[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere
einer Kunststoff-Folie, mittels einer Wickelvorrichtung, wobei die Materialbahn von
mindestens einer ersten Walze zu mindestens einer zweiten Walze in eine Förderrichtung
geführt wird, wobei zwischen der ersten Walze und der zweiten Walze mindestens eine
Schneidvorrichtung angeordnet ist, die die Materialbahn in mindestens zwei Teilbahnen
schneidet, wobei die Teilbahnen in Förderrichtung hinter der zweiten Walze jeweils
zu einer Rolle aufgewickelt werden. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Wickelvorrichtung.
[0002] Beim Aufwickeln von Teilbahnen, die aus einer Materialbahn (Folienbahn) ausgeschnitten
wurden, kommt es typischerweise insbesondere aufgrund der eingesetzten Rezeptur, der
Fördergeschwindigkeit der Materialbahn, des Zugs in der Folie und der zum Einsatz
kommenden Klingen (Messer) beim Beschneiden der Materialbahn, insbesondere der Folie,
in Förderrichtung (Produktionsrichtung) zu Veränderungen im Material und daher zu
Beschädigung der Schnittkante. Wird die Schnittkante beim Aufwickeln stets an derselben
Stelle gewickelt, kommt es zu Problemen, so dass die fertige Rolle möglicherweise
unbrauchbar wird, d. h. insbesondere nicht mehr beschädigungsfrei abwickelbar.
[0003] Aus der
US 2014/0208905 A1 und der
US 10 494 215 B2 ist es zur Vermeidung dieses Problems bekannt, dass eine relative Oszillationsbewegung
zwischen Schneidmesser und zu schneidende Folie vorgesehen wird, wonach also das Beschneiden
der Folie durch Messer erfolgt, die quer zur Förderrichtung der Folie oszillieren.
Die
US 5 967 437 sieht hierzu vor, dass die gewickelte Rolle selber relativ zum Messer quer zur Förderrichtung
oszilliert. Eine hierzu ähnliche Lösung sieht die
US 8 100 356 B2 vor, bei der eine Walze vor dem Wickeln oszillatorisch bewegt wird.
[0004] Bei all den genannten Lösungen sind spezielle Verbindungselemente, Antriebe, Exzenter,
Zylinder usw. nötig. Hierdurch ist der vorrichtungstechnische Aufwand entsprechend
groß und die zum Einsatz kommenden Anlagen relativ teuer.
[0005] Der Erfindung liegt daher die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen,
mit dem bzw. mit der es möglich ist, in einfacher Weise und ohne hohen vorrichtungstechnischen
Aufwand dafür Sorge zu tragen, dass günstig gewickelte Rollen hergestellt werden können,
bei denen die oben genannten Probleme nicht auftreten.
[0006] Die
Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist verfahrensgemäß dadurch gekennzeichnet, dass
die mindestens eine erste Walze und die mindestens eine zweite Walze jeweils von einem
Antrieb so angetrieben werden, dass sich die Zugspannung in der Materialbahn oder
in den Teilbahnen in Förderrichtung der Materialbahn zeitlich verändert.
[0007] Die mindestens eine erste Walze und die mindestens eine zweite Walze können dabei
von ihrem Antrieb jeweils so angetrieben werden, dass sich die Zugspannung in der
Materialbahn oder in den Teilbahnen periodisch verändert. Besonders bevorzugt ist
dabei daran gedacht, dass die mindestens eine erste Walze und die mindestens eine
zweite Walze jeweils von ihrem Antrieb so angetrieben werden, dass sich die Zugspannung
in der Materialbahn oder in den Teilbahnen um einen Mittelwert herum im Wesentlichen
sinusförmig verändert. Bewerkstelligt werden kann die zeitvariable Zugspannung dadurch,
dass zumindest einer der Antriebe der Walzen in seiner Drehgeschwindigkeit zeitvariabel
(und insbesondere unter Zugrundelegung einer überlagerten Sinus-Funktion) gesteuert
bzw. geregelt wird.
[0008] Insoweit hat es sich bewährt, wenn vorgesehen wird, dass die maximal auf die Materialbahn
oder auf die Teilbahnen aufgebrachte Zugspannung sich so verändert, dass der Maximalwert
der Zugspannung um mindestens 0,1 %, vorzugsweise um mindestens 1,5 % und besonders
bevorzugt um mindestens 5,0 % höher ist als der Minimalwert der Zugspannung.
