[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung einer Sicherung für ein Drop-Out-Sicherungssystem
mit einem Drop-Out-Auslösemechanismus.
[0002] Derartige Sicherungssysteme sind im Stand der Technik für den Hochspannungsfall bekannt.
[0003] Insbesondere bei der elektrischen Stromverteilung, vorzugsweise im Hochspannungsbereich,
ist eine Sicherungs- bzw. Abschaltsicherungssystem eine Kombination aus einer Sicherung
und einem Schalter. Die Kombination der Sicherung und des Schalters kann in Freileitungen
und entsprechenden Abgriffen der Freileitungen verwendet werden, um letztlich das
gesamte System vor Stromstößen und Überlastungen zu schützen. Ein durch einen Fehler
im Transformator oder Stromkreis verursachter Überstrom führt zum Auslösen, insbesondere
durch Schmelzen der Sicherung, und letztlich zur Trennung der entsprechenden Leitung,
die mit der Sicherung abgesichert wird, vom Netz.
[0004] Im Stand der Technik ist bei einem aus der Praxis bekannten Drop-Out-Sicherungssystem
vorgesehen, dass die Sicherung über den Drop-Out-Auslösemechanismus an den zu sichernden
Leitungen angeordnet ist. Beim Auslösen der Sicherung wird dann eine durch Schwarzpulver
hervorgerufene Explosion zum Umschwenken bzw. Ausschwenken der Sicherung genutzt,
um das Auslösen der Sicherung durch "Herunterhängen" der Sicherung sichtbar zu machen.
[0005] Zum Entfernen der Sicherung kann an dem Drop-Out-Auslösemechanismus, der auch an
der Sicherung angeordnet sein kann, ein entsprechender Greif- oder Zugring vorgesehen
sein. Dieser Ring kann letztlich insbesondere an dem im Auslösezustand freien Ende
der Sicherung angeordnet sein. Ein Energieversorgungsunternehmen kann dann im Auslösefall
durch Greifen der Sicherung an dem Zugring die Sicherung entfernen und demnach auch
austauschen.
[0006] Aus der Praxis ist es ferner bekannt, die Sicherungen schräg zu den Leitungen zu
montieren, so dass der Schwerpunkt der Sicherung sowie des Sicherungshalters (des
Drop-Out-Auslösemechanismus) verlagert wird und der Sicherungshalter sich im Auslösefall
dreht und unter seinem eigenen Gewicht herunterfällt, wenn die Sicherung durchbrennt.
[0007] Nachteilig an dem aus dem aus dem Stand der Technik bekannten System ist, dass beim
Auslösen der Sicherung ein Funkenflug durch die im Auslösefall entstehende Explosion
entsteht. Daher wird die in solchen Systemen eingesetzte Sicherung auch als Raketensicherung
bezeichnet. Dieser Funkenflug kann aber gerade in sehr trockenen Gegenden oder in
Waldgebieten oder dergleichen zur Entstehung eines großflächigen Brandes führen, was
Naturkatastrophen mit hohen Folgekosten nach sich ziehen kann.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, den Funkenflug beim Auslösen der
Sicherung des Drop-Out-Sicherungssystems zu vermeiden oder aber zumindest im Wesentlichen
zu reduzieren.
[0009] Die vorgenannte Aufgabe wird durch die Verwendung einer HH-Sicherung, insbesondere
einer HH-Ganzbereichssicherung, für ein Drop-Out-Sicherungssystem mit einem Drop-Out-Auslösemechanismus
gelöst. Die Bezeichnung "HH-Sicherung" kennzeichnet eine Hochspannungs-Hochleistungssicherung,
die letztlich nicht nur bevorzugt in einem Teilbereich, sondern in einem Ganzbereich
zur Absicherung des elektrischen Stromes dienen kann.
[0010] Erfindungsgemäß weist die HH-Sicherung ein äußeres Sicherungsgehäuse auf. In dem
Sicherungsgehäuse ist wenigstens ein um wenigstens einen, insbesondere elektrisch
isolierenden, Wickelkörper, vorzugsweise spiralförmig, gewickelter Schmelzleiter vorgesehen.
Das Sicherungsgehäuse ist an zwei Stirnseiten zumindest teilweise offen ausgebildet,
wobei stirnseitig an dem Sicherungsgehäuse jeweils wenigstens eine bevorzugt zur elektrischen
Kontaktierung ausgebildete Kontaktkappe angeordnet ist.
[0011] Die obere Kontaktkappe ist lösbar in einer Kontaktierungsstellung mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus
verbindbar, wobei die untere Kontaktkappe an dem Drop-Out-Auslösemechanismus schwenkbar
gelagert ist. Die Kontaktierungsstellung der HH-Sicherung ist im sogenannten "Normalbetrieb"
vorgesehen. In der Kontaktierungsstellung bzw. im Normalbetrieb sind letztlich beide
Kontaktkappen mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus verbunden.
[0012] Der Drop-Out-Auslösemechanismus ist wiederum derart ausgebildet, dass das Auslösen
der HH-Sicherung zu einem Auslösen des Drop-Out-Auslösemechanismus führt, wodurch
die obere Kontaktkappe von dem Drop-Out-Auslösemechanismus getrennt wird und die HH-Sicherung
von der Kontaktierungsstellung in eine Ausschwenkstellung ausschwenkt. Insbesondere
schwenkt die HH-Sicherung um ihren Schwerpunkt. Die HH-Sicherung ist somit auch in
der Außenschwenkstellung über eine (nämlich die untere) Kontaktkappe mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus
verbunden und in diesem Bereich schwenkbar gelagert.
[0013] Erfindungsgemäß werden insbesondere die Vorteile erreicht, dass durch die Verwendung
einer HH-Sicherung zum einen die hohen Spannungen und Ströme bei der Verteilung von
Hochspannung gesichert werden können, wobei zum anderen gleichzeitig ein funkenloses
Schalten der HH-Sicherung gewährleistet wird.
[0014] Letztlich kann ein Ausschwenken der HH-Sicherung insbesondere ohne einen Funkenschlag
gewährleistet werden. Hierzu kann vorgesehen sein, dass die HH-Sicherung im Auslösefall
eine solche Mechanik aufweist bzw. derart ausgestaltet ist, dass durch Zusammenwirken
mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus ein funkenloses Ausschwenken der HH-Sicherung
sichergestellt werden kann. Bevorzugt kann somit ein funkenloses Schalten / Auslösen
der HH-Sicherung den Drop-Out-Auslösemechanismus triggern.
[0015] Ferner wird erfindungsgemäß ein rotations- und zugfester Aufbau der HH-Sicherung
erstmalig in einem Drop-Out-Sicherungssystem eingesetzt.
[0016] Dabei ist beachtlich, dass es im Stand der Technik nicht bekannt gewesen ist, die
hohe Sicherheitsanforderungen erfüllende HH-Sicherung auch für ein Drop-Out-Sicherungssystem
zu verwenden. Dies konnte erst durch die Erfindung festgestellt werden. Dabei versteht
es sich, dass die bei der Erfindung verwendete HH-Sicherung bevorzugt energiespezielle
Ausgestaltungen aufweist, um ganz besondere Vorteile des Drop-Out-Sicherungssystems
zu realisieren.
[0017] Ein Drop-Out-Sicherungssystem verwendet - wie zuvor beschrieben - ein Ausschwenken
der Sicherung im Auslösefall. Ein solches Ausschwenken kann durch die erfindungsgemäße
Verwendung der HH-Sicherung insbesondere ohne eine durch Schwarzpulver hervorgerufene
Explosion erfolgen.
[0018] Darüber hinaus wird bevorzugt die mechanische Schwenkbewegung beim Auslösen der HH-Sicherung
im Sicherungsfall - vorzugweise störungsfrei - ermöglicht, insbesondere sowohl für
den Drop-Out-Auslösemechanismus als auch für die HH-Sicherung als solche.
[0019] Somit kann erfindungsgemäß ebenfalls beim Auslösen der Sicherung die Gefahr eines
Brandes oder eines Feuers vermieden werden. Außerdem kann das erfindungsgemäße Sicherungssystem
insbesondere auch in Waldgebieten oder dergleichen eingesetzt werden, wo hohe Anforderungen
hinsichtlich des Schutzes der Umgebung bestehen. Insbesondere kann erfindungsgemäß
sicher ein Schalten und eine Absicherung des elektrischen Stromes erfolgen.
[0020] Besonders bevorzugt ist, dass das Drop-Out-Sicherungssystem gemäß ANSI IEEE C37.41
(Stand Juni 2022) ausgebildet ist. In dieser Norm wird insbesondere festgelegt, welche
Kennwerte und Standardvorgaben ein Drop-Out-Sicherungssystem einzuhalten hat. Bevorzugt
orientiert sich das erfindungsgemäße Drop-Out-Sicherungssystem an den derzeit geltenden
Verordnungen und/oder hält diese ein. Ferner wird in diesen Verordnungen das tatsächliche
Ausschalt- bzw. Auslöseverhalten der Sicherung sowie des Sicherungshalters (Drop-Out-Auslösemechanismus)
beschrieben.
