1. Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Helmkalotte für einen ballistischen Schutzhelm.
Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf eine Helmkalotte mit einer Krümmung und
ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Helmkalotte sowie auf einen entsprechenden
Schutzhelm.
2. Stand der Technik
[0002] Ballistische Schutzhelme oder auch Schlagschutzhelme finden vielfältige Anwendung
bei Polizei und Militär. Sie schützen den Träger vor Kopfverletzungen, die beispielsweise
durch indirekten oder direkten Beschuss durch einen Beschusskörper und/oder Splittereinwirkung
hervorgerufen werden können. Auch schützen sie vor stumpfen Kopfverletzungen durch
Schlageinwirkung.
[0003] Eine Halmkalotte für einen ballistischen Schutzhelm soll für einen optimalen Schutz
des Trägers des Schutzhelms sorgen. Von entscheidender Bedeutung für einen effektiven
Schutz ist es, dass die Helmkalotte hohe Festigkeits- und gleichzeitig hohe Zähigkeits-Eigenschaften
aufweist. Auf diese Weise soll eine hohe Stabilität der Helmkalotte bei hoher Aufnahmefähigkeit
eines Beschusskörpers, insbesondere der kinetischen Energie eines solchen Beschusskörpers
erreicht werden. Von weiterer großer Bedeutsamkeit für einen effektiven Schutz des
Trägers ist es, dass über die gesamte Helmoberfläche ein solcher vorteilhafter Schutz
bereitgestellt werden kann.
[0004] Einem solchen Erfordernis genügen die bestehenden Helmkalotten nicht. Vielmehr zeigt
sich bei bestehenden Schutzhelmen, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt sind,
dass die Helmkalotten in einem Randbereich schwächer, weniger stabil und/oder weniger
robust ausgestaltet sind. Die Schutzwirkung derartiger Schutzhelme sind demnach durch
kritische Schwachstellen begrenzt. Mithin stellen solche konventionellen Helmkalotten
eine Gefahr für den Träger dar, wenn beispielsweise ein Beschusskörper nahe eines
Endbereichs der Helmkalotte auf den Schutzhelm einwirkt. Somit kann eine optimale
Schutzwirkung mit konventionellen Helmkalotten nicht erreicht werden kann.
[0005] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Nachteile des Stands der
Technik zu überwinden. Insbesondere widmet sich die vorliegende Erfindung der Aufgabe,
die Schutzwirkung eines ballistischen Schutzhelms zu verbessern. Auf diese Weise soll
die Sicherheit des Trägers erhöht werden. Diese Sicherheit soll über die gesamte Helmoberfläche
erreicht werden können.
3. Zusammenfassung der Erfindung
[0006] Die obigen Aufgaben sowie weitere Aufgaben, die sich aus der folgenden Beschreibung
ergeben, werden durch den Gegenstand der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche, und der Fachmann findet
Hinweise auf andere geeignete Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung in der
Offenbarung der vorliegenden Anmeldung.
[0007] Die Ziele und Aufgaben der vorliegenden Erfindung, werden unter anderem mit einem
Erzeugnis, insbesondere einer Helmkalotte nach Anspruch 1 sowie einem entsprechenden
Schutzhelm nach Anspruch 14, und einem Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen
Helmkalotte nach Anspruch 15 gelöst. Die im Folgenden für das Erzeugnis gezeigten
technischen Eigenschaften, die Vorteile des Erzeugnisses und die Verbesserungen gegenüber
dem Stand der Technik treffen genauso auf das Verfahren zur Herstellung des Erzeugnisses
zu.
[0008] Ein Aspekt der Erfindung betrifft eine Helmkalotte für einen ballistischen Schutzhelm,
umfassend:
- (a) zumindest eine innenliegende Schicht, und
- (b) zumindest eine außenliegende Schicht,
wobei die innenliegende Schicht und die außenliegende Schicht einen zumindest teilweise
umlaufenden Abschlussbereich der Helmkalotte ausbilden,
wobei die innenliegende Schicht im Abschlussbereich zumindest teilweise nach außen
gekrümmt ist, um die außenliegende Schicht zumindest teilweise zu umschließen.
[0009] Eine erfindungsgemäße Helmkalotte verbessert die Versteifung der Helmkalotte insbesondere
im Abschlussbereich, d.h. in einem Randbereich, der Helmkalotte. Somit kann die Festigkeit
in diesem Bereich erhöht werden und ein Einwirken eines ballistischen Fremdkörpers
in verbesserter Weise aufgefangen werden. Mithin kann die Sicherheit eines Schutzhelmes,
der eine solche erfindungsgemäße Helmkalotte aufweist, wesentlich erhöht werden. Auf
diese Weise ist der Träger des Schutzhelmes besser geschützt als es üblicherweise
der Fall ist.
[0010] Eine Helmkalotte kann beispielsweise als eine im Wesentlichen kugelfömige Kalotte
oder Kugelkalotte, Kugelkappe oder Kugelhaube aufgefasst werden. Mithin wird eine
Helmkalotte mittels ihres im Wesentlichen kugelfömigen Bereichs am Kopf eines Trägers
aufgenommen.
[0011] Ein Abschlussbereich kann als ein Bereich aufgefasst werden, der ein Ende der Kalotte
betrifft. Wenn beispielsweise ein Träger die Helmkalotte in üblicher Weise benutzt,
so könnte das untere Ende der Helmkalotte als der Abschlussbereich verstanden werden.
Dabei kann das untere Ende im Wesentlichen als ein unteres Ende entlang der Schwerkraft-Richtung
bei normalem Gebrauch oder Tragen des Schutzhelms erachtet werden. Der Scheitel der
Helmkalotte kann hingegen als ein oberes Ende der Helmkalotte entlang der Schwerkraft-Richtung
bei normalem Gebrauch des Schutzhelms aufgefasst werden. Zur Veranschaulichung könnte
der Abschlussbereich als ein Bereich aufgefasst werden, der vom Scheitel der Helmkalotte
am weitesten weg beabstandet angeordnet ist. Der Abschlussbereich ist ferner zumindest
teilweise umlaufend. Vorzugsweise ist der Abschlussbereich gänzlich umlaufend, z.B.
über einen Winkelbereich von 360°. Jedoch können auch einzelne Bereich bestehen, in
welchen weitere technische Merkmale eingearbeitet werden, beispielsweise nahe eines
Ohrbereiches des Trägers, wodurch ein üblicherweise gänzlich umlaufender Abschlussbereich
nicht vorliegt.
[0012] Die Helmkalotte kann auch mehr als eine innenliegende und eine außenliegende Schicht
umfassen. Vorzugsweise kann die innere Schicht eine höhere Biegesteifigkeit aufweisen
als die äußere Schicht. Die innenliegende Schicht kann beispielsweise aus Titan, jedoch
auch aus faserverstärktem Polyethylen bestehen. Die außenliegende Schicht besteht
vorzugsweise aus Polyethylen und kann ebenfalls faserverstärkt sein. Die außenliegende
Schicht ist üblicherweise in Kontakt mit der Umgebung. Die innenliegende Schicht ist
üblicherweise näher zum Kopf eines Trägers angeordnet.
[0013] Die innenliegende Schicht ist im Abschlussbereich zumindest teilweise nach außen
gekrümmt.
[0014] Der Begriff "zumindest teilweise" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die innenliegende
Schicht im Abschlussbereich der Helmkalotte in Teilbereichen des Abschlussbereichs
erkennbar nach außen gekrümmt ist. Es ist nicht erforderlich, dass die innenliegende
Schicht gänzlich, mithin im gesamten Abschlussbereich nach außen gekrümmt ist. Jedenfalls
reicht bereits eine zumindest teilweise nach außen gerichtete Krümmung aus, um einen
vorteilhaften Effekt zu erzielen. Dieser Effekt betrifft unter anderem die Erhöhung
der Robustheit, Festigkeit und Stabilität der Helmkalotte. Mithin wird die Sicherheit
des Trägers, beispielsweise gegen die Einwirkung von Fremdkörper, insbesondere ballistischer
Fremdkörper.