[0009] Die mindestens eine erste Walze wirkt nach einer bevorzugten Ausführungsform mit
einer weiteren Walze zusammen, um eine Zugspannung in der Materialbahn oder in den
Teilbahnen aufbauen zu können. Entsprechend kann auch vorgesehen sein, dass die mindestens
eine zweite Walze mit einer weiteren Walze zusammenwirkt, um eine Zugspannung in der
Materialbahn oder in den Teilbahnen aufbauen zu können.
[0010] Bevorzugt ist dabei vorgesehen, dass die mindestens eine erste Walze mit einer konstanten
Drehgeschwindigkeit angetrieben wird und die mindestens eine zweite Walze mit einer
sich zeitlich ändernden Drehgeschwindigkeit angetrieben wird. Betreffend die sich
zeitlich ändernde Drehgeschwindigkeit wird dabei bevorzugt so vorgegangen, dass diese
Änderung so erfolgt, dass der Maximalwert der Drehgeschwindigkeit um mindestens 0,1
%, vorzugsweise um mindestens 1,5 % und besonders bevorzugt um mindestens 5,0 % höher
ist als der Minimalwert der Drehgeschwindigkeit. Für die Änderung der Drehgeschwindigkeit
wird vorzugsweise wiederum ein sich periodisch ändernder Verlauf und insbesondere
ein sinusähnlicher Verlauf vorgegeben.
[0011] Bevorzugt erfolgt die Veränderung der Zugspannung in der Materialbahn oder in den
Teilbahnen so, dass sich die Breite der Materialbahn oder der Teilbahnen um einen
Wert von +/- 0,1 mm bis +/- 5 mm um den Mittelwert der Breite verändert. Unter dem
Mittelwert ist der arithmetische Mittelwert der entsprechenden Bahn zu verstehen,
der sich hier nach periodisch um die genannten Abmessungen ändert.
[0012] Die vorgeschlagene Wickelvorrichtung zum Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere
einer Kunststoff-Folie, weist mindestens eine erste Walze und mindestens eine zweite
Walze auf, mit der die Materialbahn in eine Förderrichtung geführt werden kann, wobei
die erste Walze und die zweite Walze jeweils mit einem Antrieb verbunden sind, mit
dem die Walzen gedreht werden können, weiterhin mindestens eine Schneidvorrichtung,
die zwischen der ersten Walze und der zweiten Walze angeordnet ist, um die Materialbahn
in mindestens zwei Teilbahnen schneiden zu können, und mindestens einen Wickler zum
Aufwickeln der Teilbahnen, wobei der Wickler in Förderrichtung hinter der zweiten
Walze angeordnet ist. Erfindungsgemäß vorgesehen ist, dass die Antriebe der ersten
Walze und der zweiten Walze mit einer Steuervorrichtung verbunden sind, wobei die
Steuervorrichtung ausgebildet ist, eine der Walzen mit einer ungleichförmigen Drehgeschwindigkeit
anzutreiben.
[0013] Bevorzugt ist die Steuervorrichtung ausgebildet, eine der Walzen periodisch veränderlich
anzutreiben, insbesondere so, dass sich die Drehgeschwindigkeit der Walze um einen
Mittelwert herum im Wesentlichen sinusförmig verändert.
[0014] Zur Erzeugung einer hinreichenden Haftung zwischen Folie und Walze kann vorgesehen
werden, dass die mindestens eine erste Walze mit einer weiteren Walze zusammenwirkt
und/oder dass die mindestens eine zweite Walze mit einer weiteren Walze zusammenwirkt.
[0015] Bevorzugt ist mindestens eine der Walzen mit einer Profilierung auf der Walzenoberfläche
versehen.
[0016] Bei der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Vorgehensweise wird die Materialbahn, insbesondere
die Kunststofffolie, also durch Veränderung der Zugspannung im Material zwischen zwei
Walzen und insbesondere durch das gezielte Beschleunigen bzw. Abbremsen von Walzen
gezielt gedehnt bzw. entspannt, so dass sich die Materialbahn durch einen unterschiedlichen
Grad der Einschnürung in der Breite verändert.