[0021] Insbesondere ist der Bereich der Stromstärke des zu übertragenden Stroms in Abhängigkeit
des Bemessungsschaltvermögens und des kleinsten Aufschaltstroms der HH-Sicherung vorgegeben.
[0022] Als Bemessungsspannung bzw. als Bemessungsspannungsbereich der HH-Sicherung ist insbesondere
die Spannung bzw. der Spannungsbereich zu verstehen, bei der die Sicherung eingesetzt
wird und/oder für die die Sicherung geprüft ist. Grundsätzlich ist zwischen einer
oberen Bemessungsspannung und einer unteren Bemessungsspannung zu unterscheiden, wobei
die untere Bemessungsspannung diejenige Spannung angibt, bei der die HH-Sicherung
noch schaltet, wobei die obere Bemessungsspannung die Obergrenze für die zu übertragende
Spannung darstellt. Folglich gibt die Bemessungsspannung bzw. der Bemessungsspannungsbereich
den zulässigen Spannungsbereich der HH-Sicherung an. Insbesondere entspricht der Bemessungsspannungsbereich
dem Spannungsbereich, der durch die HH-Sicherung gesichert werden kann.
[0023] Bei dem größten Ausschaltstrom handelt es sich um denjenigen Strom, den die Sicherung
noch maximal schalten kann. Folglich ist das Bemessungsschaltvermögen der HH-Sicherung
größer als der maximale Kurzschlussstrom an der Einsatzstelle der HH-Sicherung. Als
Bemessungsschaltvermögen der HH-Sicherung ist insbesondere der Bemessungswert eines
größten Ausschaltstroms zu verstehen.
[0024] Als kleinster Ausschaltstrom ist der Bemessungswert des Mindestausschaltstroms zu
verstehen. Ab dieser Stromstärke ist die HH-Sicherung in der Lage, den Überstrom zu
schalten. Demzufolge sind insbesondere die elektrischen Komponenten (Abnehmer, Stromquelle,
etc.) an der HH-Sicherung so anzuordnen und/oder auszubilden, dass kein Überstrom
an der Einlaufstelle der Sicherung auftreten kann, der den kleinsten Ausschaltstrom
unterschreitet. Der kleinste Ausschaltstrom kann von der gewählten Bauart der HH-Sicherung
abhängen. Demgemäß ist es insbesondere erfindungsgemäß möglich, vergleichsweise geringe
Ströme bei einer hohen Gleichspannung abzuschalten.
[0025] Darüber hinaus ist bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass
die HH-Sicherung derart ausgebildet ist, dass eine Bemessungsstromstärke von größer
als 30 A, bevorzugt von größer als 40 A, weiter bevorzugt von größer als 50 A, vorzugsweise
bei einer Bemessungsspannung von größer als 5 kV, weiter bevorzugt bei einer Bemessungsspannung
von größer als 10 kV und insbesondere bei einer Bemessungsspannung von größer oder
gleich 15 kV, gewährleistet ist. Demnach kann insbesondere der Bemessungsstromstärkenbereich
größer als 10 A, bevorzugt größer als 15 A, sein und/oder zwischen 15 A bis 75 kA,
bevorzugt zwischen 10 A bis 50 kA, liegen.
[0026] Ferner kann bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Erfindungsgedankens
vorgesehen sein, dass das Bemessungsschaltvermögen (das heißt der Bemessungswert des
größten Ausschaltstroms) größer als 1 kA, bevorzugt größer als 10 kA, weiter bevorzugt
größer als 20 kA, ausgebildet ist und/oder zwischen 1 kA bis 100 kA, bevorzugt zwischen
10 kA bis 80 kA, weiter bevorzugt zwischen 20 kA bis 50 kA, liegt.
[0027] Zudem kann die Bemessungsspannung der HH-Sicherung größer als 5 kV, bevorzugt größer
als 10 kV, weiter bevorzugt größer als 15 kV, betragen und/oder kleiner als 150 kV,
bevorzugt kleiner als 100 kV, weiter bevorzugt kleiner als 75 kV, weiter bevorzugt
kleiner als 52 kV, sein und/oder zwischen 4 kV bis 100 kV, bevorzugt zwischen 4 kV
bis 80 kV, weiter bevorzugt zwischen 10 kV bis 52 kV, liegen.
[0028] Vorzugsweise weist die HH-Sicherung einen im Sicherungsgehäuse bewegbar gelagerten
und am Sicherungsgehäuse gehaltenen federbelasteten Schlagstift auf. Besonders bevorzugt
ist der Auslösemechanismus für den Schlagstift im Innenraum des Wickelkörpers zur
Reduktion der Baugröße sowie zur Erzielung einer optimalen Isolation des Schmelzleitersystems
angeordnet.
[0029] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Erfindungsgedankens ist vorgesehen,
dass der Schlagstift nach der Freigabe mit einer festgelegten Austrittsenergie und/oder
Auslösekraft aus dem Sicherungsgehäuse austritt und bevorzugt innerhalb einer Schlagstifteigenzeit
die zum Auslösen des Drop-Out-Auslösemechanismus erforderliche Mindestweglänge erreicht.
Insbesondere tritt der Schlagstift nach der Freigabe aus der unteren Kontaktkappe,
die schwenkbar am Drop-Out-Auslösemechanismus gelagert ist, aus.
[0030] Alternativ oder zusätzlich kann bevorzugt vorgesehen sein, dass der Schlagstift zur
Auslösung des Drop-Out-Auslösemechanismus bzw. zu dessen Betätigung führt. Ein Auslösen
des Auslösemechanismus wiederum überführt die Sicherung von der Kontaktierungsstellung
in die Ausschwenkstellung. Hierfür ist der Auslösemechanismus derart ausgebildet,
dass die Verbindung zur oberen Kontaktkappe unterbrochen und freigegeben wird, so
dass die HH-Sicherung mit ihrer oberen Kontaktkappe nach unten ausschwenkt. Diese
mechanische Bewegung kann letztlich durch den Schlagstift und dessen Austreten hervorgerufen
werden. Besonders bevorzugt tritt der Schlagstift hierfür mit einer bestimmten Austrittskraft
aus, die letztlich zur Betätigung des Auslösemechanismus ausreichend ist. Insbesondere
übt der Schlagstift bei der Freigabe eine Kraft von wenigstens 90 N, insbesondere
zwischen 100 bis 150 N, weiter bevorzugt von 120 N +/-20 %, auf ein Auslösemittel
des Drop-Out-Auslösemechanismus zum Auslösen bzw. zur Betätigung des Auslösemechanismus
aus. Das Auslösemittel kann insbesondere federbelastet sein und letztlich mit der
Anbindung der oberen Kontaktkappe der HH-Sicherung zusammenwirken und somit zumindest
mittelbar zur Trennung der oberen Kontaktkappe führen.
[0031] Vorzugsweise ist der Schlagstift mit einem Nebenschmelzleiter, insbesondere ein Auslöser-Zuführdraht,
verbunden. Ein Fehlerstrom kann zur Unterbrechung des Nebenschmelzleiters, insbesondere
des Auslöser-Zuführdrahts, führen, wobei durch Unterbrechung des Nebenschmelzleiters,
insbesondere des Auslöser-Zuführdrahts, der Schlagstift freigegeben wird.
[0032] Vorzugsweise kann eine Sicherungseinrichtung dem Schlagstift zugeordnet sein, die
derart ausgebildet ist, dass nach dem Auslösen des Schlagstiftes dieser nicht mehr
in das Sicherungsgehäuse drückbar und/oder verschiebbar ist. Erfolgt demgemäß ein
Auslösen des Schlagstiftes, wird durch die Sicherungseinrichtung verhindert, dass
der Schlagstift eine vor dem Lösen innehabende Stellung erneut einnehmen kann. Somit
kann der an dem Schlagstift anzuordnende Drop-Out-Auslösemechanismus im Falle eines
Kurzschlusses dauerhaft durch den Schlagstift betätigt werden.
[0033] Besonders bevorzugt ist der Wickelkörper sternförmig ausgebildet und weist insbesondere
eine Mehrzahl von benachbarten Auflagestegen zur punktuellen Auflage des Schmelzleiters
auf. Eine solche Auflage ist im Hinblick auf das Durchschmelzen und Sicherungsverhalten
des Schmelzleiters besonders vorteilhaft, da so zum einen eine Anordnung des Schmelzleiters
an dem Wickelkörper und zum anderen auch eine möglichst "freie" bzw. überwiegend kontaktlose
Anordnung des Schmelzleiters bzw. der Schmelzleiter gewährleistet werden kann.