[0015] Die Krümmung nach außen kann so verstanden werden, dass die innenliegende Schicht
nach außen, mithin in Richtung der außenliegende Schicht umgeformt, abgekantet, gebördelt,
gekrempelt oder umgelenkt ist. Dies könnte beispielsweise wie folgt veranschaulicht
werden: Die Helmkalotte kann von innen aus betrachtet als eine im Wesentlichen konvexe
Form aufgefasst werden. Weiter ergibt sich im Abschlussbereich erfindungsgemäß durch
die Krümmung nach außen zumindest teilweise eine konkave Form.
[0016] Erfindungsgemäß umschließt die innenliegende Schicht zumindest teilweise die außenliegende
Schicht. Ein Umschließen kann zum Beispiel bedeuten, dass die innenliegende Schicht
die außenliegende Schicht zum Teil umgibt oder zum Teil aufnimmt. Auf diese Weise
kann die außenliegende Schicht verbessert unterstützt werden. Auch hierbei ist es
nicht erforderlich, dass die innenliegende Schicht gänzlich, mithin im gesamten Abschlussbereich,
die außenliegende Schicht umschließt. Gleichwohl ist dies nicht ausgeschlossen. Jedenfalls
reicht bereits ein zumindest teilweises Umschließen erfindungsgemäß aus.
[0017] Erfindungsgemäß kann auf diese Weise eine vorteilhafte Verkantung oder Verformung
der innen- und außenliegenden Schichten bei Einwirkung eines ballistischen Fremdkörpers
erzielt werden. Dies kommt vor allem bei einer Einwirkung eines ballistischen Fremdkörpers
in der Nähe des Abschlussbereichs der Helmkalotte zur Geltung. Gemäß der vorliegenden
Erfindung können sich die innen- und außenliegenden Schichten derart verformen, dass
eine Fangtasche ausgebildet wird, die eine Ablenkung des ballistischen Fremdkörpers
hin zum Körperbereich des Trägers verhindert. Die Fangtasche kann sich beispielsweise
um den ballistischen Fremdkörper herum ausbilden. Auf diese Weise wird insgesamt eine
erhöhte effektive Schutzfläche generiert, ohne dabei die tatsächliche Oberfläche der
Helmkalotte zu vergrößern. Somit bleibt die Wahrnehmung des Trägers über sämtliche
Sinne, beispielsweise über die Augen oder das Gehör weitgehend unbeeinflusst bei jedoch
signifikanter Erhöhung der Schutzwirkung. Eine solche vorteilhafte Verbesserung einer
Helmkalotte wurde bisher im Stand der Technik nicht erkannt, da bestenfalls ein horizontaler,
mithin gerader Abschluss im umlaufenden Abschlussbereich einer Helmkalotte bereitgestellt
wurde.
[0018] Ein "ballistische Fremdkörper" kann im Kontext dieser Offenbarung als ein Beschusskörper,
eine Schusskugel, eine Splittereinwirkung, oder sämtliche sich mitunter schnell bewegende
spitze oder auch stumpfe Körper verstanden werden.
[0019] Der ballistische Schutzhelm kann beispielsweise ein Schlagschutzhelm sein. Die beschriebenen
Vorteile der Erfindung haben eine große Wirkung für ballistische Schutzhelme. Insbesondere
ergeben sich bei ballistischen Schutzhelmen andere Problemstellungen als dies beispielsweise
bei leichteren Helmen, wie Fahrradhelmen oder Helmen, wie sie üblicherweise auf Baustellen
getragen werden, der Fall ist. Mithin ist bei leichteren Helmen insbesondere eine
verbesserte Schutzeinwirkung gegen ballistische Fremdkörper von geringerer Bedeutung,
als dies bei einem ballistischen Schutzhelm oder Schlagschutzhelm der Fall ist. Konzepte,
die von Fahrradhelmen oder "Baustellenhelmen" bekannt sind, lassen sich daher nicht
ohne weiteres auf ballistische Schutzhelme und Schlagschutzhelme übertragen.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Helmkalotte, ist die innenliegende Schicht
im Abschlussbereich in einem Winkel von mindestens 20°, bevorzugt 40°, weiter bevorzugt
mindestens 60°, ferner bevorzugt mindestens 80°, am meisten bevorzugt in einem Winkel
von mindestens 90° nach außen gekrümmt, und/oder die innenliegende Schicht ist im
Abschlussbereich in einem Winkel von maximal 110°, bevorzugt maximal 100°, am meisten
bevorzugt in einem Winkel von maximal 90° nach außen gekrümmt.
[0021] Der Winkel der Krümmung kann dabei als ein Winkel verstanden werden, der von einer
Tangente des nach außen gekrümmten Teils der innenliegenden Schicht und einer Tangente
des nicht nach außen gekrümmten Teils im Abschlussbereich der Helmkalotte gebildet
werden. Dabei würde ein Winkel von 0° bedeuten, dass die innenliegende Schicht nicht
nach außen gekrümmt ist. Ein erhöhter Winkel der Krümmung kann eine verbesserte Versteifung
im Abschlussbereich hervorrufen, jedoch bewirkt ein zu großer Winkel mitunter eine
Schwachstelle des Materials der innenliegenden Schicht im Bereich der Krümmung. Um
diesen gegenläufigen Effekten Rechnung zu tragen, wurde von den Erfindern eine optimale
Balance von ungefähr 90° ausfindig gemacht.
[0022] Vorzugsweise ist die Helmkalotte derart ausgestaltet, dass die innenliegende Schicht
die außenliegende Schicht zumindest teilweise in einer L-Form umschließt.
[0023] Eine L-Form kann dabei als eine im Wesentlichen rechtwinklige Krümmung aufgefasst
werden. Eine solche L-Form bewirkt eine optimale Versteifung der Helmkalotte im Abschlussbereich.
Somit wird die Sicherheit des Trägers signifikant erhöht.
[0024] Eine weitere Ausführungsform betrifft eine der vorstehenden Ausführungsformen der
Helmkalotte, wobei die außenliegende Schicht im Abschlussbereich eine zumindest teilweise
umlaufende Stirnfläche aufweist, wobei die innenliegende Schicht die Stirnfläche der
außenliegenden Schicht zu mindestens 10%, bevorzugt mindestens 30%, weiter bevorzugt
mindestens 50%, ferner bevorzugt mindestens 80%, am meisten bevorzugt zu mindestens
100% abdeckt, und/oder wobei die innenliegende Schicht bezüglich der Stirnfläche der
außenliegenden Schicht einen Überstand von maximal 40%, bevorzugt maximal 30%, weiter
bevorzugt maximal 20%, ferner bevorzugt maximal 10%, am meisten bevorzugt keinen Überstand,
jeweils in Bezug auf die Stirnfläche, aufweist.
[0025] Die umlaufende Stirnfläche der außenliegenden Schicht im Abschlussbereich kann als
solche verstanden werden, die bei normalem Gebrauch mithin nach unten zeigt oder vom
Scheitel der Helmkalotte weggerichtet ist. Insbesondere kann eine solche "untere"
Stirnfläche als unteres Ende der außenliegenden Schicht erachtet werden, wenn dies
entlang der Schwerkraft-Richtung bei normalem Gebrauch oder Tragen des Schutzhelms
betrachtet wird.
[0026] Üblicherweise ist eine solche Stirnfläche im Stand der Technik nicht abgedeckt, wodurch
sich Schwachstellen in der Helmkalotte ergeben. Mit der obigen Ausführungswerden wird
diese Stirnfläche vorteilhaft durch die innenliegende Schicht abgedeckt. Durch eine
erhöhte Abdeckung kann eine verbesserte Schutzwirkung erzielt werden. Eine Abdeckung
von 80% kann bedeuten, dass 80% der Stirnfläche abgedeckt ist.
