TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Offenbarung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Bereitstellen
eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches in einer Gasleitung mit Hilfe einer
Zweistoffdüse.
HINTERGRUND
[0002] Bei der leitungsgebundenen Erdgasversorgung ist es notwendig, dass das Erdgas einen
Geruch aufweist, so dass Menschen mögliche Leckagen wahrnehmen können. Zur Lösung
dieses Problems ist es bekannt, in einer Gasleitung transportiertes Erdgas vor der
Entnahme aus der Gasleitung mit einem flüssigen Odoriermittel, wie beispielsweise
Tetrahydrothiophen (THT), zu odorieren.
[0003] Aus der
DE 10 2017 128 495 A1 ist eine Vorrichtung zur Odorierung eines Gasstroms in einer Gasleitung umfassend
eine als Zweistoffdüse ausgebildete Injektionseinrichtung zur Injektion eines flüssigen
Odoriermittels in den durch die Gasleitung strömenden Gasstrom sowie ein Verfahren
zur Odorierung eines Gasstroms in einer Gasleitung bekannt. Die Vorrichtung umfasst
Mittel zum Bereitstellen des Düsengasstroms für den Betrieb der Zweistoffdüse durch
eine von der Gasleitung abzweigende Düsenzuleitung, durch die ein Teil des
durch die Gasleitung strömenden Gasstroms als Düsengasstrom zur Zweistoffdüse geführt
wird. In einer Ausführungsform ist in der Düsenzuleitung ein Gasvorwärmer vorgesehen.
Die in dieser Druckschrift offenbarte Vorrichtung zur Odorierung eines Gasstroms ist
ausschließlich zur Odorierung von Erdgas ausgebildet.
[0004] Die technischen Anforderungen an zuverlässiger und nachhaltiger Energieversorgung
steigen ständig. Eine Möglichkeit diese Anforderungen zu erreichen ist es, zumindest
Teile der leitungsgebundenen Erdgasversorgung durch Wasserstoff zu ersetzen, insbesondere
das durch die Gasleitungen transportierte Erdgas durch ein Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch
zu ersetzen. Ein Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch kann beispielsweise in einer Übergangszeit
in Gasleitungen transportiert werden, bevor Erdgas ganz durch Wasserstoff ersetzt
wird.
[0005] Da der Energiegehalt von Wasserstoff jedoch nur etwa ein Drittel des Energieinhalts
von Erdgas beträgt, wird mehr Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch durch die Gasleitungen
geleitet werden müssen. Das Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch muss dabei wir reines
Erdgas vor einer Leitungsentnahme odoriert werden. Proportional zum erhöhten Einsatz
des Erdgas-und Wasserstoff-Gemisches nimmt auch der Odoriermittelverbrauch zu, da
die Odorierung üblicherweise mengenproportional erfolgt. Dementsprechend wird es für
Erdgas- und Wasserstoff-Gemische notwendig sein, die Leistungsfähigkeit der für die
Odorierung von Erdgas vorhandenen Odoriermittelinjektionssysteme zu erhöhen bzw. neue
Odoriermittelinjektionssysteme einzusetzen.
KURZER ABRISS
[0006] Der vorliegenden Offenbarung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein
Verfahren zum Bereitstellen eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches vorzusehen.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Vorrichtung zum Bereitstellen eines odorierten
Erdgas-und Wasserstoff-Gemisches vorgeschlagen, die eine Gasleitung und eine Zweistoffdüse,
die dazu eingerichtet ist, odorierten Wasserstoff und/oder Wasserstoff und Odoriermittel
in die Gasleitung zu injizieren, umfasst.
[0008] Bei der Gasleitung kann es sich um jede Art von Leitung handeln, die dazu eingerichtet
ist, dass durch sie Erdgas strömt. Beispielsweise kann es sich um eine Gasleitung
in einem örtlichen Gasverteilnetz, welches Erdgas mit einem reduzierten Druck aus
einem Hochdrucktransportnetz bereitstellt, handeln. Die Vorrichtung zum Bereitstellen
eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches kann insbesondere in einer Gas-Druckregel-und
Messanlage (GDRM) eines örtlichen Gasverteilnetzes angeordnet sein.
[0009] Bei der Zweistoffdüse kann es sich um eine Zerstäuberdüse handeln, die eine Zerstäubung
eines flüssigen Odoriermittels ermöglicht, so dass sich das Odoriermittel nicht an
der Innenwand der Gasleitung niederschlägt. Insbesondere handelt es bei der Zweistoffdüse
um eine Injektionsvorrichtung, die beispielsweise in einem Tauchrohr integriert ist.
Durch die Zweistoffdüse kann eine gute Verneblung mit geringer Tröpfchengröße und
großer Oberfläche des Odoriermittels erreicht werden, so dass das Odoriermittel zerstäubt
und mit dem Wasserstoff bzw. dem Gasstrom in der Gasleitung vermischt werden kann.
So kann eine Zerstäubung bzw. Verdunstung/Vernebelung des Odoriermittels und Vermischung
des Odoriermittels mit dem Wasserstoff in der Zweistoffdüse erfolgen, wobei der odorierte
Wasserstoff in der Gasleitung mit dem Erdgas vermischt wird. Alternativ kann die Zerstäubung
bzw. Verdunstung/Vernebelung des Odoriermittels in der Gasleitung vor der Zweistoffdüse
erfolgen, so dass auch die Mischung des Odoriermittels mit dem Wasserstoff und dem
Erdgas in der Gasleitung erfolgt. Bei dem Odoriermittel handelt es sich insbesondere
um ein flüssiges Odoriermittel, beispielsweise Tetrahydrotheophen (THT) oder Odoriermittel
nach DIN EN ISO 13734. In Deutschland beispielsweise sind die Odorierungsvorgaben
im Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) Arbeitsblatt G 280 beschrieben.
Zusätzlich kann in der Gasleitung ein Verdunstungskörper vorgesehen sein, auf den
die Zweistoffdüse das Odoriermittel zu besseren Verdunstung/Vernebelung aufbringt.
[0010] Somit kann ein der Zweistoffdüse zugeführter Wasserstoff den Druck liefern, um das
Odoriermittel mit Hilfe der Zweistoffdüse zu zerstäuben. Dies ist vorteilhaft, da
der Anteil an Wasserstoff in dem odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch tendenziell
steigt, bei energieäquivalentem Verbrauch, so dass die Menge der Zuführung des Odoriermittels
mit der Menge der Zuführung des Wasserstoffs, und nicht der Menge der Zuführung des
Erdgases, in direktem Zusammenhang steht. Es kann folglich in einem Schritt ein homogenes
Gemisch aus Erdgas, Wasserstoff und Odoriermittel erzeugt werden. Die hier offenbarte
Zweistoffdüse ist somit eine energieeffiziente Vorrichtung zur Mischung von Odoriermittel,
Wasserstoff und Erdgas.
[0011] Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Offenbarung umfasst die Vorrichtung
zum Bereitstellen eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches eine Wasserstoffquelle,
die dazu eingerichtet ist, einem ersten Eingang der Zweistoffdüse Wasserstoff als
Düsengasstrom zuzuführen, und eine Odoriermittelquelle, die dazu eingerichtet ist,
einem zweiten Eingang der Zweistoffdüse Odoriermittel zuzuführen. Beispielsweise ist
die Wasserstoffquelle ein Wasserstofftank, der über eine Wasserstoffleitung mit dem
ersten Eingang der Zweistoffdüse verbunden ist. Die Verbindung zwischen der Wasserstoffleitung
und dem ersten Eingang kann beispielsweise mit Hilfe eines Flansches erfolgen. Ferner
kann ein Tank mit Odoriermittel über eine Leitung mit dem zweiten Eingang der Zweistoffdüse
verbunden sein, wobei eine Pumpe, beispielsweise eine Kolbenpumpe, eine Injektionspumpe
oder eine Membranpumpe, das Odoriermittel dem zweiten Eingang der Zweistoffdüse zuführt.
Die Verbindung zwischen der Leitung und dem zweiten Eingang kann beispielsweise mit
Hilfe eines Flansches oder einer anderen Verbindungstechnik erfolgen. Da der Düsengasstrom
für die Vernebelung/Verdustung des Odoriermittels durch die Zweistoffdüse von der
Wasserstoffquelle stammt, kann eine zuverlässige Verdunstung/Vernebelung des Odoriermittels
bereitgestellt werden. Insbesondere kann auf einen zusätzlichen Kompressor oder einen
von der Gasleitung abgezweigten Düsengasstrom verzichtet werden.
[0012] In der Wasserstoffquelle kann der Wasserstoff beispielsweise wie folgt gespeichert
sein: gasförmig unter Hochdruck in Drucktanks oder unterirdischen Kavernenspeichern,
flüssig in isolierten Kryotanks, oder adsorbiert in geeigneten festen oder flüssigen
Trägermedien.
[0013] Die Zweistoffdüse kann einen Ausgang, d.h., eine Injektionsöffnung, zum Injizieren
des odorierten Wasserstoffs und/oder des Wasserstoffs und des Odoriermittels in die
Gasleitung aufweisen, wobei der Ausgang in die Strömungsrichtung der Gasleitung weist,
so dass der odorierte Wasserstoff und/oder der Wasserstoff und das Odoriermittel in
Strömungsrichtung des Erdgases in die Gasleitung injiziert werden. Dadurch kann der
aus der Zweistoffdüse in die Gasleitung injizierte, odorierte Wasserstoff und/oder
der Wasserstoff und das Odoriermittel in die gleiche Richtung wie die Strömungsrichtung
des Erdgases in den Gaststrom injiziert werden, was eine Verteilung des odorierten
Wasserstoffs und/oder des Wasserstoffs und des Odoriermittels in einem relativ weiten
Bereich der Gasleitung ermöglicht. Dadurch wird eine zuverlässige Vermischung der
Bestandteile des odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches bereitgestellt. Die
Ausrichtung des Ausgangs der Zweistoffdüse in die Strömungsrichtung der Gasleitung
umfasst dabei, dass die Ausrichtung bis zu +/- 10° von der Strömungsrichtung des Erdgases
in der Gasleitung abweicht. In weiteren Ausführungsformen weicht die Ausrichtung bis
zu +/- 3°, bis zu +/- 5°, bis zu +/-8°, bis zu +/- 11°, oder bis zu +/- 15° von der
Strömungsrichtung des Erdgases in der Gasleitung ab.
[0014] Alternativ kann der Ausgang der Zweistoffdüse entgegen die Strömungsrichtung der
Gasleitung weisen, so dass der odorierte Wasserstoff und/oder der Wasserstoff und
das Odoriermittel entgegen der Strömungsrichtung des Erdgases in die Gasleitung injiziert
werden. So kann der odorierte Wasserstoff und/oder der Wasserstoff und das Odoriermittel
in Gegenstromrichtung auf den Erdgasstrom treffen, was zu einer verbesserten Mischung
der Bestandteile des odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches führt. Die Ausrichtung
des Ausgangs entgegen der Strömungsrichtung der Gasleitung umfasst dabei, dass die
Ausrichtung bis zu +/- 10° von der Gegenstromrichtung des Erdgases in der Gasleitung
abweicht. In weiteren Ausführungsformen weicht die Ausrichtung bis zu +/- 3°, bis
zu +/-5°, bis zu +/- 8°, bis zu +/- 11°, oder bis zu +/- 15° ab.
[0015] Ferner kann der odorierte Wasserstoff und/oder der Wasserstoff und das Odoriermittel
senkrecht zur Strömungsrichtung des Erdgases in die Gasleitung injiziert werden. Die
Ausrichtung kann dabei bis zu +/- 10° von der senkrechten Richtung abweichen. In weiteren
Ausführungsformen weicht die Ausrichtung bis zu +/- 3°, bis zu +/- 5°, bis zu +/-
8°, bis zu +/- 11°, oder bis zu +/- 15° ab.
[0016] Im Ausgang der Zweistoffdüse kann des Weiteren ein Teilelement angeordnet sein. Bei
dem Teilelement kann es sich um ein kegelförmiges Teilelement handeln. Das kegelförmige
Teilelement kann zentral innerhalb der Zweistoffdüse in bzw. bei dem Ausgang der Zweistoffdüse
angeordnet sein und sich in Richtung des Ausgangs weiten. Bei dieser Ausführungsform
kann insbesondere bei Odorierung des Wasserstoffs innerhalb der Zweistoffdüse eine
vorteilhafte Injektion des odorierten Wasserstoffs über die gesamte Breite der Gasleitung
erreicht werden, da das Teilelement den odorierten Wasserstoff zu den Seitenwänden
der Gasleitung lenkt, wo der odorierte Wasserstoff auf das Erdgas trifft und zu einem
homogenen, odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch wird.
[0017] Um die Vermischung des Erdgases mit dem odorierten Wasserstoff und/oder dem Wasserstoff
und dem Odoriermittel weiter zu verbessern, kann in der Gasleitung ein Mischer vorgesehen
sein. Bei dem Mischer kann es sich beispielsweise um eine Prallplatte, ein Prallblech,
oder eine Blechschürze handeln, auf welche das Erdgas bzw. der odorierte Wasserstoff
und/oder der Wasserstoff und das Odoriermittel trifft. Der Mischer kann in der Gasleitung
eingesetzt werden, wenn der odorierte Wasserstoff und/oder der Wasserstoff und das
Odoriermittel entgegen oder mit der Strömungsrichtung des Erdgases in die Erdgasleitung
injiziert werden.
[0018] Für eine optimale Mischung kann der Mischer zwischen der Zweistoffdüse und einer
Innenwand der Gasleitung angeordnet sein. Der Mischer kann beispielweise die Zweistoffdüse
zumindest teilweise umgeben. Bei dieser Ausführungsform kann der odorierte Wasserstoff
und/oder der Wasserstoff und das Odoriermittel bevorzugt entgegen der Strömungsrichtung
des Erdgases in die Gasleitung injiziert werden.
[0019] Um den Gasstrom in der Erdgasleitung auf vorteilhafte Weise mit dem odorierten Wasserstoff
und/oder dem Wasserstoff und dem Odoriermittel zu vermischen kann der Mischer kegelförmig
ausgebildet sein und sich in Strömungsrichtung der Gasleitung weiten. Bei dieser Ausführungsform
kann der odorierte Wasserstoff und/oder der Wasserstoff und das Odoriermittel bevorzugt
entgegen der Strömungsrichtung des Erdgases in die Gasleitung injiziert werden.
[0020] Gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Offenbarung umfasst die Vorrichtung zum
Bereitstellen eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches eine Wasserstoffleitung
zum Zuführen von Wasserstoff zu der Zweistoffdüse und Mittel zum Zuführen von thermischer
Energie aus der Wasserstoffleitung in die Gasleitung an einem Ort der Gasleitung stromaufwärts
der Zweistoffdüse. Durch eine Druckreduzierung des in der Gasleitung strömenden Erdgases
kann es gemäß dem Joule-Thomsen-Effekt zu einer Abkühlung des Erdgases kommen, was
zu einer Vereisung von in der Gasleitung installierten Ventilen, insbesondere Regelventilen,
führen kann. Dementgegen kommt es in der Wasserstoffleitung gemäß dem umgekehrten
Joule-Thomsen-Effekt bei Expansion des Wasserstoffes zu einer Temperaturerhöhung.
Diese gegenläufigen Temperaturänderungen können vorteilhaft genutzt werden. So kann
die in der Wasserstoffleitung erzeugte thermische Energie der Gasleitung zugeführt
werden, so dass eine Vereisung von Ventilen in dieser verhindert wird. Insbesondere
kann der Abgriff der thermischen Energie aus der Wasserstoffleitung stromaufwärts
in Bezug auf Regelventile der Wasserstoffleitung und/oder der Zweistoffdüse erfolgen.
Ferner kann die Zuführung der thermischen Energie in die Gasleitung stromaufwärts
in Bezug auf Regelventile der Gasleitung erfolgen. Somit kann auf zusätzliche Wärmeerzeuger
zur Verhinderung von Vereisungen in der Gasleitung verzichtet werden.
[0021] Insbesondere können die Mittel zum Zuführen von thermischer Energie aus der Wasserstoffleitung
in die Gasleitung Folgendes umfassen: einen ersten Wärmetauscher, der dazu eingerichtet
ist, thermische Energie des in der Wasserstoffleitung strömenden Wasserstoffs auf
ein Medium zu übertragen, einen zweiten Wärmetauscher, der dazu eingerichtet ist,
thermische Energie des Mediums auf in der Gasleitung strömendes Erdgas zu übertragen,
und ein Fördermittel, das dazu eingerichtet ist, das Medium von dem ersten Wärmetauscher
zu dem zweiten Wärmetauscher zu bewegen. Entsprechend kann der erste Wärmetauscher
stromaufwärts in Bezug auf die Zweistoffdüse und jeweilige Ventile in der Wasserstoffleitung
angeordnet sein. Auch der zweite Wärmetauscher kann stromaufwärts in Bezug auf jeweilige
Ventile in der Gasleitung angeordnet sein. Bei dem Medium kann es sich beispielsweise
um Wasser, Öl, Dampf, Luft oder Gas handeln. In Abhängigkeit von der Beschaffenheit
des Mediums kann es sich bei dem Fördermittel um eine passende Pumpe handeln. Vorzugsweise
ist ferner eine Regelungstechnik, insbesondere eine elektrische Steuerung, zum Steuern
des ersten Wärmetauschers, des zweiten Wärmetauschers und des Fördermittels vorgesehen.
[0022] Die Zweistoffdüse kann eine innere Zuführung, die dazu eingerichtet ist, das Odoriermittel
zu führen, und eine äußere Zuführung, die die innere Zuführung umgibt und dazu eingerichtet
ist, den Wasserstoff zu führen, umfassen. Dadurch kann eine zuverlässige Zerstäubung
(Verdunstung/Vernebelung) des Odoriermittels erreicht werden.
[0023] Die Zweistoffdüse kann einen inneren Mischbereich aufweisen, in dem das Odoriermittel
auf den Wasserstoff trifft. Bei dieser Ausführungsform erfolgt die Zerstäubung des
Odoriermittels und die Vermischung des Odoriermittels mit dem Wasserstoff in der Zweistoffdüse.
Der odorierte Wasserstoff wird anschließend in die Gasleitung injiziert und vermischt
sich dort mit dem Erdgas.
[0024] Alternativ kann das Odoriermittel in einem Bereich außerhalb der Zweistoffdüse, d.h.,
unmittelbar vor dem Ausgang der Zweistoffdüse, auf den Wasserstoff treffen. Bei dieser
Ausführungsform erfolgt die Zerstäubung des Odoriermittels und die Vermischung des
Odoriermittels mit dem Wasserstoff und dem Erdgas außerhalb der Zweistoffdüse.
[0025] Die eingangs gestellte Aufgabe wird ferner durch ein Verfahren zum Bereitstellen
eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches mit einer der vorstehend beschriebenen
Vorrichtungen gelöst, wobei das Verfahren umfasst: Führen von Erdgas durch die Gasleitung,
Führen von Wasserstoff zu der Zweistoffdüse und Führen von Odoriermittel zu der Zweistoffdüse.
[0026] Die oben beschriebenen Aspekte und Varianten können kombiniert werden, ohne dass
dies explizit beschrieben ist. Jede der beschriebenen Ausgestaltungsvarianten ist
somit optional zu jeder Ausgestaltungsvariante oder Kombinationen davon zu sehen.
Die vorliegende Offenbarung ist somit nicht auf die einzelnen Ausgestaltungen und
Varianten in der beschriebenen Reihenfolge oder einer bestimmten Kombination der Aspekte
und Ausgestaltungsvarianten beschränkt.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0027] Weitere Vorteile, Einzelheiten und Merkmale der hier beschriebenen Vorrichtungen
und Verfahren ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
und der Figuren.
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels einer Vorrichtung
zum Bereitstellen eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches in einer Gasleitung
mit Hilfe einer Zweistoffdüse;
- Fig. 2
- zeigt eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels einer Bereitstellung
eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches in einer Gasleitung;
- Fig. 3
- zeigt eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels einer Bereitstellung
eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches in einer Gasleitung;
- Fig. 4
- zeigt eine schematische Darstellung eines dritten Ausführungsbeispiels einer Bereitstellung
eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches in einer Gasleitung;
- Fig. 5
- zeigt eine schematische Darstellung eines vierten Ausführungsbeispiels einer Bereitstellung
eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches in einer Gasleitung; und
- Fig. 6
- zeigt eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels einer Vorrichtung
zum Bereitstellen eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches in einer Gasleitung
mit Hilfe einer Zweistoffdüse.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
[0028] Die Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels
einer Vorrichtung zum Bereitstellen eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches
in einer Gasleitung mit Hilfe einer Zweistoffdüse.
[0029] Ausgehend von einer Erdgasquelle 50 strömt Erdgas durch eine Gasleitung 10. In der
Gasleitung 10 befindet sich ein Sicherheitsabsperrventil (SAV) 54 und ein Gasdruckregelgerät
(GDR) 56 zum Reduzieren des Gasdrucks in der Gasleitung 10. Ferner ist eine Wasserstoffquelle
30 vorgesehen, die über eine Leitung 32 Wasserstoff einem Eingang 22 einer Zweistoffdüse
20 zuführt. Die Wasserstoffleitung 32 umfasst ebenfalls ein SAV 34 und ein GDR 36
zum Reduzieren des Wasserstoffdrucks in der Leitung 32. Des Weiteren ist ein Odoriermitteltank
40 (beispielsweise ein Odoriermittelgebinde) vorgesehen, der über eine Leitung 42
Odoriermittel einem Eingang 21 der Zweistoffdüse 20 zuführt.
[0030] Die SAVs 34 und 54 sind dazu eingerichtet, den Druck in den Leitungen 32 und 10 zu
beschränken, insbesondere ein Durchschlagen des Vordrucks aus der Erdgasquelle 50
bzw. der Wasserstoffquelle 30 zu verhindern. Entsprechend regeln bzw. reduzieren die
GDRs 36 und 56 den Wasserstoff- bzw. Erdgasdruck.
[0031] Zum Fördern des Odoriermittels von dem Odoriermitteltank 40 zu dem Eingang 21 der
Zweistoffdüse 20 ist in der Leitung 42 eine Dosierpumpe 44 vorgesehen. Bei dem Odoriermittel
handelt es sich um ein flüssiges Odoriermittel, beispielsweise THT. Die Zweistoffdüse
20 umfasst ferner einen Ausgang 23, der dazu eingerichtet ist, odorierten Wasserstoff
und/oder Wasserstoff und Odoriermittel in die Gasleitung 10 zu injizieren. Dazu ist
die Zweistoffdüse 20 in einem Tauchrohr (in Fig. 1 nicht gezeigt) integriert, welches
sich in die Gasleitung 10 erstreckt. Zusätzlich kann in der Gasleitung 10 vor dem
Ausgang 23 der Zweistoffdüse 20 ein Verdunstungskörper vorgesehen sein (in Fig. 1
nicht gezeigt), auf den die Zweistoffdüse 20 das Odoriermittel zur besseren Verdunstung/Vernebelung
aufbringt.
[0032] Weitere Elemente, insbesondere übliche Elemente eines örtlichen Gasverteilnetzes
und/oder einer GDRM, wie beispielsweise Zähler, Steuergeräte, Füllstandmesser, Durchflussmesser
etc., können in der Vorrichtung zum Bereitstellen eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches
gemäß Fig. 1 vorgesehen sein, werden in dieser jedoch nicht gezeigt, da sie dem Fachmann
bekannt und für die Ausführung der vorliegenden Erfindung nicht wesentlich sind. Ferner
handelt es sich bei den SAVs 34 und 54 und den GDRs 36 und 56 um optionale Elemente
der in diesem Ausführungsbeispiel beschriebenen Vorrichtung zum Bereitstellen eines
odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches.
[0033] Mit der in der Fig. 1 gezeigten Vorrichtung zum Bereitstellen eines odorierten Erdgas-
und Wasserstoff-Gemisches kann auf einfache Weise ein odoriertes Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch
in der Gasleitung 10 bereitgestellt werden. Mit Hilfe der Zweistoffdüse 20 kann eine
zuverlässige Zerstäubung (Verdunstung/Vernebelung) des Odoriermittels und Vermischung
des Odoriermittels mit dem Erdgas bzw. dem Wasserstoff ermöglicht werden. Da der Düsengasstrom
für die Zweistoffdüse 20 durch die Wasserstoffleitung 32 bereitgestellt wird, kann
auf einen zusätzlichen Düsengasstrom verzichtet werden. Insbesondere wird durch die
Bereitstellung des Düsengasstroms für die Zweistoffdüse 20 durch die Wasserstoffleitung
32 eine einfache und zuverlässige Erhöhung des Anteils an Wasserstoff in dem odorierten
Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch bei Beibehaltung einer ausreichenden Odorierung ermöglicht.
Somit wird eine zuverlässige und kostengünstige Bereitstellung eines odorierten Erdgas-
und Wasserstoff-Gemisches vorgeschlagen, wobei die Vorsehung der Zweistoffdüse für
die Zuführung des Wasserstoffs und des Odoriermittels verhindert, das sich flüssiges
Odoriermittel in der Gasleitung 10 niederschlägt. Durch die Zweistoffdüse 20 kann
ferner eine gute Zerstäubung (Verdunstung/Vernebelung) mit geringer Tröpfchengröße
und großer Oberfläche des Odoriermittels erreicht werden, so dass das Odoriermittel
fein zerstäubt und zuverlässig mit dem Wasserstoff bzw. dem Erdgas in der Gasleitung
10 vermischt werden kann.
[0034] Die Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels
einer Bereitstellung eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches in einer Gasleitung.
Bei der Gasleitung kann es sich um die in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 gezeigte
Gasleitung 10 handeln. Die Fig. 2 zeigt ferner eine Zweistoffdüse 20, bei der es sich
um die in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 gezeigte Zweistoffdüse 20 handeln kann.
[0035] In der Gasleitung 10 strömt Erdgas 11 um die Zweistoffdüse 20, d.h., die Zweistoffdüse
20 ist in der Gasleitung 10 angeordnet bzw. erstreckt sich in die Gasleitung 10. Die
Zweistoffdüse 20 umfasst eine innere Zuführung 90, durch die ein Odoriermittel 41
strömt, und eine äußere Zuführung 91, durch die Wasserstoff 31 strömt. Die äußere
Zuführung 91 umgibt die innere Zuführung 90. Die Zweistoffdüse 20 ist derart ausgebildet,
dass die innere Zuführung 90 das Odoriermittel 41 zu einem Bereich 94 außerhalb der
Zweistoffdüse 20 führt, wo das Odoriermittel 41 zerstäubt wird und sich mit dem Wasserstoff
31 und dem Erdgas 11 vermischt. Entsprechend ergibt sich in der Gasleitung 10 ein
homogenes, odoriertes Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch 95. In dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 2 werden das Odoriermittel 41 und der Wasserstoff 31 in Strömungsrichtung
des Erdgases 11 in die Gasleitung 10 injiziert, wodurch das homogene, odorierte Erdgas-
und Wasserstoff-Gemisch 95 anfänglich in einem zentralen Bereich der Gasleitung 10
gebildet wird und sich anschließend stromabwärts von der Zweistoffdüse 20 in der Gasleitung
10 ausbreitet. Mit Hilfe dieser Injektionsanordnung kann somit eine zuverlässige Odorisierung
des Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches erreicht werden.
[0036] In der Fig. 2 ist die Ausrichtung der Zweistoffdüse 20 bzw. des Ausgangs 23 der Zweistoffdüse
20 parallel zur Gasleitung 10, d.h., in die Strömungsrichtung der Gasleitung 10 gezeigt.
Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass die Ausrichtung der Zweistoffdüse 20 bzw.
des Ausgangs 23 der Zweistoffdüse 20 um bis zu +/- 10° von der Erstreckungsrichtung
der Gasleitung 10 bzw. der Strömungsrichtung der Gasleitung 10 abweicht.
[0037] Die Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels
einer Bereitstellung eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches in einer Gasleitung.
Bei der Gasleitung kann es sich um die in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 gezeigte
Gasleitung 10 handeln. Die Fig. 3 zeigt ferner eine Zweistoffdüse 20, bei der es sich
um die in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 gezeigte Zweistoffdüse 20 handeln kann.
[0038] Das Ausführungsbeispiel der Fig. 3 unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 2 in dem das Odoriermittel 41 in einem Bereich 93 innerhalb der Zweistoffdüse
20 zerstäubt (vernebelt) wird, so dass der Wasserstoff 31 innerhalb der Zweistoffdüse
20 odoriert wird. Als weitere Unterschied umfasst die Zweistoffdüse 20 im Ausgang
23 ein Teilelement 25. Hinsichtlich der Beschreibung der weiteren Elemente der Fig.
3 wird auf die Fig. 2 verwiesen und auf eine erneute Erläuterung verzichtet.
[0039] Das Teilelement 25 ist kegelförmig ausgebildet und zentral innerhalb der Zweistoffdüse
20 in dem Ausgang 23 der Zweistoffdüse 20 angeordnet, wobei sich die Kegelform in
Richtung des Ausgangs 23 der Zweistoffdüse 20 weitet. Durch das Teilelement 25 kann
der odorierte Wasserstoff über die gesamte Breite der Gasleitung verteilt werden,
da es den odorierten Wasserstoff zu den Seitenwänden der Gasleitung 10 ablenkt. Dort
trifft der odorierte Wasserstoff auf das Erdgas 11 und es wird ein homogenes, odoriertes
Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch 95 gebildet. Das Teilelement 25 kann auch eine andere
Form als eine Kegelform aufweisen, so lange es dazu eingerichtet ist, den odorierten
Wasserstoff vom Ausgang 23 der Zweistoffdüse 20 zu den Seitenwänden der Gasleitung
10 abzulenken.
[0040] In dem Ausführungsbeispiel der Fig. 3 wird der odorierte Wasserstoff in Strömungsrichtung
des Erdgases 11 in die Gasleitung 10 indiziert. Dadurch erfolgt eine zuverlässige
Vermischung des odorierten Wasserstoffes 31 mit dem Erdgas 11, so dass ein homogenes,
odoriertes Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch 95 in der gesamten Gasleitung 10 bereitgestellt
werden kann. Die Ausrichtung der Zweistoffdüse 20 ist parallel zur Gasleitung 10,
d.h., in die Strömungsrichtung der Gasleitung 10. Es kann jedoch auch vorgesehen sein,
dass die Ausrichtung der Zweistoffdüse 20 um bis zu +/- 10° von der Erstreckungsrichtung
der Gasleitung 10 bzw. der Strömungsrichtung der Gasleitung 10 abweicht. Die Ausrichtung
der Zweistoffdüse 20 in der Gasleitung 10 kann auch an die Ablenkungswinkel des Teilelements
25 angepasst werden.
[0041] In einem weiteren Ausführungsbeispiel (nicht gezeigt) kann die in der Fig. 3 gezeigte
Zweistoffdüse 20 auch ohne Teilelement 25 ausgebildet sein.
[0042] Die Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung eines dritten Ausführungsbeispiels
einer Bereitstellung eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches in einer Gasleitung.
Bei der Gasleitung kann es sich um die in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 gezeigte
Gasleitung 10 handeln. Die Fig. 4 zeigt ferner eine Zweistoffdüse 20, bei der es sich
um die in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 gezeigte Zweistoffdüse 20 handeln kann.
[0043] Das Ausführungsbeispiel der Fig. 4 unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 2, in dem die Zweistoffdüse 20 das Odoriermittel 41 und den Wasserstoff 31
entgegen der Strömungsrichtung des Erdgases 11 in die Gasleitung 10 injiziert. Somit
wird das Odoriermittel 41 in dem Bereich 94 vor dem Ausgang 23 der Zweistoffdüse 20
zerstäubt (vernebelt) und vermischt sich dort mit dem Wasserstoff 31 (wie in dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 2). Danach trifft der odorierte Wasserstoff jedoch in Gegenstromrichtung
auf das Erdgas 11, so dass zentral in der Gasleitung 10 ein homogenes, odoriertes
Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch 95 gebildet wird. Wie durch die Pfeile 96 angedeutet,
trifft der odorierte Wasserstoff 31 in Gegenstromrichtung auf das Erdgas 11 und wird
zusammen mit dem schon gebildeten homogenen, odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch
95 in Strömungsrichtung des Erdgases 11 um die Zweistoffdüse 20 geleitet. Durch das
Auftreffen des odorierten Wasserstoffs 31 in Gegenstromrichtung auf das Erdgas 11
wird eine zuverlässige Bildung eines homogenen, odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches
95 ermöglicht. Hinsichtlich der Beschreibung der weiteren Elemente der Fig. 4 wird
auf die Fig. 2 verwiesen.
[0044] Für eine weiter verbesserte Vermischung des odorierten Wasserstoffs 31 und des Erdgases
11 kann in der Gasleitung 10 ein Mischer 80 vorgesehen sein. Bei dem Mischer 80 kann
es sich beispielsweise um eine Prallplatte, ein Prallblech, oder eine Blechschürze
handeln, auf welche das homogene, odorierte Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch 95 trifft
und weiter vermischt wird. Für eine optimale Mischung ist der Mischer 80 zwischen
der Zweistoffdüse 20 und der Innenwand der Gasleitung 10 angeordnet und umgibt (zumindest
teilweise) die Zweistoffdüse 20. Der Mischer 80 ist kegelförmig ausgebildet und weitet
sich nach Außen in Strömungsrichtung des Erdgases 11 in der Gasleitung 10.
[0045] In der Fig. 4 ist die Ausrichtung der Zweistoffdüse 20 bzw. des Ausgangs 23 der Zweistoffdüse
20 parallel zur Gasleitung 10, d.h., entgegen der Strömungsrichtung der Gasleitung
10 gezeigt. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass die Ausrichtung der Zweistoffdüse
20 bzw. des Ausgangs 23 der Zweistoffdüse 20 um bis zu +/- 10° von der Erstreckungsrichtung
der Gasleitung 10 bzw. der Strömungsrichtung der Gasleitung 10 abweicht.
[0046] In einem weiteren Ausführungsbeispiel (nicht gezeigt) kann die in der Fig. 4 gezeigte
Anordnung auch ohne Mischer 80 ausgebildet sein.
[0047] Die Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung eines vierten Ausführungsbeispiels
einer Bereitstellung eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches in einer Gasleitung.
Bei der Gasleitung kann es sich um die in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 gezeigte
Gasleitung 10 handeln. Die Fig. 5 zeigt ferner eine Zweistoffdüse 20, bei der es sich
um die in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 gezeigte Zweistoffdüse 20 handeln kann.
[0048] Das Ausführungsbeispiel der Fig. 5 unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 3, in dem die Zweistoffdüse 20 den odorierten Wasserstoff 31 entgegen der
Strömungsrichtung des Erdgases 11 in die Gasleitung 10 injiziert, und in dem ein Mischer
80 in der Gasleitung 10 vorgesehen ist. Hinsichtlich der Beschreibung der weiteren
Elemente der Fig. 5 wird auf die Fig. 3 verwiesen.
[0049] Durch den Teiler 25 wird der odorierte Wasserstoff 31 zu den Seitenwänden der Gasleitung
10 abgelenkt und trifft dort in Gegenstromrichtung auf das Erdgas 11, wodurch eine
zuverlässige Bildung eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches 95 ermöglicht
wird. Das odorierte Erdgas- und Wasserstoff-Gemisch 95 wird dann, wie durch die Pfeile
96 angedeutet, in Strömungsrichtung des Erdgases 11 um die Zweistoffdüse 20 geleitet,
wo es auf den Mischer 80 trifft und von diesem weiter vermischt wird. Der Mischer
80 kann wie der in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 4 beschriebene Mischer 80 ausgebildet
und auch dementsprechend in der Gasleitung 10 angeordnet sein, so dass an dieser Stelle
auf eine erneute Beschreibung des Mischers 80 verzichtet wird.
[0050] In der Fig. 5 ist die Ausrichtung der Zweistoffdüse parallel zur Gasleitung 10, d.h.,
entgegen der Strömungsrichtung der Gasleitung 10 gezeigt. Es kann jedoch auch vorgesehen
sein, dass die Ausrichtung der Zweistoffdüse 20 um bis zu +/- 10° von der Erstreckungsrichtung
der Gasleitung 10 bzw. der Strömungsrichtung der Gasleitung 10 abweicht. Die Ausrichtung
der Zweistoffdüse 20 in der Gasleitung 10 kann auch an die Ablenkungswinkel des Teilelements
25 angepasst werden.
[0051] In einem weiteren Ausführungsbeispiel (nicht gezeigt) kann die in der Fig. 5 gezeigte
Anordnung auch ohne Mischer 80 ausgebildet sein.
[0052] In weiteren (nicht gezeigten Ausführungsformen) können die Ausführungsbeispiele der
Figs. 2 und 3 auch mit einem Mischer 80 ausgebildet sein. Insbesondere kann der Mischer
80 in der Gasleitung 10 angeordnet sein und die Zweistoffdüse 20 umgeben.
[0053] Die Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels
einer Vorrichtung zum Bereitstellen eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches
in einer Gasleitung mit Hilfe einer Zweistoffdüse.
[0054] Das Ausführungsbeispiel der Fig. 6 unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 1 in dem Mittel zum Zuführen von thermischer Energie aus der Wasserstoffleitung
32 in die Gasleitung 10 vorgesehen sind. Hinsichtlich der Beschreibung der weiteren
Elemente der Fig. 6 wird auf die Fig. 1 verwiesen.
[0055] Die Mittel zum Zuführen von thermischer Energie aus der Wasserstoffleitung 32 in
die Gasleitung 10 umfassen einen ersten Wärmetauscher 71, einen zweiten Wärmetauscher
72 und ein Fördermittel 74. Der erste Wärmetauscher 71 ist dazu eingerichtet, thermische
Energie des in der Wasserstoffleitung 32 strömenden Wasserstoffs 31 auf ein Medium
zu übertragen. Der zweite Wärmetauscher 72 ist dazu eingerichtet ist, thermische Energie
des Mediums auf das in der Gasleitung 10 strömende Erdgas 11 zu übertragen. Schließlich
ist das Fördermittel 74 (beispielsweise eine Pumpe) dazu eingerichtet ist, das Medium
von dem ersten Wärmetauscher 71 zu dem zweiten Wärmetauscher 72 zu bewegen. Insbesondere
handelt es sich bei den Mitteln zum Zuführen von thermischer Energie aus der Wasserstoffleitung
32 in die Gasleitung 10 um einen geschlossenen Kreislauf.
[0056] Der erste Wärmetauscher 71 ist zwischen der Wasserstoffquelle 30 und dem SAV 34 bzw.
dem GDR 36 angeordnet. Der zweite Wärmetauscher 72 ist zwischen der Erdgasquelle 50
und dem SAV 54 bzw. dem GDR 56 angeordnet. Bei dem Medium kann es sich beispielsweise
um Wasser, Öl, Dampf, Luft oder Gas handeln. In Abhängigkeit von der Beschaffenheit
des Mediums handelt es sich bei dem Fördermittel 74 um eine für das Medium passende
Pumpe. Entsprechend dem Medium sind auch die beiden Wärmetauscher 71 und 72 ausgebildet.
Ferner ist eine Regelungstechnik, insbesondere eine elektrische Steuerung, zum Steuern
der beiden Wärmetauscher 71 und 72 und des Fördermittels 74 vorgesehen (in der Fig.
6 nicht gezeigt).
[0057] Durch eine Druckreduzierung des in der Gasleitung 10 strömenden Erdgases kann es
gemäß dem Joule-Thomsen-Effekt zu einer Abkühlung des Erdgases kommen, was zu einer
Vereisung der in der Gasleitung 10 installierten Ventile 54 und 56 führen kann. Dementgegen
kommt es in der Wasserstoffleitung 32 gemäß dem umgekehrten Joule-Thomsen-Effekt bei
Expansion des Wasserstoffes zu einer Temperaturerhöhung. Durch diese gegenläufigen
Temperaturänderungen kann die in der Wasserstoffleitung 32 erzeugte thermische Energie
zumindest teilweise der Gasleitung 10 bzw. dem Erdgas zugeführt werden, so dass eine
Vereisung der Ventile 54 und 56 bzw. der Zweistoffdüse 20 verhindert werden kann.
Somit kann auf zusätzliche Wärmeerzeuger zur Verhinderung einer Vereisung der Ventile
54 und 56 bzw. der Zweistoffdüse 20 in der Gasleitung 10 verzichtet werden.
[0058] Bei der in der Fig. 6 gezeigten Zweistoffdüse 20 kann es sich um jede der in den
Figs. 2 bis 5 gezeigten Zweistoffdüsen 20 handeln. Ferner kann auch ein Mischer 80,
wie in den Figs. 4 und 5 gezeigt, in der Anordnung der Fig. 6 vorgesehen sein.
[0059] In den Ausführungsbeispielen der Figs. 1 und 6 kann ferner vorgesehen sein, dass
die Zweistoffdüse 20 den odorierten Wasserstoff und/oder den Wasserstoff und das Odoriermittel
senkrecht bzw. im Wesentlichen senkrecht zu der Erstreckungsrichtung der Gasleitung
10 in diese injiziert.
[0060] Ein Verfahren zum Bereitstellen eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches
kann mit einer der vorstehenden Vorrichtungen realisiert werden und umfasst die folgenden
Verfahrensschritte: Führen von Erdgas 11 durch die Gasleitung 10, Führen von Wasserstoff
31 zu der Zweistoffdüse 20 und Führen von Odoriermittel 41 mit Hilfe der Dosierpumpe
44 zu der Zweistoffdüse 20.
[0061] In den vorgestellten Ausführungsbeispielen sind unterschiedliche Merkmale und Funktionen
der vorliegenden Offenbarung getrennt voneinander sowie in bestimmten Kombinationen
beschrieben worden. Es versteht sich jedoch, dass alle oder einige dieser Merkmale
und Funktionen, wo dies nicht explizit ausgeschlossen ist, miteinander frei kombinierbar
sind.
1. Vorrichtung zum Bereitstellen eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches,
umfassend
eine Gasleitung (10) und
eine Zweistoffdüse (20), die dazu eingerichtet ist, odorierten Wasserstoff und/oder
Wasserstoff (31) und Odoriermittel (41) in die Gasleitung (10) zu injizieren.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, ferner umfassend
eine Wasserstoffquelle (30), die dazu eingerichtet ist, einem ersten Eingang (21)
der Zweistoffdüse (20) Wasserstoff (31) als Düsengasstrom zuzuführen und
eine Odoriermittelquelle (40), die dazu eingerichtet ist, einem zweiten Eingang (22)
der Zweistoffdüse (20) Odoriermittel (41) zuzuführen.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zweistoffdüse (20)
einen Ausgang (23) zum Injizieren des odorierten Wasserstoffs und/oder des Wasserstoffs
(31) und des Odoriermittels (41) in die Gasleitung (10) aufweist, wobei der Ausgang
(23) in Strömungsrichtung der Gasleitung (10) weist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zweistoffdüse (20)
einen Ausgang (23) zum Injizieren des odorierten Wasserstoffs und/oder des Wasserstoffs
(31) und des Odoriermittels (41) in die Gasleitung (10) aufweist, wobei der Ausgang
(23) entgegen die Strömungsrichtung der Gasleitung (10) weist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, wobei im Ausgang (23) der Zweistoffdüse
(20) ein kegelförmiges Teilelement (25) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend einen in der
Gasleitung (10) angeordneten Mischer (80).
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei der Mischer (80) zwischen der Zweistoffdüse (20)
und einer Innenwand der Gasleitung (10) angeordnet ist und die Zweistoffdüse (20)
zumindest teilweise umgibt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 7, wobei der Mischer (80) kegelförmig ausgebildet
ist und sich in Strömungsrichtung der Gasleitung (10) weitet.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend
eine Wasserstoffleitung (32) zum Zuführen von Wasserstoff (31) zu der Zweistoffdüse
(20) und
Mittel zum Zuführen von thermischer Energie aus der Wasserstoffleitung (32) in die
Gasleitung (10) an einem Ort der Gasleitung (10) stromaufwärts der Zweistoffdüse (20).
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei die Mittel zum Zuführen umfassen:
einen ersten Wärmetauscher (71), der dazu eingerichtet ist, thermische Energie des
in der Wasserstoffleitung (32) strömenden Wasserstoffs (31) auf ein Medium zu übertragen,
einen zweiten Wärmetauscher (72), der dazu eingerichtet ist, thermische Energie des
Mediums auf in der Gasleitung (10) strömendes Erdgas (11) zu übertragen und
ein Fördermittel (74), das dazu eingerichtet ist, das Medium von dem ersten Wärmetauscher
(71) zu dem zweiten Wärmetauscher (72) zu bewegen.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zweistoffdüse (20)
umfasst:
eine innere Zuführung (90), die dazu eingerichtet ist, das Odoriermittel (41) zu führen
und
eine äußere Zuführung (91), die die innere Zuführung (90) umgibt und dazu eingerichtet
ist, den Wasserstoff (31) zu führen.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zweistoffdüse (20)
einen inneren Mischbereich (93) aufweist, in dem das Odoriermittel (41) auf den Wasserstoff
(31) trifft.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei das Odoriermittel (41) in einem
Bereich (94) außerhalb der Zweistoffdüse (20) auf den Wasserstoff (31) trifft.
14. Verfahren zum Bereitstellen eines odorierten Erdgas- und Wasserstoff-Gemisches mit
einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verfahren umfasst:
Führen von Erdgas (11) durch die Gasleitung (10),
Führen von Wasserstoff (31) zu der Zweistoffdüse (20) und
Führen von Odoriermittel (41) zu der Zweistoffdüse (20).