[0001] Die Erfindung betrifft ein 3-phasiges Starkstromkabel mit einem Leiterverbund, welcher
drei Phasenleiter sowie Nullleiter aufweist.
[0002] Derartige Starkstromkabel werden zur elektrischen Leistungsversorgung von elektrischen
Verbrauchern eingesetzt. Sofern vorliegend von Starkstromkabel gesprochen wird, so
wird hierunter verstanden, dass ein jeweiliger Phasenleiter für einen Strom von zumindest
50A bis hin zu 1000A ausgebildet ist. Der Durchmesser eines jeweiligen Phasenleiters
liegt dabei typischerweise bei zumindest 25 mm
2 und reicht bis hin zu 240 mm
2.
[0003] Aufgrund der hohen Ströme, die im Betrieb über die Phasenleiter fließen, bestehen
vielfältige Anforderungen an die Ausgestaltung des Starkstromkabels. So besteht beispielsweise
bei einem 3-Phasennetz das Problem, dass durch moderne Schaltnetzteile, Frequenzgeneratoren
AC/DC Wandler usw. Oberwellen entstehen, welche über den "eigentlich" stromlosen N-Leiter
(Nullleiter) als Nullleiterströme zurückfließen, die den maximal zulässigen Strom
übersteigen. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen besteht darin, die einzelnen
Leiter einzelweise zu verlegen, also eine sogenannte Einzelader-Verlegung vorzunehmen.
[0004] Ein weiteres Problem besteht aufgrund der starken Ströme in der möglichen Abstrahlung
von elektromagnetischen Feldern. Bei Verlegung von Einzeladern wird dieses Problem
zusätzlich verstärkt. Ein nachträgliches Verseilen der Einzeladern, z.B. von Hand,
kann dieses Problem zwar reduzieren aber nicht vollständig beseitigen.
[0005] Aus der
EP 3 279 901 A1 ist ein Starkstromkabel zu entnehmen, welches sich mit dem Problem des Skin-Effekts
befasst. Hierbei ist vorgesehen, dass ein jeweiliger Phasenleiter auf zwei Leiterstränge
aufgeteilt ist, sodass insgesamt sechs Phasenleiterstränge erhalten werden, die um
einen zentral geführten Nullleiter angeordnet sind. Das Kabel weist eine hexagonale
Querschnittskontur auf.
[0006] Aus der
EP 2 027 589 B1 ist ein weiteres Starkstromkabel zu entnehmen, welches sich mit dem Problem befasst,
dass bei sogenannten TN-S Netzen durch Induktion hervorgerufene Ströme im Schutzleiter
(Erdleiter) entstehen können. Zur Vermeidung dieses Problems sind die drei Phasenleiter
sowie der Nullleiter um einen zentralen Erdleiter herum verseilt. Die Querschnittskontur
bei diesem Starkstromkabel ist viereckig.
[0007] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Starkstromkabel
anzugeben, welches eine gute EMV-Verträglichkeit aufweist und bei dem die durch Oberwellen
bedingten Ableitströme zuverlässig abgeleitet werden.
[0008] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch ein 3-phasiges Starkstromkabel,
welches einen Leiterverbund aufweist, welcher drei Phasenleiter und Nullleiter aufweist.
Das Starkstromkabel und der Leiterverbund erstrecken sich dabei in einer Längsrichtung
entlang einer Mittenachse. Erfindungsgemäß ist nunmehr vorgesehen, dass der Nullleiter
auf mehrere Nullleiterstränge aufgeteilt ist und dass der Leiterverbund mit den 3
Phasenleitern und den mehreren Nullleitersträngen - im Querschnitt betrachtet - bezüglich
der Mittenachse um einen Drehwinkel drehsymmetrisch ausgebildet ist. Für den Drehwinkel
α gilt dabei die Beziehung: α = 360°/3n, wobei n ganzzahlig ist. Bevorzugt liegt n
zwischen 1 und 3 und ist insbesondere 1.
[0009] Sofern vorliegend von einer Drehsymmetrie gesprochen wird, so wird hierunter verstanden,
dass nach einer Drehung des gesamten Leiterverbunds um den Drehwinkel α um die Mittenachse
zumindest die Phasenleiter sowie die Nullleiterstränge sich jeweils wieder an einer
Drehposition befinden, die vor der Drehung ebenfalls identisch von einem Phasenleiter
bzw. Nullleiterstrang eingenommen wurde. Sind im Leiterverbund weitere Komponenten,
wie beispielsweise Erdleiter oder sonstige Stränge vorhanden, so gilt dies auch für
diese weiteren Komponenten, insbesondere für die Erdleiter oder sonstige elektrische
Leiterstränge.
