Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen eines Schotterbettes eines Gleises
mittels gleisgebundener Maschinen, wobei mittels einer Reinigungsmaschine ein unter
einem Gleisrost befindlicher Schotter mit einer Schotterentnahmevorrichtung entfernt
wird, wobei bezogen auf eine Arbeitsrichtung dahinter gereinigter und/oder neuer Schotter
in mehreren Schichten mittels einer Schottereinbringvorrichtung und eines Schotterzuges
in das Gleis eingebracht wird und wobei der eingebrachte Schotter mittels einer Stopfmaschine
und einer Stabilisationsmaschine verdichtet wird.
Stand der Technik
[0002] Schottergleise weisen Eigenschaften auf, die einen sicheren und effizienten Bahnbetrieb
ermöglichen. Die Hauptanforderung an ein Schottergleis besteht in der Aufnahme statischer
und dynamischer Belastungen. Dazu muss der Schotter durch eine geeignete Kornverteilung
und eine gute Verzahnung der einzelnen Schotterkörner ausreichende Stabilität und
Elastizität aufweisen. Maßgeblich für diese Anforderung sind ein geringer Feinkornanteil
und eine hohe Scharfkantigkeit.
[0003] Über längere Zeiträume hinweg führen dynamische Betriebsbelastungen und Witterungseinflüsse
dazu, dass der Schotter seine positiven Eigenschaften zunehmend verliert. Zur Wiederherstellung
einer intakten Schotterbettung muss der Schotter gereinigt, ergänzt oder völlig ausgetauscht
werden. Eine Maschine zur Durchführung der Schotterreinigung ist beispielsweise aus
der
AT 520989 A1 bekannt. Mittels einer als Endlosräumkette ausgebildeten Schotterentnahmevorrichtung
wird der unterhalb des angehobenen Gleisrostes befindliche Schotter kontinuierlich
entnommen und einer Reinigungsanlage zuführt. Unmittelbar dahinter wird gereinigter
und/oder neuer Schotter mittels einer Schottereinbringvorrichtung auf das bestehende
Planum aufgebracht.
[0005] Nach dem Stand der Technik erfolgt unmittelbar nach der Reinigungsmaschine ein erster
Durchgang der Schotterverdichtung. Danach wird mittels eines Schotterzuges, bestehend
aus Schotterselbstentladewagen, Neuschotter über dem Gleisrost entladen. Mittels des
mechanischen Durcharbeitungszugs wird der Gleisrost angehoben und der Neuschotter
unter den Schwellen verdichtet. Dieser Vorgang der Neuschotterzuführung, Gleisanhebung
und Verdichtung wiederholt sich, um ein Schotterbett mit der gewünschten Höhe zu erzielen.
[0006] Diese gängige Praxis wird im Detail mit Bezug auf Fig. 1 erläutert. Die Darstellung
verdeutlicht das bekannte Verfahren mit vier Arbeitsphasen, wobei der Übersichtlichkeit
halber nur die einzelnen Arbeitsaggregate eingezeichnet sind. Diese Aggregate sind
auf nicht dargestellten Maschinenrahmen der Reinigungsmaschine und des mechanischen
Durcharbeitungszuges angeordnet.
[0007] Das oberste Bild zeigt die erste Arbeitsphase des Schotteraushubs und der Einschotterung
während einer Anhebung des Gleisrostes. Unter dem angehobenen Gleisrost wird der Schotter
mit einer Reinigungskette entnommen. Die Räumhöhe beträgt in der Regel 300mm. Der
entnommene Altschotter wird gesiebt und geschärft. Dieser gereinigte Schotteranteil
wird mit einem Schotterförderband zurück ins Gleis eingebracht und mit einem Pflug
auf eine maximale Anfangshöhe von 150mm verteilt. Diese maximale Anfangshöhe ist durch
Vorschriften diverser Bahninfrastrukturbetreiber vorgegeben, beispielsweise durch
die französische SNCF. Vorschriftsgemäß erfolgt unmittelbar danach eine Schotterverdichtung
mittels eines Stabilisationsaggregats, wobei die Schotterbetthöhe auf ca. 130mm sinkt.
