[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Trocknen von Material
sowie eine Asphaltmischanlange mit einer derartigen Vorrichtung zur Durchführung eines
derartigen Verfahrens.
[0002] In einer Asphaltmischanlage werden verschiedene Materialien verarbeitet, insbesondere
getrocknet und miteinander vermischt. Das Trocknen erfolgt in einer Trockentrommel.
Der Trockentrommel wird Wärme zugeführt, die zuvor mittels einer separaten Heizeinheit
erzeugt worden ist. Die Wärmeerzeugung basiert auf der Verbrennung fossiler Energieträger,
wie beispielsweise Erdgas, Flüssiggas, Heizöl und/oder Kohlenstaub. Bei der Verbrennung
fossiler Energieträger entstehen Schadstoffe, insbesondere CO
2, SO
2 und NOx, welche klimatechnisch problematisch sind.
[0003] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, das Trocknen von Material für eine
Asphaltmischanlage effizienter und/oder ökologisch vorteilhaft und insbesondere klimafreundlich
zu gestalten.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1.
[0005] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass Material, insbesondere ökologisch vorteilhaft
und klimafreundlich getrocknet wird, wenn ein Luftstrom, welcher zum Trocknen des
Materials genutzt wird, mittels elektrischer Energie erhitzt wird. Vorteilhafterweise
wird die elektrische Energie dabei aus erneuerbaren Energien gewonnen.
[0006] Erfindungsgemäß wird eine Heizeinheit mit elektrischem Strom betrieben. In der Heizeinheit
wird elektrische Energie in Wärme gewandelt. Die Heizeinheit dient dabei zum Erhitzen
des Luftstroms zu einem Heißgasstrom, welcher anschließend mindestens einer Trockentrommel
zuführbar ist. Vorteilhafterweise ist die Heizeinheit durch eine Mehrzahl an zusammengeschalten
Heizregistern modular ausgebildet. Hierdurch ist die Heizeinheit und deren Heizleistung
unkompliziert skalierbar. Insbesondere hat die Heizeinheit eine Heizleistung L
H, wobei insbesondere gilt L
H ≥ 5 MW insbesondere L
H ≥ 10 MW, insbesondere L
H ≥ 15 MW, vorteilhafterweise L
H ≥ 20 MW.
[0007] Zum Erzeugen des Luftstroms weist die Vorrichtung ein mit der Heizeinheit fluidtechnisch
verbundenes Gebläse auf. Vorteilhafterweise weist die Vorrichtung zum fluidtechnischen
Verbinden des Gebläses, der Heizeinheit sowie der mindestens einen Trockentrommel
ein Leitungssystem umfassend mehrere Leitungen auf. Das Leitungssystem dient somit
zum Führen und Verteilen des erzeugten Luftstroms zu den einzelnen Komponenten innerhalb
der Vorrichtung. Insbesondere dient das Leitungssystem zum Zuführen von Frischluft
in das Gebläse und zum Zuführen des mittels des Gebläses erzeugten Luftstroms in die
Heizeinheit sowie zum Zuführen des erzeugten Heißgasstroms in die Trockentrommel.
Anders ausgedrückt, ist das Gebläse mit der Heizeinheit und die Heizeinheit mit der
mindestens einen Trockentrommel fluidtechnisch über das Leitungssystem verbunden.
Vorteilhafterweise weist das Leitungssystem zudem weitere Leitungen, insbesondere
zum Abführen des Heißgasstroms aus der Trockentrommel, auf.
[0008] Der Heißgasstrom dient zum Erhitzen und/oder zum Trocknen des Materials in der mindestens
einen Trockentrommel. Insbesondere kann das Material Recyclingbaustoff, sogenanntes
RC-Material, und/oder Weißmineral sein.
[0009] Die Heizeinheit ist als eigenständige Einheit, insbesondere getrennt von der Trockentrommel,
ausgebildet. Dies hat den Vorteil, dass eine erfindungsgemäße Trockentrommel ein höheres
Nutzvolumen aufweist, insbesondere da, im Gegensatz zu Trockentrommeln mit eingebautem
Brenner, kein Flammbereich vorhanden ist. Die erfindungsgemäße Trockentrommel weist
folglich eine höhere Bestückungsanzahl an Einbauten, hierunter beispielsweise entsprechende
Leitbleche und/oder Wurfbleche, auf. Hierdurch wird eine bessere Durchmischung und
eine effizientere Trocknung des Materials gewährleistet. Die Heizeinheit kann räumlich
entfernt und/oder unabhängig von der Trockentrommel angeordnet werden und ermöglicht
insbesondere eine erhöhte Flexibilität bezüglich der Ausnutzung des Raumbedarfs.
[0010] Bei der Erwärmung der Luft entstehen keine Emissionen. CO-, CO
2- und/oder NOx-Emissionen, die typischerweise bei einer Verbrennung entstehen, werden
vermieden. Die Vorrichtung ist ökologisch vorteilhaft und insbesondere klimafreundlich
ausgebildet. Die Emissionen der Trockentrommel umfassen aufgrund des elektrischen
Erhitzens des Luftstroms im Wesentlichen, insbesondere ausschließlich, Wasserdampf,
Luft, und Staub, sowie Emissionen aus dem zu erwärmenden Material, beispielhaft Recyclingmaterial
oder Grauwacke. Der durch die Erwärmung des Materials entstehende Anteil an umweltschädlichen
Schadstoffen, wie beispielsweise SO
2, und/oder ähnlichen flüchtigen organische Verbindungen (sog. Volatile Organic Compounds,
VOC), im Abgas der Trockentrommel ist reduziert und beträgt insbesondere maximal 5
Vol.-%, insbesondere höchstens 3 Vol.-%, insbesondere höchstens 1 Vol.-% und insbesondere
höchstens 0,1 Vol.-%.
[0011] Vorteilhafterweise fällt die erfindungsgemäße Vorrichtung mit der elektrisch angetriebenen
Heizeinheit nicht unter Vorschriften zur Reinhaltung von Luft, insbesondere unter
die "Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft" oder kurz "TA Luft", da beim Erhitzen
des Luftstroms kein Verbrennungsprozess stattfindet.
[0012] Bei der elektrisch antreibbaren Heizeinheit werden geringere Lärmemissionen verursacht,
so dass ein Nachtbetrieb der Vorrichtung möglich ist. Im Nachtbetrieb kann günstiger
elektrischer Strom genutzt werden. Folglich sind die Betriebskosten reduziert.
[0013] Das öffentliche Stromnetz ist in der Regel ausfallsicher ausgebildet. Die Vorrichtung
mit der elektrisch antreibbaren Heizeinheit ist insbesondere versorgungssicher. Vorteilhafterweise
wird der Strom über das Stromnetz bezogen. Transport- und/oder Lagervolumen für fossile
Energieträger werden vermieden. Hierdurch entfallen Extrakosten und/oder die Gefahr
eines möglichen Lieferengpasses bei fossilen Energieträgern. Da keine fossilen Energieträger
verbrannt werden und infolge dessen kein CO
2 entsteht, kann eine CO
2-Bepreisung vermieden werden. Die Betriebskosten sind zusätzlich reduziert.
[0014] Eine Vorrichtung gemäß Anspruch 2 ermöglicht eine effizientes Trocknen von Material.
Durch die Nutzung einer Mehrzahl an Trockentrommeln kann insbesondere der Durchsatz
der Vorrichtung erhöht werden. Vorteilhafterweise weist die Vorrichtung zwei Trockentrommeln
auf. Alternativ kann die Vorrichtung weitere Trockentrommeln, insbesondere drei oder
vier Trockentrommeln aufweisen. Vorteilhafterweise sind in unterschiedlichen Trockentrommeln
unterschiedliche Materialen und insbesondere unabhängig voneinander trockenbar. Beispielsweise
kann eine erste Trockentrommel zum Trocknen von Weißmineral und eine zweite Trockentrommel
zum Trocknen von RC-Material genutzt werden. Hierdurch können die jeweiligen Materialien
in der jeweiligen Trockentrommel gezielt auf unterschiedliche Temperaturen erhitzt
werden. Anders ausgedrückt ist bei einer Mehrzahl von Trockentrommeln, wobei jeder
Trockentrommel genau ein Material zugewiesen ist, für diese Materialien jeweils ein
individueller Trocknungsvorgang durchführbar. Somit ist ein separates Anpassen der
Trocknungsvorgänge je nach dem in der jeweiligen Trockentrommel zu trocknendem Material
möglich.
[0015] Eine Vorrichtung gemäß Anspruch 3 ermöglicht ein besonders effizientes Trocknen von
Material, da der Heißgasstrom den mehreren Trockentrommeln parallel zugeführt wird.
Anders ausgedrückt werden die Trockentrommeln in Bezug auf den Heißgasstrom parallel
betrieben und jeder Trockentrommel ein Teil des erzeugten Heißgasstroms zugeführt.
Vorteilhafterweise sind in dem Leitungssystem, insbesondere stromabwärts der jeweiligen
Trockentrommel, insbesondere entlang einer Umluftleitung und/oder entlang einer Abluftleitung,
weitere Gebläse zur Aufrechterhaltung des Heißgasstroms angeordnet. Zur Steuerung
des Luftstroms innerhalb des Leitungssystems können Strömungsleitelemente, insbesondere
Klappen, und/oder weitere Gebläse angeordnet sein.
[0016] Eine Vorrichtung gemäß Anspruch 4 ist ökologisch vorteilhaft und effizient. Vorteilhafterweise
ist die Entstaubungseinheit direkt nach der mindestens einen Trockentrommel angeordnet.
Insbesondere ist die Entstaubungseinheit über das Leitungssystem fluidtechnisch mit
der mindestens einen Trockentrommel verbunden. Die Entstaubungsanlage dient zum Entstauben
eines aus der Trockentrommel abgeführten abgekühlten Heißgasstroms. Vorteilhafterweise
ist über Entstaubungseinheit dem abgekühlten Heißgasstrom der enthaltene Staub entziehbar,
so dass gereinigtes Abgas, insbesondere Reingas, aus der Entstaubungseinheit abführbar
ist. Bei der Verwendung einer Mehrzahl von Trockentrommeln weist die Vorrichtung vorteilhafterweise
genau eine Entstaubungseinheit auf, wodurch der Energieverbrauch der Vorrichtung reduziert
ist. Alternativ kann die Vorrichtung bei der Verwendung einer Mehrzahl von Trockentrommeln
mehrere Entstaubungseinheiten aufweisen, wobei insbesondere jeder Trockentrommel jeweils
eine Entstaubungseinheit zugewiesen ist und diese jeweils fluidtechnisch über das
Leitungssystem verbunden sind. Hierdurch wird eine gezielte Entstaubung bei der Nutzung
der Trockentrommeln für jeweils verschiedene Materialien erreicht.
[0017] Eine Vorrichtung nach Anspruch 5 ist besonders effizient und ökologisch vorteilhaft
ausgebildet. Die Wärmerückgewinnungseinheit dient zur Rückgewinnung der Restwärme
des abgekühlten Heißgasstroms. Die Wärmerückgewinnungseinheit ist insbesondere nach
der Entstaubungseinheit angeordnet und mit dieser über das Leitungssystem fluidtechnisch
verbunden. Anders ausgedrückt sind der aus der Entstaubungseinheit abgeführte abgekühlte
Heißgasstrom und dessen Restwärme der Wärmerückgewinnungseinheit über das Leitungssystem
zuführbar. Der Wärmerückgewinnungseinheit wird insbesondere lediglich Reingas zugeführt.
Vorzugsweise ist über die Wärmerückgewinnungseinheit zurückgewonnene Energie nutzbar,
um einen der Heizeinheit zugeführten Luftstrom vorzuwärmen. Vorteilhafterweise weist
das Leitungssystem eine zweite Zuführleitung zum Zuführen eines mittels der Wärmerückgewinnungseinheit
bereits teilweise erwärmten beziehungsweise vorgewärmten Luftstroms in die Heizeinheit.
[0018] Insbesondere weist die zweite Zuführleitung ein eigenes Gebläse auf. Hierdurch wird
die Effizienz der Vorrichtung gesteigert. Die Wärmerückgewinnungseinheit ist ebenfalls
zur Abscheidung von Kondensat nutzbar.
[0019] Eine Vorrichtung gemäß den Ansprüchen 6 ist besonders effizient. Vorzugsweise dient
die Steuereinheit zum stufenlosen Steuern und Regeln der Heizeinheit. Unter stufenlosem
Steuern und Regeln wird verstanden, dass die Leistung der Heizeinheit beliebig zwischen
einem Mindest- und einem Höchstwert steuerbar und regelbar ist. Anders ausgedrückt
ist es möglich, die Steuereinheit auf jeden Wert innerhalb eines Leistungsbereichs
zwischen 0 % und 100 % einzustellen. Die einzustellende Soll-Temperatur des Heißgasstroms
kann flexibel festgelegt und insbesondere dynamisch verändert werden. Das stufenlose
Steuern und Regeln erfolgt insbesondere durch stufenlose Anpassung der Heizeinheit
zugeführten elektrischen Leistung.
[0020] Gemäß einer alternativen Ausgestaltung kann die Steuereinheit vorgegebene Stufen
zum Steuern aufweisen, wodurch die Steuereinheit in dem genannten Leistungsbereich
in definierten Intervallen einstellbar ist. Im Falle, dass die Heizeinheit durch eine
Mehrzahl an zusammengeschalten Heizregister ausgebildet ist, sind vorteilhafterweise
mittels der Steuereinheit die jeweiligen einzelnen Heizregister ansteuerbar und diese
somit jeweils einzeln steuer- und regelbar sowie an- und abschaltbar.
[0021] Eine Vorrichtung gemäß den Ansprüchen 7 und 8 ist besonders vorteilhaft, da die Vorrichtung
direkt an ein allgemeines Spannungsnetz anschließbar ist. Das allgemeine Spannungsnetz
ist insbesondere ein lokal verfügbares Elektrizitätsnetz, das insbesondere mit Mittelspannung
oder mit Hochspannung betrieben wird. Der Transformator dient zum Umwandeln der Hochspannung
des Hochspannungsnetzes in eine Mittel- und/oder oder Niederspannung zur Nutzung für
die Schaltanlage und somit zum Versorgen der Heizeinheit mit elektrischer Energie
je nach Leistungsbedarf.
[0022] Die genannte Aufgabe wird ferner gelöst durch eine Asphaltmischanlange mit den Merkmalen
des Anspruchs 9.
[0023] Vorteilhafterweise ist die Abführleitung Teil des Leitungssystems und dient zum Abführen
eines Abluftstroms aus der Wärmerückgewinnungseinheit hin zu einer Abluftabscheideeinheit.
Die Abluftabscheideeinheit ist vorzugsweise als Kamin ausgebildet und dient zum Abführen
des Luftstroms beziehungsweise des Abluftstroms an die Umgebung. Vorzugsweise weist
die Abluftabscheideeinheit Filter auf, um die Abluft zu Filtern. Insbesondere kann
die Abführleitung ein eigenes Gebläse zum Aufrechterhalten des Abluftstroms aufweisen.
Insbesondere kann die erfindungsgemäße Asphaltmischanlange auch mit den Merkmalen
der Ansprüche 1 bis 8 weitergebildet werden. Die Vorteile der erfindungsgemäßen Asphaltmischanlange
entsprechen den bereits beschriebenen Vorteilen der Vorrichtung. Die bereits beschriebenen
Vorteile führen dazu, dass die erfindungsgemäße Asphaltmischanlange zum Trocknen von
Material effizient und ökologisch vorteilhaft und insbesondere klimafreundlich ist.
[0024] Die genannte Aufgabe wird ferner gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 10. Insbesondere kann das erfindungsgemäße Verfahren auch mit den Merkmalen
der Ansprüche 1 bis 9 weitergebildet werden. Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens
entsprechen den bereits beschriebenen Vorteilen der Vorrichtung beziehungsweise der
Asphaltmischanlage. Die bereits beschriebenen Vorteile führen dazu, dass das erfindungsgemäße
Verfahren zum Trocknen von Material effizient und ökologisch vorteilhaft und insbesondere
klimafreundlich ist.
[0025] Ein Verfahren gemäß Anspruch 11 ist ökologisch und klimafreundlich vorteilhaft, da
der der Trockentrommel zugeführte Heißgasstrom eine mittlere Trocknungstemperatur
T
T aufweist, wobei insbesondere gilt 400 °C ≤ T
T ≤ 800 °C, insbesondere 500 °C ≤ T
T ≤ 700 °C und insbesondere T
T = 600 °C. Im Gegensatz hierzu weist der Luftstrom von aus dem Stand der Technik bekannten
Vorrichtungen zum Trocknen von Asphaltmaterial durch Verbrennung fossiler Energieträger
eine wesentlich höhere Trocknungstemperatur auf. Die Abgastemperatur bei einem Brenner
fossiler Brennstoffe beträgt typischerweise zwischen 800 °C und 1200 °C. Somit arbeitet
die erfindungsgemäße Vorrichtung sehr effizient.
[0026] Ein Verfahren gemäß Anspruch 12 ist effizient, da der Luftstrom die Vorrichtung mit
einem Normvolumenstrom Vv durchströmt, wobei insbesondere gilt Vv >_ 45.000 m
3/h, insbesondere Vv >_ 60.000 m
3/h, insbesondere Vv ≥ 75.000 m
3/h, insbesondere Vv >_ 90.000 m
3/h und insbesondere Vv >_ 100.000 m
3/h. Aufgrund des höheren Volumenstroms kann, insbesondere trotz der vergleichsweise
geringeren Trocknungstemperatur, eine hohe Energiemenge transportiert werden. Es wurde
erkannt, dass der Normvolumenstrom abhängig von der elektrischen Leistung des Erhitzers
ist. Insbesondere beträgt der Normvolumenstrom bei einer elektrischen Leistung von
10 MW mindestens 45.000 m
3/h und bei einer elektrischen Leistung von 20 MW mindestens 90.000 m
3/h. Im Gegensatz hierzu weist der Luftstrom von aus dem Stand der Technik bekannten
Vorrichtungen zum Trocknen von Asphaltmaterial durch Verbrennung fossiler Energieträger
einen wesentlich geringeren Normvolumenstrom innerhalb der Vorrichtung auf.
[0027] Ein Verfahren gemäß Anspruch 13 ist effizient, da der Heißgasstrom in der Trockentrommel
einen Normvolumenstrom V
T aufweist, wobei insbesondere gilt V
T >_ 80.000 m
3/h, insbesondere V
T >_ 85.000 m
3/h, insbesondere V
T >_ 90.000 m
3/h. Im Gegensatz hierzu weist der Luftstrom von aus dem Stand der Technik bekannten
Vorrichtungen zum Trocknen von Asphaltmaterial durch Verbrennung fossiler Energieträger
einen wesentlich geringeren Normvolumenstrom innerhalb der Trockentrommel auf. Es
wurde gefunden, dass Feuchtigkeit, insbesondere Wasser und/oder Wasserdampf, das aus
dem zu trocknenden RC-Material entweicht, in der Trockentrommel aufgenommen werden
kann.
[0028] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Asphaltmischanlage mit einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
[0029] Fig. 1 zeigt ist eine schematische Darstellung einer Asphaltmischanlage 34 mit einer
Vorrichtung 1 zum Trocknen von Material. Die Vorrichtung 1 umfasst eine Heizeinheit
4, eine erste Trockentrommel 5 und eine zweite Trockentrommel 6 sowie ein Leitungssystem
15.
[0030] Das Leitungssystem 15 umfassend eine Mehrzahl von Leitungen zum fluidtechnischen
Verbinden der einzelnen Komponenten der Vorrichtung 1. Eine erste Zuführleitung 27
dient zum Zuführen von Umgebungsluft in das Leitungssystem 15 der Vorrichtung 1. Hierbei
wird in der Zuführleitung 27 über ein Gebläse 2 ein Luftstrom 3 erzeugt, welcher der
Heizeinheit 4 zugeführt wird. Die Umgebungsluft weist eine mittlere Umgebungstemperatur
T
U von 10 °C auf.
[0031] Die Heizeinheit 4 ist elektrisch antreibbar und gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel
durch eine Mehrzahl von zusammengeschalten Heizregistern ausgebildet. Die Heizregister
haben eine Gesamtleistung L
H, wobei L
H = 17 MW gilt. Die Heizeinheit 4 dient zum elektrischen Erhitzen des Luftstroms 3
zu einem Heißgasstrom 16. Dabei erhitzt die Heizeinheit 4 den zugeführten Luftstrom
3 auf einen Heißgasstrom 16 mit einer mittleren Trocknungstemperatur T
T von 600 °C.
[0032] Der in der Heizeinheit 4 erzeugte Heißgasstrom 16 wird über eine erste Verbindungleitung
29 des Leitungssystems 15 den beiden Trockentrommeln 5 und 6 parallel zugeführt. Anders
ausgedrückt werden beiden Trockentrommeln 5 und 6 in Bezug auf den Heißgasstrom 16
parallel betrieben. Die Trockentrommeln 5 und 6 dienen zum Trocknen von Material mittels
Konvektion, wobei die Trockentrommel 5 zum Trocknen von Weißmineral W und/oder von
RC-Material und die parallele Trockentrommel 6 zum, insbesondere separaten, Trocknen
von RC-Material dient. Wenn RC-Material in der Trockentrommel 5 erhitzt wird, erfolgt
dies insbesondere in einem Bypassbetrieb, um ein Anbacken des erwärmten RC-Materials
zu verhindern. In dem Bypassbetrieb kann Material, insbesondere Weißmineral W, an
einem stromabwärts der Trockentrommel 5 angeordneten Sieb vorbeigeführt werden. Alternativ
kann das Weißmineral nach der Trockentrommel einem Sieb zugeführt werden, um einzelne
Fraktionen auszusieben. Im Bypassbetrieb wird die Sieblinie über eine Vordosierung
eingestellt, während beim Siebbetrieb eine genauere Sieblinie beim Mischen erzeugt
wird, da die einzelnen Fraktionen aus der Heißsilierung separat abgewogen werden können.
[0033] Beide Trockentrommeln 5 und 6 weisen jeweils einen Materialeinlauf 17, 24 sowie jeweils
einen Materialauslauf 18, 32 auf. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind der
Materialeinlauf 17, 24 und der Materialauslauf 18, 32 jeweils gegenüberliegend an
den Trockentrommeln 5 und 6 angeordnet.
[0034] Im Zuge der Trocknung wird das jeweilige Material innerhalb der Trockentrommeln 5
und 6 erhitzt und insbesondere getrocknet, wobei der Heißgasstrom 16 von der mittleren
Trocknungstemperatur T
T von 600 °C zu einem abgekühlten Heißgasstrom 20 mit einer mittleren Abkühltemperatur
T
A von 100 °C abkühlt. Die Trockentrommeln 5 und 6 sind über eine zweite Verbindungsleitung
30 des Leitungssystems 15 mit einer Entstaubungseinheit 7 fluidtechnisch verbunden.
Die Entstaubungseinheit 7 dient zum Entstauben des abgekühlten Heißgasstroms 20, wodurch
der abgekühlte Heißgasstrom 20 in Form von Reingas aus der Entstaubungseinheit 7 abführbar
ist. Die Entstaubungseinheit 7 weist einen Staubauslauf 19 zum Abführen des Staubs
S auf.
[0035] Nach der Entstaubungseinheit 7 ist eine Wärmerückgewinnungseinheit 8 angeordnet.
Die Wärmerückgewinnungseinheit 8 und die Entstaubungseinheit 7 sind über eine dritte
Verbindungsleitung 31 des Leitungssystems 15 fluidtechnisch miteinander verbunden.
Die Wärmerückgewinnungseinheit 8 dient zur Rückgewinnung der Restwärme des abgekühlten
Heißgasstroms 20. Hierzu weist die Wärmerückgewinnungseinheit 8 einen Wärmeübertrager
auf, der angesaugte Umgebungsluft vorwärmt und der Heizeinheit 4 als vorgewärmten
Luftstrom 22 über eine zweite Zuführleitung 28 zuführt. An der Wärmerückgewinnungseinheit
8 ist zum Ansaugen der Umgebungsluft ein Ansaugstutzen 35 angeordnet. Zum Erzeugen
des vorgewärmten Luftstroms 22 weist die zweite Zuführleitung 28 ein zweites Gebläse
21 auf. Die Wärmerückgewinnungseinheit 8 dient zudem zum Abscheiden von Kondensat
K, wobei dieses über einen Kondensatauslauf 23 aus der Wärmerückgewinnungseinheit
8 abführbar ist.
[0036] Die Wärmerückgewinnungseinheit 8 ist über eine Abführleitung 13 mit einer Abluftabscheideeinheit
14 in Form eines Abluftkamins verbunden, wobei ein aus der Wärmerückgewinnungseinheit
8 abgeführter abgekühlte Abluftstrom 26 mittels eines weiteren Gebläses 25 der Abluftabscheideeinheit
14 zuführbar ist. Hierdurch wird der abgekühlte Abluftstrom 26 in Form von Reingas
an die Umgebung zurückgeführt.
[0037] Die Vorrichtung 1 weist eine Steuereinheit 9 auf. Die Steuereinheit 9 dient zum stufenlosen
Steuern und Regeln der Heizeinheit 4. Dies bedeutet, dass die Leistung der Heizeinheit
4 beliebig zwischen einem Mindest- und einem Höchstwert steuerbar beziehungsweise
regelbar ist. Mittels der Steuereinheit 9 ist es möglich, die Heizregister der Heizeinheit
4 einzeln anzusteuern, wodurch diese individuell steuer- und regelbar beziehungsweise
an- und abschaltbar sind.
[0038] Mittels einer Schaltanlange 10 und eines Transformators 11 ist die Vorrichtung 1
an ein Spannungsnetz 12 angeschlossen. Der Transformator 11 dient dabei zum Umwandeln
einer Hochspannung des Spannungsnetzes 12 in eine Mittel- und/oder Niederspannung
zur Nutzung für die Schaltanlage 10 und somit zum Versorgen der Heizeinheit 4 mit
elektrischer Energie.
[0039] Das Verfahren zum Trocknen von Material mittels einer Vorrichtung 1 für eine Asphaltmischanlage
34 ist wie folgt:
Der Heizeinheit 4 wird mittels dem Gebläse 2 über eine erste Zuführleitung 27 ein
Luftstrom 3 und/oder mittels dem Gebläse 21 über eine zweite Zuführleitung 28 ein
vorgewärmter Luftstrom 22 zugeführt. Der der Heizeinheit 4 zugeführte Luftstrom 3
weist eine mittlere Umgebungstemperatur Tu von etwa 10 °C auf und kann größer sein,
wenn der Luftstrom 22 entsprechend vorgewärmt ist. In diesem Fall kann der zugeführte
Luftstrom 3 eine Temperatur von bis zu 50°C oder mehr aufweisen.
[0040] In der Heizeinheit 4 wird der Luftstrom 3 zu einem Heißgasstrom 16 mit einer mittleren
Trocknungstemperatur T
T von 600 °C elektrisch erhitzt. Der aus der Heizeinheit 4 abgeführte Heißgasstrom
16 wird den beiden Trockentrommeln 5 und 6 über die erste Verbindungsleitung 29 parallel
zugeführt. Im Zuge der Trocknung der Materialien innerhalb der Trockentrommeln 5 und
6 wird der Heißgasstrom 16 von der mittleren Trocknungstemperatur T
T von 600 °C zu einem abgekühlten Heißgasstrom 20 mit einer mittleren Abkühltemperatur
T
A von 100 °C abkühlt. Der abgekühlte Heißgasstrom 20 wird über die zweite Verbindungsleitung
30 der Entstaubungseinheit 7 zugeführt und in dieser entstaubt. Der abgekühlte und
entstaubte Heißgasstrom 33 wird anschließend aus der Entstaubungseinheit 7 in Form
von Reingas abgeführt und über die dritte Verbindungsleitung 31 der Wärmerückgewinnungseinheit
8 zugeführt. Die mittlere Abkühltemperatur T
A bleibt im Zuge der Entstaubung unverändert. Mittels der Wärmerückgewinnungseinheit
8 wird die Restwärme der mittleren Abkühltemperatur T
A von 100 °C genutzt, um den der Heizeinheit 4 über die zweite Zuführleitung 28 zugeführten
vorgewärmten Luftstrom 22 vorzuwärmen. Der der Wärmerückgewinnungseinheit 8 abgeführte
Abluftstrom 26 wird anschließend über eine Abführleitung 13 mittels der Abluftabscheideeinheit
14 an die Umgebung zurückgeführt.
[0041] Während des Betriebs der Asphaltmischanlage 34 durchströmt der Luftstrom die Vorrichtung
mit einem Normvolumenstrom Vi, wobei gilt V
1 >_ 75.000 m
3/h. Zudem weist der der Trockentrommel zugeführte Heißgasstrom einen Normvolumenstrom
V
2 auf, wobei gilt V
2 ≥ 90.000 m
3/h.
1. Vorrichtung zum Trocknen von Material für eine Asphaltmischanlage, wobei die Vorrichtung
(1) umfasst
- ein Gebläse (2) zum Erzeugen eines Luftstroms (3),
- eine mit dem Gebläse (2) fluidtechnisch verbundene Heizeinheit (4) zum Erhitzen
des Luftstroms (3), und
- mindestens eine mit der Heizeinheit (4) fluidtechnisch verbundene Trockentrommel
(5, 6) zum Trocknen von Material mittels der erhitzen Luftstroms (3),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Heizeinheit (4) elektrisch antreibbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) mehrere Trockentrommeln (5, 6) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinheit (4) und die mehreren Trockentrommeln (5, 6) derart fluidtechnisch
verbunden sind, dass der erhitzte Luftstrom (3) den Trockentrommeln (5, 6) parallel
zuführbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Entstaubungseinheit (7) zum Entstauben des aus der mindestens einen Trockentrommel
(5, 6) strömenden Luftstroms (3).
5. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Wärmerückgewinnungseinheit (8) zum Vorwärmen des der Heizeinheit (4) zugeführten
Luftstroms (3).
6. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Steuereinheit (9) zum Steuern der Heizeinheit (4) aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Schaltanlage (10) zum Versorgen der Heizeinheit (4) mit elektrischer Energie.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltanlage (10) einen Transformator (11) zum Anschluss an ein Spannungsnetz
(12) umfasst.
9. Asphaltmischanlage mit einer Vorrichtung gemäß einem der vorherstehenden Ansprüchen
umfassend eine Abführleitung (13) zum Abführen des Luftstroms (3) zu einer Abluftabscheideeinheit
(14).
10. Verfahren zum Trocknen von Material für eine Asphaltmischanlage umfassend die Verfahrensschritte:
- Zuführen eines Luftstroms (3) in eine Heizeinheit (4),
- Erhitzen des Luftstroms (3) in der Heizeinheit (4) mittels elektrischer Energie,
und
- Zuführen des erhitzen Luftstroms (3) in mindestens eine Trockentrommel (5, 6) zum
Trocknen von Material.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der der mindestens einen Trockentrommel (5, 6) zugeführte Luftstrom (3) eine mittlere
Trocknungstemperatur TT aufweist, wobei gilt TT = 600 °C.
12. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftstrom (3) die Vorrichtung (1) mit einem Normvolumenstrom Vv durchströmt,
wobei gilt Vv ≥ 45.000 m3/h.
13. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftstrom in der mindestens einen Trockentrommel (5, 6) einen Normvolumenstrom
VT aufweist, wobei gilt VT >_ 90.000 m3/h.
14. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch Abführen des Luftstroms (3) aus der Trockentrommel in eine Entstaubungseinheit (8).
15. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch Vorwärmen des der Heizeinheit (4) zugeführten Luftstroms (3) durch eine Wärmerückgewinnungseinheit
(7).