[0010] Üblicherweise ist der Leiterverbund von einem Schutzmantel, gegebenenfalls unter
Zwischenlage einer Schirmlage umgeben. Die Außenkontur kann insgesamt unrund ausgebildet
sein. Die Anforderungen an die Drehsymmetrie gelten vorzugsweise auch im Hinblick
auf sämtliche weiteren Komponenten des Starkstromkabels, insbesondere auch für eine
solche unrunde Querschnittsgeometrie des gesamten Starkstromkabels.
[0011] Neben dem Phasenleiter, den Nullleitersträngen sowie gegebenenfalls einem Erdleiter,
welcher auch auf mehrere Erdleiterstränge aufgeteilt sein kann, sind im Leiterverbund
vorzugsweise keine weiteren elektrischen Leiter mehr angeordnet. Ergänzend können
bei Bedarf noch Füll- oder Haltestränge vorgesehen sein, die jedoch regelmäßig nicht
leitend und insbesondere nicht aus Metall sind. Typischerweise werden hierfür Kunststoff-
oder Papierstränge eingesetzt.
[0012] Sofern vorliegend von einem Starkstromkabel gesprochen wird, so wird hierunter verstanden,
dass ein jeweiliger Phasenleiter für die Übertragung von Strömen von zumindest 50
A bis hin zu 1000 A und vorzugsweise von zumindest 100 A bis 700 A ausgebildet ist.
Der Nennquerschnitt eines jeweiligen Phasenleiters beträgt dabei mindestens 16 mm
2, bevorzugt bei mindestens 25 mm
2 und reicht - je nach Auslegung - beispielsweise bis zu 240 mm
2. Die Nennquerschnitte der Phasenleiter sind identisch. Bevorzugt liegt der Nennquerschnitt
eines jeweiligen Phasenleiters im Bereich zwischen 35 mm
2 und 185 mm
2.
[0013] Die Bedeutung des Begriffs Nennquerschnitt bestimmt sich nach DIN EN 60228. Der Nennquerschnitt
bezieht sich auf einen Querschnittswert des metallischen Leiters des jeweiligen Phasenleiters,
also ohne dessen Isolierung. Die obigen Werte gelten insbesondere bei der Verwendung
von Kupfer als Leitermaterial. Bei der Verwendung von anderen Materialien, wie z.B.
Aluminium, sind die Werte für den Nennquerschnitt entsprechend der unterschiedlichen
Leitfähigkeit im Vergleich zu Kupfer anzupassen.
[0014] Hervorzuheben ist, dass zum einen durch die Aufteilung des Nullleiters auf mehrere
Nullleiterstränge eine perfekte Drehsymmetrie realisierbar ist. Bei herkömmlichem
Kabel wird lediglich ein Nullleiter sowie typischerweise ergänzend ein Erdleiter zusätzlich
zu den zumindest 3 Phasenleitern eingesetzt. Bei derartigen Varianten ist eine exakte
Drehsymmetrie nicht möglich.
[0015] Die Anzahl der Nullleiterstränge entspricht dabei bevorzugt der Anzahl der Phasenleiter
oder bei einer Aufteilung eines Phasenleiters auf mehrere Phasenleiterstränge auch
der Anzahl der Phasenleiterstränge. Allgemein beträgt die Anzahl der Nullleiter ein
m-faches der Anzahl der Phasenleiter, wobei m eine ganze Zahl ist und beispielsweise
zwischen 1 und 3 liegt. Bevorzugt ist m gleich 1. D.h. Bevorzugt werden drei Phasenleiter
vorgesehen und insgesamt drei Nullleiterstränge.
[0016] Ein besonderer Vorteil der hierdurch erreichten perfekten Drehsymmetrie ist in der
guten EMV-Eigenschaft zu sehen, da allenfalls mit einer geringen elektromagnetischen
Abstrahlung zu rechnen ist. Durch die weitgehend perfekte Symmetrie dieses Starkstromkabels,
welches im Betrieb in einem 3-Phasen Netz (Drehstrom, Wechselstrom) eingesetzt ist,
kompensieren sich auftretende elektromagnetische Störfelder wechselseitig.