[0034] Insbesondere ist der Wickelkörper als Hohlkörper ausgebildet. Im Inneren des Wickelkörpers
kann ein innerer, bevorzugt elektrisch isolierender und/oder sternförmig ausgebildeter,
Innenwickelkörper angeordnet sein. Wenigstens ein innerer Schmelzleiter kann vorzugsweise
spiralförmig um den Innenwickelkörper gewickelt sein. Auch der Innenwickelkörper kann
zumindest im Wesentlichen sternförmig ausgebildet sein und bevorzugt eine Mehrzahl
von Auflagestegen zur punktuellen Auflage des oder der inneren Schmelzleiter(s) aufweisen.
Insbesondere ist der Innenwickelkörper zur Innenwandung des äußeren Wickelkörpers
beabstandet. Die Konstruktion bzw. die Ausbildung von zwei ineinander angeordneten
Wickelkörpern erlaubt es insbesondere , eine hohe Bemessungsstromstärke in einem relativ
kleinen Bauraum zu realisieren. Durch die zwei Wickelkörper werden insbesondere Bemessungsstromstärken
in der Größenordnung von 60 A +/- 30 % bei einer Ganzbereichssicherung ermöglicht.
Letztlich stellt der Innenwickelkörper sicher, dass neben den an dem Schmelzleiter
angeordneten Wickelkörpern auch weitere innere Schmelzleiter vorgesehen sein können,
die ebenfalls zur Absicherung des Stromes dienen können.
[0035] Bevorzugt kann auch der Innenwickelkörper als Hohlkörper ausgebildet sein. Vorzugsweise
kann dann im Inneren des Innenwickelkörpers der Nebenschmelzleiter, insbesondere der
Auslöser-Zuführdraht, für den Schlagstift angeordnet und zur Innenwandung des Innenwickelkörpers
beabstandet sein.
[0036] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass der Nebenschmelzleiter, insbesondere der
Auslöser-Zuführdraht, sich über die gesamte Länge des Sicherungsgehäuses erstreckt
und/oder axial durch das Zentrum des Wickelkörpers verläuft. Der Nebenschmelzleiter,
insbesondere der Auslöser-Zuführdraht, muss demgemäß insbesondere nicht um den Wickelkörper
oder den inneren Wickelkörper gewickelt werden. Der Nebenschmelzleiter, insbesondere
der Auslöser-Zuführdraht, kann jedoch zumindest teilweise als Spirale ausgebildet
sein.
[0037] Zudem kann der Nebenschmelzleiter, insbesondere der Auslöser-Zuführdraht, parallel
mit dem Schmelzleiter und/oder dem inneren Schmelzleiter verbunden bzw. geschaltet
sein, insbesondere so dass bei Schmelzen eines Schmelzleiters der Nebenschmelzleiter,
insbesondere der Auslöser-Zuführdraht, von dem Strom durchflossen wird, der zur Aktivierung
des Schlagstiftes führt.
[0038] Vorzugsweise ist zur Realisierung der Ganzbereichssicherung bzw. der HH-Sicherung,
die bevorzugt zur Sicherung des ganzen Bereiches der Hochspannung-Hochleistung ausgebildet
ist, wenigstens ein um den Wickelkörper und/oder um den Innenwickelkörper gewickelter
Schmelzleiter bzw. innerer Schmelzleiter zumindest bereichsweise in wenigstens einem
Ausblasschlauch angeordnet. Bevorzugt ist der Ausblasschlauch in wenigstens einem
der jeweiligen Kappe zugewandten Endbereichen des Wickelkörpers bzw. des Innenwickelkörpers
angeordnet.
[0039] Ganz besonders bevorzugt ist ein erster Ausblasschlauch dem Wickelkörper und ein
zweiter Ausblasschlauch dem Innenwickelkörper zugeordnet. Dabei kann die Anordnung
der Ausblasschläuche derart vorgesehen sein, dass diese voneinander beabstandet und
einander gegenüberliegend angeordnet sind, so dass jeweils ein Ausblasschlauch einem
stirnseitigen Endbereich der Sicherung zugeordnet und dabei entweder an dem Innenwickelkörper
oder an dem Wickelkörper angeordnet ist.
[0040] Demnach können zwei an dem jeweiligen Endbereich des Wickelkörpers bzw. des Innenwickelkörpers
angeordnete Ausblasschläuche zur jeweiligen Aufnahme eines Abschnitts des Schmelzleiters
bzw. des inneren Schmelzleiters vorgesehen sein. Auch der erste Ausblasschlauch kann
an dem Wickelkörper an einem einer Kontaktkappe zugewandten Endbereich angeordnet
sein und ein zweiter Ausblasschlauch kann an dem Innenwickelkörper an einem der anderen
Kontaktkappe zugewandten Endbereich angeordnet sein.
[0041] Darüber hinaus kann bevorzugt der Ausblasschlauch vollständig den Schmelzleiter und/oder
den inneren Schmelzleiter umfangsmäßig umschließen. In diesem Zusammenhang versteht
es sich, dass sich der Ausblasschlauch nur über einen Teil der Länge des Wickelkörpers
bzw. des Innenwickelkörpers und somit auch nur über einen Teil der Länge des Schmelzleiters
bzw. des inneren Schmelzleiters erstrecken kann.
[0042] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass an der oberen
Kontaktkappe ein Verbindungsmittel bevorzugt zur lösbaren Anordnung der HH-Sicherung
an dem Drop-Out-Auslösemechanismus vorgesehen ist. Insbesondere kann das Verbindungsmittel
als Mutter ausgebildet sein und/oder ein Innengewinde aufweisen.
[0043] Das Innengewinde kann zur Anordnung einer Befülleinrichtung ausgebildet sein. Bei
dieser Ausbildung weist dann bevorzugt das Verbindungsmittel eine Durchtrittsöffnung,
die vorzugsweise mittig an dem Verbindungsmittel vorgesehen ist, auf. An dieser Durchtrittsöffnung
kann dann auch das Innengewinde angeordnet sein. Die Durchtrittsöffnung kann demnach
bevorzugt zur Löschmittelbefüllung des Sicherungsgehäuses dienen.
[0044] Demgemäß kann die Mutter entweder zur Verbindung mit dem Auslösemechanismus und/oder
zur Befüllung der Sicherung mit dem Löschmittel ausgebildet und vorgesehen sein.
[0045] Vorzugsweise ist an der unteren, schwenkbar gelagerten Kontaktkappe ein gegenüber
bzw. von dem Sicherungsgehäuse abstehender Kragen angeordnet bzw. als Teil der Kontaktkappe
ausgebildet. Der Kragen kann insbesondere umlaufend um das Sicherungsgehäuse ausgebildet
sein. Bevorzugt weist der Kragen wenigstens eine Öffnung auf, insbesondere wobei die
Öffnung zur Einfassung einer Schraube oder eines anderen Verbindungsmittels zum Zusammenwirken
mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus ausgebildet sein kann. Der Kragen kann somit zur
vereinfachten Anordnung und Lagerung der gesamten HH-Sicherung dienen. Durch den Kragen
kann folglich sichergestellt werden, dass sich die HH-Sicherung auch in der Ausschwenkstellung
nicht von dem Drop-Out-Auslösemechanismus löst.
[0046] Insbesondere ist wenigstens einem, bevorzugt beiden, stirnseitigen Enden des Sicherungsgehäuses
eine innere Hilfskappe zur Halterung des Wickelkörpers und/oder des Innenwickelkörpers
und/oder einer zur Lagerung des Schlagstifts ausgebildeten Schlagstiftlagerung zugeordnet.
Insbesondere ist der Nebenschmelzleiter, insbesondere der Auslöser-Zuführdraht, mit
der oberen, von der oberen Kontaktkappe abgedeckten inneren Hilfskappe verbunden und/oder
an dieser befestigt.
[0047] Die innere Hilfskappe kann somit sowohl unter der oberen als auch unter der unteren
Kontaktkappe angeordnet und letztlich bevorzugt zur Halterung der inneren Komponenten
des Sicherungsgehäuses ausgebildet sein. Der Wickelkörper kann bevorzugt an wenigstens
einer, insbesondere beiden, inneren Hilfskappe befestigt sein.
[0048] Insbesondere ist die innere Hilfskappe außenseitig zumindest im Wesentlichen von
der jeweiligen Kontaktkappe abgedeckt. Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen
sein, dass die innere Hilfskappe zumindest im Wesentlichen reibschlüssig und/oder
formschlüssig an dem Sicherungsgehäuse gelagert ist.
[0049] Die innere Hilfskappe kann insbesondere zur optimalen Zentrierung der Bauteile sowie
zur Erzielung niedriger elektrischer Widerstände dienen, vorzugsweise durch die optimale
Presspassung zwischen der jeweiligen Kontaktkappe und dem Sicherungsgehäuse.
[0050] Bevorzugt überdeckt wenigstens eine Kontaktkappe und/oder die innere Hilfskappe wenigstens
einen Teilbereich des Sicherungsgehäuses, insbesondere einen Teilbereich der Mantelfläche
im Stirnbereich. Durch die bereichsweise Überdeckung im Stirnbereich des Sicherungsgehäuses
kann eine feste Anordnung der Kontaktkappe und/oder der inneren Hilfskappe an dem
Sicherungsgehäuse gewährleistet werden.