[0017] Nach Abbau der Zugspannung im Material verläuft damit die Schnittkante der Teilbahn
nicht mehr gerade, sondern gewellt und insbesondere "sinusförmig".
[0018] Das vorgeschlagene Verfahren wird insbesondere nach dem Beschnitt der Folie angewendet.
[0019] Die Änderung der Breite der Materialbahn bzw. der Teilbahnen, bevorzugt in einem
Bereich zwischen +/- 0,1 mm bis +/- 5 mm, führt bei der nachfolgenden Aufwicklung
der Teilbahnen dazu, dass die Schnittkante nicht immer an derselben Stelle gewickelt
wird.
[0020] Hierdurch wird es möglich, die Teilbahnen der Folie fehlerfrei, d. h. insbesondere
ohne Kantenverschweißungen, Fehlstellen und unabwickelbare Bereiche, zu wickeln.
[0021] Somit wird mit der vorgeschlagenen Vorgehensweise sichergestellt, dass die Schnittkante
der Folie bei den einzelnen Teilbahnen beim Wickeln nicht immer an derselben Stelle
liegt, wodurch die eingangs genannten Wickelprobleme verhindert werden können.
[0022] In vorteilhafter Weise wird dies nach der vorliegenden Erfindung in sehr kostengünstiger
Weise ermöglicht, da keine zusätzliche Vorrichtungsteile (zur Ausführung von Oszillationsbewegungen
quer zur Förderrichtung der Materialbahn) vorgesehen werden müssen.
[0023] Ferner kann die vorgeschlagene Vorgehensweise im Prozess aktiviert und deaktiviert
werden, so dass keine Beeinträchtigung der Produktion erfolgt. Bei den eingangs diskutierten
vorbekannten Lösungen mit der Oszillation der Messer ist bei Veränderung der Produktionsbedingungen
ein Anhalten der Anlage erforderlich, wodurch Abfall entsteht.
[0024] Das vorgeschlagene Verfahren kann weiterhin vorteilhaft unabhängig von der Breite
der Rollen genutzt werden. Die Teilnutzenbreite kann beliebt verstellt werden, insbesondere
ist auch die Anzahl der Teilnutzen bzw. Rollen flexibel wählbar.
[0025] In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
- Figur 1
- zeigt schematisch in der Seitenansicht eine Wickelvorrichtung zum Aufwickeln einer
in Teilbahnen geschnittenen Folienbahn gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung,
- Figur 2
- zeigt eine zu Figur 1 alternative Ausgestaltung der Wickelvorrichtung,
- Figur 3
- zeigt schematisch drei Teilbahnen, die aus der Folienbahn ausgeschnitten wurden, wobei
die Veränderung der Breite durch Aufbringen unterschiedlicher Zugspannungen illustriert
ist, und
- Figur 4
- zeigt die zur Rolle aufgewickelte Teilbahnen nach Abschluss des Wickelprozesses.
[0026] In den Figuren 1 und 2 sind zwei sehr ähnliche Ausführungsformen einer Wickelvorrichtung
2 dargestellt, mit denen eine Materialbahn 1 in Form einer Kunststofffolie in Teilbahnen
1a, 1b, 1c geschnitten und letztere dann zu fertig gewickelten Folienrollen 15 aufgewickelt
werden.
[0027] Wesentliche Elemente der Wickelvorrichtung 2 sind eine erste Walze 3, die bevorzugt
als angetriebene Festpunktwalze ausgebildet ist, sowie eine zweite Walze 4, die bevorzugt
als untere Schneidwalze ausgebildet ist. In Förderrichtung R der Materialbahn 1 zwischen
den beiden Walzen 3 und 4 befindet sich eine Schneidvorrichtung 5, mit der die Materialbahn
1 in die Teilbahnen 1a, 1b, 1c geschnitten wird.
[0028] Nicht dargestellt sind Antriebe, mit denen zum einen die erste Walze 3 und zum anderen
die zweite Walze 4 drehangetrieben werden. Gleichermaßen nicht dargestellt ist eine
Steuerungsvorrichtung, mit der die Antriebe der Walzen gesteuert werden.
[0029] Zentraler Aspekt des vorgeschlagenen Konzepts ist, dass die Zugspannung in der Materialbahn
1 bzw. in den Teilbahnen 1a, 1b, 1c (nach dem Schnitt) zeitlich veränderlich ist.