[0017] Ein weiterer besonderer Vorteil in der Aufteilung des Nullleiters auf mehrere Nullleiterstränge
besteht zum anderen darin, dass die durch die Oberwellen verursachten Ableitströme
auf mehrere elektrische Leiter verteilt werden, sodass die Belastung der einzelnen
Leiter reduziert ist, bzw. dass durch die Wahl von geeigneten Nennquerschnitten der
einzelnen Nullleitersträngen die Belastung in einfacher Weise reduziert werden kann.
[0018] Untersuchungen haben gezeigt, dass die durch die Oberwellen entstehenden Ableitströme
auf dem Nullleiter sich bis zu einem mehrfachen, beispielsweise bis zu dem 1,8-Fachen
eines zulässigen Phasenstroms aufsummieren können. Dies führt bei herkömmlichen Starkstromkabeln
teilweise zu hohen thermischen Belastungen des Nullleiters, da dieser typischerweise
den gleichen Nennquerschnitt wie ein jeweiliger Phasenleiter aufweist.
[0019] Um die Belastung der Nullleiterstränge gering zu halten ist in bevorzugter Ausgestaltung
vorgesehen, dass diese in Summe einen Nullleiter-Nennquerschnitt aufweisen, welcher
größer ist als ein Phasenleiter-Nennquerschnitt eines jeweiligen Phasenleiters.
[0020] Bevorzugt liegt der Nullleiter-Nennquerschnitt im Bereich zwischen dem 1,2 - 2,0-Fachen
des Phasenleiter-Nennquerschnitts. Durch diese Maßnahme wird eine übermäßige Belastung
der Nullleiterstränge infolge der Nulleiterströme zuverlässig vermieden.
[0021] Typischerweise ist weiterhin vorgesehen, dass ein jeweiliger Nennquerschnitt eines
Nullleiterstrangs kleiner ist als der Nennquerschnitt eines jeweiligen Phasenleiters.
Grundsätzlich ist in bevorzugter Ausgestaltung allgemein vorgesehen, dass die Nullleiterstränge
im Vergleich zu den Phasenleitern einen verschiedenen Nennquerschnitt aufweisen.
[0022] In bevorzugter Ausbildung sind genau drei Phasenleiter vorgesehen sowie drei Nullleiterstränge,
wobei ein jeweiliger Nullleiterstrang zwischen zwei Phasenleitern angeordnet ist.
[0023] Allgemein weist das Starkstromkabel bei einer solchen 3-zähligen Symmetrie daher
insgesamt vorzugsweise eine 120° Drehsymmetrie auf.
[0024] In bevorzugter Weiterbildung weist der Leiterverbund einen Erdleiter auf, welcher
bevorzugt auf mehrere Erdleiterstränge aufgeteilt ist. Insbesondere ist dabei vorgesehen,
dass doppelt so viele Erdleiterstränge wie Nullleiterstränge vorgesehen sind. Wie
bereits eingangs erwähnt, gilt die Anforderung der Drehsymmetrie auch für diese Erdleiterstränge.
[0025] In zweckdienlicher Weiterbildung weist das Starkstromkabel insgesamt eine unrunde,
mehreckige Querschnittsform auf und zeigt im Querschnitt betrachtet insgesamt 3n gerundete
Ecken, wobei n eine gerade Zahl ist. Bei herkömmlichen Kabeln werden häufig bewusst
Füllelemente eingesetzt, um eine möglichst kreisrunde Querschnittsgeometrie zu erreichen.
Vorliegend wird bewusst auf derartige Füllstränge zur Erreichung einer runden Querschnittsgeometrie
verzichtet. Zum einen kann hierdurch erheblich an Material durch den Wegfall der typischerweise
aus Kunststoff bestehenden Füllstränge eingespart werden. Darüber hinaus begünstigt
dies auch die thermischen Eigenschaften, da Wärme besser an die Umgebung abgegeben
werden kann.
[0026] In bevorzugter Weiterbildung ist der Leiterverbund allgemein als ein Seilverbund
ausgebildet, bei dem die einzelnen Komponenten, also insbesondere die Nullleiterstränge
und die Phasenleiter, um die Mittenachse verseilt sind.
[0027] In bevorzugter Weiterbildung verläuft - bei der bevorzugten Ausführungsvariante mit
einer unrunden Querschnittskontur - das gesamte Starkstromkabel in Längsrichtung betrachtet
wendelförmig. Dies bedeutet, dass die unrunde Querschnittskontur in Längsrichtung
sich insgesamt um die Mittenachse dreht und zwar mit der vorgegebenen Schlaglänge
des Seilverbunds. Dadurch entsteht insgesamt eine charakteristische wendelförmige
oder schraubenlinienförmige Ausgestaltung mit der unrunden Querschnittskontur.