[0027] Ferner kann die innenliegende Schicht auch einen Überstand aufweisen. Ein Überstand
von 40% bedeutet zum Beispiel, dass die innenliegende Schicht mit einer Länge von
40% der Wandstärke der außenliegenden Schicht nach außen hin übersteht. Durch einen
erfindungsgemäßen Überstand kann eine verbesserte Ausbildung einer Fangtasche bei
Einwirkung eines ballistischen Fremdkörpers erzielt werden.
[0028] Vorzugsweise kann die im Abschlussbereich nach außen gekrümmte innenliegende Schicht
die Stirnfläche der außenliegenden Schicht kontaktieren und/oder aufnehmen.
[0029] Durch einen Kontakt oder ein Aufnehmen kann sichergestellt werden, dass kein Schmutz
oder Regen oder Ähnliches zwischen die innenliegende und die außenliegende Schicht
im Abschlussbereich der Helmkalotte eindringen. Bei Vorliegen eines Abstands zwischen
diesen Schichten im Abschlussbereich kann dieser Abstand durch Auftragung eines Mittels,
beispielsweise einer Dichtungsmasse, insbesondere Kitt, aufgehoben werden. Vorteilhaft
wird dies jedoch bereits dadurch obsolet, dass sich die beiden Schichten kontaktieren
und/oder aufnehmen. Zudem ergibt sich eine kompaktere Bauweise. Ferner kann auf diese
Weise die Helmkalotte insgesamt platzsparend ausgeführt werden.
[0030] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die innenliegende Schicht im Abschlussbereich
ferner so gekrümmt sein, dass die außenliegende Schicht im Abschlussbereich zumindest
teilweise in einer U-Form umschlossen ist.
[0031] Eine U-Form ist als eine solche Form zu verstehen, bei welcher die innenliegende
Schicht die außenliegende Schicht im Abschlussbereich auch zum Teil von außen umgibt.
Folglich ergibt sich zumindest teilweise im Abschlussbereich ein nahezu vollumfänglicher
Umschluss. Dies trägt insbesondere zur verbesserten Ausbildung einer Fachtasche bei
Einwirkung eines ballistischen Fremdkörpers bei. Zudem kann durch die zumindest teilweise
Sichtbarkeit der innenliegenden Schicht von außen ein über die verbesserte Schutzwirkung
hinausgehender Effekt hinsichtlich der Akzeptanz und des Sicherheitsgefühls des Trägers
ermöglicht werden.
[0032] Vorzugsweise kann der äußere U-Schenkel der U-Form eine Länge von mindestens 10%,
bevorzugt mindestens 30%, weiter bevorzugt mindestens 50%, ferner bevorzugt mindestens
80%, am meisten bevorzugt mindestens 100 % des beide U-Schenkel verbindenden Stegs
der U-Form aufweisen, und/oder der äußere U-Schenkel der U-Form kann eine Länge von
maximal 150%, bevorzugt maximal 130%, weiter bevorzugt maximal 120%, ferner bevorzugt
maximal 110%, am meisten bevorzugt maximal 100 % des beide U-Schenkel verbindenden
Stegs der U-Form aufweisen.
[0033] Auf diese Weise kann vorteilhaft die Länge des äußeren U-Schenkels bereitgestellt
werden. Bevorzugt entspricht diese Länge in etwa der Länge des nach der ersten Krümmung
nach außen gerichteten Teils der innenliegenden Schicht (100%). Wenn der äußere U-Schenkel
zu lang ist, könnte dies einen Gewichtsnachteil mit sich ziehen. Ein zu kurzer äußerer
U-Schenkel könnte die vorteilhafte Ausbildung einer Fangtasche bei Einwirkung eines
Fremdkörpers schmälern.
[0034] Bevorzugt kann die innenliegende Schicht und die außenliegende Schicht zumindest
im Abschlussbereich fest verbunden, bevorzugt verklebt und/oder verschraubt sein.
[0035] Die Verbindung kann beispielsweise durch eine flächige Verklebung, beispielsweise
mittels einer Klebefolie ermöglicht werden. Die beiden Schichten sind vorteilhaft
nicht nur im Abschlussbereich fest verbunden, sondern können auch über den gesamten
Kalottenbereich verbunden sein. Die beiden Schichten können auch mit einem 2-Komponenten
Kleber verbunden sein. Zudem können die beiden Schichten aus einer Kombination von
flächiger Klebefolie und 2-Komponenten Kleber verbunden sein. Weiterhin ist es auch
möglich die Verbindung mittels einer im Wesentlichen streifenförmigen Anordnung von
ein oder mehreren Klebefolien und/oder ein oder mehreren Klebern zu bewerkstelligen.
Beispielsweise können die beiden Schichten mittels einer kreuzförmigen Klebestruktur
verbunden sein.
[0036] Erfindungsgemäß ermöglicht die Verbindung auch eine verbesserte Resistenz und Haltbarkeit
gegenüber Temperaturschwankungen. Auch kann durch diese Art der Verbindung einer Temperatur-Ausdehnung
der unterschiedlichen Materialien der Helmkalotte Rechnung getragen werden. Insbesondere
können die unterschiedlichen Materialien der Helmkalotte unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten
aufweisen und sich somit bei gleicher Temperatur relativ zueinander bewegen. Gemäß
der vorliegenden Erfindung kann dennoch eine verbesserte Verbindung erzielt werden.
[0037] In einem weiteren Beispiel kann die feste Verbindung zwischen der innenliegenden
und der außenliegenden Schicht Aramid-Einlagen und/oder Carbon umfassen.
[0038] In manchen Beispielen kann es von Vorteil sein, wenn die Verbindung der innenliegenden
Schicht und der außenliegenden Schicht mit Schrauben ausgestaltet ist. Dies kann darauf
zurückzuführen sein, dass Verbindungen mittels Schrauben einfacher zu montieren sind.
Ferner können Verbindungen mittels Schrauben im Wesentlichen zerstörungsfrei demontiert
werden. Dies ermöglicht eine flexible Montage und, falls gewünscht, eine flexible
Demontage. Beispielsweise könnte die vereinfachte Demontage hilfreich sein, um eine
Schicht und/oder eine Kalotte schnell und effizient auszutauschen.
[0039] Es kann jedoch auch vorteilhaft sein, wenn die Verbindung ohne Schrauben erfolgt.
Eine Schraube könnte sich nämlich unter Beschuss zu einem Sekundärgeschoss entwickeln
und den Kopf des Trägers schwer verletzen. Auch unter Schlageinwirkung könnte ein
ein- oder durchgreifendes Element den Kopf verletzen.
[0040] Vorzugsweise weist die nach außen gerichtete Krümmung der innenliegenden Schicht
im Abschlussbereich einen Krümmungsradius mit einer Länge auf, die mindestens 100%,
bevorzugt mindestens 140%, weiter bevorzugt mindestens 160%, ferner bevorzugt mindestens
180%, am meisten bevorzugt mindestens 200% einer Wanddicke der innenliegenden Schicht
im Abschlussbereich entspricht, und/oder die nach außen gerichtete Krümmung der innenliegenden
Schicht weist im Abschlussbereich einen Krümmungsradius mit einer Länge auf, die maximal
400%, bevorzugt maximal 340%, weiter bevorzugt maximal 280%, ferner bevorzugt maximal
240%, am meisten bevorzugt maximal 200% einer Wanddicke der innenliegenden Schicht
im Abschlussbereich entspricht.
[0041] Der Krümmungsradius sollte nicht zu gering sein, um das Material im Bereich der Krümmung
nicht zu sehr zu schwächen. Bei einer starken Krümmung könnte das Material mitunter
spröder werden. Die Krümmung ist jedoch vorteilhaft für die Sicherheit des Trägers.