[0051] Bevorzugt weist der Schmelzleiter, der Nebenschmelzleiter, insbesondere der Auslöser-Zuführdraht,
und/oder innere Schmelzleiter Überlastengstellen und/oder Kurzschlussengstellen auf.
Dabei kann vorgesehen sein, dass die jeweiligen Schmelzleiter entweder stets die gleiche
Form oder unterschiedliche Formen von Engstellen und/oder Ausstanzungen aufweisen.
Die Querschnittsengstellen können als Querschnittsverengung des jeweiligen Schmelzleiters
ausgebildet sein.
[0052] Insbesondere sind zwei als Querschnittsverengungen ausgebildete Überlastengstellen
vorgesehen. Alternativ oder zusätzlich kann bevorzugt zwischen den zwei unmittelbar
aufeinanderfolgenden Überlastengstellen in wenigstens einem ersten Abschnitt die äußere
Mantelfläche des Schmelzleiters und/oder des inneren Schmelzleiters umfangsmäßig zumindest
bereichsweise, vorzugsweise vollständig, umgebende, Lot aufweisende und/oder daraus
bestehende Schicht vorgesehen sein.
[0053] Durch den Einsatz des Lots kann darüber hinaus die Schmelztemperatur des Schmelzleiters
bzw. des inneren Schmelzleiters reduziert werden. Das Lot kann als Material insbesondere
eine Metalllegierung aufweisen und/oder daraus bestehen. Insbesondere weist die Metalllegierung
Cadmium, Blei, Zinn, Zink, Silber und/oder Kupfer auf. Ganz besonders bevorzugt ist
eine Zinn und/oder Silber aufweisende Metalllegierung vorgesehen. Das Lot kann ferner
bevorzugt dazu dienen, die physikalisch-chemischen Prozesse im Überlastfall zu schwächen,
um so insbesondere eine Abschaltung zu ermöglichen - dies ist auch als M-Effekt bekannt.
[0054] Bei Überlastströmen tritt letztlich im Bereich der Lot-Schicht die größte Wärmeentwicklung
auf. Beim Überschreiten der Schmelztemperatur wird das Zinn und/oder Silber flüssig
und bildet mit dem Material des Schmelzdrahtes (Schmelzleiter und/oder innerer Schmelzleiter)
eine Legierung. Diese Legierung hat im Vergleich zum Werkstoff bzw. Material des Schmelzleiters
und/oder inneren Schmelzleiters eine geringere elektrische und thermische Leitfähigkeit
und insbesondere einen niedrigeren Schmelzpunkt. Infolge der sich erhöhenden Wärmeentwicklung
wird der Schmelzleiter und/oder innerer Schmelzleiter bzw. der Schmelzleiterdraht
an der entsprechenden Stelle unterhalb des eigentlichen Schmelzpunktes schmelzflüssig
und trennt die Strombahn auf. Dieses Phänomen ist 1939 von Metcalf entdeckt worden,
weshalb dieses auf als M-Effekt bekannt ist und bezeichnet wird. Eine HH-Sicherung
kann durch den Auftrag der Lot-Schicht auf den Schmelzleiter den zuvor geschilderten
M-Effekt zur Auslösung der Sicherung nutzen.
[0055] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass der Schmelzleiter,
der Nebenschmelzleiter, insbesondere der Auslöser-Zuführdraht,und/oder der innere
Schmelzleiter zwischen zwei unmittelbar benachbart aufeinanderfolgenden Überlastengstellen
wenigstens eine als Querschnittsverengung ausgebildete Kurzschlussengstelle aufweist.
Insbesondere kann sich die Minimalbreite und/oder die Form der Querschnittsverengung
der Überlaststelle von der Minimalbreite und/oder der Form der Querschnittsverengung
der Kurzschlussengstelle unterscheiden. Die Kurzschlussengstelle kann somit ein sicheres
Abschalten im Kurzschlussfall wie auch die Überlastengstellen im Überlastfall ermöglichen.
[0056] Eine exakte Abstimmung der Engstellenquerschnitte ermöglicht es, dass bei Überlast
und bei einem Kurzschluss die HH-Sicherung auslöst. Alternativ kann auch vorgesehen
sein, dass die Querschnittsverengungen des Schmelzleiters, des Nebenschmelzleiters,
insbesondere des Auslöser-Zuführdrahts, und/oder des inneren Schmelzleiters zumindest
im Wesentlichen den gleichen Querschnitt aufweisen.
[0057] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Sicherungsgehäuse zumindest
im Wesentlichen hermetisch gekapselt. Unter einer hermetischen Kapselung bzw. Abriegelung
ist eine luftdichte und/oder gasdichte, insbesondere vor Wasser und/oder Flüssigkeiten
geschützte Abdichtung des Systems zu verstehen.
[0058] Als Material für den Schmelzleiter, den Nebenschmelzleiter, insbesondere den Auslöser-Zuführdraht,
und/oder den inneren Schmelzleiter ist insbesondere Silber, vorzugsweise Feinsilber,
und/oder Elektrolytkupfer vorgesehen. Insbesondere kann der Schmelzleiter aus den
vorgenannten Materialien bestehen. Vorzugsweise ist der Schmelzleiter als Feinsilber-Bahn
und/oder bahnförmig ausgebildet.
[0059] Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform ist bevorzugt vorgesehen, dass
das Sicherungsgehäuse ein keramisches Material aufweist und/oder daraus besteht. Als
keramisches Material sind insbesondere eine Vielzahl anorganischer, nicht metallischer
Werkstoffe zu verstehen, die bevorzugt in Irdengut, Steingut, Steinzeug, Porzellan
und/oder Sondermassen unterteilt werden können. Als keramische Sondermassen sind vorzugsweise
Elektrokeramik und/oder Hochtemperatur-Sondermassen vorgesehen.
[0060] Vorzugsweise ist das Sicherungsgehäuse der HH-Sicherung hohlzylinderförmig und/oder
rohrförmig ausgebildet. Die obere und untere Stirnseite des Sicherungsgehäuses ist
insbesondere zumindest bereichsweise offen ausgebildet, wie dies zuvor bereits geschildert
worden ist.
[0061] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die HH-Sicherung
wenigstens zwei Schmelzleiter, bevorzugt zwischen zwei bis zehn Schmelzleiter, weiter
bevorzugt zwischen drei bis fünf Schmelzleiter, aufweist, die in dem Sicherungsgehäuse
angeordnet sind. Alternativ oder zusätzlich kann auch vorgesehen sein, dass die HH-Sicherung
wenigstens zwei innere Schmelzleiter, bevorzug zwischen drei bis fünf innere Schmelzleiter,
aufweist. Insbesondere sind die Schmelzleiter bzw. die inneren Schmelzleiter elektrisch
kontaktierend miteinander und/oder mit der Kontaktkappe und/oder den Kontaktkappen
verbunden.
[0062] Der Schmelzleiter und/oder der innere Schmelzleiter kann mit der jeweiligen inneren
Hilfskappe und/oder der jeweiligen äußeren Kontaktkappe zur Erzielung niedriger Übergangswiderstände
zumindest im Wesentlichen unmittelbar verbunden sein bzw. an diesen anliegen.
[0063] In dem Sicherungsgehäuse kann ein Löschmittel, insbesondere eine Löschsandfüllung,
vorzugsweise Quarzsand, und/oder Luft, vorgesehen sein. Das Löschmittel dient im Falle
der Schaltung der HH-Sicherung, insbesondere im Kurzschlussfall, zur Löschung eines
Lichtbogens und/oder zur Abkühlung des gegebenenfalls geschmolzenen Schmelzleiters
und/oder des inneren Schmelzleiters bzw. der Schmelzleiterreste.
[0064] Vorzugsweise weist das Sicherungsgehäuse einen maximalen Durchmesser von wenigstens
40 mm, bevorzugt zwischen 40 mm bis 100 mm, weiter bevorzugt zwischen 50 mm bis 80
mm und insbesondere von 70 mm +/- 10 % auf. Ein Durchmesser der vorgenannten Art ist
insbesondere zur Verbindung mit dem in der Praxis bekannten Drop-Out-Auslösemechanismus
besonders vorteilhaft. In diesem Zusammenhang kann vorzugsweise vorgesehen sein, dass
das Sicherungsgehäuse eine maximale Länge von wenigstens 100 mm, bevorzugt zwischen
150 bis 500 mm, weiter bevorzugt zwischen 200 bis 300 mm und insbesondere von 280
mm +/- 10 %, aufweist. Auch die vorgenannte Länge ist besonders vorteilhaft zur Anordnung
der HH-Sicherung an einen Drop-Out-Auslösemechanismus.
[0065] Im Übrigen versteht es sich, dass in den vorgenannten Intervallen und Bereichsgrenzen
jegliche Zwischenintervalle und Einzelwerte enthalten und als erfindungswesentlich
offenbart anzusehen sind, auch wenn diese Zwischenintervalle und Einzelwerte nicht
konkret angegeben sind.