[0028] Im Hinblick auf die konkrete Ausgestaltung ist gemäß einer ersten Aufbauvariante
vorzugsweise vorgesehen, dass die Phasenleiter um die Mittenachse herum angeordnet
sind und dass weiterhin die Nullleiterstränge beabstandet von der Mittenachse und
jeweils in einem äußeren Zwischenbereich zwischen zwei Phasenleitern angeordnet sind.
Bevorzugt liegen die Phasenleiter dabei unmittelbar aneinander an. Im Zentrum im Bereich
der Mittenachse befindet sich dabei bevorzugt kein weiteres Element, insbesondere
kein elektrischer Leiterstrang. Im Zentrum liegt daher ein freier zentraler Zwickelbereich
vor.
[0029] Ein jeweiliger Nullleiterstrang liegt vorzugsweise allgemein unmittelbar an den benachbarten
Phasenleitern an. Ein jeweiliger Nullleiter liegt daher in einem Zwickelbereich zwischen
zwei benachbarten Phasenleitern ein.
[0030] Bei dieser Ausgestaltung ist zwischen einem jeweiligen Nullleiterstrang und einem
jeweiligen Phasenleiter an deren von der Mittenachse beabstandeten Seite und damit
radial außen ein äußerer Zwickelbereich ausgebildet. In diesem äußeren Zwickelbereich
ist vorzugsweise jeweils ein Erdleiterstrang eines Erdleiters angeordnet.
[0031] Bei dem jeweiligen Erdleiterstrang handelt es sich vorzugsweise um einen blanken
Leiter, welcher also nicht mit einer Isolierung versehen ist. Alternativ kann es sich
auch um einen isolierten Leiter, eine sogenannte Ader handeln.
[0032] Bei den Phasenleitern und den Nullleitersträngen handelt es sich allgemein jeweils
um einzelne Adern.
[0033] Unter Ader wird vorliegend allgemein ein mit einem Isolationsmantel, auch als Adermantel
bezeichnet, versehener, blanker Leiter verstanden. Bei dem Leiter kann sich dabei
um einen massiven oder um einen mehrdrähtigen Leiter handeln, vorzugsweise handelt
an es sich um einen Litzenleiter bestehend aus einer Vielzahl von einzelnen Drähten.
Die Bedeutung der Begriffe massiv / eindrähtig, mehrdrätig und Litzenleiter ergeben
sich aus der DIN EN 60228.
[0034] Als Material für den Leiter wird typischerweise Kupfer, eine Kupferlegierung oder
alternativ auch Aluminium oder eine Aluminiumlegierung verwendet.
[0035] Die Phasenleiter und/oder die Nullleiterstränge sind vorzugsweise jeweils als Rundleiter
ausgebildet mit insbesondere kreisrundem Querschnitt. Gleiches gilt vorzugsweise auch
für die Erdleiterstränge.
[0036] Ein jeweiliger Nullleiterstrang ist vorzugsweise zwischen zwei Phasenleitern und
insbesondere in einem durch zwei Phasenleiter gebildeten Zwickelbereich angeordnet.
[0037] Die hier beschriebene bevorzugte Ausführungsvariante weist vorzugsweise neben dem
Phasenleiter, den Nullleitersträngen sowie den Erdleitersträngen keine weiteren Leiterelemente
und insbesondere auch keine weiteren Füll- oder sonstige Stränge auf. Der Leiterverbund
ist daher abschließend durch Phasenleiter, Nullleiterstränge und Erdleiterstränge
gebildet.
[0038] Bei dieser bevorzugten Variante zeigt daher der Querschnitt des Starkstromkabels
insgesamt eine gerundete Dreiecksform mit drei gerundeten Eckbereichen, die über Zwischenabschnitte
miteinander verbunden sind, die insbesondere gebogen ausgebildet sind und speziell
konvex, also nach außen gebogen sind. Die Eckbereiche werden dabei typischerweise
durch die einzelnen Nullleiterstränge und die Zwischenbereiche durch die Phasenleiter
definiert. Die gerundeten Eckbereichen werden daher im Wesentlichen durch den Radius
und damit die Krümmung der Nullleiterstränge definiert. Die Zwischenabschnitte weisen
typischerweise eine geringere Krümmung im Vergleich zu den Eckbereichen auf.