Somit ergibt sich eine Balance, um beiden Effekten Rechnung zu tragen. Diese Balance
kann unter anderem von der Wanddicke der innenliegenden Schicht und/oder dem Bearbeitungsverfahren
abhängig sein. Bei einer Wanddicke der innenliegenden Schicht im Abschlussbereich
der Helmkalotte von ungefähr 1 mm beträgt ein Krümmungsradius von 200% gemäß obiger
Ausführung 2 mm.
[0042] Die nach außen gerichtete Krümmung der innenliegenden Schicht im Abschlussbereich
kann im Wesentlichen einer Bördel entsprechen.
[0043] Eine Bördel kann auch als Krempe, Kante, Umformung, Abkantung, Abwinkelung oder Ähnliches
aufgefasst werden. Eine Bördel kann insbesondere durch Bördeln, beispielsweise mit
einer Bördelmaschine, bereitgestellt werden.
[0044] In einer weiteren Ausführungsform ist bei der Helmkalotte nach einer der vorhergehenden
Ausführungsformen die innenliegende Schicht in Umlaufrichtung des Abschlussbereichs
abschnittsweise nach außen gekrümmt, sodass die Helmkalotte zumindest einen ersten
Abschnitt ohne Krümmung und zumindest einen ersten Abschnitt mit nach außen gerichteter
Krümmung in Umlaufrichtung des Abschlussbereichs aufweist.
[0045] Die Abschnitte der Helmkalotte im Abschlussbereich ohne Krümmung können beispielweise
einen horizontalen und somit nicht gekrümmten Abschluss aufweisen. Vorteilhaft können
somit Abschnitte bereitgestellt werden, in welchen eine Krümmung besonders bedeutsam
ist. Auf diese Weise können gezielt Bereiche des Kopfes des Trägers auf verbesserte
Weise geschützt werden. Andere Bereiche können beispielsweise noch weitere Bauteile
umfassen, wodurch eine Krümmung nicht erforderlich ist oder durch die Bauweise nicht
ermöglicht werden kann. Beispielsweise kann an fertigungstechnisch schwierigen Positionen,
wie Radien, Kanten, Ecken oder dergleichen, keine nach außen gekrümmte innenliegende
Schicht vorliegen oder diese lediglich minimal ausgestaltet sein. Somit kann die Bereitstellung
einer erfindungsgemäßen Helmkalotte effizienter und kosten-effektiver gestaltet werden.
[0046] In einer weiteren Ausführungsform ist bei der Helmkalotte nach einer der vorhergehenden
Ausführungsformen die innenliegende Schicht in Umlaufrichtung des Abschlussbereichs
abschnittsweise nach außen gekrümmt, sodass die Helmkalotte zumindest einen ersten
und einen zweiten Abschnitt mit nach außen gerichteter Krümmung in Umlaufrichtung
des Abschlussbereichs aufweist, wobei der zweite Abschnitt einen anderen Krümmungsradius
und/oder in einem anderen Winkel nach außen gekrümmt ist und/oder die Stirnfläche
der außenliegenden Schicht mit einem anderen Wert abdeckt oder einen anderen Überstand
aufweist als der erste Abschnitt mit nach außen gerichteter Krümmung.
[0047] Mit dieser Anordnung können unterschiedliche Abschnitte mit verschiedenen Versteifungen
bereitgestellt werden. Insbesondere wird so eine flexible und zielgerichtete lokale
Verbesserung und Erhöhung der Sicherheit der Helmkalotte ermöglicht. Auf diese Weise
wird eine erhöhte Schutzwirkung für den Träger erzielt.
[0048] Ferner kann die innenliegende Schicht Titan, Polyethylen-Titan, Aramid, Aramid-Titan,
Polyethylen, und/oder ein Polyethylen-Carbon-Aramid Material umfassen, wobei die innenliegende
Schicht bevorzugt Titan umfasst, und/oder wobei die außenliegende Schicht Polyethylen
umfasst.
[0049] Diese Materialien sind leicht und widerstandsfähig. Titan hat den Vorteil, dass es
besonders leicht und widerstandsfähig ist. Titan ermöglicht somit eine hervorragende
Schutzwirkung bei gleichzeitig geringem Gewicht. Aramid ist sehr zugfest und nicht-brennbar
und daher ein besonders bevorzugtes Material. Beispielsweise kann ein Aramid eine
Zugfestigkeit von etwa 3000 MPa umfassen. Die Materialien können auch Carbon-Fasern
umfassen, die in einer Polymer-Matrix eingebettet sind. Die Polymer-Matrix kann ein
thermoplastisches Polymer umfassen. Die Polymer-Matrix kann ein Polyamid oder Polyetheretherketon
umfassen. Die Carbon-Fasern können verwebt sein. Dies hat den Vorteil, dass die Widerstandsfähigkeit
weiter verbessert wird. Auf diese Weise kann eine Helmkalotte für einen ballistischen
Schutzhelm bereitgestellt werden, wobei die Helmkalotte schusshemmend wirkt.
[0050] Die innenliegende Schicht besteht bevorzugt aus Titan, kann jedoch aus Gewichtsgründen
auch aus Polyethylen bestehen. In einem solchen Fall ist es vorteilhaft, die innenliegende
Schichte mit Fasern zu verstärken.
[0051] Die Erfindung betrifft ferner einen ballistischer Schutzhelm, umfassend:
- (a) eine Helmkalotte wie beschrieben, und
- (b) optional ein Innen- und/oder Außensystem.
[0052] Der erfindungsgemäße Schutzhelm kombiniert sämtliche vorstehend beschriebenen Vorteile
der Helmkalotte mit einem optionalen Innen- und/oder Außensystem. Somit wird insgesamt
ein verbesserter Schutz für den Träger bereitgestellt, wobei gleichzeitig die vorteilhaften
Effekte eines Innen- und Außensystem genutzt werden können. Damit ergibt sich auch
ein größerer Komfort für den Träger.
[0053] Ein Außensystem kann zum Beispiel Zubehör an einem Schutzhelm von außen aufnehmen.
Solches Zubehör umfasst beispielsweise ein Visier, eine Beleuchtung, ein Nachtsichtgerät,
eine Kamera oder zusätzliche Schutzschilder gegen Direktbeschuss von vorne.
[0054] Ein Innensystem kann zum Beispiel Polsterelemente umfassen, welche beispielsweise
ein oder mehrere Belüftungskanäle umfassen. Dies hat den Vorteil, dass die Belüftung
und somit der Tragekomfort verbessert wird.
[0055] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung einer Helmkalotte für
einen ballistischen Schutzhelm, aufweisend die folgenden Schritte:
- (a) Bereitstellen zumindest einer innenliegenden Schicht und zumindest einer außenliegenden
Schicht, wobei die innenliegende Schicht und die außenliegende Schicht einen zumindest
teilweise umlaufenden Abschlussbereich der Helmkalotte ausbilden, und
- (b) Umformen, insbesondere Krümmen oder Bördeln, der innenliegenden Schicht im Abschlussbereich
zumindest teilweise nach außen, um die außenliegende Schicht zumindest teilweise zu
umschließen.
[0056] Es versteht sich, dass die für die Helmkalotte gezeigten bzw. beschriebenen technischen
Eigenschaften, die Vorteile und die Verbesserungen gegenüber dem Stand der Technik
ebenso auf das Verfahren zur Herstellung einer Helmkalotte für einen ballistischen
Schutzhelm Anwendung finden.
[0057] Der Anmelderin ist es gelungen, den Fertigungsprozess von Helmkalotten, die beispielsweise
Titan umfassen, soweit zu optimieren, dass diese eine erheblich verbesserte ballistische
Schutzwirkung aufweisen als bekannte Helmkalotten. Insbesondere ist das Verfahren
effizient und kosteneffektiv.