Zwar wird die erste Walze 3 mit einer für den Produktionsprozess festgelegten konstanten
Drehgeschwindigkeit angetrieben, indes wird die zweite Walze 4 mit nicht-konstanter
Drehgeschwindigkeit angetrieben. Bevorzugt wird einer Basis-Drehgeschwindigkeit der
zweiten Walze 4 ein sinusförmiger Verlauf überlagert, so dass sich die Drehgeschwindigkeit
der zweiten Walze 4 entsprechend ändert.
[0030] Dies hat zur Folge, dass die Materialbahn 1 bzw. die Teilbahnen 1a, 1b, 1c zwischen
den beiden Walzen 3 und 4 einer veränderlichen Zugspannung ausgesetzt sind, was in
Figur 3 illustriert ist. An den mit den Pfeilen markierten Stellen sind in Figur 3
diejenigen Abschnitte markiert, bei denen die Materialbahn einer erhöhten Zugspannung
ausgesetzt war. Demgemäß hat sich die Materialbahn 1 bzw. haben sich die hieraus ausgeschnittenen
Teilbahnen 1a, 1b, 1c wie in Figur 3 dargestellt eingeschnürt.
[0031] Werden die so geschnittenen Teilbahnen gewickelt, ergeben sich Folienrollen 15, wie
sie in Figur 4 skizziert sind. Die Schneidkanten 9 liegen nicht sämtlich übereinander,
sondern verlaufen veränderlich, was das Abwickeln der Folie von den Folienrollen 15
begünstigt.
[0032] In den Figuren 1 und 2 sind noch einige Elemente eingetragen, die teils für die vorliegende
Erfindung vorteilhaft sind, die teils aber auch im Stand der Technik hinlänglich bekannt
sind.
[0033] Zu erwähnen ist die weitere Walze 6, die mit der ersten Walze 3 zusammenwirkt und
die als angetriebene Festpunktwalze ausgebildet ist.
[0034] In Figur 1 ist nicht vorgesehen, dass die zweite Walze 4 mit einer weiteren Walze
zusammenwirkt. Dies allerdings ist in Figur 2 illustriert, wozu auf die weitere Walze
7 hingewiesen wird, die als Anpresswalze fungiert.
[0035] In Förderrichtung R hinter der zweiten Walze 4 befindet sich ein Wickler 8 mit mehreren
Wickelstationen, auf dem die fertigen Folienrollen 15 gewickelt werden.
[0036] In den Figuren 1 und 2 sind noch eine obere Schneidwalze 10, eine Streifenableitwalze
11, eine Zugmesswalze 12, eine Satellitenwalze 13 und eine Kontaktwalze 14 dargestellt,
die für den einwandfreien Produktionsprozess dienlich sind.
[0037] Über die Zugmesswalze 12 kann der in der Materialbahn 1 bzw. den Teilbahnen 1a, 1b,
1c herrschende Zug in Längsrichtung gemessen werden. Damit ist es beispielsweise steuerungstechnisch
möglich, für den Zug im Material einen Sinus-Verlauf vorzugeben und diesen entsprechend
zu regeln.
[0038] Die Materialbahn, d. h. die Folie, wird durch die vorgeschlagene veränderliche Zugspannung
im Material also in Förderrichtung (Längsrichtung) gedehnt, wodurch sich die Breite
der Folie ändert (s. Figur 3).
[0039] Dadurch trifft die Schnittkante beim Aufwickeln der Teilbahn nicht immer an derselben
Stelle aufeinander, wie es in Figur 4 dargestellt ist.
[0040] Die erste und zweite Walze 3 und 4 sowie gegebenenfalls die mit diesen Walzen zusammenwirkenden
weiteren Walzen 6 und 7 können eine profilierte, insbesondere spiralisierte und/oder
aufgeraute Oberfläche haben, damit der entsprechende Zug in der Materialbahn zwischen
den Walzen zuverlässig aufgebaut werden kann.
[0041] Generell gilt, dass die Walzen, zwischen denen die Zugspannung (infolge gezielter
Beschleunigung bzw. Bremsung der Walzen) aufgebaut wird, eine oder mehrere Walzen
vor dem Schnitt und eine oder mehrere Walzen nach dem Schnitt sind, wobei die erste
Walze 3 und die zweite Walze 4 sein können: die obere Schneidwalze und die untere
Schneidwalze; die Fixpunktwalze und die Zugmesswalze oder die Satellitenwalze; die
Fixpunktwalze und die Kontaktwalze.