[0039] Gemäß einer alternativen, zweiten Aufbauvariante ist ein zentraler Erdleiterstrang
vorgesehen, um den herum die Phasenleiter und die Nullleiterstränge alternierend angeordnet
sind. Die Phasenleiter und die Nullleiterstränge liegen dabei bevorzugt alternierend
unmittelbar aneinander an, d. h. ein jeweiliger Nullleiterstrang liegt beidseitig
an einem benachbarten Phasenleiter an.
[0040] In zweckdienlicher Ausgestaltung sind weiterhin Füllstränge oder Haltestränge vorgesehen,
welche in Zwischen- oder Zwickelbereichen einliegen, die zwischen den Phasenleiter
und den Nullleitersträngen ausgebildet sind. Durch diese zusätzlichen Füllstränge
oder Haltestränge, die vorzugsweise aus Kunststoff bestehen, wird eine zuverlässige
Fixierung der jeweiligen Position des jeweiligen Phasenleiters bzw. des jeweiligen
Nullleiterstrangs innerhalb des Leiterverbunds gewährleistet, wodurch die gewünschte
möglichst perfekte Drehsymmetrie gewährleistet ist.
[0041] Bei dieser Ausführungsvariante ist vorzugsweise wiederum auf weitere Füllelemente
zur Erzielung einer runden Querschnittskontur verzichtet und es liegt eine unrunde
Querschnittskontur vor. Durch den speziellen Aufbau des Leiterverbunds wird hierbei
eine 6-eckige Querschnittskontur mit 6 gerundeten Ecken erreicht, wobei durch die
alternierende Anordnung von einzelnen Adern mit unterschiedlichen Durchmessern (Phasenleiter
mit größerem Durchmesser und Nullleiterstränge mit geringerem Durchmesser) die Krümmung
von benachbarten, gerundeten Eckbereichen jeweils unterschiedlich ist und sich alternierend
abwechselt.
[0042] In bevorzugter Weiterbildung ist weiterhin die Anordnung einer Schirmlage vorgesehen,
welche den Leiterverbund umgibt und diesen vorzugsweise zu 100 % optisch bedeckt.
Hierbei handelt es sich beispielsweise um ein Geflecht oder eine Schirmfolie. Hierdurch
wird die EMV-Eigenschaft zusätzlich verbessert.
[0043] Alternativ ist auf eine Schirmlage verzichtet. Bevorzug weist der Kabelaufbau keinerlei
Schirmelemente wie beispielsweise ein Schirmgeflecht, einen Folienschirm usw. auf.
[0044] Bevorzugt ist der Leiterverbund von einem Außenmantel abschließend umgeben, welcher
einen Schutzmantel definiert. Dieser besteht typischerweise aus Kunststoff.
[0045] Im Betrieb wird ein derartiges Starkstromkabel in einem 3-Phasennetz, auch als Drehstromnetz
bezeichnet, eingesetzt und verbindet zwei elektrische Komponenten oder Geräte miteinander
und dient zur Leistungsversorgung eines elektrischen Verbrauchers. Typische Einsatzgebiete
für derartige Starkstromkabel ist beispielsweise die Energieversorgung von Geräten
im industriellen Bereich, beispielsweise in Produktionsanlagen oder auch von medizinischen
Geräten, wie Diagnose- und Therapiegeräte wie beispielsweise Röntgengeräte, Magnetresonanzgeräte
usw. Weiterhin wird ein derartiges Starkstromkabel beispielsweise auch für Hausanschlüsse,
zur Notstromversorgung, zur Versorgung von Schaltanlagen speziell für industrielle
Anlagen usw. eingesetzt. Daneben gibt es weitere vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.
[0046] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert.
Diese zeigen:
- FIG 1
- eine Querschnittsdarstellung eines Starkstromkabels gemäß einer ersten Aufbauvariante,
- FIG 2
- eine Querschnittsdarstellung eines Starkstromkabels gemäß der ersten Aufbauvariante,
jedoch im Vergleich zu FIG 1 mit einer unterschiedlichen Dimensionierung,
- FIG 3
- eine ausschnittsweise perspektivische Ansicht auf ein Starkstromkabel gemäß FIG 1
sowie
- FIG 4
- eine Querschnittsdarstellung eines Starkstromkabels gemäß einer zweiten Aufbauvariante.