4. Kurze Beschreibung der Figuren
[0058] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen nur beispielhaft beschrieben. Es
wird auf die folgenden begleitenden Abbildungen verwiesen:
- Fig. 1
- zeigt eine herkömmliche Helmkalotte in einer Seitenansicht sowie eine Detailaufnahme
einer herkömmlichen Helmkalotte in einer Seitenansicht;
- Fig. 2
- zeigt eine Helmkalotte gemäß der vorliegenden Erfindung in einer Seitenansicht sowie
eine Detailaufnahme einer Helmkalotte der vorliegenden Erfindung in einer Seitenansicht;
- Fig. 3
- zeigt eine Detailaufnahme einer Helmkalotte in einer ersten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung in einer Seitenansicht;
- Fig. 4
- zeigt eine Detailaufnahme einer Helmkalotte in einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung in einer Seitenansicht;
- Fig. 5
- zeigt eine Detailaufnahme einer Helmkalotte in einer dritten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung in einer Seitenansicht;
- Fig. 6
- zeigt eine Detailaufnahme einer Helmkalotte in einer vierten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung in einer Seitenansicht;
- Fig. 7
- zeigt eine Detailaufnahme einer Helmkalotte in einer fünften Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung in einer Seitenansicht;
- Fig. 8
- zeigt eine Helmkalotte in einer weiteren Ausführungsform gemäß der vorliegenden Erfindung
in einer Seitenansicht;
- Fig. 9
- zeigt einen ballistischen Schutzhelm in einer weiteren Ausführungsform gemäß der vorliegenden
Erfindung in einer Perspektivansicht;
- Fig. 10
- zeigt einen ballistischen Schutzhelm in einer weiteren Ausführungsform gemäß der vorliegenden
Erfindung in einer Perspektivansicht;
- Fig. 11
- zeigt einen ballistischen Schutzhelm der vorherigen Ausführungsform in einer Ansicht
von oben;
- Fig. 12
- zeigt eine Helmkalotte in einer Ausführungsform gemäß der vorliegenden Erfindung in
einem Zustand nach Einwirken eines ballistischen Fremdkörpers; und
- Fig. 13
- zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur Herstellung einer Helmkalotte gemäß
der vorliegenden Erfindung.
5. Detaillierte Beschreibung der Figuren
[0059] Im Folgenden werden nur einige mögliche Ausführungsformen der Erfindung im Detail
beschrieben. Jedoch ist die vorliegende Erfindung nicht auf diese beschränkt und eine
Vielzahl von anderen Ausführungsformen ist anwendbar, ohne vom Umfang der Erfindung
abzuweichen. Die vorgestellten Ausführungsformen können auf vielfache Weise modifiziert
und miteinander kombiniert werden, wann immer sie kompatibel sind, und bestimmte Merkmale
können weggelassen werden, soweit sie entbehrlich erscheinen. Insbesondere können
die offenbarten Ausführungsformen durch Kombination bestimmter Merkmale einer Ausführungsform
mit einem oder mehreren Merkmalen einer anderen Ausführungsform modifiziert werden.
[0060] Während die nachstehenden Ausführungsformen hauptsächlich unter Bezugnahme auf ein
Helmkalotte für einen ballistischen Schutzhelm beschrieben werden, wird der Fachmann
erkennen, dass das Verfahren zur Herstellung einer entsprechenden Helmkalotte gleichfalls
von den genannten Merkmalen und Vorteilen profitiert.
[0061] In den gesamten vorliegenden Figuren und der Beschreibung beziehen sich die gleichen
Bezugszeichen auf die gleichen Elemente. Die Figuren sind möglicherweise nicht maßstabsgetreu,
und die relative Größe, Proportionen und Darstellung von Elementen in den Figuren
können zur Klarheit, Veranschaulichung und Zweckmäßigkeit übertrieben sein.
[0062] Fig. 1 zeigt eine herkömmliche Helmkalotte 10' in einer Seitenansicht sowie eine
Detailaufnahme einer herkömmlichen Helmkalotte 10' in einer Seitenansicht. Es ist
eine innenliegende Schicht 20' und eine außenliegende Schicht 30' dargestellt. Im
Abschlussbereich 40' der konventionellen Helmkalotte 10' weist die Stirnfläche 31'
der außenliegenden Schicht einen horizontalen und offenen Übergang zur Umgebung auf.
[0063] Dies ist besonders nachteilig hinsichtlich der Schutzwirkung der Helmkalotte 10'
gegen die Einwirkung ballistischer Fremdkörper.
[0064] Fig. 2 zeigt eine Helmkalotte 10 gemäß der vorliegenden Erfindung in einer Seitenansicht
sowie eine Detailaufnahme einer Helmkalotte 10 der vorliegenden Erfindung in einer
Seitenansicht.
[0065] Die Helmkalotte 10 für einen ballistischen Schutzhelm umfasst zumindest eine innenliegende
Schicht 20, und zumindest eine außenliegende Schicht 30. Die innenliegende Schicht
20 und die außenliegende Schicht 30 bilden einen zumindest teilweise umlaufenden Abschlussbereich
40 der Helmkalotte 10 aus. Zudem ist die innenliegende Schicht 20 im Abschlussbereich
40 zumindest teilweise nach außen gekrümmt, um die außenliegende Schicht 30 zumindest
teilweise zu umschließen.
[0066] Ein derartige Helmkalotte 10 verbessert die Versteifung der Helmkalotte 10 insbesondere
im Abschlussbereich 40 der Helmkalotte 10. Ein solcher Abschlussbereich 40 stellt
üblicherweise eine Schwachstelle hinsichtlich der Robustheit und Widerstandsfähigkeit
der Helmkalotte dar. Mit dieser Ausführungsform kann, aufgrund der Krümmung, die Festigkeit
in diesem Bereich wesentlich erhöht werden. Somit kann ein Einwirken eines ballistischen
Fremdkörpers in verbesserter Weise aufgefangen werden. Insbesondere können sich die
innen- 20 und außenliegenden 30 Schichten derart verformen, dass bei Einwirkung eines
Fremdkörpers eine Fangtasche ausgebildet wird, die eine Ablenkung des ballistischen
Fremdkörpers hin zum Körperbereich des Trägers verhindert. Die Fangtasche kann sich
beispielsweise um den ballistischen Fremdkörper herum ausbilden.
[0067] Obwohl in Fig. 2 lediglich zwei Schichten dargestellt sind, kann die Helmkalotte
40 auch mehrere Schichten umfassen.
[0068] Die innenliegende Schicht 20 weist Titan auf. Titan ermöglicht eine hervorragende
Schutzwirkung bei gleichzeitig geringem Gewicht. Alternativ kann auch Polyethylen
eingesetzt werden, welches faserverstärkt ausgeführt ist. Diese Alternative kommt
insbesondere dann in Betracht, wenn das Gewicht weiter reduziert werden soll.
[0069] Die Wanddicke 23 der innenliegenden Schicht 20 kann beispielsweise ungefähr 1,0 mm
oder mehr, beispielsweise 1,5 mm betragen. Der Krümmungsradius der nach außen gekrümmten
innenliegenden Schicht 20 beträgt dann beispielsweise 2 mm oder mehr, beispielsweise
3 mm. Der Krümmungsradius sollte nicht zu gering sein, um das Material im Bereich
der Krümmung nicht zu sehr zu schwächen.
[0070] Fig. 3 zeigt eine Detailaufnahme einer Helmkalotte 10 in einer ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in einer Seitenansicht. In dieser beispielhaften Ausführungsform
ist die innenliegende Schicht 20 im Abschlussbereich 40 in einem Winkel von 90° nach
außen gekrümmt. Insbesondere umschließt die innenliegende Schicht 20 die außenliegende
Schicht 30 in einer L-Form.
[0071] Ferner weist die außenliegende Schicht 30 im Abschlussbereich 40 eine zumindest teilweise
umlaufende Stirnfläche 31 auf. Außerdem kontaktiert die im Abschlussbereich 40 nach
außen gekrümmte innenliegende Schicht 20 die Stirnfläche 31 der außenliegenden Schicht
30. Zudem deckt die innenliegende Schicht 20 die Stirnfläche 31 der außenliegenden
Schicht 30 zu ungefähr 100% ab. Es sind jedoch auch andere Konstellationen und Kombinationen
im Lichte der Erfindung denkbar und die Erfindung ist keinesfalls auf diese Ausführungsform
beschränkt.
