[0001] Die Erfindung betrifft ein Parallelschiebesystem, insbesondere ein Abstell-Schiebe-System.
[0002] Parallelschiebesysteme werden insbesondere bei Fenstern und Türen eingesetzt. Diese
weisen in der Regel eine Festverglasung, insbesondere eine Fenster-Festverglasung
oder Tür-Festverglasung, auf und einen Flügel, insbesondere Fensterflügel oder Türflügel,
der aus einer Schließstellung, in der der Flügel eine Öffnung, insbesondere eine Fensteröffnung
oder Türöffnung, verschließt, in eine Schiebestellung versetzbar ist, in der der Flügel
parallel zur Öffnung in eine die Öffnung freilegende Öffnungsstellung verschiebbar
ist. In der Schiebestellung werden die Flügel in der Regel in einer oder in zwei,
insbesondere einer oberen und einer unteren, Schiene geführt. Um den Flügel von der
Schiebestellung in die Schließstellung zu versetzen und umgekehrt, sind unterschiedliche
Systeme bekannt.
[0003] Ein System ist das Parallel-Schiebe-Kipp-System (PSK-System). Bei diesem wird der
Flügel aus der Schließstellung heraus zuerst gekippt und anschließend über Laufwägen
und Gestänge von der Öffnung wegbewegt. Ein anderes System ist das Parallel-Abstell-Schiebe-System
(PAS-System), bei dem der Flügel ohne eine vorherige Kippbewegung, parallel über Laufwägen
und Gestänge von der Öffnung weg in die Schiebestellung versetzt wird. Das PSK-System
und das PAS-System haben gemeinsam, dass sie in der Schließstellung im Wesentlichen
in der gleichen Ebene angeordnet sind wie die Festverglasung. Dies hat den Vorteil,
dass die einander zugewandten Vertikalholme des Flügels und der Festverglasung in
der Schließstellung im Stoß zueinander angeordnet sind, sodass entlang der einander
zugewandten Stirnseiten der Vertikalholme eine breite Kontaktfläche entsteht, an der
zwei den Flügel im Dichtzustand umlaufende Dichtungen angeordnet werden können. Klassischerweise
wird eine der umlaufenden Dichtungen als Innendichtung (Abdichtung des Flügels gegenüber
der Rauminnenseite) und eine als Außendichtung (Abdichtung des Flügels gegenüber der
Raumaußenseite) eingesetzt. Durch den Einsatz der zwei umlaufenden Dichtungen können
Parallelschiebesysteme ein hohes Maß an Schlagregendichtheit erreichen. Außerdem kann
durch die umlaufende innere Dichtung der Falzbereich für die Belüftung sowie für die
Entwässerung eingesetzt werden, ohne zu riskieren, dass das in den Falzbereich gelangende
Wasser und/oder die darin gelangende kalte Luft, in den Innenraum gelangt.
[0004] Nachteilhaft an den PSK-Systemen und den PAS-Systemen ist, dass diese aufgrund der
fluchtenden Anordnung von Flügel und Festverglasung in der Schließstellung eine relativ
große Bewegung zum Versetzen des Flügels aus der Schließstellung in die Schiebestellung
erfordern, in der Regel zwischen 60 mm und 80 mm. Dies macht die dafür erforderlichen
Mechaniken größer, komplexer, teurer und insbesondere störanfälliger.
[0005] Diese Probleme werden durch Hebe-Schiebe-Systeme (HS-Systeme) und Abstell-Schiebe-Systeme
(AS-Systeme) gelöst, indem der Flügel und die Festverglasung auch in der Schließstellung
versetzt zueinander angeordnet sind, sodass das Versetzen des Flügels aus der Schließstellung
in die Schiebestellung und umgekehrt lediglich eine Bewegung von wenigen Millimetern,
in der Regel zwischen 5 mm und 7 mm, erfordert. Bei HS-Systemen wird der Flügel durch
eine Vertikalbewegung von der Schließstellung in die Schiebestellung, insbesondere
auf einen Laufwagen, versetzt. Bei AS-Systemen erfolgt der Versatz aus der Schließstellung
in die Schiebestellung durch eine Horizontalbewegung, insbesondere eine orthogonal
zur Scheibe des Flügels ausgerichtete Horizontalbewegung (im Folgenden auch als Abstellbewegung
bezeichnet). Durch die relativ kleine Abstellbewegung können die Mechaniken zum Versetzen
des Flügels aus der Schließstellung in die Schiebestellung und umgekehrt einfacher,
günstiger und insbesondere weniger störanfällig ausgestaltet werden.
[0006] Durch die auch in der Schließstellung versetzte Anordnung von Flügel zu Festverglasung
entstehen jedoch Herausforderungen bei der Dichtung. Durch die Stoßanordnung bei PSK-
und PAS-Systemen des Flügels und der Festverglasung in der Schließstellung entstehen
sowohl Überlappungsbereiche zwischen den Außenseiten von Flügel und Festverglasung
zueinander als auch zwischen den Innenseiten von Flügel und Festverglasung zueinander,
sodass in der Schließstellung eine den Flügel innenseitig umlaufende Dichtung, insbesondere
Innendichtung, und eine den Flügel außenseitig umlaufende Dichtung, insbesondere Außendichtung,
gebildet werden kann. Demgegenüber steht bei AS-Systemen und HS-Systemen aufgrund
der versetzten Anordnung von Flügel und Festverglasung in der Schließstellung lediglich
ein Überlappungsbereich zur Verfügung, nämlich zwischen der Innenseite der Festverglasung
und der Außenseite des Flügels. Daher weisen bekannte AS-Systeme und HS-Systeme lediglich
eine den Flügel in der Schließstellung umlaufende Dichtung auf. Dies ist in der Regel
die äußere Dichtung. Mit nur einer umlaufenden Dichtung können die zuvor beschriebenen
Vorteile von PSK-Systemen und PAS-Systemen hinsichtlich Belüftung und Entwässerung
jedoch nicht erreicht werden.
[0007] Ein weiteres Problem, das insbesondere bei Abstell-Schiebe-Systemen (AS-Systemen)
auftritt, besteht darin, dass für die Abstellbewegung Ausklinkungen in den Flügelprofilen
vorgesehen sind, welche die horizontale Abstellbewegung von der Schließstellung in
die Schiebestellung und umgekehrt zulassen. Diese Ausklinkungen führen zu einem Spalt
zwischen dem Flügel und den Horizontalholmen eines den Flügel in der Schließstellung
umlaufenden Rahmenprofils. Da die Flügel von AS-Systemen eine insbesondere rein horizontale
Abstellbewegung ausführen, kann der Spalt zwischen Flügel und Horizontalholm auch
in der Schließstellung nicht vollständig geschlossen werden. Dies führt dazu, dass
der Falzbereich zwischen Flügel und Rahmenprofil stets mit der Atmosphäre des Innenraums,
der mit dem Parallelschiebesystem gegenüber der Umgebung abgedichtet werden soll,
in Verbindung steht. Bei Systemen, die den Falzbereich zusätzlich für die Belüftung
und Entwässerung nutzen, also bei Systemen, bei denen der Falzbereich nicht vollständig
gegenüber der Außenumgebung abgedichtet ist, führt dies dazu, dass der Innenraum selbst
in der Schließstellung über den Falzbereich mit der Umgebung verbunden ist, was zu
Wassereintritt und Wärmeverlusten führen kann.
[0008] Es ist Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden,
insbesondere ein Parallelschiebesystem, insbesondere ein Abstell-Schiebe-System, bereitzustellen,
mit dem die Dichtheit des Systems, insbesondere die Abdichtung der Rauminnenseite
gegenüber der Raumaußenseite, verbessert wird.
[0009] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0010] Die Erfindung betrifft ein Parallelschiebesystem, insbesondere Abstell-Schiebe-System.
Das Parallelschiebesystem umfasst einen Flügel, insbesondere Fenster- oder Türflügel,
der aus einer Schließstellung, in der der Flügel eine Öffnung, insbesondere eine Fensteröffnung
oder Türöffnung, verschließt, horizontal in eine Schiebestellung versetzbar ist, in
der der Flügel parallel zur Öffnung in eine die Öffnung freilegende Offenstellung
verschiebbar ist. Vorzugsweise weist der Flügel eine Scheibe, insbesondere Glasscheibe
(im Folgenden auch als Verglasung bezeichnet), auf. Ferner weist der Flügel insbesondere
ein die Scheibe umlaufendes Flügelprofil mit einem in Vertikalrichtung oberen und
unteren Horizontalholm sowie einem äußeren Vertikalholm, der der Öffnung in der Offenstellung
zugewandt ist, und einem inneren Vertikalholm der in der Offenstellung von der Öffnung
abgewandt ist, auf. Vorzugsweise weist das Parallelschiebesystem ferner eine Festverscheibung,
insbesondere Festverglasung, vorzugsweise Fensterfestverglasung oder Türfestverglasung,
auf. Die Festverscheibung weist vorzugsweise eine Scheibe, insbesondere Glasscheibe,
auf. Die Festverscheibung weist vorzugsweise ein die Scheibe umlaufendes Festverscheibungsprofil
auf. Das Profil weist vorzugsweise einen in Vertikalrichtung oberen und unteren Horizontalholm
sowie einen äußeren Vertikalholm, der von dem Flügel in der Schließstellung abgewandt
ist, und einen inneren Vertikalholm, der dem Flügel in der Schließstellung zugewandt
ist, auf. Der äußere und/oder der innere Vertikalholm können eine Tragstruktur aufweisen,
an der ein Deckprofil befestigt ist.
[0011] Vorzugsweise erstrecken sich die Scheiben des Flügels und/oder der Festverscheibung
jeweils in einer Haupterstreckungsebene. Vorzugsweise wird die jeweilige Haupterstreckungsebene
der Scheibe des Flügels und/oder der Festverscheibung durch einen in Vertikalrichtung
ausgerichteten Vektor und einen in Horizontalrichtung ausgerichteten Vektor aufgespannt.
Vorzugsweise entspricht der in Horizontalrichtung ausgerichtete Vektor einer Schieberichtung,
in welche der Flügel zur Offenstellung hin verschiebbar ist. Unter der Haupterstreckungsebene
ist vorzugsweise die Ebene zu verstehen, in der sich die Scheibe erstreckt. Vorzugsweise
ist die Haupterstreckungsebene die Ebene, die in Stärkenrichtung der Scheibe jeweils
mittig in der Scheibe angeordnet ist.
[0012] Vorzugsweise wird der Flügel in Richtung der Normalen dessen Haupterstreckungsebene
aus der Schließstellung in die Schiebestellung versetzt. Die Normale zur Haupterstreckungsebene
des Flügels kann auch als Abstellrichtung bezeichnet werden. Grundsätzlich umfasst
das erfindungsgemäße Parallelschiebesystem PSK-Systeme, PAS-Systeme und Abstell-Schiebe-Systeme
(AS-Systeme), solange diese zum Versetzen des Flügels aus der Schließstellung in die
Schiebestellung ein horizontales Versetzen des Flügels vorsehen. Besonders bevorzugt
betrifft die Erfindung jedoch ein Abstell-Schiebesystem. Ein Abstell-Schiebe-System
zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass der Flügel und die Festverscheibung,
insbesondere die Haupterstreckungsebene des Flügels und der Festverscheibung, in der
Schließstellung versetzt zueinander sind. Insbesondere sind die Scheiben des Flügels
und der Festverscheibung in der Schließstellung in Abstellrichtung voneinander beabstandet.
Insbesondere beträgt der Abstand der Scheiben zueinander in Abstellrichtung in der
Schließstellung wenigstens 5 mm, 10 mm, 15 mm, 20 mm, 25 mm, 30 mm, 35 mm, 40 mm,
45 mm, 50 mm, 55 mm oder 60 mm. Vorzugsweise sind die Scheiben in der Schließstellung
durch einander in Abstellrichtung zugewandte Abschnitte der inneren Vertikalholme
des Flügels und der Festverscheibung voneinander beabstandet. Vorzugsweise weisen
die Holme des Flügelrahmens und/oder des Festverscheibungsrahmens jeweils eine dem
Innenraum zugewandte Innenseite und eine dem Außenraum (Umgebung) zugewandte Außenseite
auf. Vorzugsweise erstrecken sich die Innenseite und die Außenseite im Wesentlichen
parallel zu der Haupterstreckungsebene der jeweiligen Scheibe. Im Wesentlichen umfasst
dabei insbesondere eine Abweichung von einer perfekt parallelen Erstreckung von +/-
30°, 25°, 20°, 15°, 10°, 5°, 3° oder 1°. Vorzugsweise weist jeder der Holme ferner
eine Stirnseite auf, die sich insbesondere zwischen der Innenseite und der Außenseite
in Abstellrichtung erstreckt. Zusätzlich zur Abstellrichtung erstrecken sich die Stirnseiten
der Holme bei Vertikalholmen vorzugsweise in Vertikalrichtung und bei Horizontalholmen
vorzugsweise in Horizontalrichtung.
[0013] Vorzugsweise überlappen sich die inneren Vertikalholme der Scheibe und der Festverscheibung
in der Schließstellung in Schieberichtung. Vorzugsweise überlappen sich die inneren
Vertikalholme in Schieberichtung über wenigstens 30 %, 40 %, 50 %, 60 %, 70 % oder
80 % eines der Vertikalholme, insbesondere des größeren Vertikalholms, in Schieberichtung.
[0014] Durch die versetzte Anordnung von Flügel und Festverscheibung kann der Flügel durch
eine relativ kleine Bewegung in Abstellrichtung von der Schließstellung in die Schiebestellung
überführt werden. Vorzugsweise ist das Abstell-Schiebe-System dazu ausgelegt, den
Flügel durch einen Abstellbewegungsweg zwischen 1 mm und 20 mm, vorzugsweise zwischen
2 mm und 15 mm, besonders bevorzugt zwischen 3 mm und 10 mm, am bevorzugsten zwischen
5 mm und 7 mm, von der Schließstellung in die Schiebestellung zu versetzen. Besonders
bevorzugt ist das Abstell-Schiebe-System dazu ausgelegt, dass die Abstellbewegung
im Wesentlichen ausschließlich in Horizontalrichtung, insbesondere in Abstellrichtung,
erfolgt. Unter im Wesentlichen ist dabei insbesondere zu verstehen, dass die zuvor
beschriebene Amplitude zu wenigstens 60 %, 70 %, 80 %, 85 %, 90%, 95 %, 98 %, 99 %
oder 100 % in Abstellrichtung, also in die Richtung orthogonal zur Haupterstreckungsrichtung
der Scheibe des Flügels, erfolgt.
[0015] Vorzugsweise ist der Flügel in der Schiebestellung orthogonal zur Abstellrichtung
verschiebbar. Insbesondere ist der Flügel in der Schiebestellung parallel zur Haupterstreckungsebene
der Scheibe des Flügels und/oder der Scheibe der Festverscheibung verschiebbar.
[0016] Gemäß einem Aspekt der Erfindung weist das Parallelschiebesystem wenigstens einen
Schieber auf, der beim horizontalen Versetzen des Flügels aus der Schiebestellung
zurück in die Schließstellung relativ zum Flügel in Vertikalrichtung versetzt wird,
um wenigstens einen Spalt zwischen dem Flügel und einem Horizontalholm eines den Flügel
in der Schließstellung umlaufenden Rahmenprofils dichtend zu schließen. Um das Versetzen
des Flügels aus der Schließstellung in die Schiebestellung, insbesondere in Abstellrichtung,
zu ermöglichen, ist, insbesondere bei Abstell-Schiebe-Systemen, eine Ausklinkung in
den Horizontalholmen der Flügel vorgesehen, die eine Relativbewegung des Flügels zu
den Horizontalholmen des Rahmenprofils, insbesondere zu darin angeordneten Schienen,
die den Flügel in der Schiebestellung führen, vorgesehen. Diese Ausklinkung führt
bei bekannten Abstell-Schiebe-Systemen jedoch dazu, dass selbst in der Schließstellung
noch ein Spalt zwischen dem Flügel und dem Horizontalholm des Rahmenprofils verbleibt.
Da bekannte Abstell-Schiebe-Systeme beim Versetzen des Flügels aus der Schließstellung
in die Schiebestellung und zurück eine rein horizontale Bewegung ausführen, kann dieser
Spalt nicht geschlossen werden. Dadurch können mit bekannten Abstell-Schiebe-Systemen
keine zwei umlaufenden Dichtungen bereitgestellt werden, da ansonsten die Innendichtung
durch den Spalt unterbrochen wird. Durch den erfindungsgemäßen Einsatz eines Schiebers,
der beim Versetzen des Flügels in Horizontalrichtung relativ zum Flügel in Vertikalrichtung
versetzt wird, kann dieser Spalt geschlossen werden, wodurch, wie nachfolgend im Detail
beschrieben, eine zweite umlaufende Dichtung bereitgestellt werden kann, in der ein
innenliegender Bereich der Innendichtung mittels eines Überbrückungsabschnitts zu
einem außenliegenden Bereich der Innendichtung verbunden, insbesondere überbrückt,
wird.
[0017] Vorzugsweise weist das Parallelschiebesystem eine fest mit dem Flügel verbundene
Führung auf, welche die horizontale Bewegung des Flügels zwischen der Schließstellung
und der Schiebestellung nutzt, um den Schieber in Vertikalrichtung zu versetzen. Vorzugsweise
führen die wenigstens eine Führung und der wenigstens eine Schieber in Reaktion auf
eine Bewegung des Flügels zwischen der Schließstellung und der Schiebestellung relativ
zueinander eine Horizontalbewegung und eine Vertikalbewegung durch. Besonders bevorzugt
bewegt sich der Schieber dabei im Wesentlichen ausschließlich in Vertikalrichtung
und die Führung im Wesentlichen ausschließlich in Horizontalrichtung. Unter "im Wesentlichen"
ist dabei insbesondere zu verstehen, dass die Bewegungsamplitude des Flügels bzw.
der Führung zu wenigstens 70%, 80%, 90%, 95%, 98%, 99% oder 100% in die entsprechende
Richtung ausgeführt wird. Vorzugsweise weist die Führung eine Aufnahme für den Schieber
auf, in der der Schieber gegenüber der Führung entlang einer gegenüber der Horizontalen
geneigten Schieberschiene geführt ist. Vorzugsweise ist der Schieber formschlüssig
in der Schieberschiene geführt, insbesondere mittels einer Schwalbenschwanz- oder
T-Nut-Verbindung. Vorzugsweise ist die Schieberschiene um wenigstens 20°, 30°, 35°
oder 40° gegenüber der Horizontalen, insbesondere in Gravitationsrichtung, geneigt.
Vorzugsweise weist die Schieberschiene eine Ausnehmung zur Aufnahme einer Führungsnase,
insbesondere in Form eines Schwalbenschwanz- oder T-förmigen Vorsprungs, des Schiebers
auf.
[0018] Vorzugsweise weist der Schieber eine komplementär zur Schieberschiene ausgebildete
Schräge auf. Vorzugsweise ist die Schräge im gleichen Winkel zur Horizontalen geneigt
wie die Schieberschiene. Vorzugsweise erstreckt sich die Schieberschiene und/oder
die Schräge des Schiebers von einer der Öffnung zugewandten Seite der Aussparung in
Abstellrichtung in Gravitationsrichtung nach unten zu einer von der Öffnung abgewandten
Seite der Aussparung. An den jeweiligen Enden der Schieberschiene/Schräge des Schiebers
schließen Vertikalabschnitte an, die sich vorzugsweise im Wesentlichen in Vertikalrichtung
erstrecken. Unter "im Wesentlichen" ist dabei eine Abweichung von bis zu 30°, 20°,
10°, 5°, 3° oder 1° gegenüber der Vertikalen zu verstehen.
[0019] Durch die Neigung der Schieberschiene gegenüber der Horizontalen wird der Schieber
bei einer Horizontalbewegung zwischen der Schließstellung und der Schiebestellung
zu einer Vertikalbewegung gezwungen. Vorzugsweise sind Schieber und Führung derart
aufeinander abgestimmt, dass der Schieber bei der Bewegung von der Schließstellung
in die Schiebestellung in Vertikalrichtung vom jeweiligen Horizontalholm des Rahmenprofils
weg, in anderen Worten zum Flügel hin, bewegt wird und bei der Bewegung des Flügels
von der Schiebestellung zurück in die Schließstellung in die umgekehrte Richtung,
insbesondere vom Flügel weg, zum Horizontalholm des Rahmenprofils hin versetzt wird.
[0020] Damit der Spalt zwischen dem Flügel und dem Horizontalholm des Rahmenprofils in der
Schließstellung dichtend geschlossen wird, ist der Schieber vorzugsweise in der Schließstellung
gegenüberliegend zu einer Schiene angeordnet, in der der Flügel in der Schiebestellung
geführt wird. Vorzugsweise ist der Schieber derart an die Kontur der Schiene angepasst,
dass ein in der Schiebestellung zwischen Schieber und Schiene bestehender Spalt in
der Schließstellung dichtend verschlossen wird. Vorzugsweise weist der Schieber hierzu
wenigstens eine, vorzugsweise zwei, Aussparungen auf, die komplementär zu Vorsprüngen,
insbesondere Führungsvorsprüngen, der Führungsschiene ausgebildet sind. Dadurch können
insbesondere die Vorsprünge der Schiene in der Schließstellung in die Aussparungen
des Schiebers eintauchen, sodass die einander zugewandten Stirnseiten von Schieber
und Schiene in Dichtkontakt miteinander treten können.
[0021] Alternativ oder zusätzlich weist das Parallelschiebesystem wenigstens ein an einer
der Öffnung zugewandten Seite des Schiebers angeordnetes Führungsdichtmittel auf,
über das die Führung in der Schließstellung dichtend an einem Vertikalholm des Rahmenprofils
anschließt. Vorzugsweise ist das Führungsdichtmittel in der Schließstellung zwischen
der Führung und dem Vertikalholm des Rahmenprofils angeordnet. Insbesondere wird das
Führungsdichtmittel in der Schließstellung von der Führung gegen den Vertikalholm
des Rahmenprofils gedrückt, insbesondere verpresst, um einen Dichtkontakt zwischen
Führung und Vertikalholm des Rahmenprofils bereitzustellen. Vorzugsweise liegt das
Führungsdichtmittel in der Schließstellung dichtend am inneren Vertikalholm des Festverscheibungsprofils
an. In der bevorzugten Ausführung der vorliegenden Erfindung wird der innenliegende
Vertikalholm des Flügels durch den innenliegenden Vertikalholm der Festverscheibung,
insbesondere Festverglasung, ausgebildet. In weniger bevorzugten Ausführungen, bei
denen keine Festverscheibung vorliegt, beispielsweise bei Ausführungsformen, bei denen
der Flügel ausschließlich gegenüber einer Wand verschiebbar ist, kann der Vertikalholm
des Rahmenprofils aber auch durch ein Rahmenprofil ausgebildet werden, das selbst
wiederum nicht den innenliegenden Vertikalholm einer Festverscheibung ausbildet. Vorzugsweise
ist das Führungsdichtmittel mit der Führung, insbesondere stoffschlüssig, vorzugsweise
mittels eines Klebers, verbunden. Insbesondere kann die Führung eine Führungsdichtmittelaufnahme
aufweisen, in der das Führungsdichtmittel einsetzbar ist. Insbesondere kann das Führungsdichtmittel
L-förmig ausgebildet sein, wobei in einem der Schiebesysteme eine Aussparung vorgesehen
ist, die das Führungsdichtmittel in einen Aufnahmeabschnitt, insbesondere in einen
L-förmigen Aufnahmeabschnitt, und einen Dichtabschnitt, insbesondere einen I-Förmigen
Dichtabschnitt, an der der L-förmige Abschnitt insbesondere anschließt, unterteilt.
[0022] Ferner weist das Parallelschiebesystem vorzugsweise ein in einem Falzbereich des
Horizontalholms angeordnetes Schieberdichtmittel auf, mit dem der Schieber in der
Schließstellung in Dichtkontakt ist, um den Spalt im Bereich des Vertikalholms in
der Schließstellung dichtend zu schließen. Vorzugsweise ist das Schieberdichtmittel
in Horizontalrichtung, insbesondere in Abstellrichtung, neben der Führungsschiene,
insbesondere an diese anschließend, angeordnet. Insbesondere ist das Schieberdichtmittel
in einer gegenüber der Führungsschiene in Gravitationsrichtung vertieften Aufnahme
angeordnet. Vorzugsweise weist das Schieberdichtmittel einen eckigen, insbesondere
viereckigen, vorzugsweise rechteckigen, Querschnitt auf. Vorzugsweise ist die Erstreckung
des Schieberdichtmittels in Horizontalrichtung, insbesondere in Abstellrichtung, größer,
vorzugsweise wenigstens doppelt, dreifach oder vierfach so groß wie die Vertikalerstreckung
des Schieberdichtmittels. Vorzugsweise ist das Schieberdichtmittel derart gegenüber
der Führungsschiene im Horizontalholm des Rahmenprofils versenkt, dass die dem Schieber
zugewandte Stirnseite des Schieberdichmittels in Vertikalrichtung im Wesentlichen
auf der gleichen Höhe liegt wie die dem Schieber zugewandte Stirnseite der Schiene.
Im Wesentlichen ist dabei vorzugsweise ein Versatz zwischen den Stirnseiten von bis
zu 15 mm, 10 mm, 8 mm, 5 mm, 3 mm oder 1 mm zulässig. Besonders bevorzugt ragt die
dem Schieber zugewandte Stirnseite des Schieberdichtmittels über die Stirnseite der
Schiene um den zuvor definierten Bereich hinaus. Vorzugsweise ist der Schieber derart
an die Geometrie und die Vertikalerstreckung des Schieberdichtmittels und der Schiene
angepasst, dass der Schieber in der Schließstellung des Flügels in Dichtkontakt sowohl
mit der Führungsschiene als auch mit dem Schieberdichtmittel steht. Dafür weist der
Schieber vorzugsweise einen Schiebekörper auf, der für die zuvor beschriebene Übersetzung
der Horizontalbewegung des Flügels in die Vertikalbewegung des Schiebers verantwortlich
ist, und einen an den Schiebekörper anschließenden Schieberschwanz. Vorzugsweise schließt
in der Schließstellung der Schiebekörper dichtend an die Führungsschiene an und der
Schieberschwanz dichtend an das Schieberdichtmittel an. Die zuvor definierte Aufnahme
erstreckt sich in Schieberichtung vorzugsweise vollständig durch die Führung hindurch
und weist an einer ihrer Stirnseiten die zuvor beschriebene Schieberschiene auf. An
einer weiteren Stirnseite, insbesondere an einem der zuvor beschriebenen Vertikalabschnitte,
weist die Führung vorzugsweise eine Aussparung auf, in die vorzugsweise der Schieberschwanz,
vorzugsweise in der Schließstellung und/oder in der Schiebestellung, hineinragt.
[0023] Besonders bevorzugt sind der Schieber, die Schiene, das Schieberdichtmittel, die
Führung und das Führungsdichtmittel derart aufeinander abgestimmt, dass in der Schließstellung
ein, insbesondere durchgängiger, Dichtkontakt vom Bereich zwischen Schieber und Schiene
über den Bereich zwischen Schieber und Schieberdichtmittel bis hin zum Bereich zwischen
Führung und Führungsdichtmittel ausgebildet wird. Insbesondere verläuft der Dichtkontakt
dabei im Bereich der Schiene und des Schieberdichtmittels im Wesentlichen in Horizontalrichtung
und im Bereich des Führungsdichtmittels in Vertikalrichtung.
[0024] Wie zuvor beschrieben weist das Parallelschiebesystem vorzugsweise wenigstens eine
den Flügel in der Schiebestellung führende Schiene auf, mit der der Schieber in der
Schließstellung in Dichtkontakt ist, um den Spalt im Bereich der Schiene in der Schließstellung
dichtend zu schließen. Vorzugsweise sind der wenigstens eine Schieber und die wenigstens
eine Schiene derart aufeinander abgestimmt, dass die Schiene ein Bewegen des Schiebers
in Horizontalrichtung, in der der Flügel zwischen der Schließstellung und der Schiebestellung
versetzbar ist, im Wesentlichen vermeidet. Dies kann insbesondere durch Vorsprünge
der Schiene, die sich insbesondere in Vertikalrichtung erstreckt, gewährleistet werden,
die eine Bewegung des Schiebers in Horizontalrichtung blockieren. So kann beispielsweise
die relative Verschiebbarkeit zwischen Schieber und Führung entlang einer gegenüber
der Horizontalen geneigten Schieberschiene in eine reine Vertikalbewegung des Schiebers
und eine reine Horizontalbewegung der Führung, insbesondere zusammen mit dem Flügel,
umgewandelt werden.
[0025] Vorzugsweise ist der wenigstens eine Schieber im Bereich des inneren Vertikalholms
des Flügelprofils angeordnet. Besonders bevorzugt ist der wenigstens eine Schieber
im Bereich eines stirnseitigen Deckprofils des inneren Vertikalholms angeordnet, wobei
das Deckprofil an einer Tragstruktur des Vertikalholms befestigt ist. Insbesondere
ist die Führung, vorzugsweise wie zuvor beschrieben, an dem Vertikalholm angebracht.
Besonders bevorzugt ist die Führung in Vertikalrichtung zwischen Führungsschiene und
dem stirnseitigen Deckprofil des Vertikalholms angeordnet. Besonders bevorzugt schließt
die Führung in Vertikalrichtung an ein der Schiene zugewandtes Ende des Deckprofils
an. Insbesondere ist die Führung derart fluchtend mit dem stirnseitigen Deckprofil
ausgebildet, dass eine Erstreckung, insbesondere Planarerstreckung, des stirnseitigen
Deckprofils durch die Führung fortgesetzt wird, und, insbesondere ausschließlich,
durch die zuvor beschriebene Aufnahme für den Schieber unterbrochen wird. Abgesehen
von der Unterbrechung durch die Aufnahme des Schiebers erstreckt sich die Führung
vorzugsweise im Wesentlichen bis zu dem der Führung gegenüberliegenden Horizontalholm,
insbesondere bis zu dem zuvor beschriebenen, in dem Falzbereich des Horizontalholms
angeordneten Schieberdichtemittels. Unter im Wesentlichen ist dabei insbesondere zu
verstehen, dass, insbesondere in der Schließstellung, ein Abstand zwischen dem dem
Horizontalholm, insbesondere dem darin angeordneten Schiebedichtmittel, zugewandten
Ende der Aufnahme maximal 20 mm, 15 mm, 10 mm, 5 mm, 3 mm oder 1 mm von dem Horizontalholm,
insbesondere dem darin angeordneten Schieberdichtmittel, beträgt. Vorzugsweise ist
der Schieber derart komplementär zu der Aufnahme der Führung ausgebildet, dass die
sich parallel zu der Stirnseite des Deckprofils erstreckende Seite des Schiebers die
planare Erstreckung des Deckprofils und/oder der Führung im Bereich der Aufnahme fortsetzt.
Unter im Wesentlichen soll dabei insbesondere ein Versatz von maximal 20 mm, 15 mm,
10 mm, 5 mm oder 3 mm der Stirnseite des Schiebers gegenüber der Stirnseite der Führung
und/oder des Deckprofils zu verstehen sein.
[0026] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung, der mit dem zuvor und/oder dem nachfolgend
beschriebenen Aspekt der Erfindung kombinierbar ist und umgekehrt, weist das Parallelschiebesystem
wenigstens eine den Flügel in der Schiebestellung führende Schiene (Führungsschiene),
insbesondere Aluminiumschiene, auf und wenigstens einen Dichtkörper, der vorzugsweise
als Schieber gemäß dem zuvor beschriebenen Aspekt der Erfindung ausgebildet sein kann,
der in der Schließstellung einen Spalt zwischen dem Flügel und einem Horizontalholm
eines den Flügel in der Schließstellung umlaufenden Rahmenprofils dichtend schließt
und in der Schiebestellung einen Linienkontakt mit der Führungsschiene ausbildet.
Es wurde erkannt, dass die Geräuschentwicklung, insbesondere Pfeifen, Quietschen,
Streifgeräusche, beim Verschieben des Flügels besonders durch einen Kontakt zwischen
Dichtkörper, insbesondere Schieber, und Führungsschiene entstehen. Überraschenderweise
wurde erkannt, dass diese Geräuschentwicklung ohne wesentliche Beeinträchtigung der
Dichtfunktion des Dichtkörpers deutlich reduziert werden kann, indem der Kontakt zwischen
Dichtkörper, insbesondere Schieber, und Führungsschiene in der Schiebestellung als
Linienkontakt ausgebildet wird. Dabei wird die Geräuschentwicklung insbesondere durch
den Umstand reduziert, dass durch den Linienkontakt, im Vergleich zu einem flächigen
Kontakt, die Geräusche verursachende Kontaktfläche zwischen Dichtkörper, insbesondere
Schieber, und Führungsschiene verkleinert wird.
[0027] Vorzugsweise ist in der Schiebestellung der Linienkontakt der einzige Kontakt zwischen
dem wenigstens einen Dichtkörper und der wenigstens einen Führungsschiene. Dabei sei
klar, dass, insbesondere in Folge kleiner Bewegungen und Fertigungstoleranzen, insbesondere
während des Verschiebens des Flügels in der Schiebestellung der Linienkontakt zwischen
Dichtkörper und Führungsschiene zeitweise unterbrochen werden kann, zeitweise zu einem
flächigen Kontakt werden kann oder zeitweise weitere Kontakte zwischen Führungsschiene
und Dichtkörper entstehen können. Insbesondere im unbewegten Zustand soll jedoch in
der Schiebestellung, vorzugsweise ausschließlich, ein Linienkontakt zwischen dem wenigstens
einen Dichtkörper und der wenigstens einen Führungsschiene bestehen. Bei den nachfolgend
und zuvor beschriebenen Ausführungsformen mit zwei Dichtkörpern, insbesondere Schiebern,
und zwei Führungsschiene soll in der Schiebestellung vorzugsweise jeweils zwischen
einem Paar, bestehend aus Dichtkörper und Führungsschiene, ein, vorzugsweise ausschließlich
ein, Linienkontakt ausgebildet sein. Es sei klar, dass der beanspruchten Linienkontakt
kein perfekter Linienkontakt im Sinne einer Linie aus infinitesimal kleinen Punkten
sein muss. Vielmehr ist unter dem beanspruchten Linienkontakt insbesondere ein Kontakt
zwischen zwei Flächen zu verstehen, der auf Grund der Form und/oder Ausrichtung der
Flächen zueinander ausschließlich entlang einer Linie verläuft, in der sich die zwei
Flächen tangieren oder schneiden. Beispielsweise kann unter einem Linienkontakt ein
Kontakt zu verstehen sein, der sich zwischen zwei Flächen ergibt, von denen wenigstens
eine relativ zu der anderen geneigt ist, insbesondere zwischen 1° und 7,5°, vorzugsweise
zwischen 1,5° und 5°, und/oder von denen wenigstens eine gekrümmt ist. Alternativ
oder zusätzlich ist unter einem Linienkontakt vorzugsweise ein kontakt zwischen zwei
Flächen zu verstehen, der in einer Längsrichtung wenigstens 5 mal, vorzugsweise wenigstens
10 mal, besonders bevorzugt wenigstens 20 mal, so groß ist wie in einer orthogonal
zur Längsrichtung verlaufenden Breitenrichtung und sich in Breitenrichtung vorzugsweise
um höchstens 5 mm, 3 mm, 2 mm, 1 mm oder 0,5 mm erstreckt. Vorzugsweise greifen der
Dichtkörper und die Führungsschiene in der Schließstellung über ein Nut-Feder-System
ineinander ein, wobei der Linienkontakt in der Schiebestellung zwischen einer Nut
und einer Feder des Nut-Feder-Systems ausgebildet ist, insbesondere wobei die Nut
in dem Dichtkörper und die Feder in der Führungsschiene ausgebildet ist. Vorzugsweise
weist die Führungsschiene einen sich horizontal erstreckenden Laufabschnitt auf, auf
dem insbesondere Rollen zwischen Flügel und Führungsschiene abrollen können, von dem
aus sich die Feder in Vertikalrichtung erstreckt. Vorzugsweise erstreckt sich die
Feder, insbesondere stabförmig, als Vorsprung in Vertikalrichtung und/oder in Horizontalrichtung,
insbesondere Schieberichtung, parallel zur Führungsschiene, insbesondere über die
gesamte Erstreckung der Führungsschiene in Horizontalrichtung, insbesondere Schieberichtung.
Die Nut ist vorzugsweise als eine sich in Vertikalrichtung in den Dichtkörper hinein
erstreckende Aussparung ausgebildet und/oder erstreckt sich in Horizontalrichtung,
insbesondere Schieberichtung, parallel zur Schiene, insbesondere über die gesamte
Erstreckung des Dichtkörpers in Horizontalrichtung, insbesondere Schieberichtung.
Vorzugsweise sind Nut und Feder derart aufeinander abgestimmt, dass die Nut in der
Schließstellung von der in Vertikalrichtung vorstehenden Feder ausgefüllt wird. Dadurch
kann die Feder in der Schließstellung in die Nut versenkt werden, sodass der Dichtkörper
in Dichtkontakt mit der Führungsschiene gelangen kann. Die Erfinder haben erkannt,
dass der Linienkontakt in Schiebestellung, insbesondere durch die nachfolgend beschriebenen
Ausführungsformen, dabei derart ausgebildet sein kann, dass der Dichtkontakt in der
Schließstellung nicht beeinträchtigt wird.
[0028] Vorzugsweise wird der Linienkontakt durch eine relative Neigung zwischen wenigstens
einem Wandpaar, bestehend aus einer Nutwand und einer der Nutwand gegenüberliegenden
Federwand, bereitgestellt. Die Nutwand und die Federwand erstrecken sich vorzugsweise
planar und sind gegenüber einer Vertikalen um höchstens 10° geneigt. Besonders bevorzugt
erstreckt sich eine Wand, ausgewählt aus der Nutwand und der Federwand, im Wesentlichen
vertikal und die andere Wand, ausgewählt aus Nutwand und Federwand, gegenüber der
Vertikalen geneigt. Beispielsweise kann die Nutwand gegenüber einer Vertikalen geneigt
sein, wobei vorzugsweise die Federwand vertikal verläuft, oder die Federwand gegenüber
einer Vertikalen geneigt sein, wobei vorzugsweise die Nutwand vertikal verläuft. Vorzugsweise
liegt die Neigung zwischen 0,5° und 10°, bevorzugt zwischen 1,0° und 7,5°, besonders
bevorzugt zwischen 1,5° und 5°. Vorzugsweise ist die Neigung zwischen der Nutwand
und der Federwand derart ausgebildet, dass Nutwand und Federwand in Vertikalrichtung
in Richtung der Führungsschiene aufeinanderzulaufen und/oder in Vertikalrichtung in
Richtung des Flügels gespreizt werden. Besonders bevorzugt erstrecken sich Nutwand
und Federwand V-förmig zueinander, wobei das V sich in Richtung des Flügels öffnet.
Die wenigstens eine Nutwand und die wenigstens eine Federwand sind vorzugsweise jeweils
durch eine von zwei sich gegenüberliegenden, insbesondere planaren und/oder sich in
Vertikalrichtung erstreckenden, Seitenwänden gebildet.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Dichtkörper ein Schieber, der beim horizontalen
Versetzen des Flügels aus der Schiebestellung zurück in die Schließstellung relativ
zum Flügel in Vertikalrichtung versetzt wird, um den wenigstens einen Spalt dichtend
zu schließen. Insbesondere ist der Schieber wie im Zusammenhang mit dem diesbezüglichen
Aspekt der Erfindung beschrieben, besonders bevorzugt wie im Zusammenhang mit den
diesbezüglich beschriebenen bevorzugten Ausführungen, ausgebildet. Zusätzlich weist
das Parallelschiebesystem gemäß dieser Ausführungsform wenigstens eine fest mit dem
Flügel verbundene Führung auf, welche die horizontale Bewegung des Flügels zwischen
der Schließstellung und der Schiebestellung nutzt, um den Schieber in Vertikalrichtung
zu versetzen, wobei die wenigstens eine Führung eine Aufnahme für den Schieber aufweist,
in der der Schieber gegenüber der Führung entlang einer gegenüber der Horizontalen
geneigten Schieberschiene geführt ist. Ferner ist bei dieser Ausführungsform die Neigung
der Schieberschiene und die relative Neigung zwischen dem wenigstens einen Wandpaar
ausgehend von einer Vertikalen in die gleiche Richtung ausgebildet. Die Erfinder haben
erkannt, dass mit einer derartigen Ausrichtung der Neigungen in die gleiche Richtung,
die Geräuschentwicklung besonders zuverlässig reduziert werden kann und die Leichtgängigkeit
des Flügels beim Verschieben in der Schiebestellung verbessert oder zumindest Aufrechterhalten
werden kann. Ohne an eine Erklärung gebunden zu sein, kann dies damit zusammenhängen,
dass dadurch die relative Neigung zwischen dem wenigstens einen Wandpaar in diejenige
Richtung Platz für den Schieber bereitstellt, in die dieser durch die Neigung der
Schieberführung von der Gewichtskraft gedrängt wird, sodass das Risiko eines Verkeilens
oder einer Vergrößerung der Kontaktfläche zwischen Schieber und Führungsschiene reduziert
wird. Als besonders bevorzugt hat es sich herausgestellt, bei einem Schieber und einer
Führungsschiene, die in Gravitationsrichtung in Bezug auf den Flügel oben angeordnet
sind, die Neigung der Schieberschiene und die relative Neigung zwischen dem Wandpaar
von Schieber und Führungsschiene ausgehend von einer Horizontalen in Abstellrichtung
auszuführen und/oder bei einem Schieber und einer Führungsschiene, die in Gravitationsrichtung
in Bezug auf den Flügel unten angeordnet sind, die Neigung der Schieberschiene und
die relative Neigung zwischen dem Wandpaar von Schieber und Führungsschiene ausgehend
von einer Horizontalen in die zur Abstellrichtung entgegengesetzte Richtung auszuführen.
[0030] Vorzugsweise liegt die Neigung zwischen Nutwand und Federwand, insbesondere bei dem
zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel, zwischen 1,0° und 10°, bevorzugt zwischen
2,0° und 7,5°, besonders bevorzugt zwischen 3° und 5°, am bevorzugsten bei 4°. Die
Erfinder haben erkannt, dass mit einer derartigen Neigung, insbesondere von 4°, einerseits
in der Schiebestellung ein möglichst geringer Kontakt zwischen Schieber und Führungsschiene
bereitgestellt wird, wodurch die Geräuschentwicklung reduziert wird, und gleichzeitig
ein ausreichender Formschluss, insbesondere ein möglichst kleiner Spalt zwischen Führungsschiene
und Schieber, in der Schließstellung bereitgestellt wird, um die Dichtigkeit zwischen
Schieber und Führungsschiene zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang haben die Erfinder
insbesondere erkannt, dass eine Erhöhung der Neigung über 4° hinaus zu einem größeren
Spalt zwischen Schieber und Führungsschiene und somit zu einer geringeren Dichtigkeit
führt, wobei eine kleinere Neigung wiederum zu einer Erhöhung der Geräuschentwicklung
führt. Insofern hat sich eine Neigung von 4° als besonders bevorzugt herausgestellt.
Eine Abweichung der Neigung innerhalb der oben beschriebenen Bereiche hat jedoch ebenfalls
noch zu akzeptablen Ergebnissen, bei der Geräuschentwicklung und der Dichtheit, geführt.
[0031] In einer bevorzugten Ausführung des zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiels ist
zwischen einem zweiten Wandpaar, bestehend aus einer zweiten Nutwand und einer der
zweiten Nutwand gegenüberliegenden zweiten Federwand, eine zweite relative Neigung
ausgebildet, insbesondere wobei die zweite Neigung ausgehend von einer Vertikalen
vorzugsweise in die andere Richtung ausgebildet ist, wie die Neigung der Schieberschiene.
Besonders bevorzugt ist die zweite Neigung ausgehend von einer Vertikalen in eine
andere Richtung ausgebildet als die zuvor beschriebene (erste Neigung) zwischen dem
zuvor beschriebenen (ersten) Wandpaar. Insbesondere sind die zwei relativen Neigungen
derart zueinander ausgebildet, dass sie, insbesondere in Gravitationsrichtung, aufeinander
zu laufen. Bei dieser Ausführungsform liegt die zweite Neigung vorzugsweise zwischen
0,5° und 7,5°, bevorzugt zwischen 1,0° und 5,0°, besonders bevorzugt zwischen 1,5°
und 2,5°, am bevorzugsten bei 2°. Die Erfinder haben erkannt, dass mit der zweiten
Neigung Toleranzen und Bewegungen des Flügels beim Schieben ausgeglichen werden können,
sodass die Geräuschentwicklung und das Risiko eines Verkeilens zuverlässiger gesenkt
werden können. Dabei hat sich, ähnlich wie bei der ersten Neigung beschrieben, herausgestellt,
dass eine kleinere Neigung zu einer höheren Geräuschentwicklung und einem höheren
Risiko des Verkeilens führt, wohingegen eine größere Neigung zu einer geringeren Dichtigkeit
in der Schließstellung führt.
[0032] Als besonders bevorzugt hat sich herausgestellt, dass die Nut in dem Schieber ausgebildet
ist und die (erste) Neigung, vorzugsweise die erste und zweite Neigung, in einer der,
insbesondere in beiden, sich gegenüberliegenden Seitenwänden der Nut eingebracht ist/sind,
wobei vorzugsweise bei einem in Gravitationsrichtung in Bezug auf den Flügel oben
angeordneten Schieber, die erste Neigung, insbesondere die 4° Neigung, an der in Abstellrichtung
betrachtet zweiten Seitenwand ausgebildet ist, und/oder bei einem in Gravitationsrichtung
in Bezug auf den Flügel unten angeordneten Schieber, die erste Neigung, insbesondere
die 4° Neigung, an der in Abstellrichtung betrachtet ersten Seitenwand ausgebildet
ist, wobei insbesondere die zweite Neigung, insbesondere die 2° Neigung, an der entsprechend,
in Abstellrichtung betrachtet, gegenüberliegenden Seite der, insbesondere jeweiligen,
Nut eingebracht ist. Bei einer derartigen Ausführungsform ist die Feder vorzugsweise
in der Führungsschiene ausgebildet, wobei zumindest bei der den Linienkontakt ausbildende
Federwand, vorzugsweise bei allen der einen oder beiden Nutwände gegenüberliegenden
Federwände, keine Neigung gegenüber der Vertikalen ausgebildet ist, in anderen Worten
diese vertikal ausgerichtet sind.
[0033] In einer alternativen Ausführungsform kann die Nut ebenfalls in dem Schieber ausgebildet
sein, die (erste) Neigung, vorzugsweise die erste und zweite Neigung, jedoch in einer
der, insbesondere in beiden, sich gegenüberliegenden Seitenwänden der in der Führungsschiene
ausgebildeten Feder eingebracht sein, wobei vorzugsweise bei einer in Gravitationsrichtung
in Bezug auf den Flügel oben angeordneten Führungsschiene, die erste Neigung, insbesondere
die 4° Neigung, an der in Abstellrichtung betrachtet zweiten Seitenwand ausgebildet
ist, und/oder bei einer in Gravitationsrichtung in Bezug auf den Flügel unten angeordneten
Führungsschiene, die erste Neigung, insbesondere die 4° Neigung, an der in Abstellrichtung
betrachtet ersten Seitenwand ausgebildet ist, wobei insbesondere die zweite Neigung,
insbesondere die 2° Neigung, an der entsprechend, in Abstellrichtung betrachtet, gegenüberliegenden
Seite der, insbesondere jeweiligen, Feder eingebracht ist. Bei einer derartigen Ausführungsform
ist vorzugsweise zumindest bei der den Linienkontakt ausbildende Nutwand, vorzugsweise
bei allen der einen oder beiden Federwand gegenüberliegenden Nutwände, keine Neigung
gegenüber der Vertikalen ausgebildet.
[0034] Vorzugsweise weist das Parallelschiebesystem zwei Schieber auf, die beim horizontalen
Versetzen des Flügels aus der Schiebestellung zurück in die Schließstellung relativ
zum Flügel in Vertikalrichtung versetzt werden, um jeweils einen Spalt zwischen dem
Flügel und dem Horizontalholm eines den Flügel in der Schließstellung umlaufenden
Rahmenprofils dichtend zu verschließen. Vorzugsweise sind die zwei Schieber hierzu
wie zuvor beschrieben ausgebildet. Vorzugsweise weist das Parallelschiebesystem für
jeden der zwei Schieber eine fest mit dem Flügel verbundene Führung auf, die vorzugsweise
wie zuvor beschrieben ausgebildet ist. Ferner weist das Parallelschiebesystem vorzugsweise
für jeden der zwei Schieber ein Führungsdichtmittel und/oder ein Schieberdichtmittel
auf, die vorzugsweise wie zuvor beschrieben ausgebildet sind. Ferner weist das Parallelschiebesystem
vorzugsweise für jeden der Schieber eine den Flügel in der Schiebestellung führende
Schiene, vorzugsweise wie zuvor beschrieben, auf.
[0035] Vorzugsweise ist einer der zwei Schieber, insbesondere beide Schieber, im Bereich
des inneren Vertikalholms des Flügelrahmens, insbesondere wie zuvor beschrieben, angeordnet.
Insbesondere ist einer der zwei Schieber einem unteren Horizontalholm des Rahmenprofils
gegenüberliegend angeordnet und der andere Schieber einem oberen Horizontalholm des
Rahmenprofils gegenüberliegend angeordnet. Vorzugsweise schließen die Führungen des
jeweiligen Schiebers jeweils in Vertikalrichtung an den Horizontalholmen der rahmenprofilzugewandten
Enden des stirnseitigen Deckprofils, insbesondere wie zuvor beschrieben, an. Besonders
bevorzugt sind die Führungen der zwei Schieber an in Vertikalrichtung gegenüberliegenden
Enden des inneren Horizontalholms des Flügels befestigt. Insbesondere sind die Schieber
derart beweglich in den Führungen gelagert, dass sie beim Versetzen des Flügels aus
der Schiebestellung in die Schließstellung in Vertikalrichtung auf die Horizontalholme
des Rahmenprofils zubewegt werden. Vorzugsweise sind der Schieber, die Führung, die
Schiene und das Schieberdichtmittel dabei derart aufeinander abgestimmt, dass in der
Schließstellung die Stirnseite des inneren Vertikalholms des Flügels, insbesondere
des Deckprofils, in Vertikalrichtung oben und unten dichtend an die Horizontalholme
des Rahmenprofils anschließt. Ferner ist vorzugsweise das Führungsdichtmittel derart
zu der Führung, dem inneren Vertikalholm des Flügels und dem inneren Vertikalholm
des Rahmenprofils, insbesondere der Festverscheibung, ausgebildet, dass in der Schließstellung
ein Dichtkontakt zwischen den zwei inneren Vertikalholmen, insbesondere über deren
gesamte Vertikalerstreckung, insbesondere im Bereich des stirnseitigen Deckprofils,
hergestellt ist.
[0036] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung, der mit den zuvor beschriebenen Aspekten
kombinierbar ist und umgekehrt, weist das Parallelschiebesystem zwei den Flügel in
der Schließstellung umlaufende Dichtungen auf, die im Bereich eines Vertikalholms
des Flügels an einer der Öffnung zugewandten Seite des Flügels angeordnet sind. Vorzugsweise
weist das Parallelschiebesystem einen Vertikalholm eines den Flügel in der Schließstellung
umlaufenden Rahmenprofils auf, mit dem die zwei umlaufenden Dichtungen im Bereich
des Vertikalholms des Flügels in der Schließstellung in Dichtkontakt stehen. Insbesondere
sind die zwei umlaufenden Dichtungen in der Schließstellung in Dichtkontakt mit einer
Außenseite des Vertikalholms des Flügels und einer Innenseite des Vertikalholms des
Rahmenprofils. Insbesondere erstrecken sich die umlaufenden Dichtungen im Bereich
des Vertikalholms des Flügels im Wesentlichen entlang der vollständigen Vertikalerstreckung
des Vertikalholms. Unter im Wesentlichen ist insbesondere eine Erstreckung von wenigstens
70 %, 80 %, 90 %, 95 %, 98 %, 99 % oder 100 % der Vertikalerstreckung des Vertikalholms
des Flügels zu verstehen. Durch die erfindungsgemäße Anordnung der zwei umlaufenden
Dichtungen zwischen den einander zugewandten Seiten des inneren Vertikalholms des
Flügels und des Rahmenprofils kann auch bei Abstell-Schiebe-Systemen und Hebe-Schiebe-Systemen,
neben der äußeren umlaufenden Dichtung, eine zweite, innen umlaufende Dichtung (Innendichtung)
bereitgestellt werden. Dadurch können die Vorteile von Parallel-Schiebe-Kipps-Systemen
und Parallel-Abstell-Schiebe-Systemen hinsichtlich Dichtung und Wärmeisolation auch
mit Hebe-Schiebe-Systemen und Abstell-Schiebe-Systemen erreicht werden.
[0037] Vorzugsweise ist eine der zwei Dichtungen eine Innendichtung, die im Bereich des
Vertikalholms an einem stirnseitigen Deckprofil des, insbesondere innenliegenden,
Vertikalholms angebracht ist. Unter dem innenliegenden Vertikalholm ist insbesondere
der zuvor beschriebene innere Vertikalholm des Flügels zu verstehen, der in der Offenstellung
von der Öffnung abgewandt ist. Vorzugsweise weist das stirnseitige Deckprofil eine
dem Vertikalholm des Rahmenprofils zugewandte Dichtseite auf, an der die Innendichtung
im Bereich des Vertikalholms des Flügels angeordnet ist. Vorzugsweise ist die Innendichtung
in der Schließstellung in Dichtkontakt mit der Dichtseite des stirnseitigen Deckprofils
und der Innenseite des Vertikalholms des Rahmenprofils.
[0038] Vorzugsweise weist der Vertikalholm des Rahmenprofils ebenfalls ein stirnseitiges
Deckprofil mit einer dem Vertikalholm des Flügels zugewandten Dichtseite auf.
[0039] Vorzugsweise ist die Innendichtung in der Schließstellung in Dichtkontakt mit der
Dichtseite des stirnseitigen Deckprofils des Vertikalholms des Rahmenprofils und der
Außenseite des Vertikalholms des Flügels. Vorzugsweise erstreckt sich die Außendichtung
im Bereich der Vertikalholme des Flügel- und Rahmenprofils in Vertikalrichtung im
Wesentlichen über die gesamte Erstreckung des Vertikalholms. Der zuvor beschriebene
Bereich, in dem die umlaufenden Dichtungen im Bereich des Vertikalholms des Flügels
verlaufen, kann auch als Überlappbereich bezeichnet werden. Vorzugsweise erstrecken
sich die zwei umlaufenden Dichtungen im Bereich des Vertikalholms parallel zueinander.
Besonders bevorzugt sind die zwei umlaufenden Dichtungen im Überlappbereich in Schieberichtung
voneinander beabstandet, insbesondere um wenigstens 30 %, 40 %, 50 %, 60 %, 70% oder
80 % der Erstreckung einer der Vertikalholme in Schieberichtung, insbesondere des
Vertikalholms mit der größten Erstreckung in Schieberichtung, voneinander beabstandet.
[0040] Vorzugsweise sind die zuvor beschriebenen stirnseitigen Deckprofile der Vertikalholme
zweiteilig gegenüber einer Tragstruktur des Vertikalholms ausgebildet. Vorzugsweise
sind die Deckprofile form- und/oder kraftschlüssig, insbesondere mittels einer Clip-Verbindung,
mit der Tragstruktur des jeweiligen Vertikalholms verbunden. Vorzugsweise stehen die
Dichtseiten des jeweiligen Deckprofils gegenüber den Tragstrukturen in Abstellrichtung
in Richtung des jeweils gegenüberliegenden Vertikalholms hervor. Vorzugsweise weisen
die Vertikalholme Aufnahmen für die jeweiligen Dichtungen beziehungsweise Dichtabschnitte
auf.
[0041] Vorzugsweise ist die Innendichtung abschnittsweise, insbesondere im Bereich eines
zweiten Vertikalholms, insbesondere des äußeren Vertikalholms, und zweier Horizontalholme
des Flügels, an der der Öffnung abgewandten Seite des Flügels angeordnet. Besonders
bevorzugt erstreckt sich die Innendichtung in der Schließstellung an der der Öffnung
abgewandten Seite der Öffnung entlang der Horizontalholme des Flügels und entlang
des zweiten, insbesondere äußeren, Vertikalholms. Vorzugsweise weist die der Öffnung
abgewandte Seite des Flügels einen Rahmen auf, der in der Schließstellung überlappend
mit dem Horizontalholm und einem inneren Vertikalholm des Rahmenprofils ausgebildet
ist. Vorzugsweise erstreckt sich der Überlappungsbereich entlang der Horizontalholme
und entlang eines, vorzugsweise des äußeren, Vertikalholms des Flügels. Vorzugsweise
steht die Innendichtung in der Schließstellung in Dichtkontakt sowohl mit dem Horizontalholm
und dem äußeren Vertikalholm des Flügels als auch des Rahmenprofils, insbesondere
im Überlappungsbereich.
[0042] Vorzugsweise steht die Innendichtung im Bereich der Horizontalholme sowohl im Dichtkontakt
mit den Horizontalholmen des Rahmenprofils als auch mit den daran angebrachten Führungsschienen.
[0043] Vorzugsweise verläuft die Innendichtung abschnittsweise an der Innenseite und abschnittsweise
an der Außenseite des Flügels, insbesondere im Bereich der Horizontalholme an der
Innenseite des Flügels und/oder im Bereich des inneren Vertikalholms an der Außenseite
des Flügels und im Bereich des äußeren Vertikalholms an der Innenseite des Flügels.
[0044] Vorzugsweise sind die an der der Öffnung zugewandten Seite des Flügels und die an
der der Öffnung abgewandten Seite des Flügels angeordneten Abschnitte der Innendichtung
zur Ausbildung der umlaufenden Dichtung über Überbrückungsabschnitte miteinander verbunden.
Vorzugsweise sind die Überbrückungsabschnitte über den zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen
Schieber bereitgestellt. Insbesondere sind die Überbrückungsabschnitte vorzugsweise
im Bereich des inneren Vertikalholms, insbesondere in Vertikalrichtung zwischen dem
inneren Vertikalholm des Flügels und dem inneren Vertikalholm des Flügels gegenüberliegenden
Abschnitten der Horizontalholme des Rahmenprofils angeordnet. Vorzugsweise weist der
Überbrückungsabschnitt einen Teilabschnitt auf, der in der Schließstellung durch einen
Dichtkontakt zwischen dem zuvor beschriebenen Schieber und einer Führung gebildet
ist. Ferner weist der Überbrückungsabschnitt vorzugsweise einen Teilabschnitt auf,
der in der Schließstellung durch einen Dichtkontakt zwischen dem Schieber, insbesondere
dem Schwanz des Schiebers, und einem Schieberdichtmittel gebildet wird. Ferner weist
der Überbrückungsabschnitt vorzugsweise einen Teilabschnitt auf, der in der Schließstellung
durch einen Dichtkontakt zwischen einer Führung, insbesondere der zuvor beschriebenen
Führung, und einem Führungsdichtmittel gebildet wird. Vorzugsweise geht die innere
Dichtung im Überbrückungsbereich zwischen den Horizontalholmen des Flügels und des
Rahmenprofils in der Schließstellung in den Teilabschnitt zwischen Schieber und Führung
über. Ferner geht der Dichtkontakt vorzugsweise vom Teilabschnitt zwischen Schieber
und Führung in den Dichtkontakt zwischen Schieber und Schieberdichtmittel über. Ferner
geht der Dichtkontakt vorzugsweise vom Teilabschnitt zwischen Schieber und Schieberdichtmittel
in den Teilabschnitt zwischen Führung und Führungsdichtmittel über. Letztlich geht
der Teilabschnitt zwischen Führung und Führungsdichtmittel vorzugsweise in den Bereich
der Dichtung über, die an der der Öffnung zugewandten Seite des Flügels an einem Vertikalholm,
insbesondere dem inneren Vertikalholm, angeordnet ist.
[0045] Durch den zuvor beschriebenen Überbrückungsabschnitt ist es gelungen, eine umlaufende
Dichtung bereitzustellen, die im Bereich der Horizontalholme und des äußeren Vertikalholms
an der Innenseite des Flügels angeordnet ist und im Bereich des inneren Vertikalholms
an der Außenseite angeordnet ist, um den dem inneren Vertikalholm des Flügels gegenüberliegenden
Vertikalholm des Rahmenprofils nutzen zu können, um einen Dichtkontakt mit dem Flügel
in diesem Bereich herzustellen. Dabei vermeiden die Überbrückungsabschnitte zwischen
dem innenliegenden Bereich und dem außenliegenden Bereich der Innendichtung, dass
die Dichtung unterbrochen wird.
[0046] Die zuvor beschriebenen Vertikalholme, insbesondere Tragstruktur der Vertikalholme,
sind vorzugsweise aus einem Kunststoff, insbesondere aus PVC, hergestellt. Die Führung
und/oder der Schieber sind vorzugsweise aus Polymeren, insbesondere aus Acrylnitril-Styrol-Acrylat-Copolymeren,
hergestellt.
[0047] Die Dichtung, insbesondere die umlaufenden Dichtungen, die Schieberdichtmittel und
die Führungsdichtmittel sind vorzugsweise aus einem Material mit einer Stauchhärte
zwischen 5 und 1.000 kPa, vorzugsweise zwischen 10 und 800 kPa, besonders bevorzugt
zwischen 20 und 550 kPa, ausgebildet. Vorzugsweise sind die Dichtmittel aus einem
elastischen Material, insbesondere einem elastischeren Material als die Holme des
Flügels und des Rahmens, besonders bevorzugt aus Zellkautschuk, ausgebildet.
[0048] Bevorzugte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0049] Weitere Vorteile, Merkmale und Eigenschaften der Erfindung werden durch die folgende
Beschreibung bevorzugter Ausführungen der beiliegenden Zeichnungen erläutert, in denen
zeigen:
- Figur 1
- eine Vorderansicht eines Abstell-Schiebe-Systems;
- Figur 2a
- eine perspektivische Ansicht auf die Stirnseite des inneren Vertikalholms des Flügels
im Bereich des unteren Horizontalholms des Rahmenprofils gemäß dem in Figur 1 gekennzeichneten
Ausschnitt A;
- Figur 2b
- eine Seitenansicht auf den in Figur 2a gezeigten Bereich des Abstell-Schiebe-Systems
mit dem Flügel in der Schließstellung;
- Figur 2c
- die Ansicht aus Figur 2b mit dem Flügel in Schiebestellung;
- Figur 3a
- eine perspektivische Ansicht auf die Stirnseite des inneren Vertikalholms des Flügels
im Bereich des oberen Horizontalholms des Rahmenprofils gemäß dem in Figur 1 gekennzeichneten
Ausschnitt B;
- Figur 3b
- eine Seitenansicht auf den in Figur 3a gezeigten Bereich des Abstell-Schiebesystems
mit dem Flügel in der Schließstellung;
- Figur 3c
- die Ansicht aus Figur 3b mit dem Flügel in Schiebestellung;
- Figur 4
- eine Vogelperspektive auf den Flügel und die Festverglasung im Bereich der in Figur
1 angedeuteten Schnittebene C;
- Figur 5
- eine perspektivische Ansicht der in den Figuren 2a-2c gezeigten Führung;
- Figur 6
- eine perspektivische Ansicht des in den Figuren 2a-2c gezeigten Schiebers;
- Figur 7
- eine perspektivische Ansicht der in den Figuren 3a-3c gezeigten Führung;
- Figur 8
- eine perspektivische Ansicht des in den Figuren 3a-3c gezeigten Schiebers;
- Figur 9
- eine perspektivische Ansicht auf ein Führungsdichtmittel zur Abdichtung der Führung
gegenüber dem Vertikalholm des Rahmenprofils;
- Figur 10
- eine perspektivische Ansicht auf ein Schieberdichtmittel zur Abdichtung des Schiebers
gegenüber einem Horizontalholm des Rahmenprofils;
- Figur 11a
- eine perspektivische Ansicht auf die Stirnseite des inneren Vertikalholms des Flügels
im Bereich des unteren Horizontalholms des Rahmenprofils gemäß dem in Figur 1 gekennzeichneten
Ausschnitt A bei herkömmlichen Schiebesystemen;
- Figur 11b
- eine Seitenansicht auf den in Figur 11a gezeigten Bereich des Abstell-Schiebe-Systems;
- Figur 12a
- eine perspektivische Ansicht auf die Stirnseite des inneren Vertikalholms des Flügels
im Bereich des oberen Horizontalholms des Rahmenprofils gemäß dem in Figur 1 gekennzeichneten
Ausschnitt B bei herkömmlichen Schiebesystemen;
- Figur 12b
- eine Seitenansicht auf den in Figur 12a gezeigten Bereich des Abstell-Schiebe-Systems;
- Figur 13
- eine Seitenansicht auf einen Falzbereich zwischen einem Flügel und einem Rahmenprofil
eines Türsystems;
- Figur 14
- eine Seitenansicht auf den in Figur 3a gezeigten Bereich des Abstell-Schiebesystems
mit einem im Vergleich zu Figur 3b modifiziertem Schieber; und
- Figur 15
- eine modifizierte Schiene für den Einsatz im Bereich des unteren Horizontalholms des
Rahmenprofils gemäß dem in Figur 1 gekennzeichneten Ausschnitt A.
[0050] In der folgenden Beschreibung beispielhafter Ausführungen ist ein erfindungsgemäßes
Parallelschiebesystem im Allgemeinen mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet.
[0051] Figur 1 zeigt eine Vorderansicht auf ein erfindungsgemäßes Parallelschiebesystem
1. Das Parallelschiebesystem 1 weist einen Flügel 3 und eine Festverglasung 5 auf.
Vorliegend ist der Flügel 3 ein Fensterflügel. Der Flügel 3 ist in einer Schließstellung
dargestellt, in der der Flügel 3 eine in der Zeichenebene hinter dem Flügel 3 liegende
Öffnung, vorliegend in Form einer Fensteröffnung, verschließt. Der Flügel 3 weist
einen Griff 7 auf, der betätigt werden kann, um den Flügel 3 horizontal in eine Schiebestellung
zu versetzen (Figuren 2c und 3c), in der der Flügel 3 in Schieberichtung S parallel
zu der Öffnung und der Festverglasung 5 in eine Offenstellung (nicht dargestellt)
verschiebbar ist, um die Öffnung freizulegen. Der Flügel 3 weist eine Scheibe 9 auf.
Die Scheibe 9 wird von einem Flügelprofil 11 umlaufen. Das Flügelprofil 11 weist einen
in Gravitationsrichtung G unteren Horizontalholm 13 und einen oberen Horizontalholm
15 auf. Ferner weist der Flügel 3 zwei Vertikalholme 17, 19 auf, nämlich einen inneren
Vertikalholm 17, der in der Offenstellung von der Öffnung abgewandt ist, und einen
äußeren Vertikalholm 19, der in der Offenstellung der Öffnung zugewandt ist. Gleichermaßen
weist die Festverglasung 5 eine Scheibe 21 und ein die Scheibe umlaufendes Festverglasungsprofil
23 auf. Das Festverglasungsprofil 23 weist einen in Gravitationsrichtung G unteren
Horizontalholm 25 und einen in Gravitationsrichtung G oberen Horizontalholm 27 auf.
Ferner weist das Festverglasungsprofil 23 einen äußeren Vertikalholm 31, der von der
Öffnung abgewandt ist, und einen inneren Vertikalholm 29 (in Fig. 1 nicht gezeigt,
vgl. hierzu Fig. 4) der der Öffnung zugewandt ist, auf. Ferner weist das Parallelschiebesystem
1 ein Rahmenprofil 33 auf, das in der Schließstellung den Flügel 3 umläuft. Das Rahmenprofil
33 weist einen äußeren Vertikalholm 35 auf. Ferner weist das Rahmenprofil 33 einen
in Gravitationsrichtung G unteren Horizontalholm 25 auf, der vorliegend gleichzeitig
als unterer Horizontalholm 25 des Festverglasungsprofils 23 fungiert, und einen in
Gravitationsrichtung G oberen Horizontalholm 27, der vorliegend gleichzeitig als oberer
Horizontalholm 27 des Festverglasungsprofils 23 fungiert. Ferner weist das Rahmenprofil
33 einen inneren Vertikalholm 29 auf (in Fig. 1 nicht gezeigt, vgl. hierzu Fig. 4),
der vorliegend gleichzeitig als innerer Vertikalholm 29 des Festverglasungsprofils
23 fungiert. Der Flügel 3 und dessen Scheibe 9 weisen eine Haupterstreckungsebene
auf, die durch die Gravitationsrichtung G und die Schieberichtung S aufgespannt wird.
Auch die Festverglasung 5 und dessen Scheibe 21 weisen eine Haupterstreckungsebene
auf, die durch die Gravitationsrichtung G und die Schieberichtung S aufgespannt wird.
[0052] Fig. 4 zeigt eine Schnittansicht entlang der Linie C-C aus Fig. 1. Darin sind lediglich
die Anschlussstücke der Scheiben 9 und 21 angedeutet. Die äußeren Vertikalholme 19,
31 und 35 sind nicht gezeigt. Die Haupterstreckungsebene 37 des Flügels 3 und die
Haupterstreckungsebene 39 der Festverglasung 5 sind mit gestrichelten Linien angedeutet.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich ist, sind die Haupterstreckungsebenen 37 und 39 in der
nachfolgenden im Detail beschriebenen Abstellrichtung A voneinander beabstandet. Insbesondere
sind der innere Vertikalholm 17 des Flügels 3 und der innere Vertikalholm 29 der Festverglasung
5 bzw. des Rahmenprofils 33 in Abstellrichtung A hintereinander angeordnet. Die Vertikalholme
17 und 29 weisen jeweils eine Tragstruktur 41, 43 und ein an der Tragstruktur 41,
43 befestigtes Deckprofil 45, 47 auf. Die Deckprofile 45, 47 sind jeweils über Klippverbindungen
49 mit der Tragstruktur 41, 43 verbunden. Die Deckprofile dienen insbesondere als
Sichtblende und Schutz für an den Tragstrukturen 41, 43 angebrachte Mechaniken des
Parallelschiebesystems 1. Die Deckprofile 45, 47 definieren eine Stirnseite der Vertikalholme
17, 29. Der Innenraum eines Gebäudes ist in Fig. 4 mit IR angedeutet. Durch das Parallelschiebesystem
1 wird der Innenraum IR des Gebäudes gegenüber dem Außenraum AR (Umgebung) abgedichtet.
Die dem Außenraum AR zugewandten Außenseiten der Vertikalholme 17, 29 sind mit den
Bezugszeichen 51 und 53 gekennzeichnet. Die dem Innenraum IR zugewandten Innenseiten
der Vertikalholme 17 und 29 sind mit den Bezugszeichen 55 und 57 gekennzeichnet. In
Fig. 4 stehen sich die Außenseite 51 des inneren Vertikalholms 17 des Flügels 3 und
die Innenseite 57 des Vertikalholms 29 der Festverglasung 5 bzw. des Rahmenprofils
33 in Abstellrichtung A gegenüber. Die gemäß einem Aspekt der Erfindung vorgesehenen
zwei in der Schließstellung umlaufenden Dichtungen sind in Fig. 4 mit den Bezugsziffern
59, 61 dargestellt. Die mit der Bezugsziffer 59 versehene Dichtung ist die Innendichtung,
die das Parallelschiebesystem 1 gegenüber dem Innenraum IR abdichtet. Die mit Bezugsziffer
61 versehene Dichtung ist die Außendichtung, die das Parallelschiebesystem 1 gegenüber
dem Außenraum AR abdichtet. Wie Fig. 4 entnehmbar ist, sind sowohl die Innendichtung
59 als auch die Außendichtung 61 im Bereich des Vertikalholms 17 des Flügels 3 an
der der Öffnung zugewandten Seite des Flügels 3, nämlich der Außenseite 51, angeordnet.
[0053] Die Figuren 11a und 11b zeigen die Ausführung des in Figur 1 mit A gekennzeichneten
Bereichs von Parallelschiebesystemen, wie sie im Stand der Technik bekannt sind. Die
Figuren 12a und 12b zeigen entsprechend den in Figur 1 gekennzeichneten Bereich B,
wie er bei aus dem Stand der Technik bekannten Parallelschiebesystemen realisiert
wird.
[0054] Um bei diesem ein Versetzen des Flügels 3 aus den dargestellten Schließstellungen
in Abstellrichtung A in Schiebestellungen zu ermöglichen, sind Ausklinkungen 63, vorwiegend
treppenförmige Ausklinkungen 63, am in Gravitationsrichtung G oberen und unteren Ende
des Deckprofils 45 vorgesehen. Durch diese Ausklinkungen 63 kann ein Versetzen des
Flügels 3 in die Schiebestellung erfolgen, ohne mit den Führungsschienen 65, 67 zu
kollidieren. Ein Nachteil der Ausklinkungen 63 besteht allerdings darin, dass, insbesondere
aufgrund der reinen Abstellbewegung A in Abstellrichtung (also durch eine fehlende
Abstellbewegung in Vertikalrichtung), das Schließen des Spaltes 69, 71 zwischen dem
Deckprofil 45 und der jeweiligen Schiene 65, 67 nicht möglich ist. Dadurch wird die
innere Dichtung 59 bei bekannten Systemen zumindest im Bereich der Ausklinkung 63
unterbrochen, wodurch die Atmosphäre des Innenraums IR stets über die Ausklinkung
63 mit dem Falzbereich zwischen Flügel 3 und Rahmenprofil 33 verbunden ist und dadurch
bei Ausführungen mit einer über den Falzbereich realisierten Entwässerung und Belüftung
auch mit dem Außenraum AR verbunden ist.
[0055] Zur Veranschaulichung, wie der zuvor und nachfolgend beschriebene Falzbereich 73
ausgebildet werden kann, wird auf Figur 13 verwiesen, in der ein Falzbereich 73 zwischen
einem unteren Horizontalholm 13 eines Flügels 3 und einem unteren Horizontalholm 25
eines Rahmenprofils 33dargestellt ist. Eine Innendichtung 59 dichtet den Falzbereich
73 gegenüber dem Innenraum IR ab, sodass der Falzbereich 73 für die Belüftung und
Entwässerung genutzt werden kann.
[0056] Figur 2a zeigt eine perspektivische Ansicht auf den in Figur 1 dargestellten Bereich
A und Figur 3a einen auf den in Figur 1 dargestellten Bereich B eines erfindungsgemäßen
Parallelschiebesystems 1 in Form eines Abstellschiebesystems 1. Darin ist jeweils
ein Schieber 75, 77 vorgesehen, der beim horizontalen Versetzen des Flügels 3 in Abstellrichtung
A aus der Schiebestellung (Figur 2c und Figur 3c) zurück in die Schließstellung (Figur
2b und Figur 3b) relativ zum Flügel in Vertikalrichtung V versetzt wird, um jeweils
einen Spalt 79, 81 zwischen dem Flügel 3 und dem jeweiligen Horizontalholm 13, 15
dichtend zu schließen. Dafür ist jeweils eine fest mit dem Flügel 3 verbundene Führung
83, 85 vorgesehen, welche die horizontale Bewegung, insbesondere in Abstellrichtung
A, des Flügels 3 nutzt, um die Schieber 75, 77 in Vertikalrichtung V zu versetzen.
Dabei führen der jeweilige Schieber 75, 77 und die jeweilige Führung 83, 85 in Reaktion
auf eine Bewegung des Flügels 3 zwischen der Schließstellung und der Schiebestellung
relativ zueinander eine Horizontalbewegung und eine Vertikalbewegung durch, wobei
der jeweilige Schieber 75, 77 sich ausschließlich in Vertikalrichtung V bewegt und
die Führung sich ausschließlich, insbesondere zusammen mit dem Flügel 3, in Abstellrichtung
A bewegt.
[0057] Insbesondere weist die jeweilige Führung 83, 85 jeweils eine Aufnahme 87, 89 für
den jeweiligen Schieber 75, 77 auf, in der der Schieber 75, 77 gegenüber der jeweiligen
Führung 83, 85 jeweils entlang einer gegenüber der Horizontalen geneigten Schieberschiene
91, 93 geführt ist. Die jeweilige Schieberschiene 91, 93 weist eine T-Nut auf, über
welche jeweils ein T-förmiger Vorsprung 94, 95 entlang der jeweiligen Schieberschiene
91, 93 geführt ist. Die Schieber 75, 77 weisen vorzugsweise jeweils einen Schieberkörper
97, 99 auf, der in der Schließstellung im Dichtkontakt mit der nachfolgend beschriebenen
jeweiligen Führungsschiene 105, 107 ist. Dafür weist der Schieberkörper 97, 99 jeweils
zwei Aussparungen 109, 111, 113, 115 auf, die in der Schließstellung von in Vertikalrichtung
vorstehenden Vorsprüngen 117, 119, 121, 123 der jeweiligen Führungsschiene 105, 107
ausgefüllt werden. Dadurch können die jeweiligen Vorsprünge 117, 119, 121, 123 in
der Schließstellung in den entsprechenden Aussparungen 109, 111, 113, 115 versenkt
werden, sodass der jeweilige Schieber 75, 77 in Dichtkontakt mit der jeweiligen Schiene
105, 107 gelangen kann.
[0058] Ferner weist jeder der Schieber 75, 77 jeweils einen Schieberdichtmittelabschnitt
101, 103 auf, der auch als Schieberschwanz bezeichnet werden kann, über den der jeweilige
Schieber 75, 77 in der Schließstellung in Dichtkontakt mit einem jeweiligen im entsprechenden
Horizontalholm 25, 27 angeordneten Schieberdichtmittel 125, 127 steht. Dadurch kann
insbesondere in der Schließstellung über den jeweiligen Schieber 75, 77 ein durchgängiger
Dichtkontakt mit der jeweiligen Schiene 105, 107 und dem daran anschließenden Schieberdichtmittel
125, 127 insbesondere über die vollständige Erstreckung des jeweiligen Horizontalholms
in Abstellrichtung A bereitgestellt werden. Ferner ist an jeder der Führungen 83,
85 jeweils ein Führungsdichtmittel 129, 131 vorgesehen, über das die jeweilige Führung
83, 85 in der Schließstellung in Dichtkontakt mit dem innenliegenden Vertikalholm
29 des Rahmenprofils 33 bzw. des Festverglasungsprofils 23 steht. Zur Aufnahme des
jeweiligen Führungsdichtmittels 129, 131 kann die jeweilige Führung 83, 85 eine Führungsdichtmittelaufnahme
133, 135 aufweisen. Komplementär zur jeweiligen Führungsdichtmittelaufnahme 133, 135
kann das jeweilige Führungsdichtmittel 129, 131 einen Übergangsabschnitt 137, 139
aufweisen. Im in Figur 9 gezeigten Beispiel von Führungsdichtmitteln 129, 131 ist
der Übergangsabschnitt 137, 139 L-förmig ausgebildet und schließt an einen I-förmigen
Hauptdichtabschnitt 141, 143 an.
[0059] Durch die zuvor beschriebene Ausgestaltung der Vorsprünge 117, 119, 121, 123 der
Führungsschienen 105, 107 kann insbesondere gewährleistet werden, dass die jeweilige
Führungsschiene 105, 107 eine Bewegung des jeweiligen Schiebers 75, 77 in die Horizontalrichtung,
insbesondere Abstellrichtung A, in der der Flügel 3 zwischen der Schließstellung und
der Schiebestellung versetzbar ist, vermeidet. Wie insbesondere aus den Figuren 2b,
2c, 3b und 3c ersichtlich ist, sind der jeweilige Schieber 75, 77 und dessen Führung
83, 85 im Bereich des stirnseitigen Deckprofils 45 des innenliegenden Vertikalholms
17 des Flügels 3 angebracht. Dabei sind der jeweilige Schieber 75, 77 und die jeweilige
Führung 83, 85 derart aufeinander abgestimmt, dass beim Versetzen des Flügels aus
der Schiebestellung in die Schließstellung die beiden Schieber 75, 77 in Vertikalrichtung
V jeweils vom Flügel 3, insbesondere vom Deckprofil 45 weg in Richtung der den Flügel
3 in der Schiebestellung führenden Führungsschiene 105, 107 versetzt wird, insbesondere
bis die jeweiligen Schieber 75, 77 in Dichtkontakt mit der jeweiligen Führungsschiene
105, 107 und dem jeweiligen Dichtmittel 125, 127 stehen. Gleichzeitig wird durch die
Bewegung entgegen der Abstellrichtung A ein Dichtkontakt zwischen den jeweiligen Führungen
83, 85 und deren Führungsdichtmittel 129, 131 mit dem innenliegenden Vertikalholm
29 des Rahmenprofils 33 bzw. des Festverglasungsprofils 23 hergestellt.
[0060] Wie zuvor beschrieben ist in Figur 4 der erfindungsgemäße Aspekt dargestellt, wonach
wenigstens zwei in der Schließstellung umlaufende Dichtungen 59, 61 im Bereich des
Vertikalholms 17 des Flügels 3 an einer der Öffnung zugewandten Seite des Flügels
3 angeordnet sind. In den Figuren 2b und 2c sowie 3b und 3c ist angedeutet, wie die
umlaufende Innendichtung 59 im Bereich der Horizontalholme 13, 15 des Flügels 3 verlaufen,
nämlich zwischen der Innenseite 55 des Flügels 3 und der Innenseite des jeweiligen
Horizontalholms 25, 27.
[0061] Um die innenliegenden und außenliegenden Bereiche der Innendichtung 59 zu einer umlaufenden
Dichtung zu verbinden, werden die zuvor beschriebenen Schieber 75, 77 genutzt, um
jeweils einen Überbrückungsabschnitt der Dichtung entlang des unteren Horizontalholms
25 und des oberen Horizontalholms 27 des Festverglasungsrahmens 23 bzw. des Rahmenprofils
33 bereitzustellen.
[0062] Figur 14 zeigt eine Seitenansicht auf den in Figur 3a gezeigten Bereich des AbstellSchiebesystems
mit dem Flügel in der Schließstellung. Dabei unterscheidet sich Figur 14 ausschließlich
dadurch von Figur 3b, dass ein Schieber 77' mit modifizierter Aussparung 111', die
folgend als Nut 111' bezeichnet wird, eingesetzt wird. Die Nut 111' weist zwei einander
gegenüberliegende Nutwände 145, 147 auf. Die Nutwand 145 ist gegenüber einer Vertikalen
um 4° geneigt. Dabei ist die Neigung der Nutwand 145 ausgehend von einer Vertikalen
in die gleiche Richtung ausgebildet wie die Neigung der Schieberschiene 93 der Führung
85. Die Nutwand 147 ist gegenüber einer Vertikalen um 2° geneigt. Der in Figur 14
dargestellte Vorsprung 121 der Führungsschiene 107, wird folgend als Feder 121 bezeichnet,
da der Vorsprung/die Feder im dargestellten Schließzustand gemäß einem Nut-Feder-System
in die Nut 111' eingreift. Die Feder 121 weist zwei einander gegenüberliegende Federwände
149, 151 auf. Die Federwände 149, 151 erstrecken sich in Vertikalrichtung.
[0063] Die linke Federwand 149 und die linke Nutwand 145 bilden ein Wandpaar aus, zwischen
denen durch die Neigung der Nutwand 145 gegenüber der Vertikalen um 4° und der vertikalen
Erstreckung der Federwand 149 eine relative Neigung von 4° bereitgestellt ist. Die
Erfinder haben erkannt, dass dadurch in der Schiebestellung ein Linienkontakt zwischen
Schieber 77' und Führungsschiene 107 bereitgestellt wird, wodurch die Geräuschentwicklung
reduziert wird, und gleichzeitig ein ausreichender Formschluss, insbesondere ein möglichst
kleiner Spalt zwischen Führungsschiene 107 und Schieber 77', in der Schließstellung
bereitgestellt wird, um die Dichtigkeit zwischen Schieber 77' und Führungsschiene
107 zu gewährleisten.
[0064] Die rechte Federwand 151 und die rechte Nutwand 147 bilden ein Wandpaar aus, zwischen
denen durch die Neigung der Nutwand 147 gegenüber der Vertikalen um 2° und der vertikalen
Erstreckung der Federwand 151 eine relative Neigung von 2° bereitgestellt ist. Die
Erfinder haben erkannt, dass dadurch einerseits in der Schiebestellung ein Linienkontakt
zwischen Schieber 77' und Führungsschiene 107 bereitgestellt wird, wodurch die Geräuschentwicklung
reduziert wird, und gleichzeitig ein ausreichender Formschluss, insbesondere ein möglichst
kleiner Spalt zwischen Führungsschiene 107 und Schieber 77', in der Schließstellung
bereitgestellt wird, um die Dichtigkeit zwischen Schieber 77' und Führungsschiene
107 zu gewährleisten. Die Erfinder haben erkannt, dass mit dieser Neigung Toleranzen
und Bewegungen des Flügels beim Schieben ausgeglichen werden können, sodass die Geräuschentwicklung
und das Risiko eines Verkeilens zuverlässig gesenkt werden kann. Dabei hat sich, ähnlich
wie bei der 4° Neigung beschrieben, herausgestellt, dass eine kleinere Neigung zu
einer höheren Geräuschentwicklung und einem höheren Risiko des Verkeilens führt, wohingegen
eine größere Neigung zu einer geringeren Dichtigkeit in der Schließstellung führt.
[0065] Figur 15 zeigt eine modifizierte Führungsschiene 105' für den Einsatz im Bereich
des unteren Horizontalholms des Rahmenprofils gemäß dem in Figur 1 gekennzeichneten
Ausschnitt A. Die Führungsschiene 105' ist dazu ausgebildet als Alternative zu der
in Figur 2c dargestellten Führungsschiene 105 im Bereich des unteren Horizontalholms
eingesetzt zu werden. Zur besseren Übersicht ist Figur 2c auf der gleichen Seite wie
Figur 15 erneut abgebildet. Die Führungsschiene 105' unterscheidet sich insbesondere
durch einen modifizierten Vorsprung 117' von der Führungsschiene 105. Der Vorsprung
117' und die Aussparung 109 greifen in der Schließstellung gemäß einem Nut-Feder-System
ineinander ein, sodass nachfolgend der Vorsprung 117' als Feder und die Aussparung
109 als Nut bezeichnet wird. Die Feder 117' weist zwei einander gegenüberliegende
Federwände 153, 155 auf. Die Federwand 153 ist gegenüber einer Vertikalen um 4° geneigt.
Dabei ist die Neigung der Federwand 153 ausgehend von einer Vertikalen in die gleiche
Richtung ausgebildet wie die Neigung der Schieberschiene 91 der Führung 83. Die Federwand
155 erstreckt sich in Vertikalrichtung. Die in Figur 2c dargestellte Nut 109 weist
zwei einander gegenüberliegende Nutwände 157, 159 auf. Die Nutwände 157, 159 erstrecken
sich in Vertikalrichtung.
[0066] Die rechte Federwand 153 und die rechte Nutwand 157 bilden ein Wandpaar aus, zwischen
denen durch die Neigung der Federwand 153 gegenüber der Vertikalen um 4° und der vertikalen
Erstreckung der Nutwand 157 eine relative Neigung von 4° bereitgestellt ist. Die Erfinder
haben erkannt, dass dadurch in der Schiebestellung ein Linienkontakt zwischen Schieber
75 und Führungsschiene 105' bereitgestellt wird, wodurch die Geräuschentwicklung reduziert
wird, und gleichzeitig ein ausreichender Formschluss, insbesondere ein möglichst kleiner
Spalt zwischen Führungsschiene 105' und Schieber 75, in der Schließstellung bereitgestellt
wird, um die Dichtigkeit zwischen Schieber 75 und Führungsschiene 105' zu gewährleisten.
[0067] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Figuren und den Ansprüchen offenbarten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Realisierung
der Erfindung in verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung sein.
Bezugszeichenliste
[0068]
- 1
- Parallelschiebesystem
- 3
- Flügel
- 5
- Festverglasung
- 7
- Griff
- 9,21
- Scheibe
- 11
- Flügelprofil
- 13, 25
- unterer Horizontalholm
- 15, 27
- oberer Horizontalholm
- 17, 29
- innere Vertikalholm
- 19, 31, 35
- äußeren Vertikalholm
- 23
- Festverglasungsprofil
- 33
- Rahmenprofil
- 37, 39
- Haupterstreckungsebene
- 41, 43
- Tragstruktur
- 45, 47
- Deckprofil
- 49
- Klippverbindung
- 51, 53
- Außenseite
- 55, 57
- Innenseite
- 59
- Innendichtung
- 61
- Außendichtung
- 63
- Ausklinkung
- 65, 67, 105, 105', 107
- Führungsschienen
- 69, 71
- Spalt
- 73
- Falzbereich
- 75, 77, 77'
- Schieber
- 79, 81
- Spalt
- 83, 85
- Führung
- 87, 89
- Aufnahme
- 91, 93
- Schieberschiene
- 94, 95
- T-förmiger Vorsprung
- 97, 99
- Schieberkörper
- 101, 103
- Schieberdichtmittelabschnitt
- 109, 111, 111',113, 115
- Aussparung / Nut
- 117, 117', 119, 121, 123
- Vorsprung / Feder
- 125, 127
- Dichtmittel
- 129, 131
- Führungsdichtmittel
- 133, 135
- Führungsdichtmittelaufnahme
- 137, 139
- Übergangsabschnitt
- 141, 143
- I-förmiger Hauptdichtabschnitt
- 145, 147, 157, 159
- Nutwand
- 149, 151, 153, 155
- Federwand
- A
- Abstellrichtung
- G
- Gravitationsrichtung
- S
- Schieberichtung
- V
- Vertikalrichtung
1. Parallelschiebesystem (1), insbesondere Abstell-Schiebe-System, umfassend
- einen Flügel (3), insbesondere Fenster- oder Türflügel, der aus einer Schließstellung,
in der der Flügel (3) eine Öffnung, insbesondere eine Fensteröffnung oder Türöffnung,
verschließt, horizontal in eine Schiebestellung versetzbar ist, in der der Flügel
(3) parallel zur Öffnung in eine die Öffnung freilegende Offenstellung verschiebbar
ist, gekennzeichnet durch
- wenigstens einen Schieber (75, 77), der beim horizontalen Versetzen des Flügels
(3) aus der Schiebestellung zurück in die Schließstellung relativ zum Flügel (3) in
Vertikalrichtung (V) versetzt wird, um wenigstens einen Spalt (79, 81) zwischen dem
Flügel (3) und einem Horizontalholm (25, 27) eines den Flügel (3) in der Schließstellung
umlaufenden Rahmenprofils (33) dichtend zu schließen.
2. Parallelschiebesystem (1) nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch wenigstens eine fest mit dem Flügel (3) verbundene Führung (83, 85), welche die horizontale
Bewegung des Flügels (3) zwischen der Schließstellung und der Schiebestellung nutzt,
um den Schieber (75, 77) in Vertikalrichtung (V) zu versetzen, insbesondere wobei
die wenigstens eine Führung (83, 85) und der wenigstens eine Schieber (75, 77) in
Reaktion auf eine Bewegung des Flügels (3) zwischen der Schließstellung und der Schiebestellung
relativ zueinander eine Horizontalbewegung und eine Vertikalbewegung durchführen,
vorzugsweise wobei der Schieber (75, 77) sich im Wesentlichen ausschließlich in Vertikalrichtung
(V) bewegt und die Führung (83, 85) sich im Wesentlichen ausschließlich in Horizontalrichtung
bewegt.
3. Parallelschiebesystem (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die wenigstens eine Führung (83, 85) eine Aufnahme (87, 89) für den Schieber (75,
77) aufweist, in der der Schieber (75, 77) gegenüber der Führung (83, 85) entlang
einer gegenüber der Horizontalen geneigten Schieberschiene (91, 93) geführt ist, vorzugsweise
wobei der Schieber (75, 77) über eine Schwalbenschwanz- oder T-Nut-Verbindung in der
Schieberschiene (91, 93) geführt ist.
4. Parallelschiebesystem (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 3,
gekennzeichnet durch
wenigstens ein an einer der Öffnung zugewandten Seite des Schiebers (75, 77) angeordnetes
Führungsdichtmittel (129, 131) über das die Führung (83, 85) in der Schließstellung
dichtend an einen Vertikalholm des Rahmenprofils (33), insbesondere eines Festverglasungsprofils
(23), anschließt.
5. Parallelschiebesystem (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch,
wenigstens eine den Flügel (3) in der Schiebestellung führende Schiene (65, 67, 105,
107) mit der der Schieber (75, 77) in der Schließstellung in Dichtkontakt ist, um
den Spalt (79, 81) im Bereich der Schiene (65, 67, 105, 107) in der Schließstellung
dichtend zu schließen, insbesondere wobei
der wenigstens eine Schieber (75, 77) und die wenigstens eine Schiene (65, 67, 105,
107) derart aufeinander abgestimmt sind, dass die Schiene (65, 67, 105, 107) eine
Bewegung des Schiebers (75, 77) in die Horizontalrichtung, in der der Flügel (3) zwischen
der Schließstellung und der Schiebestellung versetzbar ist, im Wesentlichen vermeidet.
6. Parallelschiebesystem (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
wenigstens ein in einem Falzbereich des Horizontalholms (25, 27) angeordnetes Schieberdichtmittel
(125, 127), mit dem der Schieber (75, 77) in der Schließstellung in Dichtkontakt ist,
um den Spalt (79, 81) im Bereich des Horizontalholms (25, 27) in der Schließstellung
dichtend zu schließen.
7. Parallelschiebesystem (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Flügel (3) einen eine Scheibe (9), insbesondere Verglasung, des Flügels (3) umlaufendes
Flügelprofil mit einem in Vertikalrichtung (V) oberen und unteren Horizontalholm sowie
einem äußeren Vertikalholm (19), der der Öffnung in der Offenstellung zugewandt ist,
und einem inneren Vertikalholm (17), der in der Offenstellung von der Öffnung abgewandt
ist, aufweist, insbesondere wobei der wenigstens eine Schieber (75, 77) im Bereich
des inneren Vertikalholms (17) des Flügelprofils angeordnet ist, insbesondere wobei
der wenigstens eine Schieber (75, 77) im Bereich eines stirnseitigen Deckprofils (45)
des inneren Vertikalholms (17) angeordnet ist, vorzugsweise wobei die Führung (83,
85) nach einem der Ansprüche 2 bis 5 an dem inneren Vertikalholm (17) des Flügelprofils
angebracht ist.
8. Parallelschiebesystem (1), insbesondere Abstell-Schiebe-System, vorzugsweise nach
einem der vorstehenden Ansprüche, umfassend
- einen Flügel (3), insbesondere Fenster- oder Türflügel, der aus einer Schließstellung,
in der der Flügel (3) eine Öffnung, insbesondere eine Fensteröffnung oder Türöffnung,
verschließt, horizontal in eine Schiebestellung versetzbar ist, in der der Flügel
(3) parallel zur Öffnung in eine die Öffnung freilegende Offenstellung verschiebbar
ist,
- wenigstens eine den Flügel (3) in der Schiebestellung führende Schiene (105', 107),
gekennzeichnet durch,
- wenigstens einen Dichtkörper (75, 77'), insbesondere Schieber nach einem der Ansprüche
1 bis 7, der in der Schließstellung einen Spalt (79, 81) zwischen dem Flügel (3) und
einem Horizontalholm (25, 27) eines den Flügel (3) in der Schließstellung umlaufenden
Rahmenprofils (33) dichtend schließt und in der Schiebestellung einen Linienkontakt
mit der Schiene (105', 107) ausbildet.
9. Parallelschiebesystem (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtkörper (75, 77') und die Schiene (105', 107) in der Schließstellung über
ein Nut-Feder-System ineinander eingreifen, wobei der Linienkontakt in der Schiebestellung
zwischen einer Nut (109, 111') und einer Feder (117', 121) des Nut-Feder-Systems ausgebildet
ist, insbesondere wobei die Nut (109, 111') in dem Dichtkörper (75, 77') und die Feder
(117', 121) in der Schiene (105', 107) ausgebildet ist.
10. Parallelschiebesystem (1) nach Anspruch 9,
da durch gekennzeichnet, dass der Linienkontakt durch eine relative Neigung zwischen
wenigstens einem Wandpaar, bestehend aus einer Nutwand (145, 147, 157) und einer der
Nutwand (145, 147, 157) gegenüberliegenden Federwand (149, 151, 153), bereitgestellt
wird,
insbesondere wobei die Neigung zwischen 0,5° und 10°, bevorzugt zwischen 1,0° und
7,5°, besonders bevorzugt zwischen 1,5° und 5°, liegt, und/oder insbesondere wobei
die Nutwand (145, 147, 157) gegenüber einer Vertikalen geneigt ist, wobei vorzugsweise
die Federwand (149, 151, 153) vertikal verläuft, oder
die Federwand (149, 151, 153) gegenüber einer Vertikalen geneigt ist, wobei vorzugsweise
die Nutwand (145, 147, 157) vertikal verläuft.
11. Parallelschiebesystem (1) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtkörper (75, 77') ein Schieber (75, 77') ist, der beim horizontalen Versetzen
des Flügels (3) aus der Schiebestellung zurück in die Schließstellung relativ zum
Flügel (3) in Vertikalrichtung (V) versetzt wird, um den wenigstens einen Spalt (79,
81) dichtend zu schließen, und dass
das Parallelschiebesystem (1) wenigstens eine fest mit dem Flügel (3) verbundene Führung
(83, 85) aufweist, welche die horizontale Bewegung des Flügels (3) zwischen der Schließstellung
und der Schiebestellung nutzt, um den Schieber (75, 77') in Vertikalrichtung (V) zu
versetzen, und dass
die wenigstens eine Führung (83, 85) eine Aufnahme (87, 89) für den Schieber (75,
77') aufweist, in der der Schieber (75, 77') gegenüber der Führung (83, 85) entlang
einer gegenüber der Horizontalen geneigten Schieberschiene (91, 93) geführt ist, und
dass die Neigung der Schieberschiene (91, 93) und die relative Neigung zwischen dem
wenigstens einen Wandpaar ausgehend von einer Vertikalen in die gleiche Richtung ausgebildet
sind, insbesondere wobei die Neigung zwischen Nutwand (145, 157) und Federwand (149,
153) zwischen 1,0° und 10°, bevorzugt zwischen 2,0° und 7,5°, besonders bevorzugt
zwischen 3° und 5°, am bevorzugsten bei 4°, liegt.
12. Parallelschiebesystem (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem zweiten Wandpaar, bestehend aus einer zweiten Nutwand (147) und einer
der zweiten Nutwand (147) gegenüberliegenden zweiten Federwand (151), eine zweite
relative Neigung ausgebildet ist, insbesondere wobei die zweite Neigung zwischen 0,5°
und 7,5°, bevorzugt zwischen 1,0° und 5,0°, besonders bevorzugt zwischen 1,5° und
2,5°, am bevorzugsten bei 2°, liegt, und/oder wobei die zweite Neigung ausgehend von
einer Vertikalen vorzugsweise in die andere Richtung ausgebildet ist, wie die Neigung
der Schieberschiene (93).
13. Parallelschiebesystem (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
zwei Schieber (75, 77), die beim horizontalen Versetzen des Flügels (3) aus der Schiebestellung
zurück in die Schließstellung relativ zum Flügel (3) in Vertikalrichtung (V) versetzt
werden, um jeweils einen Spalt (79, 81) zwischen dem Flügel (3) und einem Horizontalholm
eines den Flügel (3) in der Schließstellung umlaufenden Rahmenprofils (33) dichtend
zu schließen, vorzugsweise wobei das Parallelschiebesystem (1) für jeden der zwei
Schieber (75, 77)
- eine fest mit dem Flügel (3) verbundene Führung (83, 85) nach einem der Ansprüche
2 bis 4 aufweist,
- ein Führungsdichtmittel (129, 131) nach Anspruch 4 aufweist,
- eine den Flügel (3) in der Schiebestellung führende Schiene (65, 67, 105, 107) nach
Anspruch 5 aufweist, und/oder
- ein Schieberdichtmittel (125, 127) nach Anspruch 6 aufweist,
und/oder wobei beide Schieber (75, 77) im Bereich des inneren Vertikalholms (17) des
Flügelprofils, insbesondere nach Anspruch 7, angeordnet ist, wobei einer der zwei
Schieber (75, 77) einem unteren Horizontalholm (25) des Rahmenprofils (33) gegenüberliegend
angeordnet ist und der andere Schieber (75, 77) einem oberen Horizontalholm (27) des
Rahmenprofils (33) gegenüberliegend angeordnet ist, und/oder wobei jeder der Schieber
(75, 77') als Dichtkörper (75, 77') gemäß einem der Ansprüche 8 bis 12 ausgebildet
ist.
14. Parallelschiebesystem (1), insbesondere Abstell-Schiebe-System, vorzugsweise nach
einem der vorstehenden Ansprüche, umfassend
- einen Flügel (3), insbesondere Fenster- oder Türflügel, der aus einer Schließstellung,
in der der Flügel (3) eine Öffnung, insbesondere eine Fensteröffnung oder Türöffnung,
verschließt, horizontal in eine Schiebestellung versetzbar ist, in der der Flügel
(3) parallel zur Öffnung in eine die Öffnung freilegende Offenstellung verschiebbar
ist, gekennzeichnet durch
- zwei den Flügel (3) in der Schließstellung umlaufende Dichtungen (59, 61), die im
Bereich eines Vertikalholms (17) des Flügels (3) an einer der Öffnung zugewandten
Seite des Flügels (3) angeordnet sind.
15. Parallelschiebesystem (1) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine der zwei Dichtungen (59, 61) eine Innendichtung (59) ist, die im Bereich des
Vertikalholms (17) an einem stirnseitigen Deckprofil (45) des, insbesondere innenliegenden,
Vertikalholms (17) angebracht ist, und/oder
dass eine der Dichtungen (59, 61) eine Innendichtung (59) ist, die abschnittsweise,
insbesondere im Bereich eines zweiten Vertikalholms und zweier Horizontalholme des
Flügels (3), an der der Öffnung abgewandten Seite des Flügels (3) angeordnet ist,
insbesondere wobei die an der der Öffnung zugewandten Seite des Flügels (3) und die
an der der Öffnung abgewandten Seite des Flügels (3) angeordneten Abschnitte der Innendichtung
(59) zur Ausbildung der umlaufenden Dichtung über Überbrückungsabschnitte miteinander
verbunden sind, die vorzugsweise durch den wenigstens einen Schieber (75, 77) gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 13 ausgebildet sind.