[0047] Ein in den Figuren dargestelltes Starkstromkabel 2 weist jeweils einen Leiterverbund
4 auf, welcher aufweist und sich insbesondere abschließend zusammensetzt aus
- drei als Adern ausgebildete Phasenleiter 6
- drei ebenfalls als Adern ausgebildete Nullleiterstränge 8,
- einen Erdleiter, welcher bei der ersten Aufbauvariante gemäß den Figuren 1-3 auf insgesamt
sechs, blanke Erdleiterstränge 10 aufgeteilt ist und der bei der zweiten Aufbauvariante
gemäß der FIG 4 als ein zentraler Erdleiter 12 vorgesehen ist, welcher als eine Ader
ausgebildet ist sowie
- mehreren optionalen Haltesträngen 14, die vorzugsweise aus Kunststoff bestehen.
[0048] Bei der ersten Aufbauvariante ist auf derartige Haltestränge 14 verzichtet. Bei der
zweiten Aufbauvariante gemäß der FIG 4 sind im Ausführungsbeispiel derartige Haltestränge
14 vorgesehen. Alternativ ist auch bei der zweiten Aufbauvariante auf derartige Haltestränge
14 verzichtet.
[0049] Das Starkstromkabel 2 erstreckt sich entlang einer Mittenachse 16 in Längsrichtung
18 (vergleiche FIG 3). Der Leiterverbund 4 ist jeweils als ein Seilverbund ausgebildet.
Bei der ersten Aufbauvariante sind die Phasenleiter 6, die Nullleiterstränge 8 sowie
die Erdleiterstränge 10 um die Mittenachse 16 herum verseilt.
[0050] Bei der zweiten Aufbauvariante gemäß der FIG 4 sind die Phasenleiter 6, die Nullleiterstränge
8 sowie die optionalen Haltestränge 14 um die Mittenachse 16 sowie um den zentral
angeordneten Erdleiter 12 herum verseilt.
[0051] Der Leiterverbund 4 ist bei der ersten Aufbauvariante noch von einer Schirmlage 20
umgeben, welche wiederum von einem Schutz- oder Außenmantel 22 umgeben ist. Bei der
Schirmlage 20 handelt es sich typischerweise um ein Geflecht. Dieses ist üblicherweise
innen oder außen von einer Bandierung umgeben. Bei der zweiten Aufbauvariante ist
auf die Schirmlage 20 verzichtet und der Leiterverbund 4 ist direkt von dem Außenmantel
22 umgeben. In beiden Aufbauvarianten kann die Schirmlage 20 vorgesehen oder auf sie
verzichtet sein. Insbesondere zu Brandschutzzwecken kann zumindest eine weitere Lage
vorgesehen sein, die beispielsweise zur Einstellung einer gewünschten Brandklasse
angebracht ist. Bei dieser weiteren Lage handelt es sich um eine Lage aus geeignetem
Material, die beispielsweise durch Umwicklung aufgebracht ist. Die Lage ist dabei
beispielsweise unter oder über der Schirmlage 20 aufgebracht.
[0052] Bei der ersten Aufbauvariante sind die drei Phasenleiter 6 unmittelbar aneinander
anliegend und direkt um die Mittenachse 16 herum gruppiert, sodass sie ein zentrales
Dreieck bilden. Die Nullleiterstränge 8 sind jeweils in radial äußeren Zwischenbereichen
zwischen zwei benachbarten Phasenleitern 6 angeordnet und liegen dabei unmittelbar
ebenfalls an diesen beiden Phasenleitern 6 an. Schließlich ist zwischen einem jeweiligen
Phasenleiter 6 und einem jeweiligen Nullleiterstrang 8 radial außen, also in Richtung
zum Außenmantel 22 orientiert, ein radial äußerer Zwickelbereich ausgebildet, in dem
jeweils einer der Erdleiterstränge 10 einliegt. Bei diesem handelt sich im Ausführungsbeispiel
um einen blanken Leiter. Die sich anschließende Schirmlage 20 kontaktiert dabei jeweils
die Erdleiterstränge 10 elektrisch, sodass eine zuverlässige elektrische Kontaktierung
der Schirmlage 20 erreicht ist.
[0053] Das Starkstromkabel 2 weist insgesamt eine gerundete, dreieckige Außenkontur auf,
mit drei gerundeten Eckbereichen 24, zwischen denen jeweils konvex gekrümmte Zwischenbereiche
26 ausgebildet sind. In den Eckbereichen 24 ist ein jeweiliger Nullleiterstrang 8
und in den Zwischenbereichen 26 sind ein jeweiliger Phasenleiter 6 sowie auch jeweils
zwei Erdleiterstränge 10 beidseitig des jeweiligen Phasenleiters 6 angeordnet. In
den Eckbereichen 24 ist das Starkstromkabel 2 und damit der Außenmantel 22 stärker
gekrümmt als in den Zwischenbereichen 26.