[0072] Fig. 4 zeigt eine Detailaufnahme einer Helmkalotte 10 in einer zweiten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in einer Seitenansicht. In dieser beispielhaften Ausführungsform
ist die innenliegende Schicht 20 im Abschlussbereich 40 in einem Winkel von ungefähr
20° bis 30° nach außen gekrümmt.
[0073] In diesem Beispiel kontaktiert die im Abschlussbereich 40 nach außen gekrümmte innenliegende
Schicht 20 nicht die Stirnfläche 31 der außenliegenden Schicht 30. Der entsprechende
Abstand zwischen der innenliegenden Schicht 20 und der außenliegenden Schicht 30 kann
durch Auftragung eines Mittels, beispielsweise einer Dichtungsmasse, insbesondere
Kitt, vermindert werden. Auf diese Weise dringt kein Schmutz oder Regen oder Ähnliches
ein. Zudem ergeben sich keine scharfen Kanten.
[0074] Fig. 5 zeigt eine Detailaufnahme einer Helmkalotte 10 in einer dritten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in einer Seitenansicht. In diesem Beispiel ist die innenliegende
Schicht 20 im Abschlussbereich 40 so gekrümmt, dass die außenliegende Schicht 30 im
Abschlussbereich 40 zumindest teilweise in einer U-Form umschlossen ist.
[0075] Somit umgibt die innenliegende Schicht 20 die außenliegende Schicht 30 im Abschlussbereich
40 auch zum Teil von außen. Auf diese Weise ergibt sich zumindest teilweise im Abschlussbereich
40 ein nahezu vollumfänglicher Umschluss. Dies trägt zur verbesserten Ausbildung einer
Fangtasche 45 bei Einwirkung eines ballistischen Fremdkörpers bei. Somit ist die Sicherheit
des Trägers erhöht. Die Ausbildung einer Fangtasche ist in Fig. 12 schematisch gezeigt.
[0076] Der äußere U-Schenkel 22 der U-Form weist eine Länge ungefähr 100% des beide U-Schenkel
verbindenden Stegs 22 der U-Form auf. Es sind jedoch auch andere Längen denkbar und
im Lichte der Erfindung anwendbar.
[0077] Fig. 6 zeigt eine Detailaufnahme einer Helmkalotte 10 in einer vierten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in einer Seitenansicht. In dieser beispielhaften Ausführungsform
weist die nach außen gerichtete Krümmung der innenliegenden Schicht 20 im Abschlussbereich
40 der Helmkalotte 10 einen ähnlichen Winkel wie gemäß Fig. 3 auf.
[0078] Die Abdeckung der Stirnfläche 31 der außenliegenden Schicht 30 kann verschiedenartig
eingestellt werden. Jedes Ausmaß an Abdeckung stellt für sich genommen eine vorteilhafte
Erhöhung der Sicherheit für den Träger dar. In diesem Beispiel deckt die innenliegende
Schicht 20 die Stirnfläche 31 der außenliegenden Schicht zu ungefähr 60% bis 70% ab.
[0079] Fig. 7 zeigt eine Detailaufnahme einer Helmkalotte 10 in einer fünften Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in einer Seitenansicht. In dieser beispielhaften Ausführungsform
weist die nach außen gerichtete Krümmung der innenliegenden Schicht 20 im Abschlussbereich
40 der Helmkalotte 10 ebenfalls einen ähnlichen Winkel wie gemäß Fig. 3 auf.
[0080] In diesem Beispiel weist die innenliegende Schicht 20 einen Überstand von ungefähr
20% bis 30% bezüglich der Stirnfläche 31 der außenliegenden Schicht auf.
[0081] Fig. 8 zeigt eine Helmkalotte 10 in einer weiteren Ausführungsform gemäß der vorliegenden
Erfindung in einer Seitenansicht. Die Helmkalotte 10 weist im Wesentlichen ähnliche
oder die gleichen Eigenschaften auf wie die vorherigen beschriebenen Ausführungsformen
einer erfindungsgemäßen Helmkalotte 10, sofern nicht anders nachfolgend beschrieben.
[0082] Die innenliegende Schicht 20 der Helmkalotte 10 gemäß dieser Ausführungsform ist
in Umlaufrichtung des Abschlussbereichs 40 abschnittsweise nach außen gekrümmt. Mithin
weist die Helmkalotte 10 zumindest einen ersten Abschnitt ohne Krümmung 50 und zumindest
einen ersten Abschnitt mit nach außen gerichteter Krümmung 51 in Umlaufrichtung des
Abschlussbereichs 40 auf.
[0083] Ebenso zeigt Fig. 8 weitere Abschnitte 52, 53, die alternativ oder zusätzlich zu
den Abschnitten 50 und 51 vorliegen können. Auch können die Abschnitte 50, 51, 52,
53 in jeder beliebigen Kombination vorliegen. Ebenso können auch mehrere solcher Abschnitte
vorliegen.
[0084] Beispielsweise ist die innenliegende Schicht 20 in Umlaufrichtung des Abschlussbereichs
40 abschnittsweise derart nach außen gekrümmt, dass die Helmkalotte 10 zumindest einen
ersten 51 und einen zweiten 53 Abschnitt mit nach außen gerichteter Krümmung in Umlaufrichtung
des Abschlussbereichs aufweist. Zwischen den beiden Abschnitten kann sich ein Abschnitt
ohne Krümmung 52 befinden. Der zweite Abschnitt 53 kann einen anderen Krümmungsradius
aufweisen und/oder in einem anderen Winkel nach außen gekrümmt sein und/oder die Stirnfläche
31 (nicht gezeigt in Fig. 8) der außenliegenden Schicht 30 mit einem anderen Wert
abdecken oder einen anderen Überstand aufweisen als der erste Abschnitt 51 mit nach
außen gerichteter Krümmung. Durch die unterschiedliche Ausgestaltung der Krümmung
nach außen können unterschiedliche Abschnitte mit verschiedenen Versteifungen bereitgestellt
werden. Dies kann vorteilhaft dazu genutzt werden, um lokal an bedeutsamen Abschnitten
die Sicherheit der Helmkalotte 10 und somit die Sicherheit des Trägers weiter zu erhöhen.
[0085] Ferner zeigt Fig. 8 die Abschnitte 50 und 52 ohne Krümmung. Die Abschnitte 50 und
52 liegen an Stellen des Abschlussbereichs 40 in Umlaufrichtung vor, welche eine Kante
darstellen. Dies kann so verstanden werden, dass die Abschnitte 50 und 52 an Stellen
vorliegen, in welchen die Helmkalotte 10 in vertikaler Richtung eine Höhenänderung
erfährt.
[0086] Die Anordnung gemäß Fig. 8 bietet den Vorteil, dass Abschnitte der Helmkalotte 10,
insbesondere des Abschlussbereichs 40 der Helmkalotte 10 gezielt ausgearbeitet und
den lokalen Erfordernissen in Umlaufrichtung des Abschlussbereich 40 angepasst werden
können. Zum Beispiel können noch weitere Bauteile am Schutzhelm 100 in Umlaufrichtung
vorgesehen sein, wodurch eine Krümmung nicht erforderlich ist. Zudem kann an fertigungstechnisch
schwierigen Positionen (Radien, Kanten, Ecken oder dergleichen), keine nach außen
gekrümmte innenliegende Schicht 20 vorliegen oder diese lediglich minimal ausgestaltet
sein. Auf diese Weise wird das Fertigungsverfahren effizienter und kosten-effektiver.
