ablage abgelegt wird, wo
sie für den Weitertransport von einer weiteren Transportvorrichtung der Fertigungslinie
aufgenommen bzw. übernommen wird.
[0020] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert:
- Figur 1 -
- zeigt eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform der Verpackungsvorrichtung
von schräg oben von der Aufgabebereichsseite aus,
- Figur 2 -
- zeigt eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform der Verpackungsvorrichtung
von schräg oben von der Transportvorrichtungsseite aus,
- Figur 3 -
- zeigt eine geschnittene Verpackungsvorrichtung, wobei der Schnitt in Längsrichtung,
der Transportrichtung, erfolgt,
- Figur 4 -
- zeigt ein Schnittbild durch einen Abschnitt der Verpackungsvorrichtung, der die Transportvorrichtung
und die Positionierhilfe umfasst.
[0021] Figur 1 zeigt eine Verpackungsvorrichtung 1 aus einer Position oben seitlich. In
Transportrichtung X sind von rechts nach links ein Aufgabebereich 4, eine Wickelvorrichtung
2 und eine Ablage 10 angeordnet, wobei der Aufgabebereich 4 und die Ablage 10 in einer
Ebene liegen, die durch die Durchführungsöffnung 8 der Wickelvorrichtung 2 geht.
[0022] Den Boden des Aufgabebereichs 4 bildet ein Rollenbett 4a (s. Fig.4), wobei die Achsen
der Rollen 4a senkrecht zur Transportrichtung X angeordnet sind. In Transportrichtung
X betrachtet, sind links und rechts oberhalb des Rollenbetts 4a Positionierhilfen
5 in Form von schräggestellten Rollen angeordnet. Die Positionierhilfen 5 sind miteinander
verbunden bzw. gekoppelt und können mit einer Einstellhilfe 6 gemeinsam quer zur Transportrichtung
X verschoben werden. Dabei sind die Positionierhilfen 5 so gekoppelt, dass die Mitte
zwischen linker und rechter Positionierhilfe 5 in etwa der Mitte der Durchführungsöffnung
8 der Wickelvorrichtung 2 und der Mitte der Transportvorrichtung 9 entspricht. Die
Positionierhilfen 5 können so eingestellt werden, dass der Abstand b zwischen linker
und rechter Positionierhilfe 5 genau der Breite des zu verpackenden Verpackungsgutträgers
entspricht. Der Verpackungsgutträger wird damit dann mittig ausgerichtet durch die
Durchführungsöffnung 8 zur Transportvorrichtung 9 geführt. Links neben dem Rollenbett
4a ist ein Betätigungsschalter 7 angeordnet, mit dem gleichzeitig die Wickelvorrichtung
2 und die Transportvorrichtung 9 in Gang gesetzt werden. Das Auslösen über den Betätigungsschalter
7 kann auch per Umschalter (hier nicht gezeigt) in einen Automatikmodus gebracht werden.
Dies ist von Vorteil, wenn die Verpackungsvorrichtung kontinuierlich oder nahezu kontinuierlich
betrieben wird. Dieses ist sehr effizient, gerade wenn der Bediener mit den Abläufen
der Verpackungsvorrichtung vertraut ist.
[0023] In der Figur 1 wird von der Wickelvorrichtung 2 lediglich die obere Hälfte gezeigt,
die sich oberhalb der Ebene des Aufgabebereichs 4 befindet. Die Wickelvorrichtung
2 trägt ein Wickelmaterial 3, das auf einem Kreis, dessen Achse parallel zur Transportrichtung
X ausgerichtet ist, um die Ebene von Aufgabebereich 4 und Ablage 10 herumgeführt wird.
Mehr Details hierzu werden später bei der Beschreibung der Figur 3 beschrieben.