[0054] Je nach konkreter Ausgestaltung und der Wahl der Durchmesser der Phasenleiter 6 und/oder
der Nullleiterstränge 8 liegen unterschiedliche Krümmungsverhältnisse vor, wie dies
gut anhand des Vergleichs zwischen FIG 1 und FIG 2 zu entnehmen ist. Die FIG 1 zeigt
dabei eine Ausgestaltung, bei der die Phasenleiter 6 einen (Leiter-) Nennquerschnitt
von 120 mm
2 und die Nullleiterstränge 8 einen (Leiter-) Nennquerschnitt von 70 mm
2 aufweisen. Die einzelnen, blanken Erdleiterstränge 10 weisen demgegenüber einen deutlich
geringeren Nennquerschnitt auf, der beispielsweise im Bereich zwischen 10 mm
2 und 15 mm
2 liegt. Bei der Ausführungsvariante gemäß der FIG 2 sind im Vergleich zu der der FIG
1 lediglich die Nennquerschnitte der Nullleiterstränge reduziert und liegen beispielsweise
bei 50 mm
2.
[0055] In den Figuren 1 und 2 ist jeweils ein Außenkreis gestrichelt dargestellt, welcher
außenseitig die Eckbereiche 24 tangiert. Der Mittelpunkt dieses Außenkreises definiert
die Mittenachse 16. Ergänzend sind die vorliegend drei Symmetrielinien gestrichelt
dargestellt, die jeweils unter einem Drehwinkel α von 120° zueinander orientiert sind.
Eine jeweilige Symmetrielinie verläuft ausgehend von der Mittenachse 16 durch den
Kontaktpunkt zweier benachbarter Phasenleiter 6 und ergänzend auch durch den Mittelpunkt
eines jeweilige Nullleiterstrang 8.
[0056] Wie gut zu erkennen ist, weist die erste Aufbauvariante eine exakte Drehsymmetrie
bezüglich der Mittenachse 16 um den Drehwinkel α von 120° auf. Dies bedeutet, dass
nach einer Drehung um 120° um die Mittenachse 16 herum - bei einer Rechtsdrehung -
ein jeweiliger Phasenleiter identisch die Position des in Drehrichtung vorlaufenden
Phasenleiters 6 einnimmt und das analog ein jeweiliger Nullleiterstrang 8 die Position
des vorlaufenden Nullleiterstrang 8 identisch einnimmt. Gleiches gilt auch für die
Erdleiterstränge 10.
[0057] Bei der zweiten Aufbauvariante gemäß der FIG 4 gilt dies gleichermaßen und ergänzend
auch für die Haltestränge 14.
[0058] In beiden Aufbauvarianten gilt dies auch für die unrunde Außenkontur des Starkstromkabels
2.
[0059] Bei der zweiten Aufbauvariante ist zunächst zentral der Erdleiter 12 angeordnet,
welcher von den Phasenleitern 6 und den Nullleitersträngen 8 umgeben ist, welche jeweils
abwechselnd angeordnet sind. Ein jeweiliger Phasenleiter 6 liegt dabei am zentralen
Erdleiter 12 an und ein jeweiliger Nullleiterstrang 8 liegt jeweils an seinen benachbarten
Phasenleiter 6 an. Zwischen einem jeweilige Nullleiterstrang 8 und dem zentralen Erdleiter
12 ist ein Freiraum ausgebildet, in den im Ausführungsbeispiel zwei Haltestränge 14
und zwar bevorzugt in gegenüberliegenden Zwickelbereichen platziert sind. Ein jeweiliger
Haltestrang 14 liegt daher vorzugsweise jeweils am Erdleiter 12, an einem Phasenleiter
6 und an einem Nullleiterstrang 8 an.
[0060] Weitere Haltestränge 14 sind in den radial äußeren Zwickelbereichen angeordnet, die
jeweils zwischen einem Phasenleiter 6 und seinem benachbarten Nullleiterstrang 8 ausgebildet
ist. Diese äußeren Haltestränge 14 liegen daher jeweils an einem Nullleiterstrang
8 und an einem Phasenleiter 6 sowie weiterhin am Außenmantel 22.