[0087] Fig. 9 zeigt einen ballistischen Schutzhelm 100 in einer weiteren Ausführungsform
gemäß der vorliegenden Erfindung in einer Perspektivansicht. Die Ausführungsform der
Fig. 9 entspricht derjenigen in Fig. 8. In der Perspektivansicht wird die im Wesentlichen
konvexe Form der Helmkalotte verdeutlicht. Zudem ist die Helmkalotte eine im Wesentlichen
kugelförmige Kalotte oder Kugelkalotte, Kugelkappe oder Kugelhaube, wodurch sie am
Kopf eines Trägers aufgenommen werden kann.
[0088] Fig. 10 zeigt einen ballistischen Schutzhelm 100 in einer weiteren Ausführungsform
gemäß der vorliegenden Erfindung in einer Perspektivansicht. In dieser Ausführungsform
ist die innenliegende Schicht 20 im Abschlussbereich 40 so gekrümmt, dass die außenliegende
Schicht 30 im Abschlussbereich 40 in einer U-Form umschlossen ist. Es ist zu erkennen,
dass die U-Form einen äußeren Schenkel 22 aufweist, der größer als 100% des beide
U-Schenkel verbindenden Stegs 21 der U-Form ist. In dieser Figur kann der äußere Schenkel
22 sogar mehr als 3-mal so groß bzw. lang sein wie der beide U-Schenkel verbindende
Steg 21 der U-Form.
[0089] Fig. 11 zeigt den ballistischen Schutzhelm 100 der vorherigen Ausführungsform in
einer Ansicht von oben. Aus der Ansicht von oben ist ein Überstand der innenliegenden
Schicht 20 zu erkennen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die innenliegende Schicht
20 im Abschlussbereich 40 derart gekrümmt ist, dass die außenliegende Schicht 30 im
Abschlussbereich 40 zumindest teilweise in einer U-Form umschlossen ist. Somit ist
die Schutzwirkung des Helms 100 verbessert.
[0090] Fig. 12 zeigt eine Helmkalotte in einer Ausführungsform gemäß der vorliegenden Erfindung
in einem Zustand nach Einwirken eines ballistischen Fremdkörpers. Insbesondere ist
eine Detailaufnahme einer Helmkalotte gezeigt, die einen Abschlussbereich 40 darstellt.
Es soll schematisch das Ausbilden einer Fangtasche 45 angedeutet werden.
[0091] Die innenliegende 20 und die außenliegende 30 Schichten können sich bei Einwirken
eines Fremdkörpers derart verformen, dass eine Fangtasche 45 ausgebildet wird. Diese
Fangtasche 45 verhindert auf vorteilhafte Weise, dass eine Ablenkung des ballistischen
Fremdkörpers hin zum Körperbereich des Trägers geschehen kann. Die Fangtasche 45 bildet
sich dabei um den ballistischen Fremdkörper herum aus. Dies kann unter anderem auf
die U-Form der innenliegenden Schicht 20 zurückzuführen sein. Der äußerer U-Schenkel
ist dabei vorteilhaft so ausgebildet, dass sich eine entsprechend große Fangtasche
45 bei Einwirkung eines Fremdkörpers ausbilden kann.
[0092] Somit ist die Sicherheit des Trägers signifikant erhöht. Zudem kann auf diese Weise
insgesamt eine erhöhte effektive Schutzfläche der Helmkalotte 10 generiert werden,
ohne dabei die tatsächliche Oberfläche der Helmkalotte 10 zu vergrößern.
[0093] Fig. 13 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 1000 zur Herstellung einer Helmkalotte
10 gemäß der vorliegenden Erfindung.
[0094] Das Verfahren 1000 zur Herstellung einer Helmkalotte 10 für einen ballistischen Schutzhelm
100 weist die folgenden Schritte auf:
Bereitstellen 1100 zumindest einer innenliegenden Schicht und zumindest einer außenliegenden
Schicht, wobei die innenliegende Schicht und die außenliegende Schicht einen zumindest
teilweise umlaufenden Abschlussbereich der Helmkalotte ausbilden, und
Umformen 1200, insbesondere Krümmen oder Bördeln, der innenliegenden Schicht im Abschlussbereich
zumindest teilweise nach außen, um die außenliegende Schicht zumindest teilweise zu
umschließen.
[0095] In einem Beispiel kann das Umformen 1200 das Pressen der innenliegenden Schicht im
Abschlussbereich nach außen umfassen. Das Pressen kann in einer Pressform vollzogen
werden. Das Umformen 1200 könnte auch in zwei separate Schritte aufgeteilt werden,
um das Umformen 1200 materialschonend durchzuführen. Zum Beispiel kann die innenliegende
Schicht im Abschlussbereich zunächst um einen ersten Winkel nach außen gekrümmt werden.
Ferner kann die innenliegende Schicht im Abschlussbereich um einen zweiten Winkel
nach außen gekrümmt werden. Die Krümmung um den zweiten Winkel kann sich an die Krümmung
um den ersten Winkel anschließen. Somit kann das Umformen 1200 in einem Beispiel in
zwei separate Schritte eingeteilt werden. Der erste Winkel könnte 45° sein. Der zweite
Winkel könnte ebenfalls 45° sein, relativ zur bereits gekrümmten innenliegenden Schicht.
Mithin wäre die innenliegende Schicht um 90° nach außen gekrümmt nach dem Schritt
des Umformens 1200. Bei diesem Vorgehen mittels eines Pressens kann es vorteilhaft
sein, wenn die innenliegende und/oder die außenliegende Schicht während des Pressens
von einer Pressform geführt wird. Es wäre auch vorteilhaft, wenn die innenliegende
und/oder die außenliegende Schicht innerhalb der Pressform entsprechend korrekt sitzen
oder innerhalb der Pressform korrekt befindlich sind.
[0096] In einem weiteren Beispiel kann das Umformen 1200 das Rollen der innenliegenden Schicht
im Abschlussbereich nach außen umfassen. Es wäre denkbar, das Rollen wie in einer
Sickenmaschine durchzuführen.
[0097] Eine Sickenmaschine kann als Vorrichtung aufgefasst werden, die zum Bilden geradliniger
oder gekrümmter Aushöhlungen oder Ausbuchtungen auf einem geraden Material oder an
Rohren geeignet ist oder dienlich ist. Sie kann aus zwei Walzen bestehen, von denen
eine die Positivform, die andere die Negativform der Aushöhlungen oder Ausbuchtungen
aufweist. Diese Walzen können auswechselbar ausgestaltet sein. Zwischen die Walzen
wird ein Material eingebracht. Mithin können eine oder beide Walzen manuell oder durch
einen Motor in Bewegung gesetzt werden, sodass das Material durchgezogen wird. Während
das Material durchgezogen wird, kann beispielsweise die obere Walze nach und nach
zugestellt werden, was zu einer stärkeren Umformung (z.B. Sickentiefe) führt. Entsprechend
kann dies als namensgebend für eine Sicke, mithin eine rinnenförmige Vertiefung, aufgefasst
werden.
[0098] Bevorzugt wird jedoch das Umformen 1200 mittels des Pressens durchgeführt. Das Rollen
könnte dahingehend nachteilig sein, dass die Anordnung zu einer Instabilität führt,
was zu einer verminderten Qualität des Umformens 1200 führen könnte.
[0099] Das Verfahren 100 könnte zudem noch einen Schritt des Schneidens oder Abschneidens
der gekrümmten innenliegenden Schicht umfassen. Beispielsweise könnte dieses Schneiden
oder Abschneiden umlaufend in gleichem Abstand erfolgen. Das Schneiden oder Abschneiden
könnte zudem mit Wasserstrahl, bevorzugt mit Laserstrahl erfolgen.
[0100] Der Schutzumfang wird durch die Patentansprüche bestimmt und ist nicht durch die
Ausführungsbeispiele beschränkt.