[0024] Der Bereich der Ablage wird deutlicher in der Figur 2 gezeigt, bei der die Betrachtungsposition
der Verpackungsvorrichtung 1 in Richtung Ablage 10 verschoben ist. Vom Aufgabebereich
4 aus betrachtet ist hinter der Wickelvorrichtung 2 mit der Durchführungsöffnung 8
die Ablage 10 angeordnet (In der Fig. 2 ist die Ablage 10 vor der Wickelvorrichtung
2 gezeigt!) . Die Ablage 10 befindet sich auf einer Ebene mit dem Rollenbett 4a des
Aufgabebereichs 4. Mittig durch die Ablage 10 ist in Transportrichtung X ein Schlitz
10a eingelassen, durch den hindurch die Transportvorrichtung 9 mit seinem Antrieb
verbunden ist.
[0025] Figur 3 zeigt ein Schnittbild der Verpackungsvorrichtung 1. Etwa mittig in der Figur
ist die Transportvorrichtung 9 dargestellt, die an ein Antriebsübertragungselement
99, das unter der Transportvorrichtung 9 parallel zur Transportrichtung X in dem Gehäuse
13 der Verpackungsvorrichtung 1 angeordnet ist. Das Antriebsübertragungselement 99
kann beispielsweise eine Kette, ein Antriebsriemen oder etwas Ähnliches sein. Rechts
neben der Ablage und der Transportvorrichtung 9 ist die Wickelvorrichtung 2 angeordnet.
Auch hier wird ein Teilabschnitt der kreisförmig ausgeführten Wickelvorrichtung 2
dargestellt. Die Innenverkleidung 2a ist beweglich an dem Gehäuse der Wickelvorrichtung
2 angeordnet und kann im Kreis um die Durchführungsöffnung 8 herumbewegt werden. Auf
der Innenverkleidung 2a im Inneren des Gehäuses ist eine Rolle mit dem Wickelmaterial
3 auf einer Halterung 2b angeordnet und dreht sich mit der Innenverkleidung 2a mit
um die Durchführungsöffnung 8. Das Wickelmaterial 3 ist bevorzugt ein Folienmaterial,
es ist aber auch vorstellbar, dass ein anderes geeignetes Wickelmaterial eingesetzt
werden kann. Das Wickelmaterial wird über Führungsrollen 2c und durch einen Schlitz
in der Innenverkleidung 2a in den Bereich der Durchführungsöffnung 8 geführt (s. Fig.1;
Bezugszeichen 3a). Das frei Ende wird an den Verpackungsgutträger gebracht und durch
das Rotieren der Innenverkleidung 2a um den Verpackungsgutträger wird dieser mit Wickelmaterial
3 umwickelt. Angetrieben wird die Innenverkleidung 2a durch einen Antriebsmotor 11,
der als Elektromotor dargestellt ist, es sind allerdings durchaus auch andere Antriebsarten
denkbar.
[0026] Nach dem Beenden des Umwickelns des Verpackungsgutträgers muss das Wickelmaterial
3, das um den Verpackungsgutträger gewickelt ist, von dem Wickelmaterialvorrat 3 auf
der Wickelrolle getrennt werden, damit der Verpackungsgutträger wieder entnommen werden
kann. Hierzu ist eine Trennvorrichtung 12, bevorzugt ein Messer, vorgesehen, das an
einer Gewindeführung oder Zahnstange oberhalb des Antriebsmotors 11 angeordnet ist.