[0008] In einer zweiten Arbeitsphase wird mittels eines Schotterzuges Neuschotter eingebracht
und mittels eines Pfluges verteilt. Anschließend erfolgt eine Hebung des Gleisrostes
um 80mm, bei gleichzeitiger Unterstopfung der angehobenen Schwellen. Ein nachfolgender
Stabilisierungsvorgang führt zu einer Setzung des Gleisrostes. Die verbleibende Höhe
des Schotterbettes unter den Schwellen beträgt ca. 205mm.
[0009] Die dritte Arbeitsphase ist eine Wiederholung der zweiten Arbeitsphase, wobei eine
weitere Anhebung um 80mm und eine Setzung auf ca. 280mm erfolgen. Der im Gleis befindliche
Schotter reicht in der Regel aus, um in einer vierten Arbeitsphase einen abschließenden
Stopfvorgang durchzuführen. Es kann jedoch auch erforderlich sein, neuen Schotter
vor der Stopfmaschine abzuladen.
[0010] Im abschließenden Durchgang bring die Stopfmaschine den Gleisrost mit einer Hebung
von 20mm bis 25mm in eine vorgegebene Geometrie. Die nachfolgende Stabilisierung bewirkt
eine Absenkung auf die ursprüngliche Schotterbetthöhe von ca. 300mm. In einem letzten
Arbeitsschritt erfolgt eine Profilierung des Schotterbetts und ein Kehrvorgang zur
Entfernung von auf den Schwellen liegenden Schotterkörnern.
[0011] Die beschriebene mehrschichtige Einbringung des Schotters bedingt lange Sperrpausen.
Gegebenenfalls müssen die Arbeiten auf mehrere Sperrpausen aufgeteilt werden, wobei
das Gleis zwischenzeitlich nur mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit für den Bahnverkehr
freigegeben werden kann.
Darstellung der Erfindung
[0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Verfahren der eingangs genannten Art
gegenüber dem Stand der Technik dahingehend zu verbessern, dass alle Arbeiten in einer
verkürzten Sperrpause durchführbar sind. Dabei soll die Qualität des verdichteten
Schotterbetts den Vorgaben der Bahninfrastrukturbetreiber entsprechen.
[0013] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs
1. Abhängige Ansprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung an.
[0014] Dabei werden vor einem ersten Stopfvorgang mittels der Schottereinbringvorrichtung
und des Schotterzuges alle Schichten des neuen und/oder gereinigten Schotters eingebracht,
wobei beim ersten Stopfvorgang das Schotterbett mittels eines auf der Stopfmaschine
angeordneten Tiefstopfaggregats in unterschiedlichen Tiefenschichten verdichtet wird,
wobei danach das Gleis mittels der Stabilisationsmaschine stabilisiert wird, wobei
unmittelbar anschließend mittels derselben oder einer weiteren Stopfmaschine der Gleisrost
in einem zweiten Stopfvorgang in lediglich einer Tiefenschicht unterstopft wird und
wobei nach dem zweiten Stopfvorgang das Gleis mit derselben oder einer weiteren Stabilisationsmaschine
stabilisiert wird. Auf diese Weise entfallen gegenüber dem bekannten Verfahren eine
separate Schottereinbringung mittels eines weiteren Schotterzuges sowie ein anschießender
Stopfvorgang und ein Stabilisierungsvorgang.
[0015] Neben der Verkürzung der notwendigen Sperrpause hat das neue Verfahren den Vorteil,
dass gegenüber dem bekannten Verfahren mehr gereinigter Schotter wiederverwendet werden
kann. Dieser Schotter wird über die Schottereinbringvorrichtung unmittelbar nach der
Reinigung in das Gleis eingebracht und muss nicht zwischengelagert oder durch neuen
Schotter ersetzt werden.
[0016] Mit dem neuen Verfahren wird für die Reinigungsbaustelle nur ein Schotterzug benötigt.
Gegebenenfalls können an die Reinigungsmaschine gekoppelte Materialförder- und Siloeinheiten
(MFS) genutzt werden, um zusätzlichen Neuschotter auf die Baustelle zu bringen. Beim
herkömmlichen Verfahren werden die Materialförder- und Siloeinheiten leer auf die
Baustelle gezogen und mit Abraum beladen.
[0017] Ein weiterer Vorteil besteht in der Verringerung der Stopfvorgänge, wodurch der Schotter
geschont wird. Zudem entfällt auch für den Schotterpflug und den Gleisstabilisator
ein Arbeitsdurchgang. Durch diese Reduktion der Arbeitsvorgänge wird weniger Personal
am Gleis benötigt. Das reduziert die Arbeitskosten und trägt zur Sicherheit der Gleisbaustelle
bei.