[0042] Reicht die Haftung an der Oberfläche der Walze nicht aus, um zwischen der ersten
und der zweiten Walze 3, 4 den erforderlichen Zug in der Materialbahn aufzubauen,
kann eine Anpresswalze (wie in Figur 2 dargestellt) vorgesehen werden, die in diesem
Ausführungsbeispiel bei der unteren Schneidwalze platziert ist und mit dieser zusammenwirkt.
[0043] Bevorzugt wird dabei die Walze oder die Walzen vor dem Schnitt (im Ausführungsbeispiel
die erste Walze 3 samt der weiteren Walze 6) als "Fixpunkt" verwendet, d. h. diese
Walzen bewegen sich mit gleichbleibender Drehgeschwindigkeit bzw. Drehzahl. Die Walze
bzw. die Walzen nach dem Schnitt (im Ausführungsbeispiel die zweite Walze 4 samt der
weiteren Walze 7) werden mit ungleichförmiger Drehgeschwindigkeit bzw. Drehzahl angetrieben,
so dass die Materialbahn zwischen der ersten und der zweiten Walze periodisch beschleunigt
bzw. abgebremst wird, indem die Drehgeschwindigkeit bzw. die Drehzahl dieser Walzen
geändert wird.
[0044] Wie in Figur 3 dargestellt, ändert sich dadurch die Folie in der Breite; die Schnittkanten
9 werden beim Wickeln nicht auf derselben Stelle gewickelt.
[0045] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Drehgeschwindigkeit
der einen Walze (z. B. der Walze 4) periodisch dergestalt verändert, dass ausgehend
von einem Nominalwert von 100 % die Walze für einen Zeitraum von z. B. 1 s beschleunigt
wird, wobei durch die Beschleunigung ein erhöhter Wert der Drehgeschwindigkeit von
101,5 % erreicht wird. Anschließend erfolgt ein Abbremsen der Walze über etwa denselben
Zeitraum (z. B. 1,1 s), bis der Nominalwert der Drehgeschwindigkeit von 100 % wieder
erreicht ist. Dieser Vorgang wiederholt sich periodisch, um den beschriebenen Effekt
der Breitenveränderung der Bahn zu erreichen.
Bezugszeichenliste:
[0046]
- 1
- Materialbahn
- 1a
- Teilbahn
- 1b
- Teilbahn
- 1c
- Teilbahn
- 2
- Wickelvorrichtung
- 3
- erste Walze (angetriebene Festpunktwalze)
- 4
- zweite Walze (untere Schneidwalze)
- 5
- Schneidvorrichtung
- 6
- weitere Walze (zusammenwirkend mit der ersten Walze; angetriebene Festpunktwalze)
- 7
- weitere Walze (zusammenwirkend mit der zweiten Walze; Anpresswalze)
- 8
- Wickler
- 9
- Schneidkante
- 10
- obere Schneidwalze
- 11
- Streifenableitwalze
- 12
- Zugmesswalze
- 13
- Satellitenwalze
- 14
- Kontaktwalze
- 15
- fertig gewickelte Folienrolle
- R
- Förderrichtung
1. Verfahren zum Aufwickeln einer Materialbahn (1), insbesondere einer Kunststoff-Folie,
mittels einer Wickelvorrichtung (2),
wobei die Materialbahn (1) von mindestens einer ersten Walze (3) zu mindestens einer
zweiten Walze (4) in eine Förderrichtung (R) geführt wird,
wobei zwischen der ersten Walze (3) und der zweiten Walze (4) mindestens eine Schneidvorrichtung
(5) angeordnet ist, die die Materialbahn (1) in mindestens zwei Teilbahnen (1a, 1b,
1c) schneidet,
wobei die Teilbahnen (1a, 1b, 1c) in Förderrichtung (R) hinter der zweiten Walze (4)
jeweils zu einer Rolle aufgewickelt werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine erste Walze (3) und die mindestens eine zweite Walze (4) jeweils
von einem Antrieb so angetrieben werden, dass sich die Zugspannung in der Materialbahn
(1) oder in den Teilbahnen (1a, 1b, 1c) in Förderrichtung (R) der Materialbahn (1)
zeitlich verändert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine erste Walze (3) und die mindestens eine zweite Walze (4) jeweils
von ihrem Antrieb so angetrieben werden, dass sich die Zugspannung in der Materialbahn