[0066] Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der
Zeichnung und der Zeichnung selbst. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich
dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der
vorliegenden Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder
deren Rückbeziehung.
[0067] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematisch perspektivische Darstellung einer HH-Sicherung;
- Fig. 2
- eine schematische Seitenansicht auf die in Fig. 1 dargestellte HH-Sicherung;
- Fig. 3A
- eine schematische Querschnittsdarstellung längs des Schnittes III-III aus Fig. 2;
- Fig. 3B
- eine schematische Querschnittsdarstellung der in Fig. 3A dargestellten HH-Sicherung
im ausgelösten Zustand;
- Fig. 4
- eine schematische Querschnittsdarstellung einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
HH-Sicherung;
- Fig. 5
- eine schematische Querschnittsdarstellung längst des Schnittes V-V aus Fig. 2;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Verwendung einer HH-Sicherung
für ein Drop-Out-Sicherungssystem in einem ersten Zustand;
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung des Sicherungssystems auf Fig. 6 in einem zweiten Zustand;
- Fig. 8
- eine schematische perspektivische Darstellung eines Teilausschnitts einer erfindungsgemäßen
HH-Sicherung;
- Fig. 9
- eine weitere schematische Darstellung eines weiteren Teilausschnitts einer weiteren
Ausführungsform einer erfindungsgemäßen HH-Sicherung;
- Fig. 10
- eine schematische Explosionsansicht von Bestandteilen einer erfindungsgemäßen HH-Sicherung
und
- Fig. 11
- eine schematische perspektivische Darstellung einer inneren Hilfskappe mit einem daran
angeordneten Nebenschmelzleiter, insbesondere ein Auslöser-Zuführdraht.
[0068] Fig. 1 zeigt eine perspektivische schematische Darstellung einer HH-Sicherung 1,
wie sie erfindungsgemäß für ein Drop-Out-Sicherungssystem 2 verwendet wird, was schematisch
den Figuren 6 und 7 zu entnehmen ist. Die Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht auf die
in Fig. 1 dargestellte HH-Sicherung 1. Die Fig. 6 zeigt, dass das Drop-Out-Sicherungssystem
2 einen Drop-Out-Auslösemechanismus 3 aufweist. Die HH-Sicherung 1 ist mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus
3 verbunden.
[0069] Fig. 1 zeigt, dass die HH-Sicherung 1 ein äußeres Sicherungsgehäuse 4 aufweist. In
dem Sicherungsgehäuse 4 ist wenigstens ein um wenigstens einen Wickelkörper 5 gewickelter
Schmelzleiter 6 vorgesehen. Die Fig. 4 zeigt eine schematische Querschnittsdarstellung
einer HH-Sicherung 1, aus der der Wickelkörper 5 schematisch hervorgeht. Dieser Darstellung
lässt sich nur zum Teil der Schmelzleiter 6 entnehmen. Der Schmelzleiter 6 ist jedoch
genauer in der Explosionsansicht der Bestandteile der HH-Sicherung 1 in der Fig. 10
dargestellt. Die Fig. 10 verdeutlicht, dass der Schmelzleiter 6 spiralförmig gewickelt
ist. Der Wickelkörper 5 dient letztlich zur Anordnung des Schmelzleiters 6.
[0070] Die Fig. 3A zeigt den Schnitt III-III aus Fig. 2. Ferner geht aus der Fig. 3A hervor,
dass das Sicherungsgehäuse 4 an zwei Stirnseiten 7 zumindest teilweise geöffnet ausgebildet
ist, was auch in der Explosionsansicht nach der Fig. 10 dargestellt ist.
[0071] Die Fig. 2 zeigt, dass stirnseitig an dem Sicherungsgehäuse 4 jeweils wenigstens
eine bevorzugt zur elektrischen Kontaktierung ausgebildete Kontaktkappe 8, 9 angeordnet
ist. Dabei wird zwischen einer oberen Kontaktkappe 8 und einer unteren Kontaktkappe
9 unterschieden. Die obere Kontaktkappe 8 ist im Benutzungszustand dem Untergrund
(Boden) abgewandt, wobei die untere Kontaktkappe 9 im Benutzungszustand dem Untergrund
zugewandt ist.
[0072] Die Figuren 6 und 7 zeigen letztlich zwei unterschiedliche Zustände der HH-Sicherung
1, die mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus 3 verbunden ist. So zeigt die Fig. 6, dass
die obere Kontaktkappe 8 lösbar in einer Kontaktierungsstellung mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus
3 verbindbar ist. Die Fig. 6 zeigt die Kontaktierungsstellung der HH-Sicherung 1 -
also die HH-Sicherung 1 im nicht ausgelösten Zustand, wie er beispielsweise auch in
der Fig. 3A dargestellt ist. Letztlich kann der in Fig. 6 dargestellte Zustand auch
als "Betriebszustand" bezeichnet werden. Die untere Kontaktkappe 9 ist in der Kontaktierungsstellung
(und auch sonst) an dem Drop-Out-Auslösemechanismus 3 schwenkbar gelagert. Eine solche
schwenkbare Lagerung lässt sich auch der Fig. 7 entnehmen. Die Fig. 7 zeigt, dass
der Drop-Out-Auslösemechanismus 3 derart ausgebildet ist, dass das Auslösen der HH-Sicherung
1 zu einem Auslösen des Drop-Out-Auslösemechanismus 3 führt, wodurch die obere Kontaktkappe
8 von dem Auslösemechanismus 3 getrennt wird und die schwenkbar gelagerte untere Kontaktkappe
9 ausschwenkt, womit die HH-Sicherung 1 von der Kontaktierungsstellung in die Ausschwenkstellung
ausschwenkt. Die diesbezügliche Ausschwenkstellung der HH-Sicherung 1 ist in der Fig.
7 dargestellt. Der in Fig. 7 dargestellte Zustand kann auch als "ausgelöster Zustand"
bezeichnet werden. Ein Ausschwenken der HH-Sicherung 1 wird letztlich durch ein Zusammenwirken
zwischen der ausgelösten HH-Sicherung 1 und dem Drop-Out-Auslösemechanismus 3 gewährleistet.
Hierfür kann die HH-Sicherung 1 letztlich eine spezielle Mechanik, auf die nachfolgend
noch eingegangen wird, aufweisen. Insbesondere ist die HH-Sicherung 1 in dem Drop-Out-Sicherungssystem
2 von der Kontaktierungsstellung in die Ausschwenkstellung ohne einen Funkenschlag
überführbar. Somit kann die HH-Sicherung 1 insbesondere funkenlos schalten und durch
ein funkenloses Schalten den Drop-Out-Auslösemechanismus 3 triggern. Die mechanische
Rotationsbewegung von der Kontaktierungsstellung in die Ausschwenkstellung wird von
der HH-Sicherung 1 insbesondere zerstörungsfrei überstanden.
[0073] Das Drop-Out-Sicherungssystem 2, wie es in Fig. 6 dargestellt ist, kann gemäß ANSI
/ IEEE C37.41 (Stand Juni 2022) ausgebildet sein.
[0074] Die in Fig. 1 dargestellte HH-Sicherung 1 kann derart ausgebildet sein, dass eine
Bemessungsstromstärke von größer als 30 A, vorzugsweise bei einer Bemessungsspannung
bei größer als 5 kV, gewährleistet ist. Das Bemessungsschaltvermögen kann ferner größer
als 1 kA, insbesondere größer als 20 kA sein bzw. zwischen 20 kA bis 50 kA liegen.
Zudem kann die Bemessungsspannung der HH-Sicherung 1 größer als 5 kV und/oder zwischen
4 kV bis 80 kV liegen.
[0075] Die Figuren 3A und 3B verdeutlichen, dass die HH-Sicherung 1 einen im Sicherungsgehäuse
4 bewegbar gelagerten und im Sicherungsgehäuse 4 gehaltenen federbelasteten Schlagstift
10 aufweist. Der Schlagstift 10 ist näher im Detail auch in der Fig. 10 dargestellt,
die auch die entsprechende Federbelastung verdeutlicht. Die Figuren 3A und 3B zeigen
dabei unterschiedliche Stellungen der HH-Sicherung 1. Die Fig. 3A verdeutlicht den
"Normalzustand" der HH-Sicherung 1 - d. h. den nicht ausgelösten Zustand. Die Fig.
3B dient lediglich zur schematischen Verdeutlichung, dass der Schlagstift 10 beim
Auslösen der HH-Sicherung 1 austritt. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass
in der Fig. 3B nicht berücksichtigt worden ist, dass im Auslösefall der HH-Sicherung
1 beispielsweise der Schmelzleiter 6 durchschmilzt oder eine entsprechende Löschsandfüllung
zur Löschung des Lichtbogens eingesetzt worden ist. Jedoch zeigt die Fig. 3B schematisch
den Austritt des Schlagstiftes 10 aus der unteren Kontaktkappe 9.