[0018] Insgesamt reduziert sich die Länge der Baustelle durch den Wegfall der bisher benötigten
Maschinen und Schotterselbstentladewagen. Infolgedessen reduziert sich auch der Aufwand
zur Absicherung der Baustelle. Es wird weniger Sicherungspersonal und weniger Sicherungsgerät
benötigt. Zudem verkürzt sich auf einem Nachbargleis die Strecke mit eingeschränkter
Fahrgeschwindigkeit, wodurch mehr Züge an der Baustelle vorbeigeführt werden können.
[0019] Vorteilhafterweise wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren das Schotterbett zumindest
mit einer Entnahmehöhe von 300mm gereinigt. Damit ergeben sich keine Einbußen gegenüber
dem herkömmlichen Verfahren, wobei mit dem Tiefstopfvorgang die geforderte Verdichtungsqualität
erzielt wird.
[0020] Eine weitere Verbesserung sieht vor, dass mittels der Schottereinbringvorrichtung
Schotter für eine Bettungshöhe von mindesten 200mm, insbesondere von mindestens 250mm
eingebracht wird. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass mit den verbleibenden Hebevorgängen
die ursprüngliche Schotterbetthöhe erreicht wird, ohne die Verdichtungsqualität zu
beeinträchtigen.
[0021] Für den ersten Hebevorgang nach der Einschotterung mittels des Schotterzuges ist
es von Vorteil, wenn der Gleisrost um zumindest 50mm, insbesondere um zumindest 70mm
gehoben wird. Damit ist für den abschließenden zweiten Stopfvorgang nur mehr eine
geringe Hebung erforderlich, um die vorgegebene Gleisgeometrie herzustellen.
[0022] Dabei wird der Gleisrost vorteilhafterweise im zweiten Hebevorgang mit einer Hebung
in einem Bereich wischen 15mm und 25mm, insbesondere in einem Bereich zwischen 20mm
und 25mm gehoben. Damit ist genügend Spielraum für die Herstellung der vorgegebenen
Gleisgeometrie vorhanden, ohne das Schotterbett unnötig aufzulockern.
[0023] Weitergebildet wird das Verfahren durch einen vorteilhaften Tiefstopfvorgang, bei
dem nach dem ersten Hebevorgang mittels des Tiefstopfaggregats ein erster Stopfvorgang
in einer unteren Tiefenschicht des Schotterbetts mit vibrierenden und beistellenden
Stopfpickel und ein zweiter Stopfvorgang in einer oberen Tiefenschicht des Schotterbetts
mit denselben Stopfpickeln durchgeführt wird. Dabei wird der Gleisrost während der
Stopfvorgänge mittels eines Hebeaggregats in Position gehalten.
[0024] Die Effizienz des erfindungsgemäßen Verfahrens wird weiter gesteigert, wenn der Stopfvorgang
nach dem zweiten Hebevorgang mittels eines Mehrschwellenstopfaggregats durchgeführt
wird. Auf diese Weise wird der zweite Stopfvorgang mit erhöhter Arbeitsgeschwindigkeit
erledigt.
[0025] Die Geschwindigkeit der Durcharbeitung wird weiter gesteigert, wenn die Stopfarbeiten
mit einer in einem Reinigungszug integrierten Stopfmaschine durchgeführt werden. Dabei
sind der Reinigungsvorgang und der jeweilige Verdichtungsvorgang mittels einer übergeordneten
Steuerung aufeinander abgestimmt. Zudem erfolgt die Versorgung aller Aggregate über
einen gemeinsamen Antriebswagen des Reinigungszugs, mit einer optimierten Energieversorgung
der integrierten Maschinen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend in beispielhafter Weise unter Bezugnahme auf die beigefügten
Figuren erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- Verfahren nach dem Stand der Technik
- Fig. 2
- Erfindungsgemäßes Verfahren
Beschreibung der Ausführungsformen
[0027] Fig. 1 zeigt das eingangs beschriebene Verfahren mit einer schichtweisen Einbringung
des gereinigten und oder neuen Schotters 1 in ein Gleis 2. Der auf einem Planum 3
befindliche Schotter 1 bildet ein Schotterbett 4 für einen Gleisrost 5 aus Schwellen
6 und darauf befestigten Schienen 7. Zur Reinigung des Schotterbetts 4 kommt eine
gleisgebundene Reinigungsmaschine 8 zum Einsatz. Diese ist der Übersichtlichkeit halber
nur mit gestrichelten Umrisslinien angedeutet und umfasst mehrere auf Schienenfahrwerken
abgestützte Maschinenrahmen. An den Maschinenrahmen sind Vorrichtungen und Aggregate
zur Bearbeitung des Gleises 2 angeordnet.