(1) oder in den Teilbahnen (1a, 1b, 1c) periodisch verändert.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine erste Walze (3) und die mindestens eine zweite Walze (4) jeweils
von ihrem Antrieb so angetrieben werden, dass sich die Zugspannung in der Materialbahn
(1) oder in den Teilbahnen (1a, 1b, 1c) um einen Mittelwert herum im Wesentlichen
sinusförmig verändert.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die maximal auf die Materialbahn (1) oder auf die Teilbahnen (1a, 1b, 1c) aufgebrachte
Zugspannung sich so verändert, dass der Maximalwert der Zugspannung um mindestens
0,1 %, vorzugsweise um mindestens 1,5 % und besonders bevorzugt um mindestens 5,0
% höher ist als der Minimalwert der Zugspannung.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine erste Walze (3) mit einer weiteren Walze (6) zusammenwirkt, um
eine Zugspannung in der Materialbahn (1) oder in den Teilbahnen (1a, 1b, 1c) aufbauen
zu können.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine zweite Walze (4) mit einer weiteren Walze (7) zusammenwirkt,
um eine Zugspannung in der Materialbahn (1) oder in den Teilbahnen (1a, 1b, 1c) aufbauen
zu können.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine erste Walze (3) mit einer konstanten Drehgeschwindigkeit angetrieben
wird und die mindestens eine zweite Walze (4) mit einer sich zeitlich ändernden Drehgeschwindigkeit
angetrieben wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die sich zeitlich ändernde Drehgeschwindigkeit so verändert wird, dass der Maximalwert
der Drehgeschwindigkeit um mindestens 0,1 %, vorzugsweise um mindestens 1,5 % und
besonders bevorzugt um mindestens 5,0 % höher ist als der Minimalwert der Drehgeschwindigkeit.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Veränderung der Zugspannung in der Materialbahn (1) oder in den Teilbahnen (1a,
1b, 1c) so erfolgt, dass sich die Breite der Materialbahn (1) oder der Teilbahnen
(1a, 1b, 1c) um einen Wert von +/-0,1 mm bis +/- 5 mm um den Mittelwert der Breite
verändert.
10. Wickelvorrichtung (2) zum Aufwickeln einer Materialbahn (1), insbesondere einer Kunststoff-Folie,
die aufweist:
- mindestens eine erste Walze (3) und mindestens eine zweite Walze (4), mit der die
Materialbahn (1) in eine Förderrichtung (R) geführt werden kann, wobei die erste Walze
(3) und die zweite Walze (4) jeweils mit einem Antrieb verbunden sind, mit dem die
Walzen gedreht werden können,
- mindestens eine Schneidvorrichtung (5), die zwischen der ersten Walze (3) und der
zweiten Walze (4) angeordnet ist, um die Materialbahn (1) in mindestens zwei Teilbahnen
(1a, 1b, 1c) schneiden zu können,
- mindestens einen Wickler (8) zum Aufwickeln der Teilbahnen (1a, 1b, 1c), wobei der
Wickler (8) in Förderrichtung (R) hinter der zweiten Walze (4) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebe der ersten Walze (3) und der zweiten Walze (4) mit einer Steuervorrichtung
verbunden sind, wobei die Steuervorrichtung ausgebildet ist, eine der Walzen (4) mit
einer ungleichförmigen Drehgeschwindigkeit anzutreiben.
11. Wickelvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung ausgebildet ist, eine der Walzen (4) periodisch veränderlich
anzutreiben, insbesondere so, dass sich die Drehgeschwindigkeit der Walze (4) um einen
Mittelwert herum im Wesentlichen sinusförmig verändert.
12. Wickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine erste Walze (3) mit einer weiteren Walze (6) zusammenwirkt und/oder
dass die mindestens eine zweite Walze (4) mit einer weiteren Walze (7) zusammenwirkt,
wobei bevorzugt mindestens eine der Walzen (3, 4, 6, 7) mit einer Profilierung auf
der Walzenoberfläche versehen ist.