[0076] Der Schlagstift 10 kann insbesondere zum Zusammenwirken mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus
3 genutzt werden und letztlich zumindest indirekt die HH-Sicherung 1 im Auslösefall
von der Kontaktierungsstellung in die Ausschwenkstellung überführen.
[0077] Der Schlagstift 10 kann samt seiner Lagerung bevorzugt im Innenraum des keramischen
Wickelkörpers 5 angeordnet sein, wodurch die Baugröße reduziert und eine optimale
Isolation zum Schmelzleitersystem 2 gewährleistet werden kann.
[0078] Der Schlagstift 10 kann zum zuvor diskutierten Zusammenwirken mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus
3 vorgesehen sein. Hierfür kann der Schlagstift 10 nach der Freigabe mit einer festgelegten
Austrittsenergie bzw. Auslösekraft aus dem Sicherungsgehäuse 4, insbesondere der unteren
Kontaktkappe 9, austreten und bevorzugt innerhalb einer Schlagstifteigenzeit eine
zum Auslösen des Drop-Out-Auslösemechanismus 3 erforderliche Mindestweglänge erreichen.
Die Fig. 3A zeigt dabei den Schlagstift 10 im maximal ausgefahrenen Zustand. Wie zuvor
erläutert, kann der Schlagstift 10 aus der unteren Kontaktkappe 9 nach der Freigabe
austreten und zur Betätigung des Drop-Out-Auslösemechanismus 3 führen, insbesondere
durch Anschlagen auf einen federbelasteten Abschnitt des Drop-Out-Auslösemechanismus
3. Zumindest mittelbar kann dies dazu führen, dass die HH-Sicherung 1 ausschwenkt,
wobei hierfür eine Trennung der oberen Kontaktkappe 8 von dem Drop-Out-Auslösemechanismus
3 benötigt wird.
[0079] Die HH-Sicherung 1 kann mit dem entsprechenden Sicherungssystem 2 an Freileitungen
oder Hochspannungsleitungen zur Absicherung eingesetzt werden. Hierfür ist es bekannt,
dass die HH-Sicherung 1 in der Kontaktierungsstellung schräg zu den Freileitungen
angeordnet ist, was jedoch nicht näher dargestellt ist. Auch zeigen die Fig. 6 und
7 einen Sicherungsisolator 11, der beispielsweise aus Porzellan und/oder aus einem
Polymer mit elektrisch isolierenden Eigenschaften ausgebildet sein kann. Der Drop-Out-Auslösemechanismus
3 kann dabei mit dem Sicherungsisolator 11 verbunden sein. Die gesamte Baugruppe -
also das gesamte Drop-Out-Sicherungssystem 2 - kann dann an die entsprechende abzusichernde
Leitung oder dergleichen angeordnet werden.
[0080] Der Schlagstift 10 kann bei der Freigabe eine Kraft von wenigstens 90 N und insbesondere
von 120 N +/- 20 % auf ein Auslösemittel 12 des Drop-Out-Auslösemechanismus 3 zum
Auslösen ausüben. Dieses Auslösemittel 12 kann insbesondere federbelastet sein und
zumindest mittelbar zur Trennung der oberen Kontaktkappe 8 von dem Drop-Out-Auslösemechanismus
3 führen.
[0081] Die Fig. 8 und 9 zeigen die zwei unterschiedlichen stirnseitigen Endbereiche der
HH-Sicherung 1, an denen die jeweiligen Kontaktkappen 8 und 9 angeordnet sind. Dabei
ist - zur Darstellung des "Innenlebens" - ein Ausschnitt der HH-Sicherung 1 entfernt
worden, wie dies schematisch die Fig. 8 und 9 verdeutlichen.
[0082] Die Fig. 8 zeigt, dass der Schlagstift 10 mit einem Nebenschmelzleiter 13, insbesondere
ein Auslöser-Zuführdraht, verbunden ist. Der Nebenschmelzleiter 13, insbesondere der
Auslöser-Zuführdraht, ist derart ausgebildet, dass ein Fehlerstrom zur Unterbrechung
des Nebenschmelzleiters 13, insbesondere des Auslöser-Zuführdrahts, führt, wobei durch
die Unterbrechung des Nebelschmelzleiters 13 der Schlagstift 10 freigegeben wird.
Der Nebenschmelzleiter 13, insbesondere der Auslöser-Zuführdraht, kann im Inneren
des Wickelkörpers 5 angeordnet sein und sich bevorzugt zumindest im Wesentlichen über
die Länge des Sicherungsgehäuses 4 erstrecken, wie dies schematisch in der Fig. 3A
dargestellt ist, die die entsprechenden Windungen des Nebenschmelzleiters 13, insbesondere
der Auslöser-Zuführdraht, in der Querschnittsdarstellung zumindest schematisch verdeutlicht.
Die Länge des Nebelschmelzleiters 13 kann aber auch der Explosionsansicht der Fig.
10 sowie der perspektivischen Darstellung der Fig. 11 entnommen werden. Der Nebenschmelzleiter
13, insbesondere der Auslöser-Zuführdraht, kann dabei zumindest mittelbar mit dem
Schlagstift 10 verbunden sein, insbesondere mit der Schlagstiftlagerung bzw. -halterung.
[0083] Die Fig. 5 zeigt einen Querschnitt längs des Schnittes V-V aus Fig. 2. Aus der Fig.
5 wird schematisch ersichtlich, dass der Wickelkörper 5 sternförmig ausgebildet ist
und eine Mehrzahl von Auflagestegen 14 zur punktuellen Auflage des Schmelzleiters
6 aufweist, die voneinander beabstandet sind. Die Beabstandung ist in dem in Fig.
5 dargestellten Ausführungsbeispiel darüber hinaus auch gleichmäßig.
[0084] Ferner verdeutlicht die Fig. 5, dass der Wickelkörper 5 als Hohlkörper ausgebildet
ist, wobei im Inneren des Wickelkörpers 5 ein innerer und elektrisch isolierender
Innenwickelkörper 15 angeordnet ist. Die Fig. 5 verdeutlicht ferner, dass der Innenwickelkörper
15 ebenfalls sternenförmig ausgebildet ist und regelmäßig zueinander beabstandete
innere Auflagestege 16 aufweist. Nicht dargestellt ist, dass die inneren Auflagestege
16 auch einen unterschiedlichen Abstand zueinander haben können. Die inneren Auflagestege
16 dienen zur Anordnung bzw. Auflage eines inneren Schmelzleiters 17. Der innere Schmelzleiter
17 kann bevorzugt spiralförmig um den Innenwickelkörper 15 gewickelt sein.
[0085] In der Fig. 4 ist dargestellt, dass Ausblasschläuche 18 vorgesehen sind. Die Ausblasschläuche
18, 19 können zur Gewährleistung der Ganzbereichssicherung durch die HH-Sicherung
1 genutzt werden. In dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei Ausblasschläuche
18, 19 vorgesehen, wobei ein erster Ausblasschlauch 18 an dem Wickelkörper 5 und ein
zweiter Ausblasschlauch 19 an dem Innenwickelkörper 15 angeordnet ist. Der erste Ausblasschlauch
18 dient zur Aufnahme eines Abschnitts des Schmelzleiters 6, wobei wiederum der zweite
Ausblasschlauch 19 zur Aufnahme eines Abschnitts des inneren Schmelzleiters 17 dienen
kann. Die Ausblasschläuche 18, 19 sind an den jeweiligen Endbereichen der Wickelkörper
5, 15 angeordnet und nehmen auch den jeweiligen Endabschnitt der Schmelzleiter 6,
17 auf.
[0086] In Fig. 4 ist dargestellt, dass die Ausblasschläuche 18, 19 den Schmelzleiter 6 bzw.
den inneren Schmelzleiter 17 zumindest im Wesentlichen vollständig in dem entsprechenden
Abschnitt umgeben und sich ebenfalls zumindest zum Teil spiralförmig um den Wickelkörper
5 bzw. den Innenwickelkörper 15 verlaufen bzw. gewickelt sind.
[0087] Der erste Ausblasschlauch 18 ist der unteren Kontaktkappe 9 und der zweite Ausblasschlauch
19 der oberen Kontaktkappe 8 zugewandt.
[0088] Nicht dargestellt ist, dass auch nur ein Ausblasschlauch 18, 19 vorgesehen sein kann,
der entweder an dem Wickelkörper 5 oder dem Innenwickelkörper 15 angeordnet ist.
[0089] Die Fig. 5 zeigt, dass der innere Wickelkörper 15 ebenfalls als Hohlkörper ausgebildet
ist. Der Nebenschmelzleiter 13, insbesondere der Auslöser-Zuführdraht, kann insbesondere
im Inneren des Innenwickelkörpers 15 angeordnet und vorzugsweise zur Innenseite 20
des Innenwickelkörpers 15 beabstandet sein.
[0090] Ferner zeigt die Fig. 5 noch, dass auch der Innenwickelkörper 15 zur Innenseite 21
des Wickelkörpers 5 beabstandet sein kann.