[0061] Falls eine Schirmlage 20 vorgesehen ist, liegen die Haltestränge 14 auch an dieser
an. Bei der Verwendung einer Schirmlage 20 werden beispielsweise anstelle der äußeren
Haltestränge 14 blanke Erdleiterstränge 10 eingesetzt, um die Schirmlage 20 elektrisch
zu kontaktieren.
[0062] Die in den Figuren dargestellten Kabelaufbauten zeigen vorzugsweise abschließend
alle Elemente des jeweiligen Kabelaufbaus, d.h. weitere Elemente sind vorzugsweise
nicht vorgesehen.
[0063] Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt.
Vielmehr können auch andere Varianten der Erfindung von dem Fachmann hieraus abgeleitet
werden, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen. Insbesondere sind ferner alle
im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel beschriebenen Einzelmerkmale auch auf
andere Weise miteinander kombinierbar, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0064]
- 2
- Starkstromkabel
- 4
- Leiterverbund
- 6
- Phasenleiter
- 8
- Nullleiterstrang
- 10
- Erdleiterstrang
- 12
- Erdleiter
- 14
- Haltestrang
- 16
- Mittenachse
- 18
- Längsrichtung
- 20
- Schirmlage
- 22
- Außenmantel
- 24
- Eckbereich
- 26
- Zwischenbereich
1. Starkstromkabel (2) mit einem Leiterverbund (4), welcher drei Phasenleiter (6) und
einen Nullleiter sowie eine sich in einer Längsrichtung (18) erstreckende Mittenachse
(16) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Nullleiter auf mehrere Nullleiterstränge (8) aufgeteilt ist und der Leiterverbund
(4) mit den drei Phasenleitern (6) und den mehreren Nullleiterstränge (8) des Nullleiters
- im Querschnitt betrachtet - bezüglich der Mittenachse (16) um einen Drehwinkel (α)
drehsymmetrisch zur Mittenachse (16) ausgebildet ist, wobei für den Drehwinkel (α)
gilt: α = 360°/3n, wobei n ganzzahlig ist.
2. Starkstromkabel (2) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Nullleiterstränge (8) in Summe einen Nullleiter- Nennquerschnitt aufweisen, welcher
größer ist als ein Phasenleiter- Nennquerschnitt.
3. Starkstromkabel (2) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Nullleiter- Nennquerschnitt im Bereich zwischen dem 1,2 bis 2,0-Fachen des Phasenleiter-
Nennquerschnitts liegt.
4. Starkstromkabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leiterverbund (4) um 120° drehsymmetrisch ist und drei Nullleiterstränge (8)
aufweist.
5. Starkstromkabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leiterverbund (4) einen Erdleiter aufweist, welcher auf mehrere Erdleiterstränge
(10) aufgeteilt ist, wobei insbesondere doppelt so viele Erdleiterstränge (10) wie
Nullleiterstränge (8) vorgesehen sind.
6. Starkstromkabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es eine unrunde, mehreckige Querschnittsform mit 3n gerundeten Ecken aufweist, wobei
n geradzahlig ist.
7. Starkstromkabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nullleiterstränge (8) und die Phasenleiter (6) um die Mittenachse (16) verseilt
sind und dass die unrunde Querschnittskontur in Längsrichtung (18) wendeiförmig verläuft
8. Starkstromkabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Phasenleiter (6) um die Mittenachse (16) und die Nullleiterstränge (8) beabstandet
von der Mittenachse (16) jeweils in einem äußeren Zwischenbereich zwischen zwei Phasenleitern
(6) angeordnet sind.
9. Starkstromkabel (2) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem jeweiligen Nullleiterstrang (8) und einem Phasenleiter (6) radial
außen ein äußerer Zwickelbereich ausgebildet ist, in dem jeweils ein Erdleiterstrang
(10) angeordnet ist.
10. Starkstromkabel (2) nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsform eine gerundete Dreiecksform ist mit drei gerundeten Eckbereichen
(24), die über vorzugsweise konvex gebogene Zwischenabschnitte (26) miteinander verbunden
sind.
11. Starkstromkabel (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein zentraler Erdleiter (12) vorgesehen ist, um den herum die Phasenleiter (6) und
die Nullleiterstränge (8) alternierend angeordnet sind.
12. Starkstromkabel (2) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass es eine sechseckige Querschnittskontur mit sechs gerundeten Eckbereichen (24) aufweist,
wobei einander benachbarte Eckbereiche (24) insbesondere unterschiedliche Krümmungen
aufweisen.
13. Starkstromkabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leiterverbund (4) von einer Schirmlage und/oder von einem Außenmantel umgeben
ist.