[0028] Mittels Hebevorrichtungen 9 wird der Gleisrost 5 angehoben und in Position gehalten,
während eine Schotterentnahmevorrichtung 10 den Schotter 1 mit einer Entnahmehöhe
h1 (z.B. 300mm) entnimmt. Diese definierte Entnahmehöhe h1 reicht vom freizulegenden
Planum 3 bis zu den Unterkannten der im Schotterbett 4 gelagerten Schwellen 6. Selbstverständlich
wird auch der zwischen den Schwellen 6 befindliche Schotter 1 mit aufgenommen. In
der Regel umfasst die Schotterentnahmevorrichtung 10 eine umlaufende Endlosräumkette,
die den Schotter 1 während einer Vorwärtsfahrt kontinuierlich aufnimmt und an eine
Fördereinrichtung zur Weiterleitung an eine Siebanlage übergibt.
[0029] Eine weitere Fördereinrichtung liefert den gereinigten Schotter 1 zu einer Schottereinbringvorrichtung
11. Bezogen auf eine Arbeitsrichtung 12 wird mittels dieser Schottereinbringvorrichtung
11 eine erste Schicht des gereinigten Schotters 1 unmittelbar hinter der Entnahmevorrichtung
10 auf das freigelegte Planum 3 aufgebracht. Mit einem Pflug 13 wird der aufgebrachte
Schotter 1 mit einer gewünschten ersten Bettungshöhe h2 (z.B. 150mm) am Planum 3 verteilt.
[0030] Der auf dieses neu geschaffene Schotterbett 4 abgelegte Gleisrost 5 wird mittels
eines Stabilisationsaggregats 14 unter Auflast in Vibration versetzt. Mit diesem Stabilisationsvorgang
werden Setzungen des Schotterbetts 4 vorweggenommen. Resultat ist eine reduzierte
zweite Bettungshöhe h3 (z.B. ca. 130mm).
[0031] In der zweiten Arbeitsphase wird mittels eines Schotterzuges 15 eine weitere Schotterschicht
auf das Gleis 2 geschüttet. Ein vorzugsweise als eigene Maschine ausgebildeter Schotterpflug
16 verteilt den Schotter 1 mit einstellbaren Pflugschildern 17. Damit befindet sich
auf und zwischen den Schwellen 6 genügend Schotter 1 für einen ersten Stopfvorgang.
[0032] Eine dafür vorgesehene Stopfmaschine 18 umfasst ein Hebeaggregat 19 und ein Stopfaggregat
20. Das Hebeaggregat 19 hebt den Gleisrost 5 mit einer ersten Hebung h4 (z.B. 80mm)
auf eine dritte Bettungshöhe h5 (z.B. 210mm). Danach kommt eine Stabilisationsmaschine
21, auch Dynamischer Gleisstabilisator (DGS) genannt, zum Einsatz. Dieser Stabilisator
ist entweder als separate Maschine ausgebildet oder mit der Stopfmaschine 18 gekoppelt.
Die Wirkung des Stabilisationsaggregats 14 führt zu einer Verdichtung des Schotterbetts
4 auf eine vierte Bettungshöhe h6 (z.B. 205mm).
[0033] Die Arbeitsschritte der zweiten Arbeitsphase wiederholen sich in einer dritten Arbeitsphase,
wobei eine dritte Schotterschicht mittels eines Schotterzuges 15 in das Gleis 2 eingebracht
wird. Anschließend wird der Gleisrost 5 zunächst mit einer zweiten Hebung h7 (z.B.
80mm) auf eine fünfte Bettungshöhe (z.B. 285mm) gehoben. Nach einer Fixierung mittels
des Stopfaggregats 20 erfolgt erneut eine geringfügige Absenkung mittels des Stabilisationsaggregats
14 auf eine sechste Bettungshöhe h9 (z.B. 280mm).