[0091] Die Fig. 2 zeigt, dass an der oberen Kontaktkappe 8 ein Verbindungsmittel 22 zur
lösbaren Anordnung der HH-Sicherung 1 an dem Drop-Out-Auslösemechanismus 3 vorgesehen
ist, wie dies schematisch in der Fig. 6 dargestellt ist. In der Fig. 6 sieht man aus
Veranschaulichungsgründen das Verbindungsmittel 22 nicht näher, da dieses mit entsprechenden
Komponenten des Drop-Out-Auslösemechanismus 3 verbunden ist.
[0092] In dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Verbindungsmittel 22 als
Mutter ausgebildet und weist ein nicht näher dargestelltes Innengewinde 23 auf, wie
dies die Fig. 3A, aber auch die Fig. 9 und 10 zeigen. Das Innengewinde 23 ist nicht
näher im Einzelnen dargestellt, dieses ist jedoch an der mit der Bezugsziffer 23 bezifferten
Innenseite des Verbindungsmittels 22 angeordnet.
[0093] Das Verbindungsmittel 22 kann eine Durchtrittsöffnung aufweisen. Die Durchtrittsöffnung
kann mittig an dem Verbindungsmittel 22 vorgesehen sein und zur Löschmittelbefüllung
des Sicherungsgehäuses 4 dienen, insbesondere da das Innengewinde 23 zur Anordnung
einer Befülleinrichtung vorgesehen sein kann, wobei die Befülleinrichtung zur Befüllung
des Sicherungsgehäuses 4 mit einem Löschmittel genutzt wird.
[0094] Die Fig. 10 zeigt, dass die untere Kontaktkappe 9 einen gegenüber bzw. von dem Sicherungsgehäuse
4 abstehenden Kragen 24 aufweist, wobei der Kragen 24 umlaufend um das Sicherungsgehäuse
4 angeordnet ist. Der Kragen 24 weist wenigstens eine Öffnung 25 auf, die bevorzugt
zur Einfassung einer Schraube und zum Zusammenwirken mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus
3 vorgesehen ist. Aufgrund der Ausbildung des Drop-Out-Auslösemechanismus 3 kann der
Fig. 6 und 7 nicht näher der Kragen 24 entnommen werden, da dieser in einer entsprechenden
Halterung des Drop-Out-Auslösemechanismus 3 angeordnet ist.
[0095] Die Figuren 8 und 9 zeigen, dass innere Hilfskappen 26 und 27 vorgesehen sind. Die
Fig. 8 zeigt, dass eine innere Hilfskappe 26 der unteren Kontaktkappe 9 zugeordnet
sein kann, wohingegen die Fig. 9 zeigt, dass eine weitere innere Hilfskappe 27 der
oberen Kontaktkappe 8 zugeordnet sein kann.
[0096] Die inneren Hilfskappen 26 und 27 sind näher auch in der Fig. 10 dargestellt. Nicht
dargestellt ist, dass auch nur eine innere Hilfskappe 26, 27 vorgesehen sein kann.
[0097] Bei den in den Fig. 8 und 9 dargestellten Ausführungsbeispielen werden die inneren
Hilfskappen 26, 27 jeweils zumindest im Wesentlichen vollständig von der jeweils zugeordneten
Kontaktkappe 8, 9 abgedeckt.
[0098] Die innere Hilfskappe 26, 27 kann zur Halterung des Wickelkörpers 5 und/oder des
Innenwickelkörpers 15 und/oder einer zur Lagerung des Schlagstifts 10 ausgebildeten
Schlagstiftlagerung ausgebildet sein.
[0099] Die Fig. 11 zeigt, dass die innere Hilfskappe 27 zur Anordnung bzw. Halterung des
Nebenschmelzleiters 13, insbesondere des Auslöser-Zuführdrahtes, vorgesehen ist. Zur
Anordnung der Komponenten der HH-Sicherung 1 kann die innere Hilfskappe 26, 27 Anordnungsmittel
28, insbesondere als Anschlusslasche, aufweisen, wie dies in den Fig. 10 und 11 dargestellt
ist. Die Anordnungsmittel 28, insbesondere die Anschlusslaschen, können insbesondere
zum Hintergreifen eines Abschnitts des Wickelkörpers 5 und/oder des Innenwickelkörpers
15 vorgesehen sein. Der Wickelkörper 5 und/oder der Innenwickelkörper 15 kann/können
hierfür entsprechende Ausbildungen aufweisen.
[0100] Ferner kann die innere Hilfskappe 26, 27 zumindest im Wesentlichen reibschlüssig
und/oder formschlüssig an dem Sicherungsgehäuse 4 gelagert sein. Letztlich dienen
die inneren Hilfskappen 26, 27 zur optimalen Zentrierung der Bauteile sowie zur Erzielung
niedriger Übergangswiderstände, insbesondere durch jeweilige Presspassungen.
[0101] Nicht näher dargestellt ist, dass der Schmelzleiter 6, der Nebenschmelzleiter 13,
insbesondere der Auslöser-Zuführdraht, und/oder der innere Schmelzleiter 17 Überlastengstellen
und/oder Kurzschlussengstellen aufweist. Nicht dargestellt ist, dass zwei als Querschnittsverengung
ausgebildete Überlastengstellen vorgesehen sind, wobei zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Überlastengstellen ferner auch ein Lotabschnitt vorgesehen sein kann. Dieser Lotabschnitt
kann die äußere Mantelfläche des Schmelzleiters 6 und/oder des inneren Schmelzleiters
17 zumindest bereichsweise umfangsmäßig umgeben.
[0102] In der Fig. 4 ist schematisch dargestellt, dass in dem Sicherungsgehäuse 4 ein Löschmittel
29, insbesondere ein Löschsand, vorgesehen ist. Vorzugsweise ist das Sicherungsgehäuse
4 mit dem Löschmittel 29 befüllt, was aus Darstellungszwecken nicht näher dargestellt
ist. Als Löschmittel 29 kann insbesondere Quarzsand vorgesehen sein.
[0103] Ebenfalls nicht näher dargestellt ist, dass das Sicherungsgehäuse 4 einen maximalen
Durchmesser von wenigstens 40 mm, bevorzugt zwischen 50 mm bis 80 mm aufweist. Zudem
ist nicht näher dargestellt, dass das Sicherungsgehäuse 4 eine maximale Länge von
wenigstens 100 mm und insbesondere zwischen 200 mm bis 300 mm aufweist.
Bezugszeichenliste:
[0104]
- 1
- HH-Sicherung
- 2
- Drop-Out-Sicherungssystem
- 3
- Drop-Out-Auslösemechanismus
- 4
- Sicherungsgehäuse
- 5
- Wickelkörper
- 6
- Schmelzleiter
- 7
- Stirnseite
- 8
- obere Kontaktkappe
- 9
- untere Kontaktkappe
- 10
- Schlagstift
- 11
- Sicherungsisolator
- 12
- Auslösemittel
- 13
- Nebenschmelzleiter
- 14
- Auflagestege
- 15
- Innenwickelkörper
- 16
- innere Auflagestege
- 17
- innerer Schmelzleiter
- 18
- erster Ausblasschlauch
- 19
- zweiter Ausblasschlauch
- 20
- Innenseite von 15
- 21
- Innenseite von 5
- 22
- Verbindungsmittel
- 23
- Innengewinde
- 24
- Kragen
- 25
- Öffnung von 24
- 26
- innere Hilfskappe
- 27
- innere Hilfskappe
- 28
- Anordnungsmittel
- 29
- Löschmittel
1. Verwendung einer HH-Sicherung (1), insbesondere einer HH-Ganzbereichssicherung, für
ein Drop-Out-Sicherungssystem (2) mit einem Drop-Out-Auslösemechanismus (3),
wobei die HH-Sicherung (1) ein äußeres Sicherungsgehäuse (4) aufweist, wobei in dem
Sicherungsgehäuse (4) wenigstens ein um wenigstens einen, insbesondere elektrisch
isolierenden, Wickelkörper (5), vorzugsweise spiralförmig, gewickelter Schmelzleiter
(6) vorgesehen ist, wobei das Sicherungsgehäuse (4) an zwei Stirnseiten (7) zumindest
teilweise offen ausgebildet ist, wobei stirnseitig an dem Sicherungsgehäuse (4) jeweils
wenigstens eine bevorzugt zur elektrischen Kontaktierung ausgebildete Kontaktkappe
(8, 9) angeordnet ist,
wobei die obere Kontaktkappe (8) lösbar in einer Kontaktierungsstellung mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus
(3) verbindbar ist, wobei die untere Kontaktkappe (9) an dem Drop-Out-Auslösemechanismus
(3) schwenkbar gelagert ist
und wobei der Drop-Out-Auslösemechanismus (3) derart ausgebildet ist, dass das Auslösen
der HH-Sicherung (1) zu einem Auslösen des Drop-Out-Auslösemechanismus (3) führt,
wodurch die obere Kontaktkappe (8) von dem Drop-Out-Auslösemechanismus (3) getrennt
wird und die HH-Sicherung (1) von der Kontaktierungsstellung in eine Ausschwenkstellung
ausschwenkt.