6. Liste der Bezugszeichen
[0101]
- 10
- Helmkalotte
- 20
- Innenliegende Schicht
- 21
- Steg
- 22
- Äußere U-Schenkel
- 23
- Wanddicke
- 30
- Außenliegende Schicht
- 31
- Stirnfläche
- 40
- Abschlussbereich
- 45
- Fangtasche
- 50
- Erster Abschnitt ohne Krümmung
- 51
- Erster Abschnitt mit Krümmung
- 52
- Zweiter Abschnitt ohne Krümmung
- 53
- Zweiter Abschnitt mit Krümmung
- 100
- Schutzhelm
- 1000
- Verfahren
- 1100
- Verfahrensschnitt: Bereitstellen
- 1200
- Verfahrensschnitt: Umformen
1. Eine Helmkalotte (10) für einen ballistischen Schutzhelm (100), umfassend:
(a) zumindest eine innenliegende Schicht (20), und
(b) zumindest eine außenliegende Schicht (30),
wobei die innenliegende Schicht (20) und die außenliegende Schicht (30) einen zumindest
teilweise umlaufenden Abschlussbereich (40) der Helmkalotte (10) ausbilden,
wobei die innenliegende Schicht (20) im Abschlussbereich (40) zumindest teilweise
nach außen gekrümmt ist, um die außenliegende Schicht (30) zumindest teilweise zu
umschließen.
2. Die Helmkalotte (10) nach dem vorherigen Anspruch, wobei die innenliegende Schicht
(20) im Abschlussbereich (40) in einem Winkel von mindestens 20°, bevorzugt 40°, weiter
bevorzugt mindestens 60°, ferner bevorzugt mindestens 80°, am meisten bevorzugt in
einem Winkel von mindestens 90° nach außen gekrümmt ist, und/oder
wobei die innenliegende Schicht (20) im Abschlussbereich (40) in einem Winkel von
maximal 110°, bevorzugt maximal 100°, am meisten bevorzugt in einem Winkel von maximal
90° nach außen gekrümmt ist.
3. Die Helmkalotte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die innenliegende
Schicht (20) die außenliegende Schicht (30) zumindest teilweise in einer L-Form umschließt.
4. Die Helmkalotte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die außenliegende
Schicht (30) im Abschlussbereich (40) eine zumindest teilweise umlaufende Stirnfläche
(31) aufweist,
wobei die innenliegende Schicht (20) die Stirnfläche (31) der außenliegenden Schicht
(30) zu mindestens 10%, bevorzugt mindestens 30%, weiter bevorzugt mindestens 50%,
ferner bevorzugt mindestens 80%, am meisten bevorzugt zu mindestens 100% abgedeckt,
und/oder
wobei die innenliegende Schicht (20) bezüglich der Stirnfläche (31) der außenliegenden
Schicht (30) einen Überstand von maximal 40%, bevorzugt maximal 30%, weiter bevorzugt
maximal 20%, ferner bevorzugt maximal 10%, am meisten bevorzugt keinen Überstand aufweist.
5. Die Helmkalotte (10) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die im Abschlussbereich
(40) nach außen gekrümmte innenliegende Schicht (20) die Stirnfläche (31) der außenliegenden
Schicht (30) kontaktiert und/oder aufnimmt.
6. Die Helmkalotte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die innenliegende
Schicht (20) im Abschlussbereich (40) ferner so gekrümmt ist, dass die außenliegende
Schicht (30) im Abschlussbereich (40) zumindest teilweise in einer U-Form umschlossen
ist.
7. Die Helmkalotte (10) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der äußere U-Schenkel
(22) der U-Form eine Länge von mindestens 10%, bevorzugt mindestens 30%, weiter bevorzugt
mindestens 50%, ferner bevorzugt mindestens 80%, am meisten bevorzugt mindestens 100
% des beide U-Schenkel verbindenden Stegs (21) der U-Form aufweist, und/oder
wobei der äußere U-Schenkel (22) der U-Form eine Länge von maximal 150%, bevorzugt
maximal 130%, weiter bevorzugt maximal 120%, ferner bevorzugt maximal 110%, am meisten
bevorzugt maximal 100 % des beide U-Schenkel verbindenden Stegs (21) der U-Form aufweist.
8. Die Helmkalotte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die innenliegende
Schicht (20) und die außenliegende Schicht (30) zumindest im Abschlussbereich (40)
fest verbunden, bevorzugt verklebt und/oder verschraubt sind.
9. Die Helmkalotte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die nach außen
gerichtete Krümmung der innenliegenden Schicht (20) im Abschlussbereich (40) einen
Krümmungsradius mit einer Länge aufweist, die mindestens 100%, bevorzugt mindestens
140%, weiter bevorzugt mindestens 160%, ferner bevorzugt mindestens 180%, am meisten
bevorzugt mindestens 200% einer Wanddicke (23) der innenliegenden Schicht (20) im
Abschlussbereich (40) innenliegenden Schicht (20) entspricht, und/oder
wobei die nach außen gerichtete Krümmung der innenliegenden Schicht (20) im Abschlussbereich
(40) einen Krümmungsradius mit einer Länge aufweist, die maximal 400%, bevorzugt maximal
340%, weiter bevorzugt maximal 280%, ferner bevorzugt maximal 240%, am meisten bevorzugt
maximal 200% einer Wanddicke (23) der innenliegenden Schicht (20) im Abschlussbereich
(40) entspricht.
10. Die Helmkalotte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die nach außen
gerichtete Krümmung der innenliegenden Schicht (20) im Abschlussbereich (40) im Wesentlichen
einer Bördel entspricht.
11. Die Helmkalotte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die innenliegende
Schicht (20) in Umlaufrichtung des Abschlussbereichs (40) abschnittsweise nach außen
gekrümmt ist, sodass die Helmkalotte (10) zumindest einen ersten Abschnitt (50) ohne
Krümmung und zumindest einen ersten Abschnitt (51) mit nach außen gerichteter Krümmung
in Umlaufrichtung des Abschlussbereichs (40) aufweist.
12. Die Helmkalotte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die innenliegende
Schicht (20) in Umlaufrichtung des Abschlussbereichs (40) abschnittsweise nach außen
gekrümmt ist, sodass die Helmkalotte (10) zumindest einen ersten (51) und einen zweiten
Abschnitt (53) mit nach außen gerichteter Krümmung in Umlaufrichtung des Abschlussbereichs
(40) aufweist,
wobei der zweite Abschnitt (53) einen anderen Krümmungsradius und/oder in einem anderen
Winkel nach außen gekrümmt ist und/oder die Stirnfläche (31) der außenliegenden Schicht
(30) mit einem anderen Wert abdeckt oder einen anderen Überstand aufweist als der
erste Abschnitt (51) mit nach außen gerichteter Krümmung.
13. Die Helmkalotte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die innenliegende
Schicht (20) Titan, Polyethylen-Titan, Aramid-Titan, Polyethylen, und/oder ein Polyethylen-Carbon-Aramid
Material umfasst, wobei die innenliegende Schicht (20) bevorzugt Titan umfasst, und/oder
wobei die außenliegende Schicht (30) Polyethylen umfasst.
14. Ein ballistischer Schutzhelm (100), umfassend:
(a) eine Helmkalotte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, und
(b) optional ein Innen- und/oder Außensystem.
15. Ein Verfahren (1000) zur Herstellung einer Helmkalotte (10) für einen ballistischen
Schutzhelm (100), aufweisend die folgenden Schritte:
(a) Bereitstellen (1100) zumindest einer innenliegenden Schicht (20) und zumindest
einer außenliegenden Schicht (30), wobei die innenliegende Schicht (20) und die außenliegende
Schicht (30) einen zumindest teilweise umlaufenden Abschlussbereich (40) der Helmkalotte
(10) ausbilden, und
(b) Umformen (1200), insbesondere Krümmen oder Bördeln, der innenliegenden Schicht
(20) im Abschlussbereich (40) zumindest teilweise nach außen, um die außenliegende
Schicht (30) zumindest teilweise zu umschließen.