[0034] Anschließend wird in einem dritten Stopfvorgang der Gleisrost 5 mit einer dritten
Hebung h10 (z.B. 20mm bis 25mm) in eine vorgegebene Gleisgeometrie gebracht. Die endgültige
Gleislage stellt sich nach einer abschließende Stabilisierung mittels des Stabilisationsaggregats
14 ein. Das auf diese Weise erneuerte Schotterbett 4 weist annähernd dieselbe Höhe
wie vor dem Reinigungsvorgang auf. Nachteilig ist bei diesem gekannten Verfahren die
Vielzahl der Arbeitsschritte, die durch die schichtweise Schottereinbringung samt
Schotterverdichtung notwendig sind.
[0035] Das erfindungsgemäße Verfahren reduziert die Arbeitsschritte, ohne die Qualität des
gereinigten Schotterbetts 4 zu vermindern. Erläutert wird die neue Abfolge der Arbeitsschritte
mit Bezug auf Fig. 2.
[0036] Wie bisher startet die Reinigung eines Schotterbettes 4 mit einer Reinigungsmaschine
8. Mit einem Hebeaggregat 9 der Reinigungsmaschine 8 wird ein zu bearbeitender Abschnitt
des Gleisrost 5 angehoben. Dazu umfasst das Hebeaggregat 9 Rollenzangen, die den jeweiligen
Schienenkopf der Schienen 7 umklammern und während einer Vorwärtsfahrt der Reinigungsmaschine
8 entlang der Schienen 7 abrollen.
[0037] Eine mit einem Querbalken unterhalb des angehobenen Gleisrostabschnitts verlaufende
Schotterentnahmevorrichtung 10 nimmt den Schotter 1 mit einer vorgegebenen Entnahmehöhe
h1 (z.B. 300mm) auf. Konkret erfolgt die Schotteraufnahme mittels einer endlosen Räumkette,
die den Gleisrost 5 umschließt. Über einen seitlichen Kanal fördert die Räumkette
den entnommenen Schotter 1 nach oben zu einer nicht dargestellten ersten Fördereinrichtung.
Auf diese Weise wird der Schotter 1 einer auf der Reinigungsmaschine 8 angeordneten
Siebanlage zugeführt.
[0038] In der Siebanlage wird der Schotter 1 gereinigt. Anschließend erfolgt gegebenenfalls
eine Schärfung der Kanten in einer Prallmühle. Der gereinigte Schotter 1 wird mittels
einer weiteren Fördereinrichtung zur Schottereinbringvorrichtung 11 befördert. Fällt
zu wenig aufbereiteter Schotter 1 an, erfolgt eine Ergänzung mit neuem Schotter 1.
Dieser wird beispielsweise in einem Speicher der Reinigungsmaschine 1 mitgeführt.
Neuer Schotter 1 kann auch mit sogenannten Materialförder- und Siloeinheiten (MFS)
mitgeführt werden. Diese Einheiten sind an die Reinigungsmaschine 8 gekoppelte Schienenfahrzeuge
und dienen zur Aufnahme von Abraum, der bei der Schotterreinigung anfällt.
[0039] Erfindungsgemäß wird mit der Schottereinbringvorrichtung 11 der Reinigungsmaschine
8 erheblich mehr Schotter 1 als bisher in das Gleis 2 eingebracht. Die mit dem Pflug
13 der Reinigungsmaschine 8 geglättete Schotterschicht weist vorteilhafterweise eine
erste Bettungshöhe h2' von 250mm auf, gemessen vom freigelegten Planum 3 bis zu den
Unterkanten der Schwellen 6. Mit einem in der Reinigungsmaschine 8 integrierten Stabilisationsaggregat
14 verdichtet sich das Schotterbett 4 auf eine zweite Bettungshöhe h3' (ca. 230mm).
[0040] In einer zweiten Arbeitsphase wird mittels eines Schotterzuges 15 neuer Schotter
1 auf das Gleis 2 abgeworfen. Ein Schotterpflug 16 verteilt diesen Schotter 1 für
einen nachfolgenden Stopfvorgang. Dabei hebt ein Hebeaggregat 19 einer Stopfmaschine
18 den Gleisrost 5 mit einer ersten Hebung h4' um vorteilhafterweise 70mm. Damit wird
eine dritte Bettungshöhe h5' von ca. 300mm erreicht.