Nach dem Umwickeln wird die Trennvorrichtung 12 in die Durchführungsöffnung 8 eingefahren,
wobei das Wickelmaterial 3 an der Trennvorrichtung 12 vorbeigeführt und dabei von
dem Wickelmaterialvorrat auf Rolle in der Wickelvorrichtung 2 abgetrennt wird. Wie
das freie Ende 3a des Wickelmaterials 3 zu Beginn der Umwicklung an den Verpackungsgutträger
herangeführt wird, ist offen. Zum einen kann ein Bediener, der den zu verpackenden
Verpackungsgutträger auf den Aufgabebereich 4 auflegt, per Hand das freie Ende 3a
des Wickelmaterials 3 an den Verpackungsgutträger heranführen, zum anderen kann die
Trennvorrichtung 12 mit einer Haltevorrichtung ausgestattet werden, die das zum Wickelvorrat
weisende Wickelmaterial 3 festhält, ehe es von der Trennvorrichtung 12 durchtrennt
wird, so dass nach dem Ablegen des nächsten Verpackungsgutträgers auf der Verpackungsvorrichtung
1 das freie Ende 3a des Wickelguts 3 automatisch an den Verpackungsgutträger herangeführt
wird, wenn die Innenverkleidung 2a sich zu Drehen beginnt. Dabei ist die Haltekraft
der Haltevorrichtung so eingestellt, dass beim Anlaufen der Wickeleinrichtung 2 zum
Umwickeln des Verpackungsgutträgers das freie Ende 3a aus der Haltvorrichtung gezogen
wird. Gleichzeitig wird die Trennvorrichtung 12 aus der Durchführungsöffnung 8 herausbewegt,
damit das Einwickeln des Verpackungsgutträgers nicht gestört wird.
[0027] Figur 4 zeigt einen senkrechten Schnitt entlang der Transportrichtung X durch die
Verpackungsvorrichtung 1 im mittleren Bereich, der die Transportvorrichtung 9 und
im Aufgabebereich 4 die Positionierhilfen 5 darstellt. Dargestellt sind vier Rollen
4a des Rollenbetts, über denen die Rollen der Positionierhilfe 5 angeordnet sind.
Verbunden sind die Positionierhilfen 5 über eine Einstellhilfe 6, die als Handgriff
ausgeführt ist und unterhalb des Rollenbetts 4a über eine Verschiebemechanik, die
so ausgelegt ist, dass bei dem Verschieben der Positionierhilfe 5 die gegenüberliegenden
Positionierhilfen 5 (hier nicht gezeigt) sich im gleichen Maße in entgegengesetzter
Richtung verschieben, so dass die Mitte zwischen der linken und rechten Positionierhilfe
5 maschinenfest bleibt.
[0028] Auf der gegenüberliegenden Seite der Wickelvorrichtung 2 (in der Figur auf der linken
Seite), ist die Transportvorrichtung 9 gezeigt, die oberhalb der Ablage 10 angeordnet
ist. Unterhalb der Ablage 10 ist das Antriebsübertragungselement 99 angeordnet, an
dem die Transportvorrichtung 9 befestigt ist und so bewegt werden kann. Die Befestigung
wird dabei durch den Schlitz 10a geführt. Auf der in der Figur rechten Seite hat die
Transportvorrichtung 9 eine Aufnahme 90, in die der Verpackungsgutträger aufgenommen
werden kann. Auf der Rückseite der Aufnahme 90 befindet sich ein Sensor 93, der der
Steuerung und/oder dem Bediener ein Signal gibt, wenn der Verpackungsgutträger richtig
eingelegt worden ist. An der Achse A ist das Klemmelement 91 kippbeweglich an der
Transportvorrichtung 9 angeordnet. Am linken Ende der Klemmvorrichtung 91 ist ein
Vorspannelement 92 angeordnet; ein durch Federkraft nach oben gegen die Klemmvorrichtung
91 drückender Stift, der den abgewinkelten Teil 94 des Klemmelements 91 auf der rechten
Seite nach unten drückt; wenn ein Verpackungsgutträger eingelegt ist, auf den Verpackungsgutträger
drückt und ihn so festklemmt. Zwischen der Achse A und dem abgewinkelten Teil 94 des
Klemmelements 91 ist ein Schubelement 95 angeordnet, das in einer Führung 98 geführt
und so in Richtung Z, senkrecht zur Transportrichtung X, verschieblich ist. Am unteren
Ende des Schubelements 95 ist ein Rollelement 96 angeordnet. Es ist auch möglich,
dass anstelle des Rollelements 96 auch ein Gleitelement eingesetzt wird. Das Rollelement
96 wird auf einer Steuerkurve 97 geführt, die fest mit dem Rahmen 13 der Verpackungsvorrichtung
1 verbunden ist.
[0029] Die Darstellung zeigt die Klemmvorrichtung 91 in der Fixierstellung. Das Vorspannelement
92 drückt die Klemmvorrichtung 91, insbesondere den abgewinkelten Teil 94, nach unten
gegen den nicht gezeigten Verpackungsgutträger, der in die Aufnahme 90 eingeschoben
ist. Das Rollelement 96 des Schubelements 95 berührt den tieferliegenden Teil der
Steuerkurve 97 und kann somit die Seite des Klemmelements 91 nicht anheben. Bewegt
sich nun die Transportvorrichtung 9 nach links oder links von der gezeigten Position,
so verbleibt das Rollelement 96 auf dem tieferliegenden Teil der Steuerkurve 97 oder
verlässt den Bereich der Steuerkurve 97 sogar. Das Schubelement 95 bleibt dabei in
der unteren Stellung, so dass der abgewinkelte Teil 94 des Klemmelements 91 in der
Fixierstellung verharrt und so den Verpackungsgutträger festhält. Nach dem Beenden
der Umwicklung durch die Wickelvorrichtung 2 bewegt sich die Transportvorrichtung
9 nach rechts (gegenüber der Darstellung in der Figur). Das Rollelement 96 bewegt
sich auf der Steuerkurve 97 auf den höherliegenden Teil, wodurch das Schubelement
95 nach oben verschoben wird. Das Schubelement 95 wird so gegen des Klemmelement 91
gedrückt, dass es deren rechten Teil gegen die Kraft des Vorspannelements 92 anhebt
und den abgewinkelten Teil 94 des Klemmelements 91 von dem Verpackungsgutträger in
die Nichtfixierstellung abhebt. In der Stellung kann der umwickelte Verpackungsgutträger
entnommen und ein neuer Verpackungsgutträger eingeführt werden. Es ist allerdings
auch möglich, dass an einer Stelle, beispielsweise der gezeigten, die Verpackungsgutträger
aufgenommen werden und nach dem Umwickeln an einer anderen Position wieder abgegeben
wird.
[0030] Mit der erfindungsgemäßen Verpackungsvorrichtung 1 lässt sich ein Verpackungsgut
schnell auf einem Verpackungsgutträger mit einem Wickelmaterial 3 fixieren. Dabei
ist die Verpackungsvorrichtung kompakt und bedienungsfreundlich.
1. Verpackungsvorrichtung (1) umfassend:
einen Aufgabebereich (4) zum Auflegen eines, bevorzugt flachen, Verpackungsgutträgers,
eine Wickelvorrichtung (2), die eine Durchführungsöffnung (8) zum Durchführen des
Verpackungsgutträgers aufweist und dazu ausgelegt ist, den Verpackungsgutträger mit
einem Wickelmaterial (3, 3a), bevorzugt einer Folie, zu umwickeln,
und eine in einer Transportrichtung (X) bewegliche Transportvorrichtung (9), die dazu
ausgelegt ist, einen Abschnitt des Verpackungsgutträges zu fassen und diesen durch
die Durchführungsöffnung (8) der Wickelvorrichtung (2) zu transportieren.
2. Verpackungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie einen Betätigungsschalter (7) umfasst, welcher die Transportvorrichtung (9) und
gleichzeitig die Wickelvorrichtung (2) in Gang setzt.
3. Verpackungseinrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Transportvorrichtung (9) auf der dem Aufgabebereich (4) abgewandten Seite der
Wickelvorrichtung (2) angeordnet ist.
4. Verpackungsvorrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Aufgabebereich eine Positionierhilfe (5) zur Positionierung und Führung des Verpackungsgutträgers
angeordnet ist.
5. Verpackungsvorrichtung (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Positionierhilfe (5) auf das Format, insbesondere die Breite (b) des Verpackungsgutträgers
einstellbar ausgebildet ist.
6. Verpackungsvorrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie auf der dem Aufgabebereich (4) abgewandten Seite der Wickelvorrichtung (2) eine
Ablage (10) aufweist.
7. Verpackungseinrichtung (1) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Transportvorrichtung (9) an der Ablage (10) geführt ist.
8. Verpackungseinrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Transportvorrichtung (9) und die Wickelvorrichtung elektrisch angetrieben sind.
9. Verpackungseinrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Transportvorrichtung (9) eine Aufnahme (90) zur Aufnahme eines Abschnitts eines
Verpackungsgutträgers aufweist.
10. Verpackungseinrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Transportvorrichtung (9) eine Fixiereinrichtung (91-98) zum Fixieren eines Abschnitts
eines Verpackungsgutträgers aufweist, wobei die Fixiereinrichtung (91-98) aus einer
Nichtfixierstellung in eine Fixierstellung und umgekehrt verstellbar ist.
11. Verpackungseinrichtung (1) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fixiereinrichtung (91-98) ein, bevorzugt um eine Achse (A) schwenkbares, Klemmelement
(91, 94) umfasst.
12. Verpackungseinrichtung (1) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Klemmelement (91, 94) durch ein Vorspannelement (92) in Richtung der Fixierstellung
vorgespannt ist.
13. Verpackungseinrichtung (1) nach Anspruch 10 oder Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fixiereinrichtung (91-98) einen Hubmechanismus (95-97) aufweist, um das Klemmelement
(91, 94) von der Fixierstellung in die Nichtfixierstellung zu verbringen.
14. Verpackungseinrichtung (1) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hubmechanismus (95-97) ein Schubelement (95) umfasst, welches an der Transportvorrichtung
(9) verschieblich geführt ist und mit einem Ende das Klemmelement (91, 94) kontaktiert
und am anderen Ende ein Gleit- oder Rollelement (96) umfasst, wobei der Hubmechanismus
(95-97) weiter eine an der Verpackungseinrichtung (1) angebrachte Steuerkurve aufweist,
an welcher das Gleit- oder Rollelement (96) während zumindest eines Teils der Bewegung
Transportvorrichtung (9) in Transportrichtung (X) entlanggeführt ist.
15. Verfahren zum Verpacken eines Verpackungsguts unter Verwendung einer Verpackungseinrichtung
(1) nach einem der vorigen Ansprüche, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:
i) Bereitstellen eines, bevorzugt flachen, Verpackungsgutträgers;
ii) Anordnen eines Verpackungsguts auf dem Verpackungsgutträger;
iii) Auflegen des Verpackungsgutträgers mit dem darauf angeordneten Verpackungsgut
auf dem Aufgabebereich (4);
iv) Fassen des Verpackungsgutträgers durch die Transportvorrichtung (9) und Bewegen
der Transportvorrichtung (9) derart, dass der Verpackungsgutträgers mit dem darauf
angeordneten Verpackungsgut in einer ersten Richtung durch die Durchführungsöffnung
(8) der Wickelvorrichtung (2) bewegt wird,
v) Bewickeln des Verpackungsgutträgers mit dem darauf angeordneten Verpackungsgut
mit dem Wickelmaterial (3, 3a) und gleichzeitiges Durchführen Verpackungsgutträgers
mit dem darauf angeordneten Verpackungsgut in einer der ersten Richtung entgegengesetzten
zweiten Richtung zurück zum Aufgabebereich (4);
vi) nach dem Bewickeln: Durchtrennen des Wickelmaterials (3, 3a) und Entnahme des
verpackten Verpackungsgutes vom Aufgabebereich (4).