2. Verwendung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die HH-Sicherung (1) derart ausgebildet ist, dass eine Bemessungsstromstärke von
größer als 30 A, bevorzugt von größer als 40 A, weiter bevorzugt von größer als 50
A, vorzugsweise bei einer Bemessungsspannung von größer als 5 kV, bevorzugt von größer
oder gleich 10 kV, weiter bevorzugt von größer oder gleich 15 kV, gewährleistet ist
und/oder
dass das Bemessungsschaltvermögen (Bemessungswert größter Ausschaltstrom) größer als
1 kA, bevorzugt größer als 10 kA, weiter bevorzugt größer als 20 kA, ausgebildet ist
und/oder zwischen 1 kA bis 100 kA, bevorzugt zwischen 10 kA bis 80 kA, weiter bevorzugt
zwischen 20 kA bis 50 kA, liegt und/oder
dass die Bemessungsspannung der HH-Sicherung (1) größer als 5 kV, bevorzugt größer
als 10 kV, weiter bevorzugt größer als 15 kV, beträgt und/oder kleiner als 150 kV,
bevorzugt kleiner 100 kV, weiter bevorzugt kleiner 75 kV, weiter bevorzugt weiter
kleiner 52 kV, ist und/oder zwischen 4 kV bis 100 kV, bevorzugt von 4 kV bis 80 kV,
weiter bevorzugt von 10 kV bis 52 kV, liegt.
3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die HH-Sicherung (1) einen im Sicherungsgehäuse (4) bewegbar gelagerten und im Sicherungsgehäuse
(4) gehaltenen federbelasteten Schlagstift (10) aufweist.
4. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlagstift (10) nach der Freigabe mit einer vorgegebenen Kraft und daraus resultierenden
Austrittsenergie aus dem Sicherungsgehäuse (4) austritt und bevorzugt innerhalb einer
Schlagstifteigenzeit eine zum Auslösen des Drop-Out-Auslösemechanismus (3) erforderliche
Mindestweglänge erreicht, insbesondere wobei der Schlagstift (10) aus der unteren
Kontaktkappe (9) nach der Freigabe austritt und zur Auslösung des Drop-Out-Auslösemechanismus
(3) führt und/oder insbesondere wobei der Schlagstift (10) bei der Freigabe eine Kraft
von wenigstens 90 N, bevorzugt zwischen 100 bis 150 N, weiter bevorzugt von 120 N
+/- 20 %, auf ein Auslösemittel (12) des Drop-Out-Auslösemechanismus (3) zum Auslösen
ausübt.
5. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlagstift (10) mit einem Nebenschmelzleiter (13), insbesondere einem Auslöser-Zuführdraht,
verbunden ist, insbesondere wobei ein Fehlerstrom zur Unterbrechung des Nebenschmelzleiters
(13), insbesondere des Auslöser-Zuführdrahts, führt und/oder insbesondere wobei durch
Unterbrechung des Nebenschmelzleiters (13), insbesondere des Auslöser-Zuführdrahts,
der Schlagstift (10) freigegeben wird.
6. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wickelkörper (5) sternförmig ausgebildet ist und eine Mehrzahl von benachbarten
Auflagestegen (14) zur punktuellen Auflage des Schmelzleiters (6) aufweist.
7. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wickelkörper (5) als Hohlkörper ausgebildet ist, wobei im Inneren des Wickelkörpers
(5) ein innerer, bevorzugt elektrisch isolierender und/oder sternförmig ausgebildeter,
Innenwickelkörper (15) angeordnet ist, insbesondere wobei wenigstens ein innerer Schmelzleiter
(17) vorzugsweise spiralförmig um den Innenwickelkörper (15) gewickelt ist, wobei,
vorzugsweise, der Innenwickelkörper (15) eine Mehrzahl von voneinander beabstandeten
inneren Auflagestegen (16) zur punktuellen Auflage des inneren Schmelzleiters (17)
aufweist.
8. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass insbesondere zur Ganzbereichssicherung wenigstens ein um den Wickelkörper (5) und/oder
um den Innenwickelkörper (15) gewickelter Schmelzleiter (6) bzw. innerer Schmelzleiter
(17) zumindest bereichsweise, vorzugsweise in wenigstens einem der jeweiligen Kontaktkappen
(8, 9) zugewandten Endbereichen des Wickelkörpers (5) und/oder des Innenwickelkörpers
(15), in wenigstens einem Ausblasschlauch (18, 19) angeordnet ist, insbesondere wobei
der Ausblasschlauch (18, 19) vorzugsweise vollständig den Schmelzleiter (6) bzw. den
inneren Schmelzleiter (17) umfangsmäßig umschließt und/oder insbesondere wobei zwei
an dem jeweiligen Endbereich des Wickelkörpers (5) und/oder des Innenwickelkörpers
(15) angeordnete Ausblasschläuche (18, 19) zur jeweiligen Aufnahme eines Abschnitts
eines Schmelzleiter (6) bzw. inneren Schmelzleiters (17) vorgesehen sind und/oder
insbesondere wobei ein erster Ausblasschlauch (18) an dem Wickelkörper (5) an einem
einer Kontaktkappe (8, 9) zugewandten Endbereich angeordnet ist und ein zweiter Ausblasschlauch
(19) an dem Innenwickelkörper an einem der anderen Kontaktkappe (8, 9) zugewandten
Endbereich angeordnet ist.
9. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenwickelkörper (15) als Hohlkörper ausgebildet ist, insbesondere wobei der
Nebenschmelzleiter (13), insbesondere der Auslöser-Zuführdraht, im Inneren des Innenwickelkörpers
(15) angeordnet ist.
10. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der oberen Kontaktkappe (8) ein Verbindungsmittel (22) zur lösbaren Anordnung
der HH-Sicherung (1) an dem Drop-Out-Auslösemechanismus (3) vorgesehen ist, insbesondere
wobei das Verbindungsmittel (22) als Mutter ausgebildet ist und/oder insbesondere
wobei das Verbindungsmittel (22) ein Innengewinde (23) aufweist.
11. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsmittel (2) eine Durchtrittsöffnung, vorzugsweise mittig, aufweist,
insbesondere zur Löschmittelbefüllung des Sicherungsgehäuses (4), insbesondere wobei
das Innengewinde (23) zur Anordnung einer Befülleinrichtung vorgesehen ist.
12. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der unteren Kontaktkappe (9) ein gegenüber bzw. von dem Sicherungsgehäuse abstehender
Kragen (24), vorzugsweise umlaufend um das Sicherungsgehäuse (4), angeordnet ist,
insbesondere wobei der Kragen (24) wenigstens eine Öffnung (25) bevorzugt zur Einfassung
einer Schraube zum Zusammenwirken mit dem Drop-Out-Auslösemechanismus (3) aufweist.
13. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einem, bevorzugt beiden, stirnseitigen Ende des Sicherungsgehäuses (4)
eine innere Hilfskappe (26, 27) zur Halterung des Wickelkörpers (5) und/oder des Innenwickelkörpers
(15) und/oder einer zur Lagerung des Schlagstifts (10) ausgebildeten Schlagstiftlagerung
zugeordnet ist, insbesondere wobei die innere Hilfskappe (26, 27) außenseitig zumindest
im Wesentlichen vollständig von der jeweiligen Kontaktkappe (8, 9) abgedeckt ist und/oder
insbesondere wobei die innere Hilfskappe (26, 27) zumindest im Wesentlichen reibschlüssig
und/oder formschlüssig an dem Sicherungsgehäuse (4) gelagert ist.
14. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schmelzleiter (6), Nebenschmelzleiter (13), insbesondere der Auslöser-Zuführdraht,
und/oder innerer Schmelzleiter (17) Überlastengstellen und/oder Kurzschlussengstellen
aufweist, insbesondere wobei zwei als Querschnittsverengung ausgebildete Überlastengstellen
vorgesehen sind und/oder insbesondere wobei, bevorzugt zwischen den zwei unmittelbar
aufeinanderfolgenden Überlastengstellen, in wenigstens einem ersten Abschnitt eine
die äußere Mantelfläche des Schmelzleiters (6) und/oder des inneren Schmelzleiters
(17) umfangsmäßig zumindest bereichsweise, vorzugsweise vollständig, umgebende, Lot
aufweisende und/oder daraus bestehende Schicht vorgesehen ist.
15. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherungsgehäuse (4) einen maximalen Durchmesser von wenigstens 40 mm, bevorzugt
zwischen 40 mm bis 100 mm, weiter bevorzugt von 50 mm bis 80 mm und insbesondere von
70 mm +/- 10 %, aufweist und/oder
dass das Sicherungsgehäuse (4) eine maximale Länge von wenigstens 100 mm, bevorzugt
zwischen 150 bis 500 mm, weiter bevorzugt zwischen 200 bis 300 mm und insbesondere
von 280 mm +/- 10 %, aufweist.