[0041] Entsprechend der vorliegenden Erfindung erfolgt die Fixierung des Gleisrostes 5 in
dieser angehobenen Lage in zwei Schritten mittels eines Tiefstopfaggregats 22. Ein
solches Aggregat 22 ist in der
AT 522237 A1 derselben Anmelderin offenbart. Gegenüber einem herkömmlichen Stopfaggregat 20 weist
das Tiefstopfaggregat 22 einen größeren vertikalen Bewegungsbereich des Werkzeugträgers
auf. Zudem kommen längere Stopfpickel 23 zum Einsatz.
[0042] In einem ersten Schritt tauchen die Stopfpickel 23 des Tiefstopfaggregats 22 in eine
untere Tiefenschicht des Schotterbetts 4 ein und werden dort vibrierend beigestellt.
Dabei befinden sich die Oberkanten der an den Stopfpickelenden befindlichen Pickelplatten
zumindest 100mm unter den Unterkanten der Schwellen 6. Vorteilhafterweise erfolgt
die Vibrationserzeugung mittels einer rotierenden Exzenterwelle, an die hydraulische
Beistellzylinder angeschlossen sind. Beistellbewegung und Vibration können auch im
jeweiligen Hydraulikzylinder überlagert werden, wobei eine entsprechende Ansteuerung
mit integrierter Wegmessung vorzusehen ist.
[0043] Zur Erzielung vorgegebener Beistellkräfte und Beistellzeiten ist beim Tiefstopfen
auf eine angepasste Druckbeaufschlagung der Beistellzylinder zu achten. Die Druckeinstellung
muss so angepasst werden, dass beim Tiefstopfen dieselben Kräfte und Zeiten erreicht
werden wie beim nachfolgenden normalen Stopfen. Gegebenenfalls wird das Verdichtungsergebnis
insgesamt positiv beeinflusst, wenn beim ersten Verdichtungsschritt die Stopfpickeln
23 lediglich in Vibration versetzt werden. Ein Beistellvorgang entfällt dabei.
[0044] Unmittelbar anschließend erfolgt ein zweiter Verdichtungsschritt, bei dem die Absenkung
der Stopfpickel 23 in eine obere Tiefenschicht des Schotterbetts 4 erfolgt. Dort wird
ein Beistellvorgang unter Vibrationsbeaufschlagung durchgeführt. Diese obere Tiefenschicht
liegt zwischen der zuvor verdichteten unteren Tiefenschicht und den Unterkanten der
Schwellen 6. Auf diese Weise wird das Schotterbett 4 über die gesamte Bettungshöhe
h5' mittels des Tiefstopfaggregats 22 verdichtet. Danach erfolgt ein Stabilisierungsvorgang
mittels einer Stabilisierungsmaschine 21, wodurch sich eine geringfügig reduzierte
Bettungshöhe h6' einstellt (ca. 295mm).
[0045] Die endgültige Geometrie des Gleises 2 wird in einer abschließenden Arbeitsphase
hergestellt. Dabei wird des Gleis 2 mit derselben oder einer weiteren Stopfmaschine
18 bearbeitet. Ein Hebe-/Richtaggregat 19 hebt den Gleisrost 5 mit einer geringfügigen
Überhöhung gegenüber der vorgegebenen Gleisgeometrie. Damit wird die nachfolgende
Gleissetzung beim Stabilisieren berücksichtigt. Diese zweite Hebung h7' liegt im Bereich
von 20mm bis 25mm und ist somit deutlich geringer als die erste Hebung h4'. Zusätzlich
erfolgt ein seitliches Richten des Gleisrostes 5.
[0046] Ein Stopfaggregat 20 zum gleichzeitigen Unterstopfen mehrerer Schwellen 6 reduziert
die Durcharbeitungszeit in dieser Arbeitsphase. Dieses Stopfaggregat 20 ist entweder
zusätzlich zum Tiefstopfaggregat 22 auf derselben Stopfmaschine 18 oder auf einer
separaten Stopfmaschine 18 angeordnet. Im ersten Fall wird dasselbe Hebe-/Richtaggregat
19 in vorteilhafter Weise für alle Hebeschritte genutzt. Abschließend erfolgt ein
Stabilisationsvorgang mittels eines Stabilisationsaggregats 14. Dieses ist entweder
in einer separaten Stabilisationsmaschine 21 oder an einem mit der Stopfmaschine 18
gekoppeltem Maschinenrahmen angeordnet.
[0047] Die neue Arbeitsmethode ist nicht auf das beispielhaft dargestellte Streckenreinigungsverfahren
beschränkt. Insbesondere ist das erfindungsgemäße Verfahren für Reinigungszüge mit
integrierten Stopfmaschinen 18 und Stabilisationsmaschinen 21 und gegebenenfalls Pflugschildern
17 anwendbar. Auch bei der Weichenreinigung oder beim Austausch von Weichen kann das
Verfahren zum Einsatz kommen. Auch hier wird Schotter bis zu einer Bettungshöhe h2'
von 250mm auf einmal eingebracht und anschließend in einem Durchgang mit Tiefstopfen,
Normalstopfen und Stabilisieren verdichtet.
1. Verfahren zum Reinigen eines Schotterbettes (4) eines Gleises (2) mittels gleisgebundener
Maschinen (8, 18, 21), wobei mittels einer Reinigungsmaschine (8) ein unter einem
Gleisrost (5) befindlicher Schotter (1) mit einer Schotterentnahmevorrichtung (10)
entfernt wird, wobei bezogen auf eine Arbeitsrichtung (12) dahinter gereinigter und/oder
neuer Schotter (1) in mehreren Schichten mittels einer Schottereinbringvorrichtung
(11) und eines Schotterzuges (15) in das Gleis (2) eingebracht wird und wobei der
eingebrachte Schotter (1) mittels einer Stopfmaschine (18) und einer Stabilisationsmaschine
(21) verdichtet wird, dadurch gekennzeichnet, dass vor einem ersten Stopfvorgang mittels der Schottereinbringvorrichtung (11) und des
Schotterzuges (15) alle Schichten des neuen und/oder gereinigten Schotters (1) eingebracht
werden, dass beim ersten Stopfvorgang das Schotterbett (4) mittels eines Tiefstopfaggregats
(22) in unterschiedlichen Tiefenschichten verdichtet wird, dass danach das Gleis (2)
mittels der Stabilisationsmaschine (21) stabilisiert wird, dass unmittelbar anschließend
mittels derselben oder einer weiteren Stopfmaschine (18) der Gleisrost (5) in einem
zweiten Stopfvorgang in lediglich einer Tiefenschicht unterstopft wird und dass nach
dem zweiten Stopfvorgang das Gleis (2) mit derselben oder einer weiteren Stabilisationsmaschine
(21) stabilisiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schotterbett (4) zumindest mit einer Entnahmehöhe (h1) von 300mm gereinigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Schottereinbringvorrichtung (11) Schotter (1) für eine Bettungshöhe (h2')
von mindestens 200mm, insbesondere von mindestens 250mm eingebracht wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Hebevorgang der Gleisrost (5) um zumindest 50mm, insbesondere um zumindest
70mm gehoben wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Hebevorgang der Gleisrost (5) mit einer Hebung in einem Bereich zwischen
15mm und 25mm, insbesondere in einem Bereich zwischen 20mm und 25mm gehoben wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem ersten Hebevorgang mittels des Tiefstopfaggregats (22) ein erster Stopfvorgang
in einer unteren Tiefenschicht des Schotterbetts (4) mit vibrierenden und beistellenden
Stopfpickel (23) und ein zweiter Stopfvorgang in einer oberen Tiefenschicht des Schotterbetts
(4) mit denselben Stopfpickeln (23) durchgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Stopfvorgang nach dem zweiten Hebevorgang mittels eines Mehrschwellenstopfaggregats
(20) durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stopfarbeiten mit einer in einem Reinigungszug integrierten Stopfmaschine (18)
durchgeführt werden.
1. A method for cleaning a ballast bed (4) of a track (2) by means of track-bound machines
(8, 18, 21), with ballast (1) located below a track panel (5) being removed by means
of a cleaning machine (8) using a ballast removal device (10), with cleaned and/or
new ballast (1) being placed behind, in relation to a working direction (12), in the
track (2) in several layers by means of a ballast placement device (11) and a ballast
train (15), and with the placed ballast (1) being compacted by means of a tamping
machine (18) and a stabilizing machine (21), characterized in that, prior to a first tamping process, all layers of the new and/or cleaned ballast (1)
are placed by means of the ballast placement device (11) and the ballast train (15),
that the ballast bed (4) is compacted in different depth layers during the first tamping
process by means of a deep tamping unit (22), that the track (2) is then stabilized
by means of the stabilizing machine (21), that the track panel (5) is then immediately
tamped in only one depth layer by means of the same or a further tamping machine (18)
in a second tamping process, and that the track (2) is stabilized after the second
tamping process by means of the same or a further stabilizing machine (21).
2. A method according to claim 1, characterized in that the ballast bed (4) is cleaned at least with a removal height (h1) of 300 mm.
3. A method according to claim 1 or 2, characterized in that ballast (1) for a bed height (h2') of at least 200 mm, particularly of at least 250
mm, is placed by means of the ballast placement device (11).
4. A method according to one of the claims 1 to 3, characterized in that the track panel (5) is lifted by at least 50 mm, particularly by at least 70 mm,
in the first lifting process.
5. A method according to one of the claims 1 to 4, characterized in that the track panel (5) is lifted during the second lifting process with a lift in a
range between 15 mm and 25 mm, particularly in a range between 20 mm and 25 mm.
6. A method according to one of the claims 1 to 5, characterized in that, after the first lifting process, by means of the deep tamping unit (22) a first
tamping process is carried out in a lower depth layer of the ballast bed (4) with
vibrating and squeezing tamping tines (23), and a second tamping process is carried
out in an upper depth layer of the ballast bed (4) with the same tamping tines (23).
7. A method according to one of the claims 1 to 6, characterized in that the tamping process is carried out after the second lifting process by means of a
multi-sleeper tamping unit (20).
8. A method according to one of the claims 1 to 7, characterized in that the tamping work is carried out with a tamping machine (18) integrated into a cleaning
train.
1. Procédé de nettoyage d'un lit de ballast (4) d'une voie ferrée (2) au moyen de machines
sur rails (8, 18, 21), dans lequel un ballast (1) se trouvant sous un châssis de voie
(5) est éliminé avec un dispositif de prélèvement de ballast (10) au moyen d'une machine
de nettoyage (8), dans lequel du ballast nettoyé et/ou du nouveau ballast (1) est
introduit par rapport à un sens de travail (12) là-derrière dans la voie ferrée (2)
en plusieurs couches au moyen d'un dispositif d'introduction de ballast (11) et d'un
train de ballast (15), et dans lequel le ballast introduit (1) est compacté au moyen
d'une machine de bourrage (18) et d'une machine de stabilisation (21), caractérisé en ce que toutes les couches du nouveau ballast et/ou du ballast nettoyé (1) sont introduites
avant un premier processus de bourrage au moyen du dispositif d'introduction de ballast
(11) et du train de ballast (15), que le lit de ballast (4) est compacté lors du premier
processus de bourrage au moyen d'un module de bourrage profond (22) dans différentes
couches de profondeur, qu'après la voie ferrée (2) est stabilisée au moyen de la machine
de stabilisation (21), que directement ensuite le châssis de voie (5) subit un bourrage
inférieur dans un second processus de bourrage dans une seule couche de profondeur
au moyen de la même ou d'une autre machine de bourrage (18) et qu'après le second
processus de bourrage, la voie ferrée (2) est stabilisée avec la même ou une autre
machine de stabilisation (21).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le lit de ballast (4) est nettoyé au moins avec une hauteur de prélèvement (h1) de
300 mm.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que du ballast (1) pour une hauteur de lit (h2') d'au moins 200 mm, notamment d'au moins
250 mm, est introduit au moyen du dispositif d'introduction de ballast (11).
4. Procédé selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le châssis de voie (5) est levé d'au moins 50 mm, notamment d'au moins 70 mm, dans
le premier processus de levage.
5. Procédé selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le châssis de voie (5) est levé avec un levage dans une région comprise entre 15
mm et 25 mm, notamment dans une région comprise entre 20 mm et 25 mm, dans le second
processus de levage.
6. Procédé selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'un premier processus de bourrage est réalisé dans une couche de profondeur inférieure
du lit de ballast (4) avec des pics de bourrage vibrants et adjoints (23) après le
premier processus de levage au moyen du module de bourrage profond (22) et un second
processus de bourrage est réalisé dans une couche de profondeur supérieure du lit
de ballast (4) avec les mêmes pics de bourrage (23).
7. Procédé selon une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le processus de bourrage est réalisé après le second processus de levage au moyen
d'un module de bourrage de plusieurs traverses (20).
8. Procédé selon une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que les travaux de bourrage sont réalisés avec une machine de bourrage (18) intégrée
dans un train